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Huffington Post Germany Athena

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    Hubertus Heil

    ► Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat seine Absicht bekräftigt, im neuen Jahr eine Hartz-IV-Reform durchzusetzen.

    ► Überzogene Sanktionen sollten abgeschafft, die Mitwirkungspflichten der Bezieher der Grundsicherung aber beibehalten werden, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

    ″Überzogene Sanktionen, die in der Praxis nicht wirken, aber viele verunsichern, müssen weg. Dazu gehören die verschärften Sanktionen für unter 25-Jährige. Vor allem bin ich aber dagegen, dass auch die Kosten der Unterkunft gekürzt werden können.»

    ► Er wies darauf hin, dass das Bundesverfassungsgericht im Januar über die Rechtmäßigkeit von Sanktionen in der Grundsicherung verhandeln wird. Er erwarte “eine sehr interessante Debatte”.

    So stellt sich Heil das neue System vor:

    Auf die Frage, ob es beim Prinzip des Förderns und Forderns bleiben solle, antwortete der SPD-Politiker: “Ich bin jedenfalls gegen eine Abschaffung von Mitwirkungspflichten.”

    Es gebe im Sozialstaat eine doppelte Verantwortung - zum einen die Fürsorge des Staates gegenüber Hilfebedürftigen, zum anderen die Verantwortung jedes Einzelnen, sich selbst einzubringen. “Das heißt etwa: Wenn man das x-te Mal einen Termin beim Amt nicht wahrnimmt, sollte das Konsequenzen haben.”

    Mehr zum Thema:Nahles zur Hartz-IV-Debatte: “SPD steht nicht für bezahltes Nichtstun

     


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    Donald Trump wurde vom Fernsehstar zum Präsidenten.

    • Donald Trump verdankt der TV-Show “The Apprentice” seine Rückkehr auf die Erfolgsspur.
    • Die Produzenten der Sendung verrieten nun, wie schwierig es war, mit Trump zu arbeiten.

    Schon lange bevor er US-Präsident war, eilte Donald Trump ein Ruf voraus. Der des “Deal-Makers”, des erfolgreichen wie skrupellosen Immobilien-Moguls.

    Das jedoch war nicht immer so. Denn in den 90er-Jahren war der heutige Regierungschef pleite. Sein Immobilien-Imperium war heruntergewirtschaftet, allein im Jahr 1995 machte Trump fast eine Milliarde US-Dollar Verlust geltend.

    ► Dass Trump zwar taumelte, aber nicht fiel, verdankt er auch der TV-Reality-Show “The Apprentice”. Seit 2004 stand Trump als Hauptfigur der NBC-Serie vor der Kamera und castete junge, aufstrebende Geschäftsleute.

    Die Catchphrase “You’re Fired!” wurde weltberühmt, die Marke Trump wieder populär. Wie schwierig das war, haben nur mehrere Produzenten der Show im US-Magazin “New Yorker” verraten.

    “Es war ein bröckelndes Imperium”

    Bill Pruitt, einer der Produzenten, sagte so: “Er war schon durch – was weiß ich wie viele –  Pleiten gegangen. Aber wir mussten ihn aussehen lassen, wie die wichtigste Person der Welt. Es war, als würden wir den Hofnarr zum König machen.”

    ► In Trumps Büroräumen hätten sie heruntergekommene Möbel entdeckt und ein “bröckelndes Imperium” erlebt. “Aber wir mussten es schaffen, dass das anders wirkt.”

    Dabei sei allerdings nicht nur das Mobiliar zum Problem geworden.

    Donald Trump las nie ein Skript

    Denn Trump habe die Fernsehcrew trotz unwidersprochener Show-Qualitäten zur Verzweiflung gebracht.

    ► Katherine Walker, eine weitere Produzentin, verriet: “Er hat das Skript nie gelesen, hatte eine völlig falsche Ausdrucksweise und ist über die eigenen Worte gestolpert.” 

    Aus dem Stegreif aber habe Trump auch die pikanten und oft albernen Reden geschwungen, die für das Reality-Fernsehen so wichtig seien. Der Rest sei mit viel Nachbearbeitung gerettet worden – wobei Trump wohl glaube, “dass er nie editiert wurde”.

    Trumps Entscheidungen machten keinen Sinn

    Dabei sei es nicht allein darum gegangen, sinnlose Sätze herauszuschneiden, sondern auch, sinnlose Entscheidungen im Nachhinein sinnvoll erscheinen zu lassen.

    Trump sei so oft unvorbereitet in die in der Show entscheidenden “Board Room”-Meetings gekommen und habe Kandidaten der Sendung aus reiner Laune heraus gefeuert. Oft seien das Personen gewesen, die in den Wettbewerben der Show eine gute Leistung erbracht hatten.

    Dann hätten die Produzenten die Sendung von hintern noch einmal neu aufrollen müssen, um vermeintliche Fehler der Kandidaten herauszustellen und Trumps Entscheidung zu rechtfertigen. 

    Ein Mitarbeiter erklärte, das sei derselbe Stil, den Trump wohl auch als Präsident pflege – und mit dem er sich schon damals keine Freunde machte.

    ► So erfuhr der “New Yorker” von einem Angestellten des Senders: “Es gab keine Trump-Fans im Team. Ich kenne keinen, der an der Show gearbeitet hat, der Donald Trump gewählt hat.”


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    Symbolbild

    ► Vier Jugendliche haben im bayerischen Amberg auf Passanten eingeschlagen und mehrere von ihnen verletzt. Neun Menschen mussten laut Polizei im Krankenhaus behandelt werden.

    ► Ihre Prügeltour begannen die jungen Asylbewerber im Alter zwischen 17 und 19 Jahren demnach im Bahnhofsbereich: Sie schlugen einem ankommenden Reisenden mehrfach ins Gesicht.

    ► Wenige Minuten später prügelten sie auf dem Bahnhofsvorplatz auf zwei weitere Passanten ein und konnten zunächst fliehen. Etwas später dann schlugen die Männer nach Polizeiangaben abermals “brutal und grundlos“ auf Passanten ein und verletzten insgesamt sechs weitere Personen.

    Was noch über die Tat bekannt ist:

    Einige der so attackierten Passanten versuchten, vor den Tätern zu fliehen, wurden jedoch wieder eingeholt. Dabei wurde ein Mann von den Jugendlichen zu Boden geschleudert und massiv getreten und geschlagen.

    Die Jugendlichen seien in Bahnhofsnähe festgenommen worden, hieß es in der Mitteilung der Polizei. 

    So reagiert der Bürgermeister:

    Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) schrieb bei Facebook: “Wir brauchen solche Gewalt in Amberg nicht und wollen sie bei uns nicht sehen.“

    Es dürfe natürlich nicht verallgemeinert werden, “in der Gänze haben diese Idioten aber auch den friedlichen und engagierten Asylbewerbern einen Bärendienst erwiesen.“


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    • Das Foto einer US-Pornodarstellerin wurde in Chemnitz für rechte Propaganda genutzt.
    • Die nimmt die entlarvend dumme Aktion mit Humor. 

    Es war der vielleicht peinliche Höhepunkt eines beschämenden Aufmarsches.

    Bei den rechten Kundgebungen in Chemnitz im Sommer haben Demonstranten Bilder verprügelter Frauen auf einem Plakat gezeigt. Sie wollten damit suggerieren, die Abgebildeten seien Opfer von Ausländerkriminalität geworden.

    “Wir sind Bunt bis das Blut spritzt” hatten die Rechten auf das Banner geschrieben. Das Problem: Migrantengewalt in Deutschland hatten die gezeigten Bilder auf dem Plakat nichts zu tun.(Die HuffPost berichtete.)

    Viele der Frauen stammten aus Großbritannien, einige wurden nicht einmal Opfer von Angriffen durch Männer, die allermeisten nicht durch Migranten. 

    Besonders skurril: Eine Person auf dem Plakat war nicht einmal eine Frau sondern der Professor Paul Kohler aus London, der von Einbrechern in seiner Wohnung verprügelt wurde.

    Und: Auch ein US-Pornostar schaffte es auf die Abbildung: Shawna Lenee. 

    Pornodarstellerin witzelt über “Nazis”

    Lenee bekam offenbar erst in diesen Tagen mit, welche fragwürdige Ehre ihr zuteil geworden war – und machte sich bei Twitter wortreich über die verunglückte politische Aktion lustig. 

    “Ich habe die Nazis 2017 so schlimm verärgert, dass sie anfingen, mein Bild auf ihre Transparente zu drucken, auf denen stand, dass ich von Muslimen getötet wurde. Ich mache nicht einmal Witze. Es ist sogar auf ihrer rechtsextremen Website. Sie haben sogar schlecht einen Tropfen Blut an meine Nase gephotoshopt”, schrieb die Erotikdarstellerin.

    Sie habe es nicht glauben können, bis sie ein Foto der Aktion aus Chemnitz gesehen habe.

