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Huffington Post Germany Athena

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    Wenn Amazon mit einem neuen Angebot in den Markt drängt, halten ganze Branchen den Atem an. Mit einer Neuauflage seiner schon bekannten Visa-Kreditkarte adressiert der US-Handelsgigant nun ganz gezielt seine Prime-Kunden. Doch wie gut ist die Amazon Prime Visa? Für wen lohnt sich die neue Kreditkarte?

    Mit seiner neuen Kreditkarte will Amazon seine wertvollen Prime-Kunden noch enger an sich binden.

     

    Kein neues Girokonto nötig

    Wie bei seiner bisherigen Kreditkarte arbeitet Amazon auch bei der Prime Visa mit der Landesbank Berlin (LBB) zusammen. Kunden müssen dort aber nicht extra ein neues Konto eröffnen. Jedes Girokonto im europäischen Zahlungsraum (SEPA) kann als Referenzkonto genutzt werden.

    Die Amazon Prime Visa bietet eine Teilzahlungsfunktion. Mindestens zehn Prozent des Kreditkartenumsatzes werden monatlich vom Konto abgebucht. Für den Rest fallen monatlich 14,98 Prozent Kreditzinsen an.

    Wer das nicht möchte, kann im Kundenkonto die monatliche Abbuchung des vollständigen Betrags einstellen – eine empfehlenswerte Option. Die Amazon Prime Visa ermöglicht kontaktloses Bezahlen via NFC.

    Ein Instrument zur Kundenbindung

    Für Amazon ist die Karte in erster Linie ein Mittel, um die wertvollen Prime-Kunden noch enger an sich zu binden. Die Prime Visa kommt mit 70 Euro Startguthaben für Amazon-Einkäufe ins Haus. Für Prime-Abonnenten bleibt sie dauerhaft kostenfrei.

    Die Prime Mitgliedschaft kostet derzeit 7,99 Euro monatlich oder 69 Euro Jahresbeitrag. Wer seine Mitgliedschaft auslaufen lässt, kann die Kreditkarte zwar weiter nutzen. Doch dann kostet die Prime Visa 19,99 Euro im Jahr.

    Wie gut ist die Konkurrenz?

    Kostenlos Geld abheben können Verbraucher mit der Amazon Prime Visa nicht. Die Gebühren für Barabhebungen belaufen sich auf drei Prozent der abgehobenen Summe, mindestens jedoch 7,50 Euro.

    Im Ausland beträgt die Mindestgebühr nur 5 Euro. Dafür kommt außerhalb der Euro-Zone noch ein sogenanntes Auslandseinsatzentgelt in Höhe von 1,75 Prozent hinzu.

    Einige Konkurrenzprodukte ermöglichen weltweit kostenlose Barabhebungen – zum Beispiel die kostenlosen Visa-Karten der ING-DiBa oder den DKB. Für beide wird allerdings ein Konto bei der jeweiligen Bank benötigt.

    Wer nicht extra ein neues Girokonto eröffnen will, kommt unter anderem mit der Barclaycard Visa oder der Santander 1plus Visa überall auf dem Globus kostenlos an Bargeld. Beide Kreditkarten kommen ohne Jahresgebühren aus.

    So funktioniert das Bonusprogramm

    Dafür bietet die Amazon Prime Visa ein umfassendes Bonusprogramm. Prime-Mitglieder erhalten für ihre Einkäufe beim Online-Händler drei Punkte pro vollem Euro Umsatz. Kunden ohne Prime-Abo erhalten nur zwei Punkte. Die Bonuspunkte können für zukünftige Amazon-Einkäufe eingesetzt werden und haben einen Gegenwert von einem Cent.

    Prime-Kunden erhalten somit Bonuspunkte im Wert von drei Prozent des Umsatzes. Auch Kartenzahlungen außerhalb der Amazon-Welt bringen Punkte. Hier gibt es einen Bonuspunkt pro vollen zwei Euro Umsatz. Das entspricht einem Rabatt von 0,05 Prozent.

    Die gesammelten Punkte können allerdings nicht für alle Angebote des Versandhändlers genutzt werden: Ausgeschlossen sind Kindle eBooks und Downloads, MP3s, Video-Titel, Games- und Software-Downloads, Appstore Apps, Prime-Mitgliedschaften, Spar-Abo-Artikel, Vorbestellungen sowie Bestellungen bei Prime Now und über 1-Click.

    Angebot mit Licht und Schatten

    Trotz dieser Einschränkung dürfte das Bonusprogramm manch einem Prime-Kunden attraktiv erscheinen. Wer sehr viel bei Amazon bestellt, kann profitieren. Doch Vorsicht:

    Niemand sollte im Punktesammelfieber auf einen ausführlichen Preisvergleich verzichten – insbesondere bei größeren Anschaffungen. Denn der Rabatt durch die Bonuspunkte gleicht den Preisunterschied zum günstigsten Händler in vielen Fällen bei weitem nicht aus.

    Ein Nachteil der Prime Visa sind die vergleichsweise hohen Kosten für Barabhebungen. Auch die jährlichen Gebühren für Karteninhaber ohne Prime-Abo stoßen sauer auf.

    Wer sich etwas umsieht und die Konditionen mehrerer Angebote vergleicht, findet Kreditkarten, die ohne Wenn und Aber kostenfrei sind und die ohne Gebühren für Bargeldauszahlungen auskommen.


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    Der JA-Vorsitzender Damian Lohr.

    ► Die Junge Alternative (JA), die Jugendorganisation der AfD, hat sich gefährlich radikalisiert. Am Montag hat der Bundesvorstand der AfD entschieden, der JA den Status als Jugendorganisation abzuerkennen, wie der Sender ntv berichtet. 

    ► Chatprotokolle von Mitgliedern der JA Baden-Württemberg, die der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” vorliegen, offenbaren Vernichtungsphantasien der JA-Mitglieder.  

    ► “Das einzigste Ticket, das ich einem Flüchtling geben würde, wäre ein Expresszug nach Auschwitz-Birkenau”, zitiert die “FAZ” aus einer Nachricht. 

    ► “Es handelt sich wohl um einen Mann der Worten auch Taten folgen lassen kann”, schrieb ein JA-Mitglied laut “FAZ” auf Facebook, nachdem ein Mann im Dezember 2017 ein Auto, in dessen Kofferraum sich Gaskartuschen und Benzinkanister befanden, in die SPD-Parteizentrale in Berlin gelenkt hatte

    ► “Man sollte diese ganzen Volksverräter öffentlich hinrichten lassen. Das ganze Kabinett Merkel IV”, schrieb ein JA-Mitglied in einer anderen Chatgruppe. 

    Warum die Nachrichten für die JA und die AfD so brisant sind: 

    In Baden-Württemberg beobachtet der Verfassungsschutz wegen extremistischer Tendenzen bereits den AfD-Nachwuchs. Die JA wurde so zunehmend zum Problem für die AfD. 

    Die Organisation könnte gänzlich aufgelöst werden. Eine andere Option wäre, eine neue AfD-Jugendorganisation zu gründen. “Die JA in ihrer jetzigen Form retten zu wollen, halte ich für ein hoffnungsloses Unterfangen”, sagte der zurückgetretene JA-Vorsitzende von Baden-Württemberg, Moritz Brodbeck, der “FAZ”.  

    ″Es gibt in vielen Landesverbänden intensive Diskussionen mit offenem Ausgang über die Zukunft der Jugendorganisation”, bestätigte der JA-Bundesvorsitzende Damian Lohr der “FAZ”. 

    Was ihr noch über die Recherche über den AfD-Nachwuchs wissen müsst: 

    Die Recherche der “FAZ” zeigt auch, wie nah sich der AfD-Nachwuchs und die rechtsextreme Identitäre Bewegung (IB) sind. Auch die IB wird vom Verfassungsschutz beobachtet. 

    JA-Funktionäre waren laut eines internen Berichts der Organisation Stammgäste bei IB-Stammtischen, hielten Vorträge bei IB-Veranstaltungen oder nahmen an IB-Demonstrationen teil, berichtet die “FAZ”. 

    Der zurückgetretene JA-Vorsitzende von Baden-Württemberg, Moritz Brodbeck, war laut der “taz” bis 2016 selbst IB-Aktivist

    (ben)


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    Daniela und Jens Büchner

    • Vor neun Tagen ist Jens Büchner an Lungenkrebs gestorben.
    • Nun stand Ehefrau Daniela vor einer schweren Entscheidung: Geht sie dieses Jahr noch ins Dschungelcamp oder nicht?

    Daniela Büchner durchlebt gerade eine schwere Zeit: Ihr Ehemann Jens verlor vor neun Tagen seinen Kampf gegen den Lungenkrebs

    Sie war seit drei Jahren die Frau an der Seite des Schlagersängers. Die beiden heirateten im vergangenen Jahr und haben zusammen Zwillinge bekommen. Mit den Kindern aus ihren vorherigen Ehen bildeten Daniela und Jens Büchner eine große Patchwork-Familie.

    Nach der Teilnahme des Paares an der RTL-Sendung “Das Sommerhaus der Stars” wurde spekuliert, ob Daniela es ihrem Mann gleichtun und noch dieses Jahr in den australischen Dschungel für die RTL-Show “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus” ziehen würde.

    Daniela Büchner zieht in das Dschungelcamp – allerdings erst nächstes Jahr

    Laut Medienberichten soll sie den Vertrag dazu bereits vor dem Tod ihres Mannes unterschrieben und eine fünfstellige Summe verhandelt haben.

