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    Immer mehr Menschen hinterfragen die 40-Stunden-Woche – nicht nur in hippen Start-ups. Um mit weniger Arbeit trotzdem erfolgreich zu sein, kommt es vor allem auf eine Sache an.

    Vor einem Jahr machte Lasse Rheingans seinen Mitarbeitern einen ungewöhnlichen Vorschlag. Der Chef einer Bielefelder Digitalagentur wollte die 25-Stunden-Woche einführen. Arbeitszeit: 8 bis 13 Uhr, ohne Mittagspause.

    Lasse Rheingans erklärte seinem 13-köpfigen Team, dass er dafür keine Erreichbarkeitsregeln nach Feierabend einführen würde, keine Gehälter kürzen und auch keine Urlaubstage streichen würde. Denn er teilt die Überzeugung seines Vorbildes, des US-amerikanischen Firmengründers Stephan Aarstol: “Wenn wir nur auf das Ergebnis schauen, dann müssten die Stunden egal sein.”

    Die Mitarbeiter ließen sich auf den Versuch ein. Und die Agentur wurde so über Nacht zum Pionier in Deutschland. 

    Lasse Rheingans hat in seiner Firma den 5-Stunden-Arbeitstag eingeführt.

    In den folgenden Wochen erlebte der jetzt 38-Jährige einen ungeahnten Medienansturm. Alle wollten sie über sein radikales Zeitmodell berichten und mit ihm sprechen. Sogar Wissenschaftler wollten sein “Experiment” begleiten. Das Spektakuläre an seinem 60-Prozent-Arbeitszeitmodell: Es funktionierte ausgezeichnet.

    Klar ist auch: Spätestens seit dem Riesenerfolg des Bestsellers Die 4-Stunden-Woche des US-amerikanischen Gründers Timothy Ferriss, ist das Thema verkürzte Arbeitszeiten in aller Munde und irgendwie angesagt. Regelmäßig erscheinen neue Studien, die die überdurchschnittliche Produktivität von Teilzeitkräften zu belegen scheinen.

    Wenn wir nur auf das Ergebnis schauen, dann müssten die Stunden egal sein. Stephan Aarstol

    Dabei geht es längst nicht mehr nur um Digitalagenturen und hippe Start-ups. Genau das beweist die größte deutsche Gewerkschaft: Ebenfalls unter lautem Mediengetöse verkündete die IG Metall im Frühjahr, auf Wunsch der Beschäftigten ab Januar 2019 die 28-Stunden-Woche einzuführen.

    Was also ist dran am Versprechen “Weniger ist mehr” mit Blick auf unsere wöchentliche Arbeitszeit? Und in welchen Branchen kann das funktionieren?

    Freizeit schafft Raum im Kopf

    Die Gründe dafür, weniger arbeiten zu wollen, sind so unterschiedlich wie die Lebenssituationen der Menschen dahinter. Oft sind es wie beim Bielefelder Agenturchef Lasse Rheingans familiäre Belange. Als Vater von zwei Töchtern und mit einer berufstätigen Frau weiß er die freien Nachmittage zu schätzen. Auch wenn er es als Agenturchef aktuell eher selten schafft, tatsächlich nachmittags zu Hause zu sein.

    Mehr zum Thema: Fast alle wollen ins Homeoffice! Mit diesen 5 Regeln klappt es wirklich

    Denn das Jahr nach der Einführung der 25-Stunden-Woche hat ihm auch gezeigt: Es klappt nicht immer mit dem Feierabend um 13 Uhr. Eine gute Auftragslage, erkrankte Mitarbeiter im Herbst – manchmal gibt es eben mehr zu tun, als in einen 5-Stunden-Tag passt.

    Die wichtigste Eigenschaft ist daher Flexibilität: “Das Modell ist schwer beizubehalten, wenn Unvorhergesehenes passiert”, bringt es Lasse Rheingans auf den Punkt. So stellten die Mitarbeiter früh fest, dass der persönliche Austausch zu kurz kam und manche Dinge nicht ausgiebig genug besprochen werden konnten.

    Wer in Teilzeit arbeitet, hat auch mehr Zeit, um sich den Kopf freizulaufen.

    Das bedeutet aber nicht, dass Lasse Rheingans den Glauben an das Modell der 25-Stunden-Woche verloren hat: Er will bald mit seinem Team dahin zurückkehren. Auch weil er im vergangenen Jahr eine weitere interessante Beobachtung gemacht hat.

    Obwohl er seinen Mitarbeitern anmerkte, dass der verdichtete Arbeitstag sie mehr anstrengte, beobachtete er, dass sie sich mehr Zeit für ihre persönlichen Leidenschaften nahmen. “Diese Leidenschaft ist bei ganz vielen, sich die neuesten Trends anzuschauen, sich weiterzubilden und Wissen zu vertiefen”, sagt der Agenturchef.

    Das Modell ist schwer beizubehalten, wenn Unvorhergesehenes passiert.

    Sie nutzten die gewonnene Zeit also nicht nur für das Ausleben von Hobbys und als berufsferne Mußestunden, sondern beschäftigten sich freiwillig weiter mit jobrelevanten Themen. Lasse Rheingans selbst hatte nicht nur mehr Zeit für seine Familie, sondern spürte auch einen neuen Freiraum im Kopf: “Ich habe angefangen, intensiver über die strategischen Entscheidungen nachzudenken, die das Unternehmen betreffen.”

    Mehr zum Thema:Mit dieser Technik denkst du schneller und besser

    Der Bielefelder weiß, dass das 25-Stunden-Modell nicht auf sämtliche Berufe und Branchen eins zu eins übertragbar ist. Trotzdem verfolgt er ein Ziel, das über die eigene Firma hinausreicht: Er möchte eine Diskussion darüber anstoßen, wie viel Arbeit zu viel ist und wie wenig freie Zeit zu wenig: “Ich bin überzeugt davon, dass die Arbeitszeit in Zukunft weiter zurückgehen wird.”

    Mit dieser Prognose ist er nicht allein.

    Arbeit und Familie zu vereinbaren ist für viele Beschäftigte nicht leicht. In der Regel reduzieren eher die Mütter ihre Arbeitszeit.

    Ist Teilzeit Frauensache? Noch!

    In den Buchläden tauchen immer mehr Bücher zum Thema auf. Die titeln dann “Die Drei-Tage-Woche” , “Halbe Arbeit – ganzes Leben” oder “Post Work” vom Aktivisten Tobi Rosswog, der sogar über eine “Gesellschaft jenseits der Arbeit” philosophiert. Der US-amerikanische Ethnologe David Graeber landete mit seinem Buch “Bullshit Jobs” über unnütze Berufe auch hierzulande einen Bestseller. Auch er schlägt vor, die Wochenarbeitszeit massiv zu reduzieren.

    Wie vielfältig die Lösungen aussehen können, beschreibt ZDF-Redakteur Axel Mengewein in seinem Buch “Halbe Arbeit – ganzes Leben”. Ganze 19 Teilzeitvarianten stellt er darin vor. Ein einziges Modell für alle ist seiner Meinung nach keine Lösung: “Ich finde, dass jeder für sich selbst herausfinden muss, welches Modell für ihn am besten passt.”

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    – Hintergründe, Zusammenhänge, Lösungsorientiert –

     

    Er selbst arbeitet derzeit drei Wochen voll und hat dann eine Woche frei. Das entspricht etwa einer 80-Prozent-Stelle. Axel Mengewein ist überzeugt, dass in Zukunft mehr Menschen seinem Beispiel folgen und in einer für sie stimmigen Form der Teilzeit arbeiten werden.

    Teilzeit liegt europaweit im Trend. Ich glaube, das liegt daran, dass sich die Einstellung zur Teilzeit geändert hat. Früher sahen viele Teilzeit hauptsächlich als ein Modell für Mütter an, heute ist auch ein Zuwachs bei Männern festzustellen, die die Vorteile von weniger arbeiten und mehr leben schätzen gelernt haben. Axel Mengewein, ZDF-Journalist und Buchautor

    Aber stimmt das, was Axel Mengewein sagt? Wollen wirklich immer mehr Menschen immer weniger arbeiten?

    Um das zu beantworten, hilft ein Blick in die neue Arbeitszeitbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: “Bei den Beschäftigten deutet sich ein gesellschaftlich-kultureller Wandel an, der mit veränderten Bedürfnissen an das Verhältnis von Arbeits- und Lebenszeit einhergeht.”

    Die Studie zeigt aber auch, dass der Kulturwandel zwar in den Köpfen passiert, sich aber noch nicht in den Arbeitsverträgen widerspiegelt.

    Wenn Beschäftigte in Deutschland laut Vertrag durchschnittlich 35 Stunden arbeiten, sind es in der Realität fast 39 Wochenstunden. Ganz einfach, weil dauernd Überstunden anfallen – meist unfreiwillig. Vollzeit ist also (noch) der Normalfall.

    Auch wenn nicht nur Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten, hängt die wachsende Anzahl von “Teilzeit-Männern” vor allem damit zusammen, dass die Zahl der Jobs insgesamt gestiegen ist.

    Nicht immer ist die Wahl, keine 40 Stunden zu arbeiten, freiwillig: Laut einer Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung gibt jede zehnte Frau und jeder fünfte Mann an, nur deshalb in Teilzeit zu arbeiten, weil sie keine Vollzeittätigkeit fänden. Die meisten Befragten führen aber andere Gründe für ihre Teilzeitbeschäftigung an: Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Aus- und Weiterbildungen oder gesundheitliche Probleme.#

    Mehr zum Thema: Möchtest du eine Magensonde von jemandem gelegt bekommen, der das noch nie gemacht hat?

    Mal abgesehen von solchen Gründen, die Menschen durch bestimmte Lebensumstände mehr oder weniger auferlegt werden, bleibt die Frage: Wie sehr wollen Menschen denn nun weniger arbeiten? Hat das Modell vom fleißigen Deutschen wirklich ausgedient?

    Häufig geht es den Beschäftigten darum, selbstbestimmter zu sein. Julian Tesche

    Um das herauszufinden, müssen Mitarbeiter in 90 deutschen Unternehmen regelmäßig Fragen wie diese beantworten: Wie zufrieden sind sie mit der Homeoffice-Regelung? Ist der Arbeitsplatz ablenkungsfrei? Bekommen sie genügend Wertschätzung?

    In einer App geben sie auf einer Skala von 1 bis 10 ihre Einschätzung dazu ab. Entwickelt wurden die digitalen Mitarbeiterumfragen vom dänischen Unternehmen Peakon.

    Große Firmen wie BMW, Metro und Babbel nutzen das Tool bereits. So liegen inzwischen Daten von 10.000 Mitarbeitern in Deutschland vor. Aus dem gesammelten Material lassen sich die größten Wünsche der Beschäftigten ablesen. Und was die Menschen wollen, sind neben besserer Kommunikation und flacheren Hierarchien vor allem eins: andere Arbeitszeiten.

    Julian Tesche leitet in Deutschland den Ausbau des dänischen Unternehmens Peakon.

    “Häufig geht es den Beschäftigten darum, selbstbestimmter zu sein”, sagt Julian Tesche, der für den Ausbau des Unternehmens in Deutschland zuständig ist. Wie sehr eine Landeskultur die Arbeitskultur beeinflusst, hat Tesche während seiner Zeit in Kopenhagen gelernt. In Dänemark sei es selbstverständlich, nachmittags nach Hause zu gehen. “Um 17 Uhr war das Büro leer”, sagt er.

