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Huffington Post Germany Athena

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    Der Ernährungstrend Intervallfasten erfuhr im Jahr 2018 einen Hype wie kaum eine andere Ernährungsform zuvor. Der als “Wunder-Diät” angepriesenen Form des kontrollierten Nahrungsverzichts folgten zahlreiche prominente Beispiele - zuletzt war es Promi-Mediziner Dr. Eckart von Hirschhausen, der den Wirbel um das intermittierende Fasten mit seiner persönlichen Abnehm-Story perfekt machte.

    Doch nun die Wende? Aktuelle Schlagzeilen berichten “Intervallfasten ist keine Wunder-Diät” oder “Eine Diät wie jede andere auch”.

    Könnten wir uns dann bitte mal einigen?!

    Eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg sorgt für Aufruhr - hier heißt es sinngemäß: Intervallfasten hat gegenüber einer herkömmlichen Kalorienreduktion keine Vorteile.

    STOPP!

    Hat eigentlich auch nur einer der Redakteure der zahlreichen überregionalen Zeitungen, die die Schreckensnachricht einer möglicherweise nicht wundersamen Wirkung von Intervallfasten verbreitet haben, die zitierte Studie gelesen?

    Allen Anschein nach haben sie das nicht.

    Intervallfasten ist im Wesentlichen durchführbar anhand von zwei Methoden: Das 16/8 Fasten, welches ein tägliches Fasten auf Stundenbasis vorschreibt und die 5/2 Methode, bei welcher zwei Fastentage pro Woche eingelegt werden.

    Die Studie der Universität Heidelberg beschränkt sich dabei gänzlich auf die 5/2 Methode, welche sich fundamental von der 16/8 Variante unterscheidet.

    Warum das wichtig ist?

    Mehr als 90% der Intervallfasten Anwender fasten nach der 16 Stunden Regel - mit dieser Methode nahm auch Eckart von Hirschhausen ab.

    Und so konnten einige Medien die Tatsachen verdrehen, eine relativ unaussagekräftige Studie heranziehen und diese mit einer vollkommen differenzierten Ernährungsform - dem Intervallfasten im 16/8 Stil - vermischen und damit sichtliche Verwirrung stiften.

    Ganz genau genommen beschreibt Intervallfasten gar keine Diät, da es zeitlich nicht begrenzt und als langfristige Ernährungsform gedacht ist. Und tatsächlich hat das kontrollierte tägliche Fasten sehr wohl deutliche Vorteile gegenüber irgendwelcher Diäten aus Boulevard- oder Lifestyle Magazinen.

    Neben einer gestärkten Autophagie, welche unseren Körper von sogenanntem “Zellschrott” befreit und einer gesteigerten Growth-Hormon-Synthese, die unsere Fettverbrennung nachweislich ankurbelt, sind es vor allem die gesundheitlichen Vorzüge des intermittierenden Fastens wie verbesserte Blutzuckerwerte oder ein geringeres Krankheitsrisiko.

    Welche weiteren Vorteile das 16-stündige Fasten mit sich bringt und warum Intervallfasten eben DOCH besser ist als andere Diäten, lässt sich in diesem Artikel nachlesen.

    Doch worum es eigentlich geht: wenn schon medizinische Studien zur Berichterstattung verwendet werden, dann bitte auch mit richtigen und vor allem vollständigen Informationen.


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    Berlin - Dezember 2018 - Vorweihnachtszeit! Die Stars des kommenden Blockbusters “Bumblebee” kommen in die Hauptstadt. Am 20. Dezember 2018 startet das Prequel zur Kult-Filmreihe “Transformers”. In den Hauptrollen u.a. Hailee Steinfeld und Wrestling-Superstar John Cena. Gemeinsam mit Regisseur Travis Knight, waren sie Gast beim offiziellen Fan-Screening und standen für Interviews zur Verfügung.

    Transformers... und Bumblebee:

    Im Jahre 2007 begann die große Leinwandkarriere der beliebten Spielzeuge aus dem Hause Hasbro. 700 Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit ein und es folgten 4 weitere Teile unter der Regie von Michael Bay. Nun wird es Zeit für die Vorgeschichte... Wie ist Bumblebee überhaupt auf unseren schönen Planten gelangt? Es geschah in den 80er Jahren...

    Kurzinhalt:

    Im Jahr 1987 versteckt sich das mysteriöse Maschinenwesen Bumblebee in der Gestalt eines alten VW Käfers auf dem Schrottplatz einer kleinen kalifornischen Küstenstadt. Kurz vor ihrem 18ten Geburtstag und auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, findet die rebellische Charlie (Hailee Steinfeld) den kaputten und kampfgeschwächten Bumblebee. Mit mechanischem Geschick beginnt sie ihn zu reparieren und lernt schnell, dass es sich keineswegs nur um eine alte Schrottmühle handelt … 

    Interviews in Berlin

    TRAVIS KNIGHT

    Regisseur Travis Knight sitzt erst zum zweiten Mal auf dem wichtigsten Stuhl einer Filmproduktion. Eigentlich kommt er aus dem Genre Animationsfilm, doch nun wagt er den ganz großen Sprung in die Welt der Transformers und damit vermutlich auch in das Genre “Absolute Blockbuster, die Geschichte schreiben!” Ein unglaublich sympatischer Typ, der locker von sich und natürlich dem Film erzählt. Er schwärmt von der Zusammenarbeit mit John Cena und ist selbst ein Kind der Achtziger.

    JOHN CENA

    Er ist in der ganzen Welt ein Superstar! John Cena ist seit Jahrzehnten eine amerikanische Wrestling-Legende. Als 16-facher Champion der WWE führt er die Spitze der erfolgreichsten Sports-Entertainer an. Ganz klar, dass Hollywood ihn so langsam aber sicher für sich beanspruchen möchte. Challenges sind seine Leidenschaft und deshalb hat er sich für ein kleines Christmas-Quiz zur Verfügung gestellt. Erkennt er die englischen Titel einiger deutschen Weihnachtslieder? Am Ende wird auf jeden Fall noch gesungen...

    HAILEE STEINFELD

    Sie ist gerade mal 21 bzw. 22 Jahre alt (*11. Dezember), für den Golden Globe und die Academy Awards nominiert gewesen und blickt in ihrer Musikkarriere bislang auf beeindruckende 35 Platin-Schallplatten! Wo andere ihren ersten oder zweiten Liebeskummer verarbeiten, erobert Hailee Steinfeld eben kurz die Film- und Musikbranche. Die bezaubernde Hauptdarstellerin verrät, welche Musik sie aus den 80ern mag, wer ihr Lieblings-Transformer ist und könnte sich vorstellen irgendwann mal Minnie Mouse zu verkörpern.

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    Movie-Review:

    ”Bumblebee” startet am 20.12.2018 und kommt perfekt zum Weihnachtsfest. Auch wenn der Film selbst nichts mit Weihnachten zu tun hat, so bietet er absolut großartige Unterhaltung. Man muss keinen der anderen Filme zuvor gesehen haben, um die Story zu verstehen. “Bumblebee” spricht für sich selbst und mit Hailee Steinfeld haben die Macher einen Volltreffer gelandet. Sie ist die perfekte Besetzung für Charlie Watson, sozusagen der Entdeckerin und Namensgeberin vom wohl beliebtesten Transformer. John Cena spielt zunächst den Bad-Soldier, zeigt aber am Ende doch noch sein gutes Herz. Vielleicht ist Travis Knight ein Meilenstein gelungen und viele Besucher des Fan-Screenings waren sich einig... Es ist mit “Transformers” (dem Film aus 2007) der beste Teil der Filmreihe!


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    Viele Menschen klagen zur Winterzeit über Müdigkeit und trübe Stimmung. Doch Studien zeigen: Mit Fisch und Meeresfrüchten lässt sich der Winterblues vertreiben. So enthalten beispielsweise Garnelen, Kabeljau, Lachs und Thunfisch besonders viel Tryptophan. Dieser Eiweißstoff ist lebensnotwendig und wird in unserem Gehirn zu Serotonin umgewandelt. Ein Hormon, das glücklich macht und beruhigt.

    Außerdem hat Fisch einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Die ungesättigten Fettsäuren steigern ebenfalls das Wohlbefinden und machen fit von innen. Zudem unterstützen sie die Bildung von Körperzellen, wirken entzündungshemmend und sind zudem auch gut für Haut und Haar. Wer im Herbst und Winter auf Fisch setzt, hat somit gute Chancen, den alljährlichen Stimmungskiller zu vertreiben. Am besten gelingt dies mit Soul-Food-Gerichten: Essen zum Wohlfühlen.

    Ob heiße Suppen, Eintöpfe oder Ofengerichte: Soul Food wärmt von innen, gibt Kraft und ist Balsam für die Seele. Auch mit Fisch und Meeresfrüchten gelingen solche Gaumenschmeichler – und das mit wenig Aufwand. Viele Marken bieten daher nicht nur tiefgekühlten Fisch und Meeresfrüchte an, sondern liefern zu den Produkten auch gleich leckere und unkomplizierte Rezeptideen. Besonders gut für einfache Gerichte eignen sich tiefgekühlte Fischfilets, die schonend im Ofen gegart werden. In Kombination mit frischen Kräutern und vitaminreichem Gemüse werden Lachs, Kabeljau und Co. im Handumdrehen zum Soul Food. Garnelen hingegen sind die ideale Einlage für wärmende Suppen. Exotischer wird das Wohlfühlessen mit anderen Meeresfrüchten wie Muscheln und Tintenfischringen. Mit vorgekochten Frutti-di-Mare-Mischungen lassen sich nicht nur Suppen und Eintöpfe, sondern auch Aufläufe schnell aufpeppen.

    Frutti-di-Mare-Gemüse-Püree

    Zubereitungszeit: 40 Minuten

    Schwierigkeitsgrad: einfach

    Zutaten für 4 Personen: Für das Püree: 800 g Kartoffeln, 150 g Butter, 20 cl Sahne, 10 g grobes Salz, Salz, Pfeffer, Muskat. Für die Meeresfrüchte: 400 g Frutti di Mare, vorgekocht, 50 g Kirschtomaten, 100 g Champignons, 50 g Bohnen, gekocht und geschält, ½ Brokkoli, 10 cl Olivenöl, Salz, Pfeffer

    Zubereitung: Für das Kartoffelpüree: 1. Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In einem Topf mit kaltem Salzwasser erhitzen und für 35 Min. kochen. Die garen Kartoffeln abtropfen lassen und in der Flotten Lotte und mit einem Stampfer zu Püree verarbeiten. 2. In einem kleinen Topf Sahne und Butter erhitzen. Mit einem Holzlöffel vorsichtig in die Kartoffeln einrühren. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss würzen. Für die Meeresfrüchte: 3. Die aufgetauten Frutti di Mare gut abtropfen lassen. Meeresfrüchte bei starker Hitze 5 Min. anbraten. 4. Tomaten, Champignons und Brokkoli klein schneiden und 3 bis 4 Min. bei starker Hitze mit etwas Olivenöl anbraten. Dann die Meeresfrüchte dazugeben und würzen. 5. Zum Servieren zunächst das Püree in portionsgerechte Schüsseln geben. Anschließend die Meeresfrüchte-Mischung darüber geben.


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    Chantal Smiths hat sich selbst Hirnkrebs diagnostiziert.

    • Krankenschwester Chantal Smits hat bei sich selbst Hirnkrebs diagnostiziert, nachdem ihr ein Plakat mit Warnzeichen der Krankheit aufgefallen war.
    • Sie stellte fest, dass sie genau unter den beschriebenen Symptomen litt.

    Als Anästhesieschwester in einem Londoner Krankenhaus hilft Chantal Smits jeden Tag Chirurgen, Patienten mit Gehirntumoren zu operieren.

    Eines Tages fiel ihr ein Plakat auf, das an der Wand der Station hing, auf dem die Warnzeichen des Hirnkrebs aufgelistet waren.

    Der heute 22-Jährigen war sofort klar: Sie litt an denselben Symptomen.

    Über den Fall berichtet nun die britische Tageszeitung “The Sun”.

    Frau klagt jahrelang über Kopfschmerzen und Müdigkeit, doch geht nicht zum Arzt

    Smits klagte bereits seit 2014 – in ihrem ersten Jahr als Krankenschwester – über Kopfschmerzen und Müdigkeit.

    “Ich fühlte mich die ganze Zeit müde und schlief um 20 Uhr ein, sobald meine Arbeitsschicht vorbei war”, berichtete sie der Zeitung.

    Zudem nahm die Frau täglich vier Ibu-Profen und vier Paracetamol-Tabletten zu sich, um die Schmerzen zu lindern.

    Doch einen Arzt aufsuchen, wollte Smits nicht. Sie sagte der “Sun”: 

    “Im Vergleich zu den schwerkranken Patienten, die ich jeden Tag sah, sagte ich mir, dass meine eigenen Symptome trivial waren und ich sie einfach hinnehmen müsste.”

    Sie führte ihren Gesundheitszustand auf die 40-Stunden-Woche und die Schichtarbeit zurück.

    Erst im Februar 2018, als sie ein Poster an der Wand des Krankenhauses las, das die Symptome von Gehirntumoren bei Jugendlichen und Kindern auflistete, wurde Smits klar, was mit ihr falsch sein könnte.

    “Ich dachte:” Moment mal. Kopfschmerzen, ständige Müdigkeit, gelegentliche Sehstörungen – ich habe alle. Vielleicht sollte ich doch mal zum Hausarzt gehen.”

    Erst nach vier Jahren Schmerzen geht die Frau zum Arzt 

    Smits ging also doch noch zu einem Arzt, der mit ihr eine MRT-Untersuchung machte. Kurz darauf erhielt die heute 22-Jährige einen Brief, in dem stand, dass sie einen Tumor direkt am Hirnstamm habe.

    “Meine erste Reaktion? Ich bin in Tränen ausgebrochen. Ich sehe das Schlimmste vom Schlimmsten in meinem Job und jetzt ging ich davon aus, dass ich wie die extrem kranken Patienten sein würde, die ich täglich sehe. Als ich den Arzt später fragte, wie groß der Tumor ist, sagte er nur: ‘Das willst du lieber nicht wissen.’“

    “Wenn ich nun Menschen mit Gehirntumoren treffe, kann ich mich wirklich in sie hinein fühlen”

    Das Problem bei dem Krebs der Frau: Weil der Tumor am Hirnstamm sitzt, kann keine Biopsie gemacht werden. Es kann also nicht festgestellt werden, ob er bösartig ist oder nicht.

    Das Einzige was der Frau übrig bleibt: Regelmäßig Scans machen, auf denen die Ärzte den Tumor beobachten und vermessen können.

    Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Tumor eines Tages wachsen könnte, dann bräuchte Smits eine Chemo- und Strahlentherapie – genau wie viele der Gehirntumor-Patienten, mit denen sie täglich zusammenarbeitet.

    Derzeit nimmt Smits nämlich nur Medikamente ein, um ihre Symptome zu behandeln. Der Tumor ist stabil – und ist nicht weiter gewachsen.

    Die Arbeit ist ihr seit der Diagnose noch wichtiger geworden: “Es ist meine Berufung im Leben. Wenn ich nun Menschen mit Gehirntumoren treffe, kann ich mich wirklich in sie hinein fühlen.”

    Inzwischen versucht die 22-Jährige, Menschen mit ihrer Geschichte zu inspirieren und das Bewusstsein auf die mögliche Erkrankung zu schärfen:

    “Ich schätze mich glücklich, dass mein eigener Tumor früh entdeckt wurde. Wenn ich zurückschaue, sehe ich jetzt, dass ich sehr lange Symptome hatte. Ich hätte sie nicht ignorieren dürfen. Jetzt hoffe ich, das Bewusstsein für Gehirntumore zu schärfen und etwas Positives zu tun, um anderen zu helfen.”

    (jr)


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    Ab nach Paris, dachte ich mir und griff bei diesem Buchtitel und seinem Klappentext zu. Für Kriminalromane im „Miss Marple"-Stil gibt es ja schon eine ganze Reihe von Autorinnen und Autoren, z. B. ermittelt in Cornwall „Miss Mabel" (Rebecca Michéle) oder am Niederrhein „Kati Küppers" (Barbara Steuten). Wenn der Verlag also einen Krimi als die „Miss Marple von Paris" ankündigt, dann wird er gewisse Erwartungen bei den Lesern wecken. Und diese werden im vorliegenden Roman erfüllt.