    Doch innerhalb der letzten Wochen hat Daniela einen Schicksalsschlag erlebt und besonders die Fans dürften sich nun die Frage stellen: Soll sie wenige Wochen nach Jens’ Tod zurück ins Fernsehen oder sich erstmal Zeit für sich und die Familie nehmen?

    Wie die “Bild”-Zeitung nun erfahren haben soll, geht Daniela offenbar vorerst nicht ins Dschungelcamp.

    Zumindest dieses Jahr nicht. Dafür habe sie wohl mit RTL ausgemacht, dass ihre Teilnahme auf 2020 verschoben werde.

    Dennoch soll ihr der Sender finanziell entgegen kommen.

    Als Ersatz für Daniela soll Bob-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis nach Australien fliegen. 

    (kiru)


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    Die Parteivorstand der AfD geht auf Distanz zum Parteinachwuchs. 

    Die AfD zieht in der Affäre um Rechtsradikale in ihrer Jugendorganisation die Notbremse.

    ► Der Parteivorstand erklärte am Montag nach einer Telefonkonferenz:

    “Mit Abscheu nimmt der Bundesvorstand der Alternative für Deutschland menschenverachtende Einzeläußerungen von Mitgliedern der Jungen Alternative (JA) zur Kenntnis. Er erwartet von der JA, dass sie sich unverzüglich von diesen Mitgliedern trennt.”

    ► Die vom Vorstand eingesetzte parteiinterne “Arbeitsgruppe Verfassungsschutz” werde demnächst ein “aktuelles Lagebild” vorlegen. Auf dieser Grundlage werde der Bundesvorstand eine Sondersitzung zur Situation in der JA einberufen.

    ► Der Parteikonvent solle außerdem einen Antrag auf Änderung der Parteisatzung prüfen, um eine mögliche Trennung von der Jugendorganisation vorzubereiten. Entscheiden müsste über diesen Schritt aber ein Bundesparteitag.

    Warum sich die AfD zu diesem Schritt entschlossen hat: 

    Hintergrund des Beschlusses sind den Angaben zufolge rassistische Äußerungen sowie Gewaltfantasien in Internetforen der Parteijugend.

    Anfang November hatte der JA-Bundesverband die Auflösung des Landesverbandes Niedersachsen beschlossen. Er reagierte damit auf eine seit September laufende Beobachtung durch den niedersächsischen Verfassungsschutz. Auch die JA-Verbände in Baden-Württemberg und Bremen werden von den jeweiligen Landesämtern beobachtet.

    Der Verfassungsschutz in Stuttgart hatte erklärt, es bestünden “Bezüge der JA BW zu Rechtsextremisten, die auf gemeinsame verfassungsfeindliche politische Ziele hindeuten”. Viele JA-Mitglieder sind in der AfD.


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    Arne Ulbricht ist Lehrer, Vater und Autor mehrerer Bücher. Sein neues Buch “Vatertag!” (Klak-Verlag) ist kürzlich erschienen. Im Interview mit der HuffPost spricht er über das Schreiben, Inspiration und seine Kinder. 

    HuffPost: Sie sind Ehemann, Vater, Lehrer – und Autor. Ihr neues Buch “Vatertag” ist gerade erschienen. Wie schaffen Sie es, sich die Zeit zum Schreiben zu nehmen?

    Arne Ulbricht: Dass ich Zeit zum Schreiben finde, liegt vor allem daran, dass ich als Lehrer nur eine halbe Stelle habe, weil meine Frau reizenderweise voll arbeitet und das Geld verdient. Und leider brauchen mich die Kinder auch nicht mehr wirklich – sie sind 11 und 15. Letztendlich habe ich aber immer geschrieben. Selbst in der Examensphase und im Referendariat. Ich habe keine Ahnung, was Schriftsteller meinen, wenn sie davon erzählen, wie sehr sie beim Schreiben leiden. Ich finde, es gibt nichts Tolleres! Ich liebe es, und es entspannt mich total.

    Haben Ihre Kinder Ihre Bücher gelesen?

    Noch nicht, und darüber bin ich froh! Denn in “Nicht von dieser Welt” erschießt ein Lehrer Schüler, in “MAUPASSANT” geht es ständig um Sex, und in “Vatertag!” trifft ein Lehrer in einer Geschichte ausgerechnet in einem Bordell auf seine Schüler. Allerdings gibt es in “Vatertag!” auch eine Erzählung (LoL), die ich mit meinem Sohn (15) geschrieben habe und die wir auf Lesungen auch gemeinsam präsentieren werden. Ich gehe auch deshalb davon aus, dass mein Sohn bald anfangen wird, Papas Bücher zu lesen und Fragen zu stellen.

    Was antworten Sie ihm, wenn er fragt, was Sie zu Ihren Büchern und Erzählungen inspiriert hat?

    Ich bin ehrlich oder versuche es zu sein. Bei den Vatergeschichten ist das allein deshalb einfach, weil wir eine Geschichte wie gesagt gemeinsam geschrieben haben. Der wahre Kern dieser Geschichte ist seine Zockerei, die mich früher sehr geärgert hat. Darum herum habe ich mit ihm eine Geschichte erfunden. Bei anderen Geschichten arbeite ich oft mit Was-wäre-wenn-Situationen: Was wäre eigentlich, ginge ich als Vater und Lehrer in ein Bordell und... träfe dort meine Schüler! So etwas versteht er. (Meine Tochter nicht, aber die fragt auch nicht.)

    Was wäre wenn ein gemeiner Mensch Ihnen folgenden Deal anbieten würde: Sie bekommen eine Million Euro (unversteuert), dürfen aber nie wieder schreiben.

    Die Frage ist spannend. In meiner jetzigen Situation wäre die Antwort klar: Nein, danke, mir fehlt es an nichts. Aber wie wäre es, wenn ich alleinerziehend wäre? Hm... nein, dann auch nicht. Was nützt mir eine Million, wenn ich nicht das machen darf, was mir am meisten Spaß bringt?

    Wäre die Welt ein besserer Ort, wenn alle ein bisschen mehr von dem tun würden, was sie wirklich lieben?

    O... nein, lieber nicht. Viele Menschen denken zum Beispiel ständig an Sex - wie auch einige Protagonisten in “Vatertag!” Aber wenn man das “mehr tut”, kann es ja auch wie in mindestens einer Erzählung zu massiven Problemen kommen. Und Kinder spielen viel zu gern Ballerspiele, sie sollten es weniger tun - viele Erwachsene übrigens auch. Aber im Einzelfall kann es ungemein entspannen, wenn man sich Zeit nimmt für das, was einem wirklich wichtig ist.

    Wann sollte man Ihr Buch “Vatertag” am besten lesen?

    Jeden Abend eine Erzählung! Gerade für Paare ist es gewiss lustig, sich gegenseitig daraus vorzulesen und gemeinsam zu schmunzeln (über die titelgebende Erzählung) oder sich gemeinsam aufzuregen (über den Vater in Ein Jahr Vater) oder sich liebevoll zu streiten (über Kinobesuche). Es ist auch eine perfekte Unterwegslektüre. Die kurzen Erzählungen kann man auf einer U-Bahnfahrt lesen.

    Mehr über Arne Ulbricht und seine Bücher erfahrt ihr auf seiner Homepage www.arneulbricht.de. Sein Buch “Vatertag!” könnt ihr hier bestellen. 

     

     


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    Daniela Büchner spricht über den Verlust.

    • Nach dem plötzlichen Krebstod von Jens Büchner braucht Witwe Daniela Zeit für sich und die Kinder.
    • Wie sie diese emotionale Phase erlebt, erzählt sie in einem Vox-Interview.

    Nach dem überraschenden Krebstod von Jens Büchner am 17. November dürften sich nun viele fragen, wie es seiner Witwe geht.

    Nicht nur als Ehefrau, sondern auch als Mutter von fünf Kindern ist Jens’ Tod eine harte Prüfung für Daniela.

    In einem Interview mit “Prominent” auf Vox spricht die 40-Jährige über ihre Gefühle: 

    “Ich weiß nicht, was das Leben mir für eine Prüfung gibt. Und ich denke auch, dass ich nie wieder glücklich werden kann. Weil ich war glücklich mit Jens, und das geht nicht mehr. Ich kann nie wieder jemanden so lieben oder glücklich werden.”

    Daniela und Jens Büchner

    Daniela Büchner: “Unsere Welt ist zerstört. Sie steht still”

    Weiter sagt sie: Unsere Welt ist zerstört. Sie steht still. Es ist nicht nur mein Ehemann gestorben, sondern auch mein bester Freund, mein Seelenverwandter. Das ist so schlimm für mich.”

    Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Kinder sei der Tod schlimm zu verkraften.

    “Mein Mutterherz blutet, wenn ich sehe, wie die Kinder leiden. Das ist so schlimm.” Den Tod ihres Vaters begreifen sie nicht, “aber sie spüren, was hier los ist. Sie schlafen unruhig und rufen nach Papa”, sagt Daniela.

    Im Jahr 2009 hat Daniela schon mal ihren Mann verloren, mit dem sie drei Kinder hat. Nun muss sie das Gleiche noch einmal durchmachen. 

    Daniela riecht an dem Kissen ihres Mannes Jens

    Dennoch versuche die 40-Jährige nun “ein normales Leben zu führen”, gerade für die Kinder müsse sie jetzt als Mutter funktionieren.