    Beim nördlichen Nachbarn stelle niemand seine Arbeitskraft durch die Dauerpräsenz am Schreibtisch unter Beweis.

    3 Umfragen, ein Wunsch: weniger arbeiten

    1.) Mehr Autonomie: Bei den Peakon-Umfragen geben Mitarbeiter regelmäßig und anonym an, wie ihre Arbeit noch besser werden könnte. “In den Umfragen äußern viele Beschäftigte den Wunsch nach Teilzeitstellen, einer 4-Tage-Woche oder einer autonom gestalteten Arbeitszeit”, sagt Julian Tesche.

    2.) Zeit statt Geld: Die Hans-Böckler-Stiftung wollte vor 2 Jahren wissen, wie viele der rund 30 Millionen Vollzeitbeschäftigten weniger arbeiten möchten, auch wenn das Gehalt entsprechend sinkt. Das Ergebnis: Mehr als eine Million Menschen würden gern auf eine Dreiviertel-Stelle wechseln. Und das waren nicht nur Frauen: Mehr als die Hälfte (rund 600.000) waren Männer mit Vollzeitjobs.

    3.) 35-Stunden-Woche – oder weniger: Auch die Umfrageergebnisse der IG Metall sind eindeutig: 68 Prozent der 680.000 Beschäftigten, die im Jahr 2017 an der Befragung teilgenommen haben, wünschen sich eine 35-Stunden-Woche oder kürzere Arbeitszeiten. Jeder Fünfte will die Arbeitszeit auf weniger als 35 Stunden reduzieren. 82 Prozent finden es gut, wenn sie ihre Arbeitszeit für Kindererziehung oder Pflege vorübergehend absenken können.

    All das zeigt also tatsächlich, dass sich eine große Zahl der Beschäftigten eine reduzierte Arbeitszeit wünscht. Doch wie geht das? Welche Lösungen muss die Politik anbieten?

    Der Wunsch nach neuen Arbeitszeitmodellen scheint bei der großen Koalition jedenfalls angekommen zu sein. Im Koalitionsvertrag deuten sich kleine Schritte hin zu mehr Selbstbestimmung an. So wurde das Gesetz zur Brückenteilzeit Ende November vom Bundesrat gebilligt.

    Brückenteilzeit

    Die Brückenteilzeit gibt Beschäftigten die Möglichkeit, für einen befristeten Zeitraum in Teilzeit zu arbeiten. Anschließend haben sie das Recht, wieder zur früheren Arbeitszeit zurückzukehren. Das Gesetz sieht aber mehrere Einschränkungen vor: So profitieren davon fast nur Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. Das Gesetz zur Brückenteilzeit soll am 1. Januar 2019 in Kraft treten.

     Andere Vorschläge der Bundesregierung, etwa “Experimentierräume” im Arbeitszeitgesetz und neue Modelle für “mehr Familienzeit”, sind bisher nicht mehr als vage Versprechen.

    Bundesarbeitsminister Hubertus Heil von der SPD stellt den 8-Stunden-Arbeitstag jedenfalls (noch) nicht infrage. Der müsse die Regel bleiben, sagte er im Frühjahr dieses Jahres.

    Die 28-Stunden-Woche wird Realität

    Ausgerechnet die bodenständige Gewerkschaft IG Metall ist da schon ein ganzes Stück weiter. Sie hat der Mitgliederbefragung Taten folgen lassen. Ab 2019 können Beschäftigte eine “verkürzte Vollzeit” wählen und so ihre wöchentliche Arbeitszeit für maximal 2 Jahre auf 28 Stunden reduzieren. Wer kleine Kinder hat oder Angehörige pflegt, kann außerdem einen Teil seines Gehalts in 8 zusätzliche freie Tage im Jahr umwandeln.

    Diese Regelungen geben den Beschäftigten mehr Zeitsouveränität, um Arbeit und Leben besser in Einklang zu bringen. Kindererziehung und Pflege, aber auch der Erhalt der Gesundheit sind gesellschaftlich notwendige Aufgaben, denen Unternehmen sich nicht verschließen dürfen. Hartmut Steiger, Sprecher IG Metall
    8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Schlaf, 8 Stunden Freizeit – diese Formel ist 100 Jahre alt. Für die Gewerkschaft IG Metall ist sie nicht länger zeitgemäß.

    Die IG Metall nimmt damit die Arbeitgeber in die Pflicht und verlangt ihnen eine vorausschauende Personalpolitik und neue Lösungen ab, wie etwa die Einführung von Arbeitszeitkonten.

    Da ist sie wieder, die Flexibilität, von der auch der Digitalagentur-Chef Lasse Rheingans gesprochen hat. Die müssen beide Seiten, Beschäftigte und Arbeitgeber, mitbringen und anbieten.

    Noch nicht alle profitieren, aber ein Umdenken setzt ein

    Die Gewerkschaftsmitglieder wissen das Angebot zu schätzen. Kürzlich hat die IG Metall ihre Mitglieder zu ihrem Interesse am 28-Stunden-Modell befragt. Die Antworten sprechen für sich: 200.000 der 2,2 Millionen Beschäftigten haben einen Antrag auf die verkürzte Vollzeit oder die zusätzlichen acht freien Tage gestellt. Und noch sind nicht alle Betriebe eingerechnet – die Zahl der Anträge wird vermutlich also weiter steigen.

    Mehr zum Thema: Hast du dich heute schon über deinen Chef geärgert?

    Noch profitieren längst nicht alle Beschäftigten von den Initiativen der Gewerkschaften, Unternehmen oder von ersten politischen Ansätzen.

    Die Vorstöße zeigen aber, dass ein Umdenken einsetzt. Viele Menschen wollen oder können das klassische 9-to-5-Modell nicht (mehr) leben. Sie wollen nicht mehr nur flexibel auf die Bedürfnisse ihres Arbeitgebers reagieren, sondern selbst flexibel sein und souveräner mit ihrer Zeit umgehen.

    Die Beispiele der IG Metall und von Lasse Rheingans’ Agentur zeigen, dass das in ganz unterschiedlichen Branchen möglich ist, wenn es gewollt ist.

    Dieser Artikel ist zuerst bei Perspective Daily erschienen.

     

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    Die Polizei musste die Frau von der Autobahn holen und ins Stadtgebiet fahren. (Symbolbild)

    • Eine Frau wurde in der Nacht zum Sonntag von ihrem Mann auf der Autobahn stehen gelassen.
    • Die Polizei musste sie nach einem Notruf dann aufsammeln.

    Die Polizeibeamten der Stadt Alzey in Rheinland-Pfalz wurden am Sonntag zu einem skurrilen Einsatz gerufen. Ihre Kollegen in Heidesheim hatten sie um Unterstützung gebeten, da sie selbst mit einer Unfallaufnahme beschäftigt waren, dem seltsam anmutenden Notruf allerdings sofort nachgehen wollten.  

    Wie aus einer Polizeimeldung hervorgeht, hat die Frau um 00:45 die Wache per Notrufsäule darüber informiert, dass sie zu Fuß auf der A63 unterwegs wäre und Hilfe benötigte. 

    Die 59-jährige Frau aus Bad Soden am Taunus konnte recht schnell gefunden werden. 

    Im Streit wurde die Frau von ihrem Mann ausgesetzt

    Die Erklärung, warum sie sich so spät auf der Autobahn aufhielt, verblüffte die Beamten allerdings sehr: Die Frau gab an, sich mit ihrem Mann so zerstritten zu haben, dass dieser sie kurzerhand auf der Autobahn ausgesetzt hätte. Er selbst sei dann einfach weitergefahren. 

    Die Polizei brachte die Frau anschließend in das Stadtgebiet Mainz, wo sie sich ein Taxi nehmen und nach Hause fahren konnte. 

    Dazu, ob der Streit nach der Heimkehr der Frau weiter ausgetragen wurde, macht die Polizei keine Angaben. 

    (ak)


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    Merkel beim Parteitag in Hamburg. 

    Der vergangene Freitag war ein historischer Tag: Die CDU wählte mit Annegret Kramp-Karrenbauer eine neue Vorsitzende, Angela Merkel verabschiedete sich als Parteichefin. 

    Zwar will Merkel bis 2021 Kanzlerin bleiben, dennoch war Freitag auch ein Anlass, um Bilanz über ihre bisherige Zeit als Regierungschefin der Bundesrepublik zu ziehen. 

    Das tut etwa auch Anne Applebaum, eine renommierte US-Historikerin, in der “Welt am Sonntag”. Und die Bilanz fällt gemischt aus. Die Merkel-Kritik – auf den Punkt gebracht. 

    Was war der größte Fehler von Angela Merkel?

    Applebaum stimmt nicht in den Chor all derjenigen ein, für die Merkel an allen Problemen Deutschlands oder gar Europas schuld ist. Sie bezeichnet die Kanzlerin als “außergewöhnliche Politikerin”. 

    Für Applebaum ist der größte Verdienst Merkels: “Sie hat aus Deutschland einen Handelsgiganten gemacht, die wichtigste Wirtschaftsmacht in Europa und den bedeutendsten Partner für China, Russland und die USA.”

    Und all das, ohne dass die Bundesrepublik als Bedrohung wahrgenommen worden wäre. Dafür sei der Stil von Merkel verantwortlich gewesen: “Führung ohne Drama”, bringt die Historikerin das auf den Punkt. “Ein auffälligerer, drängenderer, charismatischerer Mann hätte vielleicht eine komplett andere Stimmung rund um diesen Aufstieg Deutschlands erzeugt”, gibt sie zu bedenken. 

    Aber Applebaum wirft Merkel auch einen entscheidenden Fehler vor. Es ist, für manche vielleicht überraschend, nicht die Entscheidung, im Sommer 2015 die Grenzen offen zu halten. 

    Wenn “die Geschichtsbücher einmal geschrieben werden, wird es etwas anderes sein, das man ihr vorwirft”, schreibt Applebaum über Merkel. “Sie versagte darin, Deutschland auf eine neue Ära vorzubereiten.”

    Was Merkel laut Applebaum verschlafen hat: 

    Die Historikerin zählt die großen Veränderungen auf der politischen Weltbühne der vergangenen Jahre auf:

    In den USA regiert mit Donald Trump ein US-Präsident, der nichts mehr von Multilateralismus hält.

    Auch in Europa regieren Populisten und Nationalisten. 

    ► Russland unterstützt die populistischen Bewegungen und versucht so, Europa zu destabilisieren. 

    “Für diese Veränderungen ist Merkels vernünftiges, rationales, multilaterales Deutschland nicht gerüstet”, urteilt Applebaum, die sich in ihrer Arbeit ausführlich mit Osteuropa beschäftigt.

    Sie fordert von der Bundesrepublik, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen und an der Gründung einer europäischen Armee, wie das mittlerweile auch Merkel fordert, zu arbeiten. 

    “Als jemand, der guten Grund hat, die Demokratie zu begrüßen, und auch ein tiefes Gefühl dafür, wie und warum Demokratie scheitern kann, hätte Merkel diese Entwicklungen kommen sehen müssen”, lautet der zentrale Kritikpunkt der Historikerin. 

    Was ist dran an der Merkel-Kritik?

    Tatsächlich hat Angela Merkel die Forderung nach einer europäischen Armee lange Zeit skeptisch betrachtet. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist der größte Förderer dieser Idee. 

    Doch Merkel hat mittlerweile ihre Meinung geändert. In einer Rede vor dem Europaparlament sagte sie kürzlich: “Wir sollten an der Vision arbeiten, eines Tages auch eine echte europäische Armee zu schaffen.”