    Zum Hintergrund: Lenee erklärte, sie habe 2017 zahlreiche “Nazi-Accounts” bei Twitter gemeldet und ihre Löschung bewirkt.


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    • Thylane Blondeau galt schon mit sechs Jahren als “das schönste Mädchen der Welt”.
    • Heute ist sie 17 Jahre alt – und hat den Titel erneut gewonnen.
    • Im Video oben seht ihr, wie sehr sie sich über die Jahre verändert hat. 

    Thylane Blondeau ist weltberühmt – und das seit ihrem sechsten Lebensjahr.

    Denn: Vor zehn Jahren wurde sie zum “schönsten Mädchen der Welt” gekürt.

    Nun ist aus dem Mädchen eine junge Frau geworden. Inzwischen ist Blondeau 17 Jahre alt und hat die Auszeichnung zum zweiten Mal gewonnen.

    Darüber berichtet die britische Tageszeitung “The Sun”.

    Thylane Blondeau wird zum zweiten Mal zum “schönsten Mädchen der Welt” gekürt

    Beim diesjährigen Award “The 100 Most Beautiful Faces of 2018” von TC Candler wurden die 100 schönsten Gesichter des Jahres gekürt – mit der 17-Jährigen an der Spitze.

    Blondeau schrieb auf ihrem Instagram-Kanal: “Ich hätte niemals gedacht, dass ich die Nummer Eins werde! Ich danke euch allen (...).”

    Viele der User finden es berechtigt, dass die 17-Jährige den Titel holt. So meinte einer:

    “Du hast es wirklich verdient. Du bist das schönste Mädchen des Universums. Und ich freue mich sehr für dich, dass du diesen Titel gewonnen hast.”

    So sieht die damals Sechsjährige heute aus:

    Thylane Blondeau bei einem Event.

    Die 17-jährige Französin arbeitet schon lange als Model. Mit nur vier Jahren lief Blondeau bereits für Jean Paul Gaultier über den Laufsteg, mit zehn Jahren zierte sie die Titelseite der französischen “Vogue”.

    Auch heute arbeitet sie noch in der Branche. Unter Vertrag steht sie bei der Agentur IMG Models, die auch Supermodels wie Kate Moss und Gigi Hadid betreut. Sie läuft unter anderem für Dolce & Gabbana über den Laufsteg und ist Markenbotschafterin von L’Oréal.

    Auch ihre Eltern sind in Frankreich bekannt

    Auf ihrem Instagram-Account, der stattliche 2,6 Millionen Follower hat, zeigt sie ein Foto aus ihren Anfangstagen.

    Übrigens: Nicht nur sie ist eine Berühmtheit, auch ihre Eltern sind in Frankreich bekannt. Ihr Vater ist der ehemalige Fußballspieler Patrick Blondeau, ihre Mutter die Fernsehmoderatorin Véronika Loubry.

    (lp)


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    • An Silvester bleibt es grau und bedeckt. 
    • Vereinzelt kommt es aber auch zu Regenschauern und Schnee. 
    • Welche Regionen davon betroffen sind, seht ihr im Video oben. 

    An Silvester wird es in Teilen Deutschlands ungemütlich und nass. Also eher ein Wetter, um drinnen im Warmen auf das neue Jahr anzustoßen. In den meisten Teilen bleibt es jedoch trocken, aber bewölkt. 

    Schnee im Südosten

    Diejenigen, die Silvester und Neujahr tief im Süden und Südosten der Bundesrepublik verbringen, dürfen sich über Schnee freuen.

    Der Deutsche Wetterdienst kündigt für die Alpenregion sogar Schneefall an. Bis zu 30 Zentimetern Schnee können demnach fallen. 

    Mehr zum Thema Silvester:Vier Gründe, die für ein Verbot von Böllern und Raketen sprechen

    Vereinzelt Regen an Silvester 

    Am Montag, also an Silvester, wird es dann im Süden und im Osten nass.

    Es kommt dort zu vereinzelten Regenfällen. Mit Temperaturen von drei bis zehn Grad bleibt es auch eher frisch. Im Osten können die Temperaturen auch gegen null Grad gehen. 

    An Neujahr Besserung in Sicht

    Am Neujahrestag bleibt es bewölkt und es kann im Norden sogar immer noch etwas regnen. Wer Neujahr im Süden Deutschlands verbringt, der bleibt trocken und darf sich sogar über einen auflockernden Himmel freuen. 

    Die besten Vorhersagen für Ihren Ort finden sie auf weather.com.

    (lp)


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    Ernst Götsch

    Flink klettert er einen zitternden Baumstamm empor. Oben angekommen greift er mit der linken Hand nach einem Ast, um mit rechts gekonnt einen weiteren abzuschneiden. Dass Ernst Götsch 70 Jahre alt ist, fällt erst auf, als er wieder auf dem Boden steht, näherkommt und den Blick freigibt auf die Spuren, die Sonnenlicht und Lebensjahre in sein Gesicht graviert haben.

    In den professionell gestalteten Videos, die über ihn im Internet kursieren, wirkt Ernst Götsch wie ein moderner Prophet. Ein Prophet, der nicht die Botschaft Gottes, sondern die einer Natur verkündet, in der Mensch und Umwelt im Einklang stehen. Sie können in Partnerschaft existieren – zur selben Zeit, am selben Ort.

    Den Beweis tritt der gebürtige Schweizer in seiner Wahlheimat Brasilien mit einer selbst entwickelten landwirtschaftlichen Methode an. Diese verwandelt unbrauchbare Äcker wieder in Regenwald und bringt gleichzeitig ähnlich viel Ertrag wie konventionelle Felder, allerdings in bester Bio-Qualität.

    Ernst Götsch kombiniert alte Prinzipien zu einer neuen Methode

    In den 1980er-Jahren hat Ernst Götsch im brasilianischen Piraí do Norte eine neue Heimat gefunden, genau genommen 500 Hektar Heimat. Das rund 700 Fußballfelder große Grundstück sieht auf den ersten Blick aus wie gewöhnlicher Regenwald, große Teile nutzt er für den Kakaoanbau.

    Der Ort Piraí do Norte liegt im brasilianischen Bundestaat Bahia und hat etwa 10.000 Einwohner.

    Bachläufe schmiegen sich in die üppig bewachsene Landschaft und münden in kleine Wasserfälle. Die Klänge der unberührten Natur: Plätschern, Zwitschern, Rascheln. Doch wenn es nach Ernst Götsch geht, klingt so auch die Landwirtschaft der Zukunft.

    Als der Kakaobauer vor 30 Jahren nach Südamerika kam, fand er in seinem heutigen Garten Eden nichts als Zerstörung vor. Seine Vorgänger hatten dort einst Regenwald gerodet, um auf der Fläche Rinder zu züchten. Doch nicht einmal mehr die wurden schließlich noch satt.

    Mehr zum Thema: An diesem Ort wird Abfall nicht geduldet

    Das Land war abgewirtschaftet und vertrocknet. Heute sprudeln alle Quellen wieder und die 17 Bäche, die auf dem Land entspringen, führen das ganze Jahr über Wasser. Der Schweizer hat es sogar geschafft, das lokale Klima zu verbessern. Es regnet wieder öfter als früher. Beginnen wir von vorn.

    Das ist die Farm

    Ursprünglich hatte Ernst Götsch als Pflanzenzüchter gearbeitet. In einem staatlichen Institut in Zürich machte er seine Schützlinge fit gegen gefräßige Insekten und Krankheiten. Doch für die Landwirtschaft immer neue Varianten einiger weniger Pflanzen zu züchten, bringe stets die gleichen Probleme mit sich, sagt er.

    Du bringst eine Sorte raus, resistent gegen die üblichen Krankheiten und Schädlinge, und in 2–3 Jahren kommen die ersten Einbrüche. Es fängt also an zu knacken im Gebälk. Nach 5–6 Jahren spätestens. So eine Entwicklung sieht man auch bei Roundup. Es werden immer mehr Spezies resistent gegen dieses Mittel. Es ist eine Sisyphusarbeit. Ernst Götsch

    Er begann neben seiner eigentlichen Arbeit zu forschen, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Seine Idee: Warum nicht die Umgebung den Pflanzen anpassen, statt Pflanzen für eine künstliche, tote Umgebung zu züchten?

    Als er schließlich nach Brasilien ging, ließ er nicht nur seine Heimat, sondern auch die Bürokratie Europas hinter sich. Jetzt konnte er nach Herzenslust experimentieren.

    Landwirtschaft auf mehreren Stockwerken: Unten wächst Kakao, darüber Orangen, die höchste Ebene bildet unter anderem Eukalyptus.

    Das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung nennt der Schweizer “Syntropische Landwirtschaft”. Niedergeschrieben ist bisher wenig über sein Konzept. “Ich bin dabei, etwas aufzuschreiben”, erzählt er mir auf Nachfrage. Die Ideen der Syntropischen Landwirtschaft leben vor allem in Ernst Götschs Kopf.

