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Huffington Post Germany Athena

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    Bei

    • Ein 23-jähriger Bayer musste vergangenen Samstag nach einem Snowboard-Ausflug um sein Leben kämpfen.
    • Bei “Stern TV” erzählt er, welche Fernsehsendung ihm den entscheidenden Tipp geliefert hatte.

    Schneechaos: Die Schulen machen dicht, Menschen sind in Dörfern eingeschlossen, Skipisten müssen evakuiert werden. In vielen Teilen Süddeutschlands herrscht momentan absoluter Ausnahmezustand – und es wird nicht weniger. 

    Heute interessant: Winter-Unwetter: Schneechaos nimmt kein Ende – so werden die nächsten Tage

    In der RTL-Sendung “Stern TV” erzählt der 23-jährige Leon Bareither, Snowboarder, seine Überlebensgeschichte. 

    Vergangenen Samstag fuhr er mit Freunden nach Zell am See zum Snowboarden. Er kam von der Piste ab und schaffte es nach eigener Aussage nicht mehr zurück auf die Strecke. “Wenn du erstmal runter bist, dann schaffst du es nicht mehr hoch”, sagt er. 

    Leon Bareither erzählte bei

    Snowboarder bei “Stern TV”: Niemand hörte die Hilferufe

    Immer wieder versuchte der 23-Jährige, sich zurück zur Skipiste zu kämpfen. Schnell habe er gemerkt, dass er damit wenig Erfolg haben würde – und irrte fast fünf Stunden mit seinem Snowboard durch den Wald. Eine gefährliche Aktion, wie Bareither bei “Stern TV” erklärte. Mehrmals habe er kleine Lawinen ausgelöst, weil er über Abhänge springen musste.

    Die Bergrettung suchte bereits nach dem Mann. Er sah die Lichter der Einsatzkräfte und schrie um Hilfe, doch niemand konnte ihn hören.

    Snowboarder überlebt mit Hilfe von TV-Sendung

    Es wurde immer dunkler und Bareither musste sich etwas anderes einfallen lassen, um sich in Sicherheit bringen. Er fand einen Unterschlupf. Der 23-Jährige habe einen Felsen entdeckt, über dem ein Baum umgestürzt war.

    Er habe sich mit den Händen etwas Erde herausgeschaufelt und entschieden, dort die Nacht zu verbringen. “Ich konnte mich unter den Baum legen und war so vor Lawinen geschützt, und vor dem Wind”, sagt er in der Sendung.

    Moderator Steffen Hallaschka fragt, wie der 23-Jährige auf diese Idee kam, die ihm letztendlich das Leben rettete. Als Grund nennt der Bayer die Tricks, die er vom australischen Survival-Experten Bear Grylls aus dem Fernsehen kannte. 

    “Der hat gemeint, wenn so etwas ist, dann sollte man lieber übernachten, weil man nie weiß, wo man hintritt”, sagt der Snowboarder. Auch den Trick, wie man, vergraben im Schnee, erkennen kann, wo oben und unten ist, kannte er durch Bear Grylls: Durch Spucke im Mund kann sich ein von einer Lawine Verschütteter orientieren.

    Mann konnte gerettet werden

    Während er die Nacht bei Minus zwei Grad verbachte, rieb er sich mit Erde ein, um dadurch trocken zu werden. 

     “Ich hatte eigentlich insgesamt immer eine positive Einstellung, aber ich hatte Angst, dass meine Familie mich beerdigen müsste und darauf hatte ich gar keine Lust”, sagt er. 

    Nach Tagesanbruch zog er dann weiter und orientierte sich an den Gondeln. Dort entdeckte ihn ein Gondelführer in 40 Metern Höhe. Die Bergretter konnten ihn hochziehen. “Das ist das beste Gefühl, das ich je hatte”, berichtet Bareither über diesen Moment. 

    Sein Überlebenswille und die Tipps von Bear Grylls hatten ihm das Leben gerettet.

    In 40 Metern Höhe entdeckte ihn ein Gondelführer.

    (ll)


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    Es ist ein wahrer Vertrauensbeweis der Queen.

    • Herzogin Meghan wurde in einer Pressemitteilung, die schnell wieder gelöscht wurde, zur Patronin des Nationaltheaters ernannt.
    • Es wäre ein großer Vertrauensbeweis der Queen, die bisher selbst dafür zuständig war.

    Herzogin Meghan gewöhnt sich offenbar immer mehr an ihre Rolle als Royal. Regelmäßig ist die Schwangere bei offiziellen Terminen des britischen Palastes zu sehen und kommt ihren royalen Pflichten nach.

    Weil sie als Familienmitglied des Königshauses der Queen näher kommt, soll sie nun auch eine wichtige Rolle übernehmen, die eigentlich der Monarchin vorbehalten ist. 

    In einer versehentlich veröffentlichten Pressemitteilung wurde heute bekannt gegeben, dass Herzogin Meghan die Rolle der Patronin des Nationaltheaters übernehmen soll.

    Ein Vertrauensbeweis der Queen

    Die Royal-Expertin des “Daily Telegraph” Hannah Furness teilte ein Bild der Verkündigung auf Twitter. Daraufhin löschte das Nationaltheater die Meldung.

    War die Veröffentlichung etwa ein Versehen? Wie es sich herausstellt: nein. Denn:  Inzwischen hat das Nationaltheater doch bestätigt, dass Herzogin Meghan die neue Patronin des Theaters wird. Auf der offiziellen Webseite schreibt das Theater:

    “Das Nationaltheater hat die Ehre, bekannt zu geben, dass Ihre Königliche Hoheit, die Herzogin von Sussex, die königliche Patronin wird. Die Schirmherrschaft spiegelt die Überzeugung Ihrer königlichen Hoheit wider, die Kunst zu nutzen, um Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Gemeinschaften zusammenzubringen.”

    Ein Royal-Experte sagte der britischen “Daily Mail”, dass die Vergabe an die Herzogin ein großes Zeichen des wachsenden Vertrauens der Queen in ihre Fähigkeiten ist.

     

    In der Vergangenheit hatte die Queen diese Aufgaben nach dem individuellen Interesse innerhalb der Königsfamilie verteilt. So ist Herzogin Kate, die an der Universität von St. Andrew Kunst studierte, die Patronin der National Portrait Gallery und des Victoria und Albert Museums.

    Herzogin Meghan ist perfekt für die Rolle geeignet sein

    Als Patronin des Nationaltheaters wird eine Aufgabe von Herzogin Meghan sein, die Verbindungen zwischen amerikanischen Wohltätern und dem Theater zu stärken. Durch ihre Karriere als Schauspielerin und durch ihr Studium in Theaterwissenschaften, soll Meghan perfekt für diese Rolle geeignet sein

    (nr) 


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    Die Verbraucherzentrale warnt: Nach dem Banane-Schälen die Hände waschen! (Symbolbild)

    • Bananenschalen könnten eine Gefahr für die menschliche Gesundheit sein.
    • Die Bayerische Verbraucherzentrale erklärt jetzt, warum man sich nach dem Banane-Schälen besser die Hände waschen sollte.

    Ob als Snack, im Obstsalat oder im Müsli: Bananen gehören zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Doch selten denkt man darüber nach, wo die Früchte eigentlich herkommen und wie sie produziert werden. 

    Angebaut werden sie häufig in riesigen Monokulturen. Dort werden regelmäßig Pestizide verwendet – darunter auch Pflanzenschutzmittel, die nicht nur Umwelt und Plantagearbeitern schaden, sondern auch für den Verbraucher gefährlich werden könnten: “In Untersuchungen werden immer wieder Rückstände dieser Pflanzenschutzmittel auf und in der Schale nachgewiesen“, sagt Ernährungsexpertin Sabine Hülsmann in einem Bericht der Verbraucherzentrale Bayern.

    Pestizide könnten gefährlich werden

    Unter der Bananenschale hingegen befinden sich normalerweise keine oder nur wenige Rückstände von Pestiziden, deshalb ist das Ergebnis überraschend. 

    Die Internationale Agentur für Krebsforschung bestimmte Pestizide im letzten Jahr als mögliche krebsfördernde Wirkstoffe. Es ist jedoch nicht bewiesen, dass Menschen, die eher zu Bio-Gemüse oder -Obst greifen, seltener an Krebs erkranken.

    Pestizide sind übrigens nicht die einzigen Chemikalien, mit denen Bananen behandelt werden: Laut Verbraucherzentrale werden die Früchte nach der Ernte mit Fungiziden, also Anti-Schimmel-Mitteln, behandelt, um sie beim Transport vor einem frühzeitigen Verfaulen schützen. 

    Kindern sollte man besser ungeschälte Früchte geben

    “Bei herkömmlicher Ware ist es ratsam, nach dem Schälen unbedingt die Hände zu waschen. Kindern sollte man ausschließlich die geschälten Früchte in die Hand geben“, sagt Hülsmann.

    Weniger bis gar nicht belastet sein Bananen aus biologischem Anbau. Zudem leistet man mit dem Kauf von Bio-Bananen einen Beitrag für bessere Arbeitsbedingungen der Arbeiter vor Ort und einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt.

    (ak)


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    Jamie Cattanach war jahrelang übergewichtig. Wenn sie irgendwann schlank sein würde, hatte sie immer gedacht, wäre sie glücklich. Doch als sie es endlich geschafft hat, abzunehmen, sieht sie sich mit ganz anderen Problemen konfrontiert. 

    Ich stand mit meiner Mutter in einer Umkleidekabine des Kinderbekleidungsgeschäfts “Limited Too” in Miami.

    “Du tust mir weh”, sagte ich zu ihr, als sie versuchte, meinen Körper in ein T-Shirt mit einer Amerika-Flagge zu quetschen. Es war bereits die größte Kleidergröße, die in dem Laden verkauft wurde. Meine Mutter wollte mir einfach nur helfen.

    In der dritten Klasse wälzte ich stundenlang die Kataloge von “Limited Too”. Ich wünschte mir nicht nur sehnsüchtig eines der bauchfreien Bandana-Oberteile im Boho-Chic, sondern ich träumte auch davon, den passenden Körper dafür zu haben.

    Meine Mutter hatte mir das Amerika-Shirt für eine patriotische
    Schulveranstaltung gekauft, bei der wir statt unseren khakifarbenen Schuluniformen ausnahmsweise die Farben Rot, Weiß und Blau tragen sollten. Am Ende zog ich dann aber doch irgendetwas anderes an.

    Nachdem ich meine komplette Kindheit in einem übergewichtigen Körper verbracht hatte, gelang es mir mit Anfang 20 endlich, knapp 40 Kilogramm abzunehmen. Es passierte zu einem Zeitpunkt, an dem ich dachte, dass ich bereits alles versucht hätte.

    Zunächst wandte sich mein Leben zum Besseren 

    Das behauptete ich damals zumindest immer gegenüber meinem Freund, der
    ständig Kommentare über die Attraktivität anderer Frauen abließ, die schlanker waren als ich. Er versicherte mir immer wieder, dass es eigentlich nur um Thermodynamik ginge und dass ich Gewicht verlieren könne, wenn ich
    es nur “wirklich wollen” würde. In dem passiv-aggressiven Versuch, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, aß ich irgendwann überhaupt nichts mehr. (Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie gesund diese Beziehung war?)

    Als meine Pfunde plötzlich zu purzeln begannen, musste ich zugeben, dass er recht gehabt hatte. Doch angesichts meines neuen Körpers hatte letzten Endes doch ich gewonnen. Zumindest sah ich das damals so. Durch den Gewichtsverlust hat sich mein Leben auf vielerlei Weise zum Besseren gewendet. Mein erhöhter Blutdruck und mein Ruhepuls begannen sich zu normalisieren und erreichten irgendwann sogar sportliche Werte.

    Außerdem entdeckte ich meine Leidenschaft für schwere Bergwanderungen und fürs Gewichtheben. Nachdem ich so viel überschüssiges Körperfett verloren hatte, begann ich auch, mich im Bett so richtig auszutoben. Ich war berauscht davon, dass ich plötzlich permanent die Aufmerksamkeit von Männern auf mich
    zog. Denn danach hatte ich mich schon so lange gesehnt.

    Die Männer liebten meinen neuen Körper

    Innerhalb von einem halben Jahr probierte ich meinen neuen Körper mit sechs verschiedenen Partnern aus. Zuvor hatte ich in den vier Jahren, nachdem ich meine Unschuld verloren hatte, gerade einmal mit zwei Männern geschlafen.

    Ich habe diesen “neuen” Körper jetzt seit fast 5 Jahren. Inzwischen ist mir jedoch auch klar geworden, welche weniger unmittelbaren und auch nicht so schönen Folgen ein solch massiver Gewichtsverlust mit sich bringen
    kann.

    So sah Jamie Cattanach früher aus – einen Teil ihres Übergewichts hatte sie bereits verloren.

    Abzunehmen ist in der Umsetzung zwar schwierig, in der Theorie jedoch ganz leicht: Man muss einfach nur weniger zu sich nehmen, als man verbrennt. In der Realität erfordert dies natürlich einen wahnsinnigen Aufwand. Außerdem können Diäten dauerhafte Auswirkungen auf die Psyche haben.

    In dem Netflix-Film “To the Bone” wird einer von Lily Collins gespielten Anorexie-Patientin vorgeworfen, dass sie am “Kalorien-Asperger-Syndrom” leide. Und obwohl man mich bestimmt nie für magersüchtig halten wird, verstehe ich das sehr gut. Wenn ich Essen sehe, denke ich nicht mehr einfach nur an Nahrung, sondern an bestimmte Zahlen.

    Und dann kommen die Fress-Anfälle

    Ich überlege mir, wie viele Kalorien und Kohlehydrate enthalten sind und wie lange ich trainieren muss, um diese wieder zu verbrennen. Ich kontrolliere nach wie vor jeden einzelnen Bissen, den ich zu mir nehme. Dazu gehören sogar Kaugummis und Mineralwasser. Ich verbringe fast jeden Tag zwei Stunden im
    Fitnessstudio. Ich halte mich an strenge und relativ willkürliche Essensvorschriften. Manchmal bekomme ich spätabends extreme Essanfälle.

    Und obwohl ich dann nur Lebensmittel zu mir nehme, die in meinen Augen “erlaubt sind”, kann es trotzdem passieren, dass ich auf einen Schlag 2.000 Kalorien verspeise. Ich verschlinge dann beispielsweise ein halbes Pfund Mandeln oder eine ganze Packung Protein-Riegel. Am nächsten Tag
    versuche ich, den Ausrutscher wieder gutzumachen, indem ich den Crosstrainer auf die höchste Stufe stelle, um alles sofort wieder zu verbrennen.

    Dieses Verhalten hört sich vielleicht nach einer Essstörung an. Und es kann durchaus sein, dass ich tatsächlich ein Problem habe. Ich gebe selbst oft halb im Scherz zu, dass ich an Sport-Bulimie leide. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich mich ungefähr bei Stufe 3 einordnen.