    Sie hatte auch bereits nach der Wahl von Trump in einer vielbeachteten Bierzelt-Rede deutlich gemacht: “Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei.”

    Nur ist dieser Ankündigung wenig gefolgt. Die Bundesregierung hat lange gebraucht, um eine Antwort auf die von Macron geforderten EU-Reformen zu finden. Die Antworten fielen Merkel-typisch vorsichtig aus. 

    Auch die Verteidigungsausgaben will die Bundesregierung zwar steigern. Aber lange nicht in dem Maße, wie das internationale Sicherheitsexperten fordern. 

    Die Merkel-Kritik – auf den Punkt gebracht: 

    Multilateralismus, Nato und Globalisierung seien in der Krise, schreibt Appelbaum. “Darauf hat die deutsche Kanzlerin keine Antwort.”

    Klar ist: Die Antwort von Merkel hat zumindest lange auf sich warten lassen. Möglicherweise zu lange. Darüber werden Historiker auch in zehn Jahren urteilen. 

    (jkl)


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    Die Polizei stoppte einen onanierenden Mann auf der Autobahn (Symbolbild).

    • Die Polizei hat auf der Autobahn einen Exhibitionisten gestoppt.
    • Der Mann hatte zuvor einen anderen Autofahrer belästigt. 

    Am Sonntagmorgen war ein Exhibitionist auf der A61 unterwegs. 

    Er fuhr nackt und onanierend mit seinem BMW auf der Autobahn und belästigte einen Niederländer, wie die Polizei berichtet. “Er hatte nicht mal Schuhe an”, heißt es in der entsprechenden Mitteilung der Beamten. 

    Die Polizeiautobahnstation Heidesheim wurde über den Exhibitionisten am Steuer informiert. Die Beamten konnten den 27-jährigen Wiesbadener schließlich auf der A60 stoppen und “nackterweise kontrollieren”, wie sie in der Mitteilung schreiben. 

    Eine plausible Erklärung für seine Handlung habe er gegenüber den Beamten nicht nennen können. Den Wiesbadener erwartet nun eine Strafanzeige.

    (ak)


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    Einst als weltweit führende Klimaschützer gefeiert, ist beim Klimagipfel in Kattowitz nur noch wenig von Deutschlands Vorreiterrolle zu spüren. 

    Im Gegenteil: Klimaschützer sind angesichts der Kohle-Politik der Bundesregierung enttäuscht, nennen den deutschen Auftritt in Kattowitz “blamabel” – und verliehen des Bundesrepublik den Titel “Fossil des Tages”.

    Wie Deutschland Umweltschützer in Kattowitz massiv enttäuscht – auf den Punkt gebracht.

    Warum Umweltschützer “beunruhigt” sind:

    Es bräuchte eine treibende Kraft auf der Klimakonferenz, denn: Die ersten Tage waren holprig, wenig geht voran – und nun geht es in die entscheidende Phase. 

    ► Die Verhandlungen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens auf Fachebene stocken.

    ► Nun sollen zwar bis Freitag Spitzenpolitiker eine Lösung finden. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) reist an diesem Montag nach Kattowitz (Katowice).

    Doch Umweltschützer wie Greenpeace ziehen nach der ersten Woche ein enttäuschtes Zwischenfazit.

    ► “Es ist beunruhigend, dass hier kein Klimavorreiter in Sicht ist, auch die EU und Deutschland nicht”, sagte Stefan Krug von dem Umweltverband der Deutschen Presse-Agentur.

    Der vielbeachtete neue Bericht des Weltklimarats zu dramatischen Folgen, die bereits 1,5 Grad Erderwärmung auf Meeresspiegel, Wetter und Natur hätten, zeige bei dem Treffen in Kattowitz keine Wirkung.

    “Diese Konferenz wirkt, als hätte es diesen Bericht nicht gegeben. Von der Dringlichkeit spürt man hier nichts”, sagte Krug.

    Was in Kattowitz eigentlich auf dem Spiel steht:

    Seit einer Woche verhandeln Vertreter aus fast 200 Ländern über Regeln für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015, das zum Ziel hat, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten.

    ► Das Regelwerk soll Berichte und Pläne der Staaten vergleichbar und transparent machen.

    Geplanter Abschlusstag ist der kommende – oft dauern Klimakonferenzen aber etwas länger als geplant.

    An diesem Montag wollen Minister und Staatssekretäre eine Bilanz der bisherigen Klimaschutz-Bemühungen ziehen, deren Ziel eine Nachschärfung der Zusagen ist, und über Finanzhilfen für Entwicklungsländer sprechen.

    ► Ein Streitpunkt war in der ersten Woche, ob der 1,5-Grad-Bericht des Weltklimarats von der Konferenz offiziell “begrüßt” oder lediglich “zur Kenntnis genommen” werden solle.

    Was nach Wortklauberei klingt, sind in der internationalen Diplomatie wichtige Signale. Entsprechend hart wird um einzelne Formulierungen gerungen.

    Wie Deutschland “Fossil des Tages” wurde:

    Die USA fielen als treibende Kraft im Klimaschutz aus und China halte sich sehr zurück, erklärte Krug von Greenpeace nach der ersten Woche.

    Die polnische Präsidentschaft verwalte eher, als dass sie die Verhandlungen vorantreibe.

    ► Angesichts dessen werde Deutschlands Position zum internationalen Problem.

    In der Länderanhörung am Freitag, in der Industrieländer ihre Fortschritte beim Klimaschutz erläuterten, habe Deutschland vor allem auf Kommissionen etwa zum Kohleausstieg und das geplante Klimaschutzgesetz verwiesen.

    Es sei “blamabel”, dass die deutschen Vertreter “nicht sprechfähig” seien.

    Am Freitag hatte Deutschland von Klimaschützern in Kattowitz den Negativpreis “Fossil des Tages” verliehen bekommen.

    ► Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth schrieb dazu auf Twitter: “Für den ‘Fossil of the Day’ kann man sich ja nun schlecht bedanken. Aber immerhin möchte ich sagen, dass wir verstehen, warum er an uns geht.”

    Mit Material von dpa.


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    Die Eltern haben zu Hause versucht, ihre schockierten Kinder zu beruhigen (Symbolbild). 

    • Eine Lehrerin aus New Jersey wurde entlassen, weil sie Kindern verraten hat, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt.
    • Ein weiterer Weihnachtsmann-Leugner aus Texas wurde vor kurzem gar festgenommen.

    Für die meisten Kinder mag es zunächst ein Schock sein, wenn sie hören: Es waren schon immer Mutti und Vati, die heimlich die Geschenke unter den Weihnachtsbaum gelegt haben.

    Den freundlichen alten Mann im roten Mantel, der mit magischen Rentieren durch die Gegend fliegt und laut “Ho, ho, ho!” ruft, gibt es nämlich gar nicht.

    Mehr zum Thema: Betrug in Osnabrück: Mit dieser Masche erschlich sich Lehrerin ein Vermögen

    Weihnachtsmann, Osterhase, Zahnfee: All diese Wesen gibt es nicht

    Eine Lehrerin aus New Jersey in den USA wollte den Eltern diese Beichte an ihre Kinder wohl ersparen – und hat noch einen drauf gesetzt: In nur einem Schwung erklärte die Lehrerin, die lediglich als Vertretung im Einsatz war, ihren Grundschülern:

    ► Es gibt den Weihnachtsmann nicht.

    ► Es gibt auch den Osterhasen nicht.

    ► Auch Zahnfee, Elfen, Wichtel: alles erfunden. 

    Begeistert waren wohl weder Kinder, Eltern noch Kollegen. So sagte Schulleiter Michael Raj der Webseite “NJ.com” zufolge: “Als vierfacher Vater ist mir wirklich bewusst, wie heikel diese Ankündigung ist.”

    Der Weihnachtsmann-Leugner aus Texas sitzt nun hinter Gittern

    Auch in Texas trieb ein Weihnachtsmann-Leugner sein Unwesen: Vor einer Kirche hat ein 31-jähriger Mann Kindern erzählt, es gebe Santa Claus nicht. “Verscherzt es Euch niemals mit Santa Claus”, sagte Bürgermeister Scott Cain laut Medienberichten.

    Beide Weihnachtsmärchen-Enthüller wurden hart bestraft: Die Lehrerin aus New Jersey verlor ihren Job, der Mann aus Texas wurde sogar von der Polizei festgenommen und hinter Gitter gebracht.

    (ll)


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    Lombardi und Eko Fresh. 

    • Sängerin Sarah Lombardi und Rapper Eko Fresh sind am Samstag bei “Schlag den Star” gegeneinander angetreten. 
    • Die Zuschauer waren aber weder von der Performance der beiden Kandidaten, noch von der Show im Allgemeinen begeistert. 

    Am Samstagabend sind Sarah Lombardi und Eko Fresh in einer neuen Folge “Schlag den Star” gegeneinander angetreten. 

    Erstmals kämpfte bei dem ProSieben-Kultformat auch eine Frau gegen einen Mann. Zu Beginn der Show hatte sich Sarah noch gewünscht, nicht “Hochhaus” zu verlieren. Daraus wurde allerdings nichts. 

    Denn obwohl der Rapper bei Spielen, die Sportlichkeit und Ausdauer verlangten, nicht besonders glänzte, war er Sarah in Sachen Allgemeinwissen und Geschick oft weit voraus. 

    Zehn von zwölf Spiele verloren

    In ganzen zehn Spielen zog Sarah den Kürzeren und konnte nur zwei Runden für sich entscheiden. Eine herbe Niederlage für die Ex-Frau von Pietro Lombardi, der ebenfalls schon einmal an der Show teilnahm und auch verlor. 

    Neu war in dieser Sendung das “Song-Battle”, bei dem die beiden Musiker jeweils drei Songs zum Besten gaben. Per Telefon-Voting wurde dann abgestimmt, wer die Meute besser unterhalten konnte. Auch hier hatte Eko die Nase vorn. 

    Der Endstand war anschließend 64:12 für Eko Fresh. Sarah war wohl auf diese hohe Niederlage nicht ganz gefasst und verzichtete darauf, Eko zu gratulieren.

    Zuschauer sind wütend

    Das stieß vielen Zuschauern sauer auf, vor allem, weil sich Eko am Ende für den fairen Kampf und den Spaß, den er hatte, bedankte. 

    Nicht der einzige Kritikpunkt der Zuschauer. Viele konnten nicht fassen, was ProSieben aus dem einst “genialen Format” von Stefan Raab gemacht hatte. Dieser würde bestimmt “vor Wut in einen Mettigel beißen”, meint ein Twitter-Nutzer. 

    Anstatt der neuen Show forderte ein anderer sogar Wiederholungen alter “TV Total”-Folgen. 

    Was vielen auch ein Dorn im Auge war: Die extrem langen und häufigen Werbepausen. Zwei Twitter-User machten sich sogar die Mühe, die Zeit zu stoppen, und kamen mit nur einigen Minuten Unterschied auf über eine Stunde Werbung. 

    Auch neu: Sogar während der Spiele wurde Werbung geschalten. 

    Alle Tweets, die sich um das Wohlergehen Alessios drehen, ersparen wir euch an dieser Stelle. 

    (ll)


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    Demonstranten in Paris am Samstag. 

    Scherben, Steine, Tränengas: Bereits zum vierten Mal haben die “Gelbwesten”-Proteste Frankreich erschüttert. Zwar kam es zu weniger Gewalt in Paris als vor einer Woche; auch weil die Polizei noch konsequenter durchgriff und über tausend Personen festnahm. 