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    – Hintergründe, Zusammenhänge, Lösungsorientiert –

     

    Im Gespräch mit ihm wird schnell klar: Der Mann ist ein Freund des gesprochenen Wortes. Jede Konversation mit ihm ist fesselnd und abenteuerlich zugleich. So finden wir uns – und ich kann nicht mehr sagen, wie wir dahin gekommen sind – bei einem Gespräch über die Landwirtschaft schnell in einem Exkurs ins alte Griechenland wieder: Solon, Aischylos, die menschliche Tragödie. Ernst Götsch findet genau dort Hinweise darauf, wie wir Menschen funktionieren und warum wir so zerstörerisch mit der Natur umgehen.

    Bio und Permakultur sind ihm nicht genug

    Bio-Anbau ist Ernst Götsch nicht genug. Denn auch wenn der langfristig weniger schädlich ist als die konventionelle Landwirtschaft, setzt man dabei eben doch auf Monokulturen, die auf offenen Flächen betrieben werden, Bewässerung ist oft notwendig. Das macht den Boden anfällig für Erosion und Nährstoffe müssen von außen zugeführt werden. Auch die deutlich naturnähere Permakultur drücke dem Land noch einen zu starken menschlichen Stempel auf.

    Mehr zum Thema: Wenn du als Veganer eine Avocado isst, gibt es auf die Fresse!

    Was also schafft die Syntropische Landwirtschaft? Sie folgt den Gesetzen der Natur, sagt der Schweizer. Wenn wir dies zulassen, entwickele sich das pflanzliche Leben Stück für Stück, Jahr für Jahr weiter hin zum natürlichen und ursprünglichen Ökosystem des jeweiligen Ortes, Sukzession ist hier das Stichwort.

    So weit die Theorie. Überlasse man die Dinge allerdings komplett sich selbst, dauere das ziemlich lange, gibt auch Ernst Götsch zu. Deswegen beschleunigt er diese Dynamik in der Praxis durch gezielte Eingriffe. Er baut der Natur quasi einen Turbo ein. Auch wenn es unglaublich klingt: Inmitten dieser natürlichen Prozesse lassen sich große Mengen Nahrungsmittel produzieren.

    Die Sukzessionsstufen eines Regenwaldes im Laufe der Zeit. Jede davon hat eigene Pflanzensorten und andere angekoppelte landwirtschaftliche Produkte.

    7 Schritte zur wirklich naturnahen Landwirtschaft

    Konkret sieht das so aus:

    1. Stutzen: Radikales Stutzen der Pflanzen stimuliert sie zu üppigem Wachstum und damit zu vermehrter Fotosynthese, Grün- und Holzschnitt dienen als Dünger. So gelangen Nährstoffe in den Boden zurück.
    2. Sortieren: Pflanzen, die im Prozess der Sukzession ihre Aufgabe erfüllt haben, werden aussortiert. Andere, meist höhere und anspruchsvollere, kommen hinzu.
    3. Decke: Mulch und Pflanzenschnitt, die den Boden bedecken, verhindern, dass Wasser verdunstet, und halten die Erde feucht.
    4. Nachbarschaft: Benachbarte Pflanzen werden so gewählt, dass sie Nährstoffe füreinander produzieren, die sie mithilfe von Pilznetzwerken und Bakterien untereinander austauschen.
    5. Etagen: Das System funktioniert wie ein Hochhaus in Etagen. Flache Gemüse, halbhohe Sträucher und Bäume gedeihen zusammen besser. Das Sonnenlicht wird so optimal genutzt, weil die Pflanzen es sich nicht gegenseitig “wegnehmen”.
    6. Pflugverbot: Den Boden zu pflügen ist tabu, um die kostbare Humusschicht nicht zu zerstören.
    7. Verzicht: Die Syntropische Landwirtschaft verzichtet auf Bewässerung und externen Dünger. Das heißt, der einzige Dünger, den die Landwirtschaft nach Ernst Götsch nutzt, sind der Mulch und Grünschnitt der eigenen Pflanzen. Auch Kompost kommt nicht zum Einsatz.
    Der Teil am linken Bildrand zeigt ein neu angelegtes

    Dass es funktioniert, ist nicht nur auf seinem eigenen Land zu sehen, sondern auch in seinen verschiedenen Modellprojekten in Brasilien und weltweit. Der Boden wird fruchtbarer, anstatt mit jeder Ernte nährstoffärmer zu werden. So lässt sich auch mehr Nahrung produzieren. Und ein wichtiger Nebeneffekt: Pflanzen und Bäume binden Kohlenstoff.

    Ein Wissenschaftler hat laut Ernst Götsch in den 1990er-Jahren Messungen auf seinem brasilianischen Boden durchgeführt und mit den Werten auf einer konventionellen Fläche seines Nachbarn verglichen (veröffentlicht wurden die Daten leider nicht). Die Daten hätten gezeigt, dass auf seiner Fläche pro Jahr mehr als drei Mal so viel Kohlenstoff in Biomasse gebunden würde wie beim konventionell arbeitenden Nachbarn.

    “Ohne Wasser und Dünger geht nichts?” – Doch!

    Warum der Mensch trotz der chronischen Überbeanspruchung der Böden in der Landwirtschaft nicht dazulernt, ist Ernst Götsch ein Rätsel. “Alle alten Zivilisationen sind am gleichen Problem zugrunde gegangen: an der Erschöpfung ihrer Ressourcen. Und wir wiederholen den gleichen Fehler schon wieder.”

    Mehr zum Thema:Dieses Krankenhaus spart mit einer einfachen Idee Millionen. Wieso machen das nicht alle so?

    Er sagt das mehr als einmal und jedes Mal schwingt ein gewisser Weltschmerz in seiner Stimme mit. Er hat keinen Zweifel daran, dass sich die menschliche Existenz an der Frage der Ernährung entscheiden wird.

    Der Fehler der Gegenwart liegt für den Pflanzenzüchter in der modernen Landwirtschaft. Sie ist durch die sogenannte “Grüne Revolution” geprägt, mit ihren Monokulturen und gigantischen Maschinen.

    Künstliche Bewässerung, Dünger und Chemikalien zur Vernichtung unerwünschter Beikräuter sind dabei unverzichtbar. In Brasilien zeigen sich die dramatischen Auswirkungen der konventionellen Anbaumethoden besonders deutlich.

    Im größten Land Südamerikas wird Regenwald im großen Stil in Ackerland oder Viehweiden umgewandelt. Allein in den Jahren 2000–2016 hat Brasilien 8,9 Prozent seiner damals existierenden Waldflächen verloren, Tendenz steigend: Das brasilianische Umweltministerium meldete Ende November für den Zeitraum von August 2017 bis Juli 2018 ein 10-Jahres-Hoch an Abholzungen.

    Und das alles für ein paar Jahre landwirtschaftlicher Erträge. Denn nach wenigen Jahren ist der Boden bei dieser Nutzung komplett ausgelaugt und für Mensch und Tier praktisch verloren. “Er wird zur Agrar-Wüste”, sagt Ernst Götsch. “Das Grundproblem ist das Verständnis der Landwirtschaft als freie Fläche, auf der wir Monokulturen anpflanzen.”

    Insgesamt sind seit den 1970er-Jahren Ökosysteme auf einer Fläche zerstört worden, die der 10,5-fachen Größe Deutschlands entspricht.

    Die Methode von Ernst Götsch kann nicht nur dabei helfen, weitere Verluste zu vermeiden – sondern vor allem auch dabei, verloren geglaubte Flächen regelrecht “wiederzubeleben”. Und zwar schneller, als lange Zeit für möglich gehalten wurde.

    Die größte Herausforderung: Die Sache mit dem Geld

    Wer annimmt, dass auf Ernst Götschs “Wald-Feldern” ein paar magere Kakaoschoten wachsen, täuscht sich: Der Ertrag ist vergleichbar mit dem von konventionellen Feldern, allerdings in bester Bio-Qualität. Das System benötigt Übung, genaue Beobachtungen und fundierte Kenntnisse.

    Der “größte externe Input”, um diese Art von Landwirtschaft zu betreiben, sei Wissen, sagt der Schweizer. Die Umstellung auf die Syntropische Landwirtschaft setzt enorme Lernbereitschaft voraus. Sicher ist das auch ein Grund, warum viele Bauern den Umstieg (noch) scheuen. Einmal umgesetzt ist die Produktion aber günstiger, weil der Landwirt Kosten für Agrochemikalien, Bewässerungssysteme und große Maschinen einspart.

    In diesem Stadium ist nicht mehr viel Arbeit nötig. Der Kakao wächst im Unterholz des Waldes.