    Viel schlimmer ist jedoch noch, dass ich bisher nur noch nicht mit einer Essstörung diagnostiziert worden bin, weil ich eine unglaubliche Angst davor habe, mir Hilfe zu suchen. Für mich ist es viel leichter, einfach so weiterzuleben wie bisher. Ich mag mein gestörtes Essverhalten.

    Ich mag das Gefühl der Kontrolle  

    Ich mag das Gefühl von Kontrolle, das es mir zu geben scheint. Auch wenn ich es offensichtlich so gar nicht mehr unter Kontrolle habe. Das Problem ist das Gefühl von Macht, das mein Essverhalten mir vermittelt. Ich erlebe dieses Gefühl, wenn ein Mann seinen Kopf aus dem Lastwagenfenster steckt und sagt: “Meine Dame, sie sehen absolut großartig aus ― nur falls Ihnen das heute noch niemand gesagt haben sollte.”

    Oder wenn ein Mann vor mir auf dem Gehweg auf die Knie fällt und seine Hände wie zum Gebet in den Himmel hebt. Und wenn ein Mann in einem Café auf meine überschlagenen Beine schaut und mich fragt, ob ich Tänzerin bin.

    Darüber hinaus genieße ich auch viele praktische Vorteile. Zum Beispiel, wenn ein Mann an der Kasse mich hinter der Glaswand schüchtern anlächelt und nach einem freien Platz für mich sucht, obwohl die Vorstellung bereits ausverkauft ist. Oder wenn ich wieder einmal mit einer einfachen Verwarnung davonkomme, obwohl ich zu schnell gefahren bin.

    Dass ich mich in diese Richtung entwickelt habe, liegt mitunter daran, dass man mir früher in unmissverständlichen Worten klargemacht hatte, dass ich eklig war. In der Highschool war ich das Mädchen, das die Jungs in ihren Mutproben küssen mussten. Sie taten das, weil sie allein die Vorstellung davon für
    unglaublich lustig hielten.

    Frauen tun so viel aus Angst um ihre Schönheit

    Wenn einer der Jungs mich küsste, begann mein Herz wie wild zu flattern, weil ich mich so sehr nach Aufmerksamkeit gesehnt hatte. Das Leben nun von der anderen Seite aus betrachten zu können, ist atemberaubend und unvorstellbar.

    “Die ganze Welt legt sich schönen Frauen zu Füßen”, hatte ich einmal in mein Tagebuch geschrieben. Ich war mir dabei jedoch noch immer nicht so ganz sicher gewesen, ob ich dieses Adjektiv denn überhaupt verdiente.

    Das Problem ist, dass einem erst viel zu spät bewusst wird, warum man sich eigentlich so sehr nach dieser Art von Aufmerksamkeit gesehnt hat. Die Wahrheit ist, dass in unserer Kultur der Wert einer Frau extrem stark von ihrem äußerlichen Erscheinungsbild abhängt. In unserer Kultur erfahren Frauen, dass sie nur dann etwas wert sind, wenn sich auch ihr Körper gut verkaufen lässt.

    Das Problem ist jedoch, dass Frauen unter diesen Umständen alles tun, um die aufgewertete Version von sich selbst erhalten zu können. Durch die Angst um meine momentane Schönheit ― oder genauer gesagt die Angst davor, diese zu verlieren ― lasse ich mich in einen Käfig sperren. Ich verbringe mein Leben damit, Kalorien zu zählen und auf dem Stepper zu trainieren. Dieses Leben ist jedoch überhaupt nicht so, wie ich es mir früher einmal ausgemalt hatte.

    Das Leben als schlanke Frau ist nicht so toll wie ich dachte 

    Ich erinnere mich daran, dass ich den hübschen, schlanken Mädchen dabei zugeschaut hatte, wie sie mittags wunderbarerweise Pizza und Pommes essen konnten, ohne offensichtliche Konsequenzen tragen zu müssen. Ich stellte mir ihr Leben wie eine einzige Party vor: Sie wurden permanent angeflirtet und konnten darüber hinaus auch noch ohne jegliche Reue die feinsten Leckereien genießen.

    Als ich dann jedoch einen ebenso schlanken Körper wie diese Mädchen bekam, blieb mir dieser unbeschwert wirkende Lebensstil versagt. Denn ich war zur Sklavin meiner neuen Schlankheit geworden, die ich jederzeit wieder verlieren konnte. Alkohol hat viel zu viele Kalorien. Und da ich bereits frühmorgens wie verrückt im Fitnessstudio trainiere, bin ich auch viel zu müde, um abends auszugehen.

    Außerdem bin ich ein introvertierter Mensch, der zu Suchterkrankungen neigt. Deshalb bleibe ich abends meist zuhause und lese Bücher oder mache Kreuzworträtsel. Ich empfinde mein gutes Aussehen als schwindende Ressource. Ich fühle mich wie eine Lampe, dessen allmählich immer schwächer werdendes Licht ich verschwende.

    Ständig überprüfe ich mein Gewicht 

    Der vielleicht überraschendste Aspekt an meinem enormen Gewichtsverlust ist jedoch der, dass ich noch immer mit mir zu kämpfen habe. Ich habe so viel geleistet und mich wahnsinnig angestrengt. Doch obwohl ich so viel getan habe, um das Gegenteil zu erreichen, verbringe ich noch immer viel mehr Zeit damit, meinen Körper zu hassen, als ihn zu lieben.

    Ich drücke und quetsche vor dem Spiegel an meinem Gesicht herum. Ich ziehe die Haut an meinem Kinn zurück und kontrolliere, ob meine Schönheit noch intakt ist ― wenn sie das denn überhaupt jemals war. Ich habe die vergangenen fünf Jahre in der Überzeugung und Angst gelebt, dass ich das ganze Gewicht jeden Augenblick wieder zulegen könnte.

    Ich scrolle durch meine Sammlung von Selfies vor dem Spiegel, die ich aus lauter Sorge geschossen habe. Es beruhigt mich zu sehen, dass ich auf diesen Bildern in etwa immer die gleiche Figur habe. Und ich glaube noch immer, dass andere mich für dick halten, wenn sie mich zum ersten Mal sehen.

    Wenn man fast 40 Kilogramm abgenommen hat, befindet sich nichts mehr genau da, wo es eigentlich sein sollte. Obwohl ich mir das früher niemals hätte vorstellen können, passt mir inzwischen die Kleidergröße 34. Doch trotzdem schaue ich überhaupt nicht so aus wie die Models von Victoria’s Secret, deren Fotos ich mir früher als “Thinspiration” aufgehängt habe.

    Mit mehr Gewicht mochte ich meinen Körper lieber

    Das Fett, das ich verloren habe, hängt jetzt in Form von überschüssiger Haut an mir herab: Meine Hüften reiben aneinander, ganz egal wie viele Beinübungen ich auch mache. Und auch mein Bauch ist nach wie vor schwabbelig. Auf gewisse Weise habe ich einfach nur die Messlatte höher gelegt.

    Als ich abzunehmen begann und mir ein neues Ich aus einem viel dickeren Menschen erschaffen habe, hielt ich diese Makel für vergleichsweise unbedeutend. Heute halte ich sie jedoch für verheerend und unüberwindbar ― und das führt sogar so weit, dass ich meinen Körper inzwischen noch mehr hasse als zu der Zeit, in der ich noch übergewichtig war.

    Ich schäme mich jetzt viel mehr, wenn ich mich ausziehen muss. Als ich noch 100 Kilogramm wog, wussten meine Sexpartner wenigstens, was sie erwarten würde. (Ich weiß auch, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Und dass mein Körper gar nicht so deformiert ist, sondern dass ich einfach nur an einer verzerrten Körperwahrnehmung leide. Ich würde mir jedoch wirklich
    wünschen, dass ich in meinem Körper mehr sehen könnte als einfach nur einen äußerlichen Beweis für meinen Erfolg oder mein Versagen.)

    Auf dem College war ich in einen Jungen verliebt, der nicht einmal meinen Namen kannte. Und das, obwohl wir mehrere Kurse zusammen belegt hatten. Nachdem ich die ersten 20 Kilogramm abgenommen hatte, war er plötzlich hinter mir her. Selbst Jahre später schickt er mir noch immer Weihnachtsgeschenke und flirtet per SMS mit mir.

    Ja, das Gewicht spielt eine Rolle – aber es ist nicht alles

    Als er mich vor einiger Zeit besucht hat, habe ich seine körperlichen Annäherungsversuche abgeblockt. Daraufhin hat er mir folgende Nachricht geschickt, die mir im Gedächtnis geblieben ist: “Du bist eine wunderschöne und großartige Frau. Und ich bin unglaublich dankbar, dass ich dir so nah sein darf, wie ich es gerade bin.”

    Am liebsten hätte ich ihm geantwortet, dass meine “Großartigkeit” für ihn doch eigentlich erst dann eine Rolle gespielt hatte, als auch noch meine “Schönheit” dazukam. Und genau das ist es, was einem niemand über das Thema Gewichtsverlust verrät (was aber jeder weiß):

    Nämlich dass das Gewicht sehr wohl eine Rolle spielt. Es spielt sogar eine unglaublich wichtige Rolle. Das ist auch der Grund dafür, warum sich meine Mutter damals in der Umkleidekabine so sehr mit mir abgemüht hat. Weil sie mich körperlich in eine Form pressen wollte, die angemessener war. Und es ist der Grund dafür, warum die Jungs, die mich früher ignoriert haben, jetzt alles tun, um mit mir flirten zu können, mir hinterher zu pfeifen und mir ihre Namen zuzurufen.

    Das Aussehen spielt definitiv eine Rolle. Wer sich etwas anderes einredet, macht sich etwas vor. Das Beste, was wir dagegen tun können, ist zu versuchen, diese Tatsache zu ändern. Wir sollten versuchen, unseren Körper mit all seinen Makeln anzunehmen. Und uns beim Blick in den Spiegel bewusst dafür entscheiden, uns selbst ― und andere ― genau so zu lieben, wie wir eben sind.

    Hinweis der Redaktion: Wenn du denkst, dass du eine Essstörung entwickelst oder entwickelt hast, kannst du dir hier, auch anonym, Hilfe suchen.

    Dieser Blog erschien ursprünglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

    (vw)


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    Frankreichs Staatssekretärin für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern Marléne Schiappa.

    ► Marlène Schiappa, Frankreichs Staatssekretärin für Gleichberechtigung, hat in einem Radiointerview der italienischen Regierung schwere Vorwürfe in Bezug auf die Gelbwesten-Proteste in Frankreich gemacht. 

    ► “Wer finanziert die Gewalt, wer finanziert die Randalierer?”, fragte Schiappa am Donnerstag im Gespräch mit dem Sender France Inter. Die Politikerin von La République en Marche ging besonders auf den Fall des Ex-Boxers Christophe Dettinger ein, der vergangenes Wochenende auf zwei Polizisten eingeprügelt und landesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. 

    ► Unbekannte hatten für den festgenommenen Ex-Boxer insgesamt über 100.000 Euro gespendet. Schiappa forderte bereits zum zweiten Mal, aufzudecken, wer hinten den Spenden stecke. 

    ► Dann brachte sie Italien ins Spiel. Angesichts “der Position einiger italienischer Verantwortlicher” sagte sie: “Es wäre interessant zu wissen, ob es ausländische Mächte gibt, die die Schläger und die Gewalt in Paris finanzieren oder nicht.”

    Warum Schiappa Italien im Verdacht hat: 

    Die italienische Populistenkoalition aus der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechten Lega Nord hat die Gelbwesten-Proteste immer wieder öffentlich unterstützt. 

    Italiens Vize-Premier Luigi Di Maio schrieb auf dem Blog der Partei: “Gelbwesten, gebt nicht auf!” Innenminister Mateo Salvini hatte von berechtigten Demonstrationen gegen einen “Präsidenten, der gegen sein Volk regiert” gesprochen. 

    Frankreichs Europaministerin Nathalie Loiseau hatte auf entsprechende Äußerungen vor wenigen Tagen auf Twitter reagiert: 

    “Frankreich erteilt Italien keine Lektionen. Salvini und Di Maio sollten lernen, vor ihrer eigenen Haustür zu kehren.” 

    (ll)


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    CDU-Politiker Friedrich Merz bleibt der Politik erhalten. 

    ► Der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz soll eine neue Rolle in der CDU erhalten.

    ► Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) will ihn zum Mitglied der bereits bestehenden CDU-Expertenkommission zur sozialen Marktwirtschaft machen. Das berichtet die “Welt”

    ► Außerdem soll sich Merz, der AKK im Rennen um den CDU-Vorsitz unterlag, in führender Rolle um das Thema “Zukunft der transatlantischen Beziehungen” kümmern.

    Was Merz neue Rolle für die CDU und AKK bedeutet:

     

    AKK kommt mit ihrer Entscheidung Forderungen aus dem konservativen Lager nach, Merz auch weiterhin in die Parteiarbeit einzubinden. Seine Anhänger hatten gar auf einen Ministerposten für Merz gehofft.

    Aus Sicht der neuen Parteichefin ist die neue Rolle des konservativen Politikers ein geschickter Schachzug. Merz kann das konservative Profil der Partei schärfen, ohne AKK allzu gefährlich zu werden.

    (jg)


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    • Die deutsche Landschaft der TV-Bekanntheiten ist mittlerweile gepflastert mit einstigen Castingshow-Talenten.
    • Auch Sophia Thomalla versuchte vor Jahren ihr Glück bei “GNTM” – mit bescheidenem Erfolg.
    • Im Video oben seht ihr, wie Sophia Thomalla damals aussah.

    Bei 16 Staffeln “Deutschland sucht den Superstar”, acht Ausgaben von “The Voice of Germany” oder der bald 14. Ausgabe von “Germany’s Next Topmodel” ist es kein Wunder, dass man längst nicht mehr weiß, welcher Promi bei welcher Casting-Show dabei war. 

    Auch Sophia Thomalla versuchte vor Jahren ihr Glück bei “GNTM”.

    Als Model und Moderatorin ist sie seit Jahren erfolgreich im Showbusiness. Die 29-Jährige schaffte all das ohne Castingshow-Erfolg. Das heißt aber nicht, dass sie es nicht probiert hätte.

    Thomalla: “Im Nachhinein bin ich ganz froh, dass ich nicht mehr dabei bin”

    2009 bewirbt sich die gebürtige Berlinerin für die damals vierte Staffel von “GNTM” – schafft es aber nicht über die erste Runde hinaus. Aber schon kurz nach ihrem Ausscheiden zeigte sich Thomalla erleichtert. Gegenüber “Bunte” sagte sie damals:

    “Im Nachhinein bin ich ganz froh, dass ich nicht mehr dabei bin. Und meiner Mutter tue ich damit auch einen Gefallen, sie war nämlich von Anfang an nicht so begeistert, dass ich überhaupt hingegangen bin.” 