    Aus dem Pariser Rathaus aber heißt es: “Das Spektakel, das Paris abgeliefert hat, ist katastrophal.” Die Gewalt sei eine “Katastrophe für den Handel, sie ist eine Katastrophe für unsere Wirtschaft”, warnte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.

    Auch nach Zugeständnissen von Präsident Emmanuel Macron an die Protestbewegung ist der Unmut in Frankreich noch immer groß. Die “Gelbwesten” haben bereits für das nächste Wochenende ihren “fünften Akt” angekündigt. Auch eine neue Liste an Forderungen gibt es seit Freitag. 

    Hinzu aber kommen Berichte, dass die Proteste womöglich aus dem Ausland befeuert werden. Russland steht im Verdacht, über die sozialen Medien zur Radikalisierung der Protestbewegung beizutragen.

    Wie sich die “Gelbwesten” organisieren und was Russland und Facebook damit zu tun haben – auf den Punkt gebracht. 

    Die Köpfe hinter der “Gelbwesten”-Bewegung: 

    Die Proteste der “Gelbwesten” richten sich gegen die französische Regierung. Ging es den Demonstranten anfangs darum, ein Zeichen gegen eine geplante Erhöhung der Spritsteuer zu setzen, protestieren die Menschen nun vor allem gegen den Reformkurs von Macron allgemein und steigende Lebenshaltungskosten. 

    Die Protestbewegung selbst aber ist heterogen, sie hat auch keinen Anführer oder ein klares Programm, hinter dem alle Teilnehmer stehen würden. 

    Dennoch stecken einige zentrale Personen hinter der Bewegung:

    ► Da wäre Eric Drouet, ein Lastwagenfahrer, der am 17. November auf Facebook dazu aufrief, das Land “zu blockieren”. 

    Eric Drouet bei den Protesten. 

    ► Oder Jacqueline Mouraud, Hypnose-Therapeutin und Akkordeonspielerin, deren kurzes Video zu den hohen Spritpreisen auf Facebook millionenfach angesehen wurde. 

    Sie sind beider Sprecher der “Gelbwesten”-Bewegung, aber ihre Ziele unterscheiden sich.

    Drouet etwa gründete die Facebook-Gruppe “La France en colère”, das erzürnte Frankreich, und ruft zum Sturm des Élysée-Palastes auf. Zwar verurteilt er die Gewalt auf den Straßen, seine aggressiven Nachrichten aber dürften zur Radikalisierung der “Gelbwesten” beigetragen habe. 

    Jacqueline Mouraud lehnt die Gewalt strikt ab, nach Paris ist sie laut Berichten am Samstag nicht gefahren. Zusammen mit neun anderen Sprechern der Bewegung forderte sie bereits am vergangenen Wochenende in einem Gastbeitrag in “Le Journal du Dimanche” einen “konstruktiven Zorn” ohne Gewalt. 

    Womöglich aber mischt bei den Protesten in Frankreich noch ein Akteur aus dem Ausland mit, der zur Gewaltbereitschaft beiträgt. 

    Wie Russland und Facebook die Proteste anschüren: 

    ► Französische Geheimdienste prüfen derzeit, welche Rolle in den sozialen Medien Accounts aus dem Ausland bei der Mobilisierung für die “Gelbwesten” spielten. Das berichtete am Samstag die Zeitung “Le Parisien”. 

    ► Bereits am Freitag hatte die britische “Times” berichtet, dass hunderte Accounts mit Verbindungen nach Russland bei Twitter die Verbreitung von bestimmten Botschaften über die “Gelbwesten”-Proteste unterstützten. 

    Das habe eine Analyse der Cybersicherheits-Firma New Knowledge ergeben. Die Accounts würden gezielt Fotos von verletzten Demonstranten verbreiten, mit dem Ziel, die französische Polizei als Schlägertruppe zu diskreditieren. 

    Ein Vertreter der britischen Regierung warnt gegenüber der “Times” auch davor, dass staatliche russische Medien ausgiebig über die Proteste berichten würden, um sie zu verstärken. 

    Aber neben Russland steht auch Facebook in der Kritik, zu einer Radikalisierung unter Demonstranten beizutragen. Facebook sei der beste Verbündete der “Gelbwesten”, schrieb der französische Blogger Vincent Glad in der “Libération”.

    Die Bewegung sei von den neuen Algorithmen des sozialen Netzwerks begünstigt worden, weil Inhalte von Facebook-Gruppen im Newsfeed bevorzugt würden. “Der neue Algorithmus hat die ‘Gelbwesten’ wie eine Filterblase umgeben, wo sie nichts anderes sehen außer ‘gelbe Inhalte’.”

    Wie auch in rechten Kreisen in Deutschland kann diese “gelbe Filterblase” dazu beitragen, dass Mitglieder sich radikalisieren. 

    Hinzu kommt, dass neben Zehntausenden von friedlich demonstrierenden Bürgern in Frankreich auch linksradikale und rechtsextreme Gruppen teilnehmen.

    “Wir finden bei den aktuellen Demonstrationen eine Entwertung des Staates, unterstützt von Strukturen der extremen Rechte”, sagt der Historiker Nicolas Lebourg, Rechtsextremismusexperte von der Universität in Perpignan, dem “Tagesspiegel”. 

    Wie es nun weitergeht in Frankreich: 

    Emmanuel Macron hat sich am Wochenende mit Äußerungen zu den Protesten zurückgehalten. Ein Regierungssprecher sagte dem Fernsehsender LCI am Sonntag lediglich: “Der Präsident der Republik wird natürlich wichtige Ankündigungen machen.”

    Auch wenn die Macron-Regierung Teile ihrer Reformen nun vorerst auf Eis gelegt habt, eine Liste von Forderungen der “Gelbwesten” zeigt, wie unversöhnlich die Fronten sind. 

    Diese Liste gilt nicht für die gesamte Bewegung, wohl aber für den militanten Teil. Darin findet sich etwa die Forderung nach dem “Frexit”, dem Austritt Frankreichs aus der EU, nach einer neuen Verfassung und nach weniger Zuwanderung. 

    Auf den Punkt gebracht: 

    Eine breite Mehrheit der Menschen in Frankreich unterstützt die “Gelbwesten”-Proteste. Eine neue Umfrage zeigte erst am Sonntag: Hätte die Protestbewegung eine Kandidatenliste für die Europawahlen, 12 Prozent würden sie wählen. 

    Und dennoch hat die Bewegung ein Problem mit militanten Teilnehmern, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Offenbar wird die Radikalisierung durch die Kommunikation auf Facebook verstärkt – und von Russland geschürt. 


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    Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe.

    ► Trotz Kritik vor allem aus der CDU will das Bundesumweltministerium die Deutsche Umwelthilfe weiter fördern.

    ► Über die Gemeinnützigkeit der Organisation entschieden ausschließlich die Finanzbehörden, sagte ein Ministeriumssprecher der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

    ► Und weiter: “Wir werden wie immer die Fördermittel projektbezogen anschauen und wie in der Vergangenheit bewilligen.”

    Warum die Ansage des Ministeriums wichtig ist: 

    Die CDU hatte auf dem Parteitag in Hamburg beschlossen, prüfen zu lassen, ob die Umwelthilfe weiter als gemeinnützige Organisation anerkannt werden sollte. Würde dieser Status aberkannt, wären unter anderem Spenden an den Verein nicht mehr steuerlich absetzbar.

    Die Umwelthilfe hat vor Gerichten in mehreren deutschen Städten Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge erstritten. Die Organisation spielte auch eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung des Abgas-Betrugs verschiedener Autokonzerne.

    Kritiker bezeichnen sie wegen der zahlreichen Verfahren als “Abmahnverein”, der Bußgelder kassiere.


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    Roland Koch, kurz vor seinem Abgang. 

    • Das ZDF hat CDU-Politiker Roland Koch auf dem Parteitag in Hamburg interviewt. 
    • Eine Nachfrage war Koch aber offenbar zu viel – er brach das Gespräch ab. 

    Es war eine bezeichnende Szene dafür, wie groß die Enttäuschung in der CDU nach der Niederlage von Friedrich Merz auf dem Parteitag in Hamburg war. 

    Die Reporter der ZDF-Sendung “Berlin direkt” sprachen nach dem Sieg von Merz’ Kontrahentin Annegret Kramp-Karrenbauer mit Roland Koch, einem ausgesprochenen Unterstützer des früheren Unionsfraktionsvorsitzenden. 

    “Die Partei will nicht einfach ein ‘Weiter so’”, sagte Koch zunächst im Interview. “Die Aufgabe der Vorsitzenden ist jetzt auch, dass die 50 Prozent, die sie nicht gewählt haben, überzeugt werden.” Das bedeute jetzt auch, den Merz-Anhängern ein programmatisches Angebot zu machen, betonte Koch. “Das bedeutet nicht Freundlichkeit.”

    Das klang kämpferisch, etwas unversöhnlich – und tief enttäuscht. Eine Nachfrage war dann offenbar zu viel für den früheren hessischen Ministerpräsidenten Koch. 

    “Sie sehen das nicht als endgültige Niederlage?”, wollte der ZDF-Reporter noch wissen. Aber Koch ließ ihn gar nicht ausreden, wie am Sonntagabend bei der Ausstrahlung von “Berlin direkt” zu sehen war, sondern rollte mit den Augen und sagte noch: “Ach, ich habe keine…” Dann ging er. 

    Andere CDU-Konservative sind versöhnlicher 

    Versöhnlicher zeigte sich Carsten Linnemann im “Berlin direkt”-Gespräch im ZDF-Studio am Sonntag. “Ich bin einen Schritt weiter, ich versuche, Brücken zu bauen”, betonte der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union.

    Der Parteitag sei wie das Finale der Fußball-Champions-League. Es werde einige Tage dauern, bis die Merz-Anhänger ihre Enttäuschung überwinden werden.

    Droht der CDU nun eine Spaltung? “Es kommt darauf an, wie man jetzt vorgeht”, sagte Linnemann.

    Seine Forderung an die neue Vorsitzende Kramp-Karrenbauer: Sie soll inhaltliche Punkte von Merz, etwa die “Agenda für die Fleißigen”, übernehmen.  

    “Wenn sie diese Punkte aufnimmt, schlägt sie den richtigen Weg ein”, betonte Linnemann


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    Autorin Flor Edwards ist in der Sekte “Children of God” (“Kinder Gottes”) aufgewachsen.

    Gegründet wurde die Sekte 1968 von einer Gruppe Jugendlicher unter der Führung des charismatischen Priesters David Berg. Die “Children of God” vereinten ursprünglich christliche Dogmen mit Idealen der Hippie-Bewegung wie der freien Liebe.

    Kinder wurden in der Sekte extrem streng erzogen, auch für Kleinigkeiten körperlich bestraft, teilweise auch mit sexueller Gewalt. Seit den 70er Jahren wurde gegen Berg ermittelt, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs und Inzests innerhalb der “Children of God”.

    In ihrem Blog-Beitrag beschreibt Edwards, wie ihre Kindheit in einer Sekte aussah und wie sie den “Children of God” entfliehen konnte.

    In einer Sekte aufzuwachsen und ihr zu entfliehen: Davon kann ein Mensch sich niemals komplett erholen.

    Meine Eltern haben sich 1978 in Spanien kennengelernt. Kurz zuvor waren sie beide der Sekte “Children of God” beigetreten. Meine Mutter sagt, sie hätte sich der Sekte damals wegen Vater David Berg angeschlossen.

