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Huffington Post Germany Athena

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    • Dauerhaftes Mobbing kann bei Kindern zu einer Veränderung der Gehirnstruktur führen. 
    • Wissenschaftler konnten anhand von Gehirnscans nachweisen, dass Mobbing möglicherweise nicht nur psychische, sondern auch physische Schäden anrichtet. 

    Mobbing ist eine traumatische Erfahrung, die das Leben von Betroffenen zur Qual machen kann. Wer als Kind gemobbt wurde, fühlt sich auch als Erwachsener häufiger einsam. Auch Ängste, Depressionen und andere psychische Erkrankungen können die Folge von Mobbing sein. 

    Schikane und Demütigungen sind echte Verletzungen, die unter die Haut gehen und die einen Menschen tatsächlich sichtbar beeinträchtigen können. Wissenschaftlern des King’s College London ist es jetzt gelungen, die Folgen von Mobbing in der Gehirnstruktur und -größe von Jugendlichen nachzuweisen. 

    Die Studie, die im Fachmagazin Molecular Psychiatry veröffentlicht wurde, belegt Veränderungen in der Gehirnstruktur von Heranwachsenden, die regelmäßig schikaniert worden sind und stellt damit einen logischen und greifbaren Zusammenhang zu psychischen Problemen der Betroffenen im Erwachsenenalter her. 

    Mobbing lässt Teile des Gehirns schrumpfen 

    Offenbar können regelmäßige Schikane und Mobbing sogar dazu führen, dass Gehirnregionen schrumpfen. Die Wissenschaftler um Erin Burke Quinlan entdeckten auf den Gehirnscans von Mobbing-Opfern, dass sie ein geringeres Volumen in der Caudate-Putamen-Region des Gehirns aufweisen als andere Jugendliche. Diese Veränderungen könnten erklären, warum diese Menschen im späteren Leben deutlich mehr Ängste haben als andere. 

    Für die Studie wurden die Daten von 682 Jugendlichen aus England, Irland, Frankreich und Deutschland ausgewertet. Jeweils im Alter von 14 bis 19 Jahren wurden hochauflösende Gehirnscans der Teenager erstellt. Weiterhin mussten die Jugendlichen jeweils mit 14, 16 und 19 Jahren einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen, in dem sie unter anderem angaben, wie häufig und stark sie mit Mobbing konfrontiert worden sind. 

    Studie zeigt Zusammenhang zwischen Mobbing und psychischen Problemen

    Die Ergebnisse zeigten, dass 36 der 682 Jugendlichen unter starkem Mobbing litten. Beim Vergleich der Daten dieser 36 Teenager mit allen anderen wurden nicht nur Veränderungen im Gehirnvolumen, sondern auch die Ausmaße von Depressionen, Ängsten und Hyperaktivität berücksichtigt. 

    Die Ergebnisse sind alarmierend, denn wie eine PISA-Studie der OECD zum Wohlbefinden von Jugendlichen aus aller Welt aus dem Jahr 2017 zeigte, ist jeder fünfte Jugendliche mehrmals im Monat von Mobbing betroffen. In Deutschland ist es jeder sechste Schüler.  

    Die Wissenschaftler des King’s College weisen darauf hin, dass die Pubertät nicht nur eine Zeit vieler neuer Erfahrungen und Reize ist, sondern auch eine Zeit extensiver Gehirnentwicklung. Sie betonen deshalb, wie wichtig es ist, auf jede Form von Mobbing prompt und angemessen zu reagieren, um Veränderungen in der Gehirnstruktur von Betroffenen zu verhindern. 

    (ak)


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    Bundesinnenminister Horst Seehofer ist auch für den Bereich Digitale Sicherheit verantwortlich. 

    • Horst Seehofer hat Konsequenzen nach dem großen Politiker-Daten-Diebstahl angekündigt.
    • Viele seiner Aussagen auf einer Pressekonferenz in Berlin sorgten allerdings für Spott.

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat bei einer Pressekonferenz in Berlin angekündigt, welche Konsequenzen sein Ministerium aus dem großen Politiker-Daten-Leak ziehen wird.

    Ende der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass teils persönliche Informationen von hunderten deutschen Bundespolitikern ins Netz gelangt waren. Am Dienstag hat sich ein 20-Jähriger aus Hessen des Datendiebstahls schuldig bekannt. Er wurde danach aber wieder freigelassen.

    Nach Seehofers Pressekonferenz entlud sich viel Spott in den sozialen Medien.

    Kommentare zum Seehofer-Auftritt: “Wie ein 108-Jähriger”

    Zunächst war es ein Versprecher des CSU-Chefs, der für Belustigung sorgte. Die Webanwendung Pastebin, mithilfe derer der Täter seine Leaks verbreitet hatte, sprach Seehofer deutsch aus: “Pahstebin”.

    Eigentlich handelt es sich um eine englische Komposition aus “to paste”, einfügen, und “bin”, Abfalleimer.

    “Zeit”-Redakteur Martin Eimermacher twitterte: “Seehofer: Von wegen wir von der CSU sind ein Haufen alter Männer. Auch Seehofer: Spricht ‘Pastebin’ aus wie ein 108-Jähriger, der noch nie etwas von der neumodischen Fremdsprache Englisch gehört hat oder diesem Internet.”

    ZDF-Journalist Casren Behrendt spottete: “Man muss dieses ‘Paste Bin’ oder Bin-Paste nur doll genug drücken. Dann kommen bestimmt noch ein paar E-Mails, Passwörter und Chatverläufe raus.”

    Neue Kennzeichnung für “sichere” Geräte 

    Doch auch inhaltlich äußerten viele Nutzer Skepsis über die vom Innenminister vorgeschlagenen Maßnahmen.

    So plant das Innenministerium, in Zukunft eine “Zertifizierung” einzuführen, mit denen sichere Router und andere Geräte gekennzeichnet werden sollen. So soll der Verbraucher schnell erkennen, welche Geräte den höchsten Sicherheitsstandards entsprächen.

    Ob ein neues Verbraucher-Siegel wirklich gegen die Arbeit von professionellen Hackern helfen wird, ist äußerst fraglich.

    Ebenso, wie sich Seehofer die versprochene Neu-Organisation des Cyber-Abwehrzentrums vorstellt. Ein Twitter-Nutzer bemerkte kritisch: “All das wird uns auch in Zukunft nicht vor einem jugendlichen Hacker schützen! Wie wäre es zur Abwechslung mal mit wirksamer Gesetzgebung in Sachen Datenschutz?”

    Ein “Frühwarnsystem” – aber wie?

    Seehofers Vorschlag, ein Frühwarnsystem für Fälle des Datendiebstahls einzuführen, blieb zudem äußerst unkonkret. Auch auf Nachfrage blieb der Innenminister nebulös, was er sich darunter eigentlich vorstellt.

    Und so zog der CSU-Mann mit einer anderen Aussage unbeabsichtigt das treffende Fazit seiner Pressekonferenz: “Wir wollen Sie nicht weiter mit Fakten zumüllen.”  

    (jg)


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    Discounter haben seit dem 1. Januar ein neue Pfand-Regelung. (Symbolbild)

    • Zum 1. Januar ist die neue Pfandregel eingeführt worden: Supermärkte sind dazu gezwungen, Flaschen deutlicher zu kennzeichnen. 
    • Doch auch für die Kunden ändert sich etwas: Sie müssen nun auch teilweise mehr Pfand zahlen.

    Bei den deutschen Supermärkten haben sich pünktlich zum Jahresbeginn Neuerungen ergeben, nämlich im deutschen Pfandsystem.

    Am 1. Januar ist das Verpackungsgesetz in Kraft getreten. Dieses zwingt die Supermärkte dazu, mit Hinweisschildern besser darüber zu informieren, ob der Konsument gerade eine Pfand- oder eine Einwegflasche kaufen möchte. Das soll Recycling-Gedanken fördern.

    Damit soll ein höheres Bewusstsein für die Kunden geschafft werden was sie einkaufen – und was nicht. Beim Gesetz gilt damit das Prinzip der erweiterten Produktverantwortung.

    Bedeutet: Jeder Einkäufer, der Verpackungen kauft, ist auch dafür verantwortlich, für deren Rücknahme bzw. Verwertung zu sorgen. Damit ist nicht nur die Verpackungen per se gemeint, sondern auch der Pfand. Das gilt übrigens auch für Online-Händler. 

    Welche Neuerung gibt es bei Einweggetränkeverpackungen?

    Ab sofort muss auch für Einweggetränkeverpackungen von Mischgetränken mit Milchanteil von mindestens 50 Prozent, sowie für Frucht- und Gemüsenektare mit Kohlensäure Pfand bezahlt werden. Dieser beträgt nun 25 Cent – davor mussten die Kunden dafür keinen Pfand zahlen.

    Dahingegen bleiben Verpackungen wie Tetra Paks, Schlauch- und Standbeutelverpackungen kostenlos. Das gilt ebenso für Weinflaschen, Alkohol und Getränke für Säuglings- und Kleinkinderernährung.

    (nr)


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    Xiyue Wangs Sohn glaubte, dass sein Vater von bösen Mächten in einem von einem Drachen bewachten Burgverließ gefangen gehalten wird.

    An einem Sommerabend vor ein paar Jahren nimmt Shaofans Vorschullehrer dessen Mutter Hua Qu zur Seite. Shaofan hatte behauptet, sein Vater sei von bösen Menschen in ein Verlies in einem großen Schloss gesperrt worden, das von einem schrecklichen Drachen bewacht wird. 

    Spielte Shaofan nur? 

    Qu versuchte, diskret zu reagieren. Doch schon damals hatte sie monatelang versucht, ihren Ehemann wieder nach Hause zu bringen. Xiyue Wang, ein Doktorant an der Princeton University, war im Iran verhaftet und eingesperrt worden. 

    Und an jenem Sommerabend hatte sein Sohn Shaofan sich mit seinem dreijährigen Verstand versucht zu erklären, warum sein Vater auf einmal verschwunden war. 

    20 Tage lang ist Wang spurlos verschwunden

    Shaofan hatte eine enge Bindung zu seinem Vater.

    Bevor Wang verschwand, brachte er seinen Sohn jeden Morgen zum Kindergarten und holte ihn jeden Nachmittag dort wieder ab. Als Doktorant hatte er Zeit dafür. Seine Frau Qu ermöglichte Wang so das Pendeln zwischen New Jersey und New York, wo sie als Anwältin arbeitete. 

    Dann, im May 2016, reiste Wang in den Iran, um in historischen Archiven Recherchen für seine Doktorarbeit anzustellen. Die Reise schien ohne großes Risiko: Wang wollte uralte Dokumente studieren, die nichts mit der Politik im modernen Iran zu tun haben; schon einmal war er dafür in den Iran gereist.

    Und obwohl das iranische Regime in den vergangen Jahren einige US-Bürger mit iranischen Wurzeln verhaftet hatte, gab es für den in China geborenen Wang keinen Grund zu erwarten, dass auch er ins Visier der iranischen Behörden geraten könnte. 

    Doch als Wang seine zweite Reise nach Teheran antrat, verbaten ihm iranische Beamte den Zugang zu den Dokumenten, die er einsehen wollte. Dann verhörten sie ihn, nahmen ihn fest und steckten ihn ins Gefängnis. 

    20 Tage lang konnte Qu ihren Ehemann nicht erreichen. Als er sie Ende August endlich anrief, saß er schluchzend in Teherans berüchtigtem Foltergefängnis Evin. 

    Anfangs verheimlicht Qu die Gefangenschaft Wangs

    Nach Wangs Verschwinden fragte Shaofan ständig nach seinem Vater. Er zeigte auf Flugzeuge, die er am Himmel entdeckte und fragte, ob sein Vater darin und auf seinem Weg nach Hause sei. Qu erzählte ihrem Sohn, sie hoffe, dass Papa bald nach Hause kommt. 