    Madame Bertin ist Inhaberin einer Bäckereikette in Paris. Sie hat als Bäckermeisterin höchste Ehren erlangt und darf deshalb den französischen Präsidenten im Elysée-Palast beliefern. Doch nun möchte sie sich zur Ruhe setzen und hat die Geschäftsführung an ihren Neffen abgegeben. Plötzlich sieht sie im Haus gegenüber hinter einer Fensterscheibe eine blutige Hand hinabgleiten. Aufgeregt begibt sie sich dorthin, weil sie einen Unfall vermutet. Doch da ist im Hausflur und an dem Fenster nichts zu entdecken. Ihr Anruf bei der Polizei lässt sie jetzt dumm dastehen. Doch nicht mit Madame Berti!. Sie ist fest davon überzeugt, dass in diesem Haus ein Verbrechen geschehen ist. Schließlich weiß sie doch, was sie gesehen hat. Ihr Counterpart von der Polizei ist da ganz anderer Meinung. Die Verwicklungen machen den Roman immer spannender. Dadurch, dass das Setting schon durch den Lieferantenstatus an die Regierungskreise heranreicht, zeigen die verschiedensten Spuren wunderbar auch in diese Richtung. Zudem gibt es ein zwielichtiges Restaurant, in welchem gepokert wird. Die Pokerrunden sind ebenfalls mit hochrangigen Geschäftsleuten und Politikern besetzt.

    Das Pariser Lokalkolorit kommt hervorragend zum Vorschein. Man sieht die Wasserpfützen auf den Gehsteigen, man riecht den warmen Gestank der Metro. Paris-Liebhaber werden einen großen Wiedererkennungswert haben, sehr bildreich wird diese Metropole in die Handlung eingebunden. Ebenso bildreich, aber für mich wesentlich zu detailreich und langatmig, sind die Beschreibungen von Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs, z. B. der Inhalt eines Kühlschrankes über mehrere Seiten hätte gerne gekürzt werden können, ohne dass der Handlung des Romans damit Schaden zugefügt worden wäre.

    Ein gemütlicher und humorvoller Krimi mit einem besonderen Lokalkolorit, der mir sehr viel Spaß gemacht hat.

    Julie Masson

    Madame Bertin steht früh auf

    Rowohlt Verlag, Hamburg

    ISBN 9783499274718

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2018

    Mehr zum Autor gibt es hier, und auf editionoberkassel.de, sowie auf eo-akademie.de.


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    Am Rande der Eifel pflegt die Krankenschwester Susanne in einer abgelegenen Forstvilla ihre kranke Mutter. Hingebungsvoll verzichtet sie auf ein eigenes Leben, obwohl ihre Mutter wie ein Drachen nie ein gutes Wort an sie richtet. Die Mutter setzt alles daran, dass Susanne nicht an ein Leben außerhalb der Villa denkt.

    Doch dann tritt eine alte Schulfreundin Susannes auf den Plan. Die ist Psychologin in der JVA Diez und betreut Strafgefangene. Sie versucht Susanne zu animieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Zaghaft nimmt Susanne einen Briefwechsel mit einem Strafgefangenen auf. Doch aus den Briefen wird mehr und das Unheil nimmt seinen Lauf.

    Ulrike Bliefert hat einen Thriller geschrieben, der fast ohne Ermittlungen auskommt. Nur scheinbar am Rande denkt ein Ex-Kriminalbeamter über das Verschwinden eines Mädchens nach, welches vor Jahren stattfand. Dieser Fall konnte nie geklärt werden und schlummert noch heute als Cold Case vor sich hin. Die Autorin hat diesen alten Fall in Form von Polizeiprotokollen zwischen die Kapitel der aktuellen Handlung geschoben, was die Spannung sowohl beim aktuellen Geschehen um Susanne als auch beim alten Fall erhöht. Denn als Leser spürt man, dass der alte Fall noch irgendetwas mit dem aktuellen Geschehen zu tun haben wir.

    Obwohl Ulrike Bliefert (Autorin und Schauspielerin) viel lokales Eifel-Kolorit eingebunden hat, ist es mitnichten ein Regiokrimi. Irgendwo muss ein Thriller spielen. Hier ist es die Eifel.

    Besonders gut gelungen ist die Nachvollziehbarkeit der Handlungen und Gedanken der Figuren. Besonders Susannes Psyche wird immer glaubwürdiger mit dem Fortschreiten des Romans. Obwohl die kenntlich gemachten Gedanken in durchaus weniger hätten sein können, denn der Charakter Susannes wird auch ohne dem verständlich. Auch wenn man sich anfangs das Helfersyndrom schwer vorstellen kann, wird es immer plausibler und die Frage, ob sie dieses ablegen kann, rückt immer mehr in den Fokus. Eine besonders positive Figur ist Susannes junge Kollegin Nadja, die sich bemüht, Susanne das Leben zu erklären.

    Die gestalteten Dialoge sind eine Klasse für sich. Bliefert versteht es, für jede Figur einen ganz eigenen Sprachstil zu finden und diesen konsequent durchzuhalten. Es macht Spaß, die Worte der einzelnen Leute im inneren Ohr klingen zu lassen.

    Kribbelnde und knisternde Spannung für alle, die den Thrill mögen.

    Ulrike Bliefert

    Die Samariterin

    KBV Verlag, Hillesheim

    ISBN 9783954414352

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2018

    Mehr zum Autor gibt es hier, und auf editionoberkassel.de, sowie auf eo-akademie.de.


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    "Abendglanz" ist der erste Band der brandneuen Familiensaga von Hanna Caspian, die als "Gut Greifenau"-Trilogie im Handel verfügbar ist. Alle drei Bände werden bis März 2019 erscheinen.

    Es ist Mai 1913. Die Zeiten sind im Umbruch. Die Grafenfamilie von Grafenau hält traditionell an eingefahrenen Wegen und Ritualen fest. Doch den Kindern wird das Korsett der adligen Etikette zu eng. Der alte Patriarch verstirbt bald, sein Sohn hat bisher nur gelernt, Lebemann zu sein. Doch er ist der Erbe des Gutes und regiert fortan als neuer Patriarch. Aber sein Sohn Konstantin hat Landwirtschaft studiert und brennt darauf, seine Ideen dem Vater vorzustellen und das Gut für die Zukunft fit zu machen. Sein Großvater hatte ihn mit "dem neuen Zeug' ins Leere laufen lassen. Obwohl sein Vater nicht viel von Landwirtschaft versteht, will der die Zügel aber nicht aus der Hand geben. Konstantins Schwester Katharina verliebt sich in einen etwa gleichaltrigen Industriellenjungen. Obwohl dessen Eltern, somit auch er, steinreich sind, kommt für die Gräfin eine Verbindung von Katka mit Julius nicht infrage. Die Hauptberufung der Gräfin besteht darin, ihre Tochter so teuer wie möglich zu verheiraten. Da kommt ihr ein Neffe des Kaisers gerade recht. Doch Katharina wehrt sich.

    Hanna Caspian hat ein allumfassendes Universum rund um Gut Greifenau (fiktiv!) geschaffen. Vorbild mag die britische TV-Serie "Downton Abbey" gewesen sein. Denn genau wie dort gibt es zahlreiche Handlungsstränge in allen Schichten der Menschen, die in diesem Roman eine Rolle spielen. Sowohl bei den Bediensteten als auch bei der Adelsfamilie, bei den Pächtern, den Dorfangestellten und den Bekannten gibt es Geheimnisse und Verwicklungen. Es müssen zahlreiche Probleme gelöst werden. Der Autorin ist es fantastisch gelungen, den Weg zum Ziel zu machen. Soll heißen, dass zunächst nicht auf eine Lösung am Ende des Romans/ der Trilogie hingearbeitet wird. Der Leser verfängt sich dermaßen in den Verwicklungen der einzelnen Figuren, leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen, wünscht Ihnen die Pest an den Hals. Am Ende möchte man nur noch wissen, wie es mit den einzelnen Figuren weitergeht.

    Für mich persönlich gilt: Gefangen auf Gut Greifenau! Ich wünsche es ebenso jedem neuen Leser, jeder neuen Leserin.

    Hanna Caspian

    Abendglanz (Gut-Greifenau-Trilogie)

    Droemer Knaur Verlag, München

    ISBN 9783426521502

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2018

    Mehr zum Autor gibt es hier, und auf editionoberkassel.de, sowie auf eo-akademie.de.


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    Wer Unternehmen in die Zukunft führt oder sie dabei aktiv begleitet, der tut gut daran, sich ab und an mit dieser Zukunft intensiver auseinanderzusetzen. Das Maß in dem sich Technologien (immer schneller) weiterentwickeln macht es zu komplex, konkrete Aussagen zu treffen, aber die Tendenzen sind klar genug.

    Nichts davon ist planbar, aber es lohnt sich auf die Eventualitäten vorzubereiten. Ich jedenfalls bereite mich so gut wie möglich auf Basis meines Wissens und meiner Erkenntnisse vor. Jeder ist frei sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen - nein, nicht nur frei: Jeder SOLLTE sich (ganz explizit) seine eigenen Gedanken machen.

    These 1: Management erlebt eine Renaissance und wird untergehen

    Um Unternehmen die nächsten wichtigen Entwicklungsschritte gehen zu lassen, werden kluge, bewusst reflektierte Unternehmensführer die Basis dafür schaffen, dass zukünftig jeder selbst diese Rahmenbedingungen mit beeinflussen kann. "Management" als soziale Technologie wird dazu zunächst wesentlich an Bedeutung gewinnen und über die Zeit ein Thema, das von allen gemeinsam betrieben wird. Management in seiner heutigen Form wird untergehen.

    These 2: Die Arbeitswelt wird maximal vernetzt, maximal verteilt und maximal getrennt

    In technologisch führenden Gesellschaften wird der Arbeitsmarkt maximal miteinander vernetzt sein.

    Zugleich werden wir maximal verteilt arbeiten, d.h. die räumliche Trennung wird sich verstärken. Filterblasen werden sich stärker abkapseln. Den wenigen, die die Trennung überwinden können, wird damit eine besondere Bedeutung für Innovationen zukommen .

    These 3: Kollaboration wird intensiver - zwischen Menschen, zwischen Maschinen, zwischen Menschen und Maschinen und in Räumen, die wir erst wieder kennenlernen müssen

    Wenn Maschinen immer mehr Aufgaben übernehmen, dann werden wir neu lernen müssen in den Maschinen Kollegen zu sehen, statt Gerätschaft. Menschen werden ohnehin intensiver zusammen arbeiten, über alle funktionalen, disziplinären Geschlechter-, Alters- und Kulturgrenzen hinweg.

    These 4: Neue Zusammenarbeit etabliert neue Kulturen

    Um die sozialen und kognitiven Fähigkeiten für verbesserte, intensivere, vernetzter Kollaboration zu nutzen, wird sich eine neue Kultur der Zusammenarbeit etablieren. Mit echtem Vertrauen, Ehrlich- und Verletzlichkeit sowie Emotionen um Verbundenheit und Vernetzung aufzubauen. In der Zukunft sind wir wieder mehr als Mensch gefordert.

    These 5: Hochspezialisierte Experten und umfassend vernetzte Generalisten bestimmen die Zukunft fluider Unternehmen

    Hochspezialisierte Experten werden flexibel in Projekten und Unternehmen umherwandern, um maximale Wirkung zu erzielen. Umfassend vernetzte Generalisten stellen derweil die Basis sicher, auf der diese Experten arbeiten können. Ihre Aufgabe ist das Gesamtbild des Unternehmens im Auge zu behalten und systematisch, komplex die Muster zu erkennen. Sie schaffen komplexe Kollaborationsstrukturen.

    Fluide Unternehmen werden ihren konkreten Bedarf vor allem aus diesen beiden Gruppen decken.

    These 6: 3D- und 4D- Kommunikation wird Arbeitsalltag

    Wer nicht physisch im CollaborationHub arbeitet, wird sich per AR- und VR-Equipment visuell und kognitiv jederzeit und von überall her dort hineinbewegen können. Die 4. Dimension entsteht durch den Zeitversatz, der möglich wird. VR, kombiniert mit individuell geprägten „künstlichen Intelligenzen“ wird uns in dieser asynchronen Kommunikation unterstützen.

    These 7: Wir entwickeln ein neues Verständnis für sozial-komplexe, technologisch-komplexe und sozitechno-komplexe Systeme

    Das zunehmende Bewusstsein für die Nichtlinearität der Umwelt führt zu einem wachsenden Verständnis der Nichtvorhersagbarkeit von sozialen und technologischen Einflüssen und Entwicklungen. In der Abhängigkeit der sozialen und technologischen Systeme entsteht ein weiteres sozitechnologisches System mit ganz eigenen Rand- und Rahmenbedingungen.

    These 8: Der Mensch rückt zentral in den Fokus und in die Cloud

    Der Mensch, sei es als Kollege, Kunde oder Teil der Umwelt rückt immer weiter in den Fokus von Zusammenarbeit. Damit wächst die Eigenverantwortung und die gemeinsame Verantwortung für die Erhaltung lebensnotwendiger Ressourcen.

    Mit den zentral in der Cloud verfügbaren Daten wird die Entwicklung kreativer Ideen vermehrt in der Cloud stattfinden.

    These 9: Es entsteht eine 4-Klassen Gesellschaft

    Neben den hochspezialisierten, hochqualifizierten und hochkompetenten Experten, den umfassend vernetzen, systemisch agierenden Generalisten und der Garde, der diese beiden Gruppen unterstützenden „Mitmacher“, wird es eine zunächst große Zahl an „NiKöNiWos“ geben. Die „Nicht-Können-oder-Nicht-Wollenden“ werden die Entwicklungen nur aus der Ferne begleiten können oder wollen. Die übrigen drei „Klassen“ müssen dabei besondere Sorge für diese Menschen mittragen. 

    These 10: Arbeit direkt am und mit Menschen gewinnt an Wert

    Alle Arbeitsbereiche, die ein hohes Maß an emotionaler und sozialer Kompetenz erfordern, werden an Bedeutung und Wertschätzung gewinnen. In Arbeitsbereichen, die zudem von physischen Belastungen geprägt sind, wird Technologie Arbeit so weit erleichtern, dass hier mehr Menschen leichter arbeiten können.    

    These 11: Es liegt tatsächlich vor allem an uns!

    Wir alle, egal in welcher Rolle und Position wir uns wähnen, gestalten die Zukunft jeden Tag aktiv mit, indem wir Dinge tolerieren, forcieren oder ablehnen. Es liegt an uns, uns dies immer wieder bewusst zu machen. Die Zukunft beginnt und entsteht jeden Tag neu aus dem was wir tun, dem, was wir nicht tun und dem, was wir versäumen.

    Doch all das Wissen um mögliche Entwicklungen nützt Ihnen (und mir) wenig, wenn wir nicht unsere Schlüsse daraus ziehen und entsprechend handeln.

    Einige meiner Vorschläge und persönlichen Ansätze für eine solche zukunftsgerichtet Handlung sind:

    1. Bauen Sie Ihre Management-, Führungs- und Leadershipkompetenz aus. Nur: Achten Sie darauf nicht alte Muster zu vertiefen, sondern zeitgemäßes Gedankengut zu reflektieren. 
    2. Verstehen Sie: „wo sich Ihr Unternehmen befindet“. Passen die Dinge (noch) zueinander oder was müssen Sie ändern, damit zu sich zukunftsgerichtet Entwickeln können? 
    3. Erweitern Sie konsequent, branchen- und themenübergreifend Ihr Netzwerk.  
    4. Seien und bleiben Sie neugierig!
    5. Lernen Sie immer und überall das Neue zu Endecken und daraus zu lernen.
    6. Lernen Sie Fehler besser auszuhalten; Ihre eigenen und die anderer!
    7. Finden Sie Ihre Rolle als Experte oder Generalist.
    8. Unterstützen Sie die NiKöNiWos. 
    9. Versuchen Sie Impulse und manchmal auch den Rat von Menschen anzunehmen, die Ihnen verrückt und merkwürdig erscheinen.

    All dies sind meine ganz persönlichen, aktuellen Einschätzungen zur Arbeitswelt der Zukunft. Vielleicht liege ich falsch, vielleicht habe ich in Teilen Recht. Hoffentlich habe ich Sie zum Nachdenken über Ihre Zukunft und die Ihrer Organisation angeregt. 

    Teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Kollegen und Freunden und diskutieren Sie die für Sie wichtigen Thesen miteinander. Ich bin gespannt auf Ihre Erkenntnisse und Meinungen. Ich freue mich, wenn Sie Ihre Perspektive in weiteren Thesen formulieren.

    Arbeiten Sie gemeinsam mit anderen an diesen großen Herausforderungen unserer Zeit und bedenken Sie: Veränderung braucht Zeit und am Ende kommt alles (etwas) anders, als man es am Anfang absehen konnte und geplant hat.Arbeiten Sie gemeinsam mit anderen an diesen großen Herausforderungen unserer Zeit und bedenken Sie: Veränderung braucht Zeit und am Ende kommt alles (etwas) anders, als man es am Anfang absehen konnte und geplant hat.