    Der charismatische Anführer der religiösen Weltuntergangssekte hatte den jungen Menschen ihrer Generation einen Sinn im Leben geboten. Außerdem hatte er ihnen gezeigt, wie man Gott dienen konnte, ohne einer Kirche beitreten zu müssen.

    Meine Mutter trat noch am selben Abend den “Children of God” bei 

    Eines Tages war meine Mutter in Schweden und wollte sich gerade ein Ticket nach Tunesien kaufen, weil sie auf der Suche nach einem neuen Abenteuer war. Da lernte sie zufällig einen Mann kennen, der an einer Straßenecke saß und Gitarre spielte.

    Er erzählte ihr von Jesus und von Vater David. Und er berichtete ihr, dass er mit einer Gruppe von anderen Anhängern zusammenwohnte. Der Mann lud meine Mutter zum Abendessen ein. Sie trat noch an diesem Abend den “Children of God” bei.

    Mein Vater war ebenfalls sehr abenteuerlustig. Doch eigentlich war er eher für seine wagemutigen Unternehmungen und seinen unstillbaren Wissensdurst bekannt. Er war der beste Geologie-Student seines Jahrgangs an der University of California.

    Doch dann brach er sein Studium kurz vor dem Abschluss ab. Er folgte seinen fünf älteren Geschwistern, die sich den “Children of God” angeschlossen hatten. Die Sekte war Ende der 70er-Jahre durch Kalifornien gefegt und kurz darauf nach Spanien weitergezogen.

    Vater David glaubte, dass er eine riesige Armee brauchte, um die Welt auf die große Apokalypse vorzubereiten.

    Vater David lebte im Verborgenen und zeigte niemals sein Gesicht. Denn er musste wegen einiger seiner Lehren hinsichtlich sexueller Freiheit und der Disziplinierung von Kindern vor den Strafverfolgungsbehörden fliehen. Er vermittelte seine Visionen und Erlasse an seine 12.000 Anhänger, die überall in den USA, Europa, Südostasien, Afrika und Südamerika verteilt waren.

    Vater David glaubte, dass er eine riesige Armee brauchte, um die Welt auf die große Apokalypse vorzubereiten, die seinen Aussagen zufolge im Jahr 1993 stattfinden sollte. 1985 befahl er all seinen Angehörigen, die westlichen Länder zu verlassen und in Entwicklungsländer im Osten zu ziehen. Denn er glaubte, dass der Westen zuerst im Höllenfeuer brennen würde.

    Ich habe den Großteil meiner Kindheit in Thailand verbracht. Dabei hatte ich keine Ahnung, was sich außerhalb der Mauern des Lagers befand, in dem ich zusammen mit meiner Familie und mit 30 anderen Mitgliedern der “Children of God” wohnte.

    Wir Kinder durften eine Stunde lang nach draußen gehen

    Im Alter von 12 Jahren hatte ich bereits an 24 verschiedenen Orten auf drei verschiedenen Kontinenten gelebt. Im thailändischen Phuket gab es ein holzgetäfeltes Tor, das unseren Lagerplatz von dem davor liegenden Feldweg abgrenzte. Wenn am Nachmittag die Sonne nicht mehr so heiß herunterbrannte, durften wir Kinder eine Stunde lang nach draußen gehen.

    Wir durften uns jedoch lediglich im Bereich innerhalb der Abgrenzungsmauern aufhalten. Wenn keiner zusah, presste ich meine Nase gegen die Metallstangen des Tores. Manchmal schaute ich durch einen kleinen Schlitz in der Mauer. Dabei entdeckte ich eine langsam dahinfahrende Rikscha, eine glänzende Schlange oder eine Mutter, die ihr Baby auf dem Rücken trug, während sie einen Eimer auf ihrem Kopf balancierte.

    Wir Kinder wurden jeden Morgen um 7 Uhr aufgeweckt und mussten unsere Zimmer bis 7.30 Uhr absolut makellos hinterlassen. Wir stellten uns in ordentlichen Reihen auf und standen stramm. Dann marschierten wir hintereinander die Treppe hinab und den Gang entlang wie kleine Soldaten.

    Auf unserem Weg hörten wir oft Geräusche, die aus den kleinen, zugehängten Fenstern oben an den Wänden kamen. Wir hörten stöhnende Frauen, quietschende Betten und schwer atmende Männer. Man sagte uns, dass die Erwachsenen – die wir “Onkel” und “Tante” nennen sollten, auch wenn sie nicht mit uns verwandt waren – gerade an der “Liebe Gottes” teilnahmen. Und sie wurden permanent dazu angehalten, dies zu tun.

    Vater David schien sich nicht im Klaren darüber zu sein, dass er gerade eine Sekte gründete. Er war als junger Pastor aus der protestantischen Christian Missionary Alliance ausgeschlossen worden, weil er barfüßige Indianer in seine Pfarrei in Arizona eingeladen und ihnen die Vergebung ihrer Sünden angeboten hatte.

    Vater David stand im permanenten Konflikt zwischen seinen sexuellen Bedürfnissen und dem Vorhaben, in die Fußstapfen seiner Mutter zu treten, die eine bekannte Predigerin war und vor tausenden von Menschen überall in den USA sprach. Mit den “Children of God” fand Vater David einen Weg, um beides haben zu können.

    1993 ist die Welt nicht untergegangen – also zogen wir in den Westen zurück

    Als die Welt 1993 dann doch nicht, wie von ihm angekündigt, unterging, behauptete Vater David, er habe eine weitere Prophezeiung empfangen. Er habe erfahren, dass es an der Zeit war, mit seiner Anhängerschaft in den Westen zurückzukehren.

    Meine 13-köpfige Familie zog in den US-Bundesstaat Illinois und lebte dort mit einer Gemeinschaft von 30 anderen Mitgliedern im Chicagoer Vorort Berwyn zusammen.

    Der erste Unterschied, der mir an unserem Leben in den USA auffiel, war die Tatsache, dass wir nur durch einen Maschendrahtzaun von der Außenwelt geschützt waren, der mir gerade einmal bis zur Taille reichte. Darüber hinaus fiel mir auch auf, wie viel Essen es hier gab.

    Als wir an unserem ersten Morgen in den USA aufwachten, stand eine Schüssel voll süßer, dickhäutiger Orangen auf dem Esstisch. Wir durften hier auch zwischen den Mahlzeiten etwas essen. Und wir durften sogar etwas essen, wenn wir gar nicht hungrig waren. Das hatten wir noch nie zuvor erlebt.

    Edwards 1989 in Thailand – so wurde sie zu Hause unterrichtet.

    Am Morgen des 15. Februars 1995 versammelten wir uns im Wohnzimmer unseres Lagers, um wie jedes Jahr den Geburtstag von Vater David zu feiern. Man sagte uns, dass es nach dem Frühstück eine besondere Ankündigung geben würde.

    Draußen hatte ein leichter Schneefall eingesetzt. Mir war aufgefallen, dass einige der Erwachsenen sich in den vergangenen Tagen ein wenig anders als sonst verhalten hatten. Sie schienen sowohl nachdenklich als auch trübsinnig zu sein. Es lag eine seltsame Spannung in der Luft.

    Und dann schallten die Worte durchs Wohnzimmer, die ich niemals erwartet hätte: “Unser geliebter Vater im Herren ist von uns gegangen, um bei Jesus sein zu können.”

    Einen Augenblick lang herrschte eine Stille, die so angespannt war, dass ich beinahe die frischen Schneeflocken hören konnte, die sich auf dem Gehweg vor dem Haus ansammelten. Die Erwachsenen brachen sofort in Tränen aus.

    Onkel Tim, der Leiter des Hauses, verkündete, dass wir die Details darüber, wie unsere Familie ohne Vater David weiterleben würde, mithilfe von “The Charter” klären würden. Es handelte sich dabei um ein neues Regelbuch, das von Mama Maria, Vater Davids Frau, verfasst worden war.

    Nach Vater Davids Tod gab es ein neues Regelbuch

    Nach Aussage von “The Charter” konnten die Erwachsenen von nun an leben, wo sie wollten und mit wem sie wollten. Voraussetzung war jedoch:

    ► dass sie mit drei weiteren Erwachsenen aus der Sekte zusammenlebten,

    ► zehn Prozent ihres Einkommens an die Führerschaft abgaben,

    ► vor Ungläubigen weiterhin Zeugnis ablegten,

    ► und sich auf dem neuesten Stand hielten, indem sie die monatlichen Rundbriefe lasen, die Mama Maria verschicken würde.

    Aufgrund ihrer neu entdeckten Freiheit nahmen einige der Erwachsenen wieder Kontakt zu ihren Familien und Verwandten auf, von denen sie sich jahrelang ferngehalten hatten.

    Mehr zum Thema: Ich bin um die Welt gereist – dann traf ich die mutigste Entscheidung meines Lebens

    Mein Vater fand eine kleine Wohnung mit drei Schlafzimmern, die nicht viel Miete kostete und nur wenige Blocks von unserem bisherigen Haus entfernt lag. Ein Paar namens Steven und Mary zog zusammen mit uns in unser neues Zuhause ein.

    Unsere Eltern erzählten uns Kindernn, dass sie weiterhin Teil der “Children of God” bleiben und dass sie den Regeln aus “The Charter” folgen wollten. “Unsere Ziele könnten sich ohne die Führung von Vater David vielleicht ein wenig verändern”, sagte meine Mutter. Doch sie schien noch immer begeistert davon zu sein, seiner Mission zu folgen.

    Wir versuchten, den Tagesablauf beizubehalten, den wir geführt hatten, als wir noch als Kommune im Lager der “Children of God” zusammengelebt hatten. In unserer Familie gab es elf Kinder. Dazu kamen die drei Kinder von Steven und Mary. Meine Mutter teilte die anfallenden Aufgaben unter uns allen auf. Die Frauen der Familie kümmerten sich um die Kinder.

    Mein Vater, mein älterer Bruder und Onkel Steven waren dafür verantwortlich, Geld für Lebensmittel und alle weiteren Kosten zu verdienen, indem sie bei lokalen Flohmärkten Waren verkauften. Nach zwei äußerst schwierigen Jahren in Chicago, in denen wir versuchten hatten, ohne jegliche Ersparnisse, feste Jobs oder Schulabschlüsse über die Runden zu kommen, zog meine Familie nach Kalifornien, um dort in der Nähe der Schwester meines Vaters zu leben. Steven und Mary zogen zu Verwandten auf die Philippinen.

    Edwards (zweite von rechts) mit einigen ihrer Geschwister in Thailand, 1987.

    Mein Vater meldete mich und meine Schwestern Tamar und Mary Ann bei einem ergänzenden Hausunterrichtsprogramm namens “HOPES: Home Opportunity Program for Educational Success” an. Ich war 15 Jahre alt und hatte noch nie irgendeine Art von echtem Schulunterricht besucht. Es war mein erster Schritt in eine Zukunft ohne die “Children of God” – etwas, das ich mir immer verzweifelt gewünscht hatte. Ich freute mich unglaublich.

    Wir mussten noch einmal komplett von vorne anfangen

    Es dauerte nicht lange, bis Tamar, Mary Ann und ich beschlossen, dass wir auf eine öffentliche Schule gehen wollten. Und nicht nur das. Wir wollten auch endlich ein normales Leben führen. Wir wussten zwar nicht genau, was das bedeutete. Doch wir wussten, dass wir dafür noch einmal komplett von vorne anfangen mussten und dass wir alles hinter uns lassen mussten, was wir vom Augenblick unserer Geburt an gekannt hatten.