    Sie wusste nicht, wann Wang zurückkehren würde und glaubte nicht, dass ihr Sohn alt genug sei, um die ganze Wahrheit zu hören. Aber anlügen wollte sie ihn auch nicht. 

    Xiyue Wang und sein Sohn Shaofan – vor Wangs Verhaftung im Iran. 

    Bald verschlang ihr Bemühen, Wang zu befreien, Qus gesamtes Leben. Sie kündigte ihren Job als Anwältin in New York und begann für eine Pharmafirma in New Jersey zu arbeiten – damit sie näher bei Shaofan sein konnte. 

    Anfangs verheimlichte Qu die Gefangenschaft ihres Mannes. Sie hoffte, sie könnte in seinem Fall eine stille Lösung herbeiführen. Qu bat die chinesische Regierung, für Wang einzustehen. Doch die Iraner wollten nur einen Deal mit den USA eingehen. Die Vereinigten Staaten hatten vor Kurzem Anklagen gegen sieben iranische Staatsbürger fallen gelassen, um vier US-Bürger aus dem Land freizukaufen. 

    Doch als Wang in Teheran verhaftet wurde, brach gerade Präsident Barack Obamas letzter Monat im Amt an. Dessen Regierung hatte also keine Verhandlungsmacht; der Iran verhaftete in der Zeit nach dem Gefangenenaustausch außer Wang noch drei weitere US-Bürger. 

    Shaofan stellt Fragen über das Leben nach dem Tod

    Wang schmachtete im Gefängnis. Zu Beginn seiner Haft erzählte er Qu, dass er daran gedacht habe, sich umzubringen. Zwei Jahre vergingen. Shaofan hörte auf, so oft über seinen Vater zu reden.

    Qu fühlte sich zerrissen. Sie wollte nicht, dass ihr Sohn Wang vergisst. Aber sie wollte auch nicht, dass er sich schlecht fühlt, weil er ständig an seinen Vater denkt. Sie bemerkte, wie sehr ihr Sohn unter Wangs Abwesenheit litt – selbst wenn er nicht mehr so oft über seinen Vater sprach. 

    Shaofan tat sich im Kindergarten schwer. Er traute sich nicht, mit den anderen Kindern draußen zu spielen – sein Papa hatte keine Chance, ihm Ballspiele beizubringen und Qu hatte von Sport kaum Ahnung. 

    Er begann, Fragen über das Leben nach dem Tod zu stellen. Qu wunderte sich, ob Shaofan diese fragte, weil er sich um seinen Vater Sorgen machte. 

    Qu bekommt Antworten, aber keine neuen Informationen

    Im vergangenen Sommer, nachdem Wang fast ein Jahr lang im Geheimen gefangen gehalten wurde, machte der Iran seinen Fall öffentlich und gab bekannt, dass Wang wegen Spionage zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. 

    Qu änderte ab da an ebenfalls ihre Strategie. Im November 2017 trat sie im Fernsehen auf und bat US-Präsident Donald Trump darum, mit den iranischen Behörden über eine Freilassung ihres Ehemanns zu verhandeln. Im Frühjahr 2018 sprach sie bei einem Protest an der Princeton University. Im September des Jahres reiste sie nach New York um bei der UN-Generalversammlung mit Regierungsmitarbeitern der USA zu sprechen. 

    Mittlerweile spricht Qu fast jede Woche mit Beamten beim US-Außenministerium. Sie bekommt Antworten, aber keine neuen Informationen. Qu hofft noch immer, dass Trump, der damit prahlte, dass seine Regierung US-Bürger aus Nordkorea, Ägypten, Venezuela und der Türkei befreit hat, als nächstes Wang nach Hause bringt. 

    Doch die ohnehin schon angespannten Beziehungen der USA zum Iran haben sich unter Trump noch verschlimmert, seit dem dieser aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen mit dem Land ausgetreten war. Es war der Iran-Deal, der den Gefangenenaustausch unter Obama erst ermöglich hatte. 

    Während Qu wartet, bekommt sie fast täglich Anrufe von Wang. Sie versucht, am Telefon nicht zu weinen und ihren Ehemann wissen zu lassen, wie viel Stress es für sie bedeutet, alles alleine zu bewerkstelligen. 

    Wang macht sich Sorgen, dass sein Sohn ihn vergessen wird 

    Es gibt nichts, was Wang tun kann – er hat seine eigenen Probleme: Arthritis, einen Ausschlag auf dem Kopf, Depressionen. Selbst im Gefängnis macht Wang sich noch Sorgen, dass er seine Doktorarbeit nicht beenden kann. Er liegt nun Jahre hinter den anderen Doktoranden zurück und weiß nicht, ob er seine Recherchen zu Ende bringen kann, selbst dann wenn er entlassen wird. 

    Wang macht sich Sorgen, dass sein Sohn ihn vergessen wird. 

    Im September 2018 hat Qu eine seltene gute Nachricht für ihren Ehemann. Als sie Shaofans Schulmappe öffnet, findet sie darin ein Bild das er gemalt hat: Shaofan in der Mitte, zwischen Mama und Papa, darüber Schneeflocken.

    Qu glaubt, dass ihr Sohn das Bild aus der Erinnerung an den letzten gemeinsamen Tag mit beiden seiner Eltern gemalt hat. Es war ein kalter Tag im Januar 2016, die Familie machte Schneeengel und fuhr Schlitten auf dem Princeton-Campus. 

    Es war das erste Mal, dass Shaofan seinen Vater in einem seiner Bilder zeichnete. 

    Shaofans Bild von sich und seinen Eltern. 

    Doch Shaofan kommt nur noch selten ans Telefon, wenn Wang anruft. Er ist jetzt fünf – und hat hat fast sein halbes Leben ohne seinen Vater an seiner Seite gelebt. Es ist schwer für ihn, dessen Stimme über den Hörer zu erkennen. 

    Einmal fragt Wang seinen Sohn, ob er sich noch erinnern könne, wie er immer auf Papas Schultern saß, damals als sie noch gemeinsam zur Bäckerei gingen, um einen Donut oder einen Bagel zu kaufen. 

    “Ich bin jetzt fünf und du kannst mich nicht mehr tragen”, antwortet Shaofan. 

    Am anderen Ende der Leitung herrschte ein langes Schweigen. 

    Dieser Artikel erschien zuerst in der HuffPost US und wurde von Josh Groeneveld übersetzt. 


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    • Auf Ebay ist vor einigen Tagen eine Münze für 80.000 Euro zum Verkauf angeboten worden.
    • Es handelte sich dabei um eine 2-Euro-Münze, deren Fehlprägung diesen hohen Preis angeblich rechtfertigen soll.
    • Im Video oben seht ihr, was die Münze so besonders macht.

    Ein deutscher Verkäufer hat vor einigen Tagen eine Münze für 80.000 Euro auf der Online-Auktionsplattform Ebay angeboten. 

    Das Angebot ist inzwischen nicht mehr online, es handelte sich dabei aber um eine 2-Euro-Münze mit Fehlprägung aus Griechenland aus dem Jahr 2002. 

    Der Verkäufer erklärte in seinem Angebot, dass das Geldstück durch ein fehlerhaftes “S” in einem der Sterne auf der Rückseite besonders viel wert sei. Außerdem sei die Zahl “2″ nicht zentriert – ebenfalls ein angebliches Indiz auf die Besonderheit der Münze.

    Ebay: 200 Menschen sahen sich Angebot an

    Ungefähr 200 Menschen beobachteten das Angebot. Ob unter diesen bereits ein Käufer dabei war und das Angebot deshalb offline geschalten wurde, ist unklar. Fakt ist aber, dass es sich dabei nicht um einen Auktionspreis, sondern einen Sofortkauf handelte.

    In der Beschreibung war ebenfalls zu lesen, dass die Münze “ohne Garantie und Rücknahme” zu erwerben ist – ein Indiz, dass nicht gerade für den Wert des Geldstücks spricht.

    Die Münze stellt eine Szene aus einem Mosaik in Sparta dar, welches aus dem 3. Jahrhundert nach Christus stammen soll. In der Szene ist Europa zu sehen, eine Figur aus der griechischen Mythologie. Sie wird von Zeus, der als Stier in Erscheinung tritt, entführt. 

    Materialwert 13 Cent

    Das Angebot ist nicht das Einzige seiner Art: Auf Ebay erscheinen einige Zwei-Euro-Münzen – mit noch absurderen Preisen. Sammler scheinen bereit zu sein, für besonders seltene Stücke bis zu 55.000 Euro auf den Tisch zu legen. 

    Dabei liegt der Materialwert einer Zwei-Euro-Münze bei nur 13 Cent. Laut der Europäischen Zentralbank (EZB) sind auch Gedenkmünzen nicht wahnsinnig selten. Im Februar 2018 waren etwa sechs Milliarden 2-Euro-Münzen im Umlauf, davon ein Fünftel Gedenkmünzen. 

    Materialwert 13 Cent

    Das Angebot ist nicht das Einzige seiner Art: Auf Ebay erscheinen einige Zwei-Euro-Münzen – mit noch absurderen Preisen. Sammler scheinen bereit zu sein, für besonders seltene Stücke bis zu 55.000 Euro auf den Tisch zu legen. 

    Dabei liegt der Materialwert einer Zwei-Euro-Münze bei nur 13 Cent. Laut der Europäischen Zentralbank (EZB) sind auch Gedenkmünzen nicht wahnsinnig selten. Im Februar 2018 waren etwa sechs Milliarden 2-Euro-Münzen im Umlauf, davon ein Fünftel Gedenkmünzen. 

    (nmi)


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    • Für den heutigen Dienstag gibt es amtliche Unwetterwarnungen vor starkem Schneefall.
    • Im Video oben seht ihr, welche Teile Deutschlands besonders betroffen sind und wie sich der Sturm in den nächsten Stunden entwickelt.

    Seit Dienstag fegt der Wintersturm Benjamin über ganz Deutschland. Der Sturm hat sich über der Nordsee mit Wasser vollgesaugt und ist bis an die Alpen vorgestoßen. In den Bergen kommt es zu Schnee, im Norden zu starken Sturmböen, Regen und Gewitter. An der Nordseeküste droht eine schwere Sturmflut.

    Im Süden entwickelt sich der Regen immer mehr zu Schneefall. Ab 600 Meter schneit es, ab 800 Meter kommt es schon zu gefährlichen Schneeverwehungen durch den Sturm. 

    Über den Bergen drohen Orkanböen und im Flachland kommt es zu Winden mit einer Stärke von 75 Kilometer pro Stunde.

    Mehr zum Thema: Blizzard im Ansturm – Schnee und Wind sorgen für Chaos

    Unwetter-Warnstufe Rot in Teilen Deutschlands

    Der Deutsche Wetterdienst warnt im Erzgebirge und im äußersten Süden vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen. Hier gilt die Alarmstufe Rot von Dienstag, den 8. Januar, 16:00 Uhr,  bis einschließlich Freitagmorgen, den 11. Januar, 06:00 Uhr. In den bayerischen Alpen herrscht zudem erhöhte Lawinengefahr.

    Für den heutigen Nachmittag und Abend herrschen in vielen Teilen Deutschlands amtliche Unwetterwarnungen.

    Mehr zum Thema:Ein rätselhaftes Wetter-Phänomen bringt uns im Januar den Extremwinter

    Eine amtliche Unwetterwarnung vor starkem Schneefall gilt ab 16 Uhr in Lindau, Kreis Oberallgäu, Kreis Unterallgäu, Kreis Ostallgäu, Kreis Weilheim-Schongau, Kreis Garmisch-Partenkirchen, Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Kreis Miesbach, Kreis und Stadt Rosenheim, Kreis Traunstein und im Kreis Berchtesgadener Land. 

    Eine amtliche Unwetterwarnung vor starker Schneeverwehung gilt ab 20 Uhr in Kreis und Stadt Passau, Kreis Deggendorf, Kreis Freyung-Grafenau, Kreis Regen, Kreis Straubing-Bogen und Stadt Straubing und im Kreis Cham.

