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Huffington Post Germany Athena

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    Jean-Claude Juncker und die EU-Kommission wappnen sich.

    ► Die EU-Kommission will im Fall eines Brexits ohne Vertrag Ende März einen völligen Zusammenbruch des Flugverkehrs zwischen Großbritannien und der EU mit Notmaßnahmen abwenden.

    ► Einige Verbindungen sollten übergangsweise aufrechterhalten bleiben, schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor. Bedingung wäre, dass Großbritannien ähnliche Rechte einräumt. Die EU-Regelung soll für zwölf Monate gelten.

    Darum ist der Notfallplan so wichtig:

    Der Vorschlag ist Teil eines Pakets von 14 Notmaßnahmen für den Fall, dass die Ratifizierung des ausgehandelten Austrittsvertrags in Großbritannien scheitert. Derzeit ist dort keine Mehrheit in Sicht.

    Platzt der Vertrag, entfiele die vereinbarte Übergangsfrist, in der sich bis mindestens Ende 2020 nichts ändern soll. In dem Fall werden für die Zeit unmittelbar nach dem Austrittsdatum 29. März schwere Verwerfungen befürchtet.

    Das plant die EU konkret:

    ► Unsicher wäre vor allem die Lage von Millionen EU-Bürgern in Großbritannien und Briten in der EU. Die EU-Kommission plädiert hier für “einen großzügigen Ansatz”.

    ► Sie schlägt vor, dass die EU-Staaten möglichst einheitlich einen legalen Aufenthaltsstatus gewähren. Zudem sollen die EU-Staaten Absprachen zur Sozialversicherung zu treffen, also etwa Krankenversicherungsschutz. Auch hier setzt die EU auf Vereinbarungen auf Gegenseitigkeit mit Großbritannien.

    Für die Zollabfertigung schlägt die EU-Kommission vor, dass Zollerklärungen vor der Ausfuhr nach Großbritannien beziehungsweise vor der Einfuhr auf EU-Gebiet eingereicht werden müssen.

    Darüber hinaus ermahnt die Kommission die EU-Staaten dringend, ihre Grenzbehörden darauf vorzubereiten, dass nach einem No-Deal-Brexit Zölle erhoben werden müssten.

    Zudem enthält das Notfallpaket von 14 Rechtsvorschriften einige Sonderregeln für Finanzdienstleister, mit denen Turbulenzen an den Finanzmärkten abgemildert werden sollen.

    (vw)


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    • Ein Zahnarztbesuch vor dem Urlaub kann für einige schmerzhafte Stunden im Flieger sorgen.
    • Ein Experte erklärt, woher die Schmerzen kommen und wie man sie vermeidet.
    • Im Video oben: Das passiert, wenn ihr ein Jahr lang nicht zum Zahnarzt geht. 

    Im Urlaub will man sich erst recht nicht mit Krankheiten oder Schmerzen herumschlagen müssen. Es ist also nicht verwunderlich, dass manche Menschen kurz vor der Abreise noch den ein oder anderen Arztbesuch hinter sich bringen wollen. 

    Während generell gegen eine Untersuchung nichts einzuwenden ist, warnt nun aber ein Experte all jene, die sich kurz vor einem Flug noch einer Zahnbehandlung unterziehen wollen. 

    Zahnarzt Jochen Schmidt erklärt in einem Interview mit dem Reisemagazin “Travelbook”, dass durch eine Behandlung Lufteinschlüsse in den Zähnen entstehen können. Diese sind zwar klein, würden sich aber durch die Druckunterschied beim Fliegen ab einer gewissen Höhe ausdehnen. Das kann zu schlimmen Schmerzen führen. 

    Keinen Flug nach einer Zahnbehandlung

    Schmidt empfiehlt also, mehrere Tage nach einer Zahnbehandlung keinen Flug anzutreten. 

    Er sagt aber weiter, dass diese Lufteinschlüsse auch durch Karies, undichte Füllungen, Brücken oder Zahnmark-Erkrankungen entstehen können. Das sei der Grund, wieso auch Menschen im Flieger über Zahnweh klagen, die zuvor in gar keiner Behandlung waren. 

    Mehr zum Thema: Ryanair: Billigflieger macht Kunden unmoralisches Mallorca-Angebot

    Zahnarzt Thomas Conelly erklärt in einem Gastbeitrag für die US-HuffPost, dass es allerdings auch wichtig sei, genau darauf zu achten, wo der Schmerz herkommt. “Die Nasennebenhöhlen liegen genau über den Zähnen. Manchmal verwechselt man also, von welcher Stelle das Unbehagen wirklich ausgeht.”

    Sollte man das Problem mit Kaugummi-Kauen, speziellen Ohrstöpseln, Gähnen oder häufigem Schlucken in den Griff kriegen, sind es höchstwahrscheinlich die Nasennebenhöhlen. Hält der Schmerz aber an und ist es vor allem ein Problem, dass häufiger vorkommt, sollte man besser einen Zahnarzt kontaktieren. Dieser könne die Luftlöcher ausfindig machen und verschließen. 

    48 Stunden Wartezeit

    Schmidt empfiehlt, nach einer Zahnbehandlung wenigstens 48 Stunden zu warten, bevor man in den Flieger steigt. Manche Airlines verbieten es ihren Reisenden sogar, direkt nach einem Zahnarztbesuch zu fliegen. 

    Dabei geht es sicher nicht nur um den Schutz der Passagiere, sondern auch um das Vermeiden von Schadensersatzansprüchen. Trotzdem schadet es sicher nicht, sich die Richtlinie zu Herzen zu nehmen und Zahnarzttermine dementsprechend im Vorraus zu planen. 


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    • Eine Mutter aus dem Jemen darf ihren sterbenden Sohn nicht in den USA besuchen.
    • Grund ist ein strenges US-Einreiseverbot für manche muslimische Staaten.
    • Im Video oben seht ihr, wie ihr der Mutter helfen könnt. 

    Der zweijährige Abdullah Hasan liegt im Sterben. Doch wie der US-amerikanische Sender CCN berichtet, darf seine Mutter ihn nicht besuchen.

    Die Familie des kranken Kindes kommt aus Ägypten. Seine Mutter hat einen jemenitischen Pass. Weil der Junge an einer schweren Hirnerkrankung leidet, hat ihn sein Vater in den USA bringen lassen, um ihn dort behandeln zu lassen. Doch auch dort wird er den Kampf gegen die Krankheit verlieren.

    Seine Mutter kann ihren sterbenskranken Sohn nun nicht besuchen. Grund ist der “travel ban”der Trump-Regierung. Diese Bestimmung  verschärft die Einreisebedingungen für Bürger bestimmter mehrheitlich muslimischer Staaten in die USA.

    Keine unnötige Härte

    Für die Erteilung eines Visums gäbe es keinen festen Zeitrahmen, sagte Basim Elkarra, Direktor des Rates für Amerikanisch-Islamischen-Beziehungen (CAIR) von Sacramento, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Kalifornien, zu CNN. 

    Manchmal könne das bis zu zehn Tagen dauern. Doch er hoffe, dass es in diesem Fall viel schneller gehe.

    Die Mutter habe beantragt, ihren Sohn sehen zu dürfen. Denn der “travel ban” für islamische Länder lässt Ausnahmen zu, “wenn die Herausgabe eines Visums von nationalem Interesse ist, der Bewerber keine Gefahr für das Land oder die öffentliche Sicherheit darstellt oder die Ablehnung eines Visums unnötige Härte nach sich zieht”, zitierte die CCN das US-Außenministerium.

     “Bald stirbt er”

    Der 22-jährige Vater des Jungen, Ali Hassan sagte: “Mein Sohn Abdullah braucht seine Mutter. Meine Frau ruft mich jeden Tag an. Sie möchte unseren Sohn nur in die Arme schließen und küssen.”

    Die Ärzte hätten gesagt, dass Abdullah auch mit lebenserhaltenden Maßnahmen wohl nicht mehr lange überlege, sagte Elkarra. 

     “Bald stirbt er”, sagte der Vater. “Seine Mutter kann ihn nicht sehen oder berühren und ihm nicht mal einen Abschiedskuss geben, bevor er von uns geht.”

    (nsc)


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    • Nachdem Michel Abdollahi am Montagabend bei “Hart aber fair” zu Gast war, prasste eine Flut an Hasskommentaren auf den Journalisten ein.
    • Jetzt hat er auf die groben Anfeindungen reagiert – mit viel bitterem Sarkasmus.

    Am Montagabend sprach“Hart aber fair”-Moderator Frank Plasberg mit seinen Gästen über das Thema “Sprachlos, verständnislos, wütend: Wie gespalten ist Deutschland?”.

    Auch der NDR-Journalist Michel Abdollahi war an der hitzigen Diskussion beteiligt. In der Sendung kamen die umstrittensten Themen des Jahres auf den Tisch – etwa die Ausschreitungen von Chemnitz. Und die Frage, ob Bundesinnenminister Horst Seehofer mit seinem Zitat richtig lag, dass “Migration die Mutter aller Probleme” sei. 

    Ein Thema, das auch Abdollahi am Herzen liegt. Schließlich stammt der Moderator ursprünglich aus dem Iran, lebt aber bereits seit 1986 in Deutschland.

    Abdollahi: “Ich mache mir Sorgen um meine Zukunft”

    “Ich mache mir Sorgen um meine Zukunft und ob ich in diesem Land überhaupt noch eine Zukunft habe.”

    Das hatte der Journalist in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den Ausschreitungen in Chemnitz geschrieben.

    Auch bei Plasberg schilderte Abdollahi seine Erfahrungen mit Hassbotschaften und Morddrohungen. Humorvoll ging er mit Aufforderungen um, er solle doch Deutschland verlassen:

    “Keiner denkt da an meine Steuern, die ich brav für dieser Land gezahlt habe. Und an diese Infrastruktur die damit für diese Leute aufgebaut wurde, damit sie mir überhaupt solche Post zuschicken können.”  

    Mit Seitenhieben dieser Art konnten offenbar einige Zuschauer nicht umgehen. Denn auf der Facebook-Seite von “Hart aber fair” folgte ein Hasstirade gegen Abdollahi.