    Die Sekte begann sich nach Vater Davids Tod allmählich aufzulösen, weil es außer den Rundschreiben von Mama Maria keine richtige Struktur oder Führung mehr gab.

    ► Und so beschlossen mein Vater und meine Mutter, dass wir die “Children of God” verlassen würden.

    Ich ging vom ersten Augenblick an unglaublich gerne zur Schule. Auch wenn es mir am Anfang total merkwürdig vorkam, weil einfach alles so komplett neu für mich war. Darüber hinaus begann ich, Bücher und Zeitschriften zu lesen, mir Kinofilme anzuschauen und fernzusehen. All diese Dinge waren bei den “Children of God” verboten gewesen.

    Ein Quiz in einer Zeitschrift machte mir deutlich: Ich bin in einer Sekte aufgewachsen

    Eines Tages machte ich auf meinem Heimweg von der Schule einen Abstecher in die Bibliothek und lieh mir eine Ausgabe des “Seventeen Magazine” aus. Als ich die Zeitschrift in meinem Zimmer durchblätterte, entdeckte ich einen Artikel mit der Überschrift: “Bist du in einer Sekte aufgewachsen? Dieses Quiz verrät es dir.” 

    Nachdem ich den Test vermutlich in Rekordzeit gemacht hatte, stieß ich auf folgende Auswertung: “Wenn du diese fünf Fragen drei Mal oder öfter mit ‘ja’ beantwortet hast, bist du wahrscheinlich in einer Sekte aufgewachsen.” Ich hatte alle fünf Fragen mit ja beantwortet.

    Für einen Augenblick wurde meine Welt komplett aus der Bahn geworfen. Ich wusste zwar, dass ich – gelinde ausgedrückt – ziemlich unkonventionell aufgewachsen war. Doch mir war nie wirklich klar gewesen, wie sehr sich meine Erfahrungen von denen anderer Kinder unterschieden.

    So unfassbar es auch klingen mag, musste ich erst ein blödes Quiz in einer Zeitschrift machen, um zu begreifen, was ich alles durchgemacht hatte und zu welchem Menschen ich durch diese Erlebnisse geworden war. “Oh mein Gott! Ich bin in einer Sekte aufgewachsen. OH MEIN GOTT! ICH BIN IN EINER SEKTE AUFGEWACHSEN!”, sagte ich immer wieder vor mich hin.

    Als ich zum ersten Mal in meinem Leben begann, die Knoten meiner Vergangenheit zu entwirren, wurde ich von einer regelrechten Gedankenflut überrollt.

    Ich habe es mir niemals ausgesucht, Teil einer Sekte zu sein

    Ich hatte mir niemals selbst ausgesucht, dass ich den “Children of God” beitreten wollte. Ich war einfach in dieses Leben hineingeborennund dann 15 Jahre lang dazu gezwungen worden, es zu ertragen. Ich war ein Opfer. Und plötzlich sah ich meine Eltern in einem vollkommen anderen Licht.

    Gleichzeitig war mir jedoch auch klar, dass sie ebenfalls Opfer waren. Und zwar sowohl von Vater David, als auch von der Mainstream-Welt, der sie durch ihren Beitritt bei den “Children of God” zu entfliehen versucht hatten.

    Wem sollte ich also die Schuld an allem geben? Vater David war tot. Und meine Eltern hatten Probleme, sich in einer Welt zurechtzufinden, zu der sie ein schwieriges Verhältnis hatten. So sehr ich es auch versuchte, konnte ich ihnen einfach nicht böse sein.

    Nachdem ich das Quiz in der Zeitschrift gemacht hatte, stieß ich auf folgende Auswertung: ‘Wenn du diese fünf Fragen drei Mal oder öfter mit ‘ja’ beantwortet hast, bist du wahrscheinlich in einer Sekte aufgewachsen. ’ Ich hatte alle fünf Fragen mit ja beantwortet.

    Ich wusste, dass ich nicht in die Vergangenheit zurückkehren und alles ändern konnte. Doch ich war hier, ich war am Leben und ich war endlich frei. Alles, was ich im Moment tun konnte, war mit der Gegenwart klarzukommen – die für mich jedoch inzwischen unerträglich geworden war.

    Am schwierigsten ist es, eine Sekte wieder zu verlassen

    Ich stellte fest, dass das Verlassen einer Sekte der schwierigste Teil war, wenn man dort aufgewachsen war oder sich ihr freiwillig angeschlossen hatte. Denn dann wurde das Sicherheitsnetz zerrissen – oder bewusst abgetrennt – das der Sektenführer so sorgfältig gespannt hatte, um die Mitglieder durch ihre Verletzlichkeiten und Schwächen manipulieren zu können. Es war ein langer, zäher und harter Fall zurück in die Realität.

    Mehr zum Thema: Als Ex-Prostituierte fand ich keinen Job – also gründete ich eine Firma

    Ohne die Führung von Vater David, der die “Children of God” zusammengehalten hatte, verließen mit der Zeit immer mehr Mitglieder die Kirche und zogen in die Nähe von ihren Familien. Sie alle mussten sich nun der schwierigen Aufgabe stellen, sich an das Leben in der echten Welt anzupassen.

    Manche Mitglieder schickten auch nur ihre Kinder hinaus in die Welt und blieben selbst in der Sekte. Bald hörte man immer öfter Geschichten von Kindern, die nach dem Ausstieg aus der Sekte Selbstmord begangen hatten. Ich war froh, dass ich die Unterstützung und Liebe meiner Eltern und Geschwister hatte. Und dass ich nicht missbraucht worden war. Denn ich wusste, dass dies vielen Mitgliedern der zweiten Generation der Sekte passiert war.

    Meine Familie hatte wegen unserer Vergangenheit ebenfalls mit einigen speziellen Herausforderungen zu kämpfen. Doch wir waren zusammen und begannen uns allmählich zurechtzufinden. Und wir schafften es sogar, auf unsere eigene Art wieder zu heilen.

    Die “Children of God” lösten sich nach und nach auf. Die Sekte besteht allerdings nach wie vor unter dem Namen “The Family International” fort. Sie bezeichnet sich selbst als unabhängige Gruppe von Missionaren, die ihre wenigen Mitglieder in verschiedenen Ländern verteilt hat, um dort sogenannte Wohltätigkeitsarbeit zu leisten. Angeblich unterstützen sie Waisenhäuser, verteilen Essen an Menschen in Not und helfen den Opfern von Naturkatastrophen. 

    Edwards bei einer Lesung ihrer Autobiographie, 2018.

    Nachdem ich mein Leben lang nicht zur Schule gehen durfte, machte ich meine Bildung nun zu meiner obersten Priorität. Nebenbei versuchte ich, das Erlebte zu verarbeiten und mein bisheriges Leben hinter mir zu lassen.

    Mit 17 schrieb ich mich im Mount San Antonio College ein, einem Community College, das sich in den Ausläufern des Mount Baldy befand. Und das, obwohl ich mein ganzes Leben lang nicht einmal von der Existenz von Colleges gewusst hatte.

    Niemand aus meiner Familie ist jemals wieder zur Sekte zurückgekehrt

    Keines meiner Familienmitglieder ist jemals wieder zu den “Children of God” zurückgekehrt und wir haben auch alle keinen Kontakt mehr zu der Gemeinde. Einige meiner Geschwister haben ihre Schulabschlüsse gemacht und andere haben direkt zu arbeiten begonnen.

    Ein paar von ihnen sind jedoch auch in die Suchtabhängigkeit abgerutscht. Dies ist bei vielen ehemaligen Mitgliedern der Fall, die als Kinder in der Sekte aufgewachsen sind. Mein Vater holte seinen Master in Mathematik nach und wurde zum ordentlichen Professor. Meine Mutter erkrankte zwischenzeitlich an Krebs, den sie glücklicherweise besiegen konnte.

    Ich glaube nicht, dass ich jemals komplett erklären kann, was es bedeutet, sich an ein “normales” Leben gewöhnen zu müssen, nachdem man unter derart unnormalen Umständen aufgewachsen ist.

    Ich weiß, dass ich meine Kindheit niemals zurückbekommen werde. Und anstatt weiter in meiner Vergangenheit zu verharren, habe ich jeden einzelnen Tag nach meinem Ausstieg aus den “Children of God” damit verbracht, mich auf meine Zukunft zu konzentrieren.

    Es ist nun 20 Jahre her, dass ich meine Freiheit gefunden habe. Da ich noch immer eine große Leidenschaft für Erziehung habe, mache ich gerade meinen zweiten Studienabschluss, um danach College-Professorin zu werden. Ich möchte später einmal mit benachteiligten Studenten in Colleges und Universitäten zusammenarbeiten.

    Denn ich möchte ihnen dabei helfen, auf ihre eigene innere Stimme zu hören und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Nachdem ich selbst so viel Zeit als Gefangene verbracht habe und die Welt aus den Augen eines anderen Menschen betrachten musste, halte ich dies für das Allerwichtigste.

    Dieser Blog erschien ursprünglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt. 

    Dieser Beitrag ist Teil des HuffPost-Adventskalenders. Hier stellen wir jeden Tag einen Menschen vor, der uns durch seine besondere Geschichte Mut macht. Alle Beiträge findet ihr hier. 

    (ak/ll)


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    Schalke-Fans beim Revierderby. 

    • Am Samstag hat Borussia Dortmund in Gelsenkirchen Schalke 04 besiegt. 
    • Schalke-Fans provozierten dabei mit einem Plakat zum BVB-Attentäter. 

    Wenn der FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund im Revierderby antritt, wird es hitzig. Einige Schalker-Fans sind am Samstag allerdings gehörig über’s Ziel hinausgeschossen. 

    Ultras der Blauen hängten auf der Tribüne ein geschmackloses Banner auf. Darauf war zu lesen: “Tod dem BVB – Freiheit für Sergej. W.”

    Sergej W. ist der verurteilte Attentäter, der im April 2017 versucht hatte, mit einem Bombenanschlag auf den Bus der Dortmunder einen Kurssturz der BVB-Aktie auszulösen. Den Tod der Fußballprofis nahm er dabei in Kauf.

    Ein Gericht verurteilte W. Ende November zu 14 Jahren Haft wegen versuchten Mordes in 28 Fällen, gefährlicher Körperverletzung und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion.

    Zuerst hatte der Sender DW Sport das Poster gezeigt. 

    Laut der “Bild”-Zeitung handelt es sich um die Ultras von “Hugos Gelsenkirchen”.  

    Die Boulevard-Zeitung titelte mit gehöriger Empörung: “Geschmacklos-Plakat von Schalke-Idioten.” 


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    • Hund Madison begeistert die USA. 
    • Das treue Tier versuchte nach den Waldbränden in Kalifornien, das Grundstück seiner Besitzer zu bewachen. 

    Die Loyalität von Madison, einem Anatolischem Hirtenhund, sorgt für Schlagzeilen in den USA

    Denn: Der Hund bewachte das Grundstück seiner Besitzerin, Wochen, nachdem das Haus darauf zu die Waldbrände in Kalifornien niedergebrannt war. 

    Ein Video, das sich rasant im Internet verbreitet, zeigt nun, wie die 75-jährige  Andrea Gaylord am Mittwoch ihren geliebten Madison wieder trifft, als sie nach den Bränden zurückkehrte. 