    Eine amtliche Unwetterwarnung vor starkem Schneefall gilt ab 20 Uhr in Vogtlandkreis - Bergland, Erzgebirgskreis, Kreis Zwickau - Tiefland, Kreis Mittelsachsen - Tiefland, Kreis Mittelsachsen - Bergland, Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge - westelbisches Bergland und im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge - Tiefland.

    Die besten Wettervorhersagen für euren Ort findet ihr auch weather.com.

    (nmi)


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    Der Mann hat sich prompt bei der Supermarktkette beschwert. 

    • Ein Aldi-Kunde hat in seiner gekauften Wurst eine erschreckende Entdeckung gemacht.
    • Auf der Facebook-Seite des Supermarkt-Riesen macht er seinem Ärger Luft.

    Verschimmeltes Essen, tote Würmer im Salat oder sogar lebende Tiere im Essen: In Lebensmitteln von Ketten wie Aldi Süd, Lidl und Edeka haben Kunden in der Vergangenheit schon so Einiges gefunden.

    Ein Mühlheimer fand heute ebenfalls etwas, das offensichtlich nicht in sein Essen gehörte und sogar gesundheitsgefährdend war. Prompt schrieb er der Supermarktkette auf ihrer Facebook-Seite und beschwerte sich. 

    “Fast erstickt wegen Draht in ‘Aldi’ Weisswurst!”

    Der Mann kaufte eine Weißwurst beim Discounter. Als er hineinbiss, stellte er etwas Erschreckendes fest:

    “Fast erstickt wegen Draht in ‘Aldi’ Weisswurst! Den Kundenservice interessiert es nicht! Dieser Draht steckte in der Weisswurst und wurde nach dem unangenehmen Vorfall zur Veranschaulichung auf die Weisswurst gelegt. Sehen Sie sich einmal die Größe an...wie um Himmels Willen kann/darf so etwas die Wurstfabrik verlassen?!“

    Und tatsächlich: Auf der abgebissenen Wurst ist ein dünner blauer Draht zu sehen. 

    Aldi-Süd äußert sich zum Vorfall

    Eine Antwort des Discounters ließ nicht lange auf sich warten. “Das ist zwar sehr ärgerlich, aber wir glauben nicht, dass es dem Kundenservice egal ist“, schrieb Aldi-Süd unter den Beitrag des verärgerten Kunden. 

    Der Supermarkt-Riese wolle sich so schnell wie möglich um diese Angelegenheit kümmern. Das konnte den Mann jedoch nicht besänftigen. Er finde es traurig, wie Aldi Süd mit solch einem Thema umgehe.

    Dann unterstellt er dem Unternehmen sogar noch, dass es Schuld daran sei, dass der Mann sein eigenes Kind fast vergiftet hätte:

    “Reicht es nicht, dass ich meinen kleinen Sohn mit euren alkoholhaltigen Schokohörnchen über lange Zeit vergiftet habe?”

    Der Discounter klärte den Kunden darüber auf, dass hefehaltige Backwaren geringe Mengen Alkohol produzieren. “Zum Teil werden für die Konservierungen die Verpackungen mit Alkohol besprüht oder es fungiert als Trägerstoff für Aromen”, schreibt der Konzern. 

    Trotz allem wolle der Kundenservice sich um den Vorfall mit dem Draht kümmern und den Mann zufriedenstellen. Das Unternehmen betonte dabei immer wieder, dass es bestimmte Informationen des Kunden dafür benötige, die der verärgerte Mann wohl vergaß, anzugeben. 

    Ob dem Mann geholfen werden konnte, bleibt unklar.

    (chr)


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    Das Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart ist für Freie Demokraten der traditionelle Jahresauftakt. Seit 153 Jahren erklären Parteivorsitzende, was aus Ihrer Sicht in den anstehenden 12 Monaten wichtig werden wird. Natürlich geht es dabei um Digitalisierung und die Abschaffung des Soli. Dieses Mal hat der Parteivorsitzende, Christian Lindner, aber auch andere Töne angeschlagen. Diese Themen haben mich bei der Rede des FDP-Vorsitzenden überrascht:

    1. Eine faire Sozialreform

    Christian Lindner fordert eine Agenda für die Fleißigen. Und damit meint er nicht (nur) den vielbesprochenen Facharbeiter. Er spricht vom Minijobber als Fleißigem oder der Hartz IV-Empfängerin, die trotzdem ein paar Stunden die Woche arbeiten geht. Diese Menschen, so Lindner, sollen mehr haben als jene, die weniger arbeiten. Es ist unfair, dass Empfänger von Hartz-IV oft weniger in der Tasche haben, wenn sie zusätzlich mehr arbeiten wollen. Lindner nannte das die „Perversion der Leistungsgerechtigkeit“ und fordert eine Reform der Sozialgesetze.

    2. Verantwortungsgemeinschaft

    Zwischen Ehe und keine Ehe gibt es viele Arten, wie Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Meine verwitwete Oma hat die letzten Jahre ihres Lebens mit einem etwa gleichaltrigen Mann zusammengelebt. Sie sind zusammen spazieren gegangen, haben Karten gespielt und sie hat ihn im Krankenhaus besucht, als seine Krankheit schlimmer wurde. Es gibt in Deutschland kein Rechtsinstrument, was das Miteinander der beiden erfasst hätte. Christian Lindner sieht das als ein Problem. Am Beispiel des französischen Zivilpakts hat er dargestellt, was für ein Gewinn eine solche „Verantwortungsgemeinschaft“ für viele Menschen in Deutschland wäre.

    3. Streichung von Paragraf 219a

    Paragraf 219a Strafgesetzbuch verbietet es Ärztinnen und Ärzten wie der Gießener Gynäkologin Kristina Hänel über legale Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Das hat eine Protestwelle ausgelöst, aber die Bundesregierung sträubt sich, den Paragrafen endlich abzuschaffen. Umso mehr freut mich das klare Bekenntnis von Christian Lindner, weil es gleichzeitig ein deutliches Bekenntnis zum Selbstbestimmungsrecht der Frauen ist.

    4. Gleiche Bezahlung unabhängig vom Geschlecht

    Christian Lindner sprach die ungleiche Bezahlung zwischen den Geschlechtern an. Er betonte: „Wenn Qualifikation und Arbeitsplatz sich nicht unterscheiden, gibt es keinen Grund, warum beim Einkommen zwischen den Geschlechtern unterschieden wird.“ Richtig! Die Analyse stimmt: Die Partei der Leistungsgerechtigkeit muss das ansprechen. Sie hat allerdings auch die Aufgabe, Lösungen für dieses Problem zu finden.

    5. Reproduktionsmedizin

    Der Wunsch ein Kind zu bekommen, ist für viele eine wichtige Lebensentscheidung. Doch nicht immer klappt es direkt. Deswegen nehmen viele Frauen Kinderwunschbehandlungen wahr, die jedoch nur für Frauen bis 40 von der Krankenkasse bezuschusst werden. Christian Lindner, der selbst gerade seinen 40. Geburtstag feierte, sieht darin eine Benachteiligung: „Entscheidend sollte nicht mehr das Alter einer Frau im Pass sein, sondern ihr individueller Gesundheitszustand.“

    6. Ökologische Verantwortung

    Umweltschutz hat eine lange Tradition bei den Liberalen. Es freut mich, dass Christian Lindner die Ökologie wieder in den Mittelpunkt rückt. Kurz zuvor haben wir Jungen Liberalen für mehr liberalen Klimaschutz demonstriert. Das zeigt: Es wirkt! Klima- und Umweltschutz sind zurück bei der FDP. Internationale und marktwirtschaftliche Lösungen haben die Kraft, den Klimawandel zu bekämpfen. Es ist eine Frage der Generationengerechtigkeit, den Planeten so zu hinterlassen, dass unsere Kinder- und Enkelkindergenerationen noch die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben wie wir heute.

    7. Lebenslanges BAföG

    Lebenslanges Lernen ist ein Buzzword geworden. Doch konkrete Vorschläge hört man kaum. Christian Lindner schlägt vor, finanzielle Ausbildungsförderung wie beim BAföG nicht mehr nur für die Erstausbildung zu geben, sondern immer dann, wenn sich jemand weiterbildet. Dieses „Midlife BAföG“ ist eine großartige Idee und eine gute Möglichkeit, um den Veränderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden.

    8. Gemeinsam mit Macron für Europa

    Trotz der innenpolitischen Konflikte, die der französische Präsident Emanuel Macron lösen muss, steht die FDP zur europapolitischen Zusammenarbeit mit ihm. Das hat Christian Lindner betont und das macht mir Mut für die Europawahl. Liberale in Europa ziehen an einem Strang!

    Ich finde es richtig, dass Christian Lindner sich nicht auf Digital- oder Wirtschaftsthemen reduziert. 2019 werden wir sehen, ob er sich mit diesen sozialen und ökologischen Themen in der FDP durchsetzen kann.


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    Der Bremer AfD-Politiker und Bundestagsabgeordnete wurde am Montag brutal niedergeschlagen. 

    ► Nach dem Angriff auf den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz sieht der Leipziger Soziologe Holger Lengfeld die Demokratie in Gefahr. 

    ► “Die Gewalttat soll einem Teil der AfD-Anhängerschaft zeigen, dass es sich bei der Gegenseite um Extremisten handelt, mit denen nicht zu reden ist. Eine solche Entwicklung ist für die Stabilität einer Demokratie nie gut”, sagte der Professor an der Universität Leipzig im Gespräch mit der HuffPost.

    ► “Darin müssen politische Positionen zur Sprache kommen, auch, wenn sie dem Gegner nicht schmecken.”

    Vor welchen Konsequenzen aus dem Fall Magnitz Lengfeld warnt:

    Geschehe das nicht, warnt Lengfeld, werde “körperliche und physische Gewalt ein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Das führt immer zur Eskalation.”

    Wenn eine Eskalation erstmal auf dem Weg sei, “werden aus politischen Gegnern Feinde. Und Feinde bekämpft man – und zwar mit allen Mitteln. Das ist die Gefahr, der wir derzeit gegenüberstehen.”

    Wie Soziologe Lengfeld den Angriff auf Magnitz erklärt:

    Einen Grund für den Anschlag sieht Lengfeld in der Polarisierung der politischen Landschaft.

    “Beide Seiten haben argumentativ dramatisch aufgerüstet: die AfD mit Provokationen in der Flüchtlingsdebatte, das kosmopolitische Lager mit heftigen Gegenreaktionen. Die Folgen sind gravierend.”

    ► “Wenn in einer öffentlichen Debatte immer wieder auf rechtsradikale Tendenzen in der AfD hingewiesen werde, könnten sich linksradikale Kräfte bestärkt fühlen, dass es nicht reicht, sich argumentativ oder durch Demonstrationen mit der Partei auseinanderzusetzen”, sagte der Soziologe.

    ► Linksextreme könnten auf den Gedanken kommen, “dass man zum Knüppel greifen muss – zum Beispiel, um Leute abzuschrecken. Jetzt haben wir eine Gewaltattacke, die die Fronten weiter verhärten kann. ”

    Was ihr noch über den Angriff auf den AfD-Politiker Magnitz wissen müsst:

    Magnitz war am Vorabend in Bremen von mehreren Personen angegriffen und schwer verletzt worden. Der Vorfall rief bei Spitzenpolitikern aller Parteien große Empörung hervor. 

    AfD-Chef Alexander Gauland sprach in einer Pressekonferenz von einem “Mordversuch” und gab den anderen Parteien eine Mitverantwortung. Wer die AfD regelmäßig als angeblich undemokratische Partei ausgrenze, “der macht uns vogelfrei”, beklagte er.

    (jg)


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    Entsetzen, Empörung und viele offene Fragen: Die genauen Hintergründe für die Attacke auf den Bremer AfD-Landeschef Frank Magnitz sind noch unklar – doch laut einem Überwachungsvideo lief die Tat anders ab, als bisher berichtet.