    Klar ist auch, dass das Kosten- und Ertragsargument im Zweifel überzeugender ist als die Sorge um den Regenwald und das Weltklima. Das hat auch Ernst Götsch akzeptiert und betont es deswegen besonders. Er weiß, unter welch enormem finanziellen Druck konventionelle Großbauern stehen. Tatsächlich luden brasilianische Landwirte aus dem Bundestaat Goiás den Pflanzenzüchter sogar als Ratgeber ein, nachdem sie von seiner Arbeit gehört hatten. Berührungsängste gab es nicht.

    “Die haben sofort angefangen, Versuchsparzellen anzulegen, inzwischen haben sie mir auch schon mitgeteilt, was gut funktioniert hat und wo es Probleme gibt. Ich bin mir sicher, dass sie kommendes Jahr sehr viele Sachen anwenden werden.”

    Mehr zum Thema: Kann dieses Gesetz die Plastikflut beim Einkaufen beenden?

    Auch der pensionierte brasilianische Formel-1-Pilot Pedro Diniz baut sein Bio-Unternehmen Fazenda da Toca bereits nach der Götsch’schen Methode um. Kann die nachhaltige Produktion in großem Maßstab gelingen?

    Schließlich funktioniert die Syntropische Landwirtschaft bislang nur mit viel Handarbeit. Die Maschinen, die der Syntropischen Landwirtschaft den Durchbruch bringen könnten, müssen komplexer und kleiner sein als die konventionellen. Doch auch da ist Ernst Götsch dran: Wann immer Geld übrig ist, steckt er es in die Entwicklung neuer Geräte. Der Prototyp einer leichten Maschine, die Gräser schneidet und auf dem Boden verteilt, ist fast fertig.

    Ernst Götsch bei einem Workshop auf der Karibikinsel Martinique

    Der Schweizer träumt sogar in Richtung Robotik: von wenige Kilogramm leichten Einheiten, die den Boden nicht verdichten und zudem mit Sonnenenergie arbeiten. Bisher wollen große Maschinenhersteller nicht ins Geschäft einsteigen. Schließlich versprechen die schweren Landmaschinen der Gegenwart (noch) mehr Einnahmen.

    Um das zu ändern, geht Ernst Götsch auf internationalen Kurs und verbreitet seine Methode auch außerhalb Brasiliens. Bauernverbände, Kooperativen und sogar Organisationen der Agrarindustrie laden ihn seit Jahren immer wieder ein, bezahlen ihn gut für seine Vorträge und Workshops.

    Er war in Portugal, Griechenland und Spanien, in afrikanischen Ländern, in Südamerika, in der Karibik. Er hat erlebt, dass seine Art der Landwirtschaft überall funktioniert, wenn er die Auswahl der Pflanzen an die jeweiligen regionalen Ökosysteme anpasst. Auch extreme klimatische Orte bilden keine Ausnahme:

    Eine meiner Töchter lebt in Tromsø, am arktischen Gürtel in Norwegen. Sie baut selbst Gemüse an, alles: über Möhren und Kartoffeln hin zu Rucola und Rettich. Das alles passiert in den 2 bis 3 Monaten, wenn das Land nicht mit Eis und Schnee bedeckt ist. Ich habe auch oft schon an trockenen Orten in Subwüstengebieten gearbeitet, die Prinzipien sind überall die gleichen. Ernst Götsch

    Mit arktischen Verhältnissen haben die brasilianischen Großbauern nicht zu kämpfen. Sie können Ernst Götschs Methode so übernehmen, wie er sie in Brasilien perfektioniert hat. Wenn hartgesottene konventionelle Landwirte den Umstieg wollen, stimmt ihn das zuversichtlich: Vielleicht hört der Mensch doch allmählich auf, die Fehler der vergangenen Jahrtausende erneut zu wiederholen.

    Der Schweizer weiß auch, dass er noch am Anfang steht. Schließlich geht es ihm um nichts Geringeres, als seine Methoden zum herrschenden Maßstab der Landwirtschaft zu machen. Sie sollten nicht als “Nischenidee eines Verrückten” enden, sagt er am Ende eines unserer 3 Gespräche. Bis er dieses Ziel erreicht hat, wird der 70-jährige Kakaobauer wohl unermüdlich weiter Machete und Kettensäge schwingen, auf Bäume klettern und Vorträge halten.

    Dieser Artikel ist zuerst bei Perspective Daily erschienen.

    (ujo)


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    Thomas Seitz im Bundestag.

    ► Der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz hat mit der Forderung nach Einführung der Todesstrafe für Empörung gesorgt.

    ► Im Hinblick auf einen aus Ellwangen abgeschobenen Kameruner, der sich nun wieder in Deutschland aufhält, twitterte Seitz: “Für solche Fälle braucht es einer wirksamen Abschreckung. Dafür darf eine Änderung von Art. 102 GG kein Tabu sein“. Der Paragraph regelt die Abschaffung der Todesstrafe.

     

    ► Christian Lüth, Pressesprecher der AfD-Fraktion, distanzierte sich scharf von der Äußerung. Er schrieb bei Twitter, die AfD setze sich sich uneingeschränkt für das Grundgesetz ein. Seitz’ Äußerungen seien “privat und mit unserer Fraktionslinie vollständig inkompatibel”.

    So erklärt Seitz den Tweet:

    Der AfD-Politiker enschuldigte sich trotzdem nicht für seinen beispiellosen Ausfall. Stattdessen schrieb er bei Facebook:

    “Es war weder ein Mausrutscher, ein unüberlegtes Posting noch die Aktion eines Mitarbeiters, sondern ein von mir selbst bewusst erstellter und geplanter Beitrag, den ich bis zum Zeitpunkt der vorgesehenen Veröffentlichung noch hätte löschen können.”

    Der Kommentar sei eine “bewusste und gezielte Provokation“ gewesen“.


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    Eine Gruppe Kinder misshandelten eine Hündin mit Silvesterknallern.

    • Eine Gruppe Kinder hat einen angezündeten Böller ins Maul einer Hündin gesteckt, welcher kurz darauf explodiert ist. 
    • Dabei hat sich die Hündin schwer verletzt. Die Tierschützerin mahnt nun mit Bildern des Hundes Eltern, Kindern mehr Respekt vor Tieren beizubringen.

    Viele Kinder können es kaum abwarten, an Silvester Böller auf der Straße loszulassen oder wenigstens mal eine Rakete abfeuern zu dürfen.

    So dürfte es auch einer Gruppe Kinder in der paraguayischen Stadt San Lorenzo gegangen sein.

    Doch die Kinder hatten offensichtlich andere Pläne mit den Silvesterknallern: Sie kamen auf die grausame Idee, einen bereits angezündeten Böller in das Maul einer Hündin zu stecken.

    Sekunden später explodierte der Feuerwerkskörper – und das Tier erlitt schwere Verbrennungen im Mundbereich.

    Darüber berichtete unter anderem die Nachrichtenseite “Publinews” aus Guatemala.

    Hund überlebt die Böller-Attacke – Tierschützerin will mit Bild mahnen

    Wer das Tier fand, ist nicht bekannt. Klar ist aber: Die Hündin wurde zu einer Tierärztin gebracht und derzeit von der Tierschützerin Celeste Florentin Aponte versorgt.

    Diese berichtet regelmäßig auf ihrer Facebook-Seite, wie es dem Hund geht.

    So schreibt sie, dass das Tier mehrere Brüche im Mund erlitten habe und operiert werden musste.

    Auch wenn die Hündin bereits auf dem Weg der Besserung sei, bliebe dennoch die Frage offen, wie Kinder auf so grausame Ideen kommen könnten:

    “Wann werden sie verstehen, dass Feuerwerkskörper sehr weh tun und viele Schmerzen verursachen?”

    Zur Mahnung postete die Tierschützerin Fotos der verletzten Hündin und schrieb:

    “Ich hoffe, dass sie überleben wird. “Liebe Eltern, macht eure Kinder darauf aufmerksam und lehrt ihnen Respekt vor Tieren. Verliert niemals Werte und Prinzipien.”

    (lp)


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    ► Die Debatte über Bootsflüchtlinge in Großbritannien hat zum Jahreswechsel weiter an Schärfe zugenommen.

    ► Medienberichten zufolge wurden auch am Montag wieder Migranten an Englands Kanalküste aufgegriffen, die in einem kleinen Boot den Ärmelkanal überquert hatten.

    ► Der BBC zufolge versuchten zwischen Anfang November und Ende Dezember mehr als 220 Menschen, mit kleinen Booten über die Meerenge zwischen Frankreich und Großbritannien zu gelangen.

    Darum ist das Thema wichtig:

    Innenminister Sajid Javid stufte die Lage als “schwerwiegendes Ereignis” ein. Er hatte am Wochenende einen Familienurlaub abgebrochen und am Montag einen Krisenstab einberufen.

    Großbritannien und Frankreich würden ihre Zusammenarbeit verstärken, schrieb Javid in einem Gastbeitrag im “Telegraph”.

    Ein “erweiterter Aktionsplan” werde noch in dieser Woche umgesetzt. Er gab aber auch zu, die Gründe hinter den erhöhten Überfahrten seien “komplex und in vielen Fällen außerhalb unserer Kontrolle”. Es gebe keine einfachen Lösungen.

