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Huffington Post Germany Athena

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    Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen. 

    ► Der ehemalige Anwalt von Donald Trump, Michael Cohen, hat vor Gericht zugegeben, bei einer Anhörung vor dem US-Kongress gelogen zu haben. Das berichtet mehrere US-Medien. 

    ► Cohen hatte im vergangenen Jahr in einer Anhörung behauptet, nur bis Januar 2016 an einem Deal für einen Trump Tower in Moskau gearbeitet zu haben.

    ► Nun räumte der Anwalt laut der Nachrichtenagentur AP aber ein, dass er noch bis zum Juni 2016 an dem Deal gearbeitet habe. 

    Was diese Nachricht für die Russland-Ermittlungen und Trump bedeutet: 

    Cohen, der frühere Anwalt von Trump, hatte sich bereits im August schuldig bekannt, 2016 gegen die Gesetze zur Wahlfinanzierung verstoßen zu haben. Dabei ging es um Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen, die behaupten, eine Affäre mit dem US-Präsidenten gehabt zu haben. 

    Das nun neuerliche Schuldbekenntnis betrifft die Russland-Affäre und fällt damit unter die Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller. 

    Für Trump ist das Geständnis brisant: Zwar gab er nach der Wahl zum US-Präsidenten den Vorsitz seines Unternehmens, der Trump Organization, an seine Kinder ab. 

    Aber: Auch das Treffen zwischen Donald Trump Jr. und einer russischen Anwältin im Trump Tower in New York fand im Juni 2016 statt. Trumps Sohn versprach sich davon belastendes Material – während der Anwalt seines Vaters offenbar immer noch an einem Deal über ein Projekt in Moskau arbeitete. 

    Wie Trump auf die Nachricht reagierte: 

    Präsident Trump kritisierte am Donnerstag seinen ehemaligen Anwalt. Cohen sei eine “schwache Person”, sagte er Reportern im Weißen Haus. “Daran wäre nichts falsch gewesen, wenn wir es getan hätten”, betonte Trump auch in Bezug auf das Immobilienprojekt in Moskau. 

    Anmerkung: Die Nachrichtenagentur AP hatte zunächst berichtet, Cohen habe zugegeben, bis August 2017 am dem Trump-Projekt gearbeitet zu haben. Die richtige Angabe allerdings ist Juni 2016. Wir haben unseren Bericht dementsprechend angepasst.  


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    • Bei der Apfelstrudel-Sex-Stellung sind sich die Partner besonders nahe.
    • Die Stellung eignet sich besonders für morgendlichen Sex – weil sie so gemütlich ist.

    Eine Sex-Stellung so verführerisch wie ein Dessert: Bei der Apfelstrudel-Position sind beide Partner eng miteinander verschlungen – ähnlich eines Teigblatts, das sich um den süßen Apfel schmiegt. 

    Diese Stellung bietet nicht nur besonders liebevollen und intimen Sex, weil sich die Partner körperlich sehr nahe kommen. Sie ist auch noch so bequem, dass man sie sogar frühmorgens und schlaftrunken genießen kann – wie ein süßes Frühstück im Bett. 

    Mehr zum Thema: “Das horny Einhorn”: Diese Sex-Position ist magisch

    Bei dieser Sex-Stellung sind die Partner quasi ineinander “verstrudelt”

    Diese Stellung ist vor allem gemütlich für die Frau (oder den vorne liegenden Partner): Sie muss sich lediglich auf die Seite drehen, die Arme über den Kopf strecken und kann entspannen.  

    Der Mann kuschelt sich von hinten an. Im Gegensatz zur klassischen Löffelchenstellung allerdings legt er sein Bein quer über sie und legt den Fuß vor ihrem Unterleib ab. So sind die beiden Partner quasi ineinander “verstrudelt”. 

    Wer kann dieser süßen Sünde schon widerstehen? 

    (ujo)


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    Ohne Unterhose schlafen soll gesünder sein. 

    • Die meisten Frauen tragen zum Schlafen Nachthemd, Schlafanzug oder T-Shirt und Unterhose. 
    • Eine Gynäkologin ist sich jedoch sicher: Frauen sollten ohne Schlüpfer schlafen – für die Gesundheit.

    Im Winter können sich viele Frauen gar nicht warm genug einpacken. Es ist ja auch die Zeit der Kuschelsocken, Jogginghosen und Wollpullover. Nackt schlafen dürfte da für die meisten weiblichen Frostbeulen undenkbar sein. 

    Doch ihr solltet es trotzdem tun – eurer Intimgesundheit zuliebe. 

    Mehr zum Thema: Winterschlaf ist nicht nötig: Was ihr gegen Winter-Müdigkeit tun könnt

     

    Die Folge seien Pilze und andere Infektionen

    Eine niederländische Gynäkologin ist sich nämlich sicher: Die Vagina braucht in der Nacht Luft, damit sich keine unerwünschten Bakterien bilden. 

    Unterwäsche in der Nacht sorge nicht für ausreichende Belüftung, sagt Ärztin Alyssa Dweck zur niederländischen Zeitung “De Telegraaf”. Das feucht-warme Klima, das durch die Unterwäsche verstärkt werde, sei ein Nährboden für Bakterien.

    Die Folge seien Pilze und andere Infektionen. Frauen, die dafür besonders anfällig sind, sollten ihrem Schlüpfer also lieber gleich gute Nacht sagen. 

    Nur acht Prozent der deutschen Frauen schlafen wohl nackt

    Trotzdem gehen die meisten Frauen laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts “YouGov” unter 1177 Deutschen immer noch mit Schlafanzug, Nachthemd oder zumindest T-Shirt und Unterhose ins Bett. Nackt schlafen demnach nur acht Prozent der Frauen. 

    ► Für alle Frauen, die das Nacktschlafen unhygienisch oder unbequem finden, hat die Gynäkologin jedoch eine Zwischenlösung. 

    Sie rate dann, Baumwollmaterialien zu tragen oder sich die Boxershorts vom Partner auszuleihen. Die sind ja glücklicherweise herrlich bequem. 

    Nackt schlafen könnte die Beziehung verbessern 

    Doch es gibt noch einen weiteren Grund, warum nackt schlafen euer Leben verbessern könnte: Laut britischen Medien, die sich auf eine Umfrage des Textilherstellers “Cotton USA” unter 1000 Briten beziehen, sind Paare, die zusammen nackt im Bett schlafen, zufriedener.

    ►  Demnach gab weniger als die Hälfte der Befragten, die im Schlafanzug ins Bett gingen, an, extrem glücklich mit der Beziehung zu sein. 

    Unter den Nacktschläfern konnten hingegen 57 Prozent dieser Aussage zustimmen. Textilfrei zu Bett gehen, ist offenbar nicht nur gesünder für eure Vagina, sondern auch für eure Partnerschaft. 

    Wärmt euch diesen Winter also lieber gegenseitig und lasst die dicken Plüschpyjamas besser im Schrank.

    (ak)


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    Hartz-IV-Empfänger Pulver und Multijobberin Waage diskutieren über ihr Leben. 

    • Im RTL-Format “Komm in mein Leben” treffen ein Hartz-IV-Empfänger und eine Multijobberin aufeinander.
    • Die Diskussion zwischen beiden Parteien offenbart ein größeres Problem. 

    Mit Natascha Waage und Gordon Pulver treffen zwei Welten aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein könnten. In der RTL-Sendung “Nachtjournal Spezial – Komm in mein Leben!” tauschen sich die Multijobberin und der Hartz-IV-Empfänger über ihren Alltag aus. 

    ► Waage findet, Hartz-IV-Empfänger seien einfach faul, erklärt sie noch vor der ersten Begegnung mit Pulver. 

    “Man sorgt nicht selber für sich, sondern lebt auf Kosten anderer. Man liegt auf der faulen Haut und macht gar nichts,” erklärt sie. Sie könne Menschen nicht verstehen, die nicht arbeiten möchten. 

    Mehr zum Thema:Hartz-IV-Empfänger spricht vor Friseurin über Geld – die rastet aus

    Beide Parteien zeigen kein Verständnis für einander

    Der ehemalige Call-Center-Angestellte Pulver sieht das ganz anders. Er sehe kein Problem darin, Sozialhilfe zu beziehen. Der Hartz-IV-Empfängerhat seit über vier Jahren keine feste Anstellung mehr und behauptet, dass ihm seine Arbeit Spaß bereiten müsse, da er sonst an ihr zerbreche. 

    ► Schon beim ersten Treffen beider Parteien wird klar, dass er die Multijobberin mit seiner Einstellung nicht überzeugen wird.

    Pulver erklärt, dass er kein Sozialschmarotzer sei, sondern einen guten Grund dafür habe, Hartz IV zu beziehen. 

    Pulver erklärt, warum er Hartz-IV bezieht

    Er habe bis zur Geburt seiner Tochter vor vier Jahren gearbeitet und seinen Job aufgegeben, als die Mutter des Kindes wieder zu arbeiten anfing.

    Nach der Scheidung mit seiner Frau habe er alles verloren, aber er sei dankbar um die Arbeitslosigkeit, da er nun gemerkt habe, dass er nicht mehr etwas arbeiten möchte, das ihm keinen Spaß bereite. In seinem Job im Callcenter war er zuvor unglücklich und schlecht bezahlt.

    Natascha Waage, die zwei Jobs hat, um ihre Schulden zu bezahlen und den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn zu bestreiten, hat dafür wenig Verständnis. 

    Kritisch hakt sie nach: Zahlst du Unterhalt, wenn ich fragen darf?” Pulver verneint. Schließlich habe er nicht genug Geld. Seine Frau erhalte einen Vorschuss vom Jugendamt, den er später zurückzahlen müsse.

    Darüber zeigt sich Pulver wenig begeistert: “Ach ja, ich muss so viel irgendwann zurückzahlen. Das ist ja genau mein Problem.”

    Multijobberin entsetzt über Begründung, warum der Hartz-IV-Empfänger nicht arbeiten möchte

    Die Multijobberin zeigt sich verständnislos, dass er die ihrer Meinung nach offensichtliche Lösung seines Problems nicht erkennt. “Für jedes Problem gibt es eine Lösung! Arbeiten zum Beispiel...”

    Allerdings entsetzt sie die Begründung Pulvers noch viel mehr. Er bezeichnet Arbeiten gehen und die damit verbundenen Abzüge wie beispielsweise Unterhaltszahlungen als Teufelskreis:

    “Du gehst dann mit höchstens 1000 Euro netto nach Hause. Und wenn ich dieses Geld auf mein Konto bekomme, dann geht es los. Unterhaltszahlungen, Schulden und so weiter... das ist also dieser Teufelskreislauf.”

    Mehr zum Thema: Hartz IV: Jobcenter verlangt Rückzahlung – obwohl das Opfer erst 13 ist

    Diskussion zeigt, was in Deutschland schief läuft

    Das Gespräch offenbart ein viel größeres Problem: Denn trotz zwei Jobs gesteht auch Waage später, dass sie nur genug Geld habe, um langsam ihre Schulden abzubezahlen. Sie arbeitet tagsüber als Röntgenassistenz und gibt später Tanzunterricht im Pole Dance. Aufgrund ihrer Jobs habe sie keine Freizeit und laut eigenen Aussagen auch kein Privatleben. 

    Die Sendung zeigt, dass es gerade für geschiedene Elternteile schwer ist, sich in Deutschland mit schlecht bezahlten Minijobs und teils niedrigen Gehältern über Wasser zu halten.

    Viele sehen dann oft nur die zwei extremen Lösungswege: Mehrere Jobs und keine Freizeit oder Sozialhilfe.

    (tb)


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    • Seit mehreren Tagen berichten verschiedene Medien über Streitigkeiten zwischen den beiden Herzoginnen Kate und Meghan. 
    • Bei einem öffentlichen Event hat Kate nun das erste Mal seit der Gerüchte über Harry und Meghan gesprochen. 
    • Im Video oben seht ihr, was Kate sagte.

    Ein schlechtes Verhältnis zwischen Herzogin Kate und Herzogin Meghan soll laut unterschiedlicher Medienberichte der Grund für den Umzug von Harry und Meghan sein. Die beiden ziehen aus dem Kensington Palast in London in das rund 50 Minuten entfernte Windsor.