     Die ausgewerteten Videoaufnahmen aus dem Umfeld des Tatortes zeigen der Polizei zufolge am späten Montagnachmittag zwei Personen, die sich dem 66-jährigen Magnitz von hinten nähern.

    ► Eine dritte Person laufe versetzt dahinter, teilte die Polizei mit. Einer der Unbekannten habe das Opfer von hinten so geschlagen, dass der Mann gestürzt sei. Der AfD-Bundestagsabgeordnete erlitt demnach eine stark blutende Kopfverletzung. Anschließend sei das Trio geflüchtet.

    Welche neuen Erkenntnisse das Video liefert: 

    “Wir konnten auf dem Videomaterial keinen Einsatz eines Schlaggegenstandes feststellen”, sagte eine Polizeisprecherin. Zunächst hatte die Polizei angegeben, die Unbekannten hätten einen Gegenstand verwendet.

    Die AfD hatte von einem Kantholz und Tritten gegen das Opfer gesprochen. 

    (jg)


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    Der kanadische Philosoph und Schriftsteller Clency Martin dachte das erste Mal im Kindesalter daran, sich umzubringen – seitdem hat ihn der Wunsch, zu sterben, nicht mehr verlassen. Insgesamt hat Martin neun Mal versucht, Selbstmord zu begehen, zuletzt vor ungefähr einem Jahr. 

    Zahlreiche Klinikaufenthalte später hat er einen Grund gefunden, um am Leben zu bleiben – seinen Todeswunsch hat er dennoch nicht besiegt. So lebt er mit dem wiederkehrenden Drang, nicht mehr leben zu wollen.

    “Wissen Sie, was? Ihre Gefängnis-Fußfessel hat Ihnen das Leben gerettet. Sie sollten Werbung dafür machen. Wenn es diese Fußfessel nicht gäbe, wären Sie jetzt tot.”

    Ich kam in einem Krankenhausbett zu mir, mein Kopf war wund. Ich griff in mein Haar und fühlte metallene Klammern in meiner Kopfhaut. Ein gutaussehender, junger, dunkelhaariger Arzt mit einem buschigen Schnurrbart und hell erleuchteten, amüsierten Augen stand an der Seite meines Bettes und sprach mich freundlich an. Ich wusste nicht, wie lange er schon geredet oder ob ich bereits geantwortet hatte. Ich schien mich dem Gespräch erst mitten drin anzuschließen.

    Ich war sehr durstig. Nervös griff ich mit der einen Hand noch einmal nach den Metallklammern, mit der anderen nach einem großen Plastikbecher mit Wasser, der auf dem Nachttisch stand. Dann erst wurde mir klar, dass ich ans Bett gefesselt war.

    “Warten Sie, ich helfe Ihnen”, sagte der Arzt. Er klemmte den Becher zwischen Bettrahmen und Kissen, dann steckte er mir einen Strohhalm in den Mund. Ich trank das Wasser und spuckte dann den Strohhalm aus. Meine Kehle brannte.
    “Wurde ich operiert?”, fragte ich.

    “Nein, Sie hatten großes Glück. Nur zwei kleine Eingriffe.” Er zeigte auf meinen Kopf. “Sie müssen hingefallen sein, Ihr Kopf blutete. Eine ziemlich hässliche Platzwunde.” “Meine Kehle tut mehr weh als mein Kopf. Meine Stimme!”, sagte ich. “Ich klinge schrecklich.”

    “Wir mussten Ihren Magen auspumpen, aber im Grunde genommen geht es Ihnen gut. Es tut mir leid, dass wir Sie fesseln mussten. Wir werden Sie morgen in die Psychiatrie bringen, dann ist diese Maßnahme nicht mehr notwendig. Sie haben übrigens Ihre schicke elektronische Gefängnis-Fußfessel ruiniert.” Er lachte. “Sie scheint einen Kurzschluss gehabt zu haben. Aber immerhin hat sie vorher noch einen Alarm ausgelöst. Moderne Technologie.“

    Ich wollte erklären, dass ich nicht aus dem Gefängnis kam und dass ich die elektronische Fußfessel nur hatte, um meiner Frau zu beweisen, dass ich weder Alkohol noch Drogen zu mir nehme. Aber ich merkte: Jede weitere Erklärung würde wie eine Rechtfertigung klingen. 

    “Steigen Sie das nächste Mal, wenn Sie so etwas machen, lieber nicht in die Badewanne. Oder besser noch – vermeiden Sie ein nächstes Mal. Wir würden Sie gerne noch ein wenig bei uns behalten. Und sollten Sie sich doch noch einmal umbringen wollen, nehmen Sie bitte keine Tabletten. Niemand stirbt mehr an einer Überdosis Tabletten. Passen Sie auf sich auf. Es wird alles besser werden.“

    Der Doktor packte meinen Fuß, schüttelte ihn sanft, sogar liebevoll, zuckte dann mit den Schultern und verließ den Raum.

    Nun, dachte ich, das war irgendwie nett. Das war viel angenehmer als sonst, wenn ich nach meinem Selbstmordversuch mit einem Arzt sprechen musste.

    Mehr zum Thema: Wie es ist, mit einer Depression zu leben, wenn dir keiner glaubt

    Ich hatte schon immer Selbstmordgedanken

    Von klein auf hatte ich Selbstmordgedanken. Zu meinen ersten Erinnerungen gehört der Wunsch, vor einen fahrenden Bus zu laufen. Ich dachte schon im Alter von drei oder vier Jahren täglich daran, mich umzubringen, und das hörte nicht auf, bis ich Anfang 30 war. Jeden Tag, so lange ich mich erinnern kann, fantasierte ich über Selbstmord.

    Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich vier Jahre alt war, und meine Mutter heiratete einen anderen Mann, der sieben Kinder hatte. Inklusive mir und meinen beiden Brüder waren wir plötzlich zehn Kinder im Haus. Eine meiner ersten Erinnerungen an diese neue, bedrohliche Familie ist die Beerdigung meines Stiefbruders Paul, der er von einem Bürogebäude in der Innenstadt von Calgary, Kanada, gesprungen ist.

    Vielleicht haben meine beiden Brüder aus diesem Grund – einem Grund, der bereits viele Familien zerrüttet hatte – mit mir über Selbstmord gesprochen. Vielleicht hat einer meiner Brüder deswegen auch die Möglichkeit, sich das Leben zu nehmen, genauso im Hinterkopf wie ich – obwohl er es glücklicherweise noch niemals versucht hat, soweit ich weiß.

    Als mein Bruder und ich zusammen im Schmuckhandel gearbeitet haben, saßen wir oft da und scherzten darüber, uns umzubringen. Wenn wir in düsterer Stimmung waren, zum Beispiel, nachdem wir zusammen gekokst hatten und langsam wieder nüchtern wurden, sprachen wir über den Drang, uns selbst das Leben zu nehmen. Und dann versprachen wir uns gegenseitig, es nicht zu tun.

    Wenn ich mit meiner Mutter über Selbstmord spreche, wechselt sie das Thema. Emotionen machen ihr grundsätzlich Angst, und sie glaubt, dass das Reden über bestimmte Themen diese gefährlicher macht. Als ich 13 oder 14 Jahre alt war, sagte ich meinem Vater, dass ich sehr oft an Selbstmord denken würde. Er erklärte mir, dass Menschen, die sich selbst töten, in die “Astralhölle” (Zeiten, die von Pech und schlechter Stimmung gekennzeichnet sind, Anm. d. Red.) kommen.

    Jedes Mal, wenn ich versucht habe, mich umzubringen, bin ich an einem schlimmeren Ort wieder aufgewacht.

    Mein Vater war Anhänger der New-Age-Bewegung und glaubte an Reinkarnation sowie viele verschiedene Ebenen der Existenz. “Tu es nicht, Sohn”, sagte er ruhig zu mir. “Du stirbst nicht. Du wachst einfach an einem schlimmeren Ort wieder auf. Aber ruf mich an, wenn du wieder solche Gedanken hast. Fühlst du dich jetzt so?” Ich wusste, dass ich ihn natürlich anlügen musste: Er war schließlich mein Vater. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, merke ich, dass er Recht hatte. Jedes Mal, wenn ich versucht habe, mich umzubringen, bin ich an einem schlimmeren Ort wieder aufgewacht.

    Bei meinem ersten Selbstmordversuch war ich 16 Jahre alt

    Das erste Mal, als ich in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wurde, war nach einem Selbstmordversuch mit 16. Damals lebte ich noch in meiner Heimatstadt Calgary. Ein Psychiater hatte mir, nachdem meine Freundin mir das Herz gebrochen hatte, Librium verschrieben, ein Medikament gegen Angstzustände. 

    Dennoch lebte ich damals immer noch bei meiner Ex-Freundin und ihrer Familie. Ich hatte gelogen und ihnen erzählt, dass meine Eltern mich vor die Tür gesetzt hatten – so konnte ich bei meiner Ex-Freundin bleiben und weiterhin ein Auge auf sie werfen. Dann, eines Tages, auf einem schneebedeckten Spielplatz unweit des Hauses meiner Ex, schluckte ich die ganze Packung Librium und spülte sie mit einer halben Flasche Whiskey runter. 

    Ich zog mich aus und legte mich in den Schnee. Der Schnee wechselte von weiß zu blau, wurde dann grün, dann rosa. Ich erinnere mich, dass mir so kalt wurde, dass ich es kaum ertragen konnte – und dann wurde ich, fast überwältigt, in eine Decke aus Wärme und Zufriedenheit gehüllt. Ich wurde ohnmächtig und hätte erfrieren sollen – aber jemand fand mich und rettete mich. Ich wachte im Krankenhaus wieder auf und verbrachte dann ein paar Tage in der Psychiatrie.

    Kurz darauf warfen mich die Eltern meiner Ex-Freundin raus, und ich zog wieder bei meinen Eltern ein. Das war 1983.

    1991, in Austin, Texas, in meinem ersten Jahr an der Universität, versuchte ich erneut, mich selbst zu töten, indem ich mir die Handgelenke aufschlitzte. Wieder landete ich im Krankenhaus und später in einer psychiatrischen Abteilung. Danach wurde ich mehrfach wegen Trunkenheit verhaftet.

    In den 90er Jahren hatte ich ein Schmuckgeschäft, war verheiratet mit meiner ersten Frau, und ich dachte oft daran, mich umzubringen, meist schon früh am Morgen, als ich den Laden eröffnete.

    Ich stand häufig vor dem Spiegel mit einer Waffe im Mund – es war eine ölig schmeckende Glock-Pistole mit einem quadratischen Lauf – alles sehr dramatisch, immer und immer wieder versuchte ich, den Abzug zu drücken.

    Ich konnte es nicht tun.

    1996 verließ ich meine erste Frau und kurz darauf versuchte ich wieder, mich umzubringen – mit einem Seil in einer psychiatrischen Klinik in North Carolina. Meine Alkoholsucht verstärkte sich und damit auch meine Depressionen.

    Ich heiratete wieder, zog nach Kansas City, wurde mehrmals verhaftet – jedes Mal wegen Trunkenheit – und dann versuchte ich 2008, mich mit einem Bettlaken zu erhängen. Das führte zu wiederholten Besuchen in psychiatrischen Kliniken und schließlich, nach einer Affäre mit einer Kollegin, zu meiner Scheidung im Jahr 2012.

    Diese lange Litanei des Scheiterns erklärt jedoch nicht viel – außer vielleicht, dass ich ein betrunkener und schlechter Ehemann gewesen bin. Mittlerweile weiß ich, dass ich damals versuchte, zu entfliehen: Mithilfe des Alkohols versuchte ich, vor mir selbst zu flüchten; ich lenkte mich mit einer Affäre nach der nächsten ab; mit jedem Selbstmordversuch floh ich vor dem Leben, jedes einzelne Mal, wenn ich meinen eigenen Anblick nicht mehr ertragen konnte. Ich gebe zu: Ich bin ein Feigling.