    Wenn sie an Jens denken wolle, rieche Daniela an seinem Kissen:

    “Ich habe ein Kissen, das lag bis zu seinem Tod auf seinem Bett. Da rieche ich immer daran, mache dann die Augen auf und merke, er ist nicht da. Ich schlafe nachts nicht, ich esse kaum, ich funktioniere nur noch.”

    (kiru)


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    In den vergangenen Jahren wurde derart viel über die Generation Y (Geburtsjahrgänge ca. 1981-1995) und dann über die Generation Z (Geburtsjahrgänge ca. 1996-2010) geschrieben, dass Arbeitgeber und Führungskräfte mit den Wünschen und Erwartungen der jüngeren Arbeitnehmergenerationen vertraut sein sollten.

    Im Wettbewerb um den knappen Nachwuchs aus den Augen geraten ist vielfach die etablierte Generation der Baby Boomer (Geburtsjahrgänge ca. 1956-1965). Mit typischerweise langjährigen Betriebszugehörigkeiten bildet sie unverändert das Rückgrat der deutschen Erwerbsbevölkerung.

    Dies dürfte sich schon bald ändern. Denn die geburtenstarken Jahrgänge werden in der kommenden Dekade in ihren letzten Teil der Erwerbsphase treten und dann in den verdienten Ruhestand gehen.

    Zahl der älteren Beschäftigten gestiegen

    Dem Golden Age Index von PWC zufolge ist die Anzahl der älteren Beschäftigten in Deutschland seit 2003 bereits um rund 30 Prozent-Punkte gestiegen. Gut 80 Prozent der Baby Boomer gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Unternehmen sind daher gut beraten, sich schon jetzt Strategien für den Umgang mit dem überproportional gewachsenen Anteil älterer Beschäftigter zu entwickeln.

    Ausgedient haben Programme der Frühverrentung, die früher genutzt wurden, um im Zuge von Rationalisierungen die Belegschaft möglichst „sozialverträglich“ zu reduzieren. Da diese Arbeitnehmergruppe rund ein Drittel der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland ausmacht, dürften sich mit ihrem Betriebsaustritt die in einigen Branchen bereits spürbaren Fachkräfteengpässe verschärfen.

    Wirtschaft und öffentliche Institutionen können weder auf das Arbeitspotenzial noch auf Qualifikationen und Wissen der Baby Boomer verzichten und sind darauf angewiesen, die älteren Kolleginnen und Kollegen so lange wie möglich zu halten.

    Beratungs- und Projektaufgaben nach Renteneintritt

    Unternehmen, wie etwa Bosch oder Deutsche Bahn, haben bereits Senior-Experten-Modell etabliert, die es ihnen erlauben, das Fachwissen ihrer Beschäftigten auch jenseits des Renteneintrittsalters zeitlich befristet für Beratungs- und Projektaufgaben zu nutzen.

    Verbunden mit einer wachsenden älteren Belegschaft sind neue Herausforderungen. Da sich im Zuge der Digitalisierung die Anforderungen an Arbeitnehmer mit hoher Dynamik ändern, sind Unternehmen gezwungen, deutlich mehr in ältere Beschäftigte zu investieren und Weiterbildung – auch in alter(n)sadäquaten Formaten – bis zum Ruhestand anzubieten, wenn sie von ihren nachhaltig profitieren wollen.

    Zudem gilt es das vielerorts noch dominierende Defizitmodell des Alters durch eine kompetenzorientierte Perspektive und somit durch positive Bilder des Alters zu ersetzen. Meta-Studien zeigen einen nicht bedeutsamen oder allenthalben schwachen Zusammenhang zwischen Alter und aufgabenbezogenen Arbeitsleistungen in Bezug auf die Lebensarbeitszeit.

    Arbeitsfähigkeit älterer Beschäftigter

    Einschränkungen in körperlichen Dimensionen lassen sich vielfach durch Erfahrung, Routinen, Wissen und die effektive Nutzung der vorhandenen Ressourcen kompensieren. Nicht zuletzt wachsen mit dem Alter Selbstsicherheit, Ausgeglichenheit und Einsatzbereitschaft und Verantwortungsgefühl. Während Machterwerb und Aufstiegswille mit tendenziell abnehmen, werden Autonomie, Wertschätzung und Handlungsspielraum für ältere Beschäftigte bedeutsamer.

    Studien des FIOH zeigen, dass gerade Führung und Zusammenarbeit maßgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit von älteren Beschäftigten haben. Dies umfasst eine vorurteilsfreie Haltung gegenüber dem Alter ebenso wie eine alter(n)sgerechte Organisation der Arbeitsabläufe.

    Damit hängt es von den Rahmenbedingungen im Unternehmen ab, ob die Beschäftigten bis zum Ruhestand oder gar als Senior Experten darüber hinaus motiviert am Arbeitsplatz bleiben oder von der „Rente mit 63“ Gebrauch machen und vorzeitig das Arbeitsfeld verlassen.

    Wichtig sind dabei aber nicht nur Gesundheitsmanagement und die Einrichtung der bereits seit längerem diskutierten alter(n)sgerechten Arbeitsplätze mit Unterstützung durch Assistenzsysteme, wie etwa Exoskelette zur Steigerung von Leistung und Kraft des Bewegungsapparats.

    Eine zentrale Rolle spielen gerade auch Flexibilisierungsmöglichkeiten von Arbeitszeit und Ort, etwa zur Pflege und Betreuung von Familienangehörigen oder zur Verfolgung anderweitiger privater Interessen, sowie das Angebot von Entwicklungsoptionen und beruflichen Perspektiven.

    Respekt zwischen älteren und jüngeren Beschäftigten

    Im Kontext der Zusammenarbeit im Generationen-Mix gilt es, auf Wertschätzung von Alters- und Generationenunterschieden zu setzen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in denen sich alle Generationen, nicht nur die aktuell nachrückenden Beschäftigten, wohl fühlen und bereit sind ihren vollen Einsatz zu geben.

    Um Respekt zwischen älteren und jüngeren Beschäftigten zu fördern hat Daimler beispielsweise die Initiative YES (Young and Experienced together Successful) ins Leben gerufen. Ein Element ist dabei die aktuell im Gasometer in Berlin zu sehende Ausstellung EY ALTER, die sich als Marktplatz der Ideen beim Demografiemanagement versteht und einen Beitrag zur differenzierten Betrachtung von Mitarbeitern jüngeren und höheren Alters leistet.

    Auf Team-Ebene bedeutet es u.a., als Führungskraft Aufgaben so zu verteilen, dass die jeweiligen Kompetenzen der einzelnen Altersgruppen voll zum Tragen kommen, alle Teammitglieder „on the job“ Qualifizierung erfahren und Freude an der gemeinsamen Arbeit empfinden. Dies steigert das Mitarbeiterengagement nachhaltig und fördert die Bindung der Belegschaft.

    Unternehmen, die im aktuellen „war for talent“ nicht allein um die jungen Nachwuchskräfte werben, sondern auch ihrer angestammten Belegschaft ebensolche Aufmerksamkeit und Wertschätzung zukommen lassen, sollten zu den Gewinnern im demografischen Wandel gehören.


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    • Herzogin Meghan wird eine Woche vor Weihnachten einen wichtigen Telefonanruf von der Queen erhalten. 
    • Dabei geht es um den diesjährigen Weihnachtszeitplan – und was dabei alles beachtet werden muss.
    • Im Video oben seht ihr eine weitere Weihnachtstradition der Queen: Sie wird Herzogin Meghan und ihre Mutter nach den Feiertagen wiegen lassen.

    Die britische Königsfamilie hat viele ungewöhnliche Traditionen für die Weihnachtszeit. Unter anderem sollen sich die Royals untereinander mit lustigen Geschenken überraschen. Außerdem wird die Queen Herzogin Meghan und ihre Mutter Doria Ragland vor und nach dem Weihnachtsessen wiegen. Den Grund dafür seht ihr oben im Video. 

    Damit nicht genug: Wie ein Royal-Insider bekannt gab, soll die Queen Herzogin Meghan eine Woche vor Weihnachten anrufen.

    Für die 37-Jährige ist es das erste Weihnachtsfest als Mitglied der royalen Familie. Vergangenes Jahr nahm sie zwar schon an dem Fest teil, allerdings noch als Verlobte von Prinz Harry.

    Das berichtet das Magazin “International Business Times”.

    Mehr zum Thema: Weil sie deutsche Wurzeln hat, ist der Queen vor allem eine Weihnachtstradition sehr wichtig

    Anruf über den Zeitplan und Regeln 

    In dem Telefonat wird die Queen Meghan darüber informieren, wann und in welcher Reihenfolge sie, ihre Mutter und die anderen Mitglieder der royalen Familie an der privaten Residenz Sandringham House ankommen sollen. 

    Wie das Magazin schreibt, sollen Meghan und Harry zeitgleich mit Kate, William und den Kindern ankommen. Queen Elizabeth und Prinz Philip sollen als Letztes ankommen. 

    Am 25. Dezember wird es einen ähnlichen Vorgang geben. An diesem Tag stehen die Royals außerhalb der Kirche St. Mary Magdalene, um die Queen und Prinz Philip zu begrüßen.

    Nach dem Mittagessen werden dann laut dem Bericht die Geschenk ausgetauscht und eine Runde Scharade, das Lieblingsspiel der Queen, gespielt. 