    Eine ausführlichere Fassung dieses Beitrags finden Sie in meinem Blog auf ZUKUNFTheute.net

    Ich freue mich über Ihre Kommentare und Feedback. Wenn Ihnen der Artikel gefällt, dann klicken Sie bitte like, gefällt mir und/oder share, um auch anderen Interessierten die Chance zu eröffnen den Beitrag zu finden. Vielen Dank!


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    Chinas Bedeutung als Akteur auf den Weltmärkten und in der Weltpolitik steigt massiv. Vor allem die großen Investitionen in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI) sorgen dafür, dass Chinas Wirtschaft sich von der Plagiatsfabrik zu einem dem Treiber von Innovationen entwickeln will. Professor Markus Taube, Sinologe und Wirtschaftswissenschaftler mit engen Verbindungen nach China, zeigte in einem inspirierenden Vortrag bei den Petersberger Gesprächen Potenziale auf, wie wir von den Chinesen lernen und profitieren können und wie das chinesische System des Staatskapitalismus Innovationen aktiv fördert. Die chinesische Innovationspolitik nutzt alle Möglichkeiten, die Datenverfügbarkeit und das effektive Entscheidungssystem auf Kosten demokratischer Abstimmungsprozesse ihr bietet. Wir als Kienbaum sind selbst mit vier Standorten in Asien vertreten und arbeiten für globale und lokale Kunden, erleben diese Entwicklungen selbst hautnah. Ich freue mich sehr, dass ich nun die Chance habe, die Impulse aus der Bonner Expertenrunde in einem persönlichen Interview noch weiter zu vertiefen.

    Prof. Markus Taube

    Chinesische Innovationspolitik: Trade-off zwischen Bürgerrechten und Effektivität?

    Stephan Grabmeier: Herr Professor Taube, China will bis 2030 Weltmarktführer im Bereich KI werden und hat dazu umfassende Investitionsprogramme aufgelegt. Können wir in Europa mit unseren trägen demokratischen Entscheidungsprozessen in der Innovationspolitik überhaupt konkurrenzfähig sein?

    Prof. Markus Taube: Die freiheitliche demokratische Grundordnung, auf die sich unsere Gesellschaft verständigt hat, ist ein Wert an sich und meines Erachtens nicht diskutabel. Aber – auch das muss uns bewusst sein – jede Wahlentscheidung bedeutet Einschränkungen und Kosten auf anderen Ebenen. Tatsächlich geht der demokratische Prozess pluralistischer Interessensvertretungen, Anhörungen und Entscheidungsfindungen mit einem Zeitaufwand einher, der deutlich über dem liegt, der in Gesellschaften notwendig ist, die von einer kleinen Elite zentral gesteuert werden.

    Das heißt: Ja, wir sind im Vergleich zu China sehr viel langsamer, wenn es darum geht, sich abzeichnende Möglichkeiten voll zu ergreifen und vielversprechende Innovationspfade zu betreten. In diesem Sinne ist Europa aktuell noch sehr viel träger in der Erschließung der Möglichkeiten von KI als China.

    Natürlich gilt aber die Überlegung, dass unsere langen Entscheidungsfindungsprozesse letztlich bessere, das heißt zukunftsfähigere, nachhaltige Ergebnisse hervorbringen, während in zentral gesteuerten Regimen Fehleinschätzungen und partikularinteressensgeleitete Entscheidungen mittelfristig große Schäden (z.B. im Sinne von Wohlfahrtsverlusten) hervorrufen können. Aber wir müssen uns auch bewusst machen, dass bei der Querschnittstechnologie KI Netzwerkeffekte zum Tragen kommen und schnell Pfadabhängigkeiten entstehen. Das heißt Akteure, die zuerst auf dem Markt auftreten, erlangen allein aus diesem Fakt, der Erste zu sein, langfristig wirkende Wettbewerbsvorteile. Umso zögerlicher wir jetzt agieren, desto schwerwiegender werden die mittelfristigen Konsequenzen sein.

    SG: Können wir im Westen etwas von der Innovationspolitik in China lernen?

    MT: Die deutsche Innovationspolitik ist grundsätzlich dicht an dem, was die OECD als state-of-the-art definiert. Deutschland verfügt über ein breit aufgestelltes System von Innovationsträgern, die in jeweils unterschiedlicher Gewichtung Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung betreiben. Auch die Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte und deren Umsetzung in tragfähige Geschäftsmodelle ist in den letzten Jahren in erheblichem Maße gestärkt worden.

    Dessen ungeachtet können wir aus dem chinesischen Modell durchaus Impulse für eine Weiterentwicklung unserer Innovationspolitik ziehen. Gleichzeitig gilt aber, dass einige der entscheidenden Parameter, die die Dynamik der chinesischen Innovationspolitik derzeit ausmachen, aufgrund der unterschiedlichen gesellschaftlich-politischen (Demokratie) und wirtschaftlichen (wettbewerbsbasierte Marktwirtschaft) Ordnungsstrukturen schlichtweg inkompatibel sind. Die schnelle Entscheidungsfindung und diskretionäre top-down Steuerung ökonomischer Entwicklungsprozesse in China haben wir oben bereits angesprochen. Ein weiterer Aspekt betrifft aber auch die Verfügbarkeit von riesigen Datenmengen, die chinesischen KI-Unternehmen zum „Füttern“ ihrer selbstlernenden Maschinen zur Verfügung stehen. Erhebliche Teile dieser Datenpakete stehen deutschen Unternehmen aufgrund der staatlich garantierten Rechte auf Schutz der Privatsphäre („Datenschutz“) grundsätzlich nicht zur Verfügung. Aber nicht nur ist der Schutz der Privatsphäre in China deutlich geringer ausgeprägt. Der chinesische Staat ist sogar bereit, einzelnen Unternehmen Daten aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung (z.B. Ausweisdokumente, Passfotos, Justizdaten, etc.) zur Verfügung zu stellen, um ihre KI-Anwendungen zu optimieren. Undenkbar in unserer Gesellschaft. Da können wir nichts übernehmen.

    “Verfügbare Daten besser nutzen”

    Lernen können wir aber, dass, wenn die Verfügbarkeit von Daten das entscheidende Element zur Optimierung von selbstlernenden Maschinen und KI-Applikationen im Allgemeinen ist, die Politik sich auch um die Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Datensätzen bemühen sollte. Das Schlagwort „Datenschutz“ darf nicht zum K.O.-Argument werden. Stattdessen gilt es, gründlich abzuwägen, was in welchem Maße schützenswert ist. Dabei müssen wir grundsätzlich über Deutschland hinausschauen und – wenn es gegenwärtig auch schwierig erscheint – die gesamteuropäische Perspektive im Blick zu haben. Auch der KI-Sektor selbst sollte hier übrigens aktiv in einen Dialog mit der Bevölkerung einsteigen und Aufklärungsarbeit leisten.

    Ein faszinierender Aspekt der chinesischen Innovationspolitik besteht auch in der zum Teil erheblichen „Unter-Regulierung“ innovativer Branchen. Der vom Staatsrat im Juli 2017 veröffentlichte „Entwicklungsplan für eine neue Generation der Künstlichen Intelligenz“ führt so z.B. aus, dass Anfänge einer sektorspezifischen Gesetzgebung und Regulierung sowie der Festschreibung von ethischen Normen für den KI-Sektor erst bis zum Ende der zweiten Strategische Planungsperiode für die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz in China, das heißt bis 2025, erfolgen sollen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass im KI-Sektor tätige chinesische Unternehmen noch mindestens sieben Jahre weitgehend unreguliert agieren, mit innovativen Technologien experimentieren und Geschäftsmodelle im Markt testen dürfen. Hierdurch erwachsen diesen Unternehmen Freiräume, die sie zur Optimierung technischer Lösungen und von Marktmodellen nutzen können.

    Ein ähnliches Modell ist in London für den Fintech-Sektor eingerichtet worden. Ausgewählten Fintech-Start-ups wird hier in speziellen „regulatory sandboxes“ gestattet, erhebliche Teile der sehr komplexen Finanzmarktregulierung zu ignorieren. Ziel dieser Maßnahme der Innovationspolitik ist es, Fintech-Unternehmen einen Freiraum zu gewähren, in dem sie innovative Technologien und Geschäftsmodelle ausprobieren können, ohne Gefahr zu laufen, sofort unter der vollen administrativen Last der Finanzmarktregulierung zu kollabieren. Es wäre zu prüfen, inwiefern derartige „regulatorische Sandkisten“ nicht auch in Deutschland bzw. Europa geschaffen werden können und dann auch weitere Bereiche als nur den Fintech-Sektor umfassen können. Gerade der Bereich der KI-Anwender könnte von derartigen Arrangements in erheblichem Maße profitieren.

    Chinabild: Fakten statt Klischees sind nötig

    Der Austausch mit China hilft, Vorurteile abzubauen – wie hier bei den Chinagesprächen des Konfuzius Instituts.

    SG: Wächst mit der Bedeutung und dem Selbstbewusstsein Chinas in der internationalen Politik und auf den Weltmärkten auch hierzulande das Interesse an China? Inwiefern sind unsere Vorstellungen von China mit der Realität vereinbar – und inwieweit ist das Bild, das wir haben, veraltet oder klischeebehaftet?

    MT: Aktuell habe ich eher den Eindruck, dass das Interesse an China wieder etwas abnimmt. In den letzten Jahren haben wir uns anscheinend daran gewöhnt, dass China mit exorbitanter Dynamik wächst und immer größere Bedeutung in der Weltgemeinschaft erlangt. Das faszinierende „Neue“ ist verlorengegangen.

    Dessen ungeachtet bleibt das Chinabild in Deutschland meines Erachtens in erheblichem Maße von Klischees und selektiver Wahrnehmung geprägt. Manche Berichterstattung und Diskussion weckt den Eindruck, dass China durch getönte Gläser wahrgenommen wird. Gläser, die mal schlachtschiffgrau, mal schweinchenrosa eingefärbt sind. Wir brauchen mehr faktenbasierte Auseinandersetzung mit China – inklusive einem noch intensiveren und differenzierteren Dialog mit China und seinen Menschen selbst, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Das Wort „gegenseitig“ ist hier besonders wichtig. Denn das chinesische Bild von Deutschland und unserer Gesellschaft ist meines Erachtens noch deutlich stärker verzerrt und von falschen Annahmen belastet als umgekehrt. Wenn wir den deutsch-chinesischen Austausch stärken wollen, müssen wir an beiden Seiten ansetzen.

    SG: Sie beraten auch das BMBF als wissenschaftlicher Beirat in der Deutsch-Chinesischen Plattform Innovation. Machen Sie die Erfahrung, dass Ihre Vorschläge auch umgesetzt werden – oder stehen zu viele institutionelle Beschränkungen einer wirklichen Innovationsdynamik im Bereich KI entgegen?

    MT: Die deutsche Politik und der Regierungsapparat haben in den vergangenen Jahren enge Beziehungen zu den nationalen Forschungseinrichtungen und dem Unternehmenssektor aufgebaut. Hierdurch ist ein breiter Austausch möglich geworden, der es gestattet, dass letztere verstärkt Impulse setzen und Erfahrungswerte einbringen können. Die Umsetzung dessen folgt dann den etablierten Strukturen und Abstimmungsverfahren zwischen den verschiedenen Resorts. Dabei gehen sicherlich an manchen (Schnitt-) Stellen Information und strategisch/regulatorischer Fokus verloren. Dessen ungeachtet ziehe ich dieses System aber der zuweilen mit brachialer Gewalt agierenden Bürokratie Chinas eindeutig vor. Etwas mehr Mut zu politischem Unternehmertum wäre manchmal aber durchaus wünschenswert.

    „Die Grundeinstellung der Chinesen zum Thema KI ist sehr viel positiver als unsere“

    SG: Wie könnten Deutschland und Europa von einer Kooperation mit China im Bereich KI profitieren? Gibt es hier bereits konkrete Ansätze oder Programme?

    MT: Das Potenzial bilateraler Kooperation und potenzieller win-win Konstellationen ist riesig. Trotzdem bleibt die Umsetzung schwierig, da die jeweils anliegenden Rechtsnormen noch starke Unterschiede aufweisen. Deutsche Vorgaben zum Schutz der Privatsphäre einerseits und chinesische Vorgaben zur Lokalisierung von Patentrechten sowie des Verbots grenzübergreifender Datentransfers stellen derzeit hohe Barrieren zur Umsetzung von Gemeinschaftsprojekten dar. Notwendig wäre hier zunächst die Schaffung gemeinsamer, transnational gültiger Ordnungsstrukturen und Standards, die ein Rahmenwerk für kooperative Unternehmungen bieten könnten. Das auf dem ASEM-Gipfel Mitte Oktober vorgestellte „Konnektivitätsprogramm“ der Europäischen Union und ihrer asiatischen Partner könnte hierfür eine gute Basis bilden.

    Aktuell scheint das Schwergewicht der Kooperation darauf zu beruhen, dass deutsche Unternehmen in China mit Pilotprojekten auftreten und dort ihre KI-Applikationen durch die Nutzung in China generierter Daten zu optimieren versuchen. Sie nutzen China also als Experimentier- und Lernlabor. Dabei ist aber zu bedenken, dass selbstlernende Maschinen sich – frei nach dem Motto „man ist, was man isst“ – nach den Daten richten, die sie verarbeiten. Chinesische Daten führen zu „chinesischen“ Lösungen und sind nicht direkt auf deutsche oder europäische Bedürfnisse übertragbar.

    Kooperation im Bereich von Chips und Hardware-Komponenten auf dem chinesischen Markt sind für deutsche Unternehmen von daher lukrativ, als sie hier auf einen großen Volumenmarkt treffen, der mit hoher Dynamik weiterwächst. Gleichzeitig wächst in diesem Bereich in China aber auch ein großer Pool von KI-Experten heran, der in puncto Forschungs- und Entwicklungsleistung bereits Fühlung zur Weltspitze aufgenommen hat. Hier gilt es durch geschickte Kooperationen langfristige win-win Konstellationen für deutsche und chinesische Unternehmen zu schaffen, die nachhaltig ausbalanciert sind. Es muss vermieden werden, dass – ähnlich wie wir es im klassischen Industriesektor vielfach gesehen haben – nach einiger Zeit deutsche Unternehmen von ihren chinesischen Partnern entweder aus dem Markt gedrängt oder übernommen werden.

    SG: In Deutschland und in Europa ist die Skepsis gegenüber KI weit verbreitet. Man hat Szenarien im Kopf, bei denen die Maschinen die Herrschaft über die Menschen übernehmen. Wie ist die Einstellung der Chinesen zum Thema KI?

    MT: Insgesamt ist die gesellschaftliche Grundeinstellung zum Thema KI sehr viel positiver als in Europa. In der KI wird in erster Linie eine Technologie gesehen, die Wohlstand schaffen kann. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die von breiten Bevölkerungsgruppen geteilte (nationalistisch geprägte) Vision, mittels einer chinesischen Vorreiterrolle im Bereich KI die politische und ökonomische Bedeutung Chinas in der Weltgemeinschaft massiv stärken zu können.

    Breite Bevölkerungsschichten in China sind letztlich sehr utilitaristisch eingestellt – was das Leben im Moment erleichtert, wird als gut bewertet. Probleme und Folgekosten, die sich erst mittelfristig einstellen, werden weitgehend ausgeblendet. In Europa diskutierte Dystopien, wie der totale Überwachungsstaat mit dem gläsernen Menschen – dem China übrigens mit dem „Social Scoring System“ mit atemberaubender Geschwindigkeit immer näher kommt – werden in China bislang kaum thematisiert. In den letzten Monaten scheint sich dies allerdings ein wenig zu wandeln. Die Chinesen entwickeln ein stärkeres Bewusstsein für die impliziten Gefahren.

    SG: Herr Professor Taube, herzlichen Dank für die umfassenden Einsichten in die chinesische Innovationspolitik. Weiterhin viel Erfolg in Ihrer Arbeit.

    Über Professor Markus Taube

    Professor Markus Taube hat den Lehrstuhl für Ostasienwirtschaft / China an der Mercator School of Management inne. Außerdem leitet er als Direktor die IN-EAST School of Advanced Studies an der Universität Duisburg Essen und ist Kodirektor des Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr, wo er den Programmbereich Wirtschaft verantwortet.

    2013 wurde er von der Stadt Tianjin, VR China, zum „One Thousand Plan”-Professor der Stadt Tianjin und zum „Outstanding Professor” der Nankai University, Tianjin, VR China (2014-2016) berufen. Er hält mehrere Gastprofessuren führender chinesischer Universitäten und ist amtierender Präsident der Euro-Asia Management Studies Association (EAMSA).