    Entweder, ich sterbe, oder sie sperren mich ein

    Ein Freund von mir hat mich kürzlich gefragt: Wie kommt es, dass du trotzdem ein normales, produktives Leben als Philosophieprofessor, Vater und Schriftsteller weiterführen kannst?

    ► Eine mögliche Antwort ist: Was sollte ich sonst tun? Entweder, ich sterbe, oder sie sperren mich ein. Ich lebe, und außerdem habe ich eine schreckliche Angst davor, eingesperrt zu sein.

    Wie viele andere auch mache ich also das Beste aus der Situation. Meine jetzige Frau Amie, die Buddhistin ist, findet Trost in der Erkenntnis Buddhas, dass Leben Leiden bedeute: “Ich habe gelernt, dass es nicht an mir liegt. Jeder fühlt auf diese Art und Weise.”

    Natürlich ist auch das Leid, entfliehen zu müssen, an manchen Tagen besser oder schlechter. Wenn es sich jemals so anfühlen sollte, als hätte man nur noch die Wahl, lebendig verbrannt zu werden oder aus einem brennenden Haus zu springen, wie David Foster Wallace es einst formulierte: ja, dann würde ich mich wohl wirklich umbringen, anstatt nur einen Versuch zu unternehmen. Heute zum Beispiel fühle ich mich ein wenig entmutigt, aber ansonsten glücklich, hier zu sein.

    ► Eine weitere Antwort auf die Frage meines Freundes lautet: Übung.

    ► Noch eine weitere ist: Abwarten. In der Vergangenheit habe ich es immer eine Weile lang ausgehalten, dann brach wieder alles zusammen wie ein Kartenhaus.

    2012 wurde ich endlich trocken, seitdem wurde alles ein wenig einfacher – dennoch gab es Rückfälle und weitere Selbstmordversuche. Sie fanden zunehmend im Verborgenen statt – ich konnte den Gedanken, jemandem nochmals erklären zu müssen, warum ich wieder mal aufgegeben habe, nicht ertragen. 

    Meine Mitmenschen haben mich nicht aufgegeben

    Ich weiß nicht, warum meine Mitmenschen mich damals nicht aufgegeben und aus ihrem Leben gestrichen haben. Sie mussten zumindest darüber nachgedacht haben. Meine erste Frau, meine zweite Frau, meine Töchter (besonders meine Ältesten, die so viel mitmachen mussten), meine Brüder, meine Kollegen an der Universität: Sie alle glaubten weiterhin an mich und unterstützten mich.

    Ich war ein gereizter, hinterhältiger, unzuverlässiger, manipulativer, unverschämt egoistischer Mensch. Wie zahlt man diese Art von Schulden zurück? Wie findet man die Worte, sich für all das zu entschuldigen? Du versuchst, eine ehrlichere und vertrauenswürdigere Person zu werden, du versuchst, deine Versprechen zu halten, deine Rechnungen zu bezahlen, deinen Kindern bei ihren Hausaufgaben zu helfen, sie regelmäßig anzurufen. Versuch, nicht zu lügen. Versuch, dich dem Krankenhaus fernzuhalten. Wenn du ein Säufer bist, wie ich, hör auf zu trinken.

    Du sagst deinen Mitmenschen, dass du versuchen wirst, alles besser zu machen, und dann versuchst du, alles besser zu machen. Du betest jede Nacht, dass dir eine unbekannte Kraft geschickt werden soll, die dich etwas weniger egoistisch macht. 

    Natürlich ist es kein Zufall, dass ich die Arten von Selbstmord wähle, die nicht zum sicheren Tod führen. Andererseits allerdings besaß ich Zeitweise eine Waffe und ich stand oft am Rande eines Hochhauses und versuchte, zu springen.

    Eine Sache, die du nicht tust, ist, dich umzubringen. Das sollte klar sein. Aber dann gibt es Momente, in denen ich wieder ein Kind bin. Dann sehe ich die U-Bahn einfahren und muss wieder mit mir selbst kämpfen, nicht davor zu springen, nur, um mich endlich frei zu fühlen. Oder ich sitze im Badezimmer mit einer Hunderter-Packung Valium, die ich über lange Zeit hinweg gesammelt habe, in der Hoffnung, dass es nun genug sind – und dann erinnere ich mich an die Versprechen, die ich gegeben habe.

    Natürlich ist es kein Zufall, dass ich die Arten von Selbstmord wähle, die nicht zum sicheren Tod führen. Andererseits besaß ich zumindest Zeitweise eine Waffe und ich stand oft am Rande eines Hochhauses und versuchte, zu springen. 

    ► Ein Psychiater hat mir einmal gesagt: “Wenn du einen Grund suchst, dich nicht umzubringen, dann denk nicht an deine Kinder. Deine Kinder brauchen dich zwar, aber es wird ihnen auch ohne dich gut gehen. Alle Eltern sterben früher oder später. Der wahre Grund, weswegen du dich nicht umbringen solltest: Sei ein Beispiel für deine Kinder.”

    Ein Freund von mir findet diesen Gedanken verrückt. Für mich allerdings ist das der überzeugendste Grund, den ich jemals gehört habe, mich nicht umzubringen.

    Als mein Arzt mir stärkere Medikamente gab, kamen die Geister

    Eines Nachts – ich war wieder in der Psychiatrie – lag ich im Bett, weil ich meinen Arzt um stärkere Medikamente gebeten hatte. Er hatte sofort zugestimmt. Aber die neuen Pillen machten es unmöglich zu gehen, ohne ständig hinzufallen.

    Das war der Moment, in dem meine Geister kamen. Nun konnte man wirklich sagen: Ich war verrückt geworden. 

    Um eins vorweg zu sagen: Ich glaube an Geister. Ich gehöre zu denen, die behaupten, sie zu sehen, wenn auch selten und unter seltsamen Umständen. Seit frühester Kindheit habe ich hin und wieder Gespenster gesehen. Aber als ich in der Psychiatrie war und starke Medikamente einnahm, wurden sie plötzlich lebendig für mich.

    Während ich im Bett lag oder während der Zeit, in der ich versuchte, herumzulaufen und mich wie ein guter Patient zu benehmen, beobachtete ich die vielen Geister, die durch die Hallen und Zimmer zogen.

    Alle Selbstmörder sind fast schon Geister. Ich konnte mir nie sicher sein, welche davon lebende Patienten, wie ich, waren. Welche bereits wirklich weg waren. Welche schon weg waren und sich dann entschlossen haben, zurückzukehren. Aber sie haben mir während meiner Zeit in der Psychiatrie Gesellschaft geleistet, und ich bin mir sicher, dass viele von ihnen noch da sind.

    Die meisten Geister kamen regelmäßig vorbei und hielten sich strikt an ihre Routine. Mit der Zeit lernte ich sie immer besser kennen. Ich gewöhnte mich an sie. Für einige von ihnen, die mich immer wieder in meinem Zimmer besuchten, entwickelte ich so etwas wie Sympathie:

    Da war zum Beispiel eine rothaarige, alte Frau in einem altmodischen Krankenhauskleid. Begleitet wurde sie von ihrem Mann, der einen Anzug trug und von dem ich dachte, dass er lange nach ihr gestorben sein musste, aber trotzdem beschlossen hatte, bei ihr zu bleiben. Ein sehr ernster junger Mann lief immer hinter dem Paar her und stellte Fragen, die ich nie ganz verstehen konnte. Alle drei saßen manchmal auf dem Bett neben mir und beobachteten mich, und ich hatte keine Angst, zurückzuschauen. Mit ihnen gesprochen habe ich nie.

    Der schlimmste war ein hungriger Geist, der aussah, als käme er direkt aus der Hölle. Ich sah ihn nur gelegentlich und lief immer vor ihm davon. Er trug weiße Arbeiterstiefel, verdreckte Jeans und ein offenes Flanellhemd. Sein Bauch war geschwollen wie der eines hungernden Kindes. Ich bemerkte, wie er sich an die Schultern vieler Patienten klammerte und mit seinen dürren Händen nach ihren Pillen griff. Einmal sah ich, wie er einen anderen Geist, ein junges Mädchen, angriff und ihren Kopf gegen den Boden schlug. So etwas hatte ich noch nie zuvor gesehen. Die Schreie des Mädchens klangen wie eine böse Pfeife.

    Dazu kamen die Geister, die ich nur einen Tag oder eine Stunde oder sogar nur einen Moment lang sah. Viele von ihnen waren wunderschön und rochen nach Zitrone, Ingwer, Rosen oder frischem, nassem Holz.

    Und dann gab es Geister, die überhaupt nicht mehr wie Menschen aussahen, die eher einem Baumzweig glichen, der sachte vom Wind bewegt wurde, oder der Sonne, die in dein Gesicht strahlt, wenn du morgens vor die Tür gehst. Oder sie waren wie die Kälte, die du spürst, wenn du aus der Dusche kommst; wie ein Funkeln in den Augen, winzige blinkende Lichter; wie frisch gebrühter Schwarztee, der seinen Geruch verströmt, wenn du Milch hineingießt; oder das gute Gefühl, wenn du deine Zähne geputzt hast, in einen frischen Pyjama schlüpfst und in dein Bett krabbelst.

    Alle Selbstmörder sind fast schon Geister. Ich konnte mir nie sicher sein, welche davon lebende Patienten, wie ich, waren. Welche bereits wirklich weg waren. Welche schon weg waren und sich dann entschlossen hatten, zurückzukehren. Aber sie haben mir während meiner Zeit in der Psychiatrie Gesellschaft geleistet, und ich bin mir sicher, dass viele von ihnen noch da sind.

    Ich lernte damals, dass meine Vermutungen stimmten: Ich kann dem Ganzen hier nicht entkommen, indem ich mich umbringe. 

    Als sie meine Dosierung senkten, verschwanden die Geister.

    Mehr zum Thema: Ich leide unter Depressionen: So solltet ihr nicht mit mir umgehen

    Ich wünschte, ich könnte sage: Das war mein letzter Aufenthalt in der Psychiatrie

    Dann, eines Tages, ließen sie mich raus.

    Ich wünschte, ich könnte sagen: Das war mein letzter Aufenthalt in der Psychiatrie. Aber das stimmt leider nicht. Ich habe wieder versucht, mich umzubringen. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich nie mehr zurückkehren werde. Aber das kann ich nicht.

    Ich glaube, ich bin ein mehr oder weniger durchschnittlicher Mann mittleren Alters. Ich stehe stehe morgens früh auf – manchmal nur, um mir einen Tee zu machen, manchmal auch, um meiner Frau Frühstück ans Bett zu bringen. Ich unterrichte meine Schüler und versuche, ihnen dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Ich sitze mit meiner 11-jährigen Tochter am Küchentisch und helfe ihr bei ihren Hausaufgaben. Ich liebe meine Frau und meine Kinder, und ich glaube, sie lieben mich auch.

    Ich wache oft gut gelaunt auf, und wenn mich jemand fragt, ob ich für mein Leben dankbar bin, möchte ich ehrlich darauf antworten, dass ich sehr, sehr dankbar bin. Dankbar zu sein hat allerdings nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun. Du kannst für etwas dankbar sein – und dich der Aufgabe dennoch nicht gewachsen fühlen. Ich bin meinem Todeswunsch nicht vollständig entkommen. Er kommt und geht.

    Vor etwa einem Jahr habe ich das letzte Mal versucht, mich umzubringen – mit einer Hundeleine in meinem Keller. Ich habe keinen Abschiedsbrief geschrieben. Ich glaube nicht, dass ich das jemals getan habe.

    Ich hing da und trat in die Luft. Aber ich lag nicht im Sterben, ich hatte nur schreckliche Schmerzen. Sich zu erhängen tut wirklich weh.