    Und auch zehn Jahre später wird sich Sophia Thomalla vermutlich nicht über das frühe Aus bei “GNTM” ärgern – ihrer Karriere hat es zumindest nicht geschadet.

    (ll)


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    Nach wie vor herrscht vielerorts in Österreich Lawinengefahr.

    ► Die Schneefälle in Österreich halten an – und sorgen dafür, dass zahlreiche Ortschaften abgeschnitten sind. So auch die obersteirische Gemeinde Hohentauern.

    Nun haben Lawinenexperten zwei mögliche Szenarien erdacht, um die eingeschlossenen Urlauber und Anwohner zu befreien. Das berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA

    Zwischen Trieben und Hohentauern wollen die Experten mit Sprengungen gezielt Lawinen auslösen. Das werde aber nur gemacht, wenn Siedlungsraum damit nicht gefährdet wird, sagte Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ).

    ► Sollte das nicht funktionieren, soll unter strenger Aufsicht der Lawinenexperten jeweils ein Fahrzeug von Hohentauern nach Trieben durchgelassen werden.

    Was ihr über die Lage in Österreich wissen müsst: 

    Gesperrte Zugstrecken, ausgefallener Unterricht und hohe Lawinengefahr: Vor allem im Süden Bayerns und in Österreich kämpfen die Menschen mit den Schneemassen.

    In Österreich starben seit dem Wochenende mindestens sieben Menschen im Schnee. Darunter waren zwei Deutsche, die am Sonntag in Vorarlberg von Lawinen verschüttet wurden.

    Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist bis mindestens Mitte nächster Woche vor allem im Alpenraum mit Schnee zu rechnen. Eine Unwetterwarnung wegen heftiger Schneefälle gilt bis Freitag.

    Mit Material der dpa.

    (jg)


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    Dunja Hayali hat auf Twitter ihre Gedanken zur Attacke auf den AfD-Politiker geteilt. 

    • Die Moderatorin Dunja Hayali hat sich zur Attacke auf den AfD-Politiker Frank Magnitz geäußert. 
    • Hayali kritisierte sowohl Verharmlosungen des Angriffs, als auch voreilige Schlüsse über die Täter. 

    Nach einer längeren urlaubsbedingten Auszeit auf Twitter hat sich die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali in dem sozialen Netzwerk zur Attacke auf den AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz geäußert. 

    In einem ersten Tweet am Dienstag schrieb Hayali: “Gewalt ist immer sch**ß*. Egal von wem, egal gegen wen. Egal aus welchen Gründen!”

    Politische Auseinandersetzung gehe anders. “Sollte das in unserem Land nicht selbstverständlich sein?” 

    Am Donnerstag legte Hayali dann mit eindringlichen Worten nach. 

    Hayali zum Fall Magnitz: “Wahrheit bleibt Wahrheit” 

    Die Journalistin mahnte in zwei Tweets dazu, die Attacke auf Magnitz nicht zu verharmlosen – aber auch die Ermittlungen und Fakten in dem Fall abzuwarten. 

    Hayali verwies auf das der Polizei vorliegende Überwachungsvideo, das zeigt, dass – anders als von der AfD Bremen behauptet – bei dem Angriff kein Kantholz eingesetzt wurde, es auch keine Tritte gegen Magnitz gab. 

    Hayali schrieb dazu: “Gewalt bleibt Gewalt. Instrumentalisierung bleibt Instrumentalisierung. Recherche bleibt Recherche. Ermittlungen bleiben Ermittlungen. Wahrheit bleibt Wahrheit.” 

    Hayali erntete heftige Reaktionen auf ihren Tweet.

    Der häufigste Vorwurf: Sie unterstütze, dass es in der Berichterstattung nicht mehr um die Gewalttat an sich gehe, sondern um das Relativieren von Details in dem Fall. 

    Hayali antwortete auf solche Kommentare unter anderem mit dem Satz: “Es geht um Fakten.” In einem weiteren Tweet schrieb sie dann: 

    “Strange [zu deutsch: seltsam], wie vielen hier Aufklärung der Tat/Fakten egal sind. Wer jetzt darauf verweist, dass laut Video zB. kein Kantholz benutzt worden sei, ‘verharmlost’, ‘redet Tat klein’. Nein! Aber in einem Rechtsstaat spielen Tathergang, Motiv, Täter etc. nun mal eine Rolle.” 

    Danach beendete Hayali die Debatte auf Twitter ihrerseits. “Bin raus!”

    (ll)


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    Ein allem Anschein nach glückliches und auf jeden Fall sehr reiches Paar: Ivanka Trump und Jared Kushner. 

    • Jared Kushner, Ivanka Trumps Ehemann und Donald Trumps Schwiegersohn wie Berater, hat Geburtstag. 
    • Seine Ehefrau wollte Kushner zu diesem Anlass auch bei Twitter herzliche Grüße zukommen lassen – das ging beim ersten Versuch aber schief. 

    Ivanka Trump hat sich zurückgezogen. Die Präsidententochter, zu Beginn der Amtszeit ihres Vaters noch medial präsent, gibt nur noch selten Interviews oder öffentliche Auftritte. 

    Das mag daran liegen, dass die Schlagzeilen über Ivanka Trump zuletzt negativ waren. Im Dezember kam heraus, dass die Tochter und Beraterin von Donald Trump für ihre Arbeit im Weißen Haus ihre private E-Mail-Adresse verwendete

    So, wie es auch Trump-Konkurrentin Hillary Clinton getan hatte – wofür der jetzige US-Präsident die Demokratin einsperren wollte. Für Ivanka Trump hatte der Skandal bisher keine juristischen oder beruflichen Folgen. 

    Aber zurückgezogen hat sich 37-Jährige eben. Wenn sie öffentlich aktiv wird, dann zumeist in den sozialen Medien. So wie am Donnerstag. 

    Da wollte Trump ihrem Ehemann Jared Kushner alles Gute zum Geburtstag wünschen. Das klappte so halb. 

    Ivanka Trump wünscht Kushner einen “sehr Geburtstag”

    Das Foto, das Trump für den Geburtstagsgruß auswählte, war makellos. Kushner und sie, in feiner Kleidung vor waldigem Hintergrund, lächelnd, wie es nur Menschen können, die gelernt haben, für Fotografen auf Kommando zu lächeln. 

    Schön. Romantisch. Auf Knopfdruck. 

    Mehr zum Thema: Ex-Trump-Beraterin behauptet: Diese perversen Gedanken soll Trump über Ivanka haben

    Bei den Grußworten ging dann aber etwas schief. “Ich wünsche meinem besten Freund und der Liebe meines Lebens einen sehr Geburtstag”, schrieb Trump. “Sehr Geburtstag” – da fehlte ein Wort. 

    Ein kleiner Tipper, nicht schlimm. Aber in der perfekt inszenierten Welt der Trump-Tochter natürlich nicht hinzunehmen. Schnell wurde der Tweet korrigiert

    Einen “sehr fröhlichen Geburtstag” wünschte Trump ihrem Ehemann nun. Gut zu wissen. 

    (ll)


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    Ich heiße Shani, bin Autorin und lebe in Brooklyn in einem kleinen, aber feinen Apartment. Ich liebe Stand-up-Comedy, Reisen und werde es nie aufgeben, Französisch zu lernen. Ich bin 36 Jahre alt und seit 10 Jahren Single. Womit wir auch schon beim Thema wären, denn diesen Artikel schreibe ich, um deine und meine Reaktion auf genau diesen einen Satz zu verändern.

    Ich bin eine heterosexuelle Frau, die in einer Gesellschaft lebt, bei der sich immer noch alles um ein und dasselbe altmodische Konzept dreht. Seit jeher wurde mir diese Idee eingetrichtert – diese einfache, aber extrem mächtige Idee, um die manche Frauen ihr komplettes Leben stricken. Das Problem ist nur: Sie ist eine Lüge.

    Und das sind noch die netten Kommentare, die ledige Frauen zu hören bekommen. Ein sanfter Fingerzeig, sozusagen. Sobald du 30 wirst, geht’s dann erst richtig los. Dann wird aus dem vorsichtigen Anstupser ein kräftiger Schlag mitten ins Gesicht. Das Single-Dasein wird zum Roten Faden im Leben – nicht nur bei großen Events, sondern auch im ganz normalen Alltagswahnsinn wirst du jeden Tag daran erinnert, dass du komplett versagt hast. Schluss mit dem Bullshit!

    Wir sollten nicht unser Leben lang eine Person suchen 

    Genau deswegen schreibe ich diesen Artikel: Um mir und allen, die im selben Boot sitzen wie ich, zu zeigen, dass wir vielleicht – halt dich fest – nicht nicht Single sein sollten! Vielleicht sollten wir nicht das ganze Leben lang auf der Suche nach einer anderen Person sein – nur, weil wir uns ein ”&“ auf dem Briefumschlag wünschen.

    Ich gehe jetzt seit zehn Jahren auf Dates, aber Beziehungen haben sich daraus nie entwickelt. Dating war für mich aber auch nie ein großes Ding – meine Karriere dagegen schon. Ich bin Autorin/Content-Strategin/Markenberaterin. Ich denke immer schon einen Schritt weiter, bin ambitioniert und motiviert. Oder vielleicht einfach nur karrieregeil. In jedem Fall ist mein professioneller Tatendrang einer der Charakterzüge, den ich am meisten an mir mag.

    Woher das kommt? Vielleicht von meiner Mutter. Sie zog mich ganz alleine groß und verbot mir, auf Dates zu gehen. “Erst, wenn du Karriere machst, darfst du dich mit Männern treffen“. Sie hat es natürlich nur gut mit mir gemeint.

    Ich hasse es nicht, Single zu sein

    Ich hasse es nicht, Single zu sein. Früher sah das allerdings anders aus. Ich zweifelte an mir selbst und an meinem Wert, denn alle um mich herum schienen “Erfolg“ beim Daten zu haben – nur ich nicht. Etwa fünf Jahre und gefühlte 100 Dates später dachte ich irgendwann: What the fuck? Warum tue ich mir das an? Warum versuche ich krampfhaft, einen Partner zu finden?

    An sich habe ich ganz gern Menschen um mich herum, aber ich muss mich auch nicht ständig inmitten einer Menschentraube aufhalten. Und nur, falls du das jetzt denkst: Ich vegetiere auch nicht allein in einer einsamen Hütte im tiefsten Wald vor mir her, keine Angst. Trotzdem ist da diese Stimme, die sagt, ich müsse das fehlende Puzzleteil zu meinem Glück finden. Die kommt allerdings nicht aus meinem Kopf, sondern von außen.

    Sorry, ich springe vom einen Gedanken zum Nächsten und wahrscheinlich klingt das auch alles etwas wirr. Aber wenn du eine Frau über 30 bist, weißt du, wovon ich rede. Davon, absolut gar keinen Bock mehr auf Blinddates zu haben und dann trotzdem hinzugehen, weil eine Stimme sagt: “Man weiß ja nie…“. Davon, nie das Haus verlassen zu können, ohne zu überlegen, ob man auch begehrenswert aussieht, weil “Man weiß ja nie…“. Davon, sich gezwungen zu fühlen, überall hinzugehen und jeden zu treffen, weil “Man weiß ja nie…“.

    Immer diese eine Frage – es nervt 

    Als ob diese Überlegungen nicht schon genug wären, kommen obendrauf noch nette kleine Alltagssituationen, die das Leben vieler Singles nicht gerade leichter machen. Oder hast du schon mal alleine eine Klimaanlage vier Stockwerke nach oben getragen? Ich ja.

    Hast du dich schon mal ausgeschlossen gefühlt, weil deine Freunde Zeit miteinander verbringen, dich aber nicht eingeladen haben, weil du im Vergleich zu ihnen weder Partner*in noch Kinder hast (Danke fürs unter die Nase reiben, Insta-Story)? Ich ja.

    Warst du schon mal mit deinen Verwandten, Freund*innen oder Kolleg*innen Abend essen und die allererste Frage, die dir gestellt wurde war: “Na, wie läuft’s in der Liebe?“ Ich ja. Aber weißt du, wer mich nie nach meinem Liebesleben fragt? Frauen, die Singles sind.

    Das Schlimmste? Auf Dates zu gehen 

    Das Schlimmste am Single-Dasein? Auf Dates zu gehen. Ich habe kein Problem damit, allein zu sein – außer, wenn ich versuche, daran etwas zu ändern. Sobald ich meinen kleinen Zeh in den Datingpool tauche, werde ich direkt wieder reingerissen. Und zack! trinke ich Kaffee mit einem Tinder-Typen, obwohl ich schon beim Schreiben gemerkt habe, dass es einfach nicht passt. Zum Date bin ich aber natürlich trotzdem gegangen, weil “Man weiß ja nie…“.

    Jetzt fragst du dich bestimmt, was ich dann so toll am Single-Leben finde. Ganz einfach: das Leben. Toll ist das, was dich glücklich macht. Das, was deinem Leben einen Sinn gibt. Du wirst mich niemals davon überzeugen können, dass das Leben verheirateter Menschen sinnvoller ist als meins. Ja, es ist möglich, das Single-Dasein wirklich zu genießen.

    Unbeschwerlich war der Weg, der mich zu dieser Erkenntnis gebracht hat, nicht gerade. Ich bin immer noch unterwegs, verlaufe mich oder stolpre zwischendurch über Steine. Aber wenn ich mir mein Leben so anschaue, eine Liste mit allen positiven Dingen mache und mir dann die negativen anschaue – ja, die existieren natürlich auch – merke ich: Eigentlich ist alles okay so wie es ist.

    Ich mache einfach was ich will 

    Ich treffe alle Entscheidungen ohne jemanden vorher zu konsultieren. Ich spare und gebe mein Geld aus, wofür ich will. Ich schaue mir Mondsüchtig mindestens fünf Mal pro Jahr an. Ich fliege jeden Frühling nach Paris. Ich schlafe wie ein Seestern – und niemand klaut mir mitten in der Nacht die Decke.

    Das Single-Dasein bringt eine Form der Freiheit mit sich, die wir nicht genießen können, weil wir es uns selbst verbieten. Wir werden dazu erzogen, Freiheit als Gefühl der Leere zu interpretieren. Aber ich fühle mich nicht leer. Und du solltest das auch nicht.

    Eines Tages werde ich Teil eines Pärchens sein. Ich denke, es ist möglich, sich darauf zu freuen – ohne dabei alle guten Dinge, die ich in meinem Leben habe, zu vergessen. Beziehungen können wundervoll sein, doch sie wurden viel zu lange als das Nonplusultra gesehen.

    Ich habe so viel Zeit und Energie für etwas geopfert, das eigentlich nie mein Problem war. Doch anstatt das zu einem weiteren Punkt auf meiner “Dinge, die mich aufregen“-Liste zu machen (niemanden zu haben, der den Reißverschluss am Rücken zumacht ist schlimm genug), versuche ich, es dabei zu lassen.