    Doch der schoss zurück: Mit einer eigenen “Facebook”-Nachricht machte der Journalist auf den Missstand aufmerksam – und das auf sehr sarkastische Art und Weise:

    Zunächst bedankte er sich “von Herzen für die Gewaltfantasien und Morddrohungen” nach seinem Auftritt. Er fuhr fort:

    “Wer wissen möchte, wie es ist, in Deutschland 2018 als Deutscher im Das Erste aufzutreten (...) und wer einen Einblick davon (sic!) haben möchte, wieviele Menschen in diesem Land uns Migranten (und ALLEN anderen Andersdenkenden) gerne in Konzentrationslagern sehen würden, sei ein Besuch auf der Facebook-Seite von hart aber fair ans Herz gelegt.”

    Die Kommentare würden zeigen, wie “rechts-durchsifft” die Zuschauer der “politischen Talkshows” in Deutschland seien und wie wichtig es sei, “ihnen weiterhin konsequent ins Gesicht zu kotzen”.

    Nach diesen heftigen Worten, schloss er seine Ausführungen mit einer deutlichen Botschaft. “Wir lassen uns dieses Land nicht von euch einfältigen Rassisten kaputtmachen”, schrieb der Deutsch-Iraner.

    (lp)


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    Lena Melle ist wütend. “Der Artikel hat bei uns für große Aufregung gesorgt”, schreibt Melle, die seit 2010 in der Beratungsstelle des Rostocker Vereins Frauen helfen Frauen arbeitet, der HuffPost in einer E-Mail. 

    Es ist die Zahl der angeblich nie stattgefundene Vergewaltigungen, die für Aufsehen sorgt: “In acht von zehn Fällen sind die Taten nur vorgetäuscht“, hatte Rogan Liebmann, Leiter der Rostocker Kriminalpolizeiinspektion, in der vergangenen Woche der “Ostsee-Zeitung” (“OZ”) gesagt.

    Die Begründung: 2017 führte die Rostocker Kripo insgesamt 78 Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen gegen Frauen. 63 wurden “wegen begründeter Zweifel am Ende eingestellt”, in 15 Fällen habe die Polizei sogar ein Verfahren gegen die Frauen wegen Vortäuschens einer Straftat oder falscher Verdächtigung eingeleitet. 

    Kripo-Chef Liebmann schimpfte in der “OZ”: “Die Ressourcen, die wir auch bei letztlich vorgetäuschten Verbrechen aufwenden müssen, fehlen uns für die echten Fälle, für die wirklichen Opfer.“

    Mit seiner Warnung vor mutmaßlich lügenden Opfern sexueller Gewalt will er offenbar vor allem anderen Vorurteilen entgegentreten: “In vielen Fällen sind die angeblichen Täter dunkelhäutig. So wird Misstrauen gegenüber Fremden geschürt”, bemerkte Liebmann.

    ► Sind viele Vergewaltigungsopfer die eigentlichen Täter? Wie groß und wie weit verbreitet ist dieses Phänomen – ist wirklich die Mehrheit der Vergewaltigungen und sexueller Übergriffe erfunden? 

    Die HuffPost hat die Polizei in über einem Dutzend Großstädten in ganz Deutschland sowie Experten um ihre Einschätzung zu der Problematik gebeten. Ihre Antworten ähneln sich: Sie zeigen, dass die Fragen nicht einfach zu beantworten sind – und dass das eigentliche Problem ein ganz anderes ist. 

    Hintergrund: Vergewaltigungen in Deutschland

    • Deutschlandweit wurden 2017 insgesamt 7.495 Fälle von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen erfasst, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht.
    • Davon wurden 946 Vergewaltigungen ”überfallartig” von Einzeltätern und 122 durch Gruppen begangen. Das heißt im Umkehrschluss, dass etwa 85 Prozent der Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffe in Ehen, in Beziehungen sowie im Freunden- und Bekanntenkreis geschehen. Das Bundeskriminalamt (BKA) betont: “Insbesondere für Vergewaltigungen (ist) der private Raum der Tatort.”
    • Laut BKA gehören sexuelle Gewalttaten “zu den Straftaten mit den höchsten Aufklärungsquoten”. Tatsächlich wurden 2017 82,6 Prozent der Vergewaltigungs- und Fälle von sexuellen Übergriffe aufgeklärt, auch in der Vergangenheit lag die Aufklärungsquote immer bei um die 80 Prozent. Zum Vergleich: Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr nur 57,1 Prozent der erfassten Straftaten aufgeklärt.

    “Nicht die Realität der Opfer”

    Fakt ist: Es gibt immer wieder Fälle von Vergewaltigungen, die sich im Nachhinein als frei erfunden herausstellen.

    ► So wie die angebliche Vergewaltigung einer 21-Jährigen im Rostocker Stadtteil Lütten Klein am 8. Dezember, auf dem der “OZ”-Artikel basiert. Die junge Frau gab in ihrer Vernehmung schließlich zu, sich den Vorfall aus “persönlichen Gründen” ausgedacht zu haben

    ► Oder wie der Fall einer 20-Jährigen aus Stuttgart. Sie hatte Mitte November angegeben, im Unipark nur mit Not einer Vergewaltigung entkommen zu sein. Doch die Betroffene habe sich laut Polizei in Widersprüche verwickelt und dann zugegeben, den Fall nur vorgetäuscht zu haben, wie die “Eßlinger Zeitung” berichtete

    ► Oder zuletzt der aufsehenerregende Fall einer 15-Jährigen in München: Das Mädchen hatte fünf Afghanen beschuldigt, es im September mehrfach und tagelang vergewaltigt zu haben. Fast drei Monate nach der angeblichen Tat hatten die Ermittler aber so erhebliche Zweifel an den Aussagen des vermeintlichen Opfers, dass sie die Tatverdächtigen am vergangenen Donnerstag aus der Untersuchungshaft entließen.

    Fakt ist aber auch: Das alles sind nur Einzelfälle. 

    Schwierige Faktenlage:

    Es gibt bisher keine umfassende Untersuchung dazu, wie hoch der Anteil der Falschbeschuldigungen in Vergewaltigungsfällen tatsächlich ist. Mit Blick auf einige ältere Studien sowie auf Erfahrungswerte von Psychologen und Rechtsmedizinern geht der Hamburger Rechtsanwalt Mirko Laudon, der auf Sexualstrafrecht spezialisiert ist, “realistisch von 30 Prozent Falschbeschuldigungen” aus.

    Auch die Hilfsorganisation Weißer Ring geht maximal von dieser Größenordnung aus, wie Pressesprecher Dominic Schreiner der HuffPost bestätigte. “80 Prozent vorgetäuschte Vergewaltigungen – es ist eine Zahl, die mich stocken lässt”, sagt er mit Blick auf den “OZ”-Artikel.

    Die Schilderungen des Rostocker Kripo-Chefs würden sich ”überhaupt nicht” mit den Erfahrungen des Weißen Rings decken. Schreiner betont: “Sie bilden auch nicht die Realität der Opfer ab.” 

    Prozessakten liegen im Gerichtssaal des Koblenzer Landgerichts.

    Ein unseriöses Vorgehen?

    Ebenso konnte keine von der HuffPost kontaktierte Dienststelle die Größenordnung aus Rostock nachvollziehen. Der Tenor: Vorgetäuschte Vergewaltigungen seien weder ein großes Problem noch im Ermittlungsalltag relevant.

    Beispiel Chemnitz: 2017 führte die Polizei in der sächsischen Großstadt in acht Fällen Ermittlungen wegen angezeigter Vergewaltigungen durch – in keinem Fall habe es begründete Zweifel gegeben, an den Aussagen der Opfer zu zweifeln. “Vorgetäuschte Vergewaltigungen sind somit kein Schwerpunktthema für uns im Hinblick auf die Sachverhalte im Chemnitzer Stadtgebiet”, erklärte Polizeisprecher Andrzej Rydzik der HuffPost.

    Beispiel Bremen: In der Hansestadt gab es im Jahr 2017 232 Strafanzeigen wegen sexueller Übergriffe, sexueller Nötigung und Vergewaltigung. Im gleichen Jahr stellte die Polizei in insgesamt 13 Fällen Strafanzeigen wegen “falscher Verdächtigung“ oder “Vortäuschung einer Straftat”. Für die Jahre 2017 und 2018 sei das demnach eine Quote von durchschnittlich 5 Prozent, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Bremer Polizei an die HuffPost. Und weiter: “Dies stellt aus unserer Sicht kein Problem dar.”

    Beispiel Hamburg: Die Hamburger Polizei registrierte 2017 221 vollendete und 40 versuchte Vergewaltigungen. In 12 Fällen leiteten die Beamten ein Verfahren wegen “Vortäuschen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung” ein. Zu einer Häufung von vorgetäuschten Vergewaltigungen liegen der Hamburger Polizei “keine Erkenntnisse” vor, wie sie der HuffPost schriftlich mitteilte. 

    Aus einigen Dienststellen ist sogar Unverständnis über die Äußerungen des Rostocker Kripo-Chefs zu vernehmen. Im vertraulichen Gespräch bezeichnete ein Polizeisprecher aus Nordrhein-Westfalen das Vorgehen als “unseriös”, ein norddeutscher Kollege berichtete sogar, von ihm kontaktierte Polizisten und die Staatsanwaltschaft hätten “die Köpfe geschüttelt”.

    Vergewaltigungen: Ein hohes Dunkelfeld 

    Das Thema ist hochsensibel. Auf keinen Fall will die Polizei, dass die emotionale Belastung für wirkliche Missbrauchsopfer zunimmt, dass die Hürden, sich zu offenbaren, steigen, oder dass Frauen gar den Beamtinnen und Beamten misstrauen.

    Denn schon jetzt erreicht der Großteil der Fälle sexueller Gewalt gar nicht die Polizei. Die Sozialwissenschaftlerinnen Sarah Seifarth und Heike Ludwig sprechen in ihrer Untersuchung zur Anzeigemotivation und zum Anzeigeverhalten bei sexueller Nötigung und Vergewaltigung von einem “hohen Dunkelfeld”. Der Weiße Ring verweist auf eine EU-Studie, die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass nur 17 Prozent der Vergewaltigungsopfer zur Polizei gehen.

    Und der Kriminologe, Ex-Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und ehemalige niedersächsischer Justizminister, Christian Pfeiffer, erklärte in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung”, das mitunter fast gar nicht angezeigt wird:

    “Wenn der Täter ein Unbekannter ist – also der berüchtigte Auflauerer hinterm Busch – liegt die Anzeigenquote bei fast 60 Prozent. Gehört der Täter zum Kollegen- oder Bekanntenkreis, wird jede vierte Vergewaltigung angezeigt. Innerhalb des Familienkreises sind es 17 Prozent. Und im engsten Familienkreis – wenn der Täter also der eigene Partner ist – entscheiden sich so wenige Frauen zu einer Anzeige, dass wir gar keine zuverlässigen Zahlen haben.”