    Das müsst ihr noch zur Debatte wissen:

    Der konservative Parlamentarier für die Hafenstadt Dover, Charlie Elphicke, forderte hingegen, Patrouillenboote aus dem Mittelmeer abzuziehen und im Ärmelkanal einzusetzen.

    Wachsende Kritik kam auch von der Opposition. Labour-Innenexpertin Diane Abbott warf der Regierung vor, die Lage für die Mitte Januar anstehende Parlamentsabstimmung über das mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen auszunutzen.

    “Die Leute werden mit Einwanderungsfragen aufgestachelt, weil die Regierung denkt, dass es der beste Weg ist, um die Leute dazu zu bringen, für ihren Deal zu stimmen”, sagte Abbott dem “Guardian”.


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    Roland Schulze lehnt an einem Trabant 601 im August Horch Museum in Zwickau.

    Er war das Auto der DDR: der Trabant. Am 30. April 1991 lief das letzte von knapp über 3 Millionen Fahrzeugen vom Band, eine Ära ging damit zu Ende.    

    Roland Schulze war vier Jahrzehnte im Automobilbau der DDR tätig, zuletzt in leitender Funktion im VEB Sachsenring in Zwickau, wo der Trabbi produziert wurde.

    In der zehnten und vorerst letzten Folge des HuffPost-Podcasts “Borschtsch & Bananenweizen” erinnert sich Schulze an die Anfänge des Trabants, dessen Besonder- und Eigenheiten, die Unzufriedenheit der Trabant-Konstrukteure und die Wendezeit in Sachsens Fahrzeugindustrie.

    Doch der mittlerweile 84-Jährige blickt auch in die Zukunft. Er sagt mit Blick auf andere Länder: “Elektromobilität ist in Deutschland zu langsam. Das ist traurig.” Schulze gibt daran der Politik die Hauptschuld. Sie greife nicht “scharf genug” durch und “hängt viel zu sehr am Öl”, wie er kritisiert. 

    Der HuffPost-Podcast:

    Im Podcast “Borschtsch & Bananenweizen” spricht HuffPost-Redakteur Marco Fieber mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur über Ostdeutschland, die dortigen Probleme und Herausforderungen, aber auch Besonderheiten und Erfolge. Wir nehmen die Hörerinnen und Hörer mit auf eine Reise: In einen Teil Deutschlands, der immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit erfährt. 

    “E-Autos sind nur eine Zwischenlösung”

    Es brauche sowohl Subventionen als auch Verbote, um die Nutzung von Elektrofahrzeugen voranzubringen, findet Schulze. Er appelliert zugleich an Deutschlands Autohersteller und die Politik. “Es muss natürlich in die Industrie eine gewisse Härte, eine gewisse Schärfe reinkommen”.  

    Schulze vergleicht die E-Mobilität mit dem “Grünen Punkt”. Gegen die Einführung des Recycling-Systems hätten sich ebenfalls viele gesperrt, “heute geht es wunderbar mit der Rückgabe und dem Sammeln”, sagt Schulze.

    Er bemerkt aber: “Der elektromotorische Antrieb auf der Basis von Akkumulatoren ist nur eine Zwischenlösung.” Wenn allerdings tatsächlich der Übergang zum E-Auto erfolgt ist, dann werde es leichter fallen, auf einen Antrieb mit Wasserstoff umzusteigen.

    Die Audio-Reportage aus Zwickau hört ihr im folgenden Podcast, den ihr auch auf Spotify und bei iTunes abonnieren könnt:

    (lp)


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    • Melania Trump hat mit einem Auftritt einige Twitter-Nutzer verwirrt. 
    • Als die First Lady mit ihrem Ehemann Donald bei deren Rückkehr aus dem Irak aus dem Helikopter stieg, sah es für viele so aus, als würde sie keine Hose tragen. 
    • Im Video oben könnt ihr euch davon selbst ein Bild machen. 

    Melania Trump und ihr Ehemann, US-Präsident Donald Trump, waren am Freitag zu einem Truppenbesuch in der westirakischen Provinz Anbar.

    Als das Paar danach wieder in Washington landete, sorgten die Trumps einmal mehr für Aufsehen. Schuld war diesmal das Outfit von Melania. 

    Als die First Lady in Washington aus dem Helikopter stieg, trug sie einen grünen Mantel und eine hellbraune Hose. Das gleiche Outfit hatte sie zuvor im Irak getragen (im Video oben).

    Der kurze Mantel ging ihr nur knapp über das Gesäß. Einige Twitter-Nutzer waren von dem Auftritt irritiert. 

    First Lady unten ohne? 

    Denn: Für viele sah es so aus, als ob Melania keine Hose trug. Der Grund für die absurde Annahme einiger Twitter-Nutzer: Die Farbe der Hose ähnelte sehr der Hautfarbe der First Lady. 

    Wer die Bilder aber genauer betrachtet, sollte schnell erkennen, dass auf ihren Beinen einige Hosenfalten zu sehen sind. 

    Mehr zum Thema: Weihnachtsfoto von Donald und Melania entsetzt Körpersprache-Expertin

    Twitter-Nutzer sind irritiert

    Dennoch zeigten sich einige Nutzer verwirrt, als sie die First Lady in ebendiesem Outfit sehen und kommentieren ihren Auftritt in dem sozialen Netzwerk.

    Ein Nutzer fragt: “Trägt Melania bei ihrem Auftritt überhaupt eine Hose?” Eine andere Nutzerin kommentiert: “Trägt Melania nur einen Mantel? Keine Hose? Das ist schon etwas unangebracht, oder?”

    Andere machen sich auch darüber lustig, dass die First Lady eine Sonnenbrille trug. Als die beiden aus dem Flieger stiegen, war es nämlich bereits stockfinster.

    (lp)


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    Ein Junge im Rollstuhl und seinem Vater wurde der Flug verweigert.

    • Ein Vater und sein Sohn haben sich auf eine Silvester-Reise nach Spanien gefreut: Doch als sie im Flugzeug sitzen, wird den beiden der Flug verweigert.
    • Der Grund: Ryanair-Mitarbeiter hatten Angst, dass der Rollstuhl, in dem der Sohn sitzt, explodieren könnte.

    Es sollte eine ganz besondere Reise werden – doch sie endet in einem Albtraum. Noel Diaz aus Aachen in Nordrhein-Westfalen wollte gemeinsam mit seinem Vater über Weihnachten und Silvester Verwandte im spanischen Alicante besuchen.

    Doch weil der 19-Jährige aufgrund eines Muskelschwunds auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wurde den beiden der Flug verwehrt. Und dass, obwohl Sohn und Vater bereits im Ryanair-Flugzeug nach Spanien saßen. Über den unfassbaren Vorfall berichtet die “Bild”-Zeitung.

    Ryanair-Mitarbeiter schieben 19-Jährigen im Rollstuhl aufs Rollfeld

    Da die Sicherheitsbestimmungen zur Mitnahme eines Elektro-Rollstuhls streng sind, hatten Vater und Sohn bereits Wochen im Voraus ihren Ryanair-Flug gebucht. Für die beiden aber kein Problem: Sie waren schon öfters samt Rollstuhl nach Spanien geflogen und wussten bereits, welche Formalitäten zu erledigen waren.

    Doch als der Sohn und sein 56-jähriger Vater diesmal fliegen wollten und bereits im Flugzeug saßen, erlebten sie plötzlich eine böse Überraschung: Ryanair-Mitarbeiter verweigerten dem Sohn den Flug.

    Der 56-Jährige erzählte “Bild” von der Situation: “Mein schwerbehinderter Junge und ich hatten uns gerade angeschnallt, da wurden wir vom Flugpersonal aufgefordert, die Maschine zu verlassen.” Und weiter: “Noels Rollstuhl könne aus Sicherheitsgründen nicht transportiert werden. Es würde Explosionsgefahr bestehen.”

    Auch als Vater und Sohn die Lage erklären wollten, seien die Airline-Mitarbeiter unnachsichtig geblieben. “Das Ryanair-Personal war knallhart, hievte meinen wehrlosen Jungen aus dem Flugzeugsitz, schob ihn aufs Rollfeld”, berichtete der Vater.

    Das Resultat: Die beiden durften den Flug nach Spanien nicht antreten. Zu allem Überdruss habe Ryanair nicht einmal die Flugtickets zurückerstattet. Für die Mutter des 19-Jährigen steht fest: Ihr Sohn werde so schnell nicht wieder fliegen wollen. Sie meint: “Bis er dieses Trauma verarbeitet hat, wird es dauern.”

    (mf)


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    Elizabeth Warren bei einer Wahlparty im November.

    ► Die US-Demokratin Elizabeth Warren will bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Donald Trump kandidieren.