    Ich trug einen grünen Lederstuhl aus meinem Büro runter in den Keller, als ich plötzlich meine Hündin entdeckte, die mich von der Treppe aus beobachtete. Sie hat Angst vor dem Keller, weil es dort spukt: Manchmal sitzt ein Geist mit hochgezogenen Knien in der Nähe meiner Werkbank.

    Ich stellte mich auf den Stuhl, nahm die schwere, blaue Leine, befestigte sie an der Decke, knüpfte eine Schlinge, steckte den Kopf durch und prüfte den Knoten. Dann trat ich den Stuhl weg. 

    Ich hing da und trat in die Luft. Aber ich lag nicht im Sterben, ich hatte nur schreckliche Schmerzen. Sich zu erhängen tut wirklich weh.

    Ich geriet in Panik, versuchte, sie zu unterdrücken, geriet dadurch noch mehr in Panik, und irgendwann – ich weiß nicht mehr genau, wann – zog ich mich an der Leine hoch und nahm den Kopf aus der Schlinge. Ich fiel auf den Boden und lag eine Weile lang da.

    Der Stuhl liegt immer noch an derselben Stelle, an der er umgefallen ist. Es würde sich gruselig anfühlen, ihn zu bewegen – ich will den Stuhl nicht mehr in meinem Haus sehen.

    Später an diesem Tag telefonierte ich mit meiner Frau Amie, die gerade verreist war. Sie fragte mich, was mit meiner Stimme los sei.

    “Ich habe Halsschmerzen”, antwortete ich. Meine Kehle tat mindestens eine Woche lang weh, und einige meiner Schüler fragten mich, was mit meinem Hals passiert sei.

    Eine meiner besten Schülerinnen hat vor Kurzem versucht, sich umzubringen

    Vor Kurzem kontaktierte mich eine Schülerin, um mir mitzuteilen, dass sie nach einem Selbstmordversuch ins Krankenhaus eingeliefert worden ist. Sie wusste, dass sie mit mir darüber reden konnte – in meinen Philosophie-Stunden über Existenzialismus sprechen wir offen über Suizid und Fragen nach dem Sinn des Lebens. 

    Sie ist eine der besten Schülerinnen, die ich je hatte und studiert im Doppelfach Englisch und Philosophie. Sie ist 21 Jahre alt, charmant und beliebt. 

    Sie sagte mir, dass sie sich nicht sicher sei, wann man sie aus dem Krankenhaus entlassen würde. Als ich sie dort besuchte, schien sie eine ironische Distanz zu sich selbst wahren zu wollen. Als ob sie über sich selbst lachen wollte und sich nicht sicher war, ob sie das tun konnte.

    Ich sagte ihr, dass wir sie alle brauchen würden und dass sie versuchen sollte, sich auszuruhen. Sie warf mir einen bösartigen und enttäuschten Blick zu – das hatte ich wohl verdient. Aber es gibt einfach nicht die perfekten Worte, die einen davon überzeugen können, weiter zu leben. Es gibt Probleme, die ein Leben lang andauern werden und für die sich keine Lösung findet.

    Wenn ich meine Schülerin das nächste Mal sehe (und ich hoffe, es wird ein nächstes Mal geben), dann hoffe ich, dass wir uns zusammen setzen und darüber sprechen können, warum wir beide immer noch hier sind. 

    Dieser Text erschien ursprünglich in der US-Ausgabe der HuffPost. Er wurde aus dem Englischen übertragen, gekürzt und redaktionell überarbeitet von Agatha Kremplewski.

    Hinweis der Redaktion:

    Wenn du das Gefühl hast, dein Leben macht keinen Sinn mehr, wende dich bitte an die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

    Beim Jugendinformationszentrum München findest du zudem persönliche und telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche. Telefonnummer: 089 550 521 50 (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 13 – 18 Uhr). 

    Wer mehr zu dem Thema erfahren möchte:

    Dunkelkammer Psychiatrie
    Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener

    (jg)


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    • Ein Kunde in einem Friseursalon in China hat im Dezember einen etwas anderen Haarschnitt bekommen.
    • Der Mann zeigte seinem Friseur ein pausiertes Video von einem Haarschnitt – der Friseur verpasste ihm dann aber den Schnitt inklusive Play-Button des Videos.
    • Wie das aussah, zeigen wir euch im Video oben.

    Ein Mann aus China hat seinen Friseursalon mit einem sehr interessanten Haarschnitt verlassen. Wie auf dem chinesischen sozialen Netzwerk “Weibo” bekannt wurde, saß der Mann bereits im Friseursalon, als er ein Video eines Haarschnitts sah, das ihm besonders gut gefiel.

    Das Video zeigte er im Anschluss seinem Friseur und bat ihn, seine Haare exakt so zu schneiden. Er hatte das Video pausiert, weshalb der Play-Button mitten auf dem Kopf des Models landete.

    “Das Dreieck auch?”

    Der Friseur soll dann gefragt haben, ob der Kunde das “Dreieck” auch einrasiert haben wolle. Der Mann hatte wohl nicht ganz verstanden, dass es sich dabei um den Play-Button handelte und antwortete mit “Ja”.

    Und genau so kam es auch: Der junge Mann durfte im Anschluss seines Besuchs das Video-Start-Zeichen am Kopf tragen.

    Der Blogger Tian Xiu Bot lud Bilder der Haarschnitts und des Videos auf “Weibo” hoch und erntete damit fast 80.000 Likes. Darunter schrieb er scherzhaft: “Es gibt fast keine Friseure mehr, die so gründlich arbeiten!”

    Neue Frisur – mehr Selbstvertrauen

    In einem weiteren Video, dass Tian Xiu Bot online stellte, sieht man, wie der Kunde aber tatsächlich zufrieden durch den Salon läuft. “Er scheint jetzt aber mehr Selbstvertrauen zu haben”, schrieb er darunter.

    In den Kommentaren fanden sich einige verwirrte Nutzer, die nicht sofort erkannten, dass es sich bei der seltsamen Rasur um einen Play-Button handelte. Andere wiederum lobten den Friseur, da er den Style wirklich exakt kopiert hatte.

    Für viele stand auch fest: Das muss ein neuer Trend werden.

    (jg)


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    Donald Trump und Paul Manafort im Juli 2016 im Wahlkampf. 

    ► Die Anwälte von Donald Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager, dem wegen Bank- und Steuerbetrug verurteilten Paul Manafort, haben versehentlich geheime Informationen über die Russland-Affäre preisgegeben. 

    ► Manafort war im Zuge des Skandals einen Kooperationsdeal mit Sonderermittler Robert Mueller eingegangen. Mueller wirft Manafort vor, den Deal durch Lügen gebrochen zu haben – Manaforts Anwälte bestreiten das. 

    ► In einem Gerichtsdokument verteidigen sie ihren Mandanten. Das Dokument enthält geschwärzte Passagen – diese sind durch einfaches Kopieren am Computer zu entziffern.

    Brisant: Die geheimen Texte offenbaren neue Kontakte des Trump-Teams nach Russland. 

    Diese drei Erkenntnisse enthält das Manafort-Dokument: 

    1. Manafort log gegenüber Mueller offenbar über ein Treffen mit dem Russen Konstantin Kilimnik, dem Kontakte zum russischen Geheimdienst nachgesagt werden und den die Ermittler in der Russland-Affäre im Visier haben. 

    2. Manafort traf Kilimnik, dem auch Verbindungen zu einem Putin-nahen Oligarchen nachgesagt werden, während des Wahlkampfs für die Präsidentschaftswahl in den USA in Madrid. Er hat dem angeblichen Agenten laut Manaforts Anwälten interne Daten über durch Trumps Team durchgeführte Umfragen übergeben. 

    3. Manafort diskutierte mit Kilimnik über einen “Friedensplan” im Ukraine-Konflikt.  

     

    Diese zwei brisanten Entwicklungen in Trumps Russland-Affäre müsst ihr noch kennen: 

    Eine im Zentrum der Affäre stehende Anwältin wird angeklagt: Natalja Wesselnizkaja arrangierte das berüchtigte Trump-Tower-Meeting im Sommer 2016, bei dem sich Trumps Sohn Donald Jr., Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Manafort mit Kreml-Repräsentanten trafen. Nun wird Wesselnizkaja in einem nicht mit der Russland-Affäre zusammenhängenden Fall wegen Justizbehinderung verklagt. 

    ► Die Anklage ist höchst brisant – denn sie bestätigt Wesselnizkaja Verbindung zur russischen Regierung: Es geht um die Prevezon Holdings Ltd., eine wegen Geldwäsche in den USA verurteilte Firma des Kreml-Vertrauten Denis P. Katsyv. 

    Eine geheime Firma verliert vor dem Supreme Court: Eine andere Firma, deren Name und Geschäft unter Geheimhaltung steht, hat unter dessen vor dem Supreme Court eine Klage gegen eine durch Sonderermittler Mueller angeordnete Herausgabe von Dokumenten verloren. 

    ► Die Firma, die in Dokumenten nur als in “Land A” ansässig beschrieben wird, muss nun Strafen an die USA zahlen, wenn sie der Anordnung Muellers nicht nachkommt. Worum es in der geht: Bisher geheim


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    • Ein britischer Tourist hat den Reiseveranstalter TUI verklagt, da er in seinem Urlaub angeblich tagelang krank gewesen sei.
    • TUI überführte den Briten dann aber mit seinen eigenen Social Media Posts.
    • Nun wurde der Kläger zum Angeklagten – und muss ganz schön tief in die Tasche greifen.

    Justin Miller aus South Wales machte Urlaub in einem Fünf-Sterne-Hotel auf den Kapverdischen Inseln. Seine Unterkunft, das “Riu Touareg”-Hotel, soll allerdings hygienisch und kulinarisch derartig schlecht gewesen sein, dass er tagelang Durchfall und Fieber bekommen hätte. Das behauptete der Brite zumindest und forderte Schadenersatz vom Reiseveranstalter TUI.

    Wie die “BILD”-Zeitung berichtet, soll der Reise-Gigant dann allerdings schnell eigene Nachforschungen angestellt haben und wurde fündig: Auf seinem Facebook-Profil schwärmte Miller ausgiebig von seiner Reise. Er postete Bilder vom Pool, vom Essen und einige Selfies, auf denen er alles andere als blass war.

    TUI schlägt zurück

    Mit diesen Beweismaterialien zog TUI dann vor Gericht und konnte den Fall für sich entscheiden. Doch anstatt die Angelegenheit einfach ruhen zu lassen, nahm TUI im Anschluss Miller in die Mangel.

    TUI verklagte den Urlauber und auch hier gab der Richter dem Unternehmen recht. Der Brite musste viermal so viel an den Kläger zahlen, als sein Urlaub gekostet hatte. Die Summe belief sich auf etwa 22.000 Euro.

    26 Wochen auf Bewährung

    Eine Sprecherin von TUI Deutschland erklärte gegenüber der BILD, dass Gästereklamationen stets ernst genommen werden.

    Das Unternehmen prüfe laufend Hotelbewertungen online und spreche bei Beschwerden auch immer mit Personen vor Ort. Dass in Millers Fall auch Beiträge auf Social Media verwendet wurden, resultiere ihrer Meinung nach aus den hohen Geldsummen, die der Urlauber einklagen wollte.

    (jg)


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    Live aus dem Oval Office wendet sich Trump an die US-Bevölkerung um erneut für seine Mauer zu werben.

    ► US-Präsident Donald Trump hat die Lage an der Grenze zu Mexiko als Krise bezeichnet und erneut Geld für den Bau einer umstrittenen Grenzmauer verlangt.

    ► In einer Rede an die Nation am Dienstagabend forderte Trump die oppositionellen Demokraten dazu auf, ihre Blockade im Kongress gegen die Finanzierung der Mauer zu beenden.

    ► Der teilweise Stillstand der Regierung sei nur darauf zurückzuführen, dass die Demokraten “Grenzsicherheit nicht finanzieren wollen”. Der Streit um die Grenzmauer ist der Grund für den Shutdown, der seit 18 Tagen jene Teile der Regierung lahmlegt, deren Finanzierung kurz vor Weihnachten ausgelaufen ist.