    Viele Fälle landen erst gar nicht vor Gericht

    Weißer-Ring-Sprecher Schreiner verweist zudem auf eine unsaubere Argumentation der Rostocker Kriminalpolizei. “Es heißt, dass 63 Fälle ‘wegen begründeter Zweifel’ eingestellt worden sind. Das kann sehr viele Gründe haben”, erklärt Schreiner. “Wenn Aussage gegen Aussage steht, wird der Vorwurf regelmäßig nicht weiter verfolgt.”

    Dazu kommt: “Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe sind gerade in emotionalen Beziehungen sehr schwer beweisbar. Viele Fälle landen gar nicht erst vor Gericht”, bemerkt Schreiner. Auch, weil meistens Zeugen fehlen und sich die Opfer in einem so schwierigen psychischen Ausnahmezustand befinden, dass sie sich nur bruchstückhaft oder gar nicht an die Tat erinnern können.

    Ein Kölner Polizeisprecher merkt zudem mit Blick auf die Rostocker Zahlen an: Solange die Verfahren gegen die 15 Frauen wegen Vortäuschens einer Straftat oder falscher Verdächtigung nicht abgeschlossen und weder die Version der Polizei, noch der ursprünglichen Anzeigestellerin durch ein Gerichtsurteil bestätigt sind, gilt die juristische Unschuldsvermutung für beide Seiten.

    “Die Grundaussagen des Artikels basieren auf völlig unzulässigen Schlussfolgerungen und lassen sich nur als irreführend, unwissenschaftlich und falsch beschreiben”, empört sich deshalb der Rostocker Verein Frauen helfen Frauen auf seiner WebseiteDie Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Gewalt gegen Frauen und Kinder zu verhindern und von Gewalt Bedrohten zu helfen.

    Auch der Verein betont: Wenn eine Tat nicht bewiesen werden könne, “heißt das nicht, dass sie nicht stattfand”. Aus Sicht von Frauen helfen Frauen wäre nur eine einzige Schlussfolgerung aufgrund der gegebenen Zahlen zulässig: “80 Prozent der angezeigten Vergewaltigungen können nicht nachgewiesen werden.” Doch das wäre wohl keine Meldung wert gewesen. 

    (lp)


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    Edeka will witzig sein und schreibt zum Facebook-Post:

    • Zur Weihnachtszeit hat sich Edeka etwas Besonderes ausgedacht: Sie warben mit einer doppeldeutigen Botschaft und einem Bild einer Weihnachtsgans.
    • Was der Konzern wohl nicht erwartet hat: Viele Veganer empfanden das Foto als Unverschämtheit und ätzten gegen den Konzern.

    “Weihnachten ist, wenn sich alle freuen, dass Oma einen Braten in der Röhre hat”: So charakterisiert offensichtlich Edeka das Weihnachtsfest.

    Der Konzern veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite ein Bild mit einer Weihnachtsgans und diesem augenzwinkernden Spruch, der wohl nicht nur für die Lebensmittel in den Filialen werben, sondern die Kunden mit einem augenzwinkernden Spruch auch auf die Vorweihnachtszeit einstimmen sollte.

    Doch mit dem Facebook-Post tat sich der Konzern keinen Gefallen. 

    Denn die “Gans Gans große Vorfreude” auf den Braten, wie Edeka auf Facebook schrieb, war nicht bei allen spürbar.

    Besonders die Vegetarier und Veganer fanden das Weihnachts-Bild taktlos und regten sich auf.

    Veganer und Vegetarier freuen sich nicht über die tierische Edeka-Werbung

    “Ich finde ja merkwürdig, dass ein angebliches Fest der Liebe mit dem Tod Millionen unschuldiger Seelen gefeiert wird. Passt in meinen Augen nicht zusammen”, fand eine.

    Auch ein anderer meinte: “Edeka schießt sich immer mehr ins Aus, denn glücklicherweise verzichten gerade auch zum Fest der Liebe immer mehr denkende Menschen auf Tierleid!”

    Eine andere argumentierte, dass der Mensch gerade dabei sei, seine Gattung zu zerstören, da er keine Rücksicht auf Tier und Umwelt gebe.

    Und auch eine andere pflichtete der Nutzerin bei: “Wenn der vernunftbegabte Mensch zum Fest der Liebe millionenfach Tiere tötet, dann hat sowohl die Vernunft als auch die Liebe versagt.”

    Diejenigen, die auf Braten und Co. nicht verzichten wollen, konnten die Keilerei der Veganer und Vegetarier nicht nachvollziehen.

    Eine konterte:

    “Was soll man da noch sagen? Jeder regt sich tierisch auf, wenn er einen Braten sieht. Wie lange gibt es schon uns Menschen schon? Wie viel Fleisch haben wir schon verputzt und niemand hat es gejuckt? Finde die ganze Sache gerade unter aller Kanone. Schließlich hat hier jeder seinen eigenen Willen.”

    “Ich mag Edeka, aber diese Werbung ist geschmacklos”

    Doch nicht nur das Bild einer Gans sorgt für hitzige Gemüter.

    Auch beim dazugehörigen Spruch fühlten sich manche in ihren Gefühlen verletzt. So schrieb einer: “Meine Oma sind schon seit Jahren tot. Edeka verletzt meine Gefühle.”

    Und auch andere gaben ihm recht: “Egal aus welcher Richtung, es ist eine bescheuerte Werbung. Schwach, Edeka.”

    Ein anderer fand: “Ich mag Edeka, aber diese Werbung ist geschmacklos.”

    “Es gibt Werbung, die ist für die Augen echt lecker, aber für den Verstand völlig geschmacklos”, argumentierte ein anderer Nutzer.

    Einer fasste die Werbung so zusammen: 

    “Das ist falsch auf so vielen Ebenen. Hier wird verharmlosend die Schlachtung eines wunderbaren Lebewesens beworben, mit einem dümmlichen Witz auf Kosten älterer Frauen – diese Werbeagentur oder wer auch immer das verbrochen hat, sollte sich ernsthaft mal reflektieren.”

    (jr)


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    ► Korb von der Kanzlerin: Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) hatte nach seiner Niederlage im Kampf um den CDU-Vorsitz indirekt einen Wechsel ins Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel angeboten.

    ► Doch in der Bundesregierung gibt es vorerst keinen Platz für ein Ministeramt von Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU), wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mitteilte.

    ► Seibert sagte am Mittwoch: “Die Bundeskanzlerin plant keine Kabinettsumbildung”. Eine weitere Frage erübrige sich.

    Heute auch interessant: Insider-Bericht: Merkel wurde von Obama zu einer folgenreichen Entscheidung gedrängt

    Das müsst ihr noch wissen:

    “Ein solches Amt würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in Wirtschaft und Politik zutrauen”, hatte Merz der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” über einen Regierungsposten gesagt. Die Entscheidung sei aber Sache der Kanzlerin.

    In einem Gespräch mit der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer habe er sein “Angebot noch einmal erneuert, wirklich mit ganzer Kraft in die Politik zu gehen und dafür auch meine bisherige berufliche Tätigkeit aufzugeben”, sagte er.

    Kramp-Karrenbauer hatte am vergangenen Donnerstag mit Merz gesprochen. 

    (lp)


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    ► Eigentlich ist es eine harmlose Weihnachtskarte, die die Integrationsbeauftragte des Bundes, Annette Widmann-Mauz, verschickte und bei Twitter postete.

    ► Darauf zu lesen: “Egal, woran Sie glauben, wir wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit und einen guten Start uns neue Jahr.”

    ► Eine offensichtliche Anspielung auf das Amt der CDU-Politikerin, in dem sie es mit verschiedensten Kulturen und Religion zu tun hat. 

    ► Die “Bild”-Zeitung brüskierte sich jedoch über die Wortwahl der Integrationsbeauftragten – viele Politikerinnen und Politiker folgen dem Aufschrei über das Fehlen des Wortes “Weihnachten”. 

    “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt twitterte: “Ausgerechnet die Integrationsbeauftragte möchte sich nicht mehr zu Weihnachten bekennen.”

    So reagieren Politiker von AfD und CDU:

    Das traf natürlich besonders in der AfD einen Nerv. Die Fraktionschefin der Partei, Alice Weidel, schrieb: “In einer Grußkarte der Integrationsbeauftragten Annette Widmann-Mauz aus dem Kanzleramt sucht man vergebens nach dem letzten Rest Christlichkeit, den die Partei immerhin noch im Namen trägt.”

    Der AfD-Abgeordnete Gerold Otten wütete: ”‘Egal woran Sie glauben!’ Das sind die peinlichen Weihnachtsgrüße aus dem CDU geführten Kanzleramt. So weit ist die kulturelle Selbstverleugnung in unserem Land schon fortgeschritten.”

    Auch in der Union gab es irritierte Reaktionen. 

    Die CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel sagte laut “Bild”: “Wer als Regierungsmitglied in der Weihnachtszeit eine Grußkarte mit den Worten ‘Egal woran Sie glauben‘ verschickt, muss sich fragen lassen, für welche Werte er steht und welche Bedeutung die Karte haben soll.“

    NRWs Ministerpräsident bezeichnete die Karte als “falsch”. Laschet weiter:

    “Ich gratuliere den Muslimen zum Ramadan und ich gratuliere den jüdischen Organisationen zum jüdischen Neujahrsfest und sage nicht: Egal woran Sie glauben. Ich sage: Ihr habt Neujahrsfest. Und im Ramadan lade ich ein in die Staatskanzlei und sage denen auch nicht: Egal was ihr glaubt. Sondern: Ich weiß, ihr feiert jetzt Ramadan. Das erkenne ich an. Und deshalb halte ich es für eine pure Selbstverständlichkeit, dass man, wenn Weihnachten ist, nicht Seasons Greetings sendet, sondern ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht.“

    Das sagen andere:

    Andere verteidigten die religionsübergreifenden Festtagsgrüße – und kritisierten den herbeigeredeten Skandal. 

    Grünen-Politiker Özcan Mutlu bemerkte bei Twitter: “Aus jeder so kleinen und banalen Sache wird immer wieder der Untergang des Abendlands heraufbeschworen. Mensch muss dieses Abendland schwach sein! Ironie aus - habt wirklich keine anderen Probleme bei Springer?”