    Meghans Mutter wird dieses Jahr zum ersten Mal am Fest teilnehmen dürfen. Es ist eine echte Besonderheit, denn: Personen außerhalb der royalen Familie werden selten eingeladen. Die Eltern von Herzogin Kate beispielsweise waren noch nie beim Weihnachtsfest dabei.

    Mehr zum Thema: “Albtraum” für die Royals – warum Meghans Staatsbürgerschaft für Probleme sorgt

    (nmi)


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    • Damenunterwäsche ist normalerweise ein teures Luxusgut.
    • Doch Lidl bietet diese Woche elegante Push-ups, Slips und Strings zum Schnäppchenpreis.

    Mit dem nahenden ersten Advent geht der Winter jedes Jahr in eine entscheidende Runde: Nun beginnt wieder der alljährliche Run auf die besten und schönsten Weihnachtsgeschenke – ob für Freunde und Familie, oder einfach für sich selbst. 

    Wer sich bequem von Zuhause aus Anregungen holen will, sollte einen Blick in den beliebten Lidl-Prospekt werfen. Denn der Discounter bietet seinen Kunden nicht nur Qualitäts-Lebensmittel, sondern auch eine ganze Reihe von Non-Food-Produkten, von Mode über Elektro- und Haushaltsgeräte bis hin zu Deko, Werkzeug und vielem mehr. 

    Edle Spitzen-Damenunterwäsche zum Top-Preis

    Ab dem heutigen Montag im Sortiment: Sexy Dessous zu unschlagbaren Preisen. Für schöne Damenunterwäsche kann man so einiges hinblättern, aber scheinbar nicht bei Lidl. Da gibt es nun Push-up-BHs, Slips und Strings mit eleganter Spitze und aus angenehm weichen Materialien.

    ► Für den BH von esmara zahlt ihr bei Lidl gerade einmal 5,99 Euro; die Slips und Strings gibt es für den gleichen Preis im Doppelpack. 

    Interessierte sollten allerdings schnell sein. Wie Lidl im Prospekt informiert, gehört die edle Damen- Unterwäsche in den Größen 75 A-B, 80B und 85B zu den Artikeln, die aufgrund des begrenzten Vorrats schon am ersten Angebotstag ausverkauft sein können!

    Am besten, ihr seht euch alles gleich hier online im Prospekt an.

    Außerdem diese Woche im Lidl-Prospekt: Vornehme Handschuhe aus echtem Nappaleder, schicke Business-Mode und jede Menge Geschenkideen, wie eine Quadrocopter-Drohne mit Funksteuerung und integrierter Kamera für tolle Luftaufnahmen für nur 39,99 Euro.


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    • Käthe Wolfer aus Ludwigshafen feiert ihren 105. Geburtstag.
    • Die Frau weiß genau, wie sie es schaffte, so alt zu werden.
    • Im Video oben verraten 102-Jährige Zwillinge ihr persönliches Geheimnis ihres Alters – beide haben eine andere Antwort darauf.

    Sie hat zwei Weltkriege, den Kaiser, Hitler und die Demokratie miterlebt: Käthe Wolfer aus Ludwigshafen feierte ihren 105. Geburtstag

    Wolfer sei über ihr langes Leben glücklich – kaum vorzustellen, dass sie mit ihren 105 Jahren nicht die älteste Frau Deutschlands ist. Darüber berichtet die “Bild”-Zeitung.

    “105! Da wird man bescheiden. Freut mich, dass ich noch so munter bin”, sagt die Jubilarin über sich selbst.

    105-jährige Frau behauptet: “Kein Mann – kein Ärger!”

    Auf die Frage, wie sie es geschafft habe, so alt zu werden, sagt die Frau:

    Kein Mann – kein Ärger! Ich habe meine Entscheidungen immer für mich selbst getroffen, musste mich nie über einen Ehemann ärgern oder mir reinreden lassen. Das hat mich zufrieden so alt werden lassen.

    Wolfer habe nie geheiratet und hatte nie einen festen Partner.

    Bis zu ihrem 100. Geburtstag habe die Ludwigshaferin sogar noch in ihren eigenen vier Wänden gelebt: “Doch dann hörte ich immer schlechter und auch meine Augen ließen stark nach.”

    Inzwischen lebt die Frau im Seniorenheim, sei aber dennoch viel in Bewegung, wie Wolfer der Zeitung erklärt.

    Ihre 79-jährige Nichte telefoniert jeden Tag mit der 105-Jährigen. Die ist sich sicher: “Käthe ist eine ganz außergewöhnliche Frau, sie nimmt das Leben an, wie es gerade ist. Bei ihr ist das Glas immer halb voll statt halb leer.”

    (chr)


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    • Am Sonntagabend hat Anne Will mit ihren Gästen über die Zukunft des Sozialstaats diskutiert.
    • In der Diskussion ging es um die Pläne, Hartz IV abzuschaffen. Mit einer Aussage sorgte Gesundheitsminister Jens Spahn für Ärger im Netz. 

    Es war eine heftige Diskussion, die am Sonntagabend bei “Anne Will” zwischen Gesundheitsminister Jens Spahn und der Fraktionsvorsitzenden der Linken, Sahra Wagenknecht, entbrannte.

    Die Sendung widmete sich dem Thema “Arbeitswelt im Wandel – wie muss der Sozialstaat reformiert werden?”. Im Mittelpunkt der Debatte: Hartz IV. Während SPD, Grüne und Linke die Abschaffung des Sozialmodells fordern, will Jens Spahn an Hartz IV festhalten.  

    “4000 Euro fällt nicht in die Kategorie reich”

    Soweit, so unspektakulär. Dass Spahn ein Befürworter der aktuellen Hartz-IV-Regelungen ist, war bekannt. Doch Wagenknecht war nicht die einzige, mit der der Gesundheitsminister aneinander geriet. Auch der Gründer des Start-Ups “Mein Grundeinkommen”, Michael Bohmeyer, ärgerte sich über die Aussagen Spahns.

    So hatte Spahn gesagt, dass jemand der 4000 Euro im Monat verdiene, nicht in die “Kategorie reich” falle. Bohmeyer entgegnete: “Da können sie ja Herrn Merz fragen, in welcher Kategorie man dann liegt.”

    Bohmeyer spielte damit auf Aussagen des Millionärs und CDU-Politikers Friedrich Merz an. Der besitzt zwar ein Millionenvermögen, erklärt sich allerdings der oberen Mittelschicht zugehörig – womit er bei vielen Bürgern für Empörung sorgte. Auch auf Twitter provozierte Spahn mit seiner Aussage verärgerte Reaktionen.

    ► Ein User bemerkte: ”’4000 Euro ist nicht reich’ – gewagte Aussage in einer Sendung über Hartz4, Jens Spahn.” 

    ► Ein weiterer Nutzer sagte nur: “sau sympathisch der Jens Spahn. Nicht.”

    ► Der “WAZ”-Journalist Udo Richter schrieb: “Jens Spahn scheint wie Merz kein Verhältnis mehr zum Geld zu haben ‘4.000 Euro sind nicht reich!’ – Jemand der zum Mindestlohn arbeitet, müsste dafür 120 Stunden pro Woche schuften, Herr Minister !!”

    Auch mit seiner Aussage, dass das Durchschnittseinkommen in Deutschland bei 3300 Euro brutto liege, sorgte Spahn für Diskussionen.

    “Anne Will wo bekomme ich diese 3300€ her?”, fragte ein Twitter-Nutzer.  

    ► Ein Weiterer fragte erstaunt: “3.300 Euro Durchschnittseinkommen? Das kann doch nicht realistisch sein!”

     

    An den Reaktionen zeigt sich, dass viele Menschen Spahns Aussage als realitätsfern wahrnehmen. Tatsächlich liegt der Durchschnittsverdienst in Deutschland sogar mit 3700 Euro brutto noch höher. Allerdings: Rund zwei Drittel der Deutschen verdienen weniger als das.

    Der hohe Durchschnittswert wird außerdem durch wenige, die sehr viel verdienen verzerrt. Das durchschnittliche Nettoeinkommen aller Arbeitnehmer in Deutschland betrug im Jahr 2017 monatlich 1890 Euro.

    (ben)


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    Ein Bär hatte offensichtlich keine Schwierigkeiten, eine Tür zu öffnen, und in ein Büro der California Highway Patrol einzutreten.

    Ein Online-Video, das am Samstag veröffentlicht wurde, zeigt den Bären, wie er auf zwei Beinen die Polizeistation betritt.

    Der Bär verlässt das Gebäude so gemütlich, wie er reinkam

    Das Tier schaut in den Raum in dem Getränkeautomaten stehen und zieht dann die Tür auf. Dann geht er auf alle Viere und wandert an den Automaten vorbei in die Büros der Polizisten.

    Irgendwann geht der Bär so gemütlich raus, wie er reinkam. Wenige Augenblicke später folgen zwei bewaffnete Offiziere dem Tier aus der Tür.

    In Kalifornien bereiten sich die Bären gerade auf den Winterschlaf vor und sind bis zu 20 Stunden pro Tag auf Futtersuche. 

    Der Artikel erschien ursprünglich bei der US-Ausgabe der HuffPost

    (vw)


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    Der Chinesische Wissenschaftler He Jiankui.

    ► Einem chinesischen Wissenschaftler zufolge sind weltweit erstmals Babys nach einer Genmanipulation zur Welt gekommen. Dabei soll es sich um zwei Mädchen mit den Namen Namen Lulu und Nana handeln. 