    Die traurigen Blicke meiner Freund*innen, die besorgten Worte meiner Mutter, die übertriebene Freude, die frisch Verlobten entgegengebracht wird (obwohl die Scheidungsquote in den letzten zehn Jahren bei 37,67 bis 49,66 Prozent lag): Das alles, versuche ich zu ignorieren, um meine Zeit als Single genießen zu können. Und die Gesellschaft, die mir weismachen will, ich müsse in einer Beziehung sein, hat einen Stock im Arsch.

    Löst euch von ausgedachten Definitionen 

    Ich werde mich immer wieder irgendwelchem Mist stellen müssen. Es wird immer wieder Tage geben, an denen mir Menschen einbläuen wollen, ich läge falsch und ich bräuchte dringend einen Partner. Es geht mir nicht darum, diese Personen aus meinem Leben auszuschließen, sondern meine Reaktion auf ihre Kommentare zu ändern.

    Vielleicht kann ich die positiven Seiten des Single-Lebens hervorheben und mich weniger allein fühlen, wenn ich über die negativen rede, indem ich mich vom Druck der Gesellschaft, von den unsichtbaren, fehlenden Puzzleteilen und ausgedachten Definitionen eines wertvollen Lebens löse.

    Vielleicht trägt das dann auch zu einem Perspektivwechsel und einer positiveren Einstellung zu meinem Lebensstil bei. Wenn du Single bist, hoffe ich, du schließt dich mir an. Dann zieht die Gesellschaft vielleicht irgendwann nach. Man weiß ja nie…

    Dieser Text erschien ursprünglich bei Refinery29.

    (ame)


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    • Die Freundin des Fortuna-Profis Jean Zimmer bekommt immer wieder Penis-Bilder im Netz geschickt. 
    • Jetzt geht sie damit an die Öffentlichkeit. 

    Es ist ein Übel, das viele junge Frauen, die sich im Netz zeigen, irgendwann ereilt: das Penis-Bild eines fremden Mannes. 

    Auch Sara Magdalena, die Freundin von Fortuna-Profi Jean Zimmer, kam nicht darum herum. Wie die 22-Jährige jetzt auf Instagram mitteilte, schicken ihr Fremde immer wieder Nahaufnahmen ihres Geschlechtsteils. 

    Das Fitness-Model beschloss, damit an die Öffentlichkeit zu gehen – und reagierte mit Sarkasmus.

    “Was viele Männer denken, wenn sie Instagram öffnen (...): “Ahhh ganz bestimmt will sie auch gerne mein Geschlechtsteil sehen. Also schicke ich ihr noch ein paar Penis-Bilder, um ihr den Tag zu versüßen!”, spottet sie in einem Instagram-Post. 

    Und regt sich daraufhin über Fremde auf, die sie anrufen oder ihr Blumensträuße an ihre Adresse schicken. 

    Sara Magdalenas Meinung dazu: “NEIN! Einfach nur NEIN! (Fast) keine Frau findet so etwas auch nur annähernd toll! Auch wenn es ganz bestimmt nur lieb gemeint ist, ihr lieben Männer, tut es nicht! Es ist gruselig, beängstigend und belästigend!!!”

    Und damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. 

    (jg)

     

     


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    Schumis Managerin äußerte sich öffentlich in einem Podcast.

    • Michael Schumacher ist 2006 als Rennfahrer für Ferrari offiziell zurückgetreten.
    • Jetzt äußerte sich seine Managerin und verriet, warum sie kurz darauf ein halbes Jahr lang keinen Kontakt zu ihm haben durfte.

    Seit 2013 hört man vom ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher nur sehr wenig. Damals war er im Dezember mit seiner Familie im Skiurlaub und stürzte schwer. Mit einem Schädel-Hirn-Trauma wurde er in eine Klinik gebracht; lange lag er im künstlichen Koma, erst 2014 zeigte er Zeichen von Bewusstsein. 

    Seitdem ist unklar, wie es dem heute 50-Jährigen geht. Seine Managerin Sabine Kehm sprach jetzt im offiziellen Formel-1-Podcast auf “f1.com”über den Rennfahrer und gab seltene Einblicke in das Privatleben Schumachers. 

    Managerin: “Seine Familie war seine Aufladestation”

    Auch wenn Michael Schumacher durch seinen beruflichen Erfolg wenig Zeit für seine Familie hatte, sei ihm seine Familie jedoch immer sehr wichtig gewesen, betonte Kehm. 

    “Er war und ist immer noch sehr verbunden mit seiner Familie.” Viele Freunde habe er bereits seit seiner Kindheit. Er habe das immer geschätzt und halte noch immer daran fest. 

    Doch besonders seine Familie sei immer für ihn da und habe ihn in stressigen Formel-1-Zeiten aufgefangen: “Wenn er heimkam, war die Formel 1 weit weg – und das brauchte er. Seine Familie war schon immer seine Aufladestation.” 

    Zwischen Corinna und Michael herrsche immer eine Harmonie. Schuhmacher habe sich immer zurückgehalten, habe für seine Familie da sein wollen. 

    Schumacher zu Kehm: “Ruf mich die nächsten sechs Monate nicht an”

    Auch für sein Formel-1-Team sei der Rennfahrer immer da gewesen:  

    “Er wollte von jedem den Geburtstag wissen. Und jeder erhielt Weihnachts-Wünsche und -geschenke von ihm. Er dachte auch immer weit im Voraus darüber nach, was er wem schenken könnte. Das war ihm wirklich sehr wichtig. Er wusste, dass er sehr fordernd war und wollte deshalb etwas zurückgeben.”

    2006 trat Schumacher dann aber als Ferrari-Fahrer zurück – ein großer Schock für die Medienwelt. Managerin Sabine Kehm musste das erst einmal schlucken, wie sie selbst sagte.

    Der Rennfahrer musste sich von der großen Entscheidung wohl selbst auch erholen, denn Kehm erzählte im Podcast, dass sie ihn nach der Verkündung ein halbes Jahr lang nicht kontaktieren durfte. 

    “Er schaute mich an und sagte: ’Bitte ruf mich das nächste halbe Jahr nicht mehr an. Ich bin für nichts verfügbar”, sagte Kehm. Der Rennfahrer meinte das ernst, doch Kehm konnte es zunächst nicht verstehen.

    Der Grund: Schumacher wollte sich jetzt ganz auf seine Familie konzentrieren und endlich das machen, was er schon immer mit seinen Kindern und seiner Frau unternehmen wollte. Eine Rückkehr sei nie geplant gewesen, auf seinen Ruhestand habe er sich sehr gefreut.

    (jg)


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    Abu Mohammad al-Jolani, der Anführer der Terrormiliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) in Syrien.

    In ganz Idlib regiert der Terror.

    Nach mehrtägigen Kämpfen hat die radikal-islamische Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) Syriens letztes großes Rebellengebiet vollständig unter Kontrolle gebracht.

    Während der US-Präsident den Westen siegreich gegen die Dschihadisten im Bürgerkriegsland wähnt und die Türkei einen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG im Nordosten Syriens plant, drohen der Provinz Idlib im Westen von Aleppo nun eine Schreckensherrschaft und weitere blutige Gefechte.

    Der lange unbemerkte Siegeszug der Dschihadisten – auf den Punkt gebracht. 

    Das müsst ihr über die HTS-Eroberung wissen:

    Die von der Türkei unterstützte Nationale Befreiungsfront (NLF) hat am Donnerstag ein Abkommen unterschrieben, das HTS die Kontrolle über die Region Idlib abtritt.

    Wie die Syrien-Expertin Elizabeth Tsurkov vom israelischen Thinktank Forum for Regional Thinking der HuffPost bestätigte, fallen wohl auch Teile der Provinz Hama weiter im Süden und die Gebiete im Westen und Süden von Aleppo an HTS.

    In der vergangenen Woche waren blutige Kämpfe zwischen der NLF und der HTS-Miliz ausgebrochen. Ein NLF-Sprecher erklärte nun, Kämpfer des Rebellenbündnisses würden sich aus Idlib nach Norden zurückziehen.

    “Das bedeutet, dass fast das ganze Gebiet unter der vollständigen militärischen und zivilen Kontrolle von HTS ist. Nur einige Städte wie Ariha und Maarat al-Numan stehen nur unter der zivilen Kontrolle von HTS. Dort dürfen die lokalen Fraktionen ihre Waffen behalten”, erklärt Tsurkov.

    Die Freie Polizei in Idlib, eine von Oppositionellen gegründete Behörde in der Region, gab – offenbar unter dem Druck der neuen Herren über die Provinz – ihre Auflösung bekannt.

    Das wissen wir über HTS:

    Es ist eine Entwicklung, die den extremistischen Kräften in Syrien einen erheblichen Schub verpasst. 

    HTS besteht zu einem großen Teil aus der Fraktion, die in Syrien einst als Al-Nusra-Front für Schrecken sorgte. Al-Nusra wiederum war aus der berüchtigen Terrorgruppe Al-Kaida hervorgegangen und hatte bis mindestens 2016 enge Verbindungen zu der von Osama bin Laden gegründeten Organisation.

    Im Sommer 2016 benannte sich die Al-Nusra-Front in Dschabhat Fath asch-Scham um. Mit dem neuen Namen war auch eine Loslösung von Al-Kaida verbunden.

    Experten streiten aber darüber, ob der Bruch der Gruppe mit Al-Kaida wirklich auf allen Ebenen stattgefunden hat, oder vor allem ein öffentlichkeitswirksamer Schritt war, um größere Teile der zivilen Gesellschaft ansprechen zu können.

    Der renommierte Syrien- und Dschihadismus-Experte Sam Heller verweist so auf drei Quellen innerhalb von Al-Nusra, die den vorgegebenen Bruch in der internen Kommunikation der Gruppe als ein Täuschungsmanöver bezeichnet hätten.

    Die militärische Führung von HTS, der neben Dschabhat Fath asch-Scham noch einige kleinere Milizen angehören, hat der weltweit gesuchte Terrorist Abu Mohammad al-Jolani inne. 

    Fast zehn Millionen Euro zahlen die USA für Hinweise, die zum Aufspüren des Dschihadisten-Chefs führen. Umso bemerkenswerter ist, dass am Donnerstag Fotos kursieren, die Jolani bei helllichtem Tag in der Region Idlib zeigen sollen.

    Sollten sich die Bilder als authentisch erweisen, zeigen sie, wie sicher sich die HTS-Führung schon jetzt in der Region fühlt.

    Das bedeutet die neue Lage für die Bevölkerung:

    Für die Zivilbevölkerung in der Provinz Idlib könnte die Präsenz der Terror-Miliz im Alltagsleben weitere Verschärfungen zufolge haben. 

    Expertin Tsurkov sagte der HuffPost: “Es bedeutet, dass die Menschen von nun an einer sehr strengen Auffassung des islamischen Gesetztes unterworfen sind.” So würde HTS den Menschen etwa eine strikte Trennung von Frauen und Männern aufzwingen.

    Streitfälle würden in Zukunft in von der Miliz betriebenen Gerichten entschieden werden, die Menschen würden zudem Steuern an die Gruppe zahlen müssen, so die Analystin. Sie glaubt, HTS werde versuchen den Einfluss auch auf andere Gebiete auszuweiten, in denen die Terrorgruppe militärisch noch nicht präsent ist.

    Schon jetzt sind viele Menschen in Idlib auf der Flucht.

    Syrien-Experte Chares Lister sieht noch ein anderes Problem.

    Mit der HTS-Eroberung in Idlib steige die Gefahr einer groß angelegten Offensive des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Bereits im September warnte Lister: “Sollte das Regime eine brutale Militäraktion gegen Idlib starten, wären es die Zivilisten, die unermesslich leiden würden - und zwar in größerer Zahl als je zuvor.”

    Seit vergangenem Jahr war Idlib eine entmilitarisierte Pufferzone, auf die sich die Türkei als Unterstützer der Rebellen sowie Russland als Verbündeter der syrischen Regierung bei Verhandlungen in Astana geeinigt hatten.

    Sie trennte Anhänger und Gegner der Regierung und soll eine Offensive verhindern, mit der die Führung in Damaskus gedroht hatte. 

    Mit HTS an der Macht scheint es höchst unwahrscheinlich, dass die Abmachung aus Astana weiter Bestand hat.

    Helfer befürchten bei einem Angriff eine neue humanitäre Katastrophe, da in der Region Idlib nach Schätzungen rund drei Millionen Menschen leben, fast die Hälfte davon Vertriebene. 

    Wieso Erdogans Handeln für Verwunderung sorgt:

    Wie konnte es so weit kommen?

    Die Antwort auf diese Frage ist wohl vor allem mit einem Namen verbunden: Recep Tayyip Erdogan. 

    Denn Teil des Deals, der Idlib vor Angriffen der syrischen Regierung verschonen sollte, war, dass die türkische Regierung und ihre verbündeten Rebellengruppen der NLF für die Entwaffnung von HTS sorgen sollte. Diesem vereinbarten Ziel kam Ankara aber nie – oder wenn nur höchst zögerlich – nach.

    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu erklärte am Donnerstag, radikale Gruppen griffen in Idlib die moderate Opposition und Zivilisten an, um Stärke zu gewinnen. Die Türkei und ihre Verbündeten unternähmen die notwendigen Schritte, um das zu stoppen.

    In der Realität aber stehen die Zeichen auf Rückzug. So sollen etwa 1700 Kämpfer der von Ankara unterstützten Miliz Ahra Ahrar al-Sham in Richtung Afrin geflohen sein, wo die Türkei seit rund einem Jahr die Kontrolle ausübt.

    ► Expertin Tsurkov bezeichnet das Verhalten der Türkei als “Rätsel”. “Die Türkei hat Millionen darein gesteckt, die Fraktionen zu bewaffnen und zu bezahlen, die man jetzt im Kampf mit ihren dschihadistischen Gegnern im Stich lässt.”

    ► Zudem hätten türkische Diplomaten hart gearbeitet, um den Astana-Deal zu sichern und einen Angriff von Russland und Assad auf Idlib zu verhindern. Nun aber könne das Regime einen solchen Angriff, dem drei Millionen Zivilisten ausgeliefert wären, viel leichter rechtfertigen.

    Das lässt Spekulationen zu, ob die Türkei einen solchen Angriff willentlich in Kauf nimmt, womöglich gar eine Übereinkunft mit Russland darüber getroffen har. Ende Dezember hatten sich die Präsidenten beider Länder getroffen, um über die Zukunft Syriens zu verhandeln.

    In Erdogans Fokus scheint ein Angriff auf die Kurden-Miliz YPG in Manbij im Westen von Idlib zu stehen. Womöglich könnte Russland für einen solchen im Gegenzug für die türkische Aufgabe von Idlib grünes Licht geben.

    Auf den Punkt:

    In Idlib haben gefürchtete Dschihadisten das Ruder übernommen.

    Für die Zivilbevölkerung bedeutet das eine Zunahme der religiösen Unterdrückung. Aber auch: Eine drohende Offensive des syrischen Regimes.