    Die SPD-Politikerin Sawsan Chebi schrieb:

    “Was mich an der Weihnachtskarten-Debatte so nervt: es wird von falsch verstandener Toleranz gelabert, von der Verwässerung unserer Kultur, von der Bedrohung unserer Lebensart. Kenne keinen einzigen Muslim, der eine Weihnachtskarte ohne Weihnachten möchte.”


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    • Auf einem Inlandsflug in den USA hat eine Frau ihrem Partner die Fußnägel gepflegt. 
    • Eine Passagierin, die direkt daneben saß, filmte die skurrile Szene.
    • Im Video oben seht ihr ihre Aufnahmen. 

    Auf einem Flug kann es schnell langweilig werden. Für Passagiere bieten sich dabei nicht viele Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben: Sie können entweder Filme schauen, lesen oder schlafen.

    Die Passagierin aus den USA kam allerdings auf eine außergewöhnliche Idee: Sie pflegte ihrem Partner, der neben ihr saß und seelenruhig schlief, die Fußnägel. Das geschah auf einem Inlandsflug von Denver nach Milwaukee vergangenen Donnerstag. 

    Eine Passagierin filmte das Geschehen

    Die Passagierin Lyneé Ruiz saß direkt neben der Frau und sah zu, wie diese ihrem Mann eine Pediküre verpasste.

    Sie filmte die skurrile Szene mit ihrem Smartphone mit und postete das Video hinterher auf ihrem Instagram-Account

    Auf dem Video ist zu sehen, wie sie sich über die Frau lustig machte und versuchte, während des Videos nicht laut zu lachen. Ruiz kommentierte die Szene auf dem Video bloß mit den Worten “Oh mein Gott.” 

    Für viele offensichtlich ein Horror-Szenario: So auch für einige Passagiere an Bord, die von der Situation Wind bekamen. Sie beschwerten sich über das Verhalten der Frau. Das berichtete Ruiz der britischen Tageszeitung “Daily Mail.” Was anschließend an Bord geschah, ist bisher unklar.

     

    Auch auf Instagram sorgt das Video für Aufregung 

    Demnach soll das Paar während des Fluges bei anderen Passagieren mehrfach durch sein Verhalten negativ aufgefallen sein. Auch bei vielen Instagram-Nutzern sorgte das Video für Aufregung. 

    Viele ekelten sich vor dem Verhalten der Frau und kommentieren das Video auf Instagram. Ein Nutzer schrieb: “Das ist einfach nur ekelhaft.” Eine andere meinte: “Das ist nicht möglich!” Und auch das Kommentar “Oh mein Gott. Wer macht so etwas in einem Flugzeug!?“ war unter anderem zu lesen.

    (nmi)


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    • Viele Fluggäste kennen diesen einen Sitznachbarn, der sich immer völlig daneben benimmt. 
    • Instagram-User haben kürzlich ihre schlimmsten Erfahrungen, die sie während einer Reise gemacht haben geteilt.

    Vielen müsste diese Situation bekannt vorkommen: Gerade versucht man es sich im Flugzeug gemütlich zu machen und dann fängt der Sitznachbar an zu schnarchen.

    Oder man möchte seinen Arm auf die Lehne legen und bemerkt, dass die Zehen des hinteren Nachbarn den Platz schon eingenommen haben.

    Vor allem auf Langstreckenflügen verhalten sich viele Gäste so, als würden sie gerade zu Hause auf dem Sofa hocken. Es wird in der Nase gebohrt, an den Fußnägeln herumgespielt oder heimlich ein Pornofilm geschaut.

    Wie schlimm die Realität vieler Fluggäste aussieht, haben vor Kurzem einige Passagiere auf dem Instagram-Account “Passenger Shaming” geteilt.

    Wir haben für euch einen kleinen Auszug der schrecklichsten Sitznachbarn zusammengestellt.

    1. Füße, Füße, Füße

    Mehr zum Thema Flugzeug:Flugzeug-Passagier reißt sich T-Shirt vom Leib und spuckt Blut

    2. Besondere Fundstücke 

    3. Geheime Botschaften

    Ob diese Passagiere ihren Sitznachbarn etwas mitteilen wollten?

    “Ich liebe Sprengstoffe”

    “Bitte, weckt mich für Snacks und Drinks auf! Danke!”

    4. FKK

    Einige dieser Gäste fühlten sich ein wenig zu wohl in der Kabine. Oder es war ihnen einfach nur heiß.

    Sehr heiß.

    Oder wirklich zu heiß.

    5. Haare, Haare, Haare

    Wer will schon einen Film sehen, wenn man Haare anschauen kann?

    6. Tierische Begleiter

    7. “Heimlich” Pornos schauen

    Und zum Schluss noch ein Video von einem sehr hungrigen Passagier:


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    Weil Harrys Image in der Öffentlichkeit stimmen musste, wurde er noch nie mit Prinz George privat abgelichtet.

    • Prinz George und Prinz Harry wurden zusammen offenbar noch nie privat fotografiert. 
    • Experten verrieten nun, was der Grund dafür sein soll.

    Sie sind wohl die meist fotografierte Familie in ganz Großbritannien: die Royals. Neben Bildern für offizielle Anlässe wie Weihnachten, Hochzeiten oder Jubiläen, gibt es auch zahlreiche Fotos, die Mitglieder des britischen Königshaus privat zeigen.

    Sehr verwunderlich ist deshalb, dass es von Prinz William keine Bilder existieren soll, auf denen er mit seinem Neffen Prinz George interagiert. Das berichteten zumindest Experten der britischen Boulevardzeitung “Express”.

    Keine Fotos mit George wegen Harrys Image

    Als Prince George 2013 auf die Welt kam, sei besonders Onkel Harry sehr begeistert gewesen. Er habe zu dem kleinen Royal und seiner Schwester Charlotte eine enge Bindung und verstehe sich sehr gut mit ihnen. 

    Was jedoch auffällt: Trotz der guten Beziehung, wurden Harry und George nie zusammen in privaten Momenten abgelichtet. Lediglich auf offiziellen Fotos des britischen Königshauses waren sie zusammen mit den anderen Familienmitgliedern auf einem Bild zu sehen. 

    Der Grund dafür: Harry sollte der Öffentlichkeit nicht als verzweifelter Junggeselle präsentiert werden.Sein Bruder William hatte bereits geheiratet und sein erstes Kind. Mit Herzogin Meghan war Harry zu der Zeit noch nicht zusammen.  

    Alles nur aus Mitleid

    “Harry war Single niemand wollte ihn als einen ‘Harry, der mit einem Baby auf der Wiese spielt’ sehen”, sagten die Royal-Experten Kaitlin Menza und Lisa Ryan. 

    Er sollte in den Augen der Öffentlichkeit nicht wie ein verzweifelter Single aussehen, der sich dann mit den Kindern seines Bruders beschäftigt. Also alles nur aus Mitleid mit dem armen Harry.

    Seit der Hochzeit mit Meghan im Mai diesen Jahres sollte sich das nun in Zukunft jedoch ändern und wir könnten mit mehreren Privatfotos von Harry und George rechnen. 

    (jr)


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    ► Die Bundesregierung will mehr Fachkräfte nach Deutschland locken und abgelehnten Asylbewerbern mit Job eine Chance auf Daueraufenthalt geben.

    ► Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz verabschiedet. Es sieht vor, dass die Hürden für die Einreise von Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten gesenkt werden.

    ► “Im Kern geht es darum, dass wir nicht die Falschen abschieben”, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin zu den neuen Regeln, die das Bundeskabinett nach langer Debatte am Mittwoch beschlossen hat.

    ► Innenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, die Pläne, die noch vom Bundestag gebilligt werden müssen, könnten auch einen Beitrag dazu leisten, die illegale Migration zurückzudrängen.

    ► Wer qualifiziert ist und gut Deutsch spricht, soll auch ohne Arbeitsvertrag kommen dürfen, um sich einen Job zu suchen.

    Das war bisher nur für Hochschulabsolventen möglich. Damit will die Regierung den Fachkräftemangel beheben, der laut Heil in einigen Branchen und Regionen schon jetzt ein “Wachstumshemmnis” ist.

    Wieso in der GroKo trotzdem Ärger droht:

    Obwohl der Plan schon durch das Kabinett ist, hat die Unionsfraktion Nachbesserungsbedarf angemeldet.

    Der CSU-Abgeordnete Michael Kuffer sagte der HuffPost, seine Partei befürchte eine Verwässerung der Trennung von Arbeitsmigration und Asyl. Er bereite sich noch auf “intensive Auseinandersetzungen mit der SPD” vor. 

    In der Öffentlichkeit war die entsprechende Passage lange als “Spurwechsel” diskutiert worden.

    So soll der Spurwechsel funktionieren:

    Durch ein Beschäftigungsduldungsgesetz sollen neue Perspektiven für gut integrierte abgelehnte Asylbewerber geschaffen werden.

    Mit der sogenannten Beschäftigungsduldung könnten abgelehnte Asylbewerber, die nur einen Duldungsbescheid haben, einen sichereren Aufenthaltstitel erhalten. Voraussetzung ist unter anderem, dass sie mindestens 18 Monate in Vollzeit gearbeitet haben.

    Deshalb gibt es Kritik:

    Kuffer gab dazu zu Protokoll:

    “Eine Beschäftigungsduldung – also die Möglichkeit, dass ein in der Vergangenheit nach Deutschland gekommener Asylbewerber, dessen Antrag eigentlich abgelehnt wurde, auf Grund eines Anstellungsverhältnisses trotzdem eine Aufenthaltserlaubnis bekommt – darf es im Kontext dieses Gesetzes deshalb nur in absoluten Ausnahmefällen geben.

    Ansonsten schaffen wir durch diese Legalisierungsmöglichkeit einen neuen, hochattraktiven Anreiz für illegale Migration.”

    Kuffer befürchtet, dass Flüchtlingsverbände “Erfindungsreichtum” an den Tag legen könnten, um den Passus zu nutzen, abgelehnte Asylbewerber in Deutschland zu halten.

    Die Union pocht derweil noch auf eine andere Änderung: Den Konservativen ist wichtig, dass abgelehnte Asylbewerber, die ihre wahre Herkunft nicht preisgeben wollen, keine Möglichkeit erhalten, sich einen dauerhaften legalen Status zu verschaffen.

    CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt zeigte sich vorerst optimistisch.

