Are you the publisher? Claim or contact us about this channel


Embed this content in your HTML

Search

Report adult content:

click to rate:

Account: (login)

More Channels


Showcase


Channel Catalog


Channel Description:

Huffington Post Germany Athena

older | 1 | .... | 1636 | 1637 | (Page 1638) | 1639 | 1640 | .... | 1692 | newer

    0 0

    Ein Jobcenter in Berlin-Wedding (Archivbild).

    • Eine Berliner Mutter kann wegen ihrer Krankheit nicht mehr arbeiten und bekommt nun vom Jobcenter die finanzielle Unterstützung gekürzt.
    • Harte Sanktionen des Jobcenters wie im Fall der jungen Mutter kommen regelmäßig vor. 

    Eine junge Mutter aus Berlin kämpft derzeit um ihr Leben – sie hat einen aggressiven Brustkrebs und musste deshalb mehrere Chemotherapie durchstehen. Das berichtet die Boulevardzeitung “Bild”.

    Als die 24-Jährige die Diagnose bekam, machte sie gerade eine Ausbildung zur Elektronikerin. Zu Beginn ihrer Krankheit versuchte die Berlinerin, sich weiterhin um ihr zweijährige Tochter zu kümmern und ihre kleine Familie zu ernähren.

    Dafür nahm sie sich laut “Bild” sogar ein Jahr Urlaub von ihrer Ausbildung, um sich nicht krankmelden zu müssen und weiterhin die finanzielle Unterstützung des Jobcenters zu erhalten.

    Mehr zum Thema: Sachsen: 13-Jähriger bekommt Rückzahlungsforderung, ohne je Hartz IV bezogen zu haben

    Jobcenter streicht Mutter Zuschüsse

    Azubis, deren Einkommen gering ist und die keine Unterstützung von den Eltern mehr bekommen, können Unterstützung bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Diese beträgt normalerweise 635 Euro im Monat. Zusätzlich werden noch Fahrtkosten mitfinanziert. 

    Jedoch gilt dies nur, solange der oder die Auszubildende der Arbeit nachgeht.

    Im Fall der Berliner Mutter entwickelte sich der Krebs jedoch so schlecht, dass der einjährige Urlaub nicht mehr ausreichte und die Ärzte ihr dazu rieten, die Chemotherapie fortzusetzen und sich für ein weiteres Jahr krankschreiben zu lassen, heißt es weiter im Bericht. 

    Das Jobcenter scheint jedoch keine Rücksicht darauf zu nehmen, dass die Berlinerin wegen ihrer Krankheit nicht mehr der Ausbildung nachgehen kann. 

    Die Mutter muss nun laut “Bild” von 550 Euro Krankengeld im Monat sich und ihre Tochter ernähren. Die Miete würde weiterhin bezahlt. 

    Sanktionen des Jobcenters kommen häufig vor

    Die Berliner Mutter ist jedoch nur eine von vielen Menschen, die sich mit den starren und teilweise schwer nachvollziehbaren Vorschriften des Jobcenters rumschlagen müssen.

    ► Hartz-IV-Empfänger scheinen regelmäßig von der Behörde benachteiligt zu werden. 

    Erst vor Kurzem berichtete die HuffPost über einen Hartz-IV-Empfänger, der mit den Sanktionen des Jobcenters zu kämpfen hatte. Der 21-jährige Benjamin Grubba ist zu diesem Zeitpunkt arbeitslos sowie Hartz-IV-Empfänger gewesen und befand sich in einer prekären Situation. 

    Im August sei der Leipziger vom Jobcenter sanktioniert worden, sagte der 21-Jährige dem MDR-Magazin “exakt”. Weil er sich auf ein Jobangebot nicht gemeldet habe, strich im das Jobcenter für drei Monate den Hartz-IV-Satz. Das Angebot habe er aber nie erhalten.

    Weitere Berichte der HuffPost zeigen diese Ungerechtigkeiten:

    Beispielsweise über einen Hartz-IV-Empfänger, der wegen einer Erbschaft sanktioniert wurde, obwohl er beteuert, diese angegeben zu haben. 

    Oder über einen sehbehinderter Mann aus Wuppertal, der vom Jobcenter dazu aufgefordert wurde, sich eine kleinere Wohnung zu suchen, obwohl ihm aufgrund seiner Behinderung die damaligen 65 Quadratmeter zustanden.

    Wie es bei der jungen Mutter aus Berlin weitergehen wird, bleibt unklar.

    Der “Bild” sagte sie abschließend, dass sie sich gegen Ende des Monats immer Geld für Lebensmittel leihen müsse: “Ich werde gleichgestellt mit jemanden, der nicht arbeiten möchte. Dabei würde ich so gern.”


    0 0

    • Model Heidi Klum hat ein sehr persönliches Video auf Instagram gepostet.
    • Es sind Aufnahmen, die sie als Kind zeigen – darin spricht sie auch von den Anfängen ihrer Model-Karriere. 
    • Im Video oben seht ihr die privaten Aufnahmen. 

    Es sind seltene Aufnahmen, die zuvor wohl nur sehr wenige Menschen gesehen haben dürften: Ein persönliches Video auf Instagram zeigt Heidi Klum in ihrer Kindheit.

    Gepostet hat es das Model selbst. Klum ist in dem Video als Kind und als Jugendliche zu sehen.

    Einzigartige Aufnahmen zeigen die junge Heidi

    In dem Video erzählt Klum auch, wie schwer es für sie zu Beginn ihrer Karriere war und, wie sie zu ihrem ersten Casting gekommen ist. Sie habe damals mit einer Freundin eine Zeitschrift durchgeblättert und sei zufällig auf einen Model-Wettbewerb gestoßen.

    Dort habe sie sich beworben und prompt gewonnen, berichtet Klum über ihre Anfänge als Model im Jahr 1992. 

    Außerdem erzählt sie, dass sie am Anfang sehr schüchtern war und nur sehr schlecht Englisch sprechen konnte. Das hat sie aber keinesfalls daran gehindert, ein weltweit berühmtes Model zu werden.

    (chr)


    0 0

    Wo vor Urzeiten Meere das Land bedeckten, können Besucher im UNESCO Global Geopark Famenne-Ardennen Schönheit in Höhen und Tiefen entdecken. Steinzeit-Kultstätten, malerische Dörfer, Tropfsteinhöhlen und Wildtierpark machen den Geopark zu einem attraktiven Reiseziel.

    Wéris - Eine sagenumwobene Zeitreise in die Steinzeit

    Eingebettet zwischen sanften Hügeln aus Wäldern und Feldern liegt Wéris. Bei einem Spaziergang durch das Dorf entdeckt man alte Fachwerkhäuser, charmante Steinhäuser aus dem 18. Jahrhundert und im Zentrum eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert. Bekannt ist Wéris aber nicht nur dafür, offiziell eines der schönsten Dörfer der Wallonie zu sein, sondern vor allem für seine Megalithanlage und die damit zusammenhängenden Sagen. Gästeführerin Viviane D’hondt erklärt, dass es sich mit 8 km Länge und 300 m Breite um die wichtigste und am besten erhaltene Anlage Belgiens handelt. Bei einer Wanderung zwischen Wäldern, weidenden Kühen und Schafen können Gäste zwei Dolmen und sieben Menhire in ungewöhnlicher Anordnung bestaunen. Erbaut wurden die mehrere tonnenschweren Steinmonumente um 3000 vor unserer Zeit. Welche Bedeutung hatten diese für die Menschen? Die Frage ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Während es sich bei den Dolmen um Gemeinschaftsgräber mit Kultstättencharakter handelte, könnten die Menhire als Grenzsteine oder heilige Versammlungsstätte gedient haben. Einige Wanderer schwören auf die positiven Energien, die von den Monumenten ausgehen sollen, und ziehen mit Wünschelruten los. Wer Hintergründe über die Megalithanlage und ihre Baumeister erfahren möchte, wird im Museum Maison des Mégalithes fündig.

    Durbuy - die kleinste Stadt der Welt

    Wenige Kilometer von Wéris enfernt, liegt die kleine Stadt Durbuy in einem idyllischen Tal. Durbuy erhielt 1331 die Stadtrechte und konnte aufgrund ihrer geografischen Lage nicht wachsen. Durch diesen Umstand blieb ihr mittelalterlicher Charme bis heute erhalten. Das Marketing wirbt damit, mit 500 Einwohnern die kleinste Stadt der Welt zu sein und lockt jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Gäste nach Durbuy. Wieviel Zeit sich die Besucher für einen Rundgang durch die mit Kopfstein gepflasterten Straßen nehmen ist unterschiedlich. Mit ihren malerischen Gässchen, dem charmanten Schloss am Fluss und einer Vielzahl von gastronomischen Genüssen lädt Durbuy auf alle Fälle zum Verweilen an. Anschauen sollte man sich auch die am Stadtrand gelegenen Felsformationen. In ihrem Faltenmuster wird die Erdgeschichte der Region auf eindrucksvolle Weise sichtbar. Nicht umsonst sind die kleine Stadt und ihre Umgebung ein beliebter Anziehungspunkt für Wanderfreudige und Naturliebhaber.

    Grotte von Han – Pracht in der Tiefe der Erde

    Jedes Kind in Belgien kennt sie. Die Grotte von Han bietet mit ihrem unterirdisch verlaufenden Fluss, hohen Kuppelsälen und dem Formenreichtum der Tropfsteine vielfältige Erlebnisse für ihre Besucher. Nicht immer sind es die größten oder buntesten Tropfsteine, die besonders beeindrucken. Manchmal sind es auch die kleinen Sachen. Wo vorher noch Dunkelheit war, kann der Lichtkegel einer Taschenlampe Wunderwerke der Natur offenbaren. Bei einer Gästeführung kann man so auch unzählige, winzig kleine, schneeweiß glitzernde Kalksteinkristalle entdecken. Das ganze Jahr über hat die Grotte eine konstante Temperatur von 13 Grad. Seit diesem Sommer wird in der Grotte eine fantastisch spektakuläre Ton- und Lichtschau des Event-Designer Luc Petit gezeigt. Die Lichtschau ist in die Führung durch die Tropfsteinhöhle integriert. Die Besucher reisen dabei zum Ursprung der Welt - vom Urknall bis zum Universum, ohne die Erforschung der Unterwasser-, Pflanzen- und Tierwelt zu vergessen.

    Wildtierpark – von Bären, Wölfen, Uhu und Co.

    Auf dem Massiv über den Tropfsteinhöhlen erstreckt sich ein 250 Hektar großes Reservat, in dem Besucher zu Fuß oder in Safari-Bussen den großen Säugetieren und Raubvögeln Europas begegnen können. Von Rothirschen, Wölfen, Bären über Uhus und Eulen bis zu Geiern leben etwa zwanzig Tierarten in Halbfreiheit. Ein Großteil der Tiere hat eine traurige Vergangenheit etwa durch Zusammenstöße mit Autos oder Windrädern hinter sich. Aber auch bedrohte Tierarten wie dem Tarpan-Pferd oder den Auerochsen wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sind Teil des Wiedereinführungsprogrammes.


    0 0

    Bis vor ein paar Jahren habe ich mir wenig Gedanken darüber gemacht, was Feminismus für mich persönlich bedeutet. Obwohl ich aus einer Familie mit starken und unabhängigen Frauen komme. Dabei ist das Thema Feminismus aktueller denn je und wir sind längst nicht in einer Zeit angekommen, in der Feminismus überflüssig geworden ist.