    Schon jetzt warnen Helfer vor einer humanitären Katastrophe, die drei Millionen Menschen betreffen könnte.

    Fraglich bleibt derweil, welche Strategie die Türkei in diesen Tagen verfolgt. Ein Angriff auf die Kurdenregionen in Manbij ist mit den HTS-Eroberungen aber wohl nur wahrscheinlicher geworden.

    (jg)


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    EU-Kommissarin Vestager mit HuffPost-Herausgeber Cherno in Berlin.

    Margrethe Vestager ist eine der mächtigsten Frauen Europas.

    Facebook, Apple und Google hat sie als EU-Wettbewerbs-Kommissarin mit Millionen-Strafen überzogen.

    Doch durch Berlin Mitte schreitet sie, als wäre sie eine Touristin auf dem Weg zum Brandenburger Tor. Ohne Bodyguards, ohne große Entourage. 

    Die Dänin ist in die Hauptstadt gekommen, um sich unter anderem den Fragen des HuffPost-Townhall-Meetings zu stellen. Europa blickt den Wahlen im Mai entgegen, deswegen sind die ohnehin turbulenten Zeiten für Vestager noch ein bisschen turbulenter.

    ► Die Wahlen entscheiden nicht nur über die Zukunft des Staatenbundes, sondern auch über ihre ganz persönliche.

    Gerüchten zufolge könnte Vestager die EU-Kommissionspräsidentschaft von Jean-Claude Juncker übernehmen, sollte EVP-Kandidat Manfred Weber am Widerstand der rechtspopulistischen Kräfte scheitern.

    Vestager will diese Mutmaßungen in Berlin nicht kommentieren – spricht aber mit HuffPost-Herausgeber Cherno Jobatey über die anstehenden Wahlen, über fairen Wettbewerb und natürlich über den richtigen Umgang mit den Internetriesen Google und Facebook.

    ► Aber nicht nur Cherno konnte Fragen stellen. Die HuffPost hat in ganz Europa Fragen an die EU-Kommissarin gesammelt, die sie in Berlin beantwortete – wie auch Fragen aus dem Publikum.

    Lest hier das ganze Interview, das auch im Video oben in voller Länge zu sehen ist:

    HuffPost Townhall: Sie sind bekannt geworden, indem Sie Facebook und Google in die Schranken gewiesen haben. Wie haben Sie erreicht, woran andere gescheitert sind?

    Margrethe Vestager: Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich diene jedem einzelnen Europäer und damit 500 Millionen Menschen. Viele Europäer hat das Verhalten der IT-Giganten empört, die ihren Geschäftserfolg missbraucht haben. Das war der Moment, in dem es offensichtlich wurde, dass wir etwas unternehmen müssen.

    Es ist nicht zu verstehen, warum wir uns in Europa nicht auf Steuergerechtigkeit einigen können.

    Schauen wir auf die vielen Themen, mit denen Sie es noch aufnehmen müssen. Etwa, Steuervermeidung zu ahnden. Warum kann sich Europa nicht auf gemeinsame Regeln einigen?

    Ich habe mich dasselbe gefragt. Weil es nicht zu verstehen ist, warum wir uns in Europa nicht auf Steuergerechtigkeit einigen können. Ein digitales Unternehmen zahlt im Durchschnitt neun Prozent Steuern, während jedes andere Unternehmen im Durchschnitt 23 Prozent effektive Steuern zahlt. In meinen Augen muss gelten: Wer einen fairen Wettbewerb will, muss auf dem gleichen Niveau konkurrieren. Für eine globale Lösung wäre ein europäischer Vorstoß sehr wichtig. 

    Eine weitere Baustelle: Wie will die EU digitale Monopole verhindern, wenn Tech-Giganten große Teile der Internetwirtschaft kontrollieren?

    Es hängt davon ab, was Sie erreichen wollen. Ich habe kein Problem damit, dass Google groß ist. Die Herausforderung für uns besteht darin, auf die Daten zuzugreifen, durch die auch andere Unternehmen wachsen können. Und das treiben wir jetzt weiter voran.

    EU-Kommissarin Vestager mit HuffPost-Herausgeber Cherno in Berlin.

    Aber wie kann die EU erreichen, dass Google und Facebook ihre Daten mit der Öffentlichkeit oder anderen Unternehmen teilen?

    Wir müssen diskutieren, wie wir unsere Vorstellung von essentiellen Infrastrukturen nutzen können – etwa von unseren Straßen, Stromnetzen und Abwasserkanälen. Wenn etwa ein Unternehmen Strom anbieten möchte, bitten wir dieses nicht, zuerst ein eigenes Netz zu bauen. Die Frage, die sich stellt: Ist Googles Suchmaschine eine solche essentielle Infrastruktur? Die Debatte darüber ist noch nicht abgeschlossen.

    Ein Vorwurf lautet: Die EU bestraft mit ihren scharfen Wettbewerbsregeln ausländische Internet-Giganten, weil sie selbst keine hat. Was entgegnen Sie?  

    Ich nehme das sehr ernst. Diese Anschuldigungen habe ich schon öfter gehört. Gleichbehandlung ist eine der Grundlagen Europas. Ob ein Unternehmen groß, klein, privat oder in öffentlichem Besitz ist – das sollte keinen Unterschied machen. Wenn ich unsere Entscheidungen durchgehe, sehe ich keine Abweichung davon. Und selbst wenn es eine gäbe, haben wir unabhängige Gerichte, die das verfolgen würden.

    Wenn Sie einen schnelllebigen Markt haben, muss auch die Strafverfolgung schnell sein. Und wir können noch schneller sein – etwa bei bestimmten Maßnahmen.

    Nachdem Sie sich Google & Co vorgeknöpft haben: Was haben Sie sich als nächstes vorgenommen?

    Wenn wir einen schnelllebigen Markt haben, muss auch die Strafverfolgung schnell sein. Und wir können noch schneller sein – etwa bei bestimmten Maßnahmen. Das werden wir bei einer Konferenz in der kommenden Woche besprechen. Bislang können wir etwa ohne ein juristisches Verfahren ein Unternehmen nicht aufhalten, wenn es sich illegal verhält. Dadurch entsteht Schaden für Wettbewerber und Kunden. Für eine solche Maßnahme sollte schon der Verdacht genügen – bevor das eigentlich Verfahren eröffnet wird.

    Während über Steueroasen berichtet wird, stecken viele Europäer in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Wie wollen Sie deren Vertrauen in die EU wiederherstellen?

    Viele Menschen haben in der Euro-Krise ihren Job verloren. Gleichzeitig steigt die Mehrwertsteuer und die Rente sinkt. Es schafft eine Menge Not unter den Bürgern. Und dann kommt Lux-Leaks, wo Leute erkennen, dass viele Unternehmen nichts zu unserer Gesellschaft beitragen. Und das ist völlig verständlich, dass man zuerst frustriert wird. Und dann wütend. Die Frage ist: Können wir die Art und Weise der Besteuerung irgendwie vereinfachen? Das versuchen wir gerade.  Wir sind noch nicht da, aber wir haben die richtige Richtung.

    Auch der Einfluss von Lobbyverbänden rüttelt an dem Vertrauen der Bürger in die EU. Wie kann auch dieses Vertrauen wiederhergestellt werden, dass in Brüssel immer noch die Politik und die Bürger das Sagen haben?

    Das ist eine sehr gute Frage. Wir brauchen dafür mehr Transparenz. Damit die Leute sehen können, was passiert. In Brüssel bei der Europäischen Kommission sieht das so aus: Wenn Sie sich mit einem Kollegen treffen möchten, müssen Sie sich registrieren und das Meeting muss öffentlich sein. Es ist wichtig zu sehen, wer kommt und wer wen trifft. Lobbyarbeit als solche ist nicht unbedingt schlecht, aber einseitige Lobbyarbeit kann ein großes Problem sein. 

    In Griechenland sinkt die Arbeitslosigkeit - allerdings ging im Zuge der Finanzkrise auch die Zahl der gut bezahlten Jobs zurück und die der schlecht bezahlten steigt. Tut die EU hier genug, um diesem Trend entgegenzuwirken?

    Es stimmt, dass die Arbeitslosigkeit zurückgeht. Allerdings ist sie in einigen Ländern unter jungen Menschen immer noch viel zu hoch. Aber ich würde sagen, dass die Richtung stimmt. Wahr ist aber auch: Wir sind in den Bereichen Besteuerung, Investitionen und Innovation noch lange nicht dort, wo wir sein sollten. Deshalb ist es ja auch gut, dass wir eine Europawahl vor uns haben – jeder kann beitragen, dass sich Dinge bewegen.

    Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärt die EU-Wahlen zu einer Auseinandersetzung zwischen einem fortschrittlichen, progressiven und einem nationalistischen Lager. Trifft diese Beschreibung zu?

    Für mich ist das Wichtigste, dass die Menschen zur Wahl gehen und abstimmen. Auch diejenigen, die soweit zufrieden sind, sollten abstimmen und mit ihrer Wahl sagen, dass alles soweit gut ist. Für mich ist die EU-Wahl eine Auseinandersetzung zwischen denjenigen, die die Demokratie in Europa konstruktiv nutzen wollen und denjenigen, die dieser Demokratie Schaden zufügen wollen. Zum Beispiel gibt es in Dänemark Kandidaten, die sagen: Wählt mich, dann setze ich mich dafür ein, dass die EU nicht mehr funktioniert.

    Für mich ist die EU-Wahl eine Auseinandersetzung zwischen denjenigen, die die Demokratie in Europa konstruktiv nutzen wollen und denjenigen, die dieser Demokratie Schaden zufügen wollen.

    Um nicht falsch verstanden zu werden: Man kann unterschiedlicher Meinung sein, wie viel Einfluss einzelne Mitgliedsstaaten haben sollen und wie viel Einfluss Brüssel in den einzelnen Staaten hat. Auch der Fokus der EU-Politik verändert sich, heute legen wir zum Beispiel mehr Gewicht auf Sicherheit und Klimawandel als vor zehn Jahren. Über all das kann man reden. Die zentrale Frage ist aber: Will man, dass die europäische Demokratie funktioniert – oder eben nicht.

    Diejenigen, die letzteres anstreben, haben vor allem in Osteuropa – aber nicht nur dort – enormen Zulauf. Haben Sie manchmal Angst, dass Europa zerbricht?

    Wenn ich tatsächlich mal an einem grauen, verregneten Tag diese Angst bekomme, dann schaue ich mir ein paar Statistiken an. Die zeigen, dass in eigentlich jedem Mitgliedsstaat mehr und mehr Menschen sagen, dass es gut ist, dass wir eine europäische Demokratie haben. Angesichts von Brexit und Trump scheinen viele auf die Demokratie in Europa zu schauen und sich zu denken: Am Ende ist das gar nicht so schlecht.

    Was erwarten Sie für die Europawahl?

    Es mag erst einmal für manche nicht positiv klingen, aber ich glaube, wir erleben gerade eine “Dänifizierung” der europäischen Politik.

    Das müssen Sie erklären.

    Die Wähler in meinem Heimatland sind sehr klug. Sie lassen sich nicht leicht beeindrucken. Sie haben seit Jahrzehnten keiner Partei eine Mehrheit gegeben. Sie lassen das Parlament aus acht oder neun Parteien bestehen, die zusammenarbeiten müssen, häufig in Minderheitsregierungen. Diese müssen dann mit dem Parlament zusammenarbeiten, um Gesetze zu verabschieden.

    Aber was ist daran jetzt gut?

    Die Wähler wollen von uns, dass wir miteinander sprechen, dass wir zusammenarbeiten. Man muss das allerdings üben, wie wir es seit Jahrzehnten in Dänemark tun. Was in Dänemark passiert ist, passiert gerade in ganz Europa und vielleicht auch bei der kommenden EU-Wahl. Die Wähler werden vielleicht ein Parlament bestimmen, in dem es keine offensichtliche Mehrheit gibt und wo es keine offensichtliche Koalition gibt. Vielleicht wollen die Wähler etwas Neues – Dänemark zeigt, dass das eine gute Sache sein kann.

    Eine zentrale Frage bei der EU-Wahl wird sein, wie wir Migration organisieren. Brauchen wir zum Beispiel mehr Migranten auf dem Arbeitsmarkt? Und warum schafft es die EU nicht, sich in der Migrationsfrage zu einigen?

    Wir müssen nicht nur die Menschen integrieren, die schon hier sind. Wir brauchen auch legale Migration und Zugänge zum Arbeitsmarkt. Ich denke, es ist logisch, dass es nicht möglich sein sollte, illegal nach Europa einzureisen. Weil dann Menschen hierherkommen, die keine Rechte haben und auf dem grauen oder schwarzen Arbeitsmarkt ausgebeutet werden.

    Meine Erfahrung ist, dass die Europäer nicht nur ein Herz, sondern auch den Willen haben, Flüchtlingen zu helfen. Aber sie erwarten von uns Politikern auch, dass wir eine Antwort auf die illegale Migration finden.

    Auf der anderen Seite gibt es natürlich eine Verantwortung aus Humanität, Flüchtlingen zu helfen und sie zu schützen. Jeder von uns würde Schutz wollen, wenn er in einer Situation wie die syrischen Flüchtlinge wäre. Denjenigen, die schon da sind, müssen wir es ermöglichen, ihre Traumata zu überwinden und auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, um das Beste aus ihren Fähigkeiten zu machen.

    Zieht Europa gerade die Mauern hoch?

    Hier müssen wir differenzieren und das ist schwierig. Natürlich kann man sagen, dass es keine illegale Migration geben sollte. Auf der anderen Seite wollen wir den Flüchtlingen helfen. Dann wollen wir Menschen von außerhalb Europas in den Arbeitsmarkt integrieren. Das ist alles gar nicht so einfach zusammenzukriegen.

    Aber vielen Beobachtern scheint es zumindest so, als würde Europa gerade seinen Status als sicherer Hafen für Flüchtlinge verlieren.

    Meine Erfahrung ist, dass die Europäer nicht nur ein Herz, sondern auch den Willen haben, Flüchtlingen zu helfen. Aber sie erwarten von uns Politikern auch, dass wir eine Antwort auf die illegale Migration finden. Eine der Antworten ist, dass wir afrikanische Staaten jetzt mehr dabei unterstützen, sich zu entwickeln. Sie müssen in der Zukunft viele viele Jobs schaffen, um den jungen Menschen in ihren Ländern eine Perspektive zu geben.

    Wie kann Europa der wachsenden Islamophobie begegnen?

    Wir können eine wirklich vielfältige Gesellschaft, in der sich jeder zuhause fühlt, nur erreichen, wenn wir uns alle besser kennenlernen. Unternehmen müssen neutral in ihrer Mitarbeiterauswahl sein, so dass jeder Kollegen mit einem unterschiedlichen Hintergrund haben kann. Das kann die Religion oder die Herkunft betreffen. Je besser wir uns kennen, je erfolgreicher sind wir.