    Ob die beiden Royals wegen mehr Ruhe und Platz für das Baby dort hinziehen oder wirklich Spannungen zwischen den beiden Frauen der Grund sind, ist bisher unklar. 

    Mehr zum Thema: Herzogin Meghan bricht royale Tradition und hat jetzt schlaflose Nächte

    Herzogin Kate besuchte am Mittwoch gemeinsam mit ihrem Mann William die englische Stadt Leicester. Dort ereignete sich Ende Oktober ein Hubschrauberabsturz, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Die beiden Royals haben nun den Opfern des tragischen Unglücks gedacht.

    Kate äußert sich zum Nachwuchs von Meghan und Harry

    Wie in einem Video auf Twitter zu sehen ist, informiert sich der Royal-Fan zunächst über das Wohlsein ihrer drei Kinder George, Charlotte und Louis. Die Herzogin antwortet darauf:

    “Ihnen geht es gut, danke. Sie sind aufgeregt wegen der Weihnachtszeit. Sie haben angefangen, Weihnachtslieder zu singen und die Weihnachtsbäume werden aufgestellt. Louis wird immer größer. Ich kann kaum glauben, dass er sieben Monate alt ist.”

    Mehr zum Thema: Obwohl es Royals in der Öffentlichkeit nicht erlaubt ist – das bringt Kate ihren Kindern bei

    Wie ihr oben im Videos sehen könnt, interessiert sich der neugierige Fan auch für das Verhältnis zu Harry und Meghan. “Freuen Sie sich über das Baby von Harry und Meghan?”, fragt die Frau. 

    Wie Herzogin Kate diese Frage beantwortete, seht ihr oben im Video.

    Es ist das erste Mal, dass sich die 36-Jährige seit der Gerüchte über Harry und Meghan äußert.  

    (ak)


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    • Eine Mitarbeiterin einer Airline in den USA soll sich während des Boardings lautstark über ein fünfjähriges Mädchen lustig gemacht haben.
    • Nun spricht die aufgebrachte Mutter auf Twitter über den Vorfall.

    Die Fluggesellschaft Southwest Airlines geriet vor kurzem unter Beschuss, da eine Mitarbeiterin der Firma sich angeblich lautstark über ein Kind lustig gemacht haben soll.

    Laut dem Sender “ABC News” soll die Angestellte den Namen eines Mädchens auf dem Boarding-Pass gesehen und sie daraufhin verspottet haben. Im Anschluss soll sie sogar ein Foto des Flugtickets gemacht und auf sozialen Netzwerken hochgeladen haben.

    Traci mit ihrer Tochter Abcde Redford. 

    Das behauptet zumindest die Mutter Traci Redford. Ihre Tochter heißt Abcde, ausgesprochen “Ab-city”. Das Mädchen leide an Epilepsie, weshalb sie im Allgemeinen vor allen anderen Passagieren in das Flugzeug steigen darf. In einem Video auf Twitter beschreibt die Mutter die Situation:

    “Die Mitarbeiterin fing an zu lachen, zeigte mit ihrem Finger auf meine Tochter und zeigte den Pass anderen Angestellten. Ich sagte dann zu ihr, sie solle bitte aufhören, da meine Tochter sie laut und deutlich hören könne.”

    Fluggesellschaft reagierte nicht auf die Beschwerde

    Sie habe erst zwei Wochen später erfahren, dass das Flugticket im Internet veröffentlich wurde. Ein Bekannter hatte es entdeckt. “Ich habe auch eine offizielle Beschwerde bei Southwest Airlines eingereicht, aber zwei Wochen später war immer noch nichts passiert”, sagt Redford weiter.

    Inzwischen hat die Fluggesellschaft ein Statement veröffentlicht, in dem sie sich bei der Familie entschuldigt. Das Verhalten der Mitarbeiterin sei absolut nicht repräsentativ für die Werte, für die die Firma stehe. In dem Schreiben heißt es:

    “Wir werden zwar interne Schritte nicht öffentlich preisgeben, wir nutzen diese Möglichkeit aber, um all unseren Mitarbeitern unsere Prinzipien noch einmal klar und deutlich zu machen.”

    Redford selbst glaubt damit wenigstens eine Lektion für ihre Tochter gelernt zu haben. Als diese fragte, warum die Frau über sie gelacht habe, antwortete ihre Mutter: “Nicht jeder Mensch ist nett oder wird nett sein. Und das ist traurig.”

    (chr)


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    Samuel Little vor Gericht. 

    • Samuel Little mag noch kein bekannter Name sein.
    • Aber das FBI glaubt, dass er einer der größten Serienmörder in der Geschichte der USA sein könnte.

    Noch ist sein Name nicht bekannt. Doch das könnte sich bald ändern.

    Der 78 Jahre alte Samuel Little hat laut amerikanischen Medienberichten gestanden, 90 Morde in 37 verschiedenen Städten verübt zu haben. Die Morde sollen bis in das Jahr 1970 zurückgehen. FBI-Kriminalisten bestätigten den Berichten zufolge mindestens 34 Morde.

    Die Polizei verhaftete Little bereits im September 2012 in einem Obdachlosenheim im US-Bundesstaat Kentucky. Später wurde er nach Kalifornien ausgeliefert, wo ihm eine Klage wegen Drogenbesitz bevorstand.

    Little vergriff sich an Schwächeren

    Littles angebliche Verbrechen folgten einem Muster, das in vielen Fällen von Serienmördern zu beobachten ist. Seine Opfer waren fast ausschließlich Frauen – überwiegend Afroamerikanerinnen. Zumindest einige von ihnen waren wohl Prostituierte.

    Die tödlichsten Serienmörder der Welt nehmen meist marginalisierte Gesellschaftsgruppen wie Frauen, Kinder und Sexarbeiter ins Visier.

    Gerade in den 1970er Jahren ermittelte die Polizei meist nachlässig, wenn die Opfer schwarze Frauen, Drogenabhängige oder Prostituierte waren.

    Auch die Opfer von Little wurden daher in vielen Fällen wohl nicht identifiziert, ihr Tod nicht genau untersucht. Viele seiner Morde sollen sich in den 1970er und frühen 1980er Jahren ereignet haben – bevor das DNA-Profiling Teil der Strafverfolgung wurde.

    Viele Morde wurden auf Unfälle zurückgeführt

    Wie das FBI in mitteilte, seien viele von Littles angeblichen Morden vermutlich nicht als solche eingestuft worden. Die Polizisten gingen von Drogentoten, Unfällen oder natürliche Ursachen aus. Das FBI vermutet, dass Little seine Opfer zunächst niederschlug, bevor er sie erwürgte.

    Als Little 2012 in Haft kam, nahmen die Ermittler des Los Angeles Police Departments jedoch eine DNA-Probe. Diese stimmte mit Proben von Opfern von drei ungelösten Morden aus den Jahren 1987 und 1989 überein.

    2014 wurde Little wegen drei Morden verurteilt und zu drei aufeinanderfolgenden lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt.

    Spätes Geständnis

    Little stimmte später zu, mit Strafverfolgungsbehörden über andere angebliche Verbrechen zu sprechen. Laut FBI gestand Little insgesamt 90 Morde und konnte seine Opfer oft sehr detailliert beschreiben. Die größte Zahl der Morde sollen sich im Zeitraum von 1980 bis 1990 ereignet haben.

    Den furchtbaren Rekord als Serienkiller mit den meisten Opfern hält Gary Ridgway in den USA. Er tötete mindestens 49 Menschen. Ridgway gestand allerdings, 71 Personen ermordet haben. Ermittler gehen sogar davon aus, dass er mehr als 90 Menschen auf dem Gewissen haben könnte. 

    Derzeit befindet sich Samuel Little in Texas in Haft, wo er für einen Mord, den er im Jahr 1994 verübt haben soll, angeklagt wurde.

    Bobby Bland, der Bezirksstaatsanwalt von Ector County, Texas, in dem sich Little befindet, sagte der “New York Times”, dass sich die Strafverfolgungsbehörden nun darauf konzentrieren, die Geständnisse von Little zu bestätigen:

    “Bis wir fertig sind, erwarten wir, dass Samuel Little als einer der schlimmsten Serienmörder der amerikanischen Geschichte überführt wird.” 

    Dieser Text erschien zuerst auf HuffPost US und wurde von Viktor Weiser übersetzt.


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    • Ein Unbekannter klaut einem Studenten seinen Laptop. 
    • Noch am selben Tag bekommt der Student eine Email vom Dieb – mit einem ungewöhnlichen Angebot.

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit seine Wertgegenstände wieder zu bekommen, nachdem sie einem geklaut wurden? Viele werden aus eigener Erfahrung wissen: nicht besonders hoch.

    Trotzdem bleibt der Funke Hoffnung, dass die Sachen ihren Weg zum rechtmäßigen Besitzer zurückfinden. Darauf hat auch ein Student aus dem britischen Birmingham gehofft, als ihm sein Laptop geklaut wurde.

    Und tatsächlich hat sich noch am selben Tag der Dieb des Laptops gemeldet. Er hat eine Email geschrieben, die der Student auf seinem Handy gelesen hat. In dem Betreff stand: “Es tut mir leid wegen deines Laptops”.

    “Aber ich habe dein Handy und deine Brieftasche zurückgelassen”

    So klein die Hoffnung noch war den Laptop wieder zu bekommen, so groß war wohl die Enttäuschung, als der Student die ganze Email las.

    Die Nachricht begann mit einer Entschuldigung:

    “Es tut mir sehr, sehr leid, dass ich deinen Laptop geklaut habe. Ich bin extrem arm und brauche das Geld. Aber ich habe dein Handy und deine Brieftasche zurückgelassen. Ich hoffe, dass das etwas wieder gut macht.”

    Ein ungewöhnliches Angebot

    Aber hier endet die Nachricht noch nicht. Der Dieb hat wohl ein ziemlich schlechtes Gewissen gehabt und hoffte mit einem ungewöhnlichen Angebot, den Schmerz des verlorenen Laptops zu lindern. In der Email stand weiter:

    “Ich kann sehen, dass du ein Student bist. Wenn hier irgendwelche Dokumente gespeichert sind, wie zum Beispiel Hausarbeiten, die du brauchst, lass es mich wissen. Ich werde sie dir zuschicken. Und nochmal, es tut mir leid.”

    Stevie Valentine, der Mitbewohner des Studenten, veröffentlichte ein Bild der Nachricht auf Twitter und schrieb dazu: “Heute wurde der Laptop meines Mitbewohners gestohlen. Bitte schaut euch an, was der Dieb ihm geschickt hat.”

    Der Post wurde über 60.000 Mal geteilt. Einige loben den Dieb für seine Manieren und können seine Notlage sogar nachvollziehen. So schreibt ein Nutzer: “Das ist der netteste Dieb, den ich je gesehen habe”.

    Andere Nutzer glauben nicht, dass der Dieb wirklich ein schlechtes Gewissen hat. Ein User kommentiert: “Wenn es ihm wirklich leid tut, soll er die nächste Hausarbeit schreiben.”

    So oder so wird sich Steves Mitbewohner wohl leider von seinem Laptop verabschieden müssen. 

    (chr)


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    Lebendiger Fund im Salatkopf von Aldi Süd.

    • Eine Aldi-Süd-Kundin hat beim Kauf ihres Salates auch gleich unfreiwillig ein neues Haustier mit erworben. 
    • Zwei Tage nach dem Kauf fand sie nämlich eine Raupe im Salat.

    Über diesen Fund hat sich eine Aldi-Süd-Kundin offenbar so gar nicht gefreut. 

    Eine 21-Jährige veröffentlichte auf der Seite des Discounters nämlich ein Foto, auf dem sie zeigt, was sie nach zwei Tagen in der Verpackung des Gemüses gefunden hat.

    Auf der Unterseite krabbelt nämlich eine Raupe, die scheinbar bereits ihre Eier auf den Blättern abgelegt hat. 

    Empört schrieb die Kundin dazu: Vor 2 Tagen in Düren gekauft.... Danke für nichts.”