    “Wir sind noch nicht am Ziel”

    Auch heute verdienen Frauen und Männer vielfach nicht dasselbe Gehalt, obwohl sie die gleiche Qualifikation vorweisen können. Und immer noch versuchen wir Frauen, irgendwelchen surrealen Schönheitsidealen zu entsprechen und schweigen oftmals lieber, als offen für unsere Überzeugungen einzustehen. Denn häufig werden wir dann als schwierig oder zickig verschrien. Dabei ist das völliger Blödsinn.

    Doch seit Bewegungen wie timesup, #metoo oder auch chimeforchange hat sich das gesellschaftliche Denken über Feminismus geändert. Immer mehr Frauen setzen sich mit feministischen Themen auseinander und setzen sich außerdem stärker für ein Miteinander ein. Das finde ich übrigens am Besten an den neuen Frauenbewegungen. Es entstehen einige neue Communities, die sich gezielt dafür einsetzen, dass Frauen einander unterstützen und sich nicht im ständigen Konkurrenzdenken verlieren. Denn leider müssen sich Frauen heute immer noch für ihren gewählten Lebensentwurf rechtfertigen. Frauen müssen sich dafür rechtfertigen, wenn sie Karriere machen wollen, Mütter für ihre Rolle als Mutter, Frauen ohne Kinder dafür, dass sie keine Kinder haben..dieses Gedankenspiel könnte man jetzt ewig weiter spinnen.

    Kein Streben mehr nach falscher Perfektion

    Deshalb ist es nun umso schöner, dass sich jetzt auch über die sozialen Medien immer mehr Frauen zusammenschließen und offen über die Dinge, die ihnen am Herzen liegen sprechen. Sie sprechen sich offen gegen Sexismus aus, fordern die Gleichstellung von Frau und Mann, was auch die gerechte Lohnverteilung einschließt. Außerdem sprechen sie offen wie nie über vermeintliche Makel und den gesellschaftlichen Druck, der auf uns Frauen lastet. Es wird nun ganz offen darüber gesprochen, wie zermürbend das ständige Streben nach Perfektion ist. Ebenso sprechen sich viele dagegen aus, einem falschen Perfektionismus folgen, versuchen so auszusehen, wie irgendwelche Models auf Zeitschriftencovern oder Instagram-Photoshop-Queeens.

    Alle Facetten sind okay

    Vielfach sind es Frauen, die sich vorher eher weniger mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt haben, beziehungsweise mit dem Wort “Feminismus” eher negative Assoziationen verbinden. Mir ging es ganz ähnlich. In meiner Vorstellung war eine Feministin nicht feminin. Was natürlich auch völliger Quatsch ist. Heute glaube ich, dass Feminismus dabei helfen kann, eine Selbstakzeptanz zu entwickeln...seine Stimme zu finden...den Mut zu finden Ungerechtigkeiten anzusprechen. Die Schauspielerin Evanna Lynch schreibt im ihrem Essay “Catwoman”, dass sie hofft, dass Feminismus dazu beiträgt “uns allen den Mut zu verleihen, wir selbst zu sein, mit allem was dazugehört, und zu begreifen, dass alle diese Facetten okay sind.”


    0 0

    1. Große Strategie-Schritte wagen!

    Die Strategiephasen der Digitalisierung haben inzwischen (hoffentlich) alle Unternehmen erreicht, die nicht schon im Schaum der “Digitalen Wellen” der letzten 20 Jahre geboren wurden. Wer die konsequente Umstellung der gesamten Unternehmenseinheit auf die digitalen Eckpfeiler noch nicht geplant hat sollte sich sputen. Sonst wird die Unternehmerin nämlich eines Tages überrascht feststellen, dass ihre Kunden von Konkurrenten abgegriffen werden, die sich auf eben diese Kunden und Ihre Wünsche konzentrieren und intelligente Wege finden, mit Ihnen zu kommunizieren.

    Der aktuelle digitale Muster-Bauplan im Schnelldurchlauf

    Die ersten großen Schritte der Digitalisierung sind jetzt also getan. B2B Unternehmen und deren Vorreiter im B2C Geschäft haben jetzt endlich Newsrooms eingeführt und sind zu Medienunternehmen geworden, die dem ersten Augenschein nach teilweise so gut sind, dass den “echten” Medienunternehmen wohl bald die Nischen ausgehen werden. Content-Fabriken mit den höchsten Ansprüchen rekrutieren jetzt die besten Talente und alte Hasen, um im Kampf um die Kunden an den digitalen Touchpoints von Google bis Facebook und von (Progressive Web-) Apps bis zur KI alle Möglichkeiten des Pull-Vertriebs zu nutzen.

    Transformation der IT

    In vielen Projekten hat sich dabei neben dem Plan, von der Kundeninteraktion (Vertrieb) bis hin zu HR alle Bereiche zu digitalisieren, auch eine relativ klare neue IT-Organisationsstruktur (mit zugehöriger Architektur) durchgesetzt. Weg von monolitischen Insellösungen, Eigenbau oder einseitiger Agenturabhängigkeit hin zu “elastischen” Architekturen und Organisationsformen. Deren Hauptmerkmal ist die schnelle Austauschbarkeit von kleinen in sich geschlossenen und autonom arbeitenden Mikrosystemen nebst Dienstleistern. Das so aufgestellte Unternehmen kann mit der sich rapide verändernden Technologie mithalten und muss nicht alle 4 Jahre wieder den IT-Zoo ausmisten! Ganz weit vorn ist heute, wer auf allen digitalen Vertriebswegen rationalisiert Content veröffentlicht (z.B. via Headless-CMS), dabei ohne große Middleware einen oder viele Shops mit Konfiguratoren bedient, Apps und Blockchain Anwendungen launcht und testet und die Kundeninformationen in einem strukturierten Data Lake aufbereitet. Welche Tools oder Software die Unternehmen dabei konkret benutzen ist zweitrangig. In jedem Fall sollte in der Strategiephase ein wichtiger Baustein nicht fehlen, von dem Wohl und Wehe der organisatorischen Umsetzung der Digitalisierung abhängen: Wie genau wird der IT Bereich des Unternehmens transformiert? Best Practice hier: weg mit den großen IT Schlachtschiffen und hin zu kleinen, autonomen IT-Koordinationseinheiten, die wiederum geschickt mit einer Reihe von externen Agenturen arbeiten. Flexibilität, Unabhängigkeit und Geschwindigkeit gehen klar vor. Der moderne CTO ist dabei hauptsächlich Treiber, Mitgestalter, Partner, Koordinator und Moderator; weniger Bedenkenträger, Machtsammler und Ausgrenzer. Der CTO von heute führt innerhalb seiner Teams und im Unternehmen eine klare und verständliche Kommunikation und versucht nicht, seine wahren Absichten hinter dieser typischen und kryptischen IT- “Sondersprache” zu verstecken.

    Transformation von Vertrieb, Marketing und Wertschöpfung

    Außerdem wachsen Marketing und Vertrieb zusammen mit der IT und werden durch diese Verschmelzung nicht etwa zu EINER Einheit: sie werden zu kleinen Conversion-Engines (das sindTeams mit nur 6-8 Personen), die autonom ganz bestimmte Märkte, Produktgruppen oder Kundengruppen bedienen und nur wiederum durch eine schlanke “24/7 - Steuterungs-Brücke” (auch nur maximal 4 Personen) z.B. für internationales Publishing und SEO/SMO oder Blockchain-Projekte koordieniert werden. Die Produktion wird dezentralisiert, digitalisiert und aus den Conversion-Engines werden Kundenwünsche in die Produkte aufgenommen, weil jede Engine Produkte ständig zusammen mit Kunden testet. Neue Geschäftsmodelle werden alle paar Wochen testweise ausgerollt. In jeder dieser Einheiten kann der Erfolg individuell gemessen werden, weil gleichzeitig automatisierte Messmethoden und Realtime-Dashboards aufgebau sind.

    Transformation der HR-Bereiche

    Der HR Bereich transformiert vom “Clubmanager” zum “Spieler-Trainer”. Die Digitalisierung wird durch Menschen vorangetrieben: der moderne HR Vorstand sitzt von Anfang an mit am Tisch und sorgt dafür, dass die Transformation nicht nur die Aufgabe einer kleinen “Eliteeinheit” bleibt. Weiterbildung, Integration und ganz viel Motivation fordern von HR heute völlig neue Methoden und Strukturen. Das bedeutet viel mehr als nur neue HR-Software im Unternehmen einzuführen! Hier muss vor allem viel Zeit in die persönliche Kommunikation mit jedem Mitarbeiter investiert werden; das wird häufig unterschätzt.

    2. Mutige Umsetzung wagen!

    Die Operationalisierung von unternehmensweiten Digitalisierungsplänen erfolgt leider in vielen Fällen in Form von alten Mustern. Er wird ein Projekt nach hergebrachtem Bauplan aufgesetzt oder schlimmer: es wird ein Heilsbringer (nennen wir diesen einmal Chief Digital Officer) eingestellt, an den die Verantwortung abgegeben wird, das Unternehmen zu transformieren. Wenn dieser nicht nach drei bis neun Monaten erste Erfolge (wobei die Ziele oft nichts mit echter Digital-Strategie zu tun haben) vorweisen kann, wird der nächste Kandidat gesucht. Wenn der (so) klassisch bestimmte Projektleiter, der sich intern oft nur durchsetzen kann, weil er unrealistische Ziele versprechen muss, um den Job zu bekommen, nach 6-9 Monaten keine “Quick-Wins” präsentiert, ist die Karriere in Gefahr. In beiden Fällen geht es nicht wirklich um das Thema, die Digitalisierung und Transformation umzusetzen!

    Unternehmenspolitik umgehen und Verantwortlichkeiten klug verteilen

    Wie werden die notwendigen neuen Strukturen geschaffen, um Digitalisierungspläne auf die Straße zu bringen? Eine einfache Trennung zwischen dem „Bestehenden“ und dem „Neuen“ ist nicht unbedingt zielführend, weil die Entwicklung neuer Verhaltensweisen und die Implementierung neuer Systeme in den bestehenden Strukturen eingeführt werden muss. Das funktioniert niemals durch rasches Aufsetzen von “agilen Methoden” und auch nicht durch das Ausfechten politischer Machtkämpfe auf dienen neuen Territorien. Die praktische Lösung ist in einen Prozess zu investieren, der häufig vergessen wird und ruhig 3-6 Monate dauern kann: die Aufstellung einer guten Mannschaft für jedes wichtige Thema zusammen mit HR und einem externen Coach. Jedes Team ist eine Mischung verschiedener Kräfte des Unternehmens, welche mit einem spezialisierten Coach passend zum zu digitalisierenden Teilbereich ausgewählt werden. Dann erfolgt eine Phase der Schulung und Tests von Prozessen. Erst dann legen die Teams los und transformieren, während der Motor läuft. Die Verantwortung für kleine und genau definierte Teilziele hat das ganze Team und nicht der Projektleiter oder der Coach. Lediglich ein vom Coach moderiertes Steuerungsteam (s.o.) koordiniert alle parallelen Prozesse. Ergänzend werden weitere externe Spezialisten eingesetzt, um z.B. neue Software zur implementieren. Alle Teilpläne sind so klein und handlich abgegrenzt, dass ein “Fail” von (vielen) Teilteams nicht im Desaster endet. Diese dezentrale und evolutionäre Vorgehensweise nimmt viel Zeit in Anspruch! Benchmark: bei Unternehmen mit z.B. 1000+ Mitarbeitern sollte die erste Operationalisierungsphase nach der Strategiefindung etwa mit 2-4 Jahren angesetzt werden! Der Erfolg ist aber garantiert.