    Markus Taube studierte Sinologie und Volkswirtschaftslehre in Trier und Wuhan (VR China) und promovierte an der Ruhr Universität in Bochum. Zwischen 1996 und 2000 arbeitete er am ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München. Er ist Gründungspartner von THINK!DESK China Research & Consulting, München-Hongkong.


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    sMitte September 2018 war ich wieder bei den Petersberger Gesprächen von Stephan Huthmacher, CEO der Commasoft AG in Bonn. Hauptthema (auch) dieses Jahr: Künstliche Intelligenz (KI) als Treiber für Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Ein Thema, das unsere Berufs- und Arbeitswelt, aber auch gesellschaftliche Entwicklungen mindestens so stark prägen wird, wie in den letzten zwei Jahrzehnten das Web 2.0 und die daraus entstandenen Kommunikationstechnologien. Ich war sowohl beeindruckt als auch in Teilen erschüttert von den Impulsen, Zukunftsvisionen und Forschungsergebnissen, die namhafte Wissenschaftler dort präsentiert haben. Um Euch die Erkenntnisse näher zu bringen habe ich mich mit den Wissenschaftlern getroffen und interviewt. Alles auf einmal passt jedoch nicht in einen Blogbeitrag, deshalb wird es in den nächsten Wochen immer wieder Interview-Wissensnuggets aus den Bereichen der Philosophie, Medizin, Sinologie und Informatik dazu geben.

    KI: Treiberin des technologischen Fortschritts

    Keine Frage: KI ist die nächste große technologische Entwicklung, die unser Leben und Arbeiten dramatisch verändern wird. Künstliche Systeme wie Computer oder Roboter bekommen immer mehr „menschliche“ Eigenschaften – sie werden intelligent. Sie nehmen Impulse von außen auf und lernen daraus, können Gefühle und Stimmungen deuten und darauf reagieren sowie sie selbst äußern. In die Entwicklung von KI fließen immer mehr auch Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns ein. Hinzu kommen große Fortschritte in den Bereichen Big Data und Analytics, die die Weiterentwicklung von KI erst ermöglichen.

    Quelle: YouTube

    Gruselig oder hilfreich?

    Roboter und künstliche Intelligenz sorgen seit jeher für Polarisierung, für Ängste und für Fortschrittsoptimismus. Von Frankenstein über Terminator bis zu Transcendence: Auch die Unterhaltungsindustrie setzt sich mit dem Thema KI auseinander und spielt mit der Verunsicherung der Menschen. Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass wir „ein bisschen menschlich“ bei Robotern gut finden. Sehr menschlich dagegen finden wir gruselig; zu sehr irritieren uns kleine Abweichungen von der Norm, wie wir sie kennen.

    Mensch vs. Maschine? Ethisches Korrektiv und gesetzlicher Rahmen notwendig

    Neben dem Gruselfaktor kommt auch die Angst vor dem Jobverlust („Ersetzt durch eine Maschine!“) infolge des zu erwartenden Strukturwandels hinzu, die viele der neuen Technik skeptisch gegenüberstehen lässt. Aber auch die ungebremste technologische Entwicklung, die ethische und moralische Standards, nicht berücksichtigt, wird von vielen kritisch gesehen. Dies ist vor allem deshalb problematisch, weil KI eine Unmenge an Daten sammelt und diese nutzt – wie genau, verstehen und wissen aber die wenigsten. Mitunter scheinen nicht einmal die Entwickler das so genau zu verstehen, wie der Algorithmus Compas, der in den USA rassistische und diskriminierende Gerichtsurteile fällte, zeigt. Denn diese Entwicklung wollte man ja gerade durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz vermeiden. So warnte auch einer der disruptivsten Vordenker Elon Musk in Austin bei der SXSW vor den Gefahren von KI und forderte eine Aufsichtsbehörde, die die Entwicklung von KI und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen überwacht.

    Skepsis und ein kritischer Blick auf KI sind notwendig und hilfreich. Absolut fehl am Platz ist aber reine Angstmacherei. Die Betrachtung der Fakten und die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen sind deshalb oberstes Gebot.

    Großer Nutzen erhofft

    Wohl kaum würde ein Land wie China so viele Ressourcen in das Feld KI pumpen, wenn es sich davon keinen Nutzen verspräche – und auch die Bundesregierung zieht nun nach mit ihrem Masterplan (oder eher Masterplänchen) zur Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. KI wird zum zum wirtschaftlichen und politischem Machtfaktor.

    Heute werden Empfangsschalter bereits von Robotern besetzt und auch im Bereich Pflege hofft man, den Notstand, der durch die alternden Gesellschaften auf uns zukommen könnte, zu bewältigen. In der Diagnostik gab es bereits Ende der 90er Jahre Computer, die treffende Aussagen machen konnten, aber dann am Widerstand mächtiger Lobbyverbände scheiterten.

    Interdisziplinäre Perspektiven auf dem Petersberg

    Dieses hochkomplexe und spannende Feld beleuchteten auf dem Petersberg die Professoren Markus Gabriel (Philosoph), Alois C. Knoll (Informatiker), Joachim L. Schultze (Mediziner), Sören Schwertfeger (Informatik) und Markus Taube (Sinologe) aus verschiedenen Perspektiven. Die große Interdisziplinarität unter den Experten zeigt einmal mehr, wie stark KI in verschiedenste Themen- und Lebensbereiche einwirkt und wie viele Perspektiven es sich lohnt einzunehmen. Ich habe aus den Vorträgen und Gesprächen in Bonn viele Impulse und Anregungen mitgenommen und freue mich sehr, dass ich einige der genannten Professoren für Interviews auf meinem Blog gewinnen konnte.

    Sie dürfen sich also in den nächsten Wochen auf interessante und neuartige Blickwinkel und Perspektiven zum Thema KI freuen!


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    Was braucht man nun, um nachhaltig erfolgreich zu sein? Bitte bedenken Sie, dass mit dem Begriff Erfolg nicht nur die Wörterbuch-Definition »positives Ergebnis einer Bemühung« gemeint ist. Ich verstehe unter Erfolg einen »ganzheitlichen«, soll heißen in allen Lebensbereichen stattfindenden Erfolg. Was wäre es für ein Leben, wenn Sie im Beruf zwar wahnsinnig Erfolg haben, aber Ihre Beziehung und Ihre körperliche und geistige Gesundheit im Eimer sind? Natürlich werden Sie stets einem übergeordneten Bereich die Priorität geben, sodass sich andere Bereiche unterordnen. Aber es sollte Ihr Ziel sein, in allen Bereichen zu wachsen. Und für dieses Ziel können Sie sich die Erfolgsprinzipien abgucken, die Deutschlands Super-Erfolgreiche wie Wladimir Klitschko, Eckart von Hirschhausen oder Harald Glööckler angewendet haben, um reich und berühmt zu werden.

    10 Erfolgsgeheimnisse der Super-Erfolgreichen

    1. Leidenschaft: Sie müssen Ihre wahren Leidenschaften kennen. Die Emotionen sind die treibende Kraft in unserem Leben. Wir brauchen sie als Verbündete auf dem Weg zum Erfolg. Nur dann sind wir in der Lage, die Hürden zu überwinden, und nur dann werden wir den Wunsch im Herzen spüren, etwas erreichen zu wollen.

    2. Entscheidung: Die Leidenschaft vermittelt uns das Verlangen, den Erfolg anzustreben. Die Entscheidung hilft uns dabei, den Weg auch konsequent zu gehen. Denn die besagten Hürden wirken wie Prüfungen, die wir nur dann bestehen können, wenn wir vorher eine glasklare Entscheidung getroffen haben.

    3. Mut: Etwas zu tun, erfordert Mut. Entweder, weil wir das, was wir tun wollen, uns bisher nicht getraut haben zu tun, oder weil es etwas ist, was wir noch nicht können. Auch die möglichen Konsequenzen können uns zurückschrecken lassen, es nicht zu tun. Mut bedeutet, Dinge trotz der mit diesen Dingen zusammenhängenden Angst zu tun. Diese Angst gilt es, in den Griff zu bekommen – und nicht abzuschaffen. Wächst der Mut, fällt die Angst immer weniger ins Gewicht.

    4. Herausforderungen: Wenn Sie verstanden haben, dass das ganze Leben aus Herausforderungen besteht, lässt es sich unbeschwerter leben. Nur Versager nehmen Herausforderungen im Leben als Ausrede, nicht erfolgreich zu werden. Sehen Sie sich die Menschen an, die etwas zustande gebracht haben. Allesamt haben sie Herausforderungen stets angenommen und diese angeblichen Stolpersteine dazu verwendet, einen Weg zu pflastern.

    5. Authentizität: Erfolgreich werden Sie dann, wenn Sie ehrlich sind. Wenn Sie sich nicht verstellen und Sie selbst sind. Die Menschen merken, ob Sie versuchen, eine Rolle zu spielen. In der Regel wird man sie Ihnen nicht abnehmen. Irgendwann werden Sie sich wundern, warum sich der Erfolg bei Ihnen nicht einstellen will – oft liegt es daran, dass Sie nicht Sie selbst sind. Sie müssen sich nicht für Ihre Persönlichkeit schämen. Es hat seinen Grund, warum Sie sind, wer Sie nun mal sind. Mit all den Ecken und Kanten. Nur Nullen haben keine. Stehen Sie also zu sich, samt all Ihrer Stärken und Schwächen.

    6. Geld: Sofern Sie nicht in einer abgelegenen Berghütte wohnen, wird Geld für Sie einen hohen Stellenwert im Leben haben. Zumindest aus dem Blickwinkel heraus, dass jeder welches von Ihnen will. Aber es geht im Leben nicht nur darum, seine Rechnungen bezahlen zu können. Es geht auch darum, sich zu sagen, dass man es selbst wert ist, Geld zu haben. Irgendwann sind die Menschen dazu übergegangen, nicht mehr Muscheln oder Esel zu tauschen, sondern Geld dafür zu nutzen. Seit dieser Zeit besitzt Geld eine mystische Aura, die Sie lüften sollten. Doch Geld ist immer noch ein Tauschmittel. Je höher der Wert ist, den Sie beitragen, desto mehr Geld wird Ihnen zufließen.

    7. Marke: Wenn Sie etwas erreichen wollen, was außerhalb Ihres persönlichen Wirkungskreises liegt, brauchen Sie einen Namen, den man kennt. Sie müssen sich sprichwörtlich einen Namen machen. Man sollte Ihren Namen mit etwas in Verbindung bringen können – dadurch werden Sie zu einer wahrgenommenen Persönlichkeit und einer Marke. Man wird Ihnen mehr Gehör und auch Glauben schenken, wenn Sie öffentlich mit Ihrem Namen für etwas einstehen.

    8. Selbstdisziplin: Auch wenn es niemand gerne hört, aber ohne Disziplin gelangen wir in der Regel nicht an ein Ziel. Wir sollten Disziplin aber nicht als negativ oder gar bestrafend wahrnehmen. Es ist vielmehr Ihre ganz freie Wahl und Entscheidung, ob Sie etwas konsequent verfolgen. Wollen Sie ein Blatt im Wind und Opfer Ihrer Umstände sein, oder wollen Sie das Heft in der Hand halten und bestimmen, wohin die Reise geht? Das ist alles, worum es bei Disziplin geht. Sie ziehen zuvor getroffene Entscheidungen gnadenlos durch. Aus Respekt vor sich selbst.

    9. Humor: Was wäre all das, wenn wir es nicht mit einer Prise Humor nehmen würden? Humor ist die Fähigkeit, auch schwere Situationen zu relativieren und sich zu entspannen. Lachen ist bekanntlich sehr gesund, weil es das Immunsystem stärkt. Aber schon ein Lächeln bringt Ihnen positive Gefühle und damit Energie zurück, die Sie auf dem Weg zum Erfolg unbedingt benötigen. Es geht beim Erfolg nicht nur darum, etwas krampfhaft zu verfolgen, sondern auch darum, diese Reise zu genießen.

    10. Veränderungen: Manchmal ändert sich die Welt schneller, als einem lieb ist. Im einen Moment war man noch eingebettet in die perfekten Umstände, im nächsten Moment steht auf einmal alles Kopf. Das reicht von Alltagssituationen bis hin zu Lebenskrisen. Diesen ständigen Veränderungen müssen wir uns stellen und erfolgreich und gestärkt aus ihnen vorgehen. Mehr noch: Wir müssen Kapital aus ihnen schlagen. Sehen Sie Veränderungen nicht als etwas, was Ihnen den Weg in Richtung Erfolg versperrt. Sehen Sie sie als Chance, einen neuen Weg zu gehen. Sie brauchen die Stärke, etwas zu ändern, was Sie ändern können. Sie brauchen die Gelassenheit, um Dinge hinzunehmen, die Sie nicht ändern können. Und Sie brauchen die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.

    Die Prinzipien in diesem Buch besitzen das Potenzial, Ihr Leben für immer zu verändern. Schließlich haben sie das Leben der Personen für immer verändert, die Sie gleich kennenlernen werden. Jene sind dadurch zu Super-Erfolgreichen geworden. Theoretisch könnten Sie diese Formeln einfach auf Ihr Leben übertragen und sie anwenden, um ebenfalls ein Super-Erfolgreicher zu werden. Ob Sie bereit sind, auch die Konsequenzen auf sich zu nehmen, wird sich bald zeigen. Los geht‘s.

    Julien Backhaus ist Autor des Buches “ERFOLG - Was Sie von den Super-Erfolgreichen lernen können”. Er führte über die letzten Jahre Gespräche mit den erfolgreichsten Menschen der Republik, um deren Erfolgsgeheimnisse zu erfahren.

    Bild: Ronny Barthel


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    Es fehlt Ihnen manchmal an der nötigen Motivation? Sie fühlen Sie ausgebrannt und nichts was Sie anpacken, scheint mehr zu funktionieren?

    Lassen Sie mich raten. Auf der Suche nach einer Lösung haben Sie in schlaue Bücher geschaut, google befragt, sich mit Freunden unterhalten und nichts hat geholfen. Herzlichen Glückwunsch. Dann geht es Ihnen wie mir selbst auch vor einiger Zeit. „Was für eine Sch…ande“ dachte ich mir. „Mr. Inspirator bekommst seine eigenen Weisheiten nicht auf die Reihe.“

    Nachdem Einstein schon sagte, dass es verrückt ist, jeden Tag dasselbe zu tun und am Ende des Tages ein anderes Ergebnis zu erwarten, habe ich meinen Blick von aussen nach innen gerichtet und siehe da, die Lösung lag die ganze Zeit vor mir bzw. in mir. Maßgeblich bin ich dabei auf zwei Dinge gestoßen, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte.

    Eine interessante These

    Haben Sie schon einmal nach Rezept gekocht oder gebacken? Es ist super einfach. Das Rezept verrät Ihnen ganz genau, was Sie für das Gericht benötigen, in welchen Mengen Sie es benötigen und was wann wie beigefügt werden darf, um den bestmöglichen Geschmack zu haben. Wir sind uns einig, bei diesem Vorgehen kann nichts schief gehen.

    Diese Zutaten, Mengen Angaben und Detailinformationen sind alle möglichen Motivationsmethoden, die Sie sicherlich schon viel zu oft gehört und gelesen haben. Diese funktionieren grundsätzlich ähnlich gut, wie das Rezept funktioniert. Jedoch ist sowohl beim Rezept, als auch bei den Methoden Ursache und Wirkung vertauscht. Wir erhoffen uns die beste Wirkung und das beste Ergebnis durch ein Rezept und klassische Motivationsmethoden. Wenn jedoch die Zutaten für das Rezept alt, verschimmelt und unrein sind, bringt Ihnen das beste Rezept gar nichts. Sie werden niemals ein tolles Gericht zaubern. So auch mit den ganzen Motivationsmethoden, die Sie bereits kennen. Schauen wir uns also heute die Ursache an, warum diese Methoden bei Ihnen mal mehr, mal weniger funktionieren.

    Ihr Energielevel

    Wenn wir den Menschen auf ein atomares Level herunterbrechen, bestehen wir alle zu 100% aus Energie. Diese Energie schwingt gemäß unserem aktuellen Zustand auf einer gewissen Frequenz. Diese Schwingungsfrequenz ändert sich fast jede Sekunde. Alles was wir bewusst und auch unbewusst wahrnehmen, wird dort mit in Betracht gezogen und sorgt für eine hohe oder niedrige Schwingungsfrequenz. Gute Laune, schöne Gedanken und Erfolge schwingen hoch, Misserfolge, schlechte Nachrichten und Leid schwingen niedrig.

    Damit auch schon genug der Quantenphysik. Auf was ich hinaus möchte ist Folgendes: Wann treffen die meisten Menschen lebensverändernde Entscheidungen? Wenn es ihnen richtig dreckig geht. Kein Geld, keine dauerhafte Beziehung, keine beruflichen Erfolge… In diesen Situationen haben wir meist „DIE“ rettende Idee, die alles verändern soll.