    ► Nach eigenen Angaben hat der chinesische Wissenschaftler He Jiankui ihre Embryonen einer Genmanipulation unterzogen. Eine geprüfte wissenschaftliche Veröffentlichung zu den Eingriffen gibt es noch nicht – lediglich ein Eintrag in einem chinesischen Register für klinische Tests liegt bislang vor. 

    ► Mit dem noch sehr jungen Verfahren Crispr/Cas9 wollte Jiankui die Kinder resistent gegen HIV machen. 

    Darum ist es wichtig: 

    Genmanipulationen an Menschen gelten als ethisch bedenklich. In Deutschland, den USA und vielen anderen Ländern sind derartige Manipulationen an menschlichem Erbgut verboten, weil die Risiken bisher kaum abschätzbar sind und Veränderungen an nachfolgende Generationen weitergegeben werden.

    Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Peter Dabrock kritisierte die Experimente aus China daher scharf: 

    “Bei den Experimenten handelt es sich um unverantwortliche Menschenversuche”, sagte er. “Ob es stimmt oder nicht, was der chinesische Forscher He behauptet: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind solche Versuche und auch Ankündigungen aufs Schärfste zu kritisieren.”

    Laut nahezu einhelliger Einschätzung sei die Grundlagenforschung noch weit entfernt vom Einsatz beim Menschen. “Die Neben- und Spätfolgen sind noch unabsehbar und schwer zu kontrollieren.”

    Was ihr sonst noch wissen müsst: 

    Dem Eintrag in einem chinesischen Register zufolge brachte das chinesische Team ungewollt kinderlose Paare aus gesunder Mutter und HIV-infiziertem Vater dazu, bei den Versuchen mitzumachen.

    ► Mittels künstlicher Befruchtung wurden zahlreiche Embryos geschaffen, deren Erbgut mit der erst seit 2012 in Labors eingesetzten Genschere Crispr/Cas9 verändert wurde.

    ► Die Forscher um He zielten dabei dem Eintrag zufolge auf das Gen für den sogenannten CCR5-Rezeptor ab, an den sich HI-Viren für eine Infektion der Zelle anheften.

    Menschen ohne funktionales CCR5-Protein stecken sich nicht mit dem Virus an – ein berühmtes Beispiel ist der “Berlin-Patient” Timothy Ray Brown.

    (vw)


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    Eine Frau aus Modesto will nur ihr totes Haustier vergraben – und entdeckt dabei noch etwas anderes.

    • Eine Frau hat einen grausigen Fund gemacht: Bei der Bestattung ihres Haustiers im Garten stieß sie auf menschliche Überreste.
    • Die Polizei klärt derzeit die Identität des Toten.

    Das Begräbnis ihres Haustierswurde für eine Frau im kalifornischen Modesto zum Horror-Erlebnis: Denn schon nach den ersten Spatenstichen stieß sie auf menschliche Überreste.

    Darüber berichtete die Tageszeitung “Modesto Bee”.

    Frau findet beim Begraben des Haustieres menschliche Überreste

    Die Frau wollte vergangenen Samstag auf ihrem Anwesen ihr Haustier begraben, das kurz zuvor gestorben war.

    Dabei stieß sie auf die menschlichen Überreste und rief sofort die Polizei.

    Erste Untersuchungen der Mordkommission ergaben, dass es sich um die Überreste einer erwachsenen Person handelt.

    Nach weiteren Untersuchungen der Knochen stellten die Zuständigen fest, dass die Person erst vor wenigen Monaten gestorben sein muss. Das teilte ein Sprecher der Polizei mit.

    Derzeit werde eine Autopsie durchgeführt, um die Ursache des Todes sowie die Identität des Menschen zu klären.

    (chr)


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    Ermittler vor einer Luxusvilla südlich von Istanbul. 

    Fast zwei Monate nach dem Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul hat die türkische Polizei eine Villa südlich der Metropole durchsucht.

    ► Die Ermittler hätten bei der Aktion in der Provinz Yalova auch Spürhunde und Drohnen eingesetzt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Angaben zu Besitzern der Villa wurden nicht gemacht.

    ► Die regierungsnahe Zeitung “Yeni Safak” berichtete, die Behörden konzentrierten sich vor allem auf den Garten der Luxusvilla. Die Ermittler vermuteten demnach, dass die Leiche Khashoggis dort begraben sei.

    ►  Bereits im Oktober hatten die türkischen Behörden ein Gebäude in Yalova durchsucht. Nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan stellten Verdächtige vor dem Mord an Khashoggi nicht näher bestimmte “Nachforschungen” in Yalova an.

    Was ihr noch über den Stand der Khashoggi-Ermittlungen wissen müsst: 

    Khashoggi war Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Von seiner Leiche fehlt immer noch jede Spur. Laut Medienberichten gingen türkische Ermittler zunächst davon aus, dass Khashoggis Leiche zerteilt und aufgelöst wurde. 

    Erst unter immensem internationalen Druck gab Saudi-Arabien die Tötung des im US-Exil lebenden Journalisten zu. Inzwischen häufen sich Hinweise auf eine Verwicklung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in den Fall. Saudi-Arabien weist das zurück. 

    (vw)


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    Boris Palmer: der Law-and-Order-Bürgermeister. 

    • Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer sorgt mal wieder für negative Schlagzeilen.
    • Wie die “Stuttgarter Zeitung” berichtete, soll der Grünen-Politiker einen Studenten bedrängt haben.

    Der Grünen-Politiker Boris Palmer hat einmal mehr für negative Schlagzeilen gesorgt. 

    Der Tübinger Bürgermeister soll mit einem Studenten in Streit geraten sein. Wie die “Stuttgarter Zeitung”  berichtet, soll er den jungen Mann vor dem Tübinger Rathaus Mitte November bedrängt, angebrüllt und gegen seinen Willen fotografiert haben. 

    Zwei Augenzeugen haben laut der Zeitung die Szene beobachtet. Sie beschrieben Palmers Verhalten als “extrem befremdlich”, Palmer sei “immer lauter und aggressiver geworden”, wie es weiter hieß.

    Palmer versus linker Student

    Boris Palmer bestreitet zwar den Vorfall nicht. Auf Facebook schildert der Politiker aber mittlerweile ausführlich, wie sich der Vorfall aus seiner Sicht zugetragen habe. Dazu veröffentlicht er ein Foto seines Dienstausweises.

    Als Leiter der Ortspolizeibehörde habe Palmer auf dem Heimweg eine Personenkontrolle durchgeführt, um Verstöße gegen Ruhestörung zu ahnden, schreibt er.

    Das Foto von der betroffenen Person habe er gemacht, “um die Chance zu erhalten, das Ordnungsgeld wegen Ruhestörung und Weigerung zur Angabe der Personalien durchzusetzen”.

    Der “linke Student”, wie Palmer schreibt, habe plötzlich losgeschrien, Palmer “würde ihn stalken”, danach habe der junge Mann ihn bedroht.

    Es steht Aussage gegen Aussage

    Der Student habe aus der Sicht Palmers “absichtlich gegen §2 der örtlichen Polizeisatzung verstoßen”, wonach es verboten sei, in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr die Nachtruhe anderer mehr “durch lärmende Unterhaltung, Singen, Schreien oder Grölen zu stören”.

    Allerdings: Es steht Aussage gegen Aussage.

    Palmer betont, dass er als Leiter der Ortspolizeibehörde dazu berechtigt war, die Personalien aufzunehmen und kritisierte die Presse für ihren Umgang mit dem Fall:

    “Wenn die Presse nun daraus macht, der Student sei belästigt worden, so verkennt das die Rechtslage und macht aus dem Täter ein Opfer”, schreibt Palmer. Es sei bedauerlich, dass manche Presseorgane nicht für die Einhaltung der öffentlichen Ordnung eintreten würden,“sondern diejenigen kritisieren, die dazu rechtmäßig beauftragt sind.”


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    Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

    ► Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat am Montag einen Fünf-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling vorgestellt.

    ► Schulze will unter anderem mit dem Handel eine Selbstverpflichtung zur Reduzierung von Plastikmüll vereinbaren. Verpackungen sollen wenn möglich vermieden und umweltschonender gestaltet werden.

    ► Außerdem will das Umweltministerium das Recycling-System stärken und mit einer Kampagne die Wegwerfgewohnheiten der Deutschen ändern.

    Was Schulze konkret im Kampf gegen Plastik plant: 

    1. Vermeidung von überflüssigen Produkten und Verpackungen: Die Bundesregierung unterstützt ein europaweites Verbot von bestimmten Einweg-Plastikartikeln wie Plastikgeschirr, das noch in diesem Jahr beschlossen werden soll.

    Auf nationaler Ebene will das Bundesumweltministerium darüber hinaus erreichen, dass der Handel eine freiwillige Selbstverpflichtungen eingeht, überflüssige Verpackungen zu vermeiden. Vorbild ist die Vereinbarung zu Plastiktüten, die es seit zwei Jahren gibt. 

    Mehr zum Thema: Ein Plastikverbot hat keine Chance, wenn wir unsere Ernährung nicht ändern

    Zudem sollen Alternativen zur Plastiknutzung gestärkt werden, etwa durch eine Initiative zur Nutzung von Leitungswasser als Trinkwasser.