    “Mit dem Fachkräftezuwanderungsgesetz ist es gelungen, ein Lösungsinstrument für einen langjährigen politischen Konflikt zu finden”, sagte Dobrindt am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

    Aber auch er betonte: Wichtig sei, dass weiterhin eine klare Trennung zwischen Erwerbsmigration und Asylverfahren stattfinde. “Bei einem Gesetz mit einer solchen Reformgröße gehört es dazu, dass auch intensive Diskussionen im Deutschen Bundestag stattfinden werden”, kündigte er an.

    Auf den Punkt: 

    Das deutsche Einwanderungsgesetz ist einen Schritt weiter. Doch schon jetzt deutet sich an, dass das Thema im Frühjahr noch für Diskussionen sorgen wird. Die Union ist noch nicht mit dem Gesetzentwurf zufrieden. Vor allem die von der SPD durchgesetzte Möglichkeit, dass abgelehnte Asylbewerber mit einer Beschäftigung, eine Chance auf das Bleiberecht bekommen, könnte für neuen Streit sorgen. 


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    Cocker-Spaniel Clive (Symbolbild)

    • Eine Engländerin leidet unter der seltenen Krankheit Morbus Addison. 
    • Ihr Hund Clive hilft ihr nicht nur mit der Krankheit umzugehen, sondern rettete ihr auch schon das Leben.

    Für Michelle Sunderland könnte ein kurzer Schrecken, wie etwa eine laute Feuerwehrsirene, im Extremfall tödlich enden. Denn die 30-Jährige leidet unter einer seltenen Nebennierenrindeninsuffizienz, auch Morbus Addison gennant.

    Das berichtet die englische Zeitung “Mirror”

    Diese Krankheit führt dazu, dass ihre Nebenniere die Produktion des Stresshormons Kortisol unterdrückt. In besonders stressigen Situationen kann die Krankheit sogar bis hin zu einem komatösen Zustand führen, wenn das Kortisol-Level zu stark sinkt und Betroffene in einen Unterzucker geraten.

    Das passierte der Frau aus Thorngumbald, einem kleinen Dorf in England, so häufig, dass sie unzählbar viele Krankenhausaufenthalte über sich ergehen lassen musste.

    Hund Clive fing an, sich komisch zu verhalten

    Vor fünf Jahren wäre die Engländerin an der Krankheit sogar fast gestorben, als sie nur einen Tag nach der Krankenhausentlassung in ihrem Badezimmer ohnmächtig wurde. Zum Glück fand sie ihr Ehemann damals noch rechtzeitig.

    Während sich die Frau von dem Erlebnis erholte, fiel ihr auf, dass sich Cocker-Spaniel Clive ungewöhnlich verhielt. Der Hund war auffällig anhänglich und leckte seiner Besitzerin immer wieder über den Mund.

    Doch was Sunderland anfangs für eine nervige Angewohnheit hielt, stellte sich bald als eine große Hilfe im Alltag heraus. 

    Durch Zufall erfuhr sie bei einer Hundeshow von der britischen Organisation “Medical Detection Dogs”. Dort werden Hunde speziell darauf trainiert, ihren Besitzern bei Morbus Addison zu helfen.

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    Wie sich herausstellte, war Clives ungewöhnliches Verhalten nämlich ein Zeichen an seine Besitzerin, dass ihr Kortisol-Level gesunken ist und sie nun Medizin einnehmen muss.

    Die Organisation trainierte den Hund über Monate hinweg – heute ist er Sunderlands wichtigster Helfer.

    Der Zeitung sagte sie:

    “Mein Leben hat sich verändert. Ich musste seitdem in kein Krankenhaus mehr. Clive ist mein Ritter in schimmernder Rüstung. Er ist mein bester Freund und meine rechte Hand. Er gab mir meine Freiheit zurück.

    (nmi)


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    • Eine Verkäuferin wird von einer Kundin unhöflich behandelt, weil sie nicht den vollen Preis für Weihnachtsschmuck bezahlen möchte.
    • Die Verkäuferin rächt sich auf eine geniale Art und Weise an ihr, in dem sie jeglichen Schmuck einfach aufkauft, bevor die Kundin dazu kommen kann.

    Jedes Jahr zur Weihnachtszeit hängt Sarah Bélanger Demaneuf einen goldenen Stern an ihren Weihnachtsbaum – und das schon seit 17 Jahren. Mit diesem Baumschmuck verbindet die US-Amerikanerin eine ganz besondere Erinnerung.

    Doch mit einer klassischen Weihnachtsgeschichte hat das nichts zu tun. “Das ist mein liebster Baumschmuck. Aber anstatt Frieden und Güte zu symbolisieren, steht er für Rache und Gehässigkeit”, schreibt sie auf Facebook.

    Vor 17 Jahren habe Bélanger Demaneuf in einem Laden in ihrer Nachbarschaft gearbeitet. Kurz nach Weihnachten hätten sie im Geschäft den Baumschmuck um 75 Prozent reduziert. So auch der kleine Stern aus ihrem Facebook-Post – er soll nur noch 50 Cent gekostet haben.

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    Die Kundin wurde unhöflich und aggressiv

    “Eine furchtbare Frau (piekfein gekleidet mit einem teuren Auto) kam in den Laden und wollte vier dieser Sterne kaufen. Aber sie wollte nur 25 Cent pro Stück bezahlen”, schreibt Bélanger Demaneuf.

    ► Natürlich hätte sie der Kundin gesagt, dass das nicht ginge. Schließlich arbeitete sie in einem normalen Supermarkt und da seien die Preise nunmal festgelegt.

    Der Frau soll damit nicht zufrieden gewesen sein: “Sie begann mit mir zu streiten, wurde richtig unhöflich und aggressiv”, beschreibt Bélanger Demaneuf die Situation. “Da sie mich nicht dazu bringen konnte nachzugeben, sagte sie: ‘Na gut! Eine Freundin von mir arbeitet in einem anderen Laden der Kette und sie hat mir erzählt, dass der Baumschmuck morgen sowieso um 90 Prozent reduziert wird, also komme ich einfach morgen wieder.’”

    Bélanger Demaneuf hätte die Kundin darauf hingewiesen, dass die Sterne am folgenden Tag eventuell nicht mehr da sein könnten.

    Mehr zum Thema: Weihnachten: Mann entdeckt 120 Jahre alten Wunschzettel, der ihm die Augen öffnet

    Die Supermarkt-Verkäuferin fasste einen Plan

    Doch die Frau hätte ihr nur gedroht: “In diesem Laden gibt es zwölf Sterne. Niemand wird alle zwölf Sterne kaufen. Ich bekomme, was ich will, bereiten Sie sich darauf vor, morgen richtig dumm dazustehen.”

    Doch Bélanger Demaneuf sollte Recht behalten – denn offenbar kaufte sie einfach alle zwölf Sterne aus dem Laden selbst.

    Mehr zum Thema: Frau stellt Vagina-Baumschmuck her – er ist binnen weniger Stunden ausverkauft

    Doch an dieser Stelle hörte ihre weihnachtliche Rache nicht auf. “Ich rief die andere Filiale des Ladens in der Gegend an und kaufte ALLE ihre Sterne”, schreibt sie auf Facebook. “Und nur um extra gehässig zu sein, kaufte ich alle Sterne in zwei weiteren Städten. Das waren die rachsüchtigsten 30 Dollar, die ich jemals ausgegeben habe.”

    Jahre später erinnert sie sich mit einem Lächeln zurück

    Natürlich war die Kundin laut Bélanger Demaneuf am nächsten Tag wieder im Geschäft. Die Verkäuferin hatte das Glück, ihr mitteilen zu dürfen, dass ALLE Sterne im Norden Alabamas verkauft wurden – und zwar nur an eine einzige Kundin.

    “Ihr Gesichtsausdruck war jeden einzelnen Cent wert, den ich dafür ausgegeben habe”, schreibt sie.

    ►  In den darauf folgenden Jahren habe sie die Sterne an Freunde und Familie verschenkt. Nur einen habe sie selbst behalten.

    Somit endet die besondere Weihnachtsgeschichte für Bélanger Demaneuf mit einer sentimentalen Erinnerung: “17 Jahre später und der Stern zaubert mir immer noch ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich ihn aufhänge.”

    (tb)


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    Ein Konvoi aus vier weißen Geländewagen biegt in den staubigen Hof einer Schule, davor ein schwarzer Pickup-Truck, drei Männer auf der Ladefläche. Einer von ihnen ist mit einer dunklen Sturmhaube maskiert, zwei haben ein Tuch in Tarnmuster um Mund und Nase gewickelt. In ihren Händen halten sie AK47-Sturmgewehre.

    Es ist kurz vor acht Uhr morgens in Al Ghaydah im Südosten des Jemens. Der Unterricht der Kinder sollte hier gerade beginnen. Doch heute ist ein besonderer Tag: In den weißen Wagen, deren breite Reifen das Geröll auf den Wegen nur so durch die Luft wirbeln, befindet sich eine Delegation der saudischen Regierung. Sie ist gekommen, um feierlich die Übergabe von tausenden Schulbüchern an die Schülerinnen und Schüler zu besiegeln.

    Es ist eine Seite des Jemenkrieges, die sich weitgehend unter dem Radar der westlichen Öffentlichkeit abspielt.

    Im hiesigen Bezirk Mahra (Karte ganz unten) hat Saudi-Arabien begonnen, ein massives Hilfsprogramm aufzuziehen. Während die vom Königreich angeführte Militärkoalition über anderen Regionen des Jemens weiter Bomben abwirft, soll in Mahra der Aufbau beginnen. Vom Krieg gegen die Huthis ist die Region weitgehend verschont geblieben, doch wirtschaftlich und politisch ist sie jahrzehntelang vernachlässigt worden.

    Verschiedene lokale Stämme haben die Herrschaft in Mahra unter sich aufgeteilt, in der Abwesenheit einer jemenitischen Zentralregierung waren sie lange die einzige administrative Autorität. Schmuggler machten in Mahra ein blühendes Geschäft, über die Grenze zum Oman sollen Waffen und Drogen auch in die Hände der aufständischen Huthi-Miliz gekommen sein.

    Nun soll das ein Ende haben. Saudi-Arabien hat seine Präsenz auch militärisch deutlich verstärkt. Das Land beginnt hier im Osten, seine Vision von einem neuen, einem friedlichen Jemen nach dem Krieg in die Tat umzusetzen.

    Der Krieg der Saudis

    Abdullah bin Kadasa ist ein vornehmer, junger Mann. Er trägt einen Thawb, das klassische saudische Gewand, und eine runde, modische Brille. Kadasa ist Mediendirektor des Programms SDRPY, das für das saudische Königshaus im Jemen die Entwicklungshilfe koordiniert.