    Die Herausforderungen der Einführung dieses “Operations-Centers” an die Unternehmensführung sind damit konkret:

    1. Segmentierung der Digitalisierungsstrategie in viele kleine Teilstrukturen und sorfältige Auswahl von Teams und Coaches/Spezialisten. HR wird aktiv eingebunden und begleitet alle Umsetzungsprozesse.

    2. Kommunikation der Digitalisierung im Unternehmen durch Einbindung möglichst aller Mitarbeiter in die Aufgabenrahmen der Teams, damit die Belegschaft von Anfang an der Umsetzung der Digitalisierung mitwirkt.

    3. Einführung und aktives Promoting einer Fehlerkultur im Unternehmen.

    4. Einbindung von interner und externer IT-Kompetenz in jedes Operational-Team unter Verzicht auf eine zentrale fachliche Führung.

    5. Die Erwartungshaltung an die Umsetzung der geplanten Digitalisierung muss realistisch sein.


    0 0
  • 12/06/18--03:56: Das Monster in uns
  • Erste Lichterketten zieren die Bäume, die Tage werden immer kürzer. Das Jahr nähert sich langsam dem Ende. Und nach und nach kommt auch der Geist zur Ruhe. Doch irgendetwas tief in uns vergraben, möchte raus. Spätestens am ersten Advent wächst es langsam in uns, lässt unsere Gesichter erstarren, die Ellenbogen ausfahren und allen Spaß vergessen. Es wird größer, immer größer, während das Weihnachtsfest näher rückt. Spätestens am 23. Dezember hat es seine finale Gestalt angenommen.

    Das Monster in uns nennt sich KONSUMWAHN.

    Da ich eine Ausbildung im Elektronik-Einzelhandel hinter mir habe, kann ich da ein Lied von singen. Das ganze Jahr wurde auf Kundschaft gewartet, ab dem 1. Dezember kamen sie dann in Scharen. Die CD Regale wurden leergeräumt, es gab Schlägereien bei den Stereoanlagen, zerkratzte Kühlschränke und Waschmaschinen wurden locker unter den Mann gebracht. Desto näher das Fest rückte, desto mehr Schrott wurde aus dem Lager geholt. Zeug, welches das ganze Jahr über eingestaubt in der Ecke stand.

    An eine Geschichte erinnere ich mich noch genau.

    Es war Heiligabend, wir wollten gerade Feierabend machen. Da rollte sich ein Kunde unter dem herunterfahrenden Gitter hindurch. „Ich brauche noch ein Geschenk!“, schrie er voller Verzweiflung. Die Geschäfte im Umkreis hatten alle geschlossen. Doch unsere Regale waren leer gefegt, nur eine Stereoanlage dessen Kassettendeck abgebrochen war, stand auf der Erde. Eigentlich wollten wir sie entsorgen, doch das brauchten wir nicht mehr. Die defekte Anlage wechselte an diesen Abend für den vollen Preis den Besitzer.

    War das Weihnachtsfest vorbei, kam der ganze Scheiß wieder zurück.

    Nun wurde reklamiert, umgetauscht oder das Geld zurück verlangt. Wütende Kunden argumentierten, dass sie diese Produkt gar nicht haben wollten. Aus Kulanz wurde alles wieder eingepackt und zurück ins Lager gestellt, wo es bis zur nächsten Weihnachtszeit auf seinen Käufer wartete.

    Heute hat der Konsumwahn noch eine neue Dimension erreicht. Das Internet lockt mit vielen tollen Angeboten. 24 Stunden nach der Bestellung steht das Paket portofrei vor der Tür. Bei Nichtgefallen geht das Paket auch gern portofrei zurück. Die Leidtragenden sind die Postboten, die zu dieser Zeit 24 Stunden unterwegs sind. Was dieser Irrsinn für Ressourcen frisst, hält sich niemand vor Augen.

    Ich mache Euch mal einen Vorschlag für dieses Weihnachtsfest. Kauft doch einfach mal NICHTS!

    Stattdessen erfreut euch an den Dingen, die ihr schon besitzt. Aber Vorsicht!!! Konsumverzicht ist wie Drogenentzug. Erst mal sehr hart, danach sehr befreiend. Schließlich wurde uns das Kaufen von der Industrie ab Kindesalter systematisch eingemeißelt. Ich versuche gerade diesen Weg zu gehen. Manchmal werden wir rückfällig, doch nach und nach wird es immer leichter.

    Wenn die Sucht wieder zurück kehrt, habe ich einen ganz einfachen Trick.

    Fragt euch mehrere Wochen, ob ihr das Produkt wirklich braucht. Meisten ebbt der Wunsch nach einiger Zeit wieder ab. Wenn der Wunsch nach Wochen immer noch präsent ist, dann kauft es euch. Und seid dankbar darüber, liebt es und pflegt es!

    Jetzt bleibt noch die Frage, wohin mit dem gesparten Geld? Nun, man könnte auf Reisen gehen oder ein Konzert besuchen. Ein Restaurantbesuch wäre auch eine Möglichkeit oder sich einfach mit Freunden treffen. Denn Sinneseindrücke sind viel kostbarer als seelenlose Produkte, die bald vergessen in der Ecke liegen und wenn du stirbst in der Tonne landen.


    0 0

    Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ (KI) ist mehr als 60 Jahre alt (er wurde 1956 von John McCarthy auf einer Konferenz in Dartmouth geprägt). Aber erst in den letzten fünf bis zehn Jahren hat sich dieses Feld zu einer zukünftigen Schlüsseltechnologie mit immer mächtigerem Einfluss auf unser Leben entwickelt. Dabei geht es immer mehr auch um Aufgaben, die bisher der menschlichen Kognition vorbehalten waren: Muster erkennen, Ereignisse, deren Eintreffen durch Unsicherheit getrübt sind, vorhersagen und Entscheidungen unter komplexen Bedingungen treffen. KI-Algorithmen können zunehmend die Welt um uns herum wahrnehmen und interpretieren. KI-Forscher behaupten sogar, dass sie schon bald zu Emotionen, Mitgefühl und echter Kreativität fähig sein werden. Doch ungeachtet, ob sie eines Tages diese spezifisch menschlichen Fähigkeiten haben werden, erkennen können KI Systeme diese bei uns Menschen bereits schon heute. Das Lesen von Emotionen aus einem menschlichen Gesichtsausdruck ist für eine entsprechende KI unterdessen sogar einfacher als für Menschen. Und bei Schachturnieren, bei denen Computer nicht zugelassen sind, gelten besonders ungewöhnliche und kreative Züge als ein Indiz dafür, dass jemand schummelt und heimlich auf einen Computer zurückgreift.

    Was hat diese Technologie, die vor 15 Jahren noch als Spielwiese für Freaks galt, plötzlich so derart mächtig werden lassen? Es war die Entwicklung eines speziellen Ansatzes, der alles verändert hat. Dieser wird als „Deep Learning“ bezeichnet und beschreibt eine vom menschlichen Gehirn inspirierte Architektur von Neuronen und ihren Verbindungen untereinander. Wie der Name vermuten lässt, können diese Netzwerke sehr viele Neuronenschichten tief sein und noch weit mehr Parameter enthalten. Diese neuronalen Netze werden auf riesige Mengen markierter Daten "trainiert". Danach nutzen sie das, was sie „gelernt“ haben , d.h. wie sie auf der Basis der Lerndaten ihre vielen verschiedenen Parameter eingestellt haben, um subtile Muster in anderen Datenbergen zu erkennen. So brauchte es neben dem neuen Struktur-Paradigma des Deep Learning noch etwas Zweites, um die KI zu erwecken: gewaltige Datenberge. Genau diese wurden mit der immer weiteren Verlagerung unsere Aktivitäten in die Online-Welt verfügbar: Die grossen amerikanischen Internetfirmen Google, Facebook und Microsoft, aber zunehmend auch ihre chinesischen Pendants, Baidu, Tencent und Alibaba sammeln, speichern und nutzen die vielen Daten über unser Verhalten, unsere Vorlieben und unsere Intentionen, die wir so bereitwillig zur Verfügung stellen. Mit der Kombination aus Rechenpower und Datenbergen wurde die KI in kürzester Zeit immer besser darin, Sprachen und Texte zu verstehen, Gesichter zu erkennen, Schach und Go zu spielen, MRI Bilder und Hautgewebe nach bösen Tumorzellen zu untersuchen oder auch die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls oder Kreditkartenbetrugs einzuschätzen.

    All dies bedeutet aber auch, dass sich der Schwerpunkt der KI-Entwicklung in den letzten zwei bis drei Jahren dramatisch verändert hat, von Projekten in Spitzenforschungslaboren in spezialisierten Instituten (inkl. jener bei Google, IBM oder Facebook) zu Anwendungen in der realen Welt mit realen Daten. Wie schnell die Entwicklung der KI-Forschung verläuft, zeigt die weitere Entwicklung der KI von AlphaGo. Nur 18 Monate nach AlphaGos spektakulärem Sieg über den besten menschlichen Spieler hatte Google bereits eine neue Version einer Go spielenden künstlichen Intelligenz geschaffen. AlphaGo Zero brauchte nun gar nicht mehr mit alten Spielen gefüttert zu werden, um seine Spielstärke zu erreichen. Wie der bekannte Dr. B. aus Stefan Zweigs Schachnovelle liessen ihn seine Entwickler nur noch gegen sich selbst spielen und so lernen. Bereits nach drei Tagen und 4.9 Mio. Partien hatte AlphaGo Zero eine Fertigkeit im Go-Spiel erreicht, die ihn seinen noch auf realen Partien ausgebildeten Vorgänger und Bezwinger des Weltmeisters AlphaGo in 100 Spielen mit 100 zu Null besiegen liess. Nicht weniger beeindruckend war AlphaGo Zeros Performance im Schachspiel. Er gewann in 100 Partien gegen den bis dahin weltbesten Schachcomputer, der mit Millionen von historischen Schachpartien und der jahrhundertealten Erfahrung schachspielender Menschen gefüttert worden war und eine Rechenleistung von 70 Millionen Stellungen pro Sekunde besass, 28 Mal und spielte 72 Partien Remis (verlor also kein einziges Mal). Das Erstaunliche dabei: Er hatte das Schachspielen nur vier Stunden zuvor erlernet, in dem er, ausgestattet ausschliesslich mit den Regeln, vier Stunden gegen sich selbst spielte und dabei seine neuronalen Verbindungen optimierte, ohne dass ihm jemals irgendwelche Eröffnungen oder Spielstrategien vorgesetzt worden waren. Dazu konnte er „nur“ 80‘000 Stellungen pro Sekunde bewerten. In nur vier Stunden vom Anfänger zur unschlagbaren, besten Schachmaschine der Welt! Eine KI wie AlphaGo Zero ist so mächtig, weil sie „nicht mehr durch die Grenzen des menschlichen Wissens beschränkt“ sei, sagt einer der Erschaffer von AlphaGo und AlphaGo Zero, Demis Hassabis. Diesen Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