    2.) Umweltfreundliche Gestaltung von Verpackungen und Produkten:

    Hersteller von Verpackungen müssen Lizenzentgelte an die Müllentsorgungssystem für Entsorgung und Recycling bezahlen.

    Ab 1. Januar 2019 sollen Hersteller dafür weniger zahlen müssen, wenn sich ihre Verpackungen gut recyceln lassen oder aus recyceltem Material bestehen. 

    3.) Recycling stärken:

    Das Umweltministerium will ab dem 1. Januar 2019 die Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen von derzeit 36 Prozent zunächst auf 58,5 Prozent erhöhen. Ab dem 1. Januar 2022 steigen sie wie im Verpackungsgesetz beschlossen auf 63 Prozent.

    Hersteller, Händler und Recycler sollen daran arbeiten, die Qualität und die Akzeptanz von Recycling zu steigern. 

    4.) Wegwerfgewohnheiten verbessern:

    Das Umweltministerium will besser aufklären, um Plastik im Kompost zu vermeiden. Unter dem Motto “Weniger ist mehr” wird es eine Kampagne gegen Wegwerfgewohnheiten geben. 

    5.) Verstärktes Vorgehen gegen Plastik im Meer

    Insgesamt 50 Millionen Euro hat der Bundestag am Freitag dafür im Haushalt 2019 zur Verfügung gestellt. 50 Millionen Euro werden im kommenden Jahr für den Kampf gegen die Vermüllung der Meere eingesetzt.

    Das hat der Bundestag am Freitag beschlossen. Umweltministerin Schulze will vor allem den Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere fördern.

    Darum ist es wichtig: 

    Pro Kopf produziert jeder Deutsche im Jahr 220 Kilogramm Verpackungsmüll, 130 Kilogramm davon sind Plastik.

    Einiges davon landet im Meer. 75 bis 80 Prozent des gesamten Mülls in den Weltmeeren ist Plastik.

    Wenn sich unser Konsumverhalten nicht bald drastisch ändert, werden die Ozeane zu tödlichen Müllfallen. Bereits jetzt sind die Folgen für Tiere im Wasser verheerend. Jährlich sterben eine Million Vögel und 100.000 Meeressäugetiere am Plastikmüll in unseren Meeren.

    Zugleich bergen Plastik und Mikroplastik auch Gesundheitsgefahren für uns Menschen.


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    Ali Can ist im Südosten der Türkei geboren. Weil er und seine Familie Kurden und Aleviten sind – eine Minderheit in der Türkei – wurden sie damals politisch und gesellschaftlich unterdrückt. Als Asylsuchender kam Can dann 1995 mit seiner Familie nach Deutschland. Der heute 24-Jährige hat eine Hotline für besorgte Bürger ins Leben gerufen, in Essen das “Viel-Respekt-Zentrum” mitgegründet und ist Initiator von #MeTwo. Mit dem Hashtag hat er eine Debatte über Alltagsrassismus in Deutschland ausgelöst. 

    In der HuffPost schreibt er nun darüber, warum es in Ordnung und sogar gut ist, dass seine Eltern mit ihm zu Hause Türkisch und nicht Deutsch sprechen. Damit reagiert er auf einen Artikel der “Bild”-Zeitung, in dem eine Berliner Schulleiterin anprangert, dass in ihrer Schule nur einer von 103 Schüler zu Hause Deutsch sprechen würde. 

    Meine Mutter ist nie zur Schule gegangen, weil es auf dem Land im Südosten der Türkei keine gab. Mein Vater verließ die Schule nach der 5. Klasse, schon als Kind musste er als Schäfer arbeiten. Meine Familie kam 1995 als Asylsuchende nach Deutschland. Wir sind Kurden und Aleviten, die damals in der Türkei politisch und gesellschaftlich unterdrückt worden.

    In Deutschland angekommen, haben meine Eltern natürlich nur eine Sprache gesprochen – und das war Türkisch.

    Im Video oben erzählt Ali Can, warum er mit seiner Familie geflüchtet ist und wie es war, in Deutschland anzukommen.

    Inzwischen sprechen beide gebrochen Deutsch, definitiv nicht fließend, aber sie sprechen Deutsch und können sich verständigen. Trotzdem spreche ich zu Hause kein Deutsch mit meinen Eltern, sondern Türkisch. Und daran ist auch erst einmal nichts schlecht.

    Meine Eltern waren im Gegensatz zu mir nie in einem Umfeld, in dem fließend Deutsch gesprochen wurde. Da sie keinen Schulabschluss haben und keine Qualifikation vorweisen konnten, mussten sie irgendwo arbeiten, wo sehr geringe Sprachkenntnisse ausreichten und wo einheimische, gebürtige Deutsche tendenziell weniger gearbeitet haben.

    Mein Papa hat in einer Fleischfabrik gearbeitet. Dort haben Menschen aus der Türkei, Rumänien, Polen gearbeitet. Und der Arbeitgeber hat die Angestellten sogar nach Nationalitäten in Abteilungen eingeteilt – Türken haben mit Türken, Polen mit Polen zusammengearbeitet usw. Und natürlich hat dort jeder in seiner Muttersprache gesprochen.

    Ali Cans Eltern

    Meine Mama war Putzkraft in privaten Haushalten. Die Familien, für die sie gearbeitet hat, waren nicht zu Hause, wenn sie kam. Also hat auch sie im Arbeitsumfeld nie Deutsch gesprochen. Mit wem auch, mit dem Staubsauger?

    Ich spreche zu Hause Türkisch und Kurdisch. Trotzdem spreche ich auch fließend Deutsch. Ich empfinde das für mich als Bereicherung und ganz sicher nicht als etwas Negatives.

    Sprache wird im Erleben, im Tun, durch Unterhaltungen und ständiges Wiederholen erlernt. Dafür brauchen wir Menschen um uns, die mit uns diese Sprache üben. Optimal wäre: Zusammen leben und zusammen lernen – so ließen sich all die vielen, nützlichen und alltagsrelevanten Vokabeln leichter lernen. Meine Eltern hatten diesen Umgang selten und nur deshalb sprechen wir zu Hause Türkisch.

    Oft höre ich Menschen in meinem Umfeld sagen ‘Wer 20 Jahre hier gelebt hat und noch immer kein gutes Deutsch spricht, der will sich nicht integrieren und macht vieles falsch.’ 

    Es ist aber definitiv keine böse Absicht, dass meine Eltern noch kein astreines Deutsch sprechen. Sie hatten nicht das Glück, in einem bestimmten Umfeld auch noch Zeit, Geduld und Geld für den Spracherwerb aufzubringen – das sagt viel aus über die unsicheren, harten Umstände, denen wir als finanziell schwach aufgestellte Geduldete ausgesetzt waren.

    Ihnen war es besonders wichtig, dass wir Kinder sehr gutes Deutsch lernen, gute Noten mit nach Hause bringen und gute Schüler sind. Dass sie jedoch Menschen damit auf den Schlips treten, weil sie zu Hause mit den Kindern Türkisch sprechen, hätten sie vermutlich nie gedacht, da sie sich das nicht aussuchten.

    Ali Can (rechts) und seine beiden Gechwister

    Das alles ist natürlich der Grund dafür, weshalb auch ich in unserer Wohnung mit meinen Eltern Türkisch spreche. Ich empfinde das für mich als Bereicherung und ganz sicher nicht als etwas Negatives.

    Im Türkischen sagt man “Eine Sprache ist ein Mensch”. Das bedeutet, wer eine Sprache beherrscht, versteht ein ganzes Volk, kann sich verbinden, Gemeinsamkeiten finden und sein Leben bereichern.

    Mehrsprachig aufzuwachsen ist ein friedensgeleitetes Denkmodell. Wer mehr Sprachen spricht, kann mit mehr Menschen in Kontakt kommen, mehr verstehen, sich verständigen und kulturell austauschen.

    Meine Eltern haben mit mir und meinen Geschwistern Türkisch gesprochen, weil sie mussten. Aber wir haben aus dieser Not einfach eine Tugend gemacht. Wir haben dadurch besseren Kontakt zu unseren Verwandten pflegen können, sind mit zwei verschiedenen Kulturen aufgewachsen. Es gibt manche Wörter im Türkischen, für die es im Deutschen keine Entsprechung gibt, die ein bestimmtes Lebensgefühl ausdrücken.

    Wer mehrsprachig aufwächst, hat einen größeren Horizont

    Eines zum Beispiel würde ich sinngemäß mit ‘sich selbst bemitleiden’ und ‘dramatisch über das Leben, die Liebe und Gott sinnieren’ umschreiben (auf Türkisch ‘dertlesmek’). Das ist aber nicht zwingend etwas Negatives.

    Während in Deutschland am Wochenende viel gefeiert und sich mit Freunden getroffen wird, um Spaß zu haben, trifft man sich in der Türkei auch mal mit Freunden mit dem Vorhaben, melancholische, tiefgründige Gespräche über Liebe, Emotionen und Konflikte zu sprechen – dafür gibt es ein eigenes Wort im Türkischen. Ich bin dankbar, dass ich es kenne. Es erweitert mein kulturelles Erleben.

    Wer mehrsprachig aufwächst, hat einen größeren Horizont. Ich bin dankbar, dass ich mit verschiedenen Sprachen und dadurch auch Kulturen aufwachsen durfte.

    Diese zwei Welten, die eine zu Hause, die andere in der Schule, haben mir geholfen zu begreifen, dass es verschiedene Perspektiven auf dieselbe Welt gibt.