    Mehr zum Thema:Aldi Süd warnt vor Fake-Mails: Passt auf, wenn ihr diese Nachricht bekommt

    Nutzer sehen den Fund positiv

    Zugegeben, es gibt wohl appetitlichere Zustände, in denen man seinen Salatkopf vorfinden kann. Dennoch kann man das Tier als ein Zeichen für Frische deuten, wie einige anmerkten.

    Eine Nutzerin kommentierte beispielsweise: “Na, das spricht immerhin dafür, dass der Salat biologisch angebaut wurde, was ja zumindest mal positiv zu vermerken ist.”

    Auch der Konzern reagierte auf die Beschwerde der Kundin:

    “Liebe Monique, es tut uns leid, dass du eine Raupe in unserem Eisbergsalat gefunden hast. Das sollte natürlich nicht passieren. Die Qualität und Frische unserer Obst- und Gemüseprodukte liegt uns sehr am Herzen. Dennoch kann es passieren, dass sich, wie in deinem Fall, eine kleine Raupe versteckt und nicht direkt gesehen wird. Selbstverständlich kannst du den Salat in einer Filiale zurückgeben.”

    (ak)


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    FDP-Chef Christian Lindner.

    In der Nacht zum 20. November 2017 war klar: Die FDP verlässt die Jamaika-Sondierungen mit CDU, CSU und Grünen. Ein Jahr danach wirbt niemand so energisch für das Bündnis wie die Liberalen.

    Die Aussteiger sehen eine “zweite Chance”, wie Parteichef Christian Lindner vor wenigen Tagen in der “Welt” schrieb. An der “FDP wird es derzeit nicht scheitern”, sagt Parteivize Wolfgang Kubicki der HuffPost.  

    Wer derzeit FDP-Politiker hört, der fühlt sich ins Jahr 2017 versetzt. Doch die Welt und das politische Berlin haben sich dramatisch verändert.

    ► Die Grünen sind mit neuer Führungsspitze zweitstärkste Kraft im Land. Die CSU: Hat den Absturz bei der Bayernwahl ohne bleibenden Schaden verdaut. Die CDU berauscht sich an der Kandidatenkür für ihren Vorsitz. Die AfD kann sich auf Erfolge bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr in Ostdeutschland freuen. Verliererin ist die SPD – aber auch sie ruft mit ihrem Niedergang immerhin noch wahlweise Spott oder Mitleid hervor. 

    Und die FDP

    Die Liberalen wirken angesichts der tektonischen Verschiebungen im politischen Betrieb seltsam aus der Zeit gefallen. Gleiches Programm, gleiches Personal wie 2017.

    Sollte es Neuwahlen geben, wolle man im Grunde wieder alles so machen wie vor einem Jahr, sagt etwa Kubicki. “Wir müssen die Welt nicht neu erfinden.”

    Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, wofür die Partei einmal mit ihrem magentafarbenen Logo, den schwarz-weißen Fotos, den harten und schnellen Schnitten in den Werbespots stehen wollte: Bewegung, nicht Stillstand.

    FDP-Vize Kubicki

    Angetreten für den “Neustart Deutschlands”, gelandet in der “Service-Opposition”. So lässt sich die Entwicklung der FDP in den zurückliegenden Monaten zusammenfassen. 

    ► All das zeigen auch die Zahlen: In den Umfragen tritt die Partei auf der Stelle. Von der Schwäche von Union und SPD profitieren die Liberalen nicht. Die Beliebtheitswerte des Chefliberalen Lindner stagnieren auf niedrigem Niveau, nachdem sie in Folge des Jamaika-Bruchs abstürzten

    Im Winter 2018 steuern die Liberalen ins politische Niemandsland und die Frage ist: Wie geht es für sie in Zukunft weiter, wo und wie kann die Partei wieder Wähler begeistern?

    Wer sich eingehender mit der aktuellen Wählerschaft der FDP beschäftigt, sieht ein überraschend klare Antwort: Und die liegt in einem Angriff auf die AfD. Die FDP muss nach rechts rücken. 

    Was FDP- und AfD-Wähler wollen

    Die Positionen der FDP-Wähler sind so nahe an der AfD wie die keiner anderen Bundestagspartei. Das zeigt ein Blick auf mehrere Umfragen, die das Meinungsforschungsinstitut Civey der HuffPost zur Verfügung gestellt und die die HuffPost in der vergangenen Woche in einer großen Analyse ausgewertet hat.

    Die wichtigsten Ergebnisse:

    ► Bei umstrittenen Fragen in der Flüchtlingspolitik – beispielsweise ob Flüchtlinge nach Libyen zurückgebracht werden sollen oder ob es eine generelle Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen geben soll – neigen wesentlich mehr FDP-Wähler zu Zustimmung, als das bei Anhängern von Union und vor allem der SPD der Fall ist.  

    ► Während eine klare Mehrheit der CDU- und SPD-Anhänger sagt, dass die AfD verfassungsfeindliche Ziele verfolge, glaubt das nur etwa die Hälfte der FDP-Wähler.

    ► Auch für eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten zeigt sich fast jeder zweite FDP-Wähler (46 Prozent) offen. Bei den Anhängern von Union und SPD ist der Anteil deutlich geringer.

    Das Fazit: Die FDP – und nicht die Union, wie häufig kolportiert wird – ist der wahre Konkurrent für die AfD. Und die FDP ist damit auch die Partei, die den Aufstieg der Rechtspopulisten stoppen und vielleicht sogar umkehren könnte.

    Schon früher versuchte die FPD im rechten Lager zu wildern

    Die Zahlen sprechen also eine eindeutige Sprache. Weniger eindeutig ist allerdings, was daraus folgt. Eine blaue FDP – ist das die Zukunft der Partei?

    Schon unter dem früheren FDP-Chef Jürgen Möllemann versuchte die Partei, im rechten Lager zu punkten.

    Möllemann wollte mit Hilfe dieses Klientels die FDP zur 18-Prozent-Partei machen, scheiterte aber. Lindner, diesen Eindruck könnte man gewinnen, wagt schon seit geraumer Zeit einen neuen Anlauf.

    ► Es gebe unter den Anhängern der AfD “viele erreichbare Menschen”, “die zwar nicht mit den Status quo zufrieden, aber die noch nicht radikalisiert sind”, sagte er vor wenigen Wochen.

    ► Der Spendenskandal um die Fraktionschefin Alice Weidel und die drohende Beobachtung durch den Verfassungsschutz weckt zudem Hoffnungen, dass sich enttäuschte AfD-Wähler der FDP zuwenden könnten.

    Bei diesen Wählern ruft sich Lindner regelmäßig in Erinnerung.

    Der FDP-Chef wetterte im Bundestagswahlkampf gemeinsam mit seinem Vize Kubicki gegen Russland-Sanktionen, ließ sich vom im Dunstkreis des neurechten Lagers agierenden Bloggers und Anwalts Joachim Steinhöfel interviewen und stellte das Recht auf Staatsbürgerschaft für Flüchtlinge infrage.

    Nach der Bundestagswahl empörte Lindner sich über nicht Deutsch sprechende Migranten, sorgte mit einem Tweet während des Asylstreits der Union für Aufsehen und attackierte pauschal Deutschtürken.

    Wer sich mit Christian Lindners politischer Karriere beschäftigt und ihn kennt, würde nie auf die Idee kommen, dass er rechtspopulistische Positionen gutheißt oder gar fremdenfeindlich ist. Aber was soll dann das Augenzwinkern nach rechts außen? 

    Bremer FDP-Spitzenkandidatin Steiner

    “Die Aufregung wird benötigt, weil dadurch Lebendigkeit suggeriert wird, wo sonst Orientierungslosigkeit sichtbar würde”, schrieb kürzlich die “Zeit” über die FDP. 

    Zugleich probiere Christian Lindner aus, wie er Gegner der Merkel-Politik auf seine Art einfangen kann. Dann fährt die “Zeit” fast lyrisch fort: Lindner folge einer “wild gewordenen Kompassnadel durch ihr Niemandsland und feuern hin und wieder Leuchtraketen ab, solange der Vorrat reicht.”

    Diese Theorie teilen auch einige in der Partei. 

    “Rechte Testballons”

    Im Gespräch mit der HuffPost nennt ein Liberaler diese Vorstöße “rechte Testballons”. Das Ziel: Stimmengewinn. Und damit hatte Lindner kurzfristig auch Erfolg.

    ► In Umfragen schadeten sie der Partei jedenfalls vor der Bundestagswahl nicht. Die FDP feierte mit knapp 11 Prozent Stimmenanteil einen triumphalen Wiedereinzug in den Bundestag. 

    Einige in der FDP haben aus den “Testballons” eine ganze Strategie gezimmert. So zum Beispiel Lencke Steiner, 33, Spitzenkandidatin in Bremen. Dort ist im Mai Wahl.

    Die Nachrichten von überfallenen und vergewaltigten Frauen haben Spuren hinterlassen. Bremer Spitzenkandidatin Lencke Steiner

    ► “Wir müssen uns wieder mehr auf die Fahne schreiben: Was sind die Ängste, Sorgen, Wünsche der Bürger?”, sagt sie im Gespräch mit der HuffPost.

    Sie könne sehr gut nachvollziehen, dass einige Menschen ein “Chaos in der Migrationspolitik” fühlen und sich nach “Struktur und mehr Sicherheit” sehnen.

    Wenn ihr Abends auf dem Nachhauseweg in der Dunkelheit Gestalten begegnen, “fühle auch mich unsicher”, sagt sie. “Die Nachrichten von überfallenen und vergewaltigten Frauen haben Spuren hinterlassen.”

    Mit diesem Gefühl der Unsicherheit macht sie Wahlkampf. Ende Mai wählt Bremen eine neue Bürgerschaft. Steiner verspricht mehr Stellen für Polizisten und, dass die Straßen auch Nachts beleuchtet bleiben.

    Warum das nichts an den Problemen der FDP löst

    Weil aber niemand in der FDP ernsthaft einen Rechtsruck möchte, wird es dazu auch nicht kommen. Steiner wehrt sich dagegen genauso wie Lindner oder Kubicki, der sagt: “Ich halte Überlegungen für dumm, einen härteren Kurs in der Migrationspolitik einzuschlagen, um der AfD Wähler abzujagen.” Die FDP sei “nach wie vor eine weltoffene Partei”.

    Tatsächlich ist “die Kluft zum eigenen Lager viel zu groß. Der Schritt hin zum rechten Rand bringt der FDP nie neue Wähler”, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner der HuffPost. Demnach wäre für die Liberalen bei der AfD nichts zu holen. Im Gegenteil.

    Ich halte Überlegungen für dumm, einen härteren Kurs in der Migrationspolitik einzuschlagen, um der AfD Wähler abzujagen. FDP-Vize Wolgang Kubicki

    “Die Rechnung von Lindner, der AfD mit einem härteren Kurs in der Migrationspolitik Wähler abzujagen, ist nicht aufgegangen”, sagt er mit Blick auf die aktuellen Umfragen und die Landtagswahlen in Hessen und Bayern. 

    Die rechten Ausflüge hinterließen bei den eigenen Wählern gemischte Gefühle – und bei den Wählern der AfD gingen sie vermutlich unter, weil man dort ganz andere Dinge gewohnt ist. 

    Dass die FDP noch schriller auf der rechten Klaviatur spielt, löse nicht das Problem der Liberalen, ist Güllner überzeugt. Und die Entscheider in der FDP sehen das ähnlich.

    Erfolg in der Mitte

    Erfolg, das attestieren Meinungsforscher, könne die Partei langfristig nur in der Mitte haben.

    Von dieser Mitte spricht auch Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion.

    “AfD und Grüne übernehmen dabei gegensätzliche Pole und profitieren von einer klaren Erkennbarkeit ihrer Positionen”, sagt er. “Die FDP steht hingegen einerseits für eine menschliche Flüchtlingspolitik und andererseits für Recht und Ordnung.”

    Im Bamf-Skandal etwa waren es die Liberalen, die wie keine andere Partei vor dem Zerfall des Rechtsstaates warnte. Und schon vor dem Skandal um Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen warnten sie vor einer “Entfremdung eines Teils unserer Sicherheitsbehörden vom Rechtsstaat und der grundgesetzlichen Ordnung”. 