    Wird das genügen, um den Zulauf für die Rechtspopulisten zu stoppen? Und was könnte ihn stoppen? 

    Die wichtigste Aufgabe ist, dass wir als Politiker unseren Job gut machen. Deshalb widme ich mich mit aller Kraft den Aufgaben meines Mandates als Wettbewerbs-Kommissarin. Manchmal muss man Dinge einfach umsetzen, um zu zeigen, dass man Wandel will. Auch wir Politiker müssen uns wandeln. Wir müssen offener sein und transparenter.

    Für die Lesbarkeit haben wir im Wortlautinterview die Reihenfolge und die Fragen redaktionell leicht überarbeitet.

    (jg)


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    Ex-AfD-Mitglied Poggenburg.

    ► Der sachsen-anhaltische Landtagsabgeordnete und einstige Landespartei-Chef André Poggenburg verlässt die AfD. AfD-Bundesvorstandsmitglied Kay Gottschalk bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der 43-Jährige seinen Austritt erklärt habe. 

    ► Poggenburg, der zum rechtsnationalen Flügel der Partei gehörte und in der Vergangenheit immer wieder durch verbale Entgleisungen auffiel, äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. Der Bundesvorstand der AfD hatte Poggenburg jüngst für zwei Jahre für alle Ämter gesperrt.

    Zuletzt sorgte er mit einem Tweet für Ärger, in dem er von einer “deutschen Volksgemeinschaft” sprach – einem Begriff, der häufig in der NS-Zeit verwendet wurde. AfD-Vorstandsmitglied Kay Gottschalk nannte die Wortwahl inakzeptabel. 

    ► Am Donnerstag hatte Poggenburg angekündigt, eine neue Partei zu gründen. “Das Projekt Parteigründung geht heute los”, sagte Poggenburgs Mitstreiter Egbert Ermer dem “Spiegel”

    Mehr zum Thema: AfD-Spaltung im Osten? Poggenburg will offenbar neue Partei gründen

    Was ihr über den Austritt Poggenburgs wissen müsst:

    In einer Fraktionssitzung am Donnerstag in Magdeburg forderten seine Parteikollegen von ihm ein “klares und aufrichtiges” Bekenntnis zur AfD.

    Am Mittwoch hatte Poggenburg zwar noch offen gelassen, ob er in der AfD und der Fraktion in Sachsen-Anhalt bleibt. Allerdings sagte der 43-Jährige schon da:

    “Wenn sich das Logo und die Sache, für die man angetreten ist, immer weiter voneinander wegbewegen, muss man sich irgendwann entscheiden, ob man dem Logo oder der Sache folgen will.”

     

    Warum sich die AfD-Spaltung in den vergangenen Tagen ankündigte:

    Poggenburg musste sich bei seinen Abgeordneten-Kollegen zuletzt wegen angeblicher Spaltungsabsichten rechtfertigen. Sie forderten von ihm in einer Mitteilung ein Bekenntnis zur AfD. 

    Poggenburg nutzt neuerdings bei Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken den Namen “Die Nationalkonservativen”.

    Das sei ein loses Netzwerk, in dem gut 100 Menschen diskutierten, die mit den Entwicklungen in der AfD unzufrieden seien, sagte er zuletzt. Ob daraus eine Strömung in der Partei werde oder etwas anderes, könne er nicht absehen.

    Nach Poggenburgs Rücktritt schrieb der AfD-Fraktions-Chef in Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, auf Twitter: “Endlich - ich hoffe, er nimmt den ganzen Narrensaum und die selbst ernannten Patrioten mit!”.


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    • 2019 startete für viele Politiker mit einem Schock. Ein 20-JährigerDatendieb hatte massenweise private Informationen von Politikern gesammelt und öffentlich gemacht.
    • Angesichts des bevorstehenden Wahljahres widmet sich auch der erste Polittalk des Jahres dem Thema “Datenklau”.

    Zum Start des neuen Jahres wurden viele Politiker eiskalt erwischt.

    Nicht wegen der eisigen Temperaturen der letzten Tage, sondern wegen des massiven Daten-Leaks, von dem rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten betroffen sind. Ein 20-jährigerDatendieb hatte massenweise private Informationen von Politikern gesammelt und öffentlich gemacht.

    Auch die erste Talkshow im Jahr 2019, bei der unter anderem Justizministerin Katharina Barley zu Gast war, widmete sich daher dem großen “Datenklau”.

    Von der SPD-Ministerin gelangten ebenfalls persönliche Daten ins Netz, wie sie in der ersten Ausgabe von “Maybritt Illner” im neuen Jahr verriet:

    “Es ist einfach ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man erstmal hört, du bist da auf so einer Liste und von dir stehen Daten öffentlich verfügbar im Netz. Dann ist das ja erstmal ein bisschen so ein Gefühl, wie wenn bei einem eingebrochen wird.”

    Barley ist noch glimpflich davon gekommen. Wie sie berichtete, seien es größtenteils veraltete Daten gewesen. Doch das Bundesinnenministerium spricht von 50 schwerwiegenden Fällen, bei denen größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden.

    Die Gäste bei “Maybritt Illner”:

    ► Katarina Barley: SPD-Bundesjustizministerin

    ► Stephan Mayer: CSU-Politiker und Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium

    ► Anke Domscheit-Berg: Ex-Grüne und Linke-Netzpolitikerin

    ► Peter Hense: Spezialist für IT-Recht und Datenschutz

    ► Miriam Meckel: Verlegerin des Digitalmagazins “ada”

    ► Ranga Yogeshwar: Physiker und ARD-Wissenschaftsjournalist

     “Datenschützer sind Spaßbremsen” 

    Barley, die sich auch als Datenschutz- bzw. Verbraucherschutzministerin versteht, berichtete davon, wie fahrlässig einige ihrer Kollegen mit dem wichtigen Thema Datenschutz umgehen:

    “Ich erlebe (...) , dass man im politischen Betrieb, so lange kein Skandal passiert, man als Datenschützer (...) in diese Spaßbremse-Spielverderberecke gestellt wird.” 

    Viele ihrer Kollegen würden das Thema Datenschutz als “fortschrittsbremsend” wahrnehmen. Doch wie Barley mahnend festhielt, handelt es sich um ein wichtiges und empfindliches Thema. Es handele sich schließlich um den Schutz des persönlichen Bereiches. “Wir schützen ja nicht Daten, wir schützen Menschen.” 

    Die Mär vom Staatstrojaner

    Hitzig wurde später die Diskussion zwischen Linke-Netzpolitikerin Anke Domscheit-Berg (parteilos für die Linke im Bundestag) und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer (CSU).

    ► Domscheit-Berg warf der Bundesregierung vor, dem Bundesnachrichtendienst (BND) über einen Zeitraum von fünf Jahren ”über mehr als vier Millionen Euro Steuergeld” zur Verfügung zu stellen, “um Sicherheitslücken auf dem schwarzen Markt aufzukaufen”, was eine “bodenlose Frechheit“ sei. Dies gefährde “unser aller Sicherheit, das geht gar nicht”, sagte Domscheit-Berg.

    “Und da können Sie nicht sagen: Man muss sich selber sichere Passwörter machen, (ein) bisschen mehr aufpassen. (...)  Die Verantwortung der Bundesregierung, die liegt bei Ihnen und die müssen Sie Bitteschön auch übernehmen.” 

    ► Mayer entgegnete, dass es eben eine “zweigeteilte Verantwortung”, also auch eine Verantwortung der Bürger selbst gebe. Er wolle dem “deutlich entgegentreten“, “dass der Staat in Deutschland, dass die Bundesregierung die Sicherheitsbehörden ertüchtigt, sich bewusst Sicherheitslücken zu Nutze zu machen”, sagte Mayer:

    “Das ist nicht unsere Strategie. Es werden hier nicht irgendwelche backdoors bewusst genutzt, um die Bürger auszuspähen”.

    ► Dann hakte ZDF-Moderatorin Maybritt Illner nach:

    “Aber die Frage ist ja berechtigt. Es gibt ein Interesse Staatstrojaner zu halten, damit man tatsächlich (...) Schlachten gewinnt.”

    Die angesprochenen Sicherheitslücken, die Domscheit-Berg zuvor angesprochen hatte, würden eben “als Lücke bestehen bleiben und nicht geschlossen werden”.

    ► Mayer entgegnete, dass es bei dem Staatstrojaner aber lediglich “um ganz spezifische Einzelfälle” gehe: “Wenn jemand verdächtig ist, einen Terroranschlag zu unternehmen. Oder wenn jemand verdächtig ist, sich eines Kapitalverbrechens schuldig gemacht zu haben.” In diesen Fällen sei Meyer “sehr wohl der Auffassung”, dass es zur Überführung des Täters auch möglich sein müsse, “in die IT der betreffenden Person einzugreifen”.

    ► Der Streit spitzte sich zu: 

    Domscheit-Berg: “Ja, das geht nicht ohne Sicherheitslücke, die Millionen anderer Menschen gleichzeitig gefährdet”.

    Mayer: “Ne, ne. Eben nicht.

    Domscheit-Berg: “Genau das tut sie.”

    Mayer: “Nicht Millionen, Frau Domscheit-Berg. Nicht die Millionen anderer Menschen gefährdet, sondern die ganz in diesem spezifischen Fall ermöglicht in den PC in das Notebook dieser Person einzudringen.”

    Domscheit-Berg: “Mit einer Sicherheitslücke, die alle anderen Hacker, die diese Lücke kennen auch nutzen können. Ich weiß gar nicht wie man das so rosa beschreiben kann.”

    Mayer: “Ich beschreib des nicht rosa...” 

    Domscheit-Berg: “Doch.”

    Mayer: “Ich beschreibe wie die Notwendigkeiten sind ..

    Domscheit-Berg: “Sie beschreiben die Tatsachen falsch.” 

    Als Mayer zu einer erneuten Verteidigung des Staatstrojaners ausholte, hatte Domscheit-Berg nurmehr ein müdes Lächeln für den Staatssekretär übrig.


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    Jamie Cattanach war jahrelang übergewichtig. Wenn sie irgendwann schlank sein würde, hatte sie immer gedacht, wäre sie glücklich. Doch als sie es endlich geschafft hat, abzunehmen, sieht sie sich mit ganz anderen Problemen konfrontiert. 

    Ich stand mit meiner Mutter in einer Umkleidekabine des Kinderbekleidungsgeschäfts “Limited Too” in Miami.

    “Du tust mir weh”, sagte ich zu ihr, als sie versuchte, meinen Körper in ein T-Shirt mit einer Amerika-Flagge zu quetschen. Es war bereits die größte Kleidergröße, die in dem Laden verkauft wurde. Meine Mutter wollte mir einfach nur helfen.

    In der dritten Klasse wälzte ich stundenlang die Kataloge von “Limited Too”. Ich wünschte mir nicht nur sehnsüchtig eines der bauchfreien Bandana-Oberteile im Boho-Chic, sondern ich träumte auch davon, den passenden Körper dafür zu haben.

    Meine Mutter hatte mir das Amerika-Shirt für eine patriotische
    Schulveranstaltung gekauft, bei der wir statt unseren khakifarbenen Schuluniformen ausnahmsweise die Farben Rot, Weiß und Blau tragen sollten. Am Ende zog ich dann aber doch irgendetwas anderes an.

    Nachdem ich meine komplette Kindheit in einem übergewichtigen Körper verbracht hatte, gelang es mir mit Anfang 20 endlich, knapp 40 Kilogramm abzunehmen. Es passierte zu einem Zeitpunkt, an dem ich dachte, dass ich bereits alles versucht hätte.

    Zunächst wandte sich mein Leben zum Besseren 

    Das behauptete ich damals zumindest immer gegenüber meinem Freund, der
    ständig Kommentare über die Attraktivität anderer Frauen abließ, die schlanker waren als ich. Er versicherte mir immer wieder, dass es eigentlich nur um Thermodynamik ginge und dass ich Gewicht verlieren könne, wenn ich
    es nur “wirklich wollen” würde. In dem passiv-aggressiven Versuch, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, aß ich irgendwann überhaupt nichts mehr. (Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie gesund diese Beziehung war?)

    Als meine Pfunde plötzlich zu purzeln begannen, musste ich zugeben, dass er recht gehabt hatte. Doch angesichts meines neuen Körpers hatte letzten Endes doch ich gewonnen. Zumindest sah ich das damals so. Durch den Gewichtsverlust hat sich mein Leben auf vielerlei Weise zum Besseren gewendet. Mein erhöhter Blutdruck und mein Ruhepuls begannen sich zu normalisieren und erreichten irgendwann sogar sportliche Werte.

    Außerdem entdeckte ich meine Leidenschaft für schwere Bergwanderungen und fürs Gewichtheben. Nachdem ich so viel überschüssiges Körperfett verloren hatte, begann ich auch, mich im Bett so richtig auszutoben. Ich war berauscht davon, dass ich plötzlich permanent die Aufmerksamkeit von Männern auf mich
    zog. Denn danach hatte ich mich schon so lange gesehnt.

    Die Männer liebten meinen neuen Körper

    Innerhalb von einem halben Jahr probierte ich meinen neuen Körper mit sechs verschiedenen Partnern aus. Zuvor hatte ich in den vier Jahren, nachdem ich meine Unschuld verloren hatte, gerade einmal mit zwei Männern geschlafen.

    Ich habe diesen “neuen” Körper jetzt seit fast 5 Jahren. Inzwischen ist mir jedoch auch klar geworden, welche weniger unmittelbaren und auch nicht so schönen Folgen ein solch massiver Gewichtsverlust mit sich bringen
    kann.

    Abzunehmen ist in der Umsetzung zwar schwierig, in der Theorie jedoch ganz leicht: Man muss einfach nur weniger zu sich nehmen, als man verbrennt. In der Realität erfordert dies natürlich einen wahnsinnigen Aufwand. Außerdem können Diäten dauerhafte Auswirkungen auf die Psyche haben.

    In dem Netflix-Film “To the Bone” wird einer von Lily Collins gespielten Anorexie-Patientin vorgeworfen, dass sie am “Kalorien-Asperger-Syndrom” leide. Und obwohl man mich bestimmt nie für magersüchtig halten wird, verstehe ich das sehr gut. Wenn ich Essen sehe, denke ich nicht mehr einfach nur an Nahrung, sondern an bestimmte Zahlen.

    Und dann kommen die Fress-Anfälle

    Ich überlege mir, wie viele Kalorien und Kohlehydrate enthalten sind und wie lange ich trainieren muss, um diese wieder zu verbrennen. Ich kontrolliere nach wie vor jeden einzelnen Bissen, den ich zu mir nehme. Dazu gehören sogar Kaugummis und Mineralwasser. Ich verbringe fast jeden Tag zwei Stunden im
    Fitnessstudio. Ich halte mich an strenge und relativ willkürliche Essensvorschriften. Manchmal bekomme ich spätabends extreme Essanfälle.