    Und ich habe schon früh gemerkt, dass mir das hilft, als Brückenbauer zu fungieren. Das fing bereits in der Grundschule an. Dort war ich der einzige Türkischstämmige in meiner Klasse, auf der weiterführenden Schule auch. Und diese zwei Welten, die eine zu Hause, die andere in der Schule, haben mir geholfen zu begreifen, dass es verschiedene Perspektiven auf dieselbe Welt gibt.

    Es hängt sehr stark von unserer Sozialisation ab, wie wir Dinge und Menschen beobachten, bewerten, deuten, miteinander umgehen. Welche Werte wir selbst erfahren, sorgt dafür, dass wir die Welt durch eine bestimmte kulturelle Brille kristallisieren.

    Mehrsprachig aufzuwachsen hat mich scharfsinniger gemacht

    Viele schauen ihr ganzes Leben lang durch dieselbe Brille und blicken ein Leben lang gleich auf andere Menschen, ihre Umwelt. Sie reflektieren die Art und Weise nicht, wie sie denken. Aber wenn man wie ich zweisprachig aufgewachsen ist, dann lernt man, dass es eben verschiedene Sichtweisen gibt. Ich würde es das Gefühl ‘etwas ist anders, aber gleich’ nennen und es hat mich ein Leben lang begleitet.

    Natürlich gehört dazu auch, dass ich schon als kleiner Junge gemerkt habe, dass es nicht immer leicht ist, wenn man zwischen den Kulturen hin und herwechselt. Aber ich habe schnell gelernt, mich damit auseinanderzusetzen und bin dadurch scharfsinniger geworden. Ich habe gelernt, meine Gedanken zu konkretisieren. Das ist für mich Kulturteilhabe und Brückenbau – und wenn man so mag, auch ein Baustein für einen friedliebenden Umgang zwischen Fremdkulturellen. 

    Und das ist eine sehr schöne und wichtige Sache für alle Gesellschaften. Das ist auch wissenschaftlich belegt. Experimente haben gezeigt, dass sich Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, besser in andere hineinversetzen können und das Verhalten anderer besser in ihre eigene Wahrnehmung integrieren können.  

    Ich war ein mittelmäßiger bis guter Schüler – und das ohne, dass ich zu Hause Deutsch gesprochen habe und ohne, dass ich Nachhilfe bekommen hätte.

    Und wenn ich dann Schlagzeilen lese wie “Nur eins von 103 Kindern spricht zu Hause kein Deutsch” denke ich mir: Na und? Welche Sprache Kinder zu Hause sprechen, ist weder der wichtigste Garant für schulischen Erfolg noch ein Indikator für Integration. Ich war ein mittelmäßiger bis guter Schüler – und das ohne, dass ich zu Hause Deutsch gesprochen und ohne, dass ich Nachhilfe bekommen habe.

    Das besonders Perfide an Schlagzeilen wie dieser ist, dass es den Anschein hat, als wollten die Eltern gar nicht, dass die Kinder zu Hause Deutsch sprechen. Meine Eltern haben mir vom Trödelmarkt günstig Bücher und CDs gekauft, damit ich und meine Geschwister besser Deutsch lernen.

    Und ansonsten habe ich einfach Deutsch in der Schule gelernt. Durch Freunde, Bekannte, Nachbarn – dieser Austausch ist wichtig, für das Lernen von Sprachen, aber auch, um zu wachsen. Und man darf Kindern und Eltern nicht die Schuld dafür geben, dass sie zu Hause kein Deutsch sprechen. Manchmal sind die Umstände so, dass es nicht anders geht.

    Das Umfeld spielt eine entscheidende Rolle

    Und vielleicht ist dies ja auch nur ein Schnappschuss? Vielleicht wird in einer anderen Phase des Familienlebens doch zu Hause Deutsch gesprochen, weil plötzlich die Arbeitsumstände andere sind und Kollegen oder Kollegenen in der Mittagspause sich genauso mit einem unterhalten möchten, auch wenn man wenig Deutsch kann? Es gibt ja auch immer die andere Seite, die mitmachen muss.

    Aber auch ein möglicher Umzug kann zur Folge haben, dass es plötzlich ein freundliches, aktives Nachbarschaftsverhältnis gibt, das hilft, besser Deutsch zu lernen.

    Dazu eine Anekdote: Als einmal ein (deutschstämmiger) Nachbar meine Eltern kennengelernt und mit ihnen gesprochen hatte, entschuldigte sich mein Vater anschließend, dass er nicht so gutes Deutsch spricht.

    Der Nachbar aber sagte, dass es überhaupt keinen Grund gäbe, sich zu entschuldigen. Außerdem sei der Charakter eines Menschen viel wichtiger als die Sprache. Für ihn hatte Integration etwas mit Haltung und Offenheit und den gelebten Werten zu tun – und nicht mit der Sprache. 

    Wer mehrsprachig aufwächst, ist flexibler, anpassungsfähiger, kreativer

    Keiner sagt, dass es immer leicht ist, als Kind mit zwei Sprachen aufzuwachsen. Auch ich hatte manchmal damit zu kämpfen, die richtigen Worte zu finden und mich gut ausdrücken zu können. Aber allein die alltägliche Beschäftigung mit mehreren Sprachen bringt Kindern in ihrer Entwicklung so viel Wertvolles.

    So zeigen auch Studien, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder zwar im Durchschnitt einen geringeren Wortschatz in der jeweiligen Sprache im Vergleich zu einsprachig aufwachsenden Gleichaltrigen haben. 

    Aber das sorgt gleichzeitig dafür, dass diese Kinder mit komplexen Situationen besser umgehen lernen. Sie sind durch ihre Erfahrungen mit schwierigen Kommunikationssituationen geübter darin, Missverständnisse zu entdecken und zu korrigieren, flexibler zu assoziieren und sind signifikant kreativer darin, Lösungen zu finden.

    Falsche Problematisierungen und Feindbilder

    Auch belegen Studien, dass Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, ihre Aufmerksamkeit besser auf mehrere Dinge gleichzeitig richten können und Mehrsprachigkeit die Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflusst.  

    Wenn eine Zeitung wie die “Bild” das als riesiges Konfliktproblem tituliert, komme ich mir als Betroffener problematisiert vor und so als würde ich die deutsche Sprache nicht wertschätzen. Oder als würden sich meine Eltern willentlich dagegen wehren. So ist es aber nicht.

    Zu Hause Türkisch zu sprechen wird gleichgesetzt mit gescheiterter Integration. Das steht aber in keinem direkten kausalen Zusammenhang. Da werden verschiedene Debatten vermischt.

    Und Studien zeigen auch, wie schädlich es für Kinder mit Migrationshintergrund ist, wenn ihnen das als Schwäche ausgelegt wird. Wenn Kinder das immer wieder gesagt bekommen, fühlen sie sich dümmer, haben mehr Angst, sich im Unterricht zu beteiligen, sind weniger selbstbewusst. Das alles kann ich auch eigener Erfahrung bestätigen.

    Auch schaffen solche Thesen nach außen hin falsche Problematisierungen und Feindbilder in der Gesellschaft. Zu Hause Türkisch zu sprechen wird gleichgesetzt mit gescheiterter Integration. Das steht aber in keinem direkten kausalen Zusammenhang. Da werden verschiedene Debatten vermischt.

    Ali Can und seine Eltern

    Meine Eltern sind wunderbar integriert. Schon als ich klein war, hatte ich viele deutsche Freunde, die ich mit nach Hause gebracht habe. Meine Eltern haben mit ihnen gesprochen und umgekehrt, meine Eltern haben sich mit Nachbarn ausgetauscht etc.

    Meine Eltern sind integriert – auch ohne fließend Deutsch zu sprechen

    Warum sie deshalb integriert sind? Weil Integration in erster Linie bedeutet, dass Menschen gegenüber einander gesellschaftsfähig werden, miteinander kommunizieren, bestimmte Werte teilen und im Umgang miteinander leben, einander offen, freundlich und achtungsvoll begegnen – und auch Achtung vor dem Grundgesetz zeigen.

    Ob ich eine Sprache beherrsche oder nicht, gibt erst einmal gar keine Auskunft über meine Wertehaltung und erfasst auch nicht, welche Haltung ich gegenüber Gesetzen, Traditionen und anderen Menschen habe.

    All das tun meine Eltern – auch ohne fließend Deutsch zu sprechen. Zwischenmenschliche Beziehungen sorgen dafür, dass wir uns weiterentwickeln, dazulernen, bereit sind, andere Seiten kennenzulernen.

    Ob ich eine Sprache beherrsche oder nicht, gibt erst einmal gar keine Auskunft über meine Wertehaltung und erfasst auch nicht, welche Haltung ich gegenüber Gesetzen, Traditionen und anderen Menschen habe. Deshalb ist es super vereinfachend und verzerrend, wenn Konflikte an der Tatsache entlang erklärt werden, dass Kinder zu Hause nicht Deutsch sprechen.

    Mehrsprachigkeit ist eine Tugend und Stärke

    Deutschland ist ein Akteur, der von internationalem Austausch, internationalen Abkommen, Export, Import, Kooperationen, Digitalisierung lebt. Und vor diesem Hintergrund ist Mehrsprachigkeit eine ultrawichtige Kompetenz. Das ist eine Tugend, eine Stärke. Durch Zuwanderung entstehen in Deutschland auch neue Geschäftsmodelle und Beziehungen und Handelsmöglichkeiten.