    ► Am Montag hat sie dazu einen einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer Präsidentschaftsbewerbung in ihrer Partei unternommen. Die Senatorin aus dem Bundesstaat Massachusetts gründete ein Komitee, das ihre Chancen im Fall einer Kandidatur ermitteln soll.

    Was ihr über die mögliche Trump-Herausforderin Warren wissen müsst:

    Die 69-Jährige, die dem linken Flügel der Demokraten angehört, ist die erste prominente Vertreterin der Partei, die ihre Ambitionen mit einem solchen Schritt öffentlich macht. Es wird erwartet, dass eine Reihe weiterer Demokraten in den nächsten Wochen folgen werden.

    Neben Warren gelten der frühere Vizepräsident Joe Biden sowie der unabhängige Senator Bernie Sanders, der 2016 im Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton scheiterte, als mögliche Bewerber bei den Demokraten. Auch den Senatoren Cory Booker, Kamala Harris, Amy Klobuchar, Sherrod Brown und Kirsten Gillibrand sowie dem scheidenden Abgeordneten Beto O’Rourke werden Ambitionen nachgesagt.

    Es gilt als wahrscheinlich, dass das Bewerberfeld bei den Demokraten sehr groß sein wird. Das war 2016 auch bei den Republikanern der Fall - was den Aufstieg des politischen Außenseiters Donald Trump mit begünstigte.


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    Ein Mann zündet einen Knallkörper der Klasse 2 an. (Symbolbild)

    • In Niedersachsen ist bei einer Bastelei mit Böllern ein schwerer Unfall passiert.
    • Der Vater des schwerverletzten Opfers appelliert nun an mögliche Nachahmer.   

    Einer Youtube-Anleitung zum Böllerbau sind drei Freunde in Niedersachsen gefolgt und haben dabei einen folgenschweren Unfall ausgelöst.

    Ein 18-Jähriger erlitt dabei am Donnerstag so schwere Verbrennungen, dass er auch am Montag noch mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus behandelt wird.

    Sein Vater hat sich nun an die Öffentlichkeit gewannt: “Lasst die Finger davon und passt auch bei zugelassenen Böllern auf. Sie können in Sekunden euer Leben und das eurer Familie zunichte machen“, appellierte Heiko P. in der “Bild” an Feiernde.

    “Als ich Moritz sah, brannte er schon”

    Die jungen Bastler nutzten bei ihren Versuchen nach Polizeiangaben Utensilien wie ein Küchensieb oder eine Waage. Der selbstgebaute Böller zündete aber nicht wie geplant und 60 Prozent der Haut des 18-Jährigen verbrannten. Ein Gleichaltriger wurde leicht verletzt, der dritte Freund nicht.

    “Als ich Moritz sah, brannte er schon. Ich erstickte die Flammen auf seinem Rücken mit einem Feuerlöscher“, erinnerte sich der Vater. Er betonte: “Dass nach der Wucht der Explosion überhaupt noch Arme und Beine dran waren, ist ein Wunder.”

    Die Feuerwehr löschte schließlich die Flammen in der Scheune, in der die drei mit den explosiven Substanzen hantiert hatten.

     Mit Material von dpa.


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    Herzogin Meghan erwartet im Frühling 2019 ihr erstes Kind.

    • Herzogin Meghan und Prinz Harry werden Eltern: Im Frühjahr 2019 erwartet das Royal-Paar sein erstes Kind.
    • Bei Prinz Charles löst das allerdings nicht nur Freude aus, sondern auch Sorgen und Ängste.

    Royal-Fans dürften es kaum noch aushalten vor Vorfreude: Herzogin Meghan soll im Frühjahr 2019 ihr erstes Kind zur Welt bringen. Nicht nur die Fans freuen sich, auch die königliche Familie habe sich mit dem Paar gefreut, wie verschiedene Medien berichteten.

    Wie ein Sprecher des Kensington Palace sagte, seien Prinz William und seine Frau Kate “entzückt” über die Schwangerschaft von Meghan gewesen und auch die Queen freue sich sehr auf ihr Enkelkind.

    Inzwischen rückt der Geburtstermin immer näher – doch es gibt auch eine Person, die Angst um den Nachwuchs von Prinz Harry und Meghan geäußert hat: Prinz Charles. Darüber berichtet das britische Boulevardblatt “The Sun”.

    Prinz Charles sorgt sich um den Royal-Nachwuchs

    Bei einem Besuch in Ghana im November dieses Jahres sagte der 70-Jährige, dass er besorgt darüber sei, in welch einer “verschmutzten, beschädigten und zerstörten Welt” sein Enkelkind aufwachsen müsse. “Alle Enkelkinder verdienen eine bessere Zukunft”, fügte Prinz Charles hinzu.

    Damit meinte er nicht etwa bevorstehende Kriege, Terrorgefahr oder Wirtschaftskrisen, sondern die Umweltverschmutzung und den Klimawandel.

    Denn: Prinz Charles ist schon lange als vehementer Klimaschützer bekannt, dabei ist ihm besonders die Bekämpfung der Verschmutzung der Meere ein Anliegen. Er sagte dazu:

    “Wir können und dürfen nicht zulassen, dass sich diese Situation fortsetzt. Eine Lösung ist erreichbar und muss für uns alle getan werden – und vor allem für die langfristige Überlebensfähigkeit aller Arten im Meer, die bereits durch unsere Handlungen unerträglich leiden.”

    Als Prinz William und Harry noch Kinder waren, sei es “normal” gewesen, in den Schulferien mit Spießen und Plastiktüten herumzulaufen, um den Müll aufzusammeln, wie die beiden Brüder in der Dokumentation “Prinz, Sohn und Erbe” erklärten.

    Bleibt also abzuwarten, ob sich auch Prinz Charles künftiges Enkelkind für den Umweltschutz einsetzen wird.

    (mf)


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    ► Um sich auf möglicherweise chaotische Verhältnisse nach dem Ausstieg aus der EU vorzubereiten, hat die britische Regierung in den vergangenen Monaten Verträge mit Fährgesellschaften über umgerechnet rund 120 Millionen Euro abgeschlossen

    ► Mit gecharterten Fähren sollen so Engpässe in Dover vermieden werden. Der dortige Hafen ist einer der Hauptumschlagsorte der Insel für den Warenhandel mit dem europäischen Festland.

    ► Nun ist allerdings herausgekommen: Eine der drei beauftragten Reedereien, die britische Seaborne Freight, hat noch nie auch nur eine einzige Fähre betrieben. Die Reederei erhielt von London einen Auftrag über 13,8 Millionen Pfund (etwa 15,4 Millionen Euro). 

    Wie die Politik auf die neuesten Brexit-Berichte reagiert:

    Die Opposition hat die konservative Regierung von Premierministerin Theresa May nach den neuesten Brexit-Enthüllungen scharf kritisiert. Aus Sicht der  Liberaldemokraten würden sie die “absurde Herangehensweise (der Regierung) an das gesamte Brexit-Fiasko” zeigen.

    Auch der Labour-Abgeordnete Neil Coyle beklagte auf Twitter: “Nichts bringt den Brexit besser auf den Punkt als dieses neue Debakel.”

    Das britische Verkehrsministerium teilte hingegen mit, dass es den Auftrag in “vollem Wissen, dass Seaborne ein neuer Schifffahrtsanbieter ist”, vergeben und dass die Behörde “die wirtschaftliche, technische und finanzielle Lage des Unternehmens vor der Vergabe sorgfältig im Detail geprüft” habe.

    Was ihr noch über die Reederei wissen müsst:

    Wie die britische BBC berichtet, wurde Seaborne Freight erst vor weniger als zwei Jahren von Arbeitern aus der Schifffahrtsindustrie gegründet, um die Verbindung zwischen Ramsgate und Ostende in Belgien wiederzubeleben. Zwei Schiffe würden demnach “sehr schnell” einsatzbereit sein.

    Das Problem ist aber nicht nur, dass die Reederei äußerst unerfahren ist und bisher keine Schiffe im Dienst hat. Auch die Hafenanlage im südostenglischen Ramsgate ist für die meisten modernen Handelsschiffe zu klein. Ebenso wurde der dortige Hafen seit 2013 nicht mehr kommerziell betrieben, wie die HuffPost UK berichtet.


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    Sie wollen die Welt zu einem nachhaltigeren Ort machen, Dialoge anregen oder die Politik verändern. Sie sind jung und haben eine Vision. Doch noch viel zu oft werden sie nicht ernstgenommen.

    Wir stellen 10 junge Frauen vor, die mit ihrer Arbeit und ihren Ideen zu einem positiven Wandel in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft beitragen wollen. Die 2019 dafür antreten, das Zusammenleben in Deutschland zu verbessern.

    Es ist eine unvollständige Liste der Vordenkerinnen und Ausprobiererinnen, der starken Stimmen und Kämpferinnen, die ihr im kommenden Jahr auf dem Zettel haben solltet.

    1. Delara Burkhardt

    Sie will die Deutschen für Europa begeistern.