    Und obwohl ich dann nur Lebensmittel zu mir nehme, die in meinen Augen “erlaubt sind”, kann es trotzdem passieren, dass ich auf einen Schlag 2.000 Kalorien verspeise. Ich verschlinge dann beispielsweise ein halbes Pfund Mandeln oder eine ganze Packung Protein-Riegel. Am nächsten Tag
    versuche ich, den Ausrutscher wieder gutzumachen, indem ich den Crosstrainer auf die höchste Stufe stelle, um alles sofort wieder zu verbrennen.

    Dieses Verhalten hört sich vielleicht nach einer Essstörung an. Und es kann durchaus sein, dass ich tatsächlich ein Problem habe. Ich gebe selbst oft halb im Scherz zu, dass ich an Sport-Bulimie leide. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich mich ungefähr bei Stufe 3 einordnen.

    Viel schlimmer ist jedoch noch, dass ich bisher nur noch nicht mit einer Essstörung diagnostiziert worden bin, weil ich eine unglaubliche Angst davor habe, mir Hilfe zu suchen. Für mich ist es viel leichter, einfach so weiterzuleben wie bisher. Ich mag mein gestörtes Essverhalten.

    Ich mag das Gefühl der Kontrolle  

    Ich mag das Gefühl von Kontrolle, das es mir zu geben scheint. Auch wenn ich es offensichtlich so gar nicht mehr unter Kontrolle habe. Das Problem ist das Gefühl von Macht, das mein Essverhalten mir vermittelt. Ich erlebe dieses Gefühl, wenn ein Mann seinen Kopf aus dem Lastwagenfenster steckt und sagt: “Meine Dame, sie sehen absolut großartig aus ― nur falls Ihnen das heute noch niemand gesagt haben sollte.”

    Oder wenn ein Mann vor mir auf dem Gehweg auf die Knie fällt und seine Hände wie zum Gebet in den Himmel hebt. Und wenn ein Mann in einem Café auf meine überschlagenen Beine schaut und mich fragt, ob ich Tänzerin bin.

    Darüber hinaus genieße ich auch viele praktische Vorteile. Zum Beispiel, wenn ein Mann an der Kasse mich hinter der Glaswand schüchtern anlächelt und nach einem freien Platz für mich sucht, obwohl die Vorstellung bereits ausverkauft ist. Oder wenn ich wieder einmal mit einer einfachen Verwarnung davonkomme, obwohl ich zu schnell gefahren bin.

    Dass ich mich in diese Richtung entwickelt habe, liegt mitunter daran, dass man mir früher in unmissverständlichen Worten klargemacht hatte, dass ich eklig war. In der Highschool war ich das Mädchen, das die Jungs in ihren Mutproben küssen mussten. Sie taten das, weil sie allein die Vorstellung davon für
    unglaublich lustig hielten.

    Frauen tun so viel aus Angst um ihre Schönheit

    Wenn einer der Jungs mich küsste, begann mein Herz wie wild zu flattern, weil ich mich so sehr nach Aufmerksamkeit gesehnt hatte. Das Leben nun von der anderen Seite aus betrachten zu können, ist atemberaubend und unvorstellbar.

    “Die ganze Welt legt sich schönen Frauen zu Füßen”, hatte ich einmal in mein Tagebuch geschrieben. Ich war mir dabei jedoch noch immer nicht so ganz sicher gewesen, ob ich dieses Adjektiv denn überhaupt verdiente.

    Das Problem ist, dass einem erst viel zu spät bewusst wird, warum man sich eigentlich so sehr nach dieser Art von Aufmerksamkeit gesehnt hat. Die Wahrheit ist, dass in unserer Kultur der Wert einer Frau extrem stark von ihrem äußerlichen Erscheinungsbild abhängt. In unserer Kultur erfahren Frauen, dass sie nur dann etwas wert sind, wenn sich auch ihr Körper gut verkaufen lässt.

    Das Problem ist jedoch, dass Frauen unter diesen Umständen alles tun, um die aufgewertete Version von sich selbst erhalten zu können. Durch die Angst um meine momentane Schönheit ― oder genauer gesagt die Angst davor, diese zu verlieren ― lasse ich mich in einen Käfig sperren. Ich verbringe mein Leben damit, Kalorien zu zählen und auf dem Stepper zu trainieren. Dieses Leben ist jedoch überhaupt nicht so, wie ich es mir früher einmal ausgemalt hatte.

    Das Leben als schlanke Frau ist nicht so toll wie ich dachte 

    Ich erinnere mich daran, dass ich den hübschen, schlanken Mädchen dabei zugeschaut hatte, wie sie mittags wunderbarerweise Pizza und Pommes essen konnten, ohne offensichtliche Konsequenzen tragen zu müssen. Ich stellte mir ihr Leben wie eine einzige Party vor: Sie wurden permanent angeflirtet und konnten darüber hinaus auch noch ohne jegliche Reue die feinsten Leckereien genießen.

    Als ich dann jedoch einen ebenso schlanken Körper wie diese Mädchen bekam, blieb mir dieser unbeschwert wirkende Lebensstil versagt. Denn ich war zur Sklavin meiner neuen Schlankheit geworden, die ich jederzeit wieder verlieren konnte. Alkohol hat viel zu viele Kalorien. Und da ich bereits frühmorgens wie verrückt im Fitnessstudio trainiere, bin ich auch viel zu müde, um abends auszugehen.

    Außerdem bin ich ein introvertierter Mensch, der zu Suchterkrankungen neigt. Deshalb bleibe ich abends meist zuhause und lese Bücher oder mache Kreuzworträtsel. Ich empfinde mein gutes Aussehen als schwindende Ressource. Ich fühle mich wie eine Lampe, dessen allmählich immer schwächer werdendes Licht ich verschwende.

    Ständig überprüfe ich mein Gewicht 

    Der vielleicht überraschendste Aspekt an meinem enormen Gewichtsverlust ist jedoch der, dass ich noch immer mit mir zu kämpfen habe. Ich habe so viel geleistet und mich wahnsinnig angestrengt. Doch obwohl ich so viel getan habe, um das Gegenteil zu erreichen, verbringe ich noch immer viel mehr Zeit damit, meinen Körper zu hassen, als ihn zu lieben.

    Ich drücke und quetsche vor dem Spiegel an meinem Gesicht herum. Ich ziehe die Haut an meinem Kinn zurück und kontrolliere, ob meine Schönheit noch intakt ist ― wenn sie das denn überhaupt jemals war. Ich habe die vergangenen fünf Jahre in der Überzeugung und Angst gelebt, dass ich das ganze Gewicht jeden Augenblick wieder zulegen könnte.


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    Die Herzogin führt mit Prinz William eine glückliche Ehe. 

    • Lady Di hat mit Prinz Charles eine unglückliche Ehe geführt – doch nicht nur das.
    • In einer Dokumentation verriet ihr ehemaliger Butler nun, dass Herzogin Kate heute genau das besitzt, was Lady Di sich immer gewünscht hatte.

    Viele dürften sich an das Interview von Lady Diana und Prinz Charles erinnern, nachdem beide ihre Verlobung bekannt gaben. Etwas verhalten haben sie damals auf die Fragen des Reporters geantwortet.

    Während Diana auf die Frage, ob beide verliebt seien, wie aus der Pistole geschossen “Ja, natürlich” antwortete, entgegnete Charles nüchtern “Was auch immer ‘Verliebtsein’ bedeutet.” Schon damals war klar, dass Prinz Charles und Diana vielleicht doch nicht zusammen gehörten. 

    Trotzdem heiratete das Paar 1981, zwei Söhne folgten: Prinz Harry und Prinz William.

    Der heute 36-jährige William hat inzwischen eine eigene Familie: Frau Kate und die drei Kinder Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis. 

    Paul Burrell, Ex-Butler von Lady Di, verriet in der Dokumentation “The Diana Story”, dass Kate heute genau das besitzt, was sich Lady Di immer gewünscht hatte.

    Burrell: “Kate kann sich wirklich glücklich schätzen (...)”

    Diana war in der Ehe mit Charles sehr unglücklich und sehnte sich nach Liebe und Zuneigung. Das ist genau das, was Kate heute hat. Sie habe einen Ehemann, der sie schätzt und liebt, sagte Burrell.

    “Kate kann sich wirklich glücklich schätzen, weil sie etwas hat, das Diana nie hatte. Sie bekommt die Liebe und die Unterstützung eines Mannes, der sie aufrichtig liebt.”

    Das gebe ihr die Kraft, im britischen Königshaus ihren royalen Pflichten nachzugehen, fügte der Ex-Butler hinzu.

    Ex-Butler: “Kates Hochzeit war persönlicher”

    Links: Lady Di und Prinz Charles 1981. Rechts: Herzogin Kate und Prinz William 2011.

    Über Lady Dianas Hochzeit sagte der Ex-Butler: “Es war eine romantische Hochzeit, die in die damalige Zeit passte. Wenn man sich jedoch Kates und Williams Hochzeit in der Westminster Abbey anschaut, war es einfach anders, es war persönlicher.”

    Außerdem hat Kate noch etwas anderes, dass Diana sich immer gewünscht hatte – nämlich eine Tochter. “Diana wollte immer eine Tochter haben”, sagte Burrell.

    (nmi)

     

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    Rob Monster, Christ und Nazi-Unterstützer (Symbolbild).

    Sie tun es meist still und leise: Tech-Firmen sorgen dafür, dass Neonazis im Internet eine Plattform finden, auf der sie nach Lust und Laune Veranstaltungen organisieren oder ihre Propaganda verbreiten können.

    Verlangt man von den Firmen dann eine Erklärung, erhält man meist nur vage Aussagen zur Meinungsfreiheit. Doch Rob Monster, Gründer und CEO des Domainverwalters Epik, berichtet häufig und gerne darüber, wie er der Webseite “Gab” – einem Portal, das sich besonders unter Neonazis und Rassisten in aller Welt großer Beliebtheit erfreut – nach einer größeren Krise wieder auf die Beine geholfen hat.

    Und Monsters Entscheidungen haben eine enorme Tragweite: Die Wiedereröffnung von “Gab” war ein ernster Rückschlag für eine stets wachsende Aktivistenbewegung, die sich dafür einsetzt, Rassisten ihre Plattformen zu nehmen und sie damit in die Irrelevanz zu befördern.

    In der Welt der großen Technologieunternehmen ist Monster zwar nur ein kleiner Fisch. Es gelang ihm dennoch mit spielender Leichtigkeit und ganz aus eigener Kraft, Rechtsextremisten im Internet eine neue Plattform zu verschaffen.

    Monsters Geschichte zeigt, wie einflussreiche Menschen, eine gefährliche und teils gewalttätige Szene befördern. Es ist eine Geschichte über Hass, über Lügen und Täuschungen.

    Monsters Geschichte zeigt auch, dass der Kampf gegen den Hass im Internet nur erfolgreich sein kann, wenn sich ihm jeder Internetanbieter ohne Ausnahme verschreibt. 

    Er verteidigt die Seite auch nach dem Anschlag von Pittsburgh

    Monster ließ die Domain der Webseite “Gab” im November von seiner Firma registrieren. Zuvor hatten mehrere Internetanbieter sich geweigert, für “Gab” zu arbeiten. Kurz zuvor war herausgekommen, dass der Schütze von Pittsburgh, der elf Menschen in einer Synagoge ermordet hatte, ein aktiver Nutzer des Netzwerkes war.

    Monster, ein gläubiger Christ, der häufig aus der Bibel zitiert, verteidigte die gewalttätigen Neonazis von “Gab” daraufhin mehrfach öffentlich. Zudem verleumdete er Kritiker, die gefordert hatten, die Seite stärker zu regulieren. 

    Monster behauptet auf Twitter, sein einziges Ziel sei es, die Welt mit ”#Peace”, ”#LoveNotHate”, ”#Truth” und ”#FreeSpeech” zu erfüllen. Es läge ihm ausschließlich daran, Menschen in einem “rationalen Dialog” zusammenzubringen. Dies sei seine gottgegebene Mission auf dieser Erde.

    Monster verneint dabei, selbst ein Rassist oder Neonazi zu sein. Er habe viele jüdische Freunde, wie der CEO vergangenen Monat in einem Beitrag auf seinem Firmenblog behauptete. Diese hätten ihn mehrfach sogar als ‘Mensch’ bezeichnet. In der jiddischen Sprache bezeichnet das Wort ‘Mensch’ eine ehrenwerte Person mit hoher persönlicher Integrität und noblen Absichten.

    Doch Monsters persönliche Ideologie und Rhetorik lassen sich manchmal nur schwer von den Aussagen unterscheiden, die Neonazis auf “Gab” verbreiteten.

     

    “Wie eine Schweizer Bank, aber für Internetdomains”

    Monster, 51 Jahre alt, niederländisch-amerikanischer Herkunft, stammt gebürtig aus Philadelphia, wo er eine Quäker-Schule besuchte. Nach einem Masterstudium in BWL an der Cornell University in Ithaca zog es ihn zunächst zum Großkonzern Procter & Gamble.

    Auf seinem Posten bei P&G verbrachte er mehrere Jahre, unter anderem auch in Deutschland und Japan. Danach gründete er eine eigene Marktforschungsfirma.

    Diese musste er nach einem Streit mit dem Aufsichtsrat im Jahre 2007 allerdings zwangshalber verlassen.

    In diesem Jahr erlebte Monster offenbar auch einen Moment der religiösen Erleuchtung. 2016 sagte er in einem Interview, dass er “durch intensive Nachforschungen zu dem Schluss gelangt (sei), dass der Gott der Bibel der wahre Erzeuger des Universums ist, und dass sich durch die Entscheidung, sich von unserem Herren Jesus Christus aus freien Stücken erlösen zu lassen, einen Pfad ins ewige Leben auftut.”

    Auf eine Liste mit zwölf Fragen, die die HuffPost Monster zukommen ließ, erhielten wir keine Antwort. Unter anderem wollten wir erfahren, wie genau der Austritt Monsters aus seiner alten Firma abgelaufen war.

    Monster gründete seine Firma Epik 2009. Er beschreibt die Firma als “eine Art Schweizer Bank, aber für Internetdomains”. Ein neutrales Unternehmen, das Geld von jedem annehme – offenbar auch von Nazis.

    Er versprach ausgezeichneten Kundenservice und erschien selbst häufig in Internetforen, um Kunden persönlich Rede und Antwort zu stehen. Im späten Oktober dieses Jahres veröffentlichte Monster dann eine Verteidigung des sozialen Netzwerks “Gab”.

    Ein Nutzer der Webseite, der dort mehrfach hasserfüllte Kommentare verfasst hatte, stand zu diesem Zeitpunkt bereits vor Gericht, weil er elf Menschen jüdischen Glaubens beim Beten in einer Pittsburgher Synagoge erschossen hatte. Internetanbieter zogen sich nach diesem Ereignis von dem sozialen Netzwerk zurück. Nachdem GoDaddy, der Registrator der Domain von Gap, damit drohte, die Plattform löschen zu lassen, ging das Netzwerk kurzfristig offline.