    Diese Entwicklungen wiederum führen eine noch ganz andere Konsequenz nach sich: War bisher die USA mit ihren führenden KI-Forschungsinstituten und Software-Firmen unangefochtener Anführer der KI-Revolution, so ist in den letzten zwei Jahren China mit seinem immens grossen Markt von über einer Milliarde Menschen, seinen immensen und vollständig ungeschützten Datenmengen, die Internetbenutzer dort hinterlassen, und seinen hartnäckigen und aggressiven Unternehmern sehr schnell zu einer KI-Supermacht herangewachsen, wie es der Unternehmer und einflussreiche Investor Kai-Fu Lee in seinem neuen Buch AI Superpowers. China, Silicon Valley, and the new World Order eindrucksvoll beschreibt. Hier erweist sich gerade eine Begebenheit, die uns in Europa die Haare zu Berge stehen lässt, als einer der grössten Wettbewerbsvorteile: das komplette Fehlen jeglichen Datenschutzes. Wird schon in den USA dieses Thema sehr kleingeschrieben, so sehen die Chinesen zum Thema „persönlicher Datenschutz“ nicht einmal den geringsten Diskussionsbedarf. Im Gegenteil: Der freie Zugang der chinesischen Internetfirmen zu den persönlichen Daten ihrer Kunden wird als grösster Vorteil von Baidu und Tencent im globalen Wettbewerb um die Führerschaft in Sachen KI gepriesen. Tatsächlich wurde KI von der kommunistischen Regierungspartei Chinas im Juli 2017 als einer der wichtigsten Wachstumsgebiete erkannt und seitdem massiv gefördert. Insbesondere der überlegene Sieg von AlphaGo über den Weltmeister im Go, dem Nationalspiel Chinas, hat die politische Führung in China zum Thema KI aufgeweckt. Von KI-Experten wird dieser Moment bereits als Chinas „Sputnik-Schock“ bezeichnet. Der Staat begann, die chinesische Wirtschaft geradezu mit Geldern für KI-Entwicklungen zu überfluten. So stellte die Stadt Beijing unlängst 2.1 Mrd. US-Dollar zur Verfügung, um in den Aussenbezirken der Stadt einen KI-Industriepark zu bauen, Shanghai und 17 andere chinesische Städte haben ähnliche Ambitionen, die Stadt Tianjin hat sogar angekündigt, einen 16 Mrd. US-Dollar-Fonds aufzusetzen (100 Mrd. Yuan), um in lokale KI-Firmen und -Institutionen zu investieren. Dazu kommen umfangreiche Investitionsprogramme, um KI-Ingenieure und -Experten auszubilden, staatliche Zuschüsse für KI-Unternehmer und steuerliche Vorteile für die Firmen. Das zieht auch immer signifikantere private Investitionen nach sich: Das Gesamtvolumen chinesischer Investments (privat und staatlich) in KI und Robotik beträgt bereits schätzungsweise 300 Mrd. US Dollar. Insbesondere in den letzten Monaten hat China mehr Investmentkapitel in KI aufgebracht als die USA. Mit diesem neuen KI-Ökosystem, einer Mischung aus der Fülle staatlicher Geldern, dem Aufbaus einer intelligenten Infrastruktur, massiven Investitionen in die KI-Forschung und den weltweit ambitioniertesten Unternehmern ist der Aufstieg Chinas zur KI-Supermachen kaum mehr aufzuhalten.

    Man vergleiche dies mit der Initiative der deutschen Bundesregierung, wie sie kürzlich in ihrer Publikation Strategie Künstliche Intelligenz festgehalten wurde und auf dem Digital-Gipfel zum Schwerpunkt KI am 4. Dezember verabschiedet wird. Die Bedeutung von KI für unsere Zukunft haben die deutschen Politiker nun auch erkannt. Der Bericht erfasst klar, dass Deutschland und Europa beim Thema KI ins Hintertreffen geraten ist. Ob diese Einsicht, vergleichbar mit der der chinesischen Führung nach der menschlichen Niederlage im Go, mit der Performance der deutschen Fussballnationalmannschaft im Jahr 2018 zu tun, ist nicht bekannt. Doch das Ziel ist hochgesteckt: Die Kanzlerin will Deutschland in Sachen Künstliche Intelligenz zum "weltweiten Spitzenreiter" machen. Und dafür ist sie bereit, Geld in die Hand zu nehmen: 500 Millionen Euro pro Jahr. Im Vergleich zu den chinesischen Geldern ist dies allerdings ein Taschengeld. Dabei hat Deutschland in Sachen KI einiges aufzuholen: Deutsche Forscher sind mit Tagungsbeiträgen bei grossen internationalen Fachkonferenzen kaum zu sehen. Diese werden dominiert von den amerikanischen Firmen Google, Microsoft und Facebook, sowie zunehmend auch von chinesischen Wissenschaftlern und Ingenieuren, auch wenn sich diese noch etwas zurückhalten (wollen sie doch vielleicht ihre Ergebnisse lieber noch für sich behalten). Und das lassen sich diese Firmen auch einiges kosten: Die Einstiegsgehälter für ausgebildete KI-Experten liegen zwischen 300‘000 und 500‘000 US-Dollar!

    Um in maschinellem Lernen und KI schnell Fortschritte zu machen, braucht es drei Dinge: 1 eine enorme Rechenleistung; 2. grosse Datenmengen und 3. Innovationen, also KI-Experten. Auf allen drei Ebenen hinken Deutschland und Europa stark hinter den USA und China her. Das wird sich mit drei Milliarden Euro in fünf Jahren kaum ändern. Mit einem Taschengeld vom Nachzügler zum "weltweiten Spitzenreiter" zu werden entspricht reinem Wunschdenken. Da braucht es schon einen fundamentaleren Wandel. Wo die Deutschen allerdings schon wesentlich weiter sind, ist beim Bewusstsein, dass es auch eine Diskussion um die verantwortungsvolle Gestaltung der KI-Technologie braucht. So entstand die neue KI-Strategie für Deutschland, wie in dem Strategiepapier betont wird, „in einem umfassenden demokratischen Prozess“. Man will „Rahmenbedingungen für die ethische Anwendung Künstlicher Intelligenz schaffen“ und „gesellschaftliche Dialoge zu den Chancen und Auswirkungen künstlicher Intelligenz fördern“. Das ist sehr löblich, finden sich doch Sätze wie diese kaum in den entsprechenden Willensbekundungen chinesischer oder amerikanischer Herkunft. Doch sind dies mehr als hehre Worte? Man spricht von einer „menschenzentrierten Entwicklung und Nutzung von KI-Anwendungen“, vom Ziel eines „hohen Niveaus an IT-Sicherheit, damit Manipulation, Missbrauch und Risiken für die öffentliche Sicherheit dieser sensitiven Technologie bestmöglich verhindert werden“. Das klingt doch eher nach politischer Besänftigung und Einlullerei. Hier fehlt der Mut zur klaren Aussage. So mancher echter KI-Experte scheut vor solchen nicht zurück. Der KI-Pionier Stuart Russel zeichnet das drastische Bild von uns Menschen in einem Auto, welches auf eine Klippe zufährt und wir dabei hoffen, dass der Benzintank leer ist, bevor wir in den Abgrund stürzen. Wie Elon Musk behauptet auch Russel, dass KI für den Menschen so gefährlich werden kann wie Nuklearwaffen. Experten betteln teils förmlich um staatliche Rahmengesetze und Regulierungen. Dahinter steckt ihre ernste Sorge, dass politische Entscheidungsträger die technologischen Entwicklungen verschlafen, sie nicht ernst genug nehmen oder, wie in den allermeisten Fällen, sie überhaupt nicht verstehen. So verdeutlicht auch der neuste Bericht der Bunderegierung auf geradezu exemplarische Weise ein altes Dilemma: Der wissenschaftlich-technologische Fortschritt besitzt unterdessen eine derart rasante und komplexe Entwicklungsdynamik, dass er sich dem Vorstellungs- und Gestaltungsraum der allermeisten politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger entzieht. Und mit einem solchen Tröpfeln von Taschengeld auf eine zukünftige Schlüsseltechnologie werden Deutschland und Europa bald gar nicht mehr in der ersten Liga spielen. Dann kann man auch beim Ausspielen der Meisterschaft nicht mehr mitreden. Das wäre sehr bedauerlich, denn ein derartig wichtiges Spielfeld komplett den amerikanischen Kapitalisten oder chinesischen Kommunisten zu überlassen, könnte sich als fatal erweisen.


    0 0

    Schlägt man einen Roman von dem französischen Schriftsteller Gregoire Delacourt auf, so entfaltet sich sofort ein Gefühl von ganz besonderer Literatur. Das hat er in der Vergangenheit mehrfach bewiesen und auch die jetzige deutschsprachige Fassung aus dem Hoffmann und Campe Verlag steht dem nicht nach.

    Emmanuelle ist fast Vierzig, 18 Jahre davon verheiratet und hat zwei Kinder. Sie erzählt von einer ungewöhnlichen Begegnung. Sie erzählt von einem fremden Mann. Sie versucht, vor ihm zu verbergen, dass sie ihn beobachtet, dennoch sucht sie immer wieder den Ort auf, an dem sie ihn zum ersten Mal traf. Irgendwann begegnen sich ihre Augen, irgendwann lädt er sie zu Essen ein. Sie weiß nicht, wie ihr geschieht. Sie liebt doch ihren Mann, sie liebt ihre Familie. Warum fühlt sie sich zu diesem fremden Mann, der mittlerweile kein Fremder mehr ist, hingezogen? Dann beschließen beide, gemeinsam fortzugehen und ein ganz neues Leben zu beginnen. Doch da passiert das Unfassbare und das Leben bekommt tatsächlich eine Wendung.

    Faszinierend an diesem Roman ist seine Montage und der gesamte Stil, auf den der Autor ein besonderes Augenmerk gelegt hat. Die Geschichte von Emma wird zunächst in drei Teilen erzählt, wobei die Kapitelzählung im ersten Teil rückwärts verläuft bis zu dem Zeitpunkt, der einen Wendepunkt im Leben der Protagonistin darstellt. Ab dann wird vorwärts gezählt. Die Kapitel enthalten manchmal nur einen oder zwei Sätze, die mit Metaphern oder Zitaten gefüllt sind. Der Geschichte "Die Ziege des Monsieur Segiun" von Alphonse Daudet kommt dabei eine besondere Rolle zu. Sie ist im Anschluss des Romans deshalb noch mal komplett abgedruckt. Die Perspektive aus der Sicht der Protagonisten schafft eine ganz besondere Nähe zum Leser. Man hat das Gefühl, Emmanuelle mindestens genauso gut zu kennen wie das ihre Freundin Sophie tut. Jeder der drei Teile vermittelt einen eigenen Spannungsbogen durch einen anders gearteten Konflikt, dessen Lösung man unbedingt erfahren möchte.

    Ein dramatischer und hinreißender Liebesroman, der nicht nur durch seine Erzählweise sondern auch durch seine Tiefe besticht.

    Gregoire Delacourt

    Das Leuchten in mir

    Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg

    ISBN 9783455002737

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2018

    Mehr zum Autor gibt es hier, und auf editionoberkassel.de, sowie auf eo-akademie.de.


    0 0

    Vergangenen Samstag kam es zu einem Unfall, bei dem ein Tier ums Leben kam.