    “Es ist unsere Verantwortung, unseren Nachbarn zu helfen. Während wir den Kindern Schulbücher geben, geben die Huthis ihnen Waffen“, sagt er bedeutungsschwer.

    Natürlich sind es eher andere Nachrichten, die im Westen über den saudischen Einsatz im südlichen Nachbarland kursieren. Der brutale Krieg gegen die schiitische Miliz der Huthis, die im Jahr 2014 die international legitimierte Regierung aus der Hauptstadt Sanaa vertrieb, hat bereits mindestens 20.000 zivile Opfer gefordert.

    Zählt man die Todesfälle mit, die auf die sich weiter ausbreitende Hungersnot zurückzuführen sind, erreicht man die dreifache Zahl. Die UN hat unlängst vor der größten Hungersnot der letzten 100 Jahre gewarnt.

    Die “New York Times“ kommentierte zuletzt: “Amerikanische und saudische Regierungsmitglieder betrachten den Jemenkrieg als eine Möglichkeit, den Iran zu kontrollieren. Daran sind sie gescheitert und haben kaum mehr erreicht, als 12 Millionen Jemeniten an den Rand einer Hungersnot zu bringen. Bereits 85.000 Kinder könnten gestorben sein. Wir sind mitschuldig.”

    Im August sorgte ein Luftangriff auf einen Schulbus im nördlichen Dahyan für internationales Entsetzen. Mindestens 29 Kinder starben. Die Verantwortung musste die saudisch geführte Militärkoalition übernehmen, die abgeworfene Bombe war ein amerikanisches Fabrikat. 

    Das Reich der Stämme

    In Mahra scheint diese Seite des Krieges weit weg. Die Region rund 800 Kilometer von der Hauptstadt Sanaa entfernt, hat nicht nur kulturell wenig mit dem Norden des Landes gemein.

    Die Menschen in Mahra führen ein einfaches Leben, viele von ihnen arbeiten als Fischer. Dafür, dass es nach Fläche der zweitgrößte Bezirk des Jemen ist, leben nur wenige Menschen in den Siedlungen der Gegend: laut Schätzungen rund 350.000. Die Frauen hier tragen schwarze Schleier, die meisten von ihnen die Burka.

    Die Huthis, deren dschihadistische Bewegung ihre Wurzeln in den Bergen des Nordens hat, haben hier nie Fuß gefasst. Sicher ist es trotzdem nicht. “Jeder in der Gegend hat eine Waffe“, klagt ein saudischer Soldat, als er den Geländewagen durch die Straßen lenkt. Eigentlich wurden schwere Geschosse zumindest in den Städten verboten, heißt es. Die Kalaschnikow gilt hier allerdings nicht als schwere Waffe.

    Hier hatten bislang vor allem die Sheikhs das Sagen, die Anführer großer Stämme oder Clans, die über verschiedene Gebiete der Region wachen. Ein saudischer Arzt in Al Ghaydah erklärt: “Das System hat sich etabliert, weil die Regierung weg ist. Es funktioniert, aber wir selbst wissen wenig darüber. Wir mischen uns da nicht ein.”

    Bauunternehmer, Mitglieder des saudischen Entwicklungshilfeprogramms und lokale Sheikhs besichtigen die Baustelle eines Krankenhauses, das durch saudi-arabische Unterstützung ausgebaut wird.

    Auch sonst ist es nicht einfach, gesicherte Informationen über Mahra zu bekommen.

    Eine Google-Suche spuckt nur rund ein Dutzend aussagekräftige Bilder aus der Gegend aus, wenige Wissenschaftler und Analysten haben sich je mit dem Gebiet beschäftigt. Ein abgehängter Landstrich, so scheint es.

    Es mangelt an allem: Strom, Öl, Gas, Schulen, Wasser, funktionstüchtigen Fahrzeugen. Dass Saudi-Arabien nun ein millionenschweres Hilfsprogramm ausgerechnet auch hier ausrollt, ist für viele Menschen zunächst ein Segen.

    Die Hilfe aus Riad 

    Das ist auch in der Schule in Algaida spürbar. Über 1000 Mädchen lernen hier – normalerweise. Heute haben sich auch Jungen von anderen Schulen auf dem Pausenhof aufgereiht: Dafür haben die Organisatoren vor der großen Zeremonie gesorgt.

    Die Kinder strahlen, stolz singen sie die jemenitische Nationalhymne, Kameras klicken. Viele Mädchen haben sauber geflochtene Zöpfe, einige Jungen tragen blaue Pfadfinder-Uniformen. Alle wirken klein für ihr Alter.

    Massoud Shamayri ist Lehrer an einer der Schulen, die heute neue Bücher bekommen hat. Er ist froh über die Unterstützung, das bisherige Material sei sehr schlecht gewesen, sagt er. 

    Dann verrät er etwas, worüber offiziell niemand sprechen mag: “In den bisherigen Bücher waren alle Huthi-Anführer abgebildet. Die haben die hier rein geschmuggelt.” Der Kampf für die Kinder ist in Jemen auch ein Kampf um die Kinder.  

    Ein Mädchen hält das neue Schulbuch in der Hand, das sie bekommen hat. Im Hintergrund links: Ali al-Shahri, Brigadegeneral der saudischen Armee.

    Beim Austeilen der neuen Materialen wird gut erkennbar, dass sich die Hierarchien in Mahra gerade ändern. Mehrere Scheikhs haben an diesem Morgen ihren Weg in die Schule gefunden. Sie tragen einen im Jemen typischen zeremoniellen Dolch an ihrem Gürtel und haben eine eigene Sicherheitsentourage dabei: Es sind junge Männer, kaum achtzehn Jahre alt, manche mit Sturmgewehr, manche mit einer kleinen Pistole am Gürtel.

    Im Mittelpunkt aber steht ein anderer: Ali al-Shahri, Brigadegeneral der saudischen Armee. Er begrüßt die Stammesvertreter und Schuldirektoren, Lehrer und Soldaten. Es werden Hände geschüttelt, viele legen ehrfurchtsvoll ihre Hand aufs Herz, als sie al-Shahri begrüßen. Er hat ein freundliches Lächeln aufgelegt. Obwohl er eine schwere Weste über seiner saudischen Camouflage-Uniform trägt, wirkt der Mann mit dem auffälligen Schnauzbart fast wie ein Bürger der Gegend.

    Über den Einsatz in Mahra sagt al-Shahri der HuffPost: “Es geht hier sehr schnell aufwärts. Wir bekämpfen den Schmuggel, wir bekämpfen die illegale Migration. Wir sorgen für Sicherheit.” Das gelinge auch deshalb, weil die Menschen den saudischen Soldaten vertrauen würden.

    Eine Frage des Öls

    Dass sie das tun, darauf deutet zumindest heute viel hin.

    Im Herbst dieses Jahres aber berichteten Medien aus Mahra, es gebe Protest gegen die verstärkte Saudi-Präsenz. Ein Einwohner sagte der britischen Nachrichtenseite “Middle East Eye”: “Die Saudis haben die Kontrolle des Bezirks übernommen. (...) Es gibt aber keinen Grund, weil hier keine Huthis sind und wir sie nicht gefragt haben, uns zu beschützen.“

    Ein Geschäftsmann aus Mahra, Ameen al-Mehri, sagte der HuffPost, die Gegend verändere sich gerade rasant. Es seien viele Binnenflüchtlinge aus anderen Regionen des Jemens gekommen. Sie hätten das Problem mit dem Khat, einer berauschenden Droge, die viele einfache Männer hier kauen, verschärft. 

    Mehri, ein kleiner Mann mit Brille und kariertem Hemd, betont: Er sei sehr dankbar, für die Dinge, die die Saudis nach Mahra gebracht hätten. “Aber eigentlich brauchen wir nur ein kleines Haus, eine kleine Schule und Wasser.“

    Bei einer großen Schulzeremonie zeichnet ein Mädchen, beobachtet von männlichen Mitschülern.

    Andere Quellen berichten von kleineren Aufständen gegen saudische Soldaten, die entlang der Küste rund zwanzig Kontrollpunkte eingerichtet hätten. Auch Stammesoberste hätten gegen die Konstruktion der Saudi-Basen protestiert, die Fertigstellung einiger Stützpunkte sei unterbunden worden.

    Für Saudi-Arabien ist die Küste nicht nur aus Sicherheitsgründen ein wichtiges Gebiet. Das zeigt ein Besuch am Hafen von Nishtun. 

    Die Saudis haben hier gerade einen neuen Stromgenerator installiert und den Hafen weiter ausgebaut. Nach Nishtun liefert Riad seine Ölderivate für die Region – seit August erreichen sie landesweit einen Wert von 60 Millionen US-Dollar pro Monat. Damit soll im Jemen die Stromversorgung gesichert werden.

    Nishtun ist ein kleiner Hafen, nicht viel mehr als ein aufgeschütteter Wall aus Steinen und sechs großen Öltanks. Nur wenige Schiffe liegen hier, Fischerboote, Transportschiffe, kleine Schnellbotte der saudischen Armee.

    Perspektivisch hat das Königreich aber wohl noch andere Hafen-Pläne in der Region. Laut “Al Jazeera” strebt Saudi-Arabien an, einen Ölhafen für den Export von Öl durch eine Pipeline zu errichten. Berichten zufolge hat der Bau dieser Pipeline bereits begonnen. Durch den Ölhafen wäre das Königreich nicht länger an die Straße von Hormus im Persischen Golf gebunden, um sein Öl zu transportieren. Der Iran hatte zuletzt gedroht, die Meerenge zu blockieren.

    Stabilität soll Mahra also nicht nur dem Jemen bringen, sondern auch dem saudischen Öl-Geschäft

    Der Kampf gegen das Chaos

    Ein heikles Unterfangen in einer chaotischen Region.

    Wie chaotisch, erkennt, wer das zentrale Krankenhaus von Al Ghaydah besucht. Auch hier hat Riad viel Geld investiert, um eine neue Intensivstation und ein Dialysezentrum einzurichten. Doch noch befindet sich die Klinik im Umbau – und auch die saudischen Ärzte, die extra eingeflogen wurden, kämpfen mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen.

    Auf dem kleinen Gang, der an der Rezeption des Krankenhauses vorbei führt, sitzen rund ein dutzend Männer und Frauen. Einige von ihnen sind alt, sie sehen dünn und gebrechlich aus. Dazwischen Mütter mit ihren Kindern, Geschrei.