    Einsatzkräfte vor der Synagoge in Pittsburgh. 

    Monster behauptet, “Gab” vor dem Massaker in Pittsburgh nicht gekannt zu haben. Am Tag nach der Schießerei erklärte er auf dem brancheninternen Internetforum “NamePros”, er habe eine alte Version des sozialen Netzwerkes aus dem Archiv begutachtet und dort keine besorgniserregenden Inhalte entdecken können.

    Die Reaktion des Konkurrenten GoDaddy halte er für “absolut ungeschickt”.

    Ein anderes Mitglied des Forums wies Monster darauf hin, dass GoDaddy schlicht die eigenen Benutzerregeln umgesetzt habe, in denen Aufrufe zur Gewalt klar untersagt seien.

    Monster wehrte sich gegen die Vorwürfe, indem er behauptete, die Schießerei in Pittsburgh sei ein fingierter Angriff gewesen. Als ein dritter Nutzer Monster in dem Forum vorwarf, er würde von der “Gab”-Kontroverse profitieren und Extremisten einen Nährboden schaffen, entgegnete der Epik-CEO:

    “Ich bin ein bibeltreuer Christ. Manche Menschen scheinen zu glauben, dass ich deswegen verrückt sei. Andere glauben, es würde bedeuten, dass ich Hassreden nicht verurteile. Das Gegenteil ist der Fall: Ich bin nicht verrückt und ich begegne jedem Menschen mit Nächstenliebe.”

    Monster beschloss, dass es nun an ihm läge, “Gab” zu retten. Er vereinbarte ein Treffen mit Andrew Torba, dem Gründer des Netzwerkes. Dieser war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil er mit seinem Unternehmen aktiv weiße Nationalisten angeworben hatte.

    Monster beschrieb Torba als “jungen und früher wohl ziemlich wilden CEO, der sich mutigerweise einem vielversprechenden und nützlichen Projekt widmet”. Eine Woche nach seiner Schließung war Gab dann wieder online und ohne Probleme zu erreichen.

    Monster meldete sich bei “Gab” an

    Nachdem er “Gab” wieder ans Netz gebracht hatte, erstellte Monster sich ein eigenes Benutzerkonto und rief die Nutzer der Seite dazu auf, sich wie “verantwortungsbewusste Partner und Ordnungshüter” zu verhalten.

    Doch bald schon klangen seine Kommentare immer mehr nach denen der extremsten Nutzer des Netzwerkes – und immer weniger wie die Aussagen eines angeblich neutralen Tech-CEOs. Trotz seines ethnisch und religiös vielfältigen Freundeskreises scheint es, als habe Monster nichts gegen die antisemitische und fremdenfeindliche Hetze, die auf “Gab” verbreitet wird.

    Erst diesen Monat teilte Monster auf Twitter ein Video des kanadischen Rechtsnationalen Faith Goldy. Dieser bezeichnete Migranten in dem Video als Bringer von “Vergewaltigungsorgien, Shariagesetzen und spektakulären terroristischen Exzessen.”

    Auch mit seinen eigenen Meinungen hielt Monster sich kaum zurück. “Gibt es viele ‘jüdische’ Menschen, die sich in Machtpositionen befinden und viel Einfluss ausüben? Mit Sicherheit. Glaube ich, dass Gott das gefällt? Nein, ich denke, das gefällt ihm nicht”, postete Monster im vergangenen November auf “Gab”.

    Er wünsche jüdischen Menschen zwar nicht, dass sie Schaden nehmen, sagt Monster. “Gott wird aber letztendlich auf seine eigene Art und zur richtigen Zeit über sie urteilen, unabhängig von allen Verschwörungen und Flunkereien, die sich auf dem Weg dorthin vielleicht ereignen mögen.”

    Im selben Monat warf ein anderer Nutzer Monster vor, sich wie eine “jüdische Ratte” (er benutzte den rassistischen englischen Ausdruck “kike” für Jude) ausgedrückt zu haben.

    Der CEO entgegnete daraufhin, er sei “mit Sicherheit kein Jude” und stünde “keinesfalls unter irgendjemandes Einfluss”. Als ein weiterer “Gab”-Nutzer beisteuerte, es beruhige ihn zu wissen, dass die Seite nicht unter der Fittiche von jemandem stünde, “der vor den Globalisten (Ein Ausdruck, der als antisemitischer Kampfbegriff dient, Anm. Red.) buckelt,” gab Monster zur Antwort: “Ja, absolut.”

    Einem anderen “Gab”-Nutzer, der hinterfragte, warum der Aufsichtsrat von Epik zwei jüdische Mitglieder habe, versicherte Monster, dass “es in der Zukunft nützlich sein könnte, jüdische Aufsichtsratsmitglieder zu haben”. Denn, so schrieb Monster: “Dadurch lassen sich bestimmte Entwicklungen besser in Schach halten.”

    Tal Moore, einer der beiden jüdischen Aufsichtsratsmitglieder von Epik, trat am Anfang dieses Monats von seinem Posten zurück. Als Grund dafür nannte er der HuffPost die Verflechtungen seiner Firma mit “Gab”. Braden Pollock, der zweite Betroffene, der mit der renommierten Bürgerrechtsanwältin Lisa Bloom verheiratet ist, antwortete nicht auf unsere Bitte um eine Stellungnahme.

    Rob Monster, der Verschwörungstheoretiker

    Monsters Aufgreifen des Grundtenors von “Gab” geht weit über eine schlichte Anbiederung an Rassisten und Antisemiten hinaus. Genau wie viele andere Nutzer des sozialen Netzwerkes scheint auch Monster hoch anfällig für Verschwörungstheorien und Falschinformationen zu sein.

    “Ist irgendjemandem sonst noch aufgefallen, dass es sich bei der Geschichte um den verschwundenen Missionaren um psychologische Kriegsführung handeln könnte?,” schrieb Monster vergangenen Monat. Dazu postete er einen Link zu einem CNN-Artikel über einen amerikanischen Missionaren, der versucht hatte, die Einwohner der tropischen North-Sentinel-Insel im Golf von Bengalen zum Christentum zu konvertieren – und dabei von den Einwohnern getötet wurde.

    “Welche bessere Möglichkeit gäbe es denn, Christen davon abzuhalten, ihre Große Mission zu erfüllen, als sie alle davon überzeugen, dass ihr Herrgott sie auf ihren Wegen nicht begleitet?”, schrieb er. 

    Zu Beginn dieses Monats verbreitete Monster die Theorie, es handle sich bei einem von Hakenkreuzen überzogenen “Gab”-Nutzerkonto in Wahrheit um ein “Fake-Profil eines Liberalen”.

    Es sei von einem Mitglied der Psychologie-Fakultät der State University of New York in Geneseo eingerichtet worden. Er behauptete, die auf dem Profil angegebene Telefonnummer stimme mit einer anderen Telefonnummer überein, die er auf einer veraltet aussehenden Website eines Akademikers gefunden habe.

    Der beschuldigte Professor unterrichtet allerdings seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr an der State University of New York. Die von Monster zitierte Webseite stamme zudem aus dem Jahre 1997, erklärte Monique Patenaude, die Pressesekretärin der Universität, der HuffPost.

    Die von Monster angegebene Telefonnummer ist heute außer Betrieb, und die Ortsvorwahl der Nummer wird in Geneseo schon seit vielen Jahren nicht mehr ausgegeben. Stattdessen sei sie 2001 von der Stadt Buffalo übernommen worden, sagte Patenaude.

    Die HuffPost ließ Monster diese Informationen zwar zukommen, dieser verweigerte aber eine Stellungnahme.

    Rob Monster, der Vermittler

    Jedem, der sich bei ihm über “Gab” beschwert, entgegnet Monster für gewöhnlich, dass er nicht der Administrator der Seite sei und deshalb für diese keine Verantwortung trage.

    Beschwerden leitet er meist an Torba weiter, der dafür bekannt ist, missbräuchliches Verhalten auf seiner Plattform einfach zu ignorieren. Doch vor kurzem ereignete sich ein Vorfall, bei dem Monster versuchte, sich als Vermittler zwischen einigen der berüchtigsten Neonazis des Netzwerkes und ihren Kritikern zu betätigen. Es sagt viel über Monster aus, dass er sich dabei auf die Seite der Nazis schlug.

    Mehrere Tage nach der Wiedereröffnung von “Gab” tweetete die Journalistin Hillary Sargent, dass Chris Cantwell, ein bekennender Neonazi, die Plattform dazu nutze, ein Computerspiel namens “Angry Goy 2” zu bewerben.

    Cantwell habe versprochen, das Spiel würde es Nutzern gestatten, “(...) Transen, Schwuchteln, N****, Juden und Schlappschwänze abzuschlachten, bis ihnen das Hören und Sehen vergeht.”

    Kurz darauf erklärte der Neonazi die Journalistin Sargent zu seinem nächsten Ziel. “Irgendjemand sollte ein Videospiel entwickeln, bei dem die Spieler Reporterinnen der ‘New York Times’ vergewaltigen und würgen können, während sie ihnen außerdem noch antisemitische Beleidigungen ins Gesicht schreien,” schrieb er auf “Gab”.

    Sargent, die zwar für die “New York Times” geschrieben hat, dort aber nicht fest angestellt ist, meldete Cantwells Post bei den Betreibern der Seite und veröffentlichte einen Screenshot des Gesprächs auf Twitter.

    Monster reagierte darauf, indem er Sargents Aussage öffentlich anzweifelte:

    “Wenn ich die @nytimes wäre, dann würde ich dich auch nicht noch einmal anheuern”, tweetete Monster. “Deine journalistischen Standards würden doch nicht einmal dem billigsten Käseblatt genügen. Du treibst ein gefährliches Spiel mit dem Ruf von echten Menschen, wahrscheinlich, weil du selbst nichts mehr zu verlieren hast. Traurig!”

    Angespornt durch Monsters Antwort schlug Cantwell daraufhin eine dritte Version von “Angry Goy” vor, bei der Sargent als Spielfigur dienen solle, die “von transsexuellen Migranten mit einer ansteckenden Krankheit infiziert wurde. Spieler könnten unendlich viele Leben dazubekommen, wenn sie es schaffen, sie zu erschießen.”

    Beide Posts des Neonazis blieben für mehrere Tage auf der Plattform stehen. Als Monster dann endlich klein beigab und Cantwell bat, die Beiträge zu entfernen, gab er dafür nicht etwa moralische Gründe an, sondern behauptete, die Posts hätten ihm seine Öffentlichkeitsarbeit erschwert. “Die Sache macht mir Probleme, die ich gerade wirklich nicht gebrauchen kann,” schrieb er Cantwell in einer Privatnachricht auf “Gab”. Cantwell kam der Bitte nach. 

    Später gab Monster in einem privaten Chat mit Sargent dann damit an, Cantwell zur Umkehr verleitet zu haben. Der Neonazi habe “eine Art Damaskuserlebnis gehabt”, erklärte er in einer Nachricht an die Journalistin.

    Cantwell bestreitet, dass das Gespräch zwischen ihm und Monster so abgelaufen sei, wie der CEO es gegenüber Sargent beschrieb. Der HuffPost gegenüber erklärte er, er habe kein Problem damit, ab und an einmal einen Post von “Gab” zu löschen, wenn Monster damit das Leben einfacher gemacht werden könne. Den CEO wähnt Cantwell generell auf seiner eigenen Seite.

    “Ein religiöses Erleuchtungserlebnis habe ich aber nicht gehabt”, sagt Cantwell. “Es ist nicht so, als hätte Rob mich angerufen und ich hätte danach so eine Art Jesus-liebt-dich-Moment erlebt.”

    Der Neonazi und der Tech-CEO verteidigen sich auch weiterhin gegenseitig. Cantwell stand auf “Gab” mehrfach für den CEO ein. Auch, als die Nutzer Monster für einen jüdischen Infiltrator hielten.

    Und Monster beschrieb Cantwell als “rationalen Menschen” und als jemanden, “den ich eigentlich ganz gern mag, trotz seiner vielen Vulgäreskapaden”,

    Journalistin Sargent ließ Monster auch nach dieser Episode weiter Beweismaterial zukommen, das belegt, dass Rechtsnationalisten “Gab” als Organisationsplattform nutzen.

    Der CEO behauptet, die Journalistin inzwischen blockiert zu haben. Patrick Little, einen der wenigen Rassisten, die für ihr Verhalten von “Gab” verbannt wurden, bat Monster jedoch um eine persönliche Kontaktaufnahme.

    “Rob Monster macht es Rassisten und Nazis ohne jedwede Frage sehr viel leichter, ihre Hassbotschaften im Internet zu verbreiten”, erklärt Sargent auf Nachfrage der HuffPost. “Und darauf hat er natürlich auch ein gutes Recht. Er sollte dann aber auch zu seinen Handlungen stehen.” 

    Seitenwahl

    Es ist unmöglich, genau zu bestimmen, wie viele seiner Aussagen Monster tatsächlich ernst meint. Seine Spielereien auf “Gab” haben ihm durchaus einige neue Geschäftsmöglichkeiten eingebracht.

    Seitdem Monster auf “Gab” aktiv geworden ist, nutzen auch Radio Aryan, eine Webseite für Neonazis, und “incels.is”, ein Forum für Frauenfeinde, die Frauen dafür beschuldigen, ihnen Geschlechtsverkehr vorzuenthalten, die Dienstleistungen von Epik.

    “Einer der Gründer dieser Community ist ein äußerst wohlgesitteter Afroamerikaner”, tweetete Epik im letzten Monat über “incels.is”.

    Mehr zum Thema: Incels: Wie Männer aus Selbsthass zu Frauenfeinden werden

    Doch sogar die Rassisten, deren liebstes soziales Netzwerk Monster mit Hilfe seiner Firma über Wasser hält, nehmen ihm nicht jede seiner Aussagen ab. 

    Vergangenen Monat teilte der CEO ein Bild auf Twitter, auf dem stand, 99 Prozent der Nazis auf “Gab” seien in Wahrheit Linksliberale, die “wild entschlossen [seien], den Feinden der Freiheit einen Vorwand zu liefern.”.

    Cantwell, einer der angesprochenen Neonazis, korrigierte Monster umgehend.

    “Wir sind keine Linksliberalen, genauso wenig wie die Leute, die versuchen uns zu zensieren. Die Leute, die versuchen, ‘Gab’ vom Netz zu nehmen, sind (((kommunisten))), und die Nazis sind die einzigen, die sich ihnen in den Weg stellen”, postete Cantwell.

    Die dreifachen Klammern sind ein Codezeichen dafür, dass Cantwell auf Menschen jüdischen Glaubens verweisen will. “Letzten Endes”, schreibt der Neonazi, “werden wir uns alle für eine Seite entscheiden müssen.”

    Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost US und wurde von Lukas Wahden übersetzt.

    (ll/lp)


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