    Die Rechnung von Lindner, der AfD mit einem härteren Kurs in der Migrationspolitik Wähler abzujagen, ist nicht aufgegangen Forsa-Chef Güllner

    Auch Frank Sitta, Vize der Bundestagsfraktion, zielt auf die Mitte.

    Sitta ist auch Chef des Landesverbands in Sachsen-Anhalt. Hier holte die AfD bei den jüngsten Landtagswahlen 24 Prozent. “Man sprach über nichts anderes als Flüchtlingsströme”, sagt er. “Ich weiß, wie schwer es ist, in so einer Lage mit unseren Themen zu punkten.” Das sei kein leichter Spagat gewesen.

    Als Beispiel nennt er Gespräche mit Unternehmern, die über Fachkräftemangel klagten – und sich gleichzeitig über die hohe Anzahl von Flüchtlingen beschwerten.

    FDP-Innenpolitiker Kuhle

    “Die Antwort darauf kann aber nur geordnete Migration sein”, sagt Sitta. “Und deswegen ist auch Migration für die FDP ein zentrales Thema, aber eben mit einem positiven Vorzeichen. Ohne können wir unseren Wohlstand nicht verteidigen.”

    Das unterscheide die FDP von der AfD, die das Land am liebsten abschotten würde. “Das wäre eine Katastrophe”, sagt Sitta.

    (ben)


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    • Der australische Riesen-Stier “Knickers” bringt mit seiner enormen Größe die Welt zum Staunen.
    • Doch der australische Kontinent hat noch andere Kolosse hervorgebracht, die alle Rekorde brechen.
    • Im Video oben seht ihr die kolossalen Tiere.

    Das australische Riesen-Rind “Knickers” versetzt die Welt in Staunen. Mit einer Größe von 194 Zentimetern und knapp 1,4 Tonnen Gewicht ist das sieben Jahre alte Rind zu groß für den Schlachter. Sein Besitzer, Farmer Geoff Pearson, sagte: “Ich denke, er wird bis an sein Lebensende glücklich leben.”

    Aber Knickers ist nicht das einzige kolossale Tier, das in Australien lebt. Der Kontinent bringt ständig abnormal große Exemplare hervor.

    Vier dieser Vertreter sind:

    1. Patrick, der weltweit größte Wombat

    Der weltweit größte Wombat namens Patrick war mit 38 Kilogramm ein wahres Kuschelmonster. Leider ist er 2017 im Alter von 31 Jahren verstorben. Das entspricht 130 menschlichen Jahren.

    2. Monströse Aga-Kröte

    2015 wurde im Staat Queensland eine kolossale Aga-Kröte mit 649 Gramm Gewicht entdeckt. Die Aga-Kröte zählt zu den Riesenkröten und gilt in Australien als Plage. Ursprünglich wurde sie als Schädlingsbekämpfer ins Land eingeführt und breitet sich seitdem unaufhörlich aus.

    3. Roger, das Riesenkänguru

    Mit stolzen 91 Kilogramm und 204 Zentimetern ist Roger ein riesiges Exemplar seiner Art. Vor allem machen ihn seine Muskeln zu einer wahrlich bedrohlichen Erscheinung. Der Hulk unter den Kängurus zerdrückt ohne Probleme Eimer aus Metall.

    4. Die australische Bananenspinne

    Diese Spinnenart ist dafür bekannt, viel zu groß zu geraten. Sie wird sogar so gigantisch, dass sie ohne Probleme Eidechsen und Mäuse verspeisen kann. So eklig und erschreckend sie aussehen mag, für Menschen ist die Bananenspinne nahezu ungefährlich.

    (ak)


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    Ein Mann rief zum Töten eines Hundes auf. 

    • Ein Mann in Baden-Württemberg hat Flugblätter verteilt, in denen er zum Töten eines Hundes aufrief. 
    • Er fühlte sich offenbar vom Bellen des Tieres gestört. 

    Grausame Flugblätter haben die Polizei in Karlsbad bei Karlsruhe beschäftigt. 

    Ein Mann hatte die Zettel vor zwei Monaten ausgeteilt. Er rief dabei zum Töten eines Hundes auf und bot eine Belohnung von 1000 Euro an. 

    Der Grund dafür: Der Mann fühlte sich durch den bellenden Hund in seiner Nachtruhe gestört. 

    Den 48-Jährigen erwartet nun ein Strafverfahren wegen Verleumdung und wegen öffentlicher Aufforderung zu einer Straftat.

    Wie die Polizei den Hunde-Hasser überführte

    Die Polizei schritt ein, nachdem der namentlich erwähnte angebliche Verfasser des Zettels wegen Verleumdung Anzeige erstattet hatte. Die Beamten prüften in den vergangenen Wochen rund zwei Dutzend Flugblätter, die in Briefkästen, an Fahrzeugen und auf der Straße gefunden worden waren.

    Den Tatverdächtigen überführten schließlich frühere Beschwerdeschreiben. Die Beamten fanden inhaltliche und formale Übereinstimmungen mit den Flugblättern.

    Damit konfrontiert, habe der Mann schließlich eingeräumt, die Flugblätter geschrieben und verteilt zu haben, berichtet die Polizei am Donnerstag.


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    Es war noch dunkel draußen, als Amanda vom Klingeln ihres Weckers aufwachte, aus dem Bett aufstand – und dann beschloss, sich umzubringen.

    Doch sie tat es nicht. Nicht um 5.30 Uhr am Morgen an diesem Freitag. Sie beschloss, es nach der Arbeit zu tun.

    Amanda ging unter die Dusche. Sie zog sich eine Khaki-Hose und einen Sweat-Pullover an. Dann fütterte sie Abby, ihre kleine Hauskatze. Bevor sie aus der Haustür ging, schickte sie ihrer Therapeutin eine Email:

    “Es war keine gute Nacht, ich hatte einen verstörenden Traum. Ich werde versuchen, durch den Tag zu kommen. Ich hoffe, ich schaffe es, mich zu fokussieren. Mein einziges Ziel ist es, heute Abend nach Hause zu kommen und zu schlafen.”

    Amanda war damals 29 Jahre alt, blass, dünn und arbeitete als Krankenschwester – eine ruhige Person, die sich an Regeln hält. Sie hatte an diesem Tag überlegt, ob sie sich krank melden sollte, aber sie wollte ihre Kollegen nicht verärgern oder Aufmerksamkeit auf sich ziehen. 

    Wie immer kam sie früher im Büro an als alle anderen. Sie brauchte immer ein bisschen Zeit, um alleine klarzukommen und sich nicht mehr unwohl zu fühlen. Weil sie unbedingt in dieser Klinik außerhalb von Seattle arbeiten wollte, hatte sie sogar eine Gehaltskürzung in Kauf genommen.

    Die Widerstandsfähigkeit anderer Frauen inspirierte sie

    Ihre Patienten waren meist einkommensschwache Mütter und Schwangere. Einige waren obdachlos, einige waren vor Männern geflohen, die sie misshandelten und missbrauchten. 

    Die Widerstandsfähigkeit der Frauen inspirierte Amanda, aber sie war auch ein wenig eifersüchtig auf diejenigen, die Antidepressiva gefunden hatten, die wirkten.

    Dieser Tag, es war der 28. September 2007, war der erste, an dem sie sich ohne einen vorgesetzten Arzt um die Patientinnen kümmern sollte.

    Allzu viel stand nicht auf Amandas Tagesplan. Sie musste drei, vielleicht vier Patienten betreuen. Sie maß ihren Blutdruck, checkte ihr Gewicht. Stellte ihnen die täglichen Standardfragen. Fragen danach, wann sie ihren letzten Rückfall hatten, danach, ob sie sich den neuen Kindersitz für ihr Kind leisten konnten, danach, ob sie eine Vorgeschichte psychischer Krankheiten hatten.

    Amanda hasste diese Fragen. Sie selbst hätte diese Fragen nie beantworten. Sie waren zu intim, zu persönlich. 

    Keiner merkte etwas, sie hielt einfach die Fassade aufrecht

    In einer Email, die sie ihrer Therapeutin einen Monat zuvor geschrieben hatte, gestand Amanda, dass sie gelegentlich versuche, eine “Maske der Normalität” aufzusetzen. 

    Immer wieder sagten ihr Patienten, wie optimistisch sie sei. Aber es gab da den großen anderen Teil, den sie alle nicht sahen, den sie versteckte:

    “Der Teil, in dem ich aus dem Raum gehe, mich am Ende des Tages in mein Auto setze, tief durchatme und auf dem ganzen Weg nach Hause weine. Ich habe immer getan, was getan werden muss. Und wenn ich damit fertig war, konnte ich endlich alles rauslassen.”

    Das erste Mal beschäftigten Amanda die Gedanken an Selbstmord kurz nach ihrem 14. Geburtstag. Ihre Eltern durchlebten gerade einen hässlichen Scheidungskrieg, als ihre soziale Angst und ihr Perfektionismus in der Schule sie zum ersten Mal aus der Bahn warfen. 

    Amanda war 20, als sie das erste Mal versuchte, sich das Leben zu nehmen. In den kommenden Jahren folgten einige weitere Versuche. Meistens versuchte sie es mit Tabletten vor dem Schlafengehen. Damit ihre Mitbewohner einfach denken würden, sie schlafe.

    Sie verzweifelte daran, dass sie es nicht schaffte, sich das Leben zu nehmen

    Aber sie wachte jedes Mal am nächsten Morgen wieder auf. Und verzweifelte daran, dass sie sogar dabei versagte, sich das Leben zu nehmen. 

    Sie wollte mit niemandem darüber sprechen. Für sie steckte hinter Selbstmordversuchen kein Hilfeschrei, sondern ein Geheimnis, das wohl behütet werden sollte.

    Also schrieb sie lange nur Tagebuch. Doch irgendwann begann sie doch eine Therapie. Doch die war nicht sonderlich hilfreich. Zu oft stieß ihr Schmerz auf Ignoranz oder Schlimmeres.

    In der Kirche sagte ihr eine Beraterin einmal, sie solle mehr beten, dann würden ihre Depressionen verschwinden. Ein Therapeut weigerte sich einmal mit ihr zu sprechen, wenn sie sich nicht komplett öffne. Sie ging und kam nie wieder. Die Schule, an der sie ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin absolvierte, zwang sie wegen ihrer Depressionen und ihren Angstzuständen, Urlaub zu nehmen. Es war ein weiterer Tag, an dem sie versuchte, sich umzubringen.

    Ursula Whiteside war anders als alle anderen Therapeuten zuvor

    Und dann traf sie irgendwann Ursula Whiteside. Sie war ganz anders, als alle anderen Therapeuten zuvor. Amanda war eine ihrer ersten Patientinnen.

    Whiteside ist überaus sensibel. Sie erkannte, dass das bloße Sitzen im Wartezimmer Amandas soziale Angst schürte. Und sie verhielt sich unkonventionell. Mal machte sie während einer Sitzung einen Kopfstand, mal führte sie Amanda in ein Spielzimmer für Kinder, um die Atmosphäre aufzulockern. Und manchmal schaffte sie es, Amanda mit einem trockenen Witz, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

    Trotzdem gab es Sitzungen, die mit totaler Frustration endeten. Also beschlossen die beiden, dass sie zwischen den Terminen Emails austauschen. Immer, wenn sie sich schlecht fühlte oder etwas los werden wollte, schrieb Amanda Ursula eine Email. Meistens war das mitten in der Nacht. Mal waren die Mails kurz, mal länger. Am 26. August 2007 schrieb Amanda:

    “Ich wollte dir erzählen, was am Wochenende passiert ist. Ich glaube, ich schaffe es nicht, es dir persönlich zu sagen. Ich habe das Wochenende überlebt. Das war wohl das Ziel. Am Freitag bekam ich Panik. Ich nahm zwei extra Pillen. Normalerweise nehme ich nur eine. Am Freitagabend nahm ich drei. Es war dumm. Ich wollte einfach nur schlafen. Es war dumm, weil es nichts bewirken würde. Ich bin gestern Abend zu meiner Freundin nach Hause gegangen. Sie hat mich beschützt, obwohl sie das nicht einmal weiß.”