    • Zwei Frauen sind mit ihren fünf Hunden Gassi gehen, als ein Mann mit seinem Wagen eines der Tiere überfährt.
    • Was die Besitzer des Hundes schockiert: Der Fahrer zeigt keinerlei Reue.

    Zwei Frauen waren nachmittags mit ihren fünf Hunden Gassi gehen, als es passiert ist: Ein Autofahrer überfuhr eines der Tiere.

    Darüber berichtete die Polizei Monschau am heutigen Donnerstag.

    Frauen sind mit ihren Hunden unterwegs – ein Autofahrer überfahrt ein Tier

    Die beiden Tierbesitzer waren vergangenen Samstag im Ort Monschau in Nordrhein-Westfalen unterwegs, als sie einen Wagen beobachteten, der sich schnell näherte.

    Die Hunde sind daraufhin panisch geworden – die Frauen hatten Probleme die Tiere unter Kontrolle zu bekommen, geschweige denn, sie auf einen seitlichen Grünstreifen zu treiben.

    Beim Passieren einer Straße überfuhr der Mann mit seinem Wagen dann einen nicht angeleinten Hund.

    Aussage des Fahrers schockt die Besitzer des Hundes

    Der Fahrer hielt zwar an und sah sich das offensichtlich tote Tier an, doch viel Reue zeigte er nicht.

    Er sagte den zwei Frauen lediglich, dass man für das Tier nun nichts mehr machen könne. Darauf stieg er wieder in seinen Wagen und brauste davon.

    Die Besitzer des Hundes seien geschockt gewesen über die Aussage des Fahrers und hätten daraufhin die Polizei angerufen.

    Das Verkehrskommissariat hat bereits die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun Zeugen, die Angaben zum flüchtigen Pkw und dem Fahrer machen können.

    Der Fahrer soll folgt aussehen:

    • ca. 60 Jahre alt
    • ca. 1,65 - 1,70 m
    • groß mit kurzen grauen Haaren
    • Er war unterwegs mit einem schwarzen SUV mit belgischem Kennzeichen

    Informationen könnt ihr unter der Rufnummer 0241/957724101 abgeben.

    (jr)


    0 0

    • In den kommenden Tagen wird es nicht nur nass, sondern auch stürmisch.
    • Vom Atlantik überquert uns eine Regenfront nach der anderen – am Wochenende ist daher Vorsicht geboten.
    • Im Video oben seht ihr, welche Regionen besonders betroffen sind. 

    Am Donnerstag regnet es anfangs noch häufig, aber im Laufe des Tages lassen die Schauer nach. Es bleibt ab dem Nachmittag trocken, nur hier und da kommt auch später noch Nieselregen auf. Das Thermometer zeigt maximal sechs Grad Celsius in Dresden und bis zu zwölf Grad Celsius am Rhein an.

    Es drohen Starkregen und Sturmböen

    In der Nacht zu Freitag ziehen Regenschauer auf. Dann regnet es vor allem in der Nordhälfte Deutschlands, aber auch im Süden können ein paar Tropfen fallen. Der kräftige Südwestwind bringt außerdem viel Wärme zu uns und deshalb bleibt es in der Nacht genauso mild wie am Tag. Die Temperaturen liegen dabei zwischen sieben und elf Grad Celsius.

    Am späten Nachmittag zieht eine kräftige Regenfront von der Nordsee herein, die Starkregen und Sturmböen mit sich bringt. Das bedeutet: Das zweite Adventswochenende wird ungemütlich und so gar nicht winterlich.

    Das Wochenende wird stürmisch

    Zum einen erwartet uns viel Regen, wirklich gefährlich wird aber der stürmische Wind. Am Samstag und Sonntag kommt es zu Sturmböen und teilweise sogar zu Orkanböen.

    Daher ist Vorsicht geboten: Es können Bäume umstürzen und Häuser beschädigt werden. Der Verkehr wird dadurch auch sichtlich behindert werden – egal ob auf Schienen, der Straße oder in der Luft.

    Eine genaue Wettervorhersage für euren Ort findet ihr auf weather.com. 

    (chr)


    0 0

    Ein Mann in Hessen ist im betrunkenen Zustand auf eine schräge Idee gekommen.

    • Ein Mann in Hessen hat zu tief ins Glas geschaut und ist dabei auf eine verrückte Idee gekommen.
    • Er brach in eine Rettungswache ein, schnappte sich einen Wagen und raste davon – die Polizei musste den Mann stoppen.

    Ein 35-Jähriger hat am frühen Mittwochmorgen zu tief ins Glas geschaut: Aber anstatt seinen Rausch auszuschlafen, kam er auf eine schrägen Einfall.

    Er brach gegen 1:30 Uhr nachts in der Rettungswache Beerfelden in Hessen ein. Dort schnappte er sich ein Funkgerät sowie einen Schlüssel eines Rettungswagens.

    Darüber berichtet die Polizei Beerfelden.

    Mann rast mit geklautem Rettungswagen weg

    Mit dem Fahrzeug und eingeschaltetem Sondersignal raste er über die Bundesstraße 45.

    Dort wartete auch schon die Polizei auf den Mann, die ihn stoppte.

    Wegen seines offensichtlich verwirrten Zustands kam der 35-Jährige zur Behandlung in eine Fachklinik.

    Der Mann aus Beerfelden muss sich nun wegen Einbruchdiebstahls sowie rücksichtsloser Fahrweise unter Alkoholeinfluss verantworten.

    (jr)


    0 0

    • Deutschlands wohl bekannteste Putzfrau Susanne Neumann will aus der SPD austreten.
    • Im Video oben spricht Neumann über ihre Beweggründe.

    Jetzt reicht es ihr!

    Susanne Neumann, Deutschlands wohl bekannteste Putzfrau, möchte der SPD den Rücken zukehren. Ihre Begründung: “Die bewundern mich, dass ich angeblich Tacheles gesprochen hab. Aber keiner zieht richtig mit.“

    Bei ihren Auftritten bei “Anne Will“ und der SPD-Gerechtigkeits-Konferenz hatte Neumann den Finger in die Wunde gelegt und die Probleme der deutschen Sozialpolitik deutlich angesprochen.

    In die SPD war Neumann im April 2016 eingetreten, nachdem die ehemalige SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft um sie als Sozialdemokratin geworben hatte.


    0 0

    Alleinerziehende haben es in Deutschland schwer – vor allem, wenn sie arbeiten.

    ► In Vollzeit arbeitende Alleinerziehende verdienen in der Regel ein Einkommen unterhalb des Hartz-IV-Regelsatzes. Durchschnittlich ist das Monatseinkommen einer Alleinerziehenden, die den Mindestlohn bekommt, also niedriger als die ihr zustehenden Hartz-IV-Leistungen wären.

    Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der “Augsburger Allgemeinen” vorliegt.

    ► 90 Prozent der Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften (zum Beispiel: Mutter mit Kind) bekommen demnach mit Wohnzuschuss mehr vom Staat als Mindestlohn-Verdiener.

    ► Nach den Berechnungen müsste der Mindestlohn zwischen 11 und 13 Euro liegen, um den Unterschied auszugleichen. Im nächsten Jahr steigt der Mindestlohn jedoch nur auf 9,19 Euro.

    Wieso arbeitende Alleinerziehende weniger Verdienen:

    Eine Vollzeitstelle zum derzeitigen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde bringt nach Angaben der Bundesregierung bei einer tariflichen Wochenarbeitszeit von 37,7 Stunden einen Bruttoverdienst von 1338,62 Euro im Monat.

    ► Der Alleinerziehenden-Regelsatz liegt bei 416 Euro plus mindestens 245 Euro für ein Kind in der Bedarfsgemeinschaft.

    Aber: Wer Hartz-IV-Leistungen bezieht, dem stehen in einer Alleinerziehenden-Bedarfsgemeinschaft im Bundesdurchschnitt 538 Euro im Monat für Unterkunft und Heizung zu.

    Zum Vergleich: Wie die Zeitung schreibt, darf ein Mindestlohnempfänger mit einem Kind unter 6 Jahren derzeit maximal 336 Euro für Miete und Nebenkosten ausgeben – sonst ist dieser auf staatliche Transferleistungen angewiesen. 

    ►  Mehr als 90 Prozent der Hartz-IV-Eltern haben laut der Antwort derweil höhere Wohnkosten als 336 Euro

    Das fordert die Linke:

    In weiten Teilen der Bundesrepublik sei es angesichts der explodierenden Mieten kaum noch möglich für Alleinerziehende unter den Fixkosten von 336 Euro zu bleiben, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl.

    Gegenüber der Zeitung forderte sie:

    “Arbeitgeber müssen endlich einen angemessenen Preis für die von ihnen eingekaufte Ware Arbeit bezahlen. Sonst wird der Mindestlohn zur Armutsfalle und schützt nicht vor einem Unterbietungswettbewerb, der allein auf niedrigen und niedrigsten Löhnen beruht.”

    Die Linke verlange daher einen Mindestlohn von mindestens zwölf Euro.

    (lp)


    0 0

    Content is King! Diesen Grundsatz kennt jeder aus dem Marketing- und Kommunikationssektor. Nicht nur im B2C, auch im B2B-Bereich ist er das heilige Mantra der Branche. Doch wie ist es um die qualitative Beschaffenheit von besagtem Content bestellt? Wie authentisch kommt er daher? Und warum ist das für mich, der ich diesen Artikel lese, eigentlich von Bedeutung?

    Authentisch = Glaubwürdig

    Im Kern besteht Authentizität aus der Stimmigkeit von Außendarstellung und Innenleben eines Unternehmens, aus der Einheit von Marketingbotschaft und tatsächlichem Handeln. Es geht darum, die innere Leidenschaft eines Unternehmens für die Kernkompetenz klar sichtbar nach außen zu tragen - eine Verkaufs- und Umsatzabsicht sollte in den Hintergrund gerückt werden. Im Endeffekt ist die authentische Außenwahrnehmung eines Unternehmens mit seiner öffentlichen Glaubwürdigkeit gleichzusetzen. Ein hoher Grad an Glaubwürdigkeit stellt einen entscheidenden Faktor für erfolgreiche Kommunikation dar.

    Das Influencer-Dilemma

    Am Beispiel reichweitenstarker Influencer wird die Problematik mangelnder Glaubwürdigkeit deutlich. Social Media avanciert seit Jahren zur Markthalle des 21. Jahrhunderts. Influencer stellen die modernen Marktschreier dar. In diesem Wettstreit ist allerdings weniger die Lautstärke der transportierten Botschaft entscheidend, sondern die Beziehung des Influencers zu seinen Followern. Wer in der Gunst seiner Community fällt, riskiert einen Verlust seiner Reichweite und somit auch seinen Marktwert. Überdurchschnittlich häufige Werbe-Posts oder nicht deutlich gekennzeichnete Product-Placements können durch negative Kommentare abgestraft werden - Follower gehen verloren. Die Kunst gelebter Authentizität besteht also darin, das Publikum vom Mehrwert der beworbenen Produkte zu überzeugen und gleichzeitig die Glaubwürdigkeit und damit das Vertrauen der Leser sowie deren Aufmerksamkeit zu behalten.

    Glaubwürdig = Eigenproduziert

    Im B2B-Bereich nimmt die Glaubwürdigkeit von Inhalten einen immer höheren Stellenwert ein. Unsere aktuelle Studie „Social Media in der B2B-Kommunikation – Wie verändert sich die Nutzung der Kanäle“ zeigt es auf: Glaubwürdigkeit rangiert nur knapp hinter der Wertigkeit von interessantem Content auf Platz zwei bei den wichtigsten Erfolgsfaktoren für Social Media im B2B-Umfeld.