    Zurück zum Beispiel mit dem Rezept. Sie haben verschimmelte Produkte in der Küche stehen und finden nun DAS Rezept für den weltbesten Käsekuchen. Dieses Rezept soll Ihnen helfen, einen klasse Kuchen zu backen. Wie gut wird dieser Kuchen werden? Genauso gut oder schlecht wie die Grundprodukte.

    In Ihrem Leben ist das genau dasselbe. Wenn Sie auf einem niedrigen Level schwingen und in dieser niedrigen Schwingung eine Entscheidung treffen, hat diese Entscheidung das gleiche niedrige Schwingungslevel, wie Sie in dem Moment der Entscheidung haben. Ihre Idee kann also nur an die Wand fahren.

    Daher ist der schlechteste Zeitpunkt für eine lebensverändernde Entscheidung in Sachen Beruf oder Privatleben, wenn Sie bei Ihrer Arbeit total unglücklich sind und gerade den größten Zoff mit ihrem Partner hatten. Alles was Sie da entscheiden, schwingt genauso unterirdisch, wie Sie selbst in diesem Moment.

    Der erste wichtige Schritt ist, dass Sie sich vor einer Entscheidung von negativen Schwingungen entfernen. Das ist in der heutigen Gesellschaft mit den ganzen negativen Nachrichten im Fernsehen, Radio und Online, sowie unserer Fast Food Nahrung schon eine riesige Herausforderung. Ob Sie es wollen oder nicht – wir alle werden jeden Tag energetisch vergiftet. Selektieren Sie Ihre Informationen, schauen Sie sich Ihre Freunde genau an und überprüfen, ob Ihr Beruf Sie wirklich glücklich macht. Finden Sie einen Weg, sich in einem hohen Schwingungslevel zu halten.

    Denn erst dann sind Sie bereit, auch den zweiten Schritt zu meistern.

    Der Weg ist das Ziel

    Sie haben sicherlich schon einmal den Spruch „Der Weg ist das Ziel“ gehört. Ganz ehrlich, verstanden habe ich den zwar schon, jedoch nie umgesetzt. Wissen Sie, in den letzten Jahren habe ich nach DER Formel für Erfolg gesucht. Ich habe für meinen Podacst „Stars Backstage“ mit Top Unternehmern wie Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth gesprochen, mit Ikonen wie Arnold Schwarzenegger, mit Löwinnen wie Judith Williams. Mir war wichtig diese eine Formel zu finden, die dann der ganzen Welt hilft. Gibt es diese? Nein. Denn jeder Mensch steht an einem anderen Punkt in seinem Leben und hat andere Erfahrungen gemacht. Es gibt keine Formel, die jedem Menschen gleich helfen würde.

    Jedoch bin ich auf etwas gestoßen, dass so einfach ist, dass ich es erst gar nicht gesehen habe. Der Hinweis dazu kam durch eine Geschichte, die ich in einem Seminar gehört habe.

    Nehmen wir an, Sie kommst am Ende Ihres menschlichen Lebens in den Himmel. Über die weiße lange Treppe durch die Wolken, erstreckt sich vor Ihnen ein großes, schön verziertes weisses Tor. Als Sie an das Tor herantreten, öffnet es sich langsam. Erst der linke Flügel, dann langsam der rechte Flügel. Auf der anderen Seite sehen Sie Ihnen bekannte Menschen warten. Sie lächeln und winken Ihnen zu. Alles Verwandte und Freunde, die bereits vor Ihnen in die andere Welt gegangen sind. Ihr Herz springt vor Freude und Sie spüren diese unheimliche Liebe und Nähe in sich. Endlich wieder zuhause.

    Sie betreten den Innenbereich und werden mit einem großen hallo begrüßen. Ihr Schutzengel kommt auf Sie zu und sagt mit froher Stimme: »Willkommen zuhause. Wie war dein Urlaub?« Sie lächeln und legen dabei verwundert Ihre Stirn in Falten. Ihre Augen werden schmaler und Ihre Mundwinkel wirken wie eingefroren. »Wie bitte … ich verstehe nicht.« – »Na, wie war es in deinem Urlaub? Hattest du eine tolle und einzigartige Zeit da unten?« Ihre Stirn ähnelt nun einem Faltenrock und Ihr Lächeln ist verschwunden. »Warum Urlaub?« Ihr Engel strahlt Sie breit grinsend an. »Na hör mal. Du hast nun wieder 4.000 Jahre Halleluja für den Herrn auf Wolke 7 auf dem Programm. Davor wolltest du Urlaub nehmen und alles erleben, was du sonst nicht erleben kannst. Jetzt erzähl doch mal, was hast du alles Schönes gemacht?«

    Nur mal angenommen, diese Geschichte würde so eintreten. Was wäre Ihre Antwort an Ihren Schutzengel? Haben Sie in Ihrem Leben so gelebt, dass Sie maximale Freude hatten? Waren Sie ein Geschenk für sich selbst und auch für andere Menschen? Haben andere Menschen davon profitiert, dass es Sie gibt? Oder war Ihr Leben ein Kampf, harte Arbeit und immer wieder andere Menschen aus dem Weg räumen, um selbst die gewünschte Goldmedaille zu erhalten?

    Verstehen Sie mich richtig – Urlaub für mich bedeutet nicht direkt die Füße hochzulegen und nichts zu machen. Es heisst vielmehr Dinge zu tun, die ich mag und machen möchte. Das gemeinsam mit Menschen, die mir am Herzen liegen und all das an einem schönen Ort.

    Meine persönliche Erkenntnis aus vielen Jahren des „Kampfes“ für ein Ziel ist, dass es auf lange Sicht nur funktioniert, wenn ich maximalen Spaß beim Tun habe. Somit sind die einzelnen Schritte auf dem Weg entscheidet und nicht das Ziel selbst ist der Wahrheit letzter Schluss. „Erst wenn ich XY erreicht habe, dann bin ich glücklich“. Hierbei ist auch wieder Ursache und Wirkung vertauscht. Der Weg darf Ihnen Freude machen. Dann kommt das Ziel von ganz alleine. Wenn der Weg ein Kampf ist, schwingen wir niedrig und erreichen somit alles, nur nicht das Gewollte.

    „Es wird niemals ein happy end am Ende einer unglücklichen Reise geben“ Esther Hicks

    Mein Tipp: Statt „für etwas kämpfen“ oder „gegen etwas kämpfen“ sagen Sie sich besser „ich habe Spaß bei meinem Tun“. Es geht nicht um den Spaß am Ergebnis, sondern den Weg dorthin so interessant, lustig, kreativ und freudig zu gestalten, wie möglich. Mit Menschen die Sie mögen. An einem Ort, der Ihnen gefällt und mit einer Tätigkeit, die Ihr Herz springen lässt. Schritt für Schritt mit viel Freude und Spaß zum Ziel. Finden Sie in den Aufgaben Freude. Denn immer, wenn Sie kämpfen müssen, um etwas zu bekommen, werden Sie auch kämpfen müssen, um es zu behalten.


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  • 01/02/19--06:57: Die Führungsfalle
  • Wenn renommierte Zeitschriften wie der Harvard Business Review (die englischsprachige „Mutter“ des Harvard Business Managers) seitenweise über das Verhalten von CEOs schreiben, die in Ihrem Führungsstil in einer alten Welt hängengeblieben sind, dann stecken aus meiner Sicht zu viele von denen, auf deren vorausschauendes Denken man bislang vertraute, mittendrin, in einer (vielleicht) tragischen Führungsfalle. 

    Was ist passiert?

    Eigentlich hat der HBR etwas banal-normales getan. Ein paar Harvard Professoren haben in einer Studie über 12 Jahre den Tagesablauf von insgesamt 27 CEOs großer amerikanischer Unternehmen, jeweils über einen Zeitraum von 3 Monaten, untersucht. Das Ergebnis (in einer Zusammenfassung hier nachzulesen) zeigt sechs Dimensionen auf, die CEOs auf Ihrer Agenda haben sollten um „gut“, d.h. „wie die untersuchten CEOs“ zu führen. Soweit, so gut. 

    Noch etwas ist passiert

    Die aktuelle Gallup Studie kommt (wie in den letzten 12 (oder waren es noch mehr)) Jahren zu dem Schluss, dass das Engagement von Mitarbeitern in den USA (wie auch bei uns) sich weiterhin auf einem grottig schlechten Niveau befindet - in diesem Jahr in Deutschland konkret bei 14%. Wobei von diesen sehr engagierten Mitarbeitern wahrscheinlich nur ein kleiner Bruchteil in eher klassisch geführten Unternehmen aktiv ist. In Unternehmen also, in denen auch die in der Harvard Studie untersuchten CEOs typischerweise gehören. Unternehmen die, auch in Deutschland, noch immer die Masse ausmachen. 

    Denn ein zweiter Teil des Gallup Engagement Index zeigt, dass in Agilen Unternehmen, die emotionale Bindung fast dreimal so hoch ist.  

    Noch etwas ist passiert

    Betrachtet man die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den USA (dem Land aus dem die betrachteten CEOs stammen), so ist diese seit der Einführung des Shareholder-Management Gedankens fast kontinuierlich rückläufig. Das mag viele Ursachen haben - einen Gegentrend durch ein verändertes Managementverhalten gab es dennoch nicht. Anders ausgedrückt, die Unternehmen erwirtschaften immer weniger Gewinn - aber im Management blieb alles beim Alten.

    Noch etwas ist passiert

    Steve Denning, einer der Publizisten, die mit besonderem Augenmerk die Implementierung Agiler Strukturen beobachten, hat das Verhalten von Jeff Bezos, dem Gründer von Amazon mit dem der in Harvard untersuchten CEOs verglichen.

    Sein Fazit (auch wenn ich starke Vorbehalte gegen die restriktive Behandlung von Mitarbeitern bei Amazon, insbesondere denen in der Logistikkette, habe): Jeff Bezos handelt an entscheidenden Stellen deutlich „agiler“, d.h. angepasster an die aktuellen Herausforderungen als die Durchschnitts-CEOs der Harvard Studie.

    Was früher war… 

    Betrachtet man diese Zusammenhänge etwas kritischer, so fällt zunächst auf, dass die CEOs der Harvard Studie Ihre Unternehmen nach Standards des Industriezeitalterns führen. Sie sind fachlich fit, treffen viele Entscheidungen, reisen zu Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern, vertreten das Unternehmen nach außen, geben die Richtung vor, entwerfen die Strategie, kontrollieren die Ergebnisse und sind der Motor und das Kraftwerk der Unternehmen. Sie entsprechen dem Bild des emsigen Tagesgeschäftsbewältigers der jederzeit alles zu 100% im Griff hat und die Gesamtverantwortung für alles im Unternehmen trägt. 

    Doch, vorausgesetzt, diese Unternehmen erleben dasselbe, was wir hier in Deutschland erleben, so sind diese CEOs damit wahrscheinlich heute immer hoffnungsloser überfordert. Man sieht es an den Ergebnissen und am Engagement der Mitarbeiter, an den Zufriedenheit der Kunden und der Innovationskraft der Unternehmen, an der wirtschaftlichen Entwicklung.

    Die Steuerung funktioniert (zwar meist noch) hervorragend, aber die Wirkung bleibt immer öfter aus. 

    … geht heute anders

    Wer heute glaubt alles jederzeit zu 100% im Griff zu haben lebt in einer anderen Welt. Seit wir das Internet mobil gemacht haben, seit wir jederzeit, überall, alles, „mal eben so zwischendurch“ erledigen können, seit damit alles schneller, vielschichtiger, verwirrender, transparenter auch zugleich undurchschaubarer geworden ist, hilft lineares tagesgeschäftbewältigen nicht mehr aus, um ein Unternehmen, gleich welcher Größe, im Alltag erfolgreich zu führen - geschweige denn in die Zukunft. Wer heute führt, tut gut daran, in systematisch zu denken, die wachsende Zahl an vielen Einflußfaktoren zu berücksichtigen und deren gegenseitige Wirkung zu bedenken. Wer heute mit Führungs- und Managementkonzepten der Vor-Internetzeit arbeitet steckt mitten in der Führungsfalle.

    "Manifest" für gute funktionierende Unternehmen

    Das alte Denken in linearen, steuerbaren Abläufen war im Jahr 2001 der Auslöser, das „agile (IT) manifest“ zu verfassen. Im Kern beschreibt es ein Gegenmodell zur planvollen, durchgesteuerten, kundenfernen, perfekt dokumentierten, aber am Bedarf vorbei gehenden Softwareprogramierung. Es beschreibt stattdessen, wie gut funktionierende, nutzbare, kundennahe Software mit hohem Engagement und größerer Erfolgswahrscheinlichkeit entstehen kann. Dieses agile manifest hat den Grundstein für das gelegt, was wir heute unter (dem Buzzword) Agilität verstehen. Das anpassungsfähige, flexible Reagieren auf kurzfristige Veränderungen oder wie ich es beschreibe, die aktive Nutzung der sozialen und kognitiven Fähigkeiten der Beteiligten. 

    Agiles Management

    Agiles Management ist wiederum der Gegenentwurf zu dem, immer öfter vor schwierigen Probleme stehenden, Tagesgeschäftbewältigen-Management. Es gleicht im Kern dem agilen IT Manifest: Es geht darum die kognitiven und sozialen Fähigkeiten der Mitarbeiter für das immer schnelllebigere Tagesgeschäft optimal zu nutzen. Es geht darum unternehmerischen Handeln auf viele Schultern zu verteilen, multiperspektivisches Denken zu ermöglichen, Entscheidungen auf ein breites Fundament zu stellen und zugleich zu beschleunigen. Es geht darum, Kundennäher zu agieren und bessere, qualitativ hochwertigere Lösungen und neue Produkte zu schaffen. Es geht - einfach gesagt - darum gut funktionierende, kundennahe, erfolgreiche Unternehmen zu ermöglichen.

    Werden diese Aufgaben, unter geeigneten Rahmenbedingungen, von den Führungskräften auf die Mitarbeiter übertragen, wird mit Agilem Management der Weg wieder frei, für die eigentlichen Aufgaben von Management und Führung: Die Zukunft zu gestalten.

    Die Kernaktivitäten zukunftsgerichteten Managements

    Unternehmen leben weiterhin davon, in eine erfolgreiche Zukunft gelenkt zu werden. Diese heute immer wichtiger werdende Führungsaufgabe wird zu häufig einem überfüllten Kalender geopfert. 

    Dabei sollte dieser Kalender gefüllt sein mit Zeit zur Reflexion über das, was kommt und darüber wen man dazu braucht. Es sollte darum gehen, sich mit den Entwicklungen der Branche, der Technologie und dem Umfeld zu befassen und sich darüber auszutauschen. Es sollte darum gehen, die Menschen zu suchen, die das Unternehmen braucht, um die kommenden Herausforderungen zu überstehen. Es sollte darum gehen, mit den Menschen im Unternehmen in den Dialog zu gehen, ihnen zuzuhören und die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, damit diese selbst im Sinne des Unternehmens im Alltag handeln und mit ihren Ideen die Zukunft mitgestalten können. 

    In diesem kleinen Absatz steckt damit auch schon alles, was man heute unter Agilität versteht. Operative Agilität, also der Raum, den Teams brauchen, um das Geschäft optimal zu meistern. Strategische Agilität, also der Raum, in dem aus den Ideen der Mitarbeiter und der Unternehmer neue Geschäftsmodelle werden, und organisationale Agilität, die den dafür unentbehrlichen Rahmen, die Strukturen und Prozesse darstellt.

    Der Führungsfalle entfliehen

    Das umzusetzen ist eine der ganz großen Herausforderung. Schließlich findet ein Teil vom „alten Geschäft“, von dem was das Unternehmen bislang ausmacht, weiterhin, erprobt und zuverlässig im alten (Management)System statt. Dagegen brauchen neue, agile Teile ein anderes Management- und Führungsverständnis.

    Dies gleichzeitig zu ermöglichen, ist eine Aufgabe, die nur das Top-Management meistern kann. Sie erfordert Ambidextrie, zeitgleiche Beidhändigkeit in der Ausgestaltung von Führung, von Strukturen und Prozessen. Der Übergang zwischen dem „alten steuerungsfokussierten System“ und dem neuen „wirkungsfokussierten“ braucht Verständnis und Einfühlungsvermögen für und bei allen Beteiligten. Dies anzustoßen, es langsam aber konsequent aufzubauen, für Verständnis zu sorgen, es vorzuleben ist die wesentlichste Führungsaufgabe. 