    Die Therapeutin antwortete oft mit vielen Ausrufezeichen und unterstrichenen Worten. Sie wusste, wie wichtig es war, optimistisch zu bleiben. 

    Die ganze Email von Amanda

    Aber dann, einen Monate später, erreichte die Therapeutin Amandas E-mail, die sie morgens vor der Arbeit geschickt hatte. Dieses Mal antwortete sie ihr einfach schnell zurück – ohne den sonst üblichen Schnickschnack.

    Am Tag zuvor hatten sie sich gesehen und Amanda kam Ursula in der Sitzung verschlossener vor als sonst. Ursula spürte, dass es wichtig war, Amanda zu zeigen, dass sie mitfühlte. Deshalb schrieb sie:

    “Wenn du vorhast, dich heute Abend oder am Wochenende umzubringen, muss ich das wissen.”

    Sie schickte die Nachricht um 7 Uhr morgens. Dann wartete sie. 10 Uhr. 12 Uhr. 13.30 Uhr. Ursula rief ihren Vorgesetzten an, um zu überlegen, wie sie am besten vorgehen sollte.

    Wenn ihr Instinkt richtig lag, sollte sie eine Polizeistreife bei Amanda vorbeischicken und würde ihr so womöglich das Leben retten. 

    Wenn sie sich irrte, könnte das all das Vertrauen zerstören, das sie zu Amanda in den vergangenen Monaten aufgebaut hatte. 

    Polizisten fanden die junge Frau erst nach Stunden

    Amanda verließ um 16.30 Uhr die Arbeit und hielt in einer Apotheke, um ein Rezept einzulösen. Sie wollte sichergehen, dass sie genügend Antidepressiva hatte, um eine Überdosis nehmen zu können. Dann fuhr sie nach Hause, suchte andere Schlaftabletten zusammen, um alles miteinander vermischen zu können.

    Auf Ursulas Nachrichten antwortete sie nicht. Sie schrieb auch keinen Abschiedsbrief. Als es dunkel war, zog sie sich ihren Pyjama an und putzte sich die Zähne. Sie atmete tief durch, schluckte eine Pille nach der anderen, dutzende, legte sich auf ihr Bett und schlief ein.

    Ursula hatte indes viel Arbeit an diesem Tag, aber immer wieder kreisten ihre Gedanken um Amanda. Sie war sehr besorgt, sie hinterließ ihr immer wieder Sprachnachrichten, SMS, erzählte ihr, dass sie sich um sie kümmern würde, dass sie sich sicher war, dass die Therapie funktionieren würde. Am Abend rief sie schließlich die Polizei. Sie kannte das Risiko. Aber es war ihr inzwischen egal.

    Als die Polizisten eintrafen, konnten sie Amanda nicht finden. Die Adresse, die Ursula hatte, war veraltet. Glücklicherweise kannte ein Nachbar eine Nummer von einem Freund Amandas. Doch der wollte ihre Adresse nur rausrücken, wenn er die Polizei persönlich treffen könnte. Wertvolle Zeit verstrich. Deshalb fanden die Polizisten die junge Frau erst Stunden, nachdem sie die Pillen geschluckt hatte. Aber sie lebte noch.

    Menschen aller Altersklassen, Männer und Frauen wollen sich das Leben nehmen

    Amanda wurde in die Notaufnahme gebracht, sie hatte einen Infusionsschlauch am Arm, eine Sauerstoffmaske über dem Gesicht. Sie war schwach, konnte kaum sprechen. Aber sie war physisch gesund. Aber psychisch nicht.

    Nach ein paar Tagen wurde sie in einen anderen Teil der Klinik verlegt. Ein “Sitter” sollte sie beobachten, damit sie sich nicht selbst verletzte. Sie konnte nicht glauben, dass sie noch lebte. Sie hatte niemanden angerufen. Keine Freunde, keine Familienangehörigen. Ihr geistiger Zustand war noch immer derselbe. Amanda wollte noch immer sterben.

    Überall auf der Welt wollen Menschen sterben. Allein in Deutschland haben sich 10.078 Menschen im Jahr 2015 das Leben genommen. 

    1980 lag die Suizidrate zwar noch bei über 18.000 im Jahr. Die Selbstmordrate ist zwischen 1995 und 2009 um 32 Prozent gesunken. Dennoch nehmen sich noch immer mehr Menschen selbst das Leben, als zusammengenommen in Deutschland in Verkehrsunfällen (3459), an HIV und Drogenmissbrauch sterben.

    Betroffen sind Menschen in allen Altersklassen und jeden Geschlechts, Männer etwas häufiger als Frauen und überdurchschnittlich viele im Alter von 45 bis 65 Jahren. 

    Suizide lassen Angehörige und Bekannte traumatisiert zurück

    Ein Selbstmord lässt Angehörige, Bekannte und Kollegen oft ratlos und verzweifelt zurück. Sie stellen sich Fragen, die sie eventuell den Rest ihres Lebens nicht mehr loslassen: “Warum habe ich nichts gemerkt? Hätte ich etwas tun können? Warum habe ich ihn/sie nicht gerettet? Wenn es doch nur eine Notiz, einen Abschiedsbrief gegeben hätte? Wenn ich doch nur mit der letzen Person sprechen könnte, die er/sie gesprochen hat.”

    Julie Cerel ist Vorsitzende der American Association of Suicidology. Die Psychologin sagt:

    “Auf einen Selbstmord folgen zusätzliche Traumata. Die Frage nach dem ‘Warum’, die Suche nach einer Bedeutung, einer Erklärung, wo es vielleicht keine gibt. All das kann sehr qualvoll sein.”

    Cerel hat eine Studie veröffentlicht, in der sie darlegt, wie die Folgen eines Selbstmordes bis zu 135 weitere Menschen betreffen und traumatisieren können.

    Viele Therapeuten sind mit suizidgefährdeten Patienten überfordert

    Der Umgang mit Suizid beschäftigt die Medizin seit Jahrzehnten. In den 1950er Jahren wurden Hotlines ins Leben gerufen, Einzel- und Gruppentherapien entwickelt, aber auch bizarre Methoden wie Schocktherapien, Zwangseinrichtungen und Schlimmeres praktiziert und ausprobiert.

    Auch heute noch wissen die meisten Experten für psychische Gesundheit kaum damit umzugehen, wenn ein suizidgefährdeter Patient ihre Praxis betritt. 

    Jeff Sung ist Psychiater und ein Kollege von Urusla Whiteside. Er arbeitet mit Hochrisiko-Patienten und bildet andere im Umgang mit ihnen aus. Er prangert an, dass viele Menschen, die psychiatrische Hilfe benötigen würden, keine bekommen:

    “Du nimmst jemandem, dem es nicht gut geht, schaltest ihn ab und wirfst ihn in ein System, das von ihm ein hohes Maß an Problemlösungsfähigkeit und emotionaler Regulierung fordert.”

    Ursula Whiteside will anders sein. Sie ist anders.

    Sie ist verärgert darüber, mit wie viel Kälte viele ihrer Kollegen suizidgefährdeten Patienten begegnen. Sie fährt einen unkonventionellen Therapie-Weg. Sie kennt ihre Patienten. Sie weiß, wer sie sind. 

    Sie versteht, wie Selbstmordgedanken ihrer eigenen, verführerischen Logik folgen. Wie der Gedanke, dass Suizid Ausweg für ein Ende aller Schmerzen sein könne, Trost spenden könne. Sie versteht und sieht, wie und warum sich Menschen diesen Gedanken zuwenden, hingeben können, wenn sie in eine Krise geraten – auch wenn es nur eine kleine Krise ist, wie den Bus zu verpassen, um pünktlich in die Arbeit zu kommen. 

    Für Whiteside sind Selbstmordgedanken viel gefährlicher als Depressionen

    Das, sagt sie, sei auch der Grund, weshalb selbstmörderische Gedanken und Triebe noch viel gefährlicher sind als Depressionen. Denn Menschen können den Tod als Antwort auf ein Problem verstehen. 

    Und sie weiß, dass viele ihrer Patienten diesen Gedanken niemals ablegen können. 

    Deshalb beschreibt sie ihren Beruf als einen endlosen Krieg.

    Whiteside selbst wurde vor 40 Jahren in Colville in Wahsington geboren, als Kind von Eltern, die sehr abenteuerlich lebten, viel umherreisten und umzogen. Whiteside wechselte sieben Mal die Schule.

    Sie merkte schon als Teenager, wie mitfühlend sie war und wie gut darin, anderen zu helfen. Aber sie hatte in der High School selbst mit ihrem Körperbild, Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen. Sie fand es entsetzlich schwierig, über das zu sprechen, was sie erlebte, was sie fühlte. Die Idee, um Hilfe zu bitten, was “das Schrecklichste, was ich mir vorstellen konnte”, sagte sie. 

    Sie wollte ihre Verzweiflung verstehen

    Eines Tages, als sie schon auf dem College war, schrieb sie ihrer Mutter – die ihren Bruder durch Selbstmord verloren hatte – einen langen Brief, in dem sie von ihren Höhen und Tiefen erzählte:

    “Ich schreibe dir diesen Brief, weil es mir oft schwer fällt, laut auszusprechen, was ich meine. Ich bin nur ein Feigling.”

    Sie wollte unbedingt die Mechanismen von Verzweiflung, von ihrer Verzweiflung verstehen. In ihrem Tagebuch schrieb sie:

    “Alles, was ich tue, muss extrem sein. Ich erlebe Phasen, in denen ich mich selbst durch und durch liebe – dann erlebe ich andere, in denen ich nur an Messer und Brücken denken kann.”

    Dann fing sie an, in ihrer Freizeit Bücher und wissenschaftliche Artikel über Psychologie zu lesen und war fasziniert von den praktischen Möglichkeiten, die eine Lösung für die hartnäckigsten Probleme des Lebens liefern konnten. “Ich besuchte meinen ersten Psychologiekurs und dachte mir ‘Oh mein Gott, du kannst die Dinge tatsächlich ändern. Es ist keine Magie’”, sagte sie später.

    Sie besuchte Kurse von Marsha Linehan an der University of Washington. Die Psychologin ist eine Legende auf dem Gebiet der Suizidforschung und hat die Therapieform der Dialektischen Verhaltenstherapie entwickelt. Sie unterstützt Patienten dabei, ihre selbstmörderischen Impulse umzuleiten. 

    Whiteside konnte nicht aufhören, an ihre Patienten zu denken

    Später machte Whiteside ein Praktikum in der psychiatrischen Abteilung des Harborview Medical Center in Seattle. Niemand nahm sich dort viel Zeit für die Patienten. Es ging viel mehr darum, sie zu stabilisieren, mehr nicht. Für mehr war anscheinend keine Zeit da. 

    Doch Whiteside nahm sich diese Zeit. Ein Patient von damals erzählte später:

    “Keiner wusste, was er mit mir machen sollte. Aber Ursula war anders. Sie sah mich an und ich spürte, dass sie wirklich darauf wartete, dass ich ihr Antworten gab. Keine Antworten auf Fragen wie ‘Was sind deine Smymptome? Welche Medikamente nimmst du?’ Sondern sie sagte ‘Erzähl mir ein wenig von dir und deiner Geschichte’.”

    Schon damals wusste Whiteside, dass Menschen, die das Krankenhaus nach einem Selbstmordversuch wieder verließen, ein hohes Risiko hatten, sich innerhalb der kommenden 90 Tage erneut selbst zu verletzen.

    Und trotzdem wurden die Patienten nach Hause geschickt, bekamen Empfehlungen für andere Kliniken oder wurden auf Wartelisten von Therapeuten gesetzt, wo sie nie hingingen. 

    Whiteside konnte nicht aufhören, an ihre Patienten zu denken, wenn sie das Krankenhaus verlassen hatten. Also fing sie an, sie aufzuspüren und rief sie an, um zu sehen, ob sie Hilfe benötigten oder einfach nur, um sie wissen zu lassen, dass sie an sie dachte. Sie gab den Patienten ihre Telefonnummer, wenn sie das Krankenhaus verließen. Auf die Rückseite schrieb sie ihnen eine persönliche Nachricht. Sie tat alles, um sie an diese Welt und dieses Leben zu binden. 