    Die Online-Community will in erster Linie von hochwertigem Content unterhalten und informiert werden. Erst dies motiviert die Konsumenten, sich ein Video anzuschauen oder einen Blogbeitrag zu lesen. Der Zuschauer möchte dadurch einen echten Mehrwert erfahren. Wenn die angebotenen Inhalte authentisch sind entsteht ein Vertrauensverhältnis. Dieses Verhältnis zu erhalten, muss eine Maxime der Unternehmenskommunikation sein - selbst produzierte Inhalte verleihen hier höchste Authentizität. Dieser Content muss zielgruppenspezifisch sein und im nächsten Schritt auf den relevanten Plattformen platziert werden: Plakativ und bewegt für Facebook und YouTube, in Form von Fachartikeln in den Business-Netzwerken Xing und LinkedIn. So wird mit dem selbst produzierten Inhalt und der richtigen Zielgruppenansprache der maximale Erfolg generiert.

    Die Vorteile von authentischer Kommunikation

    · Authentische Kommunikation ist echt und macht nahbar

    · Authentische Kommunikation macht sympathisch

    · Authentische Kommunikation baut Vertrauen auf

    · Authentische Kommunikation zieht Wunschkunden an

    · Authentische Kommunikation hebt aus der Masse hervor

    Wie wichtig ist für Sie selbstproduzierter Inhalt? Was ist Ihre Meinung dazu? Treten Sie mit uns in Dialog, wir freuen uns auf Ihre Diskussionsbeiträge!


    0 0

    Ferien sind für Mütter eine der nervigsten Zeiten im Jahr. Während die Kinder den Ferienbeginn kaum abwarten können, zähle ich die Tage, bis die Schule endlich wieder beginnt und der Alltag einkehrt. Doch kann man den Ferien auch was Gutes abgewinnen und was macht die Ferien eigentlich so anstrengend?! Im Folgendem verrate ich euch, warum die Ferien für mich der blanke Horror sind und ich den Schulanfang förmlich herbei sehne.

    Vorab möchte ich euch nicht vorenthalten, dass die Ferien auch eine positive Sache mit sich bringen, und zwar die Tatsache, dass für mich der morgendliche Stress wegfällt. Mein Wecker klingelt nicht wie gewohnt um 6.00 Uhr, ich muss keine Pausenbrote schmieren, meine Kinder 5 mal wecken oder mehrfach ihre Trödeleien unterbrechen, um es rechtzeitig zur Schule zu schaffen. Das waren dann aber auch schon alle Vorteile, die die Ferien für mich, als Mutter, mit sich bringen.

    Nun folgt eine große Liste von Nachteilen. Da meine Kinder aus ihrem gewohnten Alltag gerissen werden, sind sie die ersten Tage total quengelig und langweilen sich. Nicht selten kommen auch Vorwürfe, wie: "alle sind im Urlaub, nur wir müssen uns langweilen".

    Ich vertrete da aber eher die Meinung, dass es nicht immer ein kostspieliger Urlaub sein muss und meine Kinder in den Ferien auch ruhig Zeit mit den Freunden verbringen können. Während meine Kinder sich ihrer Freizeit widmen können, geht für mich der Alltag nahezu wie immer weiter.

    Beim Haushalt fängt es an. Dieser macht sich nicht von alleine und fällt täglich an. Hinzu kommt das Erledigen und Besorgen alltäglicher Dinge, was umgeben von Kindern um ein Vielfaches erschwert wird. Auch das Putzen muss in diesen Tagen auf ein Minimum reduziert werden, da es mit Kindern um einen rum einfach vergebens ist. So passiert es, dass der Haushalt stellenweise verkümmert und sich überall Baustellen ansammeln.

    Damit wir den Ferienalltag dennoch halbwegs überstehen können, unternehmen wir eine Reise, die unsere Haushaltskasse gerade noch hergibt. Mehr als zwei Wochen sind jedoch nicht drin und der Stress beginnt für mich bereits wieder beim Packen und der Planung des Urlaubs. Am Urlaubsort angekommen ist auch die ersten Tage nichts von Erholung zu spüren, da die Kinder wieder nur bei mir sind und Beschäftigung fordern, bis sie endlich jemanden zum Spielen gefunden haben.

    Nach nur vier Wochen Ferien bin ich trotz Urlaub gestresster als vorher. Ich zähle die letzten zwei Wochen und freue mich, wenn die Schule endlich wieder losgeht. Und auch dann braucht es wieder seine Zeit, bis der Alltag seine gewohnten Wege geht. Die Kinder müssen wieder an den Schulrhythmus gewöhnt werden und ich habe alle Baustellen zu beseitigen, die sich angesammelt haben. Wenn dass alles überwunden ist, kommen wieder Tage, wo ich neben den Schularbeiten und Haushalt, endlich wieder Zeit für mich habe und darauf freue ich mich am meisten.

    Nicht desto Trotz möchte ich natürlich klar machen, dass die Ferien keine reine Qual für mich sind. Ich liebe es, wenn ich so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern verbringen kann und auch das morgendlich gemeinsame Ausschlafen oder das spät abends einen Film zusammen gucken, bringt seine Reize mit.


    0 0

    Dave Robicheaux, Protagonist dieser Krimi Reihe von James Lee Burke, wird in diesem Roman an alte Vorgänge in seinem Leben erinnert. Obwohl er seine Erinnerungen lieber verdrängen würde, zwingt ihn das Geständnis eines alten Mannes zum Gegenteil. Die Ereignisse um das Verschwinden von Ida Durban treten in den unmittelbaren Vordergrund. Sein Halbbruder Jimmy war damals so verknallt in Ida, dass der so viele Jahre kaum an ein anderes Mädchen gedacht hatte. Jimmy und Ida wollten damals nach Mexiko abhauen und ein neues Leben beginnen. Doch Jimmy wartete an dem ausgemachten Termin umsonst, Ida kam nie. Von dem Tag an blieb sie verschwunden. Und je mehr Zeit verging, umso mehr glaubte Jimmy, dass sie tot war.

    Der Fall von der Vermissten Ida ist aber nicht der einzige Fall, mit dem sich Dave befasst. Seine Freundin, Kollegin und Chefin Helen bei der Polizei holt ihn wegen seiner außerordentlich guten Ermittlungsleistungen in den Dienst zurück. Schließlich ist gerade ein Serienmörder unterwegs, der junge Frauen entführt und brutal ermordet. Dave ist gut und sie braucht jeden Mann, da kann sie auf die Gründe seiner Entlassung keine Rücksicht nehmen.

    James Lee Burke ist für seine schonungslose Beschreibung des Amerikas von heute bekannt. Es ist das Amerika abseits der riesengroßen Megacitys, ein Amerika in den Tiefen des Landes, ein Amerika, wo US-Präsident Trump seine Freude hat, Wähler zu gewinnen. Doch der Autor protokolliert in seinen Fiktionen sehr authentisch und detailreich die Vorgänge in der amerikanischen Seele. Neben den actionreichen Szenen holt Burke immer wieder Luft und lässt die Gedanken der Leser baumeln, wenn er durch den Kopf und die Erinnerungen des Protagonisten dessen Leben und Gefühlswelt schildert. Man kommt so nah an Dave Robicheaux heran, dass man meint, mit ihm in einer Kneipe zu sitzen und ein Bier zu trinken. Dabei trinkt der gar kein Bier. In anderen Momenten fasziniert Burke mit einer Landschaftsbeschreibung, wenn das Auto über die Straßen rollt oder geangelt wird. Und besonders beruhigend ist es, wenn sich der Protagonist an solche schönen Bilder erfreut. Jegliche Brutalität und Gewalt, zu der Robicheaux immer wieder gezwungen wird, ist dann verschwunden. Man spürt den Drang genau wie Dave, allen Schmutz und Dreck hinter sich zu lassen. Die Mischung aus besinnlichen und actionreichen Szenen ist dem Schriftsteller extrem passend gelungen.

    Ein fesselnder Roman, der seinen Autor von der besten Seite zeigt. Unbedingt zu lesen!

    James Lee Burke

    Flucht nach Mexiko

    Pendragon Verlag, Bielefeld

    ISBN 9783865326218

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2018

    Mehr zum Autor gibt es hier, und auf editionoberkassel.de, sowie auf eo-akademie.de.


    0 0

    Vor wenigen  Tagen hat die Bundesregierung im Digitalkabinett eine Strategie für Künstliche Intelligenz beschlossen. Wie weit wir in der Ausrichtung zu KI hinterher sind, zeigt sich immer deutlicher - sei es bei den Investitionen, in der Forschung oder der Expertenlücke. Manche sprechen von dem Drei-Milliarden-Paket der Bundesregierung als "Digitale Peanuts". Im Rahmen der KI-Dialoge durfte ich bei den Petersberger Gesprächen mit Prof. Schwertfeger sprechen. Sören Schwertfeger forscht an der neu gegründeten ShanghaiTech University über Robotik und Künstliche Intelligenz. China hat hehre Ziele, was die Entwicklung Künstlicher Intelligenz angeht: Bis 2030 will das Land Weltmarktführer werden und sorgt daher durch staatliche Eingriffe für die Entwicklung einer innovationsgetriebenen Wirtschaft. Schon bei den Petersberger Gesprächen war ich fasziniert von seinen Ausführungen.

    Prof. Sören Schwertfeger

    „Chinas enormes Wirtschaftswachstum ruft Ängste hervor“

    Stephan Grabmeier: Herr Prof. Schwertfeger, sie haben sowohl in den USA als auch in Europa und nun in China in den Bereichen Robotik und KI geforscht. Wo sind die Arbeitsbedingungen am besten?

    Sören Schwertfeger: Da muss ich erst einmal zwischen der industriellen und der universitären Forschung unterscheiden. Im Silicon Valley bei Alphabet oder bei Amazon findet man sicher ideale Bedingungen, wenn man ein anspruchsvolles Projekt verfolgt – sofern man die entsprechende Unterstützung bekommt.

    Allerdings sind in der Wirtschaft natürlich bei den meisten Projekten möglichst schnell unternehmerische Gewinne gefordert, so dass auch solch große Unternehmen ihre Pläne schon mal drastisch ändern. Alphabet verkaufte z. B. 2017 seine Robotik Firmen (Boston Dynamics, Schaft) an die Japanische Softbank Gruppe. Insofern bietet das universitäre Umfeld größere Freiheiten, sich mit seinen eigenen Gebieten ausgiebig zu beschäftigen. Gerade in der teuren Robotikforschung ist man aber auch hier sehr auf Drittmittelprojekte angewiesen.