    Wer vor dieser Lernaufgabe zurückschreckt, sollte im alten System bleiben, bis… ja, bis es nicht mehr anders geht, bis das Unternehmen (wahrscheinlich) keine Zukunft mehr hat. Denn die Zukunftsfähigkeit hängt von dem bewussten, reflektieren Umgang mit dieser Mehrdeutigkeit ab und der Fähigkeit der Führung, diese Ambidextrie zu orchestrieren und selbst auszuhalten. Es ist ein (organisations)individueller Führungsweg, den es auszugestalten gilt. 

    Und Jeff Bezos...

    Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, hat seinen eigenen Weg gefunden. Er blickt weit in die Zukunft, beschäftigt sich mit Ideen, die erst in einigen Jahren marktreif werden. Er kommuniziert damit seine klare Zielsetzung ins Unternehmen und gestaltet aktiv Neugeschäft. Zugleich lässt er auch andere ihre Ideen vor(an)bringen und hat Raum geschaffen, um dabei nicht von individuellen Meinungen- und Entscheidungsführern abhängig zu sein. Er hat damit Raum für weitere Innovation geschaffen, die in anderen Organisationen auf dem Schreibtisch eines „non-believers“ hängen bleiben. Zugleich ist er es, der sich vorbehält, die großen Entscheidungen bewusst und reflektiert selbst zu treffen - weit weg von der operativen Hektik des Geschäftsalltags. 

    Er hat die Mannschaft befähigt im Unternehmensalltag den Erfolg des Unternehmens (der wie gesagt, an anderen Stellen auch zu kritisieren ist) allein zu erzielen, geleitet durch seinen Führungsansatz und seine Arbeit an der Zukunft.


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  • 01/02/19--07:02: Gute alte Führung
  • Vielfach wird im Kontext Führung betont, dass man heute anders führen muss als früher, dass es wieder mehr auf den Menschen ankommt, dessen Zufriedenheit wichtig ist, damit er/sie engagiert ist, sich einzubringen. Es scheint manchmal so, als hätte es „früher“ nirgendwo gute Führung gegeben und als aktuelle Führungskraft kommt man heute leicht in den Generalverdacht, dass man einer derjenigen ist, dessen Mitarbeiter zu den 85% gehören, die sich via Gallup Jahr für Jahr als unzufrieden darstellen.

    Andererseits weis jeder, dass es auch heute viele gute Führungskräfte gibt zugleich aber weiterhin der Fisch vom Kopfe her stinkt und schon wenige Führungskräfte, die an der falschen Stelle Einfluss nehmen, ausreichen, um die Kultur zu versauen. 

    Was weniger bekannt ist, einfach, weil wir davon zu weit weg sind, ist, welche brillanten Führungskräfte auch früher schon die Welt prägten. Ein Beispiel dafür ist Sir Ernest Shackelton, ein Polarforscher, der parallel zum 1. Weltkrieg die größtmögliche Niederlage durch eine herausragende Führung in eine vielleicht noch größere Leistung verwandeln konnte.

    Gute Führung ist nachhaltig

    Vervollständigen Sie doch einmal den Satz: „Gute Führung ist….“

    Was gute Führung „tatsächlich“ ist, damit beschäftigen sich viele immer wieder. Natürlich gibt umfangreiche Studien dazu, aber im Grunde wissen wir alle, worum es gehen sollte, oder?

    Wie beantworten Sie folgende Fragen: Wann fühle ich mich gut „geführt“? Wieviel Führung brauche ich, um gute Leistungen erzielen? Welche Führung fördert gute Arbeit, welche verhindert sie? Was brauche ich selbst, damit ich optimal arbeiten kann?

    Man sollte diese Fragen um ein paar Aspekte ergänzen und ausweiten, denn es gibt ja noch andere Mitspieler. Was bedeutet „gute Führung“ aus der Perspektive von Unternehmen? Was bedeutet sie aus dem Blickwinkel derer, die selbst führen und zugleich geführt werden? Was brauchen sie, damit sie ihren Job gut machen können?

    Auch ohne „mein Thema“ Agiles Management hier ins Feld zu führen, geht es bei „guter“ Führung im Kern fast immer darum, den Raum zu schaffen, in dem gemeinsam optimale Ergebnisse erzielt werden können. Wieder ist die die Nutzbarkeit der vielen sozialen und kognitiven Fähigkeiten der Menschen im Unternehmen, die zählt.

    Dabei lässt sich die Qualität der Ergebnisse - auch keine neue Erkenntnis - an der Zufriedenheit der Kunden ablesen, an dem Feedback derer, die diese Ergebnisse für sich nutzen. Dazu kommt die ökonomische Komponente ohne die kein Unternehmen lange besteht und, um es rund zu machen, die ökologische. (Starke) Nachhaltigkeit ist zunehmend ein Qualitätsmerkmal.

    Die drei Dimensionen „guter Führung“

    Führung, wie jede intensive Interaktion mit Menschen, findet (mindestens) auf drei Ebenen satt. Bei sich selbst, beim anderen und in der Gruppe (und sei es die Kleinstgruppe bestehend aus Führungskraft und Mitarbeiter).

    Damit stellen sich auch die Fragen zu Führung in diesen Dimensionen: Was ist gute Selbstführung für mich? Was brauche ich selbst?

    Die zweite Dimension: Was braucht der andere, um sich gut geführt zu fühlen? Und - meine, das hat mit Ihren eigenen Wahrnehmungen von guter Führung nicht unbedingt etwas zu tun!  

    Die dritte Dimension betrifft das so entstehende Wechselspiel: Wie kann gegenseitig „gute Führung“ aussehen? (Denn der, der geführt wird, führt auch selbst durch das von gegebene Feedback.) Was braucht die Gruppe, als im Zusammenspiel optimale Ergebnisse zu erzielen?

    Erstaunlich oft geht es dabei um erstaunlich wenige Dinge. 

    "Führung ist eine feine Sache, aber sie hat auch ihre Schattenseiten. Und die schlimmste ist die Einsamkeit." Sir Ernest Shackelton

    Ein Blick 100 Jahre zurück 

    Ernest Shackelton war Brite, Waliser um genau zu sein. Er fuhr schon früh zur See und nahm an frühen Erkundungen der Südpolregion teil. Schließlich führte er selbst die Nimrod-Expedition und den Versuch zum Südpol zu gelangen an. Dabei stellte er stets das Überleben der Expeditionsteilnehmer über den unbedingten Erfolg - wohl auch, weil nur das ihn in die Lage versetzte den Ruhm dafür (mit seinen Kameraden) selbst zu genießen und damit seine gesellschaftliche Stellung zu verbessern. Damit war er anders, als viele seiner Führungskollegen, die ihren Untergebenen unbedingten Gehorsam und Pflichterfüllung bis in den Tod abverlangten. 

    1913 - der Südpol war bereits „erobert“ - wollte Shackelton das „letzte große Abenteuer der Antarktis“ in Angriff nehmen: Die Durchquerung des Kontinents. Doch dazu sollte es nicht kommen.

    Nicht der Krieg bremste ihn, in den Großbritannien just in dem Moment eintrat, als er 1914 mit seinen zwei Schiffen England verlassen wollte, sondern die Natur stellte sich ihm entgegen. Statt wie geplant mit einer Gruppe Männern und Hunden im Weddelmeer anzulanden, um sich auf den Weg durchs Eis zu machen, konnte das Schiff durch eine zu stabile Packeisbarriere nicht anlanden. Eingeschlossen vom Eis trieb die Endurance am geplanten Startort vorbei, blieb neun Monate eingeschlossen, bis sie schließlich vom Eis zermalmt wurde und sank. Die 28 Männer, die sich an Bord befanden, waren nun, ohne den Schutz des Schiffes, auf dem sich stetig verändernden Packeis, mitten in einer der entlegensten Gebiete dieses Planeten, auf sich allein gestellt. Dennoch gelang es Shackelton, sich, zunächst mit der gesamten Gruppe und später, nachdem „festes Land“ erreicht war, zusammen mit sechs Begleitern wieder bis in die „Zivilisation“ - einen Walfängerhafen auf Südgeorgien, durchzukämpfen, nur um sofort darauf alle Hebel in Bewegung zu setzen, um am 30. August 2016, nach 635 Tagen im Eis, die übrigen Kameraden von der kleinen, felsigen, lebensfeindlichen Insel zu retten, auf der sie ausharren mussten. 

    Das ihm dies gelang, lässt sich, soweit dies heute nachvollziehbar ist, vor allem auf sein Führungsgeschick und seine Erfahrung zurückführen. Glaubt man den Tagebüchern und Aufzeichnungen, dann hat Sir Ernest Shackelton sehr bewusst seine Führung aufgebaut, Führungskompetenzen bei anderen gefördert und, ganz nebenbei, bei manchen seiner recht eigenwilligen Mitstreiter, die Offenheit erzeugt sich führen zu lassen.

    Blickt man tiefer hinein, sind es, gerade aus dem heutigen Blickwinkel von „Agilem Management“ und „Agiler Führung“ (wieder: wenig erstaunlicherweise) dieselben Themen, Werte, Haltungs- und Handlungsweisen, die seine, wie ausnahmslos alle seiner Kameraden später bestätigten, herausragenden Führungspersönlichkeit ausgemacht haben.

    Der Start-up Gründer

    Shackelton, der für die Expedition eine Vielzahl von Sponsoren brauchte, war in einer Rolle, die man heute als Entrepreneur und Start-up Gründer beschreiben würde. Er war viele Verpflichtungen eingegangen und hatte seine wirtschaftliche Zukunft vom Erfolg der Unternehmung abhängig gemacht. Zugleich war er der „Boss“ einer Expedition die auf zwei Schiffen (Neben der Endurance gab es die Aurora, die mit ihrer Besatzung auf der gegenüberliegende Seite der Antarktis Lebensmitteldepots und Hütten bauen sollte, um die Reise ab dem Südpol möglich zu machen) und hatte so ein beachtlich Zahl Männer „unter“ sich. Er war der Chef, der sofort Struktur in diese Gruppe meist einander Fremder bringen musste, damit diese ab dem Zeitpunkt des Segelsetzens an der Südküste Englands, 24 Stunden am Tag miteinander auskommen und arbeiten konnten.

    Was er dafür tat finden sie in jedem Handbuch und in jedem Seminar zu Agiler Führung wieder: 

    • Er wählte die Expeditionsteilnehmer vor allem aufgrund ihrer Passung zur Gruppe und ihrer Persönlichkeit aus. Wer fachlich noch etwas dazulernen musste, bekam dazu Gelegenheit. 
    • Er ging mit Einfühlungsvermögen und Empathie vor und legte großes Verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen an den Tag.
    • Er schuf ein optimistisches, positives und freundliches Arbeitsklima.
    • Er betrachtete die Dinge aus vielen unterschiedlichen Perspektiven, um differenzierte Aussagen und Entscheidungen treffen zu können. Dazu bezog er die Meinungen und Erfahrungen der übrigen Teilnehmer ein und trug deren Entscheidungen mit.
    • Er was offen gegenüber anderen Herangehensweisen und Ideen, vor allem, wenn sich Dinge im Umfeld änderten.
    • Er war bereit seine Meinung und seine Entscheidungen den teils sehr dynamischen Entwicklungen anzupassen und sich damit auch selbst zu widersprechen. 
    • Er hatte bei allem eine klare Zielsetzung, die ihn vorantrieb, deren Anknüpfungspunkte er bei seien Kameraden erkannte und gezielt bediente und so eine gemeinsame Zielsetzung formulierte.
    • Er war dabei dennoch maßvoll im Versuch diese Ziele zu verfolgen und passte die Zielsetzung den Umständen an.
    • Er brachte allen anderen gegenüber gleichermaßen Respekt entgegen, auch und gerade wenn Auseinandersetzungen anstanden. 
    "Wenn man ein Führer ist, ein Mensch, zu dem andere aufschauen, dann muss man immer weiter gehen." Sir Ernest Shackelton

    Sein Verhalten und seine Haltung, heute würde man sagen sein „mindset“, waren damit deutlich anders, als das anderer Führungskräfte zu seiner Zeit. Noch eine Parallele zu heute.

    Dabei zeigte sich diese Führungskompetenz nicht von Anfang an, dazu bestand nicht die Notwendigkeit. Echte Führungskompetenz ist zwar ein Thema, das in ruhigen Zeiten erlernt und erworben werden sollte, ob und wie gut man dies dann verinnerlicht hat, zeigt sich aber erst in Zeiten von Krisen und neuen großen Herausforderungen. 

    Jeder kann ein wenig Shackelton

    Solange Sie also noch Zeit haben, solange die Krise noch nicht da ist, egal ob als Mitarbeiter oder Führungskraft, reflektieren Sie sich und Ihre Haltung doch einmal bezogen auf folgende 5 Themen:

    1. Wie gehe ich mit Respekt um? Wenn ich ihn erhalte und wenn ich ihn gebe? Kann ich damit umgehen? Fühle ich mich wohl oder eher unwohl damit?
    2. Betrachte ich Themen monoperspektivisch oder lasse ich andere Sichtweise bei mir und bei anderen zu? Wie gelange ich zu einer differenzierten Betrachtung des Themas?
    3. Bin ich aufgrund der Erfahrungen bereit aus einer differenzierteren Sicht zu lernen? Wie und wo kann ich diese Lernerfahrungen vertiefen und verankern?
    4. Habe ich für mich ein klares Ziel? Wie passt dieses Ziel zum Ziel meiner Kollegen und Mitarbeiter? Wie kann ich meine Ziele artikulieren und wie kann ich andere einladen dies ebenfalls zu tun, um so zu einem Gesamtbild zu gelangen?
    5. Kann und will ich Verantwortung übernehmen oder abgeben? Bin ich wirklich bereit dies konsequent zu tun? Was tue ich, wenn die Dinge dann doch anders laufen?

    Geben Sie sich ein Wochenende lang Zeit auf diesen Themen herumzukauen. Sie beschreiben wesentlich Kernelemente von Agiler Zusammenarbeit. Wenn Sie diese auf Organisationsebene verbessern wollen, dann sprechen Sie mich einfach an, denn dann werden Ihnen diese einfachen Fragen nicht wirklich weiterhelfen.

    Wenn Sie mehr über „Shackeltons Führungskunst“ erfahren wollen, so empfehle ich Ihnen das gleichnamige Buch von Margot Morrell und Stephanie Capparell (ISBN: 3-499-61548-7).


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    Du solltest deinem Partner immer mitteilen, welche spezifischen Dinge dir helfen zum Orgasmus zu kommen und welche nicht.

    Ein Orgasmus ist etwas Wunderbares, egal ob wir ihn alleine erleben oder durch unseren Partner zum Hoch kommen.

    ► Und: Er fühlt sich nicht nur gut an – ein Orgasmus kann dabei helfen Stress zu lindern, das Immunsystem zu stärken, den Schlaf zu verbessern und noch vieles mehr.

    Dieses tolle Gefühl mit einem Partner zu teilen, wenn ihr gleichzeitig einen Orgasmus habt, kann eine sehr intime Erfahrung sein. Sie kann eine tiefe Verbindung schaffen oder sie noch zusätzlich verstärken.

    Mehr zum Thema: Diese 7 Sex-Stellungen sind eher unbekannt – ihr solltet sie aber ausprobieren

    Filme geben uns falsche Vorstellungen

    Doch simultan zum Höhepunkt zu kommen ist nicht unbedingt einfach. “Die meisten Menschen denken, dass sie zur gleichen Zeit einen Orgasmus haben müssen, weil das die einzige Art und Weise ist, wie wir Orgasmen im Fernsehen und in Filmen sehen”, sagt die Sex-Therapeutin Vanessa Marin der HuffPost.

    “Aber ein Orgasmus ist eine sehr individuelle Angelegenheit und jeder hat seine eigene Zeitachse. Wenn ihr versucht, gleichzeitig einen Orgasmus zu haben, wird es immer eine Person geben, die sich beeilen muss und eine, die den Orgasmus verzögern muss. Beide Partner haben dadurch dann meist das Gefühl, dass sie etwas falsch machen.”

    Wir haben mit Experten gesprochen, die euch Tipps geben, wie es trotzdem klappt.

    1. Finde raus, was dich wirklich anmacht

    Jeder von uns hat verschiedene sexuelle Vorlieben und Wünsche: Was den einen abturnt, könnte den anderen wiederum total anmachen. Wenn du ein befriedigendes Sexleben möchtest, solltest du also erst rausfinden, was dich zum Orgasmus bringt – ein bestimmtes Sexspielzeug, Dirty Talk, Pornos gucken – damit du das deinem Partner erklären kannst.

    “Wenn du deine sexuellen Vorlieben kennst und du nicht zu schüchtern bist mitzuteilen, auf was du stehst, dann ist es wahrscheinlicher, dass du deine Bedürfnisse auch deinem Partner mitteilst”, sagt Psychologin und Sex-Therapeutin Janet Brito.