    Aber es gab auch Rückschläge, Menschen die sie nicht mehr kontaktieren konnte, von denen sie irgendwann erfuhr, dass sie sich das Leben genommen hatten. Sie verzweifelte fast daran, trank einmal abends so viel Wein, dass es ihr egal war, ob sie jemals wieder aufwachen würde. Das machte ihr große Angst. Sie erkannte für einige Augenblicke, wie es sich anfühlte, selbstmordgefährdet zu denken, selbstmordgefährdet zu sein. 

    Sind kurze, einfache Briefe die Lösung?

    Dann stieß sie auf die Arbeit eines schon lange pensionierten Psychiaters und Selbstmordforschers: Jerome Motto. Er war in der akademischen Welt nicht sehr bekannt, aber Whitesides Mentorin Marsha Linehan an der Universität war begeistert von ihm. Er war der einzige US-Amerikaner, der ein Experiment entwickelt hatte, in dem die Zahl von Selbstmorden unter gefährdeten Personen drastisch zurückgingen – schon Ende der 1960er Jahre.

    Seiner Therapie und Technik liegt ein tausendseitiges Handbuch zugrunde. Doch im Endeffekt steckt dahinter eine simple Idee: Alles, was er im Grunde tat, war, gelegentlich Briefe an seine gefährdeten Patienten zu schreiben. 

    Als Whiteside das begriff, fing sie an zu weinen und dachte:

    “Oh mein Gott. Was, wenn es das ist, was wir tun sollten? Was, wenn es so einfach ist?”

    Der Gedanke hinter Mottos Methode wirkt fast lächerlich: Briefe, die einen Menschen aus einem so tiefen Abgrund zurückholen können? Es sind keine persönlichen Nachrichten, sondern elektronisch erstellte Serienbriefe.

    Motto wollte, dass sie einfach und direkt sind, ohne medizinisches Fachjargon oder Forderungen wie ‘Du solltest wirklich versuchen, die Therapie wieder aufzunehmen’. Die Nachrichten sollten einfach ein Gefühl von Nähe vermitteln. So sollten klingen wie Nachrichten, die man einem guten Freund schicken würde.

    Mottos erster Brief, den er an einen Patienten schickte, bestand nur aus zwei Sätzen, 37 Wörtern – die sich genau richtig anfühlten: 

    “Es ist schon eine Weile her, seitdem du hier bei uns im Krankenhaus warst und wir hoffen, dass es dir gut geht. Wenn du uns eine Nachricht zukommen lassen willst, freuen wir uns, von dir zu hören.”

    Jedem Brief, den das Forscherteam um Motto verschickte, lag auch ein adressierter Rückumschlag bei – allerdings ohne Briefmarke. Damit sich niemand verpflichtet fühlte, unbedingt etwas zurückschicken zu müssen.

    Die Briefe wurden an alle Patienten regelmäßig verschickt. In den ersten vier Monaten nach dem Verlassen der Klinik einmal im Monat, dann für die kommenden 8 Monate im zwei monatlichen Rhythmus und dann in den kommenden drei Jahren alle drei Monate. Sprich: Im Zeitraum von 5 Jahren wurden den Patienten 24 Mal dieser Brief geschickt.

    Darin stand nicht immer dasselbe, aber sinngemäß war es immer eine kleine Erinnerung daran, dass das Team weiter an seine Patienten denke und zeigte, dass sie Interesse am Wohlbefinden ihrer Patienten hatten – und jederzeit offen waren, wenn jemand wieder den Kontakt aufnehmen wollte.

    Irgendwann fingen die Patienten an zu antworten

    Zwischen 1969 und 1974 befragten die Forscher von Motto mehr als 3000 Patienten. Und dann, nach einer Weile, zeigte das Experiment Wirkung. Die ersten Patienten schrieben zurück. Manche extrem kurz und zaghaft wie “Mir geht’s gut, danke.”

    Andere waren mitteilsamer. Ein Patient bat um ein Rezept für Valium, eine andere bat um Hilfe bei der Suche nach einem neuen Zuhause für ihre Katze. Ein junger Mann befürchtete, nach Vietnam verschifft zu werden und hoffte, dass Mottos Team der Armee einen Brief schicken könnte, der seinen vorherigen Krankenhausaufenthalt bestätigte. “Ich würde lieber mein eigenes Leben nehmen, als das eines anderen zu zerstören”, schrieb er.

    Andere bedankten sich bei Motto und seinem Team für die Erinnerung an sie und schrieben: “Ihr werdet nie wissen, wie viel mir eure kleinen Notizen bedeuten.” 

    “Bitte rufen Sie mich an, egal wie spät es ist. Ich liebe meine Kinder, aber ich brauche eine Pause. Ich denke, ich habe einen Nervenzusammenbruch”, schrieb eine Frau 1973. 

    Mottos Methode zeigte erstaunliche Erfolge

    Ein Studienteilnehmer prägte sich besonders in Mottos Gedächtnis. Der Mann aus San Francisco beschrieb sich selbst in einem Brief als eine zerbrochene Vase, die nur von seinen eigenen Händen zusammengehalten werde. Sein Brief umfasste fünf Seiten und las sich, als hätte es den Mann Tage gekostet, die Worte zu finden. Er begann mit dem Satz:

    “Du bist der hartnäckigste Hurensohn, dem ich jemals begegnet bin, also muss dir wohl wirklich etwas an mir liegen.”

    Für Motto brachte das das Ziel seiner Studie auf den Punkt. Er nannte ihn den “Bingo-Brief”.

    Der ganze

    Nach vier Jahren hatten Motto und sein Team ausreichend Daten gesammelt, um ihre Arbeit auszuwerten. Und das Ergebnis war erstaunlich. Ihr Erfolge waren in der Geschichte der Suizidforschung beispiellos. Die Selbstmordrate der Kontrollgruppe war nach den ersten beiden Jahren Klinik-Aufenthalt doppelt so hoch, wie die derjenigen, die von Mottos Team mit Briefen kontaktiert worden waren. 

    Es war das erste Experiment, dass es geschafft hatte, die Selbstmordrate zu senken. Und, Motto hatte auch etwas anderes bewiesen: Menschen, die versucht hatten, sich das Leben zu nehmen und nichts mehr mit dem Gesundheitssystem zu tun haben wollten, waren dennoch weiter erreichbar und zugänglich.

    Whiteside erkannt schnell die Macht ihrer Nachrichten

    Auch Whiteside schickt ihren Patienten Nachrichten, auch wenn sie persönlicher und weniger geradlinig sind, als die von Motto. Einer Patientin fiel es schwer, morgens aufzustehen. Also schickte ihr Whiteside regelmäßig lustige Tier-Gifs wie “Hier kommt die magische Guten-Morgen-Ziege, die diesen Tag weniger baaah macht” oder “Dieses Kaninchen braucht Nahrung. Nur du kannst es füttern und musst aufstehen”.

    Da Motto zu seinen Lebzeiten wenig mit seiner Arbeit hausieren ging, war seine Forschung über die Jahre fast in Vergessenheit geraten. Doch auch wenn die Nachrichten anders sind als die von Motto, nutzt Whiteside seine Grundidee und seine Erkenntnisse – mit Erfolg.

    Vor vier Jahren hatte sie damit begonnen, ihren Patienten diese Nachrichten zu schicken und merkte schon bald, wie mächtig ihre Wirkung ist. Die Nachrichten sind wie ein Beweis dafür, dass es eine echte Beziehung zwischen ihr und den Patienten gibt. Ein Beweis, an dem sich viele festhalten, weil er ihnen zeigt, dass es jemanden gibt, der sich um sie sorgt, sich um sie kümmert. 

    Mit der Zeit hat Whiteside ein paar Regeln entwickelt: Nachrichten bekommt nur, wer dem zustimmt. Niemand muss zurückschreiben. Wenn die Patienten zurückschreiben, müssen sie verstehen, dass Whiteside nicht immer sofort antworten kann, denn manchmal ist sie unterwegs, in einer Sitzung, beim Mittagessen. Auch verlangt sie von ihren Patienten Feedback und, dass sie ihr sagen, welche Nachrichten ihnen gefallen und welche nicht.

    Auf der ganzen Welt nutzen Wissenschaftler die Methode

    Auch für sich selbst hat sie Regeln aufgestellt: Tippfehler sind okay. Ein wenig genervt zu sein, ist okay. Jeder Text sollte zum Verfassen nicht mehr als 90 Sekunden benötigen. Denn alles, was sich länger liest, könnte zu sehr bearbeitet wirken und weniger wie eine Nachricht unter Freunden. Auch achtet sie darauf, nicht nur dann zu schreiben, wenn sie das Gefühl hat, ein Patient stecke in einer Krise. Der Grund für eine Nachricht soll einfach nur sein, dass sie gerade an jemanden gedacht hat. Whiteside sagt:

    “Ich glaube, Menschen sterben, wenn sie sich komplett alleine fühlen.”

    Inzwischen sind auch einige andere auf Mottos und auch Whitesides Ansatz aufmerksam geworden – zum Beispiel Gregory Carter, ein Psychiater aus Australien, Hossein Hassanian-Moghaddam, ein Wissenschaftler aus Teheran, Kate Comtois, eine Suizid-Forscherin aus Seattle oder das Team um die Klinikgründer Konrad Michel und Anja Gysin-Maillart in Bern.

    In Bern beispielsweise konnten die Wissenschaftler ein um 80 Prozent reduziertes Suizid-Risiko bei Patienten verzeichnen, die nach einem Klinik-Aufenthalt über Monate und Jahre Briefe und Nachrichten erhielten.

    Ein Brief von Gysin-Maillart an ihre Patienten

    Eine der Patienten dort, die Studentin Anna, erzählt, dass sie sich komplett verloren in der Welt gefühlt habe, bevor sie in die Klinik gekommen war.

    Anna vertraut in den Briefen viel mehr an, als sie ihren Freunden und ihrer Familie anvertraut

    Ihre Antworten auf die Nachrichten von Therapeutin Gysin-Maillart wurden immer länger. Sie schreibt, wie schwer es ihr fällt, sich wieder in den Alltag zu fügen, wie ihre Freunde sie nicht verstehen und warum sie nicht weinen kann. Und, dass sie mit dem Rudern angefangen hat, um damit fertig zu werden:

    “Rudern auf dem Rhein, wenn alles noch ruhig und ungestört ist und der Nebel über dem Wasser liegt und die Sonne sich langsam aufzuwärmen beginnt, der leise Schlag der Ruder und das Rauschen des Wassers um mich herum – all das gibt mir ein unbeschreibliches Gefühl.”

    Anna erzählt Details aus ihrem Alltag und ihrem Innersten, die sie weder mit ihrem Therapeuten noch mit ihrer Mutter – zu der sie eine innige Beziehung hat – teilen wollte. Für Anna wurde Gysin-Maillart zum Hüter all ihrer Geheimnisse. Sie schrieb Gysin Maillart einmal:

    “Ich habe deinen Brief bekommen und wollte ihn eigentlich gar nicht öffnen, weil ich das freudige Gefühl, das mich überkommt, wenn ich einen Brief bekomme, nicht zerstören wollte.”

    Auch als Anna irgendwann nicht mehr weiter wusste und erneut mit dem Gedanken spielte, sich das Leben zu nehmen, tat sie, was sie schätzen gelernt hatte. Sie begann, Gysin-Maillart eine Email zu schreiben. Genau so, wie sie es in früheren Briefen getan hatte, schüttete sie all ihre Gedanken aus.

    Aber als sie fertig war, wurde ihr klar, dass sie die Nachricht nicht einmal abschicken musste. Es genügte schon, die Zeilen zu schreiben. 

    Und Amanda?

    Amanda stimmte einem Treffen mit uns und Whiteside zu. Wir trafen uns vor dem Büro der Therapeutin. Die Silhouette von Amanda tauchte im Dämmerlicht auf der Straße auf, sie begrüßte uns mit einer Stimme, so leise, dass man sie kaum verstehen konnte. Seit zwei Jahren hatte sie keine Therapie-Sitzungen mehr bei Whiteside. Aber die beiden sind weiterhin in Kontakt.