    China investiert viel in Forschung und auch in neue Universitäten. Ausländische Wissenschaftler aller Level sind hier willkommen. Insbesondere wirtschaftlich interessante Gebiete wie Robotik und KI werden stark gefördert, so dass Forscher auch am Anfang ihrer Karriere Zugriff auf teure Hardware bekommen können. So habe ich als Assistant Professor an der ShanghaiTech University ein exzellent ausgestattetes Labor einrichten können – das wäre mir in einer vergleichbaren Anstellung in der USA oder Europa nicht möglich gewesen. Im Vergleich zu etablierten Professoren in Europa oder den USA, die entsprechende Erfolge in der Drittmitteleinwerbung haben, nivellieren sich solche chinesischen Vorteile aber wieder etwas. Auch wenn in China viel Geld für Forschungsprojekte bereitgestellt wird, muss man auch bedenken, dass es bei über 2900 Universitäten dann trotzdem nicht leicht ist, bei Forschungsanträgen erfolgreich zu sein. Die Erfolgsrate bei der „National Science Foundation China (NSFC)“ liegt bei zehn Prozent. Die Förderung geht häufig an die etablierten Forschungsuniversitäten mit gut vernetzten Professoren. Als ausländischer Wissenschaftler ist die Arbeit in China sicherlich herausfordernder als im Ausland in Europa oder der USA zu arbeiten, schon aufgrund der Sprachbarriere.

    China galt noch vor ein paar Jahren vor allem als Copyshop westlicher Technologien. Heute ist das Land selbst ein wichtiger Player, was technologische Innovationen angeht. Haben Europa und die USA China zu lange unterschätzt?

    Das enorme Wirtschaftswachstum Chinas hat ja schon länger auch Ängste in Europa hervorgerufen. Früher wurden solche Ängste auf Japan projiziert, heute ist es China. Die Entwicklung in China wird vorangehen, so dass das Land einen sehr starken Platz in der Welt einnehmen wird. Mit den aufkommenden Hochtechnologien wie KI sieht China eine Chance, von Anfang an eine führende Rolle zu spielen und fördert diese Bereiche dementsprechend stark. China wird seine wirtschaftlichen Interessen robust verteidigen. Insofern wäre es empfehlenswert, die Partnerschaft zwischen der USA und Europa wieder zu stärken, um ein besseres Gleichgewicht erzielen zu können.

    „Europa muss stärker in die Zukunft investieren“

    Bis 2030 will China Weltmarktführer im Bereich Künstliche Intelligenz werden. Im „New Generation Artificial Intelligence Development Plan” werden verschiedene Instrumente geschildert, die dazu beitragen sollen, dieses Ziel zu erreichen. Wie bewerten Sie diese Instrumente?

    Der New Generation Artificial Intelligence Development Plan beinhaltet viele verschiedene Instrumente, von denen viele dann auch erst auf dem Provinz-Level implementiert werden müssen, wie die Wirtschaftsförderung. Dabei werden sowohl große etablierte Firmen als auch Startups unterstützt. China hat einige Vorteile im Bezug auf die KI Entwicklung: Es gibt viele Daten von den 800 Millionen Internetnutzern, ebenso viele potentielle Kunden und eine Gesetzgebung, die die Firmen erst einmal nicht einschränkt und erst spät reguliert (Detaillierte Informationen dazu finden Sie auch im Interview mit Prof. Markus Taube über die chinesische Innovationspolitik).

    Eine bedeutende Komponente des Plans ist die Wissenschaftsförderung, die mit entsprechend ausgeschriebenen Projekten sicher einige gute Ergebnisse liefern wird. Wichtig sind dabei natürlich auch die Studenten, die an diesen Projekten gearbeitet haben und dann als KI-Experten der Wirtschaft zur Verfügung stehen. Ob China mit diesen Maßnahmen bis 2030 tatsächlich Weltmarkführer in der KI werden wird, ist aber schwer einzuschätzen.

    Deutschland hat, wohl auch in Reaktion auf diesen Entwicklungsplan, kürzlich einen Masterplan KI verabschiedet, um auf dem Gebiet der KI wettbewerbsfähig zu werden. Denken Sie, das gelingt mit diesem Plan der den chinesischen Maßnahmen weit hinterherhinkt?

    Die Tatsache, dass der Bundesregierung dieses Themas bewusst ist und sie ein solches Strategiepapier verfasst, ist ausgezeichnet. Die dort formulierten Ziele und Handlungsfelder lesen sich sehr gut. Deutschland hat gute Voraussetzungen, gute Universitäten, industrienahe Forschungsinstitute, Rechtssicherheit und eine sich entwickelnde Startupszene. Letztendlich hängt der Erfolg des Masterplans von der konkreten Ausgestaltung und Umsetzung der Maßnahmen ab. Gerade auch im Bereich Bildung und Forschung sollte wirklich viel Geld in die Hand genommen werden, um sowohl große Projekte als auch vielfältige kleinere Forschungsvorhaben zu fördern. Deutschland ist reich – damit das so bleibt, muss ein größerer Teil des Bruttosozialprodukts in die Zukunft investiert werden – in zukunftsträchtige Technologien wie die KI.

    Sie arbeiten an der nächsten Generation von chinesischen Universitäten, mit enormer Kapitalausstattung, perfekten Professoren/Studenten Quoten und Rahmenbedingungen, die kaum woanders vorhanden sind. Zieht China auch in der Bildung mittelfristig an uns vorbei?

    Für Studenten ist ein gutes Betreuungsverhältnis sicher vorteilhaft. Solche Zahlen sind aber nur schwer direkt zu vergleichen: In Deutschland gibt es dafür einen größeren Akademischen Mittelbau, wo PostDocs viel Lehre übernehmen. Andererseits ist für die Forschung der Professoren solch eine geringe Anzahl von Studenten oft auch nicht ideal: in entwicklungsintensiven Feldern wie z.B. der Robotik werden für größere Projekte mehr erfahrene Entwickler gebraucht.

    Studenten in China haben viele Pflichtfächer, wie z.B. „Ausgewählte Werke des Marxismus“, „Einführung in die Chinesische Zivilisation“, „Moderne Chinesische Literatur“, Englisch oder Sport (vier Semester) – zwei bis drei Kurse pro Semester, während sich deutsche Studenten von Anfang an auf ihr Fach konzentrieren können. Dafür sind chinesische Studenten im Durchschnitt ehrgeiziger und arbeiten viel intensiver für einen guten Abschluss. Denn dieser bestimmt entscheidend mit, wie gut die spätere Anstellung und somit die finanzielle Sicherheit für ein gutes Leben sein wird.

    Chinas Spitzenunis sind sicher sehr gut. Die besten Studenten aus ganz China konzentrieren sich dort, es gibt gute Lehre und interessante Forschungsprojekte. Die Top-Studenten gehen allerdings meist ins Ausland – primär in die USA. Wenn das nicht klappt aber auch gerne nach Europa. Verglichen mit dem Durchschnitt der 2900 Universitäten in China wird Deutschland trotzdem noch einige Zeit weit bessere Bedingungen bieten.

    „China ist schon heute ein Überwachungsstaat“

    Durch das System des Staatskapitalismus kann China weitaus schneller auf Veränderungen reagieren und Ressourcen viel freier verteilen als die westlichen Demokratien, in denen Entscheidungen häufig langwierige Prozesse durchlaufen müssen. China ist ein autoritäres System. Finden Sie es nicht bedenklich, dass gerade dieses Land so viele Ressourcen in KI steckt – eine Technologie, die potenziell dazu geeignet ist, Menschen ihrer Autonomie zu berauben?

    Sie sprechen zwei verschiedene Aspekte an: die agile Reaktion auf aktuelle technologische Entwicklungen als auch die Überwachung mittels KI.

    Die technologische Entwicklung scheint stetig an Geschwindigkeit zuzunehmen. Dies stellt Regierungen weltweit vor Herausforderungen, schnell die Gesetzgebung und Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen um einerseits Rechtssicherheit zu schaffen und andererseits der Gesellschaft und der Wirtschaft die Möglichkeit zu geben, diese Technologien bestmöglich einzusetzen.

    Die starke Staatsmacht in China kann schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren und unterstützt die heimische Wirtschaft mittels vielfältiger Mittel. Dass die demokratischen Prozesse in Deutschland (Gesetzgebung, Interessenausgleich durch Gerichte) länger dauern, liegt in der Natur der Sache. Die Bürger und Volksvertreter in Deutschland und der EU sollten für solche Themen stärker sensibilisiert werden um schneller und besser entscheiden zu können, anstatt sich immer nur mit einem eher sekundären Thema zu beschäftigen. Themen wie Breitbandausbau oder das Leistungsschutzrecht beispielsweise sind meiner Meinung nach in der Vergangenheit nicht gut gelöst worden. Des Weiteren sollte vom Staat mehr in Bildung und Forschung investiert werden, auch um mit China Schritt zu halten.

    Sie haben die Entwicklung der KI im autoritären China angesprochen. Es ist klar: China ist schon jetzt ein Überwachungsstaat. Die Internetkommunikation wird mitgeschnitten und beschränkt. Die Bewegung der Bevölkerung wird registriert (Bahn- und Flugtickets, Kameras auf den Straßen), um nur zwei Beispiele zu nennen. Eine neue, von der Regierung forcierte Entwicklung ist das Sozialkredit-System, bei dem Daten verschiedenster staatlicher und kommerzieller Stellen zusammengeführt werden sollen, um dann z.B. Personen mit schlechter Wertung Zug- und Flugtickets zu verwehren – was bereits gängige Praxis ist. Technologien wie die KI spielen bei solchen und anderen Überwachungsprojekten natürlich eine wichtige Rolle. Dies sollte allen Demokratien als abschreckendes Beispiel dienen. Deutschland und die EU müssen in der gesellschaftlichen Diskussion genau abwägen, wie und wo KI im staatlichen und kommerziellen Bereich eingesetzt werden soll. Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung ist meiner Meinung nach ein wichtiger Schritt. Etwas Vergleichbares gibt es in China nicht.

    Zu versuchen, die Entwicklung von KI zu stoppen oder zu verlangsamen, weil diese für Überwachungszwecke eingesetzt werden kann, ist illusorisch, unter anderem auch wegen dem enormen wirtschaftlichen Potenzial der KI. Wir können nur hoffen, dass sich in Zukunft die freiheitlichen Rechte in China mehr dem westlichen Demokratieverständnis annähern. Diese gesellschaftliche Anpassung muss hauptsächlich aus China selbst heraus geschehen.

    Herr Professor Schwertfeger, vielen Dank für die interessanten Einblicke in Chinas Forschungs- und Universitätslandschaft.

    Über Prof. Sören Schwertfeger

    Sören Schwertfeger ist seit 2014 Assistant Professor an der ShanghaiTech University in China. Dort lehrt er Informatik und Robotik und forscht zu autonomer, mobiler Robotik, mobiler Manipulation, Such- und Rettungsrobotik, Kartenerstellung für Roboter und KI. Sören Schwertfeger kann auf Forschungsaufenthalte in den USA, unter anderem in Berkeley, zurückblicken, organisiert internationale Wissenschaftssymposien und ist Mitherausgeber des IEEE Robotics und Automation Magazine.


    0 0

    Gestern klas ich einen Aufruf von Elke Benning-Rohnke, einer Vorständin des FidAR e.V.: Eine Petition zur Chancengleichheit unter der Überschrift “Ungleich war gestern!

    Inhalt der Petition ist, dass Unternehmen endlich dazu übergehen müssen, Frauen in Führungspositionen nicht nur zu fördern, sondern schlichtweg dieses als Normalität zu akzeptieren. Ich möchte die einzelnen Petitionspunkte abschreiben, diese kann man dort direkt nachlesen.

    Ich selber bin dem Wunsch gerne nachgekommen:

    Es reicht nicht, Quoten zu fordern. Die Chancengleichheit erreichen wir nur, wenn wir alle an unserem Selbstverständnis arbeiten. Die Ziele sind nicht in einem, oder zwei Jahren erreichbar, sondern (im schlimmsten Fall) üebr eine Generation, und nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen und gemeinsam diese Werte vermitteln.