    Delara Burkhardt ist 26 Jahre alt und tritt für die SPD auf Listenplatz 5 bei der Europawahl an. Allein das ist bemerkenswert in einer Partei, die sich das “jünger und weiblicher” werden zwar auf die Fahne geschrieben hat, aber schon lange mit dem eigenen Erneuerungsprozess hadert.

    Burkhardt will Menschen für die EU zu begeistern – ohne die üblichen Plattitüden. Sie selbst sagt: “Es reicht nicht, fahnenschwenkend für Europa zu sein. Auch die Menschen, die für Europa sind, wollen wissen, was sich in der EU ändern muss. Die großen europäischen Fragen: europaweite Mindestlöhne, solidarische Migrationspolitik, die Besteuerung von Internet-Konzernen oder soziale Absicherung hat Merkel keinen Schritt vorangebracht.”

    Das Problem in der Vergangenheit sei gewesen, dass große Debatten verhindert wurden, stattdessen habe man zu oft nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht. Die SPD-Politikerin will streiten – besonders für junge Menschen:

    “Ich kenne die Lebensrealität vieler junger Menschen in Europa, weil es auch meine Lebensrealität ist. Deren Stimme möchte ich sein.”

    2. Dzsenifer Marozsán

    Sie zeigt, dass Männerdomänen ein Konzept von gestern sind.

    Dzsenifer Marozsán wurde 2018 Drittplatzierte bei der Wahl zur “Weltfußballerin des Jahres”. Und das obwohl die 26-Jährige im Sommer mit einer schweren Erkrankung, einer Lungenembolie, zu kämpfen hatte.

    Im kommenden Jahr steht das große Comeback der DFB-Kapitänin an, die für das französische Team Olympique Lyon kickt. Bei der Weltmeisterschaft in Frankreich hat Marozsán viel vor.

    Womöglich können die Frauen ein wenig der Fußballerehre wiederherstellen, die die Männer im abgelaufenen Jahr in Russland verzockt haben. Das wäre der abschließende Beweis: Auch das Spiel mit dem runden Leder ist keine “Männerdomäne” mehr.

     3. Margarete Stokowski

    Sie macht Feminismus ohne Bullshit.

    Wenn selbst der liberale “Welt”-Chefredakteur mit Hang zum polternden Konservatismus, Ulf Poschardt, von einer linken Feministin schwärmt, kann diese wohl zurecht von sich behaupten, zu den einflussreichsten weiblichen Stimmen in der deutschen Medienwelt zu zählen.

    Auf Margarete Stokowski trifft das zu. 

    Die 32-Jährige hat im Jahr 2018 ihr Buch “Die letzten Tage des Patriarchats” herausgebracht. Stokowski sagt: “Es geht immer wieder um ein System, das dabei ist, sich zu verabschieden – aber nicht ohne Geschrei. Wir erleben den Zerfall einer sehr alten Gesellschaftsstruktur.”

    Dieser Zerfall wird auch 2019 weitergehen – mit neuen Debatten, neuen Skandalen und Rückschlägen. Stokowski scheint dafür gewappnet wie kaum eine Zweite. Gerade weil sie pointierter als die meisten, mit mehr Weitblick als viele und ohne pathetisches Geschwurbel die Probleme anprangert. Und sich auch nicht zu schade ist, zu sagen, was Feminismus nicht sein darf.

    Wie in einer Kolumne über die First Lady der USA: “Wenn Ivanka Trump Feministin ist, dann muss man in Zukunft eben noch genauer sagen, ob man einen anarchistischen, evangelischen, veganen oder sonst irgendeinen Feminismus vertritt, oder die maximale Bullshit-Variante, bei der es nur darum geht, privilegierten Frauen das Leben noch einen Tick geiler zu machen.”

    4. Katharina Schulze

    Sie zeigt Bayern, wie Opposition funktioniert.

    Katharina Schulze hat im abgelaufenen Jahr einen Höhenflug erlebt, wie ihn sonst wohl nur Grünen-Parteikollege Robert Habeck in ähnlicher Form gespürt haben dürfte.

    18 Prozent bei der Bayernwahl, die Alleinherrschaft der CSU gebrochen, stärkste Kraft in München und bei jungen Wählern. Die Grünen haben eine Alternative zur angestammten bayerischen Lederhosen-Politik präsentiert und ihre Basis deutlich erweitert.

    Wohl auch dank Schulzes freundlich-authentischer Art, die der 33-Jährigen im Wahlkampf große Sympathien einbrachte. Nun ist die junge Politikerin Oppositionsführerin – und will angreifen. Auch im Kampf für Frauen.

    “Wir wollen Bayern zum ersten gleichberechtigten Land machen”, sagt Schulze. Wenn man es jemandem zutraut, dann ihr.

    5. Friederike Otto

    Sie sagt uns, was wir nicht hören wollen – aber müssen.

    Friederike Otto ist mit 35 Jahren geschäftsführende Direktorin des Environmental Change Institute der Elite-Universität Oxford. Nicht nur mit Blick auf ihre Karriere kann man Otto damit getrost als Vorbild bezeichnen.

    Denn die Forscherin schafft, was in diesen Tagen nur wenigen gelingen will: Sie führt die hitzige Diskussion um den Klimawandel mit sachlichen Argumenten – und ohne eine politische Agenda.

    Otto untersucht den Einfluss des Klimawandels auf Extremwetter-Ereignisse. Sie sagt: “Ich kann aufzeigen, dass bestimmte Katastrophen passieren, weil der Mensch das Klima verändert. Ich glaube schon, dass man damit andere Leute erreicht, als wenn man nur über globale Mitteltemperaturen spricht und über mögliche Konsequenzen in einer fernen Zukunft, wenn diese Mitteltemperatur um mehr als 1,5 oder zwei Grad angestiegen ist.”

    Dazu gehört auch, Forschungsergebnisse schneller als üblich zugänglich zu machen. Denn Otto warnt: “Wenn nicht wir Wissenschaftler die Frage beantworten, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Ereignis und dem Klimawandel gibt, dann wird es jemand tun, der vielleicht eine politische Agenda hat.” 

    6. Marie-Isabella Heiss

    Sie denkt Europa einen Schritt weiter.

    Die neue Partei Volt will progressiv sein, proeuropäisch ohne Kompromisse. Die jungen Gründer glauben: Europa wird zerbrechen, wenn wir nichts dagegen tun.

    Das besondere an der Partei: Sie tritt als erste politische Gruppierung von Anfang an paneuropäisch an. Das heißt: Ihre Kandidaten kommen aus der gesamten EU, überall vertreten sie dasselbe Programm.

    Mittlerweile hat Volt so bereits 20.000 Unterstützer und elf eingetragene nationale Parteien, unter anderem in Italien, den Niederlanden und Deutschland. Bei der Europawahl tritt auch die junge Münchnerin Marie-Isabella Heiss für Volt an.

    Sie sagt: “Meine Generation hat sich viel zu lange darauf verlassen, dass Europa so friedlich, stabil und sicher bleibt, wie wir es kennen. Brexit und der Erfolg von Nationalisten beweist das Gegenteil. Wir müssen in unserer Demokratie mitdenken, mitsprechen und mitgestalten, wenn wir nicht reaktionären Kräften das Feld überlassen wollen.”

    Mit dem Einzug ins Europaparlament könnte Heiss ein Zeichen setzen: Für ein fortschrittliches Europa und gegen Kleinstaaterei. 

     7. Marcella Hansch

    Sie will mit einer waghalsigen Idee die Meere retten.

    Marcella Hansch aus Aachen ist Erfinderin. Ihr derzeit größtes Projekt ist ein riesiger Kamm. Nicht für die Haare, sondern für das Meer. Das Gerät soll mithilfe der Meeresströmung Plastikmüll aus dem Wasser filtern.

    400 Meter breit sollte das Gerät ursprünglich sein – mittlerweile konzentriert sich Hansch mit ihrem Team vor allem auf kleinere Säuberungs-“Plattformen”. Diese könnten dann an Flussmündungen aufgestellt werden und verhindern, dass weiteres Plastik ins Meer gespült wird.

    Die Pläne stehen – am Geld hadert es noch.

    Hansch sagte im Mai: “Wir haben ein super engagiertes Team, in dem alle ehrenamtlich arbeiten – aber natürlich fehlen uns enorme Kapazitäten. Aktuell finanzieren wir uns über kleine private Spenden, davon können wir aber keine Vollzeitstellen generieren oder gar einen Prototypen bauen. Wir haben einen sehr konkreten Plan, aber um den umzusetzen, brauchen wir dringend Geldgeber.“

    Nach einer Crowdfunding-Finanzspritze wird die 32-Jährige nun auch durch eine Stiftung unterstützt. Und auch der ehemalige deutsche Vize-Kanzler Sigmar Gabriel zeigte sich zuletzt begeistert von ihrer Vision: “Dieses Projekt ist fantastisch, denn es bringt das Plastikproblem im wahrsten Sinne des Wortes an die Oberfläche.“

    Hansch will damit endlich richtig loslegen: “Ich verplempere meine Zeit nicht mit Utopien.“ 

    8. Marie Nasemann

    Sie zeigt der Mode-Welt Alternativen auf.