    Ich fragte Amanda, wie es für sie war, als sie Whiteside zum ersten Mal begegnete.

    Die zierliche Frau sagte: “Ich dachte, sie sei naiv. Alle anderen, mit denen ich gearbeitet hatte, wirkten überfordert und verängstigt und frustriert. Ich sorgte mich immer, ob ich zu viel für sie sei.”

    “Ich verstand, dass du dich so gefühlt hast. Ich glaube, wenn es irgendetwas gab, dann zweifelte ich an meinen Fähigkeiten”, entgegnete Whiteside.

    “Selbstmord fühlte sich immer wie mein Problem an. Alle gaben mir die Schuld dafür und ich musste das Problem in Ordnung bringen”, erinnerte sich Amanda.

    Worte können eine Chance sein, jemanden zu retten

    “Glaubst du, du konntest spüren, dass ich mich um dich sorgte, mich um dich gekümmert habe? Oder konntest du es nicht glauben?”, fragte Whiteside.

    Amanda zögerte und hielt inne. Das einzige Geräusch in diesem Moment im Raum war die Kordel der Jalousien, die gegen das Fenster klickte. 15 Sekunden vergingen.

    “Ich dachte, du sorgst dich um mich, so wie sich ein Lieferant um seine Kunden sorgt”, beantwortete Amanda schließlich Whitesides Frage.

    “Hat sich das irgendwann geändert? Oder war das...” Whiteside stockte. “Du kannst definitiv nein sagen.”

    “Ich glaube, mein Kopf sagte mir, ich müsse einfach weiter daran denken ‘Sie ist nicht meine Freundin, sie ist meine Therapeutin’. Ich denke, es hätte es härter gemacht, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass es keine Grenze gibt”, sagte Amanda.

    Dann suchte Whiteside nach den Mails von damals, dem Tag im September 2007, als sich Amanda das Leben nehmen wollte. Die beiden lasen die Nachrichten, Whiteside überlegte, was sie heute anders formulieren, anders machen würde. Dann kamen Amanda die Tränen.

    Sie wusste keine Antwort darauf, was sie hätte aufhalten können, die Pillen zu schlucken. Aber irgendwann sagte sie, vielleicht habe sie darauf gewartet, dass sie einfach jemand mit den richtigen Worten erreichte. “Ich glaube, das hätte meine Meinung ändern können.”

    Hinweis der Redaktion:

    Wenn du das Gefühl hast, dein Leben macht keinen Sinn mehr, wende dich bitte an die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

    Beim Jugendinformationszentrum München findest du zudem persönliche und telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche. Telefonnummer: 089 550 521 50 (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 13 – 18 Uhr). Beratung für Eltern zum Thema Mobbing findest du unter 0800 111 0550 (Sprechzeiten: Mo. - Fr. 9.00 - 11.00 Uhr, Di und Do 17.00 - 19.00 Uhr).

    Wer mehr zu dem Thema erfahren möchte:

    ► Dunkelkammer Psychiatrie
    ► Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener

    *Alle Nachrichten und Briefe wurden mit dem Einverständnis der Patienten zitiert und veröffentlicht.

    Dieser Artikel ist zuerst bei der HuffPost US erschienen und wurde von Uschi Jonas aus dem Englischen übersetzt, gekürzt und angepasst.

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    Ein ukrainischer Soldat bewacht ein Schiff in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer.

    Die Welt schaut besorgt auf den Osten Europas. Dort, in der Meerenge zwischen der Schwarzmeerhalbinsel Krim und dem russischen Festland, ist am Sonntag der seit mehr als vier Jahren schwelende Konflikt zwischen Moskau und Kiew erneut eskaliert. 

    Es gebe eine “gefährliche Zunahme” der Spannungen, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini im Namen der 28 EU-Staaten am Mittwochabend. Der Gewalteinsatz Russlands und die zunehmende Militarisierung in der Region um die Meerenge von Kertsch seien “inakzeptabel”.

    Am Sonntag hatte die russische Küstenwache in der Straße von Kertsch vor der annektierten Krim ukrainischen Schiffen die Durchfahrt verweigert und eines der Boote gerammt. Später wurden die drei ukrainischen Schiffe von russischen Schiffen beschossen, mindestens drei Ukrainer wurden verletzt. 

    Die ukrainischen Schiffe seien wegen Grenzverletzung festgehalten worden, hieß es von russischer Seite. Kiew bestreitet das: Die eigenen Schiffe seien in internationalen Gewässern gewesen, abgefangene Funksprüche scheinen das zu belegen.

    ► Klar ist: Russland hat die Schiffe und die insgesamt 24-köpfige Besatzung festgesetzt.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erklärte nach Absegnen durch das Parlament das Kriegsrecht. Seit Mittwochmorgen gelten die Sondervollmachten für 30 Tage in allen Gebieten der Ukraine, in deren Nachbarschaft russische Truppen stehen. Das Kriegsrecht kann dazu genutzt werden, Demonstrationen zu verbieten oder Kommunikationsmittel zu überwachen. 

    Die HuffPost hat fünf junge Ukrainer gefragt, wie sie diese Entwicklung sehen. Befürchten sie neue oder gar stärkere Aggressionen Russlands? Wie bewerten sie das Verhängen des Kriegrechts? Und wie sollte aus ihrer Sicht die Europäische Union reagieren? 

    Oleksandra Romanzowa, Menschenrechtlerin

    “Es ist Sonntagabend gewesen, als ich das erste Mal von dem Zwischenfall gehört habe. Für mich kam er überraschend: Es war nicht nur das erste Mal, dass Russland in aggressiver Weise auf dem Meer gegen ukrainische Schiffe vorgegangen ist. Es war auch das erste Mal, dass Moskau völlig offen das ukrainische Militär attackiert hat – bei der Annexion der Krim oder dem Krieg in der Ostukraine ging der Kreml noch verdeckt vor. 

    Meine Gedanken drehen sich nun aber vor allem um die 24 gefangen genommenen ukrainischen Matrosen, es sind zum Großteil junge Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren. Wie geht es ihnen? Bekommen sie eine ausreichende medizinische Versorgung? Und was passiert mit ihnen, werden sie nach Moskau gebracht, weil es auf der Krim kein Militärgericht gibt?

    Das Verhängen des Kriegsrechts sehe ich sehr skeptisch: Für mich als Menschenrechtlerin sind Einschränkungen von Freiheitsrechten immer eine schlechte Idee. Oleksandra Romanzowa, Menschenrechtsaktivistin

    Ich bin mir sicher: Nur internationaler Druck wird diese 24 politischen Gefangenen wieder nach Hause bringen. Die EU sollte weitere politische und wirtschaftliche Sanktionen verhängen. Die russische Machtelite um Präsident Wladimir Putin ist nicht an Zugeständnissen interessiert, nur persönliche Einschränkungen treffen sie – sei es durch Reiseverbote oder das Einfrieren von Auslandskosten und Besitztümern.  

    Das Verhängen des Kriegsrechts sehe ich allerdings sehr skeptisch: Für mich als Menschenrechtlerin sind Einschränkungen von Freiheitsrechten immer eine schlechte Idee – gerade, wenn wohl keine Erfolge zu erwarten sind. Ja, es sind nur 30 Tage. Aber verglichen mit der Lage im Donbas (hier kämpft die ukrainische Armee seit 2014 gegen von Russland unterstützte Separatisten, Anm. d. Red.) ist die Situation im Asowschen Meer wesentlich weniger dramatisch. Bisher blieb es trotz allem Säbelrasseln verhältnismäßig ruhig. Ich hoffe, dass das auch weiterhin so bleibt.”

    Denis Trubetskoy, Journalist:

    “Auf den Krieg bereite ich mich jetzt nicht vor – der läuft ja ohnehin seit viereinhalb Jahren. Eine wirkliche Ausweitung des Konfliktes halte ich aber für eher unwahrscheinlich.

    Die Lage im Asowschen Meer habe ich als Journalist schon lange thematisiert. Am Sonntag haben wir nun gesehen, wie schnell das Ganze eskalieren kann. Die Leute, die betonen, die Lage im Donbas habe sich etabliert und dort ändere sich nichts mehr, waren ganz offensichtlich im Unrecht. Man sollte immer stark im Auge haben, was in der Ukraine passiert.

    Das Kriegsrecht ist zum Gegenstand vieler Alltagsscherze geworden. Denis Trubetskoy, Journalist

    Schwierig ist die Kommunikation im persönlichen Bereich, vor allen mit meinen Eltern, die auf der Krim leben. Zum einen bekommen sie ein völlig anderes Bild von den dortigen Medien serviert. Zum anderen denken sie wirklich, es würde in der Ukraine Schreckliches passieren – was bekanntlich nicht ganz der Fall ist.

    In Kiew ist fast alles normal. Die Menschen sind vielleicht ein bisschen aufgeregter als sonst und man sieht auch, dass vor allem ältere Leute mehr Lebensmitteln einkaufen als sonst. Aber alle bleiben locker, das Kriegsrecht ist absurderweise sogar zum Gegenstand vieler Alltagsscherze geworden.”  

    Nina Lischtschuk, Fotografin: 

    “Das Letzte, was ich mir derzeit vorstellen kann, ist ein Krieg im ganzen Land. Aber wird Russland nicht plötzlich stoppen, Moskau wird weitere Wege zur Destabilisierung der Situation in der Ukraine finden.

    Der Schutz unseres Landes ist das Wichtigste, auch wenn wir dabei auf das Kriegsrecht zurückgreifen müssen, wie jetzt geschehen. Der Krieg hat schon vor langer Zeit begonnen. Auch wenn wir dieses Gebiet im Donbas Anti-Terror-Einsatz-Zone (ATO-Zone) nennen, müssen wir uns klar machen: Dort sind seit mehr als vier Jahren Tausende Menschen gestorben, noch viel mehr wurden verwundet, Hunderttausende sind aus der Region geflohen.

    Mit dem Zwischenfall in der Straße von Kertsch hat die Aggression des Kremls eine neue Ebene erreicht. Er versteckt sich nicht mehr und zeigt sein wahres Gesicht. Nina Lischtschuk, Fotografin

    Noch vor fünf Jahren konnte sich kein Ukrainer vorstellen, dass wir die Krim verlieren könnten oder uns mit Russland bekriegen. Das Verhängen des Kriegsrechts ist nun ein Hilfeschrei an die Welt: Die Ukraine braucht die Unterstützung des Westens, der Europäischen Union und der USA. 

    Denn mit dem Zwischenfall in der Straße von Kertsch hat die Aggression des Kremls eine neue Ebene erreicht. Er versteckt sich nicht mehr und zeigt sein wahres Gesicht. 

    Persönlich sorge ich mich nun vor allem um die wirtschaftliche Zukunft des Landes, um Verluste von Soldaten und einer weiteren Eskalation des Konflikts. Hoffentlich schafft es nun internationaler Druck auf Moskau, neuerliche Angriffe und Aggression zu verhindern.”  

    Roman Hnidets, Banker

    “Der Angriff hat mich nicht überrascht. Wir wussten, in der Ostukraine könnte das jederzeit passieren – gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Situation im Asowschen Meer schon seit Monaten zugespitzt hat. Unklar ist, ob Russland wirklich weiter eskalieren will oder ob es nicht nur ein Machtbeweis war. 

    Viele Leute unterstützen wie ich Präsident Poroschenko und befürworten die Einführung des Kriegsrechts auf Zeit. Es ist die derzeit beste Antwort auf die russische Aggression. Es dient aber mehr dazu das Land zu einen und darauf vorzubereiten, dass auch ein Krieg nicht völlig ausgeschlossen werden kann, denn als Abschreckungsmaßnahme in Richtung Moskau. 

    Die Ukraine muss für einen größeren Konflikt gewappnet sein. Die beste Lösung wäre nun aber eine UN-Mission mit neutralen Kräften, die in der gesamten Region eingesetzt werden. Roman Hnidets, Banker

    Zwar werden durch das Kriegsrecht ein wenig die Rechte der Ukrainer beschnitten, aber das nur für 30 Tage. Die Wahlen im kommenden Jahren werden davon jedenfalls nicht beeinflusst.  