    Noch feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht. Seitdem hat sich viel getan (so können Frauen seit 41 jahren eine Arbeitsverhältnis aufnehmen, ohne dass der Ehemann zustimmt. Heute undenkbar!), aber noch nicht genug.

    Zusammengefasst ist die Thematik unter dem Stichwort “Diversity”. Wobei Diversity sich nicht auf chancengleichheit von Frauen beschränkt, sondern genereller Natur, ungesehen religiöser Ausrichtung, körperlichen Merkmalen, oder auch politischen Ansichten (Einschränkung: Soweit verfassungskonform).

    Ich selber finde es sinnvoll, ein Zeichen zu setzen: Wir stehen als Generation im Jahr 2018 für die Werte ein, Chancengleichheit im Beruf, Karriere und darüber hinaus nicht nur zu fordern, sondern im eigenen Umfeld zu leben und erleben. Wir sollten uns einmischen, wo es es nicht so ist. Jeder kann im Kleinen dafür einstehen, um im Großen was zu erreichen.

    Ich würde mich freuen, wenn mehr Mitstreiter sich dem Thema und der Petition des FidAR widmen würden!


    0 0

    Der Urknall ereignete sich am 27. Oktober 1986, dafür verantwortlich war die Regierung Thatcher. Ab diesem Tag war es ausländischen Firmen erlaubt an der Londoner Börse zu handeln und Anteile an britischen Firmen zu halten. In der Folge erwarb die Deutsche Bank die altehrwürdige Institution Morgan Grenfell, die sich allerdings als weit weniger solide erwies als gedacht. Der Arroganz ihrer Angestellten in der City of London tat dies allerdings keinen Abbruch, ihre egoistischen Exzesse kannten keine Schranken mehr.

    Die Aufbruchsstimmung dieser Jahre schildert Dirk Laabs in seinem Bad Bank. Aufstieg und Fall der Deutschen Bank (DVA, München 2018) so fesselnd, dass man sich in einem Thriller wähnt, einem Thriller mit grossem Aufklärungspotential.

    Wer wissen will, wie die Welt funktioniert, sollte den Menschen studieren. Und vor allem seine Anfälligkeit für süchtiges Verhalten, denn den Hals nicht voll zu kriegen, ist nichts anderes als Sucht. Und sein Hang, sich blenden zu lassen, ist in seiner Natur angelegt. Das wussten bereits die alten Römer, die das „mundus vult decipi“ nannten, die Welt will betrogen werden.

    Dass das Image einer Bank wesentlicher ist als was sie wirklich ausmacht, gehört zu den Rätseln, denen wir alle unterliegen. Der Selbstbetrug scheint dem Menschen Schicksal. Und daran zu glauben, dass Geld glücklich macht, ebenso. „Only money matters“ lautet einer der Zwischentitel dieses Buches und fasst damit so recht eigentlich zusammen, worum es bei den Banken (und fast überall in der modernen Welt) in erster Linie geht.

    Im Buddhismus gilt die Gier als das Grundübel, im Kapitalismus als die Lösung. Da werden Finanzinstrumente geschaffen, die keiner versteht, da werden Warnungen ignoriert und Risikos eingegangen, weil man die Realität nicht wahrhaben will. Dass man sich dabei oft auch haarscharf am Rande der Legalität bewegt und auch hin und wieder die Grenze überschreitet – sowieso. „Auf genau solche Unternehmen war Donald J. Trump angewiesen“, so Dirk Laabs und macht damit so nebenbei klar, dass es Trump ohne die Trump-Profiteure nicht gäbe.

    Obenaus schwingt, wer den Machtkampf beherrscht

    Bei Banken gilt, was auch sonst in der sogenannten Wettbewerbsgesellschaft gilt: Obenaus schwingt, wer den Machtkampf beherrscht. Und je besser die Bedingungen für den Kampf sind (je weniger reguliert wird), desto rücksichtsloser und unverschämter kann gestritten werden. Wenn man sich dabei übernimmt, heisst das noch lange nicht, dass man dann auch zur Kasse kommt. Als fünf Tage nachdem der politisch bestens vernetzte Energiekonzern Enron Bankrott gegangen war, zwei Jets in die Zwillingstürme des World Trade Center rasten, hatte die Welt anderes zu tun, als sich um die wild gewordenen Banken zu kümmern.

    Zum journalistischen Handwerk gehört bekanntlich, dass man personalisiert. Und das tut Dirk Laabs auch ausgiebig. Das hat zur Folge, dass sich Bad Bank spannend liest, jedoch gelegentlich den Eindruck aufkommen lässt, das Schicksal der Deutschen Bank (und jeder anderen Bank) hänge vom Führungspersonal beziehungsweise von einzelnen Personen ab. Naheliegender scheint mir, dass die die Geschäftskultur prägenden Werte (Gier; Selbstüberschätzung; Gehorsam; Niemand schaut genau hin, wenn viel Geld verdient wird etc.) letztlich entscheidend sind.

    Nichtsdestotrotz: Natürlich sind viele Ereignisse auch von den dabei involvierten Personen geprägt. Und Dirk Laabs wartet mit aufschlussreichen Geschichten und Anekdoten über zahlreiche prominente Zeitgenossen auf – von Donald Trump über James Comey zu Rudy Giuliani, der als umtriebiger New Yorker Staatsanwalt nicht immer ein glückliches Händchen zeigte. „Nach einem erfolglosen Undercover-Einsatz gegen Drogendealer in Brooklyn, an dem er persönlich teilgenommen hatte, posierte er in schwarzer Lederweste für die Fotografen. Die Weste hatte er zufällig in der Asservatenkammer entdeckt, aber übersehen, dass sie einem Hells-Angels-Rocker gehört hatte und mit entsprechenden Aufnähern versehen war. Einer dieser Aufnäher bezeugte, dass der Träger der Weste einen Menschen umgebracht hatte.“

    Die Deutsche Bank war über Jahrzehnte der dominierende Machtfaktor in Deutschland; nach der Übernahme des US-Konkurrenten Bankers Trust im Jahre 1999 was sie sogar die Nummer Eins in der Welt. Sie schien solide und unbesiegbar, doch sie war es nicht. Wachstum um jeden Preis war angesagt und so lange Geld gemacht wurde wie in der Investmentbank oder beim Handel mit Kreditinstrumenten, schaute man auch nicht so genau hin, ignorierte man die Warner, die es durchaus gab. Im Juni 2018 kostete die Aktie weniger als 10 Euro. Zum Vergleich: Vor dem Ausbruch der Finanzkrise, im Juli 2007, war eine Aktie noch 109 Euro wert. Ein desaströser Wertverlust.

    Wie es dazu hat kommen können, schildert Dirk Laabs eindrücklich. Am besten fasst man dieses Buch, das auch eine immense Fleissarbeit ist, mit des Autors eigenen Worten zusammen. „Dies ist ein Buch über Menschen, die ihre Bank und sich selbst überschätzt haben, am Ende sogar glaubten, unfehlbar zu sein.“

    Nie täuscht sich der Mensch bekanntlich mehr, als wenn er sich selber einzuschätzen hat.


    0 0

    Agile ist für viele die Antwort auf die Digitalisierung. “Wir müssen agiler werden”, kommt so schnell über die Lippen. Oft ohne dass die dahinterstehenden Grundannahmen reflektiert sind. Es ist wie eine Medizin, die der Art verordnet hat - sie wird ungefragt genommen. Dabei ist kaum jemand bewusst, was eigentlich in den bunten Pillen steckt, auf denen derzeit allerorten “agile” steht.

    Klassische Unternehmensberatungen kleben nun ein Agile-Etikett auf alles, was schneller und noch wirtschaftlicher machen soll. Kamen sie vor 20 Jahren noch im dunklen Boss-Anzug über Hinterzimmer an Effizienzschrauben, mischen sie sich nun im Hoodie ins Management. Es bleiben die gleichen Denkstrukturen wie damals. Im Gepäck sind lediglich andere Worte - als Werte verkleidet.

    Immer mehr nutzen das Vakuum, das durch Definitionsschwächen entstanden ist. Was ist denn nun „agile“? Spätestens, wenn der Begriff das Projektmanagement verlässt, wird es schwammig. Da nur wenige Unternehmensbosse Lust haben, sich mit Schwammigkeit intensiver auseinanderzusetzen - denn eine schnelle Antwort gibt es nicht -, suchen sie inspiriert von oberflächlichen Events nach Lösungen und Standards für tiefgreifende Themen. Sie folgen dabei wie eh und je der Frage „wie“ -wie geht das, damit schnell was rauskommt. Besonders wenig interessiert sind sie am „warum“. Sie wollen nicht wissen, was das ganze soll und auf Basis welcher Grundannahmen man sich entscheidet. Entscheidungen im Single Loop: Ich habe ein Problem, ich suche die Lösung in einer “Methode” (die keine ist) oder Organisationsform (die keine Kopie zulässt).

    Ich bin von der menschlichen Seite zu „agil“ gekommen bin. Mich treiben humanistische Werte. Ich sehe, dass Menschen viel verloren haben und nun wiedergewinnen können. Ich glaube daran, dass wir die Digitalisierung als Chance nutzen müssen, um die Arbeitswelt besser zu machen. Ich bin überzeugt, dass es grundlegend falsch ist, Menschen zu Robotern machen zu wollen; es gar nie gelingen kann. Dieser Trend macht sie am Ende nur zu Menschen ohne Eigenschaften, frei nach Robert Musil - zu Nichtsen. Für mich ist agiler werden nichts anderes als so beweglich zu werden wie es auch die Märkte sind. Agile ist mehr eine Philosophie als ein "how to". Das allerdings trifft in manchen Umfeldern auf wenig Gegenliebe. Keine Bits Practice? Keine Blaupause? Es kommt besser an, wer diese bieten kann.

    Da wird gerade alles verbrannt, was eine Chance hätte sein können. Gute und sinnstiftende Gedanken ins Absurde gezogen werden, wenn das Etikett „agile“ für alles Mögliche gebraucht wird, was überhaupt nicht „agile“ ist - nicht mal im engeren Sinn eines Frameworks. Das betrifft alle Ebenen, die der Unternehmenssteuerung genauso wie die des Projektmanagements. Wenn das Spotify-Modell als Matrix im Bürokratie-4.0-Gewand eingeführt wird, so ist es nicht das Spotify-Modell, sondern irgendwas das dieses Unternehmen tut. Wenn Scrum ohne Scrum Master betrieben wird, so ist es kein Scrum, sondern irgendwas für das man einen Namen braucht. Wenn ein agile Coach nicht coacht, sondern Fachwissen trainiert, so ist er kein Coach, sondern Lehrer Lampe. Persönlichkeits- und Teamentwicklung wird er so sicher nicht anstoßen. Die aber ist nötig, wenn Menschen eigenverantwortlich und intrinsisch motiviert handeln sollen.  Daraus ergibt sich schon die größte Baustelle und entscheidende Unterschiede: Menschen die weder autonom sein können noch wollen, die das nie gewohnt waren, werden nicht zu agilen Persönlichkeiten nur weil sie jetzt Meetings halten sollen.


older | 1 | .... | 1636 | 1637 | (Page 1638) | 1639 | 1640 | .... | 1692 | newer