    Eine Traube von Reportern tummelt sich auf dem Flur, um mit den Ärzten über die Unterstützung aus Riad zu sprechen, als plötzlich die Tür aufgestoßen wird.

    Ein junger Mann humpelt über den Gang, er schleppt sich geradezu an den im Weg stehenden Journalisten vorbei, zwei Männer zu seiner Linken und Rechten tragen einen Tropf, an dem der Mann angeschlossen ist. In seinen Augen: Schock. Der Mann schreit. Er ist aufgebracht, aufgelöst, wütend. Kurz wird es völlig still, als hätte der Horror in seinem Blick alle Gespräche erstickt.

    Mohammed Ahmed Alshamrani, ein saudischer Militärarzt, der in dem Krankenhaus arbeitet, erklärt: “Sein Bruder ist gerade gestorben. Ein Autounfall.“ Er deutet auf das Blut auf seinem Schuh: Er habe ihn nicht retten können.

    Mohammed Ahmed Alshamrani, ein saudischer Militärarzt in Mahra.

    So etwas passiere hier oft. Die medizinische Ausstattung habe sich massiv verbessert. Aber es dauere noch zu lang, sie zu den Patienten zu bringen, bei denen sie gebraucht werde. Die Organisation hier sei eine Katastrophe – auch weil neben den saudischen Ärzten viele ungelernte Jemeniten in dem Krankenhaus arbeiten würden. “Wir versuchen, sie zu trainieren“, sagt Alshamrani. “Damit so etwas nicht mehr so oft passiert.“

    Bis dahin ist es ein weiter Weg – das wissen die Saudis. Sie haben nicht vor, Mahra eher zu verlassen.

    Vor dem Krankenhaus wird die Delegation aus Regierungsvertretern und Journalisten schnell in die Geländewagen gescheucht. Das Gebot der Armee: Keine Sekunde zu lang ungeschützt auf offener Straße verweilen.

    “Es ist doch nur ein Krankenhaus“, protestiert ein Reporter. Ein saudischer General mit athletischer Statur und breiten Schultern lacht kurz auf, dann wird er völlig ernst. “Ein Krankenhaus im Jemen.“

    (ujo)


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    ► Schlagersängerin Helene Fischer hat ihren Partner Florian Silbereisen (37) verlassen, mit dem sie offiziell seit 2008 zusammen ist. Das berichtete zuerst RTL.de.

    ► Laut dem Internetportal des Privatsenders soll Fischer schon einen neuen Freund haben: Den Akrobaten Thomas Seitel, mit dem sie auch bei ihrer Tour zusammengearbeitet hatte. 

    ► Fischer bestätigte in einem Brief an ihre Fans nur so viel: “Ja, es gibt einen neuen Mann in meinem Leben und daraus will ich kein Geheimnis machen.”

    Seitel lebt in Berlin und arbeitet als Luft-Akrobat und Entertainer. Laut seiner Homepage hat er Sportwissenschaften und Publizistik studiert und arbeitet mittlerweile in “verschiedensten Ländern wie zum Beispiel Dubai, China, Kanada, Spanien, Portugal, Italien, der Schweiz und Holland”.

    Florian Silbereisen reagiert als erstes auf die Trennung

    ► Florian Silbereisen postete bei Instagram ein kurzes Video: Darin ein Bild von sich mit Helene Fischer. Dazu schrieb der Sänger: “Schluss aus bye.”

    Der “Bunte” verriet der Sänger: “Während in den letzten Wochen mal wieder über eine bevorstehende Hochzeit spekuliert wurde, waren wir längst getrennt.”

    Er sei “sehr traurig” darüber. Noch vor wenigen Monaten hatte das Schlagerpaar offen über seinen Kinderwunsch gesprochen. 

    Plant nun schon ein anderer seine Zukunft mit der Sängerin? Am 23. September postete Akrobat Seitel zumindest ein gemeinsames Instagram-Bild mit Fischer – an einem Seil hängend, hoch über der Showbühne.

    Dazu der Hashtag: #TimeOfMyLife.

    Fischer schrieb derweil in Hinblick auf Ex-Freund Silbereisen:

    “So traurig wir darüber sind, dass wir unseren Lebenstraum gemeinsam nicht verwirklichen konnten und Florian und ich nun getrennte Wege als Paar gehen, umso schöner und kraftvoller gehen wir aus dieser bitteren Erfahrung nun als Freunde neue Wege!”


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    “Während in den letzten Wochen mal wieder über eine bevorstehende Hochzeit spekuliert wurde, waren wir längst getrennt.”

    Mit diesen Worten reagiert Florian Silbereisen auf das Platzen der medialen Bombe. Der Schlagersänger und seine Freundin Helene Fischer haben sich getrennt – nach zehn Jahren offizieller Beziehung.

    Der “Bunte” sagte Silbereisen: “Eine Trennung ist immer traurig, auch wir waren sehr traurig.“ Besonders dramatisch: Noch vor wenigen Monaten hatte das Schlagerpaar offen über seinen Kinderwunsch gesprochen. 

    Helene Fischer bestätigt, dass sie einen Neuen hat

    ► Florian Silbereisen postete bei Instagram ein kurzes Video: Darin ein Bild von sich mit Helene Fischer. Dazu schrieb der Sänger: “Schluss aus bye.”

    Fischer hat derweil bereits einen Neuen. In einem Brief an ihre Fans schrieb sie: 

    “Ja, es gibt einen neuen Mann in meinem Leben und daraus will ich kein Geheimnis machen.”

    Um wen es sich handeln könnte, lest ihr hier:


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    • Helene Fischer hat in einem Brief über ihre Trennung von Florian Silbereisen ausgepackt.
    • Darin dankt sie Silbereisen für alles – und bestätigt auch, dass sie einen neuen Freund hat. 

    Helene Fischer und Florian Silbereisen haben sich getrennt. Der “Bunte” sagte Silbereisen: “Eine Trennung ist immer traurig, auch wir waren sehr traurig.“

    Nun hat sich Fischer mit einem Brief an ihre Fans und ihren Ex-Freund gewandt, mit dem sie seit 2008 liiert war. Das Schreiben liegt der “Bild” vor.

    Darin erklärt Fischer: “So traurig wir darüber sind, dass wir unseren Lebenstraum gemeinsam nicht verwirklichen konnten und Florian und ich nun getrennte Wege als Paar gehen, umso schöner und kraftvoller gehen wir aus dieser bitteren Erfahrung nun als Freunde neue Wege!”

    Es klingt fast nach einer Trennung im Einvernehmen – und im gegenseitigen Respekt.

    So führt die Sängerin aus: “Wir haben uns 10 Jahre Respekt, bedingungslosen Zusammenhalt, Harmonie, Treue, Freundschaft und Liebe geschenkt und das spiegelt sich jetzt auch in unserer Trennung wider.”

    Helene Fischer: “Danke Florian, für alles!!!”

    Beide würden als Freunde aus der Sache herausgehen. Dann die Kampfansage: Wir “werden nicht zulassen, dass sich uns die Medien auch nur ansatzweise in den Weg stellen oder uns gegeneinander ausspielen. Nichts und niemand kann uns erschüttern!”

    Doch auch die Gerüchte über ihren neuen Freund bestätigte Fischer: 

    “Ja, es gibt einen neuen Mann in meinem Leben und daraus will ich kein Geheimnis machen.”

    Medien spekulieren, dass es sich bei ihm um ihren Bühnen-Akrobaten Thomas Seitel handelt. Silbereisen bleibe dennoch ein “Freund”. “Ich bin nicht nur für 10 wundervolle Jahre dankbar, sondern jetzt auch dankbar, solch einen Freund in meinem Leben zu wissen”, so die Sängerin.

    Sie könne nur aus ganzem Herzen sagen: “Danke, Florian, für alles!!!“

     

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    Boyan Slat

    Die braunen, zerzausten Haare wehen im Wind, seine blauen Augen glitzern im Sonnenlicht, ein Schmunzeln umspielt seine Lippen, während er auf die Weite des Ozeans blickt. Fast wirkt es wie eine Szene aus einer Hollywood-Schnulze.

    Doch der 24-jährige Niederländer Boyan Slat starrt nicht aufs Meer, weil er das Rauschen der Wellen genießt oder über die Liebe nachdenkt – sondern weil er die Weltmeere vor einer Katastrophe bewahren will.

    “Als ich 16 Jahre alt war, waren wir mit der Schule in Griechenland. Dort sah ich beim Tauchen im Meer mehr Plastiktüten als Fische und fragte mich ‘Warum können wir das nicht einfach aufräumen?’.”

    Diese Frage ließ ihn seitdem nicht mehr los. Schon als kleiner Junge war er fasziniert von Technik und Technologie, von der Fähigkeit, Dinge zu erschaffen, wie er der HuffPost erzählt.

    Nach der Schule begann Slat dann, Luft- und Raumfahrttechnik zu studieren und nutzte sein Studium, um ein Konzept zu entwerfen, das die Weltmeere von Plastikmüll befreien könnte.

    Sein Plan klingt größenwahnsinnig – doch die Fortschritte des Holländers zeigen, was auch ein einzelner im Kampf für die Umwelt tun kann: mit einer guten Idee und viel, viel Tatendrang.

    Mit 17 beschloss Boyan Slat, dass er die Meere von Plastik befreien will

    Slats Erfindung: Ein 600 Meter langes Kunststoffrohr, gebogen zu einem U, das die Meeresströmung nutzen soll, um schwimmende Plastiktüten, -teller, -gabeln, -strohhalme und -flaschen einzufangen.

    “Ich dachte mir einfach: Irgendwer muss es eben tun.”

    Boyan war gerade 17 Jahre alt, als er “The Ocean Cleanup” gründete. Der Name seiner Firma ist so unaufgeregt und geradeheraus, wie alles an Boyan und seiner Geschichte.

    Der junge Niederländer hat keine Geschwister, ist im niederländischen Delft aufgewachsen und hat dort studiert. Wer ihn fragt, woher er damals als Teenager den Mut genommen hat, die Welt retten zu wollen, erhält eine pragmatisch Antwort: “Ich dachte mir einfach: Irgendwer muss es eben tun.”

    An seiner Uni wurde er für seine Erfindung mit dem “Best Technical Design” Preis ausgezeichnet. Doch außerhalb der Uni fand seine Idee anfangs wenig Begeisterung. Das änderte sich, als der damals 18-Jährige im Oktober 2012 an einem Ted Talk teilnimmt. Der Titel seines Kurzvortrags: “How the Oceans can clean themselves” – “Wie sich die Ozeane selbst reinigen können”.