    “Wenn du auf der sexuellen Ebene selbstbewusst bist, wirst du wahrscheinlich auch viel eher verschiedene Stellungen ausprobieren. Das kann dabei helfen, die erogenen Zonen von deinem Partner und dir aufeinander abzustimmen.”

    Gibt es einen einen einfach Weg sein sexuelles Wissen über seinen Körper zu steigern? Ja, und Spaß macht er auch: “Experimentiert beim Masturbieren”, rät Sexualpädagogin Chris Maxwell Rose.

    “Es hilft, wenn ihr beide eine gewisse Leichtigkeit dabei besitzt, wenn ihr euch selbst Vergnügen bereitet”, erklärt sie. “Die meisten von uns sind weit von dieser Leichtigkeit entfernt. Also solltet ihr euch immer weiter selbst befriedigen und dabei auf die Reaktionen eures Körpers achten.”

    2. Teile deinem Partner vor, während und nach dem Sex mit, was du brauchst

    Wenn du erwartest, dass dein Partner deine Gedanken liest, hast du sofort das Rezept für lustlosen Sex in deinen Händen. Du solltest deinem Partner immer mitteilen, welche spezifischen Dinge dir helfen zum Orgasmus zu kommen und welche nicht.

    “Wenn ihr gleichzeitig einen Orgasmus haben wollt, kann es wirklich helfen, wenn ihr euch gegenseitig mitteilt, wie nah ihr schon am Orgasmus seid”, erklärt Jesse Kahn, Sex-Therapeut und Leiter des Gender & Sexuality Therapy Kollektivs.

    “Wenn du schon kurz davor bist, aber dein Partner nicht, kann es helfen, die Stimulation und Berührungen an deinem Körper etwas zu reduzieren. Konzentriere dich stattdessen einfach auf den Körper deines Partners. Dann könnt ihr wieder zu den vorherigen Aktivitäten zurückkehren, die euch beide anregen.”

    3. Wechselt euch ab, um euch aufzuwärmen

    Niemand mag einen egoistischen Liebhaber. Die besten sexuellen Erfahrungen machen beiden Partnern Spaß, weil jeder dem anderen Vergnügen bereiten möchte.

    “Sobald du herausgefunden hast, was dich erregt, musst du eine Menge über den Körper deines Partners lernen und wie dieser funktioniert”, sagt Maxwell Rose.

    “Kommunikation ist natürlich der Schlüssel, aber genau so sind es auch oft die Aufmerksamkeit, die wir uns gegenseitig schenken müssen, viele Massagen geben und bekommen, Berührungen, Oralsex, Handsex und mit Sex-Toys spielen.”

    Auch Brito ist der Meinung: “Es ist unerlässlich sich abzuwechseln, damit eine sexuelle Beziehung für beide befriedigend ist.”

    Weiter erklärt sie: “Fokussiert euch darauf, die erogenen Zonen des anderen kennenzulernen und auch darauf, euch gegenseitig achtsam zu berühren”, erklärt sie. “Sobald ihr auf einer Wellenlänge seid, teilt ihr euch gegenseitig mit, was ihr braucht, um euch gehen zu lassen und habt zusammen einen Orgasmus.”

    Mehr zum Thema: Sex-Fantasien: Neue Studie zeigt, wie sie eine Beziehung verbessern können

    4. Haltet Augenkontakt

    Augenkontakt während dem Sex ist eine Art der non-verbalen Kommunikation, die euch dabei hilft, auf derselben Wellenlänge zu bleiben.

    Ihr müsst euch natürlich nicht die ganze Zeit und ohne zu blinzeln in die Augen starren (das wäre ziemlich unheimlich) – aber sich immer wieder mal in die Augen zu blicken stärkt die Verbindung zueinander. 

    “Sich in die Augen zu sehen ist höchst erotisch und kann auch dazu beitragen, dass sich euer Atem synchronisiert, was zu größerer Erregung führen kann”, sagt Psychologin und Sex-Therapeutin Shannon Chavez.

    5. Haltet euer Tempo durch langsame und regelmäßige Stimulation

    Wenn ein Partner üblicherweise schneller zum Orgasmus kommt als der andere, versucht es langsam anzugehen, damit sie oder er nicht zu schnell überstimuliert wird.

    “Wenn du das Gefühl hast, dass du derjenige bist, der vor deinem Partner zum Orgasmus kommt, fahr ein bisschen runter und teile deinem Partner mit, dass du eine Atempause brauchst – oder einen Stellungswechsel”, empfiehlt Brito.

    “Wechsle deinen Gang und konzentriere dich auf deinen Partner. Genieße den Moment und sobald dein Partner kurz davor ist zu kommen, kannst du dich wieder einklinken. Dann könnt ihr euch gegenseitig helfen, zum befriedigenden Ende zu kommen”, rät Brito.

    Denkt daran, dass es kein Wettrennen ist. Nehmt euch Zeit und genießt den Weg.

    “Der langsame Aufbau der erotischen Energie, wenn man sich gegenseitig Freude bereitet, führt zum Orgasmus”, sagt Chavez.

    6. Bringt Sex-Toys mit ins Spiel

    Setzt euch mit eurer verspielten Seite auseinander und nutzt Sexspielzeug. Wenn du klitorale Stimulation genießt – was etwa 37 Prozent der Frauen sogar brauchen, um zum Orgasmus zu kommen – kann ein Vibrator ein sehr hilfreiches Mittel sein.

    “Einen Vibrator oder die Hände zu benutzen, während du penetriert wirst, kann dir helfen, gleichzeitig mit deinem Partner zum Orgasmus zu kommen”, erklärt Kahn. “Du kannst auch kurz mit der Penetration aufhören, um den Vibrator zu holen oder du hast den Vibrator einfach schon in der Nähe.”

    Sex-Toys sind nicht nur etwas für Frauen (oder Menschen, die Genitalien besitzen, die traditionell als weiblich bezeichnet werden), es gibt auch viele andere Dinge, wie zum Beispiel einen Penisring.

    ► “Ein Penisring kann Orgasmen verzögen indem er den Blutfluss der Genitalien abklemmt. So kann man es gut schaffen, gemeinsam zu einem Orgasmus zu kommen, wenn der andere Partner mehr Zeit braucht als du”, schlägt Andrea Glik vor – sie arbeitet als Psychotherapeutin beim Gender & Sexuality Therapy Kollektiv.

    Mehr zum Thema: Orgasmus: 12 Frauen verraten, wie sie zum Höhepunkt kommen

    7. Denkt nicht zu viel nach

    ► Wenn euer einziges Ziel ein simultaner Orgasmus ist und ihr euch nur darauf konzentriert, kann das sehr kontraproduktiv sein – es raubt den besonderen Moment. Außerdem bringt es nur unnötigen Druck und Stress und macht das kaputt, was eigentlich eine schöne Erfahrung sein sollte.

    “Wenn eine Person nicht zum Orgasmus kommt, liegt es oft an Hemmungen, die sich in den Weg stellen: Angst, ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit, zu viele Gedanken darüber, ob es jemals dazu kommen wird oder nicht”, erläutert Sex-Therapeut Ian Kerner.

    Darum ist es wichtig, tief ein und aus zu atmen und dadurch den Genuss in der gemeinsamen Erfahrung zu finden – ob ihr nun gemeinsam zum Orgasmus kommt oder nicht.

    “Ihr dürft daraus kein Ziel machen und euch auch nicht zu sehr damit beschäftigen. Legt den Fokus lieber darauf, euren Körper zu entspannen und euch mit eurem Partner wohl zu fühlen”, sagt Chavez zur HuffPost.

    “Habt Spaß und macht keine Arbeit daraus. Legt alle Erwartungen ab, konzentriert euch auf den Moment und beschäftigt euch mit eurer Lust und der eures Partners.”

    Dieser Beitrag ist zuerst in der HuffPost US erschienen und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt und angepasst. 

    (ujo)


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    Hessen, Frankfurt/Main: Hand und Fussfesseln trägt ein junger Mann aus Afghanistan, den Polizisten zur Abschiebung zum Flughafen bringen.

    Junge Flüchtlinge prügeln am Samstag im bayerischen Amberg wahllos auf Passanten ein – und durch die Bundesrepublik hallt ein Aufschrei der Empörung.

    Bei den Tätern, die zwölf Menschen verletzten, die meisten leicht, handelt es sich um Teenager – sie sind alkoholisiert, stammen aus Afghanistan, dem Iran und Syrien.

    Auch in Cottbus kommt es in der Silvesternacht zu einem Angriff, mutmaßlich durch einen Flüchtling. Auf der Homepage der Stadt heißt es später: “Sollte der (...) Täter hier noch ein Gastrecht genießen und kein unbeschriebenes Blatt sein, werden wir nicht zögern, ihm (...)  klarzumachen, dass er (...) ein Ticket in die Heimat zu lösen” hat.

    An der Stellungnahme gibt es heftige Kritik – und doch berührt sie eine Frage, die sich in diesen Tagen viele stellen: Was muss sich der Staat von Straftätern aus dem Ausland gefallen lassen? Wann sind Abschiebungen eine Option? Und warum sind sie in der Vergangenheit so oft gescheitert?

    Hier lest ihr die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

    1. Wer wird abgeschoben?

    Abgeschoben wird, wer nicht asylberechtigt ist, keinen Status als Flüchtling gemäß Genfer Flüchtlingskonvention oder sogenannten subsidiären Schutz oder eine Duldung hat – und trotzdem die freiwillige Ausreise verweigert.

    Aktuell sind rund 235.000 Ausländer in Deutschland ausreisepflichtig. Die meisten von ihnen – fast 178.000 – werden allerdings aus humanitären Gründen geduldet.

    Flüchtlinge, die einen Schutzstatus haben, können auch abgeschoben werden, wenn sie eines Verbrechens verurteilt werden.

    Dann nämlich kann ihnen das BAMF den Schutzstatus entziehen. Die Ausländerbehörde kann dann auch die Aufenthaltserlaubnis des Flüchtlings nicht verlängern.

    Die Bundesregierung erklärt dazu:

    “Grundsätzlich werden Asylbewerber ausgewiesen, wenn sie zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt wurde oder Ausländer eingeschleust haben. Bei Drogendelikten oder Landfriedensbruchs reicht schon eine Haftzeit von zwei Jahren.”

    Weiter heißt es von Seiten der Bundesregierung:

    “Ausländische Straftäter (...) müssen das Land verlassen, wenn sie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurden - unabhängig davon, ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde oder nicht. Das gilt bei Straftaten gegen das Leben, gegen die körperliche Unversehrtheit, gegen die sexuelle Selbstbestimmung und bei Angriffen auf Polizisten. Auch Seriendiebstähle oder Raub können zur Ausweisung führen.”

    In vielen Fällen, gerade bei Delikten wie Diebstahl, fallen die Strafen aber in der Regel deutlich niedriger aus als die für die Ausweisung nötigen 2 Jahre. Auch im Fall der Jugendlichen von Ambach ist fraglich, ob die Schwere des Verbrechens ausreichen würde, um sie abzuschieben.

    Hinzu kommt: Nach Syrien schieben die deutschen Behörden derzeit niemanden ab, auch keine Straftäter. Nach Afghanistan hingegen schon.

    2. Was sind Hindernisse für Abschiebungen?

    Derzeit scheiterten bundesweit rund 40 Prozent der Abschiebungen an Widerständen der Herkunftsländer, sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht kürzlich der Zeitung “Die Welt”.

    Das gilt sowohl für straffällige Asylbewerber also auch für solche, die nicht straffällig geworden sind und einfach keinen Aufenthaltsstatus haben.

    Abschiebungen scheitern laut dem Flüchtlingsministerium in NRW laut “Welt” auch häufig daran, dass...

    “...Ausweispapiere fehlen und die Identität nicht zweifelsfrei feststellbar ist, weil der Abzuschiebende ernsthaft erkrankt ist oder weil es gerade bei Flügen nach Nordafrika von dortigen Regierungen kaum gestattet wird, große Gruppen in Charterflügen zu platzieren.”

    Straffällig gewordene Zuwanderer, die keine Ausweispapiere haben, können bisher ohnehin nicht abgeschoben werden, weil kein Staat die Pflicht (und Interesse) hat, sie aufzunehmen. Ausländer, die abgeschoben werden sollen, können gegen den Bescheid zudem Einspruch einlegen, was die Verfahrensdauer deutlich verlängert.

    “Der Abschiebeverzug lässt sich nur beschleunigen, wenn die Herkunftsländer besser kooperieren”, sagt Niedersachsens Amtschef Boris Pistorius (SPD). “Das ist Sache des Bundes, der entsprechende Rücknahmeabkommen abschließen muss.”

    Bei Ländern, die nicht kooperierten, fordert Pistorius “als Druckmittel”, dass für ihre Bürger weniger Visa für die Bundesrepublik ausgestellt werden.

    3. Welche Alternativen zu Abschiebungen gibt es?

    Straffällig gewordene Zuwanderer werden wie alle straffälligen Deutschen von den Justizbehörden verfolgt und auch so behandelt.

    Einige Politiker der Linken und Grünen sehen deshalb auch keinen Grund, die Abschiebepraxis zu verschärfen. Die sprechen von einer unnötigen “Doppelbestrafung”.

    Weil Abschiebungen so häufig scheitern und rechtlich langwierig sind, wollen aber vor allem konservative Politiker die Möglichkeiten erweitern, straffällige Ausländer länger als bisher in Abschiebehaft zu nehmen. Bisher ist das nur bis zu sechs Monate möglich, in Ausnahmefällen kann die Haft um 12 Monate verlängert werden. Außerdem sind die Plätze in den Abschiebehaftanstalten begrenzt – nur einige hundert sind es derzeit.

    4. Was sagen Experten?

    Sebastian Fiedler, Vize-Bundesvorsitzender vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), sagte der Zeitung “Die Welt”: “Die einfachen Antworten funktionieren nicht. Wir können nicht alle tatverdächtigen und vorbestraften Ausreisepflichtigen sofort abschieben oder inhaftieren. Die Möglichkeiten eines Bundeslandes und eines Rechtsstaates sind beschränkt.”

    5. Welche Reformvorschläge gibt es?

    Bundesinnenminister Horst Seehofer hat angekündigt, der Koalition Vorschläge zu einer Gesetzesänderung zu unterbreiten. “Wenn Asylbewerber Gewaltdelikte begehen, müssen sie unser Land verlassen. Wenn die vorhandenen Gesetze dafür nicht ausreichen, müssen sie geändert werden”, sagte der CSU-Politiker der “Bild”-Zeitung.

    Welche genauen Änderungen er vornehmen will, ist bislang nicht bekannt.

    Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA) Holger Münch hatte zuletzt ein Punktesystem als Alternative zum bisherigen Abschiebesystem vorgeschlagen. Wie bei Verkehrssündern, die bei zu viel Punkten ihren Führerschein verlieren, sollen Intensivtäter, die zu viele Punkte gesammelt haben, abgeschoben werden. So könnten sich auch kleinere Delikte zu einem Abschiebegrund addieren.

    Besonders der Fall des Syrers Majd H. hatte im Oktober für Aufsehen gesorgt. Bevor er eine Frau vergewaltigte, soll er bereits 29 Mal auffällig geworden sein. 

    Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt reagierte auf den Fall in Amberg. Er forderte, auch Abschiebungen nach Syrien im Falle von Straftätern wieder zu ermöglichen.

    Sei das rechtlich nicht möglich, fordert Dobrindt maximale Sicherheitsvorkehrungen: “Solche Gewalttäter müssen unter maximale Kontrolle gestellt werden, indem wir die Bewegungsfreiheit einschränken, sie mit einer Residenzpflicht belegen und mit einer elektronischen Fußfessel überwachen.“

    Diese Maßnahmen hat auch der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) ins Spiel gebracht, der sich derzeit für die Ausweisung einer Gruppe gewalttätiger Asylbewerber einsetzt. Überraschend dabei: Der Bürgermeister, René Wilke, gehört der Linken an.

    ► Andere Politiker vertreten die Auffassung, die Gesetzeslage sei ausreichend, an der Umsetzung hadere es.

    FDP-Vize Stephan Thomae sagte etwa: “Das eigentliche Problem sind die komplexen Abschiebehindernisse, die sowohl in der Person, im Verfahren, aber auch in den behördlichen Strukturen vorliegen und sich nicht nur mit simplen Gesetzesverschärfungen bekämpfen lassen.”


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    Prinzessin Charlotte und Prinz George mussten etwas länger auf die Geschenke warten.

    • Da die britische Königsfamilie deutsche Vorfahren hat, feiern sie traditionell auch Weihnachten nach deutscher Manier: Die Geschenke werden noch am Weihnachtsabend verteilt.
    • Nur Prinz George und Prinzessin Charlotte, die Kinder von Herzogin Kate, mussten sich vergangene Weihnachten etwas länger gedulden.