    ► Trump verkündete bei der im Fernsehen übertragenen Ansprache keinen “Nationalen Notstand”, wie es einige vermutet hatten. Er selbst hatte in den vergangenen Tagen gesagt, er erwäge eine solche Maßnahme.

    Mehr zum Thema: Trump spricht über den Regierungsstillstand – 3 Wörter sorgen für Wut

    Was Trump in seiner Rede gesagt hat:  

     

    “An unserer Südgrenze gibt es eine wachsende humanitäre und Sicherheitskrise”, sagte der Präsident. “Das ist eine humanitäre Krise, eine Krise des Herzens und eine Krise der Seele.” Er fügte hinzu: “Das ist der Kreislauf des menschlichen Leids, von dem ich entschlossen bin, ihn zu beenden.”

    Trump verwies darauf, wie gefährlich der Marsch für Migranten ist, die sich aus Lateinamerika auf den Weg in die USA machten. Er nannte auch mehrere Fälle, bei denen illegal eingewanderte Menschen US-Bürger getötet haben und stellte die Frage: “Wie viel Blut müssen wir noch vergießen, bevor der Kongress seine Arbeit macht?”

    So reagieren die Demokraten auf Trumps Rede:  

    Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und ihr Parteikollege, Senator Chuck Schumer, warfen Trump in ihrer ebenfalls im Fernsehen übertragenen Ansprache vor, eine Krisensituation zu fabrizieren.

    Vieles, was man von Trump während des Regierungsstillstandes gehört habe, sei voll von Fehlinformationen und sogar Bosheit gewesen, sagte Pelosi. Der Präsident habe sich entschlossen, Angst zu säen, man selbst wolle dagegen Fakten liefern, sagte Pelosi:

    “Fakt ist: Präsident Trump muss aufhören, das amerikanische Volk als Geisel zu halten, er muss aufhören, eine Krise zu fabrizieren, und er muss die Regierung wieder zum Laufen bringen.”


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    Frank Magnitz wurde Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens.

    ► Der am Montag in Bremen brutal niedergeschlagene AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz hat keinerlei Erinnerungen an die Tat. 

    ► Der Chef des Bremer Landesverband der AfD will sich daher auch nicht darauf festlegen, dass linksextreme Gewalttäter das Attentat verübt haben. Der “Bild” sagte er: “Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber es kann auch ein Raubüberfall gewesen sein.“

    ► Einem Passanten, der ihm nach der Tat geholfen hat, erzählte Magnitz nach Informationen der Zeitung, dass ihm drei vermummte Männer mit tief ins Gesicht gezogenen Kapuzen und Mützen in den Innenhof gefolgt seien.

    Was die Polizei zu der Tat mitteilte:

    Die Polizei widersprach der Darstellung der AfD, Unbekannte hätten mit einem Kantholz auf Magnitz eingeschlagen und auf den am Boden liegenden eingetreten. So heißt es in einer Pressemitteilung:

    “Gesicherte Aufnahmen zeigen zwei Personen, die sich dem 66-Jährigen von hinten näherten, eine dritte lief versetzt dahinter. Einer der Unbekannten schlug den Bremer von hinten nieder, woraufhin der Mann stürzte. Der Abgeordnete erlitt eine stark blutende Kopfverletzung. Anschließend flüchtete das Trio vom Ort des Geschehens. Auf dem bisher gesicherten Videomaterial kann der Einsatz eines Schlaggegenstandes nicht festgestellt werden.“

    So geht es dem Politiker:

    Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts einer gefährlichen Körperverletzung. Magnitz hat Platzwunden und Prellungen davongetragen.

    Der “Bild” sagte er: “Die gesamte linke Körperhälfte schmerzt fürchterlich, aber ich bin bestens mit Schmerzmitteln versorgt. Deshalb geht es einigermaßen.“ 

    (ll)


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    Trump im Oval Office bei seiner Ansprache. 

    Schon der erste Satz war irreführend.

    “Sehr geehrte Mitbürger, heute Abend spreche ich zu Ihnen, weil es an unserer Südgrenze eine wachsende humanitäre Krise und Sicherheitskrise gibt”, so begann US-Präsident Donald Trump seine TV-Ansprache am Dienstagabend.

    US-Medien aber sehen keine Sicherheitskrise, die Zahl der Personen, die beim illegalen Grenzübertritt geschnappt werden, befindet sich auf einem historischen Tief, berichtet etwa die “Washington Post”. 

    Trump bediente in seiner neuneinhalb minütigen Ansprache das Bild der Krise an der Grenze zu Mexiko wieder und wieder. Dabei ist die größte Krise in den USA derzeit die Regierungskrise.

    Der Streit um Trumps Grenzmauer hat zu einem teilweisen Regierungsstillstand geführt – Hunderttausende Beamte und Regierungsangestellte bekommen keinen Lohn

    Mit seiner Rede an die Nation wollte der US-Präsident den Druck auf die oppositionellen Demokraten verstärken, um ein Zugeständnis zur Finanzierung der Mauer zu Mexiko zu bekommen. Er tat das, wie gewohnt, indem er Unwahrheiten und irreführende Aussagen aneinanderreihte.

    Die Aussagen, mit denen Trump live im TV die Amerikaner täuschte – auf den Punkt gebracht

    1. Trumps Mythos der Krise

    Zunächst das Bild der Krise an der Grenze. Einwanderungsexperten stellen die Situation an der Grenze anders dar, auch die Zahlen zeichnen ein anderes Bild: 

    Im Haushaltsjahr 2000 gab es insgesamt rund 1,6 Millionen Festnahmen an der Südwestgrenze, 2010 waren es rund 448.000. Im Haushaltsjahr 2018 verzeichneten die Behörden rund 397.000, wie aus Übersichten der Grenzschutzbehörde CBP hervorgeht.

    Gestiegen ist jedoch die Zahl derer, die an der Südwestgrenze um Asyl bitten - darunter viele Familien aus Mittelamerika. Im Haushaltsjahr 2017 waren es rund 56.000, ein Jahr später rund 93.000.

    Dass so viele Familien ankommen, stellt die Behörden zunehmend vor Probleme, weil Einrichtungen überfüllt sind. Das System ist vor allem dafür ausgelegt, Männer aufzunehmen – und nicht die Vielzahl von Frauen und Kinder, die nun ankommen. Außerdem sind manche der Menschen krank. Im Dezember starben zwei Kinder im Gewahrsam der Grenzschutzbehörden.

    Von einer humanitären Krise zu sprechen, ist also nicht falsch. Diese Krise aber ist hausgemacht. 

    2. Trumps Angriff auf die Demokraten

    Die Regierung bleibt aus einem Grund und nur einem Grund geschlossen: Weil die Demokraten die Sicherheit an der Grenze nicht finanzieren wollen. Donald Trump

    Dieser Angriff auf die Opposition ist für Trump naheliegend – aber er ist falsch. Die Demokraten sind bereit, in einem Haushaltsgesetz ein Budget von 1,3 Milliarden US-Dollar für Grenzsicherheit auszuschreiben.

    Trump aber fordert mehr als fünf Milliarden US-Dollar für den Bau seiner Grenzmauer. Über diese Summen streiten beide Seiten – und es ist dieser Streit und Trumps Sturheit, die zum Regierungsstillstand geführt hatten.

    3. Tausende Grenzübertritte?

    Jeden Tag treffen Zoll- und Grenzschutzbeamte auf Tausende von illegalen Einwanderern, die versuchen, in unser Land einzureisen. Donald Trump

    Dieser Satz finden sich wohl in allen Fact-Check-Artikeln zu Trumps Fernsehansprache – denn er ist grob irreführend. 

    Die “New York Times” rechnet vor, dass Grenzbeamte im November 51.856 Personen an der Südgrenze festgenommen haben, die versuchten, illegal über die Grenze zu kommen. Das sind rund 1700 täglich.

    Dazu kommen rund 10.600 Personen, die “unerlaubt” die Grenze überqueren wollten. Insgesamt seien das 2000 Personen, berichtet die “NYT” – und weist noch einmal darauf hin, dass “unerlaubt” nicht mit “illegal” gleichzusetzen ist.

    Wenn Trump also von “Tausenden von Migranten” spricht, ist das übertrieben. 

    4. Trump: Illegale Migration ist schlecht

    Alle Amerikaner werden durch unkontrollierte illegale Migration geschädigt. Sie belastet die öffentlichen Ressourcen und senkt Arbeitsplätze und Löhne. Zu den am stärksten betroffenen Personen gehören Afroamerikaner und Hispanoamerikaner. Donald Trump

    Auch die Aussage wird von US-Medien als irreführend beurteilt. Denn Ökonomen in den USA sehen Migration, auch illegale Migration, grundsätzlich als hilfreich für die US-Wirtschaft. 

    “Einige Ökonomen argumentieren, dass Einwanderer die verfügbaren Arbeitsplätze und Gehälter für Amerikaner nur dann senken, wenn sie um die gleichen Arbeitsplätze wie die einheimischen Arbeitskräfte konkurrieren. In vielen Fällen suchen Einwanderer – legal oder illegal – Arbeit, die amerikanische Bürger nicht tun wollen”, schreibt die “New York Times”.

    Auch der US-Sender CNN kommt zu diesem Urteil und weist auf eine Studie des Ökonomen Giovanni Peri von der University of California-Davis aus dem Jahr 2009 hin. Demnach habe ein Anstieg der Beschäftigung in einem Bundesstaat um ein Prozent aufgrund von Einwanderung im Durchschnitt die Gehälter für jeden Arbeiter in dem Bundesstaat um 0,5 Prozent ansteigen lassen. 

    5. Mexiko wird für die Mauer zahlen

    Die Mauer wird auch indirekt bezahlt werden durch das große, neue Handelsabkommen, das wir mit Mexiko abgeschlossen haben. Donald Trump

    Auch dieser Satz ist falsch. Denn das überarbeite Abkommen namens North American Free Trade Agreement (NAFTA) muss erstens vom Kongress noch verabschiedet werden.

    Und auch wenn das geschehen sollte, das Abkommen die Geschäfte von US-Unternehmen erleichtert und Umsätze und Löhne ansteigen lässt: Dadurch verursachte Steuereinnahmen müssen nicht der Finanzierung einer Grenzmauer zugute kommen – der Kongress könnte sich einmal mehr dagegen sperren.

    Im US-Wahlkampf behauptete Trump, er werde Mexiko für seine Mauer zahlen lassen. Die “indirekte Bezahlung” ist weit von dieser Behauptung entfernt.

    So weit, wie Trump am Dienstagabend stellenweise von der Wahrheit entfernt war. 

    (vw)


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    Kandidatin Tanja will die Jury mit ihren Tanzmoves überzeugen

    • In den zweiten Castings der 16. Staffel “DSDS” zieht besonders Kandidatin Tanja alle Blicke auf sich. 
    • Bohlen möchte sie prompt mit Lombardi verkuppeln – doch der kontert mit einem Seitenhieb auf seine Ex-Partnerin Sarah Lombardi. 

    Wenn die Jury von “DSDS” zum Casting ruft, ist Fremdschämen vorprogrammiert. Schiefe Töne, peinliche Tanzeinlagen und absolute Selbstüberschätzung der Kandidaten. Doch in der 16. Staffel hat sich RTL offenbar nicht nur für die “beste Jury aller Zeiten“ entschieden, wie der Sender selbst sagt, sondern auch für weniger Momente, die eher an einen Autounfall erinnern, bei dem die Zuschauer nicht wissen, ob sie hin- oder wegschauen sollen.

    Denn es wurde ordentlich gefeiert: “Ich feiere dich“, “Ich feiere dich ab“, “Ich feiere deine Stimme“, “Ich feiere dich total“, “Ich feiere voll deine Performance“. Sätze wie diese fielen immer wieder. Die Jury um Dieter Bohlen, Xavier Naidoo, Pietro Lombardi und Oana Nechiti kam aus der Lobhudelei der Kandidaten gar nicht mehr heraus und hatte eben ordentlich zu feiern.