    Wer an die Mode-Welt denkt, denkt selten an Moral und Vernunft. Ausgerechnet eine ehemalige “Germany’s Next Topmodel”-Kandidatin könnte das im kommenden Jahr ändern.

    Marie Nasemann wirbt für nachhaltige Mode – unter anderem auf ihrem Blog “Fairknallt”, den sie neben ihrer Arbeit als Theaterschauspielerin in Karlsruhe betreibt.

    Dass die 29-Jährige auf dem Laufsteg auch unethische Kleidung trägt, gibt sie offen zu. Nasemann sagt: “Nur weil ich in meinem Job bestimmte Klamotten trage, muss das ja nicht heißen, dass ich sie mir auch privat kaufe. Mein Kleiderschrank ist nicht 100 Prozent fair, aber wenn ich shoppen gehe, achte ich auf die Herstellung.”

    Vielleicht kann sie mit dieser unaufgeregten Haltung zumindest einigen ein Vorbild sein. Nasemann zumindest blickt optimistisch nach vorne:

    “Wahnsinnig viele kleine Firmen, die nachhaltig arbeiten, sprießen überall auf der Welt aus der Erde. Es wird Zeit, dass sich auch die ganz großen Firmen ein Beispiel daran nehmen und einen neuen, zeitgemäßen Weg einschlagen. Die 2020er werden grün!”

     9. Milena Glimbovski

    Sie füllt das Wort “Nachhaltigkeit” mit Leben.

    Der Nachhaltigkeit verschreibt sich auch Milena Glimbovski. Sie ist 28 Jahre alt, Unternehmerin, Instagram-Berühmtheit und Betreiberin eines Unverpackt-Ladens in Berlin. 

    Sie wirbt für einen Lebensstil frei von Verpackungsmüll, sie kämpft für Feminismus und nachhaltige Formen des Zusammenlebens. Daneben hat sie einen “Achtsamkeits-Planer” entwickelt, mit dem es Menschen schaffen sollen,  ihre Träumetrotz Terminstress zu verwirklichen.

    Schon jetzt hören und sehen Glimbovski tausende Menschen zu – in den sozialen Medien, auf Bühnen und in Diskussionsrunden. Auch 2019 wird ihre Botschaft nicht an Wichtigkeit verlieren.

    Etwa, wenn sie die Menschen auffordert, das große Ganze zu betrachten: “Dass sie verstehen, dass es ein Widerspruch ist, wenn sie auf Müll verzichten, dafür aber dreimal im Jahr nach Bali fliegen.”

    10. MINE

    Sie macht Popmusik mit Tiefgang.

    Kaum eine deutsche Musikerin wird dieser Tage mit so viel Kritikerlob überschüttet wie die 32-jährige MINE. Wer sich ihr Werk anhört, versteht schnell wieso.

    Denn ihre feingeschliffene Popmusik, die zwischen Hip-Hop, Jazz und klassischem Songwriting schwirrt, glänzt vor allem durch ihre erfrischend vielseitigen Sound. 

    MINE zeigt, dass deutsche Popmusik mehr sein kann als nur deutsche Popmusik. 2019 geht MINE nicht nur auf Tour – sie wird wohl auch ein neues Album veröffentlichen. Eines, was die deutsche Pop-Szene aufrüttelt?  

    (mf)


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    Mitglieder des Grenzschutzes patrouillieren im Hafen von Dover auf einem Schlauchboot.

    ► Die britische Regierung hat zwei Schiffe für Patrouillenfahrten im Ärmelkanal aus dem Mittelmeer abberufen. Das teilte der britische Innenminister Sajid Javid am Montagabend in London nach einer Krisensitzung mit.

    ► Eines der beiden Schiffe ist bislang in humanitärer Mission für die europäische Grenzschutzagentur Frontex im Einsatz.

    ► Grund für den Schritt ist die steigende Zahl der Flüchtlinge, die versuchen mit kleinen Booten von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen. “Es geht darum, Menschenleben zu schützen, aber auch um den Schutz unserer Grenzen”, sagte Javid.

    Darum ist die Verlegung der Schiffe in den Ärmelkanal wichtig:

    Der Einsatz der Schiffe im Ärmelkanal ist umstritten, er gilt als einer der befahrensten Seewege der Welt. Aber auch das verhältnismäßig milde Wetter gilt als Grund für die Häufung der Fälle.

    Nach Ansicht von Kritikern könnte die erhöhte Präsenz britischer Schiffe einige Migranten erst dazu ermutigen, die Überfahrt anzutreten, weil sie eher darauf hoffen können, gerettet und nach Großbritannien gebracht zu werden.

    Labour-Innenexpertin Diane Abbott warf der Regierung hingegen am Montag vor, die Lage für die Mitte Januar anstehende Parlamentsabstimmung über das mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen auszunutzen. “Die Leute werden mit Einwanderungsfragen aufgestachelt, weil die Regierung denkt, dass es der beste Weg ist, um die Leute dazu zu bringen, für ihren Deal zu stimmen”, sagte Abbott dem “Guardian”.

    Der Schlüssel zu dem Problem liege in der Kooperation mit den französischen Behörden und darin, Migranten an der Reise zu hindern sowie kriminelle Organisationen zu bekämpfen, betonte Javid.

    Was ihr über noch über die Flüchtlingszahlen am Ärmelkanal wissen müsst:

    Im Jahr 2018 haben dem britischen Innenministerium zufolge 539 Menschen probiert, die Meeresenge in kleinen Booten zu überqueren, 434 davon allein seit Anfang Oktober. 227 Migranten seien noch von den französischen Behörden gestoppt worden.

    Viele der Migranten geben an, aus dem Iran zu stammen. Laut einem BBC-Bericht werden sie von Schleppern wegen des anstehenden EU-Austritts unter Druck gesetzt, die gefährliche Überfahrt noch in diesem Winter zu unternehmen. Danach, so die Drohung, würden die Kontrollen weiter verschärft. 


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    Kim Jong-un bei seiner Neujahrsrede. 

    ► Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un droht im Streit um das Atomwaffenprogramm seines Landes mit einer Abkehr vom Annäherungskurs, falls die USA an ihren Sanktionen festhalten. 

    ► In seiner Neujahrsansprache bekräftigte Kim am Dienstag zwar die Absicht zur atomaren Abrüstung und Fortsetzung der Gipfeldiplomatie mit den USA. Außerdem betonte er, US-Präsident Donald Trump jederzeit treffen zu können.

    ► Doch warf er Washington vor, Zusagen nicht einhalten zu wollen und Pjöngjang einseitige Abrüstungsschritte abzupressen. Kim warnte:

    “Falls die USA ihre vor der ganzen Welt gemachten Versprechen nicht erfüllen, unsere Geduld falsch einschätzen und an Sanktionen und Druckmitteln festhalten, um Dinge einseitig zu erzwingen, werden wir wahrscheinlich keine andere Wahl haben, als einen neuen Weg auszuloten.”

    Mehr zum Thema: Nordkorea-Deserteur berichtet, wie die Menschen wirklich über Kim Jong-un denken

    Warum die Aussage von Kim Jong-un wichtig ist:  

    Die Verhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang sind nach zwischenzeitlichen Signalen der Hoffnung wieder festgefahren. Die US-Regierung will an den eigenen Strafmaßnahmen wie auch den UN-Sanktionen gegen die kommunistische Führung Nordkoreas so lange festhalten, bis diese konkrete Abrüstungsschritte unternimmt. 

    Bei seinem historischen Gipfeltreffen mit Trump im Juni in Singapur hatte Kim seine Bereitschaft zur “kompletten Denuklearisierung” betont. Doch konkrete Zusagen, bis wann das Atomwaffenarsenal abgerüstet werden soll und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten, blieben bisher aus. Die Führungen beider Länder streben derzeit einen weiteren Gipfel Anfang dieses Jahres an.

    Mehr zum Thema: Wie dreist Kim Jong-un Donald Trump vorführt

    Was Kim noch sagte:

    Kim forderte in seiner Neujahrsrede, dass die Militärmanöver der USA mit Südkorea beendet werden und keine strategischen Waffen aus dem Ausland auf die koreanische Halbinsel gebracht werden dürften.

    An Südkorea gewandt rief Kim zu einer noch engeren Kooperation auf. Sein Land sei bereit, den Betrieb eines gemeinsamen Industrieparks sowie das gemeinsame Programm für Touren zum Kumgang-Gebirge an der Ostküste wieder aufzunehmen. Beide Projekte wurden in den vergangenen Jahren angesichts zunehmender Spannungen eingestellt. Einer Wiederaufnahme stehen die Sanktionen gegen Pjöngjang im Weg.


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