    Wie Hund Madison die Brände überlebte

    Aber Madison war nicht ganz auf sich allein gestellt. Nach dem Brand Anfang November beauftragte Gaylord die Tierschützerin Shayla Sullivan, ihre beiden Hunde Madison und Miguel zu finden. 

    Als das sich rasant ausbreitende Feuer das Haus von Gaylord erreichte, musste die 75-Jährige fliehen. Die Frau habe ihre Hunde nicht schnell genug finden können, berichtet Sullivan der amerikanischen Ausgabe der HuffPost. 

    Einem anderen Tierschützer gelang es schließlich, Miguel zu finden und ihn in Sicherheit zu bringen. Aber Madisons Aufenthaltsort blieb ein Mysterium.

    Sullivan wusste jedoch: Der Hund konnte nicht weit sein, immerhin aß ein Tier das Futter, das sie regelmäßig auf dem Grundstück der Gaylords abstellte. 

    Madison blickt über die Schlucht am Grundstück der Gaylords. 

    “Am dritten Tag, als ich nach Madison suchte, wusste ich erst nicht, ob mein Verstand mir einen Streich spielte”, berichtet Tierschützerin Sullivan. “Aber ich dachte, dass ich etwas Weißes unten in der Schlucht gesehen hätte.” 

    Hund Madison begrüßt sein Frauchen

    Wie sich herausstellte, hatte Sullivan Recht: Es war Madison, der sich unten in der Schlucht nahe des Grundstücks der Gaylords bewegte. Es brauchte allerdings erst eine ihm vertraute Person, um den Hund dazu zu bewegen, sich zu zeigen. 

    Als Gaylord zu ihrem Grundstück fuhr, dauerte es nicht mehr als zehn Minuten, bis Hund Madison auftauchte, sie begrüßte und freudig mit dem Schwanz wedelte. 

    Noch erstaunlicher war es, die Wiedervereinigung von Madison mit seinem Bruder Miguel zu sehen. Miguel sei “so verärgert und deprimiert” gewesen, nachdem er ohne Madison die Tage verbringen musste, sagt Sullivan. 

    “Es war surreal zu sehen, wie sie zusammenkamen. Wie: ‘Wir sind ein Team, alles ist in Ordnung, wir haben unser Herrchen und Frauchen wieder und können normal weitermachen’”, beschreibt die Tierschützerin den Moment. 

    Wie es Hund Madison jetzt geht

    Die Hunde bleiben derzeit auf dem Grundstück, und die Familie von Gaylord besucht sie regelmäßig, um sicherzustellen, dass es ihnen gut geht.

    Sullivan betont, dass es sich bei den beiden Hunden um Arbeitshunde handelt, die viel Platz brauchten. Gaylord und ihre Familie leben vorübergehend in einem Campingplatz, bis sie endgültig zurückkehren können. Der Zwinger dort sei zu klein für die Hunde. 

    “Diese Tiere sind Hirtenhunde, sie können mit Hitze nicht gut umgehen, sie können mit kleinen Käfigen nicht gut umgehen”, sagte sie. “Sie wollen ihr Revier beschützen.”

    Wie die Hunde das Feuer überlebten, völlig unverletzt, ist ein Rätsel. Sullivans Theorie ist, dass sie es irgendwie geschafft haben, dem Feuer zu entkommen und dann zu ihrem Zuhause zurückzukehren.

    “Sie sind Überlebenskünstler”, sagt sie.

    Dieser Artikel erschient zuerst bei der HuffPost US und wurde von Leonhard Landes übersetzt. 


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    AfD hält an Parteijugend fest. 

    ► Die Nachwuchsorganisation der AfD muss trotz rechtsextremer Äußerungen einiger Mitglieder vorerst keine drastischen Sanktionen der Partei befürchten.

    ► Der AfD-Konvent – eine Art kleiner Parteitag – entschied sich am Sonntag in Magdeburg nach Angaben aus Parteikreisen dagegen, der Jungen Alternative (JA) den Status als Jugendorganisation der AfD abzuerkennen.

    ► Dies hatten Funktionäre vorgeschlagen, nachdem einige Mitglieder und Landesverbände der JA ins Visier des Verfassungsschutzes geraten waren.

    Was ihr über die Verbindung der JA zu Rechtsextremen wissen müsst:

    Der Jungen Alternative werden immer wieder Verbindungen ins rechtsextreme Milieu vorgeworfen. Die Landesverbände in Baden-Württemberg, Bremen und Niedersachsen werden inzwischen vom Verfassungsschutz beobachtet. Unter anderem geht es dabei um Kontakte zur “Identitären Bewegung”. 

    Der Landesverband in Niedersachsen wurde vom JA-Bundesverband aufgelöst. Zuvor war unter anderem bekannt geworden, dass der Vorsitzende des Landesverbandes, Lars Steinke, den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einem nicht öffentlich einsehbaren Facebook-Eintrag als “Verräter” bezeichnet hatte. Viele JA-Mitglieder gehören auch der AfD an.

    Was über den AfD-Konvent noch wissen müsst: 

    Der Konvent beschloss den Angaben zufolge, die Aktivitäten des Parteivorstandes in Sachen JA “konstruktiv” zu begleiten. Er forderte den Bundesvorstand auf, nach weiteren Erkenntnissen den Konvent erneut in die Diskussion einzubeziehen.

    Außerdem entschied der Konvent, dass regelmäßig ein Vertreter des Bundesvorstandes der JA dem Konvent Bericht erstatten solle. 


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    Theresa May steht vor ihrer bisher schwersten Belastungsprobe. 

    Dienstag wird der entscheidende Tag für Theresa May. Das Parlament stimmt über den Brexit-Deal der britischen Premierministerin ab – und ihn aller Voraussicht nach ablehnen. 

    Unterdessen mehren sich am Wochenende die Zeichen, dass es für May nach einer Niederlage ungemütlich werden könnte: Gleich zwei prominente Parteikollegen deuteten am Wochenende ihre Bereitschaft an, der Premierministerin das Amt abzujagen. 

    Wie es um den Brexit steht und wie es in London nach der Abstimmung am Dienstag weitergehen könnte – auf den Punkt gebracht. 

    Droht Theresa May ein Putsch?

    Sollte May die Abstimmung im Unterhaus über den mit Brüssel verhandelten Austrittsvertrag verlieren, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie es weitergeht im Brexit. 

    ► May könnte zurücktreten, Neuwahlen ausrufen oder eine zweite Abstimmung über den Deal festsetzen und womöglich zuvor von der Europäischen Union neue Verhandlungen fordern. 

    Möglich aber ist auch, dass andere Tory-Abgeordnete ihren Führungsanspruch geltend machen und May mit einem Misstrauensvotum stürzen.

    “Wenn sie die Abstimmung verzögert, könnten sie versuchen, sie zu Fall zu bringen. Wenn sie massiv verliert, könnten sie versuchen, sie zu Fall zu bringen. Sie hat fast keine Wahl”, sagte ein Abgeordneter dem britischen “Independent”. 

    Wer May gefährlich werden könnte: 

    Ein Auftritt von Ex-Außenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson in einer BBC-Sendung löste am Sonntag neue Gerüchte aus, er könnte May das Amt abjagen. 

    Auf die Frage von Moderator Andrew Marr, ob Johnson versprechen möchte, sich nicht gegen May aufzulehnen, sagte der Tory-Politiker nur: 

    “Ich werde Ihnen ein absolutes kategorisches Versprechen geben, dass ich weiterhin für das eintreten werde, was ich für den sinnvollsten Plan halte, um aus diesem Schlamassel herauszukommen.”

    Als zweite prominente Tory-Politikerin äußerte sich Esther McVey über einen möglichen Sturz von May. McVey war kürzlich aus Protest gegen den Brexit-Deal der Premierministerin als Arbeitsministerin zurückgetreten

    McVey wurde im Interview mit Sky News gefragt, ob sie selbst als Premierministerin kandidieren würde. Ihre Antwort:

    “Wenn mich die Leute fragen würde, dann sollte ich natürlich sagen… natürlich sollte ich es ernsthaft bedenken und es tun – wenn die Leute mich fragten.”

    3 Spekulationen über den weiteren Brexit-Prozess: 

    Die Konsequenzen der Abstimmung am Dienstag sind schwer abzusehen. Am Wochenende machten drei Spekulationen in Großbritannien die Runde:

    Die “Sunday Times” berichtet, dass May nach einer Niederlage im Unterhaus mehr Zeit für Gespräche in Brüssel gewinnen will, um den Sturz ihrer Regierung zu verhindern. 

    May will laut “Sunday Times” mit einem “Handtaschen-Moment” neue Bedingungen aushandeln. Dies spielt auf einen Auftritt der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher bei einem EU-Gipfel 1984 an, als sie Zugeständnisse für ihr Land aushandelte. Die “Eiserne Lady” stellte mehrmals demonstrativ ihre Handtasche auf den Tisch.

    Eine Sprecherin der Regierung wies diesen Bericht allerdings entschieden zurück. 

    Für Spekulationen sorgen aber auch die Äußerungen der aktuellen Arbeitsministerin Amber Rudd. Sie sprach sich für das sogenannte Norwegen-Plus-Modell oder ein zweites Referendum aus, sollte Mays Brexit-Deal scheitern. 

    “Norwegen Plus” bezieht sich auf den Status von Norwegen. Das Land ist Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), nicht aber in der Zollunion. Das Plus bezieht sich auf die Mitgliedschaft in der Zollunion. 

    Es wäre einer der schwächsten Varianten des Brexits – und ist dementsprechend verhasst bei Brexit-Hardlinern wie Johnson. 

    Hoch kontrovers ist auch der Ruf nach einem zweiten Referendum. Die Politikerin Rosena Allin-Khan von der oppositionellen Labour-Partei forderte am Sonntag eine zweite Abstimmung darüber, ob Großbritannien die EU verlassen sollte, falls es keine Neuwahlen gibt. 

    Sie erntete sich prompt Widerspruch von ihrem Parteichef Jeremy Corbyn ein. Er betonte, Labour würde sich nur darauf konzentrieren, May am Dienstag eine Niederlage beizufügen. 

    Es ist kein Geheimnis, dass Corbyn Neuwahlen bevorzugt. Dann könnte er selbst Premierminister werden. 

    Auf den Punkt gebracht: 

    Der Druck auf May vor dieser Abstimmung im Unterhaus ist enorm. Dass die zähe Premierministerin bei einer Niederlage zurücktritt, gilt als unwahrscheinlich.

    Theresa May steht eine stürmische Zeit bevor. 

    Mit Material der dpa.


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    Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich wegen Warnstreiks auf Zugausfälle einstellen.

    ►Die Deutsche Bahn hat wegen des Warnstreiks bundesweit ihren Fernverkehr eingestellt. Das sagte eine Sprecherin des Konzerns der Deutschen Presse-Agentur am frühen Montagmorgen.

    ► Wie der “Spiegel” schreibt, hatte der für 5 Uhr angekündigte Warnstreik bereits eine Stunde früher begonnen. Der Streik soll bis 9 Uhr anhalten.

    ► Laut “Spiegel” ist in Bayern derzeit der komplette Zugverkehr zum erliegen gekommen. Ebenso sei der Südwesten Deutschlands von besonders massiven Einschränkungen betroffen.

    ► Auch in Berlin sollen ab 6 Uhr alle S-Bahnen ausfallen, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Weitere Regionen würden voraussichtlich noch hinzukommen.

    Darum streiken die Mitarbeiter der deutschen Bahn:

    Der Grund des Warnstreiks: Die Gewerkschaft will im Tarifkonflikt mit der Bahn ihre Forderungen durchsetzen.