    Vor allem die 26-jährige Lehramtsstudentin Laura. Mit “Because you loved me“ von Celine Dion zeigte die junge Hausbesitzerin was sie stimmlich drauf hat und machte es nach Meinung von Naidoo sogar “natürlicher und besser als Celine Dion selbst“. “Du hast uns verzaubert“, fügte Nechtiti völlig begeistert zu. Und es hörte nicht auf mit den Superlativen.

    Mehr zum Thema:Er drehte “DSDS” und “Biggest Loser”: Regisseur packt

    Tanja kam Lombardi schon vor ihrem Castingauftritt backstage näher.

    Bohlen: “Du bist ‘gigantomanisch’”

    Der 22-jährige Marko ist eigentlich Mechatroniker, doch verdient sich sein Geld derzeit als Straßenmusiker. Am liebsten wäre er jedoch auch noch Teilzeit-Tätowierer. Denn als sich der sympathische Straßenmusiker mit Ed Sheeran verglich, läuteten bei Dieter Bohlen sofort die Alarmglocken. “Hier kommen Menschen hin, die sich falsch einschätzen.” Doch Marko lieferte mit “Chasing Cars“ von Snow Patrol ab und selbst Bohlen musste zugeben: “Du hast dich richtig eingeschätzt.“

    Das große Finale gebührte jedoch Joaquin. Der 19-Jährige mit den chilenischen Wurzeln stammt aus einer Musikerfamilie und beherrscht sämtliche traditionelle Instrumente aus der Heimat seiner Eltern. Schon als er den Casting-Raum betrat, sagte Bohlen: “Ich glaube, du kannst singen. Und Gitarre spielen.”

    Und tatsächlich lieferte Joaquin, der sich sonst sein Geld als Sänger auf Hochzeiten verdient, eine Frank-Sinatra-Show ab, die eine ganze Lobesflut auslöste. Alt-Juror Dieter Bohlen kriegte sich gar nicht mehr ein vor Begeisterung: “Du bist der beste Gitarrist, der jemals bei ‚DSDS‘ war. Du bist ‘gigantomanisch‘. Hättest du nur Gitarre gespielt, hätte ich dich auch weitergelassen.“ Noch bevor die anderen Jury-Mitglieder etwas sagen konnten, drückte Bohlen Joaquin den Recall-Zettel in die Hand.

    Die Jury versucht den Gesang von Kandidat Fabian zu übertönen.

    Dieter Bohlen will Pietro Lombardi mit Kandidatin verkuppeln

    Doch so ganz ohne Fremdschäm-Momente kommt auch die neue “DSDS“-Staffel nicht aus. Bei “1000 und eine Nacht“, gesungen von dem 22-jährigen Fabian, rockte die Jury mit ihm ab, um die schrägen Töne zu übertönen – besonders Xavier Naidoo bewies absolute Textsicherheit bei dem deutschen Schlagerhit.

    “Du hast im teuersten Chor gesungen, den es in Deutschland zu kaufen gibt“, stellte Bohlen hinterher fest. Sichtlich enttäuscht von vier Mal Nein verließ Fabian den Raum, doch nutzte noch die Gelegenheit, interessierte Frauen, die ihn kennenlernen wollen, dazu aufzurufen, sich zu melden. RTL leitet alle Anfragen weiter.

    Doch nicht nur bei Fabian wird gekuppelt, sondern auch in der Jury.

    Als die 24-jährige Studentin Tanja in einem Hauch von Nichts in Pink den Raum betrat und begann, sich lasziv zu bewegen, fragte Bohlen sofort: “Du weißt aber schon, dass das hier nicht die Mini-Playback-Show ist?“  

    Tanja bettelte nach Bohlens Absage darum, ein weiteres Lied zum Besten geben zu dürfen, doch es half alles nichts. Denn ihr Gesang überzeugte weit weniger als ihre Tanzeinlage. Dieter Bohlen versuchte dann schließlich die Single-Frau an den Mann zu bringen. An Pietro Lombardi nämlich.

    Doch dieser zeigte sich wenig begeistert und kommentierte Bezug nehmend auf seine Ex-Partnerin und “DSDS“-Kandidatin Sarah Lombardi: “Nein, danke, du weißt, ich hatte schon eine ‘DSDS’-Beziehung.“

    Mehr zum Thema: Wirbel um “DSDS”-Jury: Sarah Lombardi erhebt schweren Vorwurf gegen Pietro – RTL schaltet sich ein

    Möchte sich nach dem Casting einen neuen Namen zulegen und danach

    Und auch eine Schicksalsgeschichte hatte der “DSDS“-Abend zu bieten:

    Als Marius Müller (nicht Westernhagen) ein Baby war, explodierte neben ihm eine Glasflasche. Dabei geriet eine Scherbe in sein Auge. Seither ist er auf einem Auge fast blind. Er wurde als junger Mensch immer gemobbt und als “behindertes Kind“ bezeichnet. In der Musik sucht er nach Kraft. Seine Stimme wirkte zwar zerbrechlich, aber am Ende überzeugte er die Jury doch. Der 20-Jährige will im Recall nun beweisen, dass er noch mehr aus sich rauskommen kann.

    Prinz Ralph Laurenz ist der “am schlechtesten angezogene Typ der Geschichte von ‘DSDS’”

    Und dann war da noch Prinz Ralph Laurenz von Arabien mit dem silbernen Glitzerjackett, der kurzum als der “am schlechtesten angezogene Typ der Geschichte von ‘DSDS’” deklariert wurde.

    Der selbsternannte Prinz ist dermaßen verrückt, dass bis zum Schluss nicht klar wird, inwieweit seine Rolle gespielt ist. Nicht nur soll ihn die Titelmelodie von “Flipper“ zur Musik gebracht haben, sondern würde er entweder gerne “Rockstar, oder Schlagerstar, oder RnB-Star werden“. Singen kann er nicht, doch er versprach vor seinem Abgang, sich einen neuen Künstlernamen zu suchen und dann aus dem Untergrund wieder zurückzukehren.

    Marius Müller überzeugte die Jury mit seiner Stimme.

    Und auch eine Schicksalsgeschichte hatte der “DSDS“-Abend zu bieten:

    Als Marius Müller (nicht Westernhagen) ein Baby war, explodierte neben ihm eine Glasflasche. Dabei geriet eine Scherbe in sein Auge. Seither ist er auf einem Auge fast blind. Er wurde als junger Mensch immer gemobbt und als “behindertes Kind“ bezeichnet. In der Musik sucht er nach Kraft. Seine Stimme wirkte zwar zerbrechlich, aber am Ende überzeugte er die Jury doch. Der 20-Jährige will im Recall nun beweisen, dass er noch mehr aus sich rauskommen kann.


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    • Ein Luxusautos vor dem Jobcenter?
    • In Frankfurt geht die Polizei mit Kontrollen teurer Autos gegen Hartz-IV-Betrüger vor. 

    Die Frankfurter Polizei hat dem Sozialbetrug den Kampf angesagt.

    Weil in der hessischen Stadt vor einem Jobcenter ungewöhnlich viele teure Autos standen, knöpften sich die Beamten deren Besitzer vor.

    “In dem Zeitraum von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr haben die Beamten im Nahbereich des Jobcenters in Höchst insgesamt 20 Fahrzeuge kontrolliert, welche dem Luxussegment zuzuordnen sind”, heißt es in einer Pressemeldung von Montag.

    Luxusautos vorm Jobcenter? 

    Ein Porsche Panamera, ein Mercedes E 220, ein Mercedes B 180 und ein BMW X5: Diese Sammlung teurer Luxusautos will die Polizei rund um das Jobcenter in Frankfurt am Main erblickt haben.

    ► Das Ergebnis: Drei Männer und eine Frau am Steuer der überprüften Autos waren tatsächlich Hatz-IV-Empfänger. 

    Laut § 12 des Sozialgesetzbuches wird bei der Berechnung des Hartz-IV-Bedarfs zwischen “verwertbaren und unverwertbaren Vermögen” unterschieden. Verwertbares Vermögen wird bei der Berechnung des Hartz-IV-Satzes berücksichtigt – darunter auch Autos. 

    ► Laut dem Gesetzbuch dürfen Hartz-IV-Empfänger ein “angemessenes Kraftfahrzeug” besitzen. Dies darf in der Regel einen Wert von 7500 Euro nicht übersteigen – was letztlich allerdings einer Einzelfallprüfung unterliegt.

    Die Frankfurter Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetrugs. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht zwischen den jeweiligen Tatverdächtigen keine Verbindung. Die Ermittlungen dauern an.

    Konsequentes Vorgehen gegen Hartz-IV-Betrüger

    Auch die “Hessenschau” berichtete über den Fall. Eine Polizeisprecherin sagte dem Regionalmagazin, dass dies die erste Kontrolle dieser Art in Frankfurt gewesen war. Und: Es werde nicht die letzte bleiben. 

    Die Polizei will auch in Zukunft mit Unterstützung des Jobcenters konsequent gegen Sozialleistungsbetrüger vorgehen, habe die Sprecherin dem Magazin mitgeteilt.

    (ll)


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    Eine Familie war überrascht, als ein fremder Mann die Haustür aufmachte. (Symbolbild)

    • Eine Familie ist aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat feststellen müssen, dass die Schlüssel nicht mehr die Haustür gepasst haben.
    • Ein Mann im Rollstuhl machte ihr dann die Tür auf

    Nach dem Urlaub einfach nur zu Hause ankommen – über das dürfte sich auch eine Familie im Bezirk Cobb County im US-Bundesstaat Georgia gefreut haben.

    Doch so weit kam die Familie gar nicht: An der Haustür bemerkte sie, dass der Schlüssel zur Haustür nicht mehr passte.

    Zu allem Überfluss öffnete den Eltern und Kindern ein fremder Mann im Rollstuhl die Tür und sagte: “Das ist jetzt mein Haus.”

    Er hatte offenbar während der Abwesenheit der Familie das Haus sein Eigen genannt.

    Die Familie alarmierte daraufhin die Polizei. Darüber berichtet der amerikanische TV-Sender Channel 2.

    Mann im Rollstuhl mit vermeintlicher Waffe besetzt fremdes Haus

    Die Beamten, die angerückt waren, erzählten dem Sender, dass der fremde Mann vor ihnen behauptet habe, eine Waffe bei sich zu haben. Außerdem habe er gedroht, auf die Einsatzkräfte zu schießen.

    Aufgrund der drohenden Gefahr holten die Polizisten die Spezialeinheit SWAT zur Unterstützung hinzu.

    Diese war laut Bericht fünf Stunden mit der Polizei vor Ort, um den fremden Mann aus dem Haus zu schaffen. Letztendlich brach die SWAT-Einheit die Haustür auf und schickte einen Roboter vor, um den vermeintlich bewaffneten Mann im Haus ausfindig zu machen – mit Erfolg. Wie die Polizei dem Sender erklärte, habe sich der Mann friedlich ergeben. Eine Waffe hätten die Beamten aber nicht gefunden.

    Frau: “Er machte das Haus zu seinem eigenen”

    Die Frau der Familie sagte dem Sender, dass einige ihrer Sachen verschoben worden seien, auch ihr gesamtes Essen sei nun weg.

    “Er hat uns auch Notizen hinterlassen, uns für den Schlüssel gedankt und dafür, dass er nun hier leben dürfe. Er bewegte alle Bilder und leerte die Schubladen. Er machte das Haus zu seinem eigenen.”

    Der Mann wurde vorläufig wegen Einbruch und Drohungen an die Polizisten festgenommen.

    Es bleibt unklar, wie lange die Familie im Urlaub war. Ebenfalls ist unbekannt, wie es der Mann überhaupt ins Haus der Familie geschafft hatte.

    (nr)


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