    In ganz Großbritannien dürften die meisten Kinder es genießen, mit Geschenken unter dem Baum aufzuwachen, die sie traditionell am Weihnachtsmorgen öffnen.

    Etwas anders verläuft es allerdings bei der britischen Königsfamilie: Da die Royals deutscher Abstammung sind, werden auch deutsche Weihnachtstraditionen eingehalten.

    Eine germanische Tradition besagt, dass Geschenke an Heiligabend verteilt werden. Daher hält sich auch die Queen an die Regel.

    Ein ehemaliger Koch der Königsfamilie, Darren McGrady, bestätigte dies der englischen Zeitung “Express” und sagte:

    “Die Könige sind deutscher Abstammung, daher feiern sie auch nach deutscher Tradition. Nach dem Nachmittagstee öffnen sie die Geschenke noch an Heiligabend, wie es die deutsche Tradition ist.

    Besonders die Queen lege großen Wert auf diese Regelung.

    Doch die Kinder von Herzogin Kate, George und Charlotte, durften offensichtlich nicht nach deutscher Manier feiern.

    Prinz George und Prinzessin Charlotte feiern Weihnachten nicht nach deutscher Art

    Das verriet die Herzogin einem Royal-Fan vor der Kirche in Sandringham, in der die Familie am Weihnachtsmorgen einen Gottesdienst besuchten. Darauf bezieht sich die britische Tageszeitung “Express”.

    Demnach seien Prinz George und Prinzessin Charlotte schon “sehr früh” wach gewesen, um ihre Weihnachtsgeschenke zu öffnen.

    Was zeigt: Die Royal-Kinder durften nicht nach deutscher Art Weihnachten feiern, sondern mussten wie alle anderen Kinder in Großbritannien bis zum nächsten Morgen warten.

    Warum der königliche Nachwuchs die Geschenke erst so spät auspacken durfte, ist nicht bekannt.

    Royal-Kinder sind noch zu jung für den Weihnachtsgottesdienst 

    Die Kinder waren übrigens auch nicht beim traditionellen Gottesdienst am Weihnachtsmorgen dabei. Der Grund: Charlotte und George sind noch zu jung dafür.

    Wie der “Express” berichtet, nahmen Herzogin Kate und Ehemann William, sowie Prinz Harry und seine Frau Meghan, an dem traditionellen Weihnachtsgottesdienst teil.

    Junge Royals werden normalerweise davon abgehalten, den Gottesdienst zu besuchen, bis sie etwas älter sind. Prinz William war beispielsweise fünf Jahre alt, als er das erste Mal teilnahm – Prinz Harry sogar sieben Jahre alt.

    Obwohl Prinz George und Prinzessin Charlotte ihrer königlichen Pflicht nicht nachgehen konnten, hatten sie sich angeblich sehr auf Weihnachten gefreut.

    Ihre Mutter Kate sagte letzten Monat: “Sie freuen sich auf Weihnachten, weil sie alle Weihnachtslieder singen und die Weihnachtsbäume schmücken. Es ist wirklich süß.”

    Während die Eltern im Gottesdienst saßen, durften die Kinder in Sandringham die Weihnachtsgeschenke öffnen.

    (jr)


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    • Ein Vater hat online Puppen für seine Tochter bestellt.
    • Wütend schickte er sich zurück – weil sie Genitalien haben.

    Während sich einige Eltern um schädliches Plastikspielzeug sorgen, oder ob ihre Kinder durch digitale Barbies abgehört werden, hat ein Vater aus Florida ein ganz anderes Problem mit den Puppen seiner Tochter – sie haben Genitalien.

    Zu Weihnachten hat Raynell M. seiner Tochter online ein Puppenzwillingspaar gekauft. Ganz vorbildlich hat er sich die Puppen genau angesehen, bevor er sie seiner Tochter schenken wollte.

    Dann entdeckt er: Eine Puppe hat einen Penis, die andere eine Vagina – und die sehen seiner Meinung nach auch noch viel zu realistisch aus.

    Der Vater hätte seine Tochter nur mit der weiblichen Puppe spielen lassen

    Auf Facebook zeigt er sich empört: “Wer macht denn Puppen mit Genitalien für Kinder? Ich habe sie gekauft und sie kamen mit verschiedenen Puppen-Accesoires und in den Bewertungen hat niemand was von dem extra Zeug geschrieben – darum dachte ich, sie wären kinderfreundlich!”

    Das “extra Zeug”, also die Genitalien der Puppen, machte Miller sichtlich zu schaffen. Er sei froh, dass er die Puppen vor seiner Tochter unter die Lupe nehmen konnte. 

    ► Er hätte es noch akzeptieren können, wenn sie mit der weiblichen Puppe gespielt hätte: “Das wäre in Ordnung, schließlich hat sie diesen Teil selbst. Aber mein kleines Mädchen ist noch nicht bereit mit Puppen zu spielen, die ihren Penis raushängen lassen.”

    Mehr zum Thema:Für Kinder ist es das Größte, wenn sie einfach mal spielen dürfen

    Viele stellen die Entscheidung des Vaters in Frage

    Die Hashtags des Vaters lassen vermuten, dass er die Puppen wieder zurück geschickt hat. Sein Post wurde inzwischen knapp 8.000 Mal geteilt und mehr als 4.600 Leute haben Kommentare hinterlassen.

    Doch Zustimmung erhält der Vater wenig. Die meisten machen sich über M. lustig und finden seine Meinung zu den Puppen seltsam.

    Eine Facebook-Nutzerin kommentiert: “Ganz ehrlich, ich sehe das Problem nicht. Das kann doch eine gute Lehr- und Lernerfahrung sein.”

    Auch eine Erzieherin stimmt dieser Meinung zu: “Wir haben auch diese Puppen und unsere Kinder machen genau das, was sie mit anderen Puppen auch machen. Sie füttern sie, kleiden sie und wickeln sie in eine Decke für einen Mittagsschlaf.” 

    Für sie ist klar, dass Erwachsene an dieser seltsamen Entwicklung schuld sind: “Wir Erwachsenen müssen aufhören alles zu sexualisieren – das hindert unsere Kinder daran, sich weiter zu entwickeln.”

    Viele Facebook-Nutzer der älteren Generation kommentieren auch, dass diese Puppen kein neuer Trend wären, denn sie hätten auch schon als Kind mit solchen Puppen gespielt. Doch offenbar gäbe es in jeder Generation einige Eltern, die von Puppen mit Genitalien verstört werden.

    “Also heißt das, mein Sohn sollte ohne Genitalien geboren werden, bis er fünf Jahre alt wird? Ich glaube, dass einige Eltern ohne Genitalien auf die Wellt kommen sollten”, kommentiert ein Vater unter den Post.

    Mehr zum Thema:Warum Spielzeug nicht nach Geschlecht getrennt sein sollte

    Einige wenige Stimmen sind Millers Meinung. Eine Frau ist sich sogar sicher, dass diese Puppen Pädophilie fördern würden.

    “Ich frage mich, wie viele Widerlinge sich die Puppen kaufen, um mit ihnen zu spielen”, kommentiert die Facebook-Userin.

    (ujo)


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    • Deutschland erwartet in den nächsten Tagen besonders unruhiges Wetter.
    • Schneefälle, Stürme und Flutwarnungen stehen uns bevor. 
    • Im Video oben seht ihr, in welchen Gebieten ihr besonders aufpassen müsst. 

    Wettermäßig gibt es im neuen Jahr in Deutschland definitiv keinen angenehmen Start: Am Mittwoch herrscht für die gesamte Ostküste eine Sturmflutwarnung. Der Wasserstand kann bis zu 1,5 Meter steigen, in exponierten Lagen sogar noch mehr. 

    Gleichzeitig kommt es in anderen Teilen des Landes, vor allem der Mitte, im Süden und stellenweise auch im Osten zu Neuschnee bis in tiefe Lagen. Während sich der bis zu fünf Zentimeter hohe Schnee in den Städten allerdings schnell wieder in Matsch auflöst, bleibt er in höher gelegenen Gegenden liegen:

    In den östlichen und zentralen Mittelgebirgen stehen die Chancen mit zehn Zentimetern dafür gar nicht schlecht. In Staulagen im Alpenraum kann es bis zu 20 Zentimeter mehr Schnee geben. Temperaturen von minus drei Grad in den Alpen und im Erzgebirge bis hin zu 6 Grad am Niederrhein sind möglich. 

    Glatteisgefahr am Donnerstag

    Die Schneefälle stellen sich in der Nacht zum Donnerstag zwar nach und nach ein, aus dem Nordwesten ziehen allerdings Niederschläge auf, die Glatteisgefahr mit sich bringen. Vor allem im Wester-Ems-Gebiet ist Vorsicht geboten.

    Allerdings kann es im ganzen Land zu gefrierender Nässe kommen. Auch von Sturmböen bleibt Deutschland nicht verschont, vor allem an der Ostseeküste, an den Gipfellagen im Mittelgebirge und den Alpen stürmt es. 

    Die Tiefstwerte reichen von null bis minus sieben Grad. 

    Am Donnerstag geht es winterlich weiter. Zwischen Sachsen und Bayern schneit es, in Sachsen-Anhalt, Thüringen und den westlichen Mittelgebirgen kommt es zu gelegentlichen Schneeschauern. Die Temperaturspanne bleibt groß zwischen minus vier Grad in den Alpen und dem Erzgebirge und sechs Grad im Emsland. 


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    Elternwerden ist eine der wunderbarste Erlebnisse des Lebens. Von einem Tag auf den anderen steht alles Kopf – nichts ist mehr, wie es zuvor einmal gewesen ist. Wie sehr sich das Leben von Müttern, aber auch Vätern in den ersten Wochen nach der Geburt verändert, beschreibt HuffPost-Autorin Victoria Richards.

    1. Du bist nie allein

    Nicht auf der Toilette, nicht in der Nacht, zu keiner Zeit. Nicht mehr. Überhaupt nicht mehr.

    2. Du genießt das Essen nicht mehr

    Feuchtfröhliches Frühstücken mit Freunden in Cafés, romantische Abendessen, sogar eine Flasche Wein und Takeaway-Essen gehören der Vergangenheit an. Essen wird jetzt schnell und funktional konsumiert – mit einer Hand, denn die andere Hand hält das Baby. Vielleicht musst du sogar jemanden bitten, dein Essen für dich zu schneiden, damit du es hektisch mit der Gabel aufpieksen kannst. Mein “Abendessen” sechs Tage nach der Geburt war verbranntes Hühnchen Kiew, das ich wie ein Sandwich mit einer Hand gegessen habe.

    Mehr als eine Hand bleibt nicht, um Essen zuzubereiten.

    3. Du kannst nicht duschen.

    Das Baby hinzulegen, macht das Baby unglücklich. Deine Bemühungen, sauber zu bleiben, machen das Baby unglücklich. Du wirst versuchen, das Baby in seinem Bettchen zu lassen, während du ins Badezimmer stürzt, doch du wirst schnell zu der Überzeugung gelangen, dass es sich in den vergangenen 30 Sekunden selbst verletzt hat und deshalb nackt und klitschnass ins Kinderzimmer rennen. Du wirst lernen, das Baby in seinem Körbchen oder seiner Wippe mit ins Badezimmer zu nehmen. Das Baby wird glücklich darüber sein.

    4. Du machst dir die ganze Zeit Sorgen.

    Ich hatte keine Ahnung, dass ich in den seltenen Momenten, in denen mein Baby ruhig in seinem Bettchen schlief, kein Auge zumachen könnte. Ich hatte diese intensive und vollkommen irrationale Angst, dass meine Tochter sterben könnte. Ich meine es ernst – wenn sie länger als 30 Minuten schlief, hing ich über ihr und überprüfte ängstlich, ob sie noch atmete. Ich habe das MONATELANG getan.

    Du willst immer schlafen, dein Baby nie.

    5. Du wirst Fotos auf deinem Handy anstarren wie ein verliebter Teenager

    Voreingenommen, oh ja – aber wer wäre das nicht, wenn dieses Baby das schönste ist, das du jemals gesehen hast? (Auch wenn es in Wahrheit aussieht wie ein kleiner, verkorkster, haariger Affe).

    6. Du wusstest nicht, was Müdigkeit ist

    “Ich weiß, was es heißt, müde zu sein”, habe ich gespottet, bevor ich Mutter wurde. “Ich habe bis spät in die Nacht gearbeitet, bin früh aufgestanden, habe Nächte durchgetanzt und bin um 7 Uhr morgens nach Hause gekommen – es ist ja nicht so als hätten Eltern ein Monopol auf Müdigkeit.”

    Oh du süße Unwissenheit. Wart’s ab. Vielleicht hast du dich mal für ein paar Wochen verausgabt, aber wenigstens kann man als kinderloser Mensch die Wochenenden nutzen, um ein wenig Schlaf nachzuholen. Versucht es mal mit chronischem Schlafmangel über SIEBEN JAHRE hinweg.

    7. Man muss Babys erst beibringen, zu schlafen

    Als Erwachsener ist es schwer, NICHT einzuschlafen – im Kino, auf dem Sofa, im Zug, bei der Arbeit. Aber Babys wissen nicht, wie das geht. Wenn es nach Babys geht, schlafen sie nur ein, wenn sie geschaukelt, besungen, getragen oder gefüttert werden. Später, an einem Punkt der völligen Erschöpfung, wirst du die Vor- und Nachteile des Schreienlassens diskutieren (das Baby allein lassen, während es sich in den Schlaf weint). Es ist eine harte Zeit. Sei gut zu dir selbst. Vertraue deinem Gefühl.

    8. Neugeborene Babys schlafen trotzdem irgendwie immer

    Gefühlt 23 Stunden am Tag schlafen Babys – anfangs. Und ja, es ist möglich, alle sieben Staffeln der Gilmore Girls innerhalb von zwei Wochen zu gucken. Genieße diese Sofazeit mit deinem Neugeborenen, das friedlich auf deiner Brust schläft. Denn es wird nicht lange so bleiben.

    Babys schlafen anfangs sehr viel. Doch das geht vorbei.

    9. Alles macht ihnen Blähungen

    Babys müssen Bäuerchen machen, oder sie weinen und meckern und machen laute, grunzende Geräusche während sie schlafen. Sie können ihr Bäuerchen nicht selbst machen, deshalb wirst du dein Baby in jede erdenkliche Richtung halten, ihm auf den Rücken klopfen, es auf deine Knie legen, es nach vorne und nach hinten biegen – alles, was die Luft heraus befördert.

    10. 116 117 – der ärztliche Bereitschaftsdienst – ist dein bester Freund

    Ausschläge, Husten, Röcheln, Erkältung, zu viel Schlaf, zu wenig Schlaf… nichts kann dich auf die vernichtende, allumfassende Eltern-Paranoia vorbereiten. Babys sind robuster als man denkt, aber wenn du dir Sorgen machst – und der Kinderarzt schon geschlossen hat – kannst du unter der Nummer 116 117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen. Das Risiko – und dein Verstand – sind es schließlich nicht wert.

    11. Hochstapler-Syndrom

    “Ich kann das nicht.” Vielleicht fühlst du dich wie ein Kind, das Mama spielt, mit dem kleinen Unterschied, dass die Puppe, die du badest, echt ist und sehr, sehr, sehr laut. Nimm dir die Zeit, um dir selbst ordentlich den Rücken zu tätscheln. Die ekelhafte Windel? Du hast dich darum gekümmert wie ein echter Pro. High-five.

    Du machst das besser, als du vielleicht denkst!

    12. Du brauchst so viel ZEUG (oder zumindest glaubst du das)

    Kinderwagen, Babybett, Babynest, Stillkissen, Badethermometer, Baby Monitor, Fieberthermometer… etc. Ich hatte noch nie in meinem Leben so viele Amazon-Lieferungen wie in den ersten Tagen nach der Geburt meiner Tochter.

    Das große Geheimnis ist, dass du die Hälfte davon nicht brauchst. Die spezielle, durchsichtige Babybadewanne, für die du über 20 Euro bezahlt hast? Ein Plastikeimer aus dem Baumarkt hätte es auch getan.

    13. Du ekelst dich vor gar nichts mehr

    Du pulst (oder saugst sogar) Popel aus der Nase deines Babys, machst gigantische Kacke-Explosionen sauber und nimmst es gelassen. Nachdem mein Mann einmal eine Windel gewechselt hatte, leckte er gedankenverloren etwas von seiner Hand, das er für Schokolade hielt (Spoiler: es war keine Schokolade). Aber er hat es entspannt gesehen. Das ist jetzt Liebe, für dich.

    Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost UK und wurde von Gina Louisa Metzler aus dem Englischen übersetzt und redaktionell angepasst. 

    (ujo)


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