    Am Samstag hatte die EVG die Verhandlungen für rund 160 000 Beschäftigte abgebrochen. Bei der Lohnerhöhung war der Konzern der Gewerkschaft aus deren Sicht nicht weit genug entgegengekommen.

    Im Fernverkehr sollen alle für Montag gekauften Tickets bis Dienstag gültig bleiben, wie die Bahn mitteilte. Für bestimmte Spartickets werde zudem die Zugbindung aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen wegen des Warnstreiks sind Erstattungen von Tickets und Reservierungen geplant.

    Mehr in Kürze.


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    Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Vorsitzende der konservativen Werteunion, Alexander Mitsch.

    ► Nach dem knappen Wahlsieg der neuen Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) wächst vor allem beim rechten Flügel in der CDU die Sorge vor einer Kluft zwischen den Parteiflügeln.

    ► Während AKK in der CDU keine Spaltung in Sachfragen sieht, widersprach ihr der Vorsitzende der konservativen Werteunion, Alexander Mitsch, vehement.

    ► In der “Augsburger Allgemeine” sagte er: 

    Es brodelt gewaltig, Annegret Kramp-Karrenbauer muss die tiefe inhaltliche Spaltung der Partei überwinden, indem sie den Wirtschaftsliberalen und Konservativen die Hand entgegenstreckt.”

    ► Der Werteunion-Chef forderte von der neuen CDU-Chefin ein starkes Angebot zur Zusammenarbeit. “Paul Ziemiak ist das nicht”, sagte Mitsch und ging auf Distanz zum neuen CDU-Generalsekretär.

    Warum es im Konflikt in der CDU geht:

     

    Kramp-Karrenbauer hatte am Sonntagabend in der ARD-Sendung “Anne Will” betont, es gebe bei vielen Themen keine großen inhaltlichen Unterschiede zwischen Friedrich Merz, Jens Spahn und ihr. Die beiden Konservativen hatten ebenfalls für den CDU-Vorsitz kandidiert, unterlagen aber. 

    Viele Beobachter sahen in der Wahl Ziemiaks zum neuen Generalsekretär ein klares Signal, den konservativen Flügel in die künftige Arbeit mit einzubeziehen.

    Laut Mitsch seien aber weitergehende Maßnahmen bei den Christdemokraten nötig. Er fordert, dass “exponierte Wirtschaftsfachleute wie Friedrich Merz oder Carsten Linnemann Aufgaben im Bundeskabinett übernehmen” sollen. 

    Entscheidend sei, so Mitsch, dass sich in der CDU inhaltlich etwas bewege. “Die CDU muss jetzt dringend auch ihr wirtschaftspolitisches Profil schärfen und dafür sorgen, dass sich Leistung wieder stärker lohnt in Deutschland.”

    Was der Vize-CDU-Chef Strobl zum Streit sagt:

    Auch der stellvertretende CDU-Chef Thomas Strobl äußerte sich in der “Augsburger Allgemeinen” über den nur knapp unterlegenen Kontrahenten Merz. Dieser solle zu seiner Ankündigung stehen und künftig wieder in der Partei mitarbeiten. “Ein Mann, ein Wort”, sagte er.

    ► Strobl warnt zugleich vor einer Debatte um eine Spaltung der Partei, vor allem angesichts des knappen Ausgangs der Vorsitzenden-Wahl. “Mein Eindruck ist ein ganz anderer: Dieser harte, aber faire Wettbewerb hat der CDU gut getan und tut ihr gut“.

    Der der baden-württembergische Innenminister zeigte sich überzeugt, dass die neue CDU-Chefin die Partei wieder einen werde. AKK besitze Strobl zufolge “die notwendige Kompetenz zur Integration und die Fähigkeit zum Zusammenführen”.

    (mf)


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    Ein Bild von Jamal Khashoggi während dessen Trauerfeier.

    ► Im Fall des ermordeten saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi hat der US-Sender CNN nun dessen letzte Worte veröffentlicht. Sie zeigen, wie grausam die Täter vorgegangen sein müssen.

    ► Laut einer Quelle, die die eine übersetzte Transkription einer Tonbandaufnahme von Khashoggis letzten Momenten gelesen habe, waren Khashoggis letzte Worte: “Ich kann nicht atmen.” Dreimal soll er dies wiederholt haben, auch mehrere Schreie wurden in dem Transkript vermerkt.

    ► Die Quelle erklärte CNN, die Aufnahmen zeige, dass die Ermordung am 2. Oktober kein außer Kontrolle geratener Entführungsversuch gewesen sei, sondern die Ausführung eines vorsätzlichen Plans, den Journalisten zu ermorden.

    Was nach Khashoggis Tötung passiert sein soll:

    Laut des Transkripts soll nach der mutmaßlichen Erstickung Khashoggis zu hören sein, wie sein Körper mit einer Säge zerstückelt wird. Zugleich sei den mutmaßlichen Tätern geraten worden, Musik zu hören, um die Geräusche auszublenden, berichtet CNN.

    Aus den Aufzeichnungen soll ebenso hervorgehen, wie die mutmaßlichen Täter aus dem saudischen Konsulat in Istanbul, wo Khashoggi ermordet wurde, eine Reihe von Telefonaten führten, um Dritte über den Fortschritt zu informieren.

    Die Türkei sagt: Die Anrufe gingen an hochrangige Persönlichkeiten in Riad. 

    Wie der derzeitige Stand im Fall Khashoggi ist: 

    Saudi-Arabien hat die Auslieferung von zwei hohen Beamten aus dem Umfeld des Kronprinzen Mohammed bin Salman im Zusammenhang mit dem Fall Khashoggi ausgeschlossen. Die Türkei hatte Anfang Dezember gegen Saud al-Kahtani, einem engen Vertrauten des Prinzen, und den Ex-Geheimdienst-Vizechef Ahmed al-Asiri Haftbefehle erlassen.

    Den Haftbefehlen zufolge, aus denen die türkische Nachrichtenagentur Anadolu zitierte, wirft die Staatsanwaltschaft den beiden prominenten Beamten “geplanten und vorsätzlichen Mord” vor. Auch von “Folter” ist die Rede. Die Männer seien unter denjenigen gewesen, die den Mord in Saudi-Arabien geplant hätten.

    Die Fahndungs- und Haftbefehle wurden allerdings eher als ein politischer Schachzug bewertet, um den Druck auf Saudi-Arabien aufrecht zu erhalten, als ein aussichtsreiches juristisches Manöver.

    Mit Material von dpa.

    (vw)


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    • Kurz vor Ende von “Anne Will” hat SPD-Politiker Martin Schulz die Sendung verlassen.
    • Nur um wenige Minuten ohne Erklärung wieder zurückzukommen.  
    • Im Video oben seht ihr die Szene aus der Sendung.

    Viele Zuschauer von “Anne Will” dürften sich am Sonntagabend gefragt haben: Wo kommt Ex-SPD-Chef Martin Schulz denn plötzlich her?

    Die ARD-Talkrunde näherte sich ihrem Ende, als die Gäste, darunter neben Schulz auch FDP-Vize Wolfgang Kubicki und zwei Journalisten, über das Potential der neuen und ebenfalls anwesenden CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer angeregt diskutierten.

    Doch nachdem Moderatorin Anne Will eine Rede von Kramp-Karrenbauer zeigte, war Schulz plötzlich verschwunden. 

    “Herr Schulz, willkommen!”

    Nach dem Einspielfilm ging die Sendung normal weiter. Nur aufmerksamen Zuschauern dürfte der leere Platz in der Runde überhaupt aufgefallen sein. Während Kramp-Karrenbauer sich über die Diskriminierung von Frauen in der Politik beschwerte, kehrte Schulz zurück. Er wanderte unbekümmert quer durchs Bild und setzte sich wieder hin.

    Will erklärte nur kurz: “Herr Schulz ist kurz draußen gewesen, aber sofort wieder rein gekommen, willkommen!” Das Publikum klatschte und fast nahtlos konnte Kramp-Karrenbauer weiterreden.

    Moderatorin Anne Will begrüßt SPD-Politiker Martin Schulz zum zweiten Mal in der Sendung.

    Drei Minuten Auszeit

    Warum Schulz kurz seinen Platz verließ, wird nicht erklärt. Der SPD-Politiker selbst hat bisher dazu keine Erklärung abgegeben.

    Über die Gründe kann somit nur spekuliert werden, sie dürften aber wohl profan sein: Gut drei Minuten fehlte Schulz in der Sendung, genug Zeit, um kurz auszutreten. Die “Bild”-Zeitung mutmaßt hingegen, dass Schulz hinter den Kulissen mit jemandem gesprochen habe.

    (vw)


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    • Ein dänischer Fotograf hatte mitten in der Nacht Sex auf einer der Pyramiden von Gizeh.
    • Besonders in Ägypten sorgt der Fall für Aufregung.

    Die freizügigen Fotos von Andreas Hvid, einem Fotografen aus dem dänischen Aarhus sorgen momentan für Empörung: Sie zeigen ihn beim Sex mit einer unbekannten Frau auf der ägyptischen Gizeh-Pyramide. Die Fotos und ein Video von seiner Aktion teilte der Däne in verschiedenen sozialen Medien.

    “Im späten November 2018 haben eine Freundin und ich die große Pyramide von Gizeh bestiegen”, untertitelte er sein Video. Aus Angst vor Sicherheitskräften habe er zuvor das “stundenlange Herumschleichen” um die Pyramide nicht gefilmt.

    Was den Fotografen und seine Freundin zum Sex an diesem ungewöhnlichen Ort getrieben hat, bleibt offen.

    Mehr zum Thema: Forscher untersuchen Pyramide in Mexiko und entdecken einen geheimen Tunnel

    Khaled El-Anany, der Leiter des Ministeriums, sagte der ägyptischen Tageszeitung “Al Ahram”:

    “Das freizügige Video sorgt bei Ägyptern allgemein für Wut und Empörung und bei den Beamten des ‘Staatsministerium für Altertümer-Angelegenheiten’ ganz besonders.”

    Ermittlungen wegen Pyramiden-Sex

    “Ich betone, dass das Besteigen der Pyramiden streng verboten ist”, sagte El-Anany. 

    Nun ermittelt die ägyptische Staatsanwaltschaft – auch in der Frage, ob das Video überhaupt authentisch ist. 

    “Ich ermahne alle, Vorsicht walten zu lassen, weil das, was in den sozialen Medien veröffentlicht wird, sich meistens als falsch herausstellt”, sagte der Leiter des Staatsministeriums für Altertümer-Angelegenheiten weiter.

    “Die Welt muss ihnen beim Sex zusehen, sonst zählt es nicht”

    Auf Youtube wurde Hvids Video bereits über 800.000 Mal angesehen und sorgte nur für wenig Begeisterung.

    Schande. Mangelnder Respekt für eine antike Kultur”, kommentierte etwa ein Nutzer auf Youtube. 

    Ein anderer schrieb:

    “Meine Gefühle sind gemischt. Ich bin froh, dass die junge Generation den gleichen Nervenkitzel sucht – etwas Verbotenes zu tun, irgendwo hoch klettern und so weiter –, aber sie müssen immer alles teilen. Die Welt muss ihnen beim Sex zusehen, sonst zählt es nicht. Ob sie wohl begreifen werden werden, was für eine riesige Freude es ist, so eine Geschichte nur mit diesem einen Menschen zu teilen? Vielleicht später im Leben.”

    (ujo)

     

     


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