    Für mich ist klar: Die Ukraine muss für einen größeren Konflikt gewappnet sein. Die beste Lösung wäre nun aber eine UN-Mission mit neutralen Kräften, die in der gesamten Region eingesetzt werden. Skeptisch bin ich allerdings, ob die EU neue Sanktionen gegen Moskau verhängen wird. Denn die Ukraine ist alles andere als die Top-Priorität des Westens.”   

    Inna Borsilo, Menschenrechtsaktivistin

    “Viereinhalb Jahre anhaltende russische Aggression haben uns abgehärtet. Wir geraten nicht in Panik und setzen unsere Arbeit fort. Nachdem das Kriegsrecht verkündet wurde, spüre ich keine Veränderungen in den friedlichen Straßen von Kiew. 

    Die Liste der politischen Gefangenen des Kremls ist länger geworden. Inna Borsilo, Menschenrechtsaktivistin

    Negativ ist, dass die Liste der politischen Gefangenen des Kremls länger 
    wurde und nun 24 Ukrainer mehr enthält. Wir hoffen, dass eine weitere Eskalation des Konflikts vermieden wird, insbesondere dank der internationalen Reaktion auf die Taten Russlands.”

    Mit Material von dpa.

    (ll)


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    Ein schlimmer Zwischenfall am Donnerstagabend in Erding (Symbolbild). 

    ► Am Donnerstagabend kam es zu einem Unfall im bayerischen Erding. Am Hauptbahnhof fuhr ein Auto mit einem Anhänger in eine Menschenmenge von wartenden Fahrgästen vor einer Busstation, berichtet der Münchner “Merkur”. 

    ► Mindestens vier Menschen seien verletzt worden, eine Frau sei unter dem Auto eingeklemmt worden, berichtet die Zeitung. Sie musste von der Feuerwehr befreit werden. 

    ► Unfallursache war möglicherweise ein medizinisches Problem der Fahrerin oder des Fahrers.


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    • Weihnachtsmärkte in Deutschland locken jährlich Millionen Besucher an.
    • Sie sind eine willkommene Gelegenheit für Taschendiebe.
    • Im Video oben seht ihr die Tricks der Taschendiebe und wie ihr euch dagegen schützen könnt.

    Gelegenheit macht Diebe - und diese Gelegenheit bietet sich Taschendieben wieder auf deutschen Weihnachtsmärkten.

    Wir erklären drei häufige Tricks der Taschendiebe – und wie ihr euch schützen könnt. 

    1. Der Rempel-Trick

    Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder “in die Zange” genommen. Der Vordermann stolpert, bückt sich oder bleibt plötzlich stehen.

    Während das Opfer aufläuft und abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche.

    2. Der Stadtplan-Trick

    Fremde fragen das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan oder ein Smartphone vor. Während sich das Opfer orientiert und abgelenkt ist, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche.

    3. Der Geldwechsel-Trick

    Fremde bitten das Opfer, eine Münze zu wechseln. Während des Wechselvorgangs wird das Opfer abgelenkt und es kommt unbemerkt zum Diebstahl von Banknoten und Kreditkarten.

    Im Video oben erfahrt ihr noch mehr Tricks der Taschendiebe und wie ihr euch dagegen schützen könnt.

    (ll)


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    AfD-Fraktionschef Gauland bei der Abstimmung. 

    ► Der Bundestag hat sich am Donnerstag für den umstrittenen Migrationspakt der Vereinten Nationen ausgesprochen. Die Bundesregierung hatte dazu einen Entschließungsantrag eingebracht, in dem betont wird, dass der Pakt die Souveränität Deutschlands nicht einschränke. 

    ► Für den Antrag der großen Koalition votierten in namentlicher Abstimmung 372 Abgeordnete, 153 mit Nein, 141 enthielten sich. 

    ► Interessant an der Abstimmung ist: Die Fraktionen der AfD und der Linken stimmten gegen den Antrag, die FDP und die Grünen enthielten sich.

    Mehr zum Thema: Bei dieser Aussage von Maas über die AfD muss Merkel lachen

    Warum die Linke gegen den Migrationspakt-Antrag stimmte: 

    Dass die AfD den Antrag zum Migrationspakt ablehnt, ist keine Überraschung. Seit Monaten machen die Politiker der Partei Stimmung gegen das Abkommen. 

    Der Pakt sei “nichts anderes als eine verantwortungslose Einladung zur weltweiten Völkerwanderung nach Deutschland ohne Obergrenze”, wetterte AfD-Abgeordnete Gottfried Curio bei seiner Rede am Donnerstag im Bundestag. 

    Die Linksfraktion lehnte den GroKo-Antrag aus einem anderen Grund ab. 

    “Liebe Kollegen und Kolleginnen der Union, misslich ist, wir stimmen heute nicht über den Gobalen Pakt ab, sondern über Ihren Entschließungsantrag”, sagte die Linken-Abgeordnete und Vizepräsidentin des Bundestags, Petra Pau. “Und Ihre Begründung, dass Sie Migration mit den unterschiedlichsten Mitteln begrenzen wollen, können wir so nicht mittragen.”

    Die Linke brachte darum einen eigenen Antrag zur Abstimmung ein – und forderte darin weitreichendere menschenrechtliche Standards im Umgang mit Migranten weltweit, als sie im Migrationspakt festgelegt werden. 

    Die AfD und die Linke stimmten also gegen den Antrag – aus sehr unterschiedlichen Motiven. 

    Mit Material der dpa.


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    Oben im Video seht ihr, was an Bord der Regierungsmaschine passierte. 

    ► Der Regierungsflieger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) musste außerplanmäßig in Köln landen. Grund dafür ist laut mehreren Berichten ein technischer Defekt. 

    ► Merkel war auf dem Weg zum G20-Gipfel in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

    ► Nach etwa einer Stunde habe die Maschine umkehren müssen, berichtet die “Welt”. Einige elektronische Systeme seien ausgefallen. Ein Sicherheitsrisiko habe nicht bestanden. 

    ► Am Flugfeld in Köln habe die Feuerwehr bereits gewartet, berichtet BR-Korrespondent Achim Wendler auf Twitter. 

    Wie es für Merkel weitergeht: 

    Merkels Ankunft zum G20-Gipfel wird sich verspäten. 

    ► Sie plant ihre Weiterreise für den frühen Freitagmorgen. Merkel, Finanzminister Olaf Scholz und ein sehr kleiner Teil der Delegation würden dann in die spanische Hauptstadt Madrid reisen, um von dort per Linienflug nach Buenos Aires zu gelangen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Nacht wollte die Kanzlerin in einem Kölner Hotel verbringen.

    Laut “Welt”-Journalist Robin Alexander wird ein Großteil der deutschen Delegation es nicht rechtzeitig zum G20-Gipfel schaffen. 


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    AfD-Mann Stephan Protschka im Bundestag. 

    • Am Donnerstagabend ging es im Bundestag um ein Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln. 
    • Ein AfD-Politiker nutzte das Thema für einen unangebrachten Witz. 

    Es war kurz nach 21 Uhr, als der AfD-Abgeordnete Stephan Protschka ans Rednerpult im Bundestag trat. Hinter den Bundestagsabgeordneten lag zu diesem Zeitpunkt ein langer Tag: Der UN-Migrationspakt, das Mietrecht und eine Grundgesetzänderung für ein umfassendes Digitalisierungsprogramm waren zur Abstimmung gestanden. 

    Nun am Abend ging es um die Kastration von Ferkeln. Sie werden bisher kurz nach der Geburt ohne Betäubung kastriert, ab Anfang nächsten Jahres sollte das eigentlich verboten sein. Die große Koalition will den Stichtag allerdings um zwei Jahre verschieben. 

    Zu diesem Thema nun sprauch Stephan Protschka. Er begrüßte zunächst das Bundestagspräsidium mit dem bayrischen Auspruch “Habe die Ehre!”. 

    Seine Rede wollte der AfD-Bundestagsabgeordnete aus Niederbayern dann mit einem Witz beginnen: “Ich habe mir gerade die Rednerliste durchgeguckt. Ich musste feststellen, ich bin der einzige Mann, der zur Kastration spricht.”

    ► Sonst gäbe es nur Rednerinnen. Dann der vermeintliche Witz: “Aber bei mir geht noch alles, ich weiß, wovon ich reden kann.”

    AfD-Abgeordneter löst Empörung aus

    Hier wurde es laut im Bundestag. Eine Abgeordnete war zu hören, die empört rief: “Das ist alles überhaupt nicht lustig.”

    Protschka fand seinen sexistische Spruch wohl angebracht. Er grinste breit. 

    Danach sprach der Abgeordnete aber doch noch über den eigentlichen Sachverhalt, die Änderung des Tierschutzgesetzes. Er kritisierte, dass die Bundesregierung keine tierschutzgerechte Alternative zu bisherigen Betäubungsverfahren eingeführt habe. 

    Die Tierschutzbeauftragte der SPD-Fraktion, Susanne Mittag, sagte in ihrer Rede dagegen, die vorhandenen Alternativmethoden seien “noch nicht vollkommen gangbar”. So seien etwa die Geräte für eine Betäubung mit Isofluran, bei denen die Tiere keine Schmerzen haben, auf dem Markt noch nicht ausreichend vorhanden. 

    Der Bundestag verschob dann auch bei der Abstimmung ein Ende der betäubungslosen Ferkel-Kastration um zwei Jahre. 

    Ein Ex-AfDler greift den Macho-Spruch auf

    Ein Abgeordneter griff die Bemerkung von Protschka bei seiner Rede auf. Der fraktionslose Bundestagsabgeordnete Mario Mieruch, früher bei der AfD, sagte, Protschka habe die Rednerliste wohl nicht richtig gelesen. 

    Mario Mieruch im Bundestag. 

    “Meine Cojones sind auch noch da. Das habe ich sogar bewiesen, indem ich ausgetreten bin”, sagte Mieruch, der am 4. Oktober 2017 die AfD-Fraktion verlassen hatte. 

    Es war ein irrer Abend im Bundestag. 


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    • Bundeskanzlerin Merkel wird den Beginn des G20-Gipfels wegen einer Panne ihres Fliegers verpassen. 
    • Von Journalisten bekam die Bundesregierung daher einiges an Spott ab. 

    Schon wieder Pech mit einem Regierungs-Airbus: Nach nur einer Stunde Flugzeit musste Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Reise zum G20-Gipfel nach Argentinien unterbrechen. Grund dafür waren technische Störungen. 

    Nun sitzt sie in Köln fest und wird wohl den Anfang des Gipfels verpassen. Die mitreisenden Journalisten und andere Beobachter spotteten auf Twitter über die Panne. 

    “Bild”-Reporter Paul Ronzhaimer twitterte: “Hightech-Standort Deutschland”. 

    Der SPD-Politiker Christopher Lauer scherzte: “Tja, wenn Friedrich Merz ein echtes Privatflugzeug hätte, dann wär er jetzt der Pilot der Stunde.”

    Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, besitzt zwei Privatflugzeuge. 

    Auch das Ausland spottet über Merkel

    Den gleichen Witz wie Lauer machte auch Noah Barkin, Korrespondent für die Nachrichtenagentur Reuters: “Vielleicht kann Merz einspringen und sie mit einem seiner Flugzeuge fliegen”, schrieb er. 

    Auch ein weiterer ausländische Journalist konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.

    “Le Monde”-Reporter Arnaud Leparmentier empfahl der deutschen Bundesregierung die Falcon 7X,  ein Geschäftsreiseflugzeug des französischen Herstellers Dassault Aviation. “Dann könnten sie pünktlich sein”, schrieb er. 

    Spiegel”-Journalist Nils Minkmar schrieb auf Twitter: “Man kann einen Staat auch im Grund und Boden sparen (sic).”

    Kristina Dunz, Korrespondentin bei der “Rheinischen Post”, bemerkte auf Twitter: “Ein bisschen peinlich ist es schon mit den deutschen Regierungsfliegern.”

    Im Oktober erlitt Bundesfinanzminister Olaf Scholz – der mit Merkel auch am Donnerstag im Airbus saß – eine Panne. Der Airbus “Konrad Adenauer” wurde in Indonesien von Nagetieren beschädigt, die Rückreise des Ministers verspätete sich. 


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