    Für Boyan Slat ist Plastikmüll schlimmer als Atommüll

    Fast 3 Millionen Menschen haben seinen Auftritt inzwischen gesehen. Tausende Freiwillige haben sich daraufhin gemeldet, über 20 Millionen US-Dollar sind an Slats Stiftung geflossen.

    Was ihn von anderen Umweltschützern unterscheidet: Er verteufelt das Material, gegen das er so verbissen kämpft, nicht per se. 

    Slat sagt: “Plastik ist ein großartiges Material, aber die Menschen müssen endlich verstehen, dass Plastik für hunderte Jahre oder mehr bestehen wird und deshalb sollten wir uns sehr genau überlegen, wofür wir dieses Material verwenden.”

    Denn: Der ganze Müll, der in unseren Meeren schwimmt sammelt sich in fünf riesigen Abfallfeldern. Das größte davon ist der Great Pacific Garbage Patch (GPGP), das zwischen Hawaii und Kalifornien liegt. Ein Müllteppich, der Schätzungen zufolge so groß wie die Vereinigten Staaten sein könnte. Eine Million Kunststoff-Teilchchen schwimmen dort auf jedem Quadratkilometer. Über 100 Millionen Tonnen Plastikmüll hat sich dort inzwischen angesammelt.

    Das System

    Für Boyan Slat ist Plastikmüll deshalb schlimmer als Atommüll. Denn Atommüll gibt es in einer verhältnismäßigen geringen Menge und wir können ihn in in speziellen Umgebungen lagern. “Aber Plastik, dieses extrem robuste Zeug, das ist überall in unserer Umwelt.”

    Alles ist besser, als hunderttausende Tonnen Plastik im Meer schwimmen zu lassen

    Unzählige Menschen haben dem Niederländer auf seinem Weg gesagt, es werde niemals möglich sein, dass wir die Meere wieder von Plastik befreien.

    “Ich bin ein ziemlicher Skeptiker und kritischer Denker, aber dachte mir: Es existieren keine unschlagbaren Gründe, warum es nicht möglich sein sollte. Und genau das motivierte mich, es einfach zu versuchen”, sagt der 24-Jährige der HuffPost.

    Slats Idee ist so genial wie einfach: Anstatt dem Kunststoff hinterherzujagen, soll der Kunststoff von alleine in die “Falle schwimmen”. Angetrieben von den Meeresströmungen, konzentriert sich das Plastik und die Aufräumzeit könnte – im besten Fall – von Jahrtausenden auf lediglich einige Jahre verkürzt werden. Zumindest in der Vorstellung von Boyan und seinem Team.

    Kritik für Slats Vision gab es schon früh. Das meiste Plastik im Meer sei so klein, dass man es nicht sammeln könne, hieß es. Inzwischen ist das von einer Studie über den GPGP widerlegt. 

    Doch Kritiker zweifelten auch, ob die Konstruktion den Bedingungen auf offener See standhalten könne.

    All das nimmt der 24-Jährige gelassen hin. Kritikern sagt er: “Entspannt euch, gönnt euch eine Massage. Aber im Ernst: Was ist die Alternative als es einfach zu versuchen? Es ist in jedem Fall besser, als weiter hunderttausende Tonnen Plastik durch unsere Ozeanen fließen zu lassen.”

    Das große Plastiksammeln hat begonnen

    Vier Jahre lang tüftelten, bastelten, testeten, experimentiere Boyan Slat und sein 80-köpfiges Team. Am 8. September 2018 war es dann soweit. Vor der Bucht San Franciscos wurde das “System 001” zusammengebaut. Mit einem Schiff wurde das 600 Meter lange Kunststoffrohr in den Pazifik geschleppt und nach einigen Tests schließlich Anfang Oktober in den Nordpazifikwirbel gebracht.

    Das große Plastiksammeln hat begonnen. “Ich fühlte mich erfolgreich. Es war der Moment, auf den ich Jahre lang gewartet hatte – auch wenn ich zu beschäftigt war, um den Moment wirklich zu genießen”, erzählt Slat. “Und es war auch ein bisschen beängstigend, mir schwirrten viele Fragen durch den Kopf, ich hatte einige schlaflose Nächte.”

    Bald sollte sich zeigen, dass seine Sorgen berechtigt sind.

    Wie das System konkret funktioniert:

    ► Slats niederländische Stiftung The Ocean Cleanup setzt eine 600 Meter lange schwimmende Barriere aus Kunststoff ins Meer. An der Anlage ist ein Netz befestigt, das in der Mitte der Barriere drei Meter tief ins Wasser reicht und an den Seiten etwas kürzer ist.

    ► Der Wind und die Strömung, so die Idee der Ingenieure, werden die frei schwimmende Barriere zu einem U zusammendrücken. In dieser künstlichen Bucht sammeln sich dann die Plastikteile.

    ► Ist ausreichend Müll eingefangen, melden Sensoren das an die Zentrale in San Francisco. Alle sechs bis acht Wochen, so die Prognose, wird ein Schiff kommen, das das Plastik an Land zum Recycling bringt.

    ► Laut der Stiftung lassen sich mit der Vorrichtung sogar kleine Plastikteile, die nur einige Zentimeter groß sind, einfangen.

    ► Insgesamt will die Stiftung 60 dieser Barrieren bauen und so innerhalb von fünf Jahren die Hälfte des Mülls im Great Pacific Garbage Patch einsammeln. 

    ► Meerestiere sollen, unterstützt von der Wasserströmung, problemlos unter der Barriere durchtauchen können.

    ► Am 8. September wurde die erste Anlage fertig aufgebaut sein. Test- und Prototypen waren unter anderem in der Nordsee installiert worden.

    Prinzipiell funktioniert alles. Wenn sich der Wind dreht, dreht sich das System mit. Fische und andere Tiere verfangen sich nicht, weil sie von der Strömung unter dem U hindurch gedrückt werden – das Plastik ist leichter, bleibt an der Oberfläche und lässt sich vom System einfangen.

    Ich hoffe, wir können das in den kommenden Monaten lösen, damit das System bald optimal funktioniert. Ich bin jedenfalls optimistisch. Das meiste daran funktioniert, also schaffen wir das auch noch.

    Das einzige Problem: Das System bewegt sich zu langsam. Langsamer als der Plastikmüll. Deshalb kann bislang nicht der ganze Müll gesammelt werden.

    Mehr zum Thema: Entertainer Friedrich Liechtenstein: Wer Welt mit Plastik vermüllt, sollte wie Straftäter behandelt werden

    Boyan Slat frustriert das nicht. Er hat mit seinem Team etwas geschaffen, was es noch nie zuvor gegeben hat, was noch keiner vor ihm versucht hat. Er war von Anfang an darauf vorbereitet, dass es Probleme geben könnte.

    Sein Team tüftelt mit Hochdruck daran, das System zu beschleunigen. “Ich hoffe, wir können das in den kommenden Monaten lösen, damit das System bald optimal funktioniert. Ich bin jedenfalls optimistisch. Das meiste daran funktioniert, also schaffen wir das auch noch.”

    Slat ist überzeugt, dass er es schaffen kann, die Weltmeere von der Vergiftung mit Plastik zu befreien. “Wenn ich nicht daran glaube würde, wäre meine Arbeit sinnlos.” 

    Ein Zurück gibt es für den jungen Mann mit den wilden Haaren und der klaren Vision ohnehin nicht. “Wir Menschen haben dieses Problem geschaffen, also müssen wir es auch lösen können. Mit entspannter Stimme sagt er: “Wenn wir unsere Technologie richtig einsetzen und es wirklich wollen, dann können wir es schaffen.”

    Dieser Beitrag ist Teil des HuffPost-Adventskalenders. Hier stellen wir jeden Tag einen Menschen vor, der uns durch seine besondere Geschichte Mut macht. Alle Beiträge findet ihr hier.

    (lp)


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    ► Die USA haben damit begonnen, ihre Soldaten aus Syrien zurückzuziehen. Das gab das Weiße Haus am Mittwoch in Washington bekannt.

    Präsident Donald Trump schrieb bei Twitter: “Wir haben den IS in Syrien geschlagen, das war der einzige Grund, während der Trump-Präsidentschaft dort zu sein.”

    ► Nach einem Rückzug der US-Truppen könnte der Weg frei werden für eine neue Militäroffensive der Türkei. Die Regierung in Ankara droht schon seit langem mit einer weiteren Operation gegen die YPG.

    Erst in der vergangenen Woche hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Offensive angekündigt, am Montag verkündete er die militärische Bereitschaft. Seinen Worten zufolge will die Türkei aktiv werden, um dort die Menschen “vor der separatistischen Terrororganisation” YPG zu retten”.

    Zum Hintergrund:

    Die YPG war in den vergangenen Jahren der wichtigste Partner der USA in Syrien im Kampf gegen den IS gewesen. 

    Die Türkei sieht in der YPG einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie deshalb. Bereits im Frühjahr hatten türkische Truppen und verbündete Rebellen im Nordwesten Syriens die Region um die Stadt Afrin von den Kurden erobert.

     

    Deshalb gibt es scharfe Kritik:

    Der Journalist und Syrien-Experte Ragip Soylu beurteilte den US-Abzug als entscheidenden Sieg für die Türkei, die nun im Nordosten Syriens alleine die Strippen ziehen könne. 

    Die “Guardian”-Journalistin Bethan McKernan machte auf die möglicherweise fatalen Folgen für die kurdische Bevölkerung im Norden des Landes aufmerksam, die dort eine Selbstverwaltung errichtet hat.

    ► Eine groß angelegte türkisch geführte Offensive könnte die Kurden weiter in Richtung Süden treiben, in Regionen, die teilweise weiter vom IS kontrolliert würden.

    “New York Times”-Kolumnist Bret Stephens kritisierte: “Ein Geschenk an den Iran, die Hisbollah und Putin. Und ein schändlicher Verrat an unseren kurdischen Verbündeten, ohne die wir den IS nicht besiegt hätten.”

    Auch aus seiner eigenen Partei ernten Trump scharfe Kritik. Senator Marco Rubio nannte die Entscheidung einen “schrecklichen Fehler”, der die Regierung und die USA über Jahre hinweg verfolgen werde.

    ► Der IS, Hisbollah und der Iran würden vom US-Abzug profitieren, für Israel sei er ein großes Risiko.

    Mit Material der dpa.


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