    Und wer Arabisch oder Türkisch spricht, kann zudem neuankommende Zuwanderer unterstützen und ihnen bei der Integration helfen. Globalisierung erfordert und fördert auf der ganzen Welt kulturellen Austausch. Was könnte dem mehr dienen, als mehrsprachig aufzuwachsen?

    Andere Länder rühmen unsere Willkommenskultur in Deutschland. Warum können wir das nicht als Stärke begreifen? Warum schreiben Zeitungen nicht: ’102 von 103 Kindern können neben Deutsch auch Arabisch oder Türkisch”? Warum interpretieren wir in alles immer nur Schwächen hinein?

    Wir müssen lernen, all das als Potenzial für unsere Gesellschaft zu sehen. Kulturelle Diversität und Mehrsprachigkeit könnten Deutschland so sehr bereichern und für vieles eine Lösung bieten – aber dafür müssen wir erst einmal aufhören, das als Problem zu sehen.

    Das Gespräch wurde von Uschi Jonas aufgezeichnet.

    (mf)


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    Ein ukrainisches Kanonenboot ist im Hafen von Kertsch auf der von Russland annektierten Krim angebunden.

    Die Konfrontation zwischen der Ukraine und dem Nachbarn Russland rund um die von Moskau annektierte ukrainische Halbinsel Krim spitzt sich immer weiter zu.

    Die beiden Länder haben das Asowsche Meer 2003 in einem Vertrag eigentlich  zu einem gemeinsam genutzten Territorialgewässer erklärt. Nach der russischen Annexion der Krim vor vier Jahren hat Moskau sukzessive seine Präsenz in der Region verstärkt.

    Am Sonntag kam es dann zur Eskalation: In der Straße von Kertsch, den Gewässern zwischen russischem Festland und der Krim, ging offenbar die russische Marine aggressiv gegen ukrainische Schiffe vor. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

    Wegen mehrerer Ramm-Aktionen gegen ukrainische Schiffe und Schüssen hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Montag das Kriegsrecht verhängt.

    Der Konflikt und wie bereits jetzt der Kampf um die Wahrheit beginnt – auf den Punkt gebracht.

    Was ihr zum Konflikt im Asowschen Meer wissen müsst:

    Im Asowschen Meer nordöstlich der Halbinsel Krim spitzte sich schon seit Monaten der Konflikts zwischen Russland und der Ukraine zu. Es geht dabei vor allem um das Ziehen der Seegrenzen

    ► Das Verhältnis der Nachbarländer ist wegen der 2014 von Russland annektierten Krim und dem Krieg in Ostukraine zerrüttet. Moskau unterstützt im Donbas die prorussischen Separatisten militärisch unterstützt, streitet das aber ab.

    ► Das flache Binnenmeer, mit 39.000 Quadratkilometern etwas kleiner als die Schweiz, ist nur durch die Meerenge von Kertsch mit dem Schwarzen Meer verbunden. 

    Warum der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nun eskaliert ist: 

    In der Nacht zum Sonntag wollten drei ukrainische Schiffe die Meerenge in der Straße von Kertsch passieren. Russland wertete das als Provokation. Daraufhin wurden die Schiffe von russischen Booten gestoppt.

    ► Das Nachbarland wolle eine “Konfliktsituation” schaffen, erklären die russischen Behörden in einer Stellungnahme. Es würden alle Schritte unternommen, um eine Provokation zu verhindern.

    ► Russland warf demnach der ukrainischen Marine vor, die russische Grenze ohne Erlaubnis passiert zu haben. Kiew dementierte. Die Russen sprachen von “gefährlichen Manövern”.

    ► Daraufhin versperrte Moskau die Meerenge komplett, auch für die zivile Schifffahrt. Das kommt einer Blockade des wichtigen ukrainischen Hafens in Mariupol gleich.  

    So reagierte die Ukraine auf die Aktionen Russlands: 

    Aus Kiew heißt es, Moskau habe gegen das UN-Seerechtsübereinkommen und den Vertrag zwischen den beiden Ländern zur Nutzung des Asowschen Meeres und der Straße von Kertsch verstoßen.

    ► Die Schiffe waren aus ukrainischer Sicht in der Nacht zum Sonntag auf dem Weg von der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Mariupol am Asowschen Meer, als es zu der Eskalation durch Russland kam.

    ► Angesichts des Konflikts soll laut einem Erlass von Poroschenko ab Mittwochmorgen das Kriegsrecht gelten. “Ich werde dem Parlament vorschlagen, das Kriegsrecht für 30 Tage zu verhängen”, sagte er am Montag in einer TV-Ansprache in Kiew.

    ► Zudem will das Außenministerium umgehend eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats und des ständigen Rats der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) einleiten. 

    Das ist die offizielle russische Haltung zu den Ereignissen:

    Das russische Außenministerium hat die Ukraine vor ernsten Folgen im Konflikt um das Asowsche Meer gewarnt.

    “Russland wird alle Übergriffe auf seine Souveränität und Sicherheit unterbinden”, teilte das Ministerium am Montag in Moskau mit. Man habe Kiew und seine Verbündeten im Westen wiederholt davor gewarnt, dass mit dem Konflikt um die Meerenge von Kertsch eine “künstliche Hysterie” entstehen werde.

    “Das ist offensichtlich eine sorgfältig durchdachte und geplante Provokation, die für Spannung in der Region sorgen soll”, teilte das Ministerium weiter mit. Damit solle nach Moskauer Darstellung von innenpolitischen Problemen in Kiew im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr abgelenkt werden.

    Wie russische Medien die Eskalation erklären:

    Auch der Großteil der russischen Medien schieben die Verantwortung für die Eskalation auf die Ukraine. Sie verbreiteten die offizielle Sicht des Kremls weiter.

    ► So beschreibt der Vorsitzende des russischen Komitees für auswärtige Angelegenheiten auf seinem Blog beim Radiosender “Echo Moskwy” laut der Internetplattform “Dekoder”:

    “In der Meerenge von Kertsch entwickelt sich direkt vor unseren Augen rasant eine Provokation des ukrainischen Militärs. Es besteht kein Zweifel – das alles wurde mit einem einzigen Ziel angezettelt: Russland zu zwingen, diese Provokation abzubrechen und dann die russische Reaktion als Aggression zu bezeichnen.

    ► Weiter heißt es dort, die ukrainischen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im kommenden Jahr würden “ganz Europa in Geiselhaft nehmen”. Früher oder später werde die “Kiewer Hysterie sich totlaufen” und die Provokateure würden “in die ruhmlose Geschichte eingehen”.

    ► Die staatliche russische Nachrichtenseite “Sputnik” zitierte Oleg Morosow,   Mitglied des Außenausschusses im russischen Föderationsrat. Er sieht die USA hinter dem “Konfrontationsszenario”. Morosow erklärte in herablassender Weise in Richtung Kiews: 

    “Wenn ein leibarmer Junge einen bulligen Kerl drangsaliert, steht hinter ihm immer ein Banditen-Typ. Wo sonst bekommt er solchen Wagemut.”

    Das ist die Haltung der EU:

    Der Auswärtige Dienst der EU hat die jüngsten Entwicklungen im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine als inakzeptabel bezeichnet und Russland zu einer sofortigen Freilassung festgenommener Seeleute aufgefordert.

    ► Aus Sicht der EU müsse Russland alle Schiffe ungehindert durch die Meerenge von Kertsch fahren lassen, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag in Brüssel. Es gelte internationales Recht.

    ►Zugleich warnte der Auswärtige Dienst auch die Ukraine vor vorschnellen Reaktionen. “In der aktuellen Lage müssen alle Seiten äußerste Zurückhaltung wahren, um die Situation zu deeskalieren”, sagte die Sprecherin.

    ► Auch EU-Ratschef Donald Tusk verurteilte die Anwendung von Gewalt durch Russland. Der Kreml müsse für die Rückkehr der ukrainischen Matrosen und Schiffe sorgen, weitere Provokationen müssten unterbleiben.

    ► Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich besorgt über die Lage. In einem Telefonat mit Poroschenko betonte sie zudem die Notwendigkeit von Deeskalation und Dialog. Dafür werde sie sich einsetzen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

     

    Auf den Punkt:

    Während sich der Westen einig zeigt, dass die Eskalation von Russland ausgehen, versucht Moskau die Ukraine als Provokateur darzustellen. Dieses Narrativ wird auch vom Großteil der russischen Medien aufgegriffen. 

    Die Bundesregierung und die EU stehen indes hinter der Ukraine. Fakt ist: Die Situation ist extrem angespannt, schließlich hat der ukrainische Präsident das Kriegsrecht verhängt. Die EU warnt deshalb auch in Richtung Kiew: Eine weitere Eskalation der Situation muss dringend vermieden werden.  

    Mit Material von dpa.

    (mf)


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    Gegen Hartz IV: Demonstranten in Berlin. 

    “Es muss schon noch einen Sinn machen, arbeiten zu gehen.” Dieser Satz diente Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntagabend bei “Anne Will” als Verteidigung für das Hartz-IV-System. 

    Und weiter sagte Spahn: “Diejenigen, die arbeiten könnten, es aber nicht wollen, ich finde, da darf es dann eben auch Druck geben, Sanktionen geben.”

    Der implizite Vorwurf dabei: Ohne Sanktionen würden viele Hartz-IV-Empfänger nicht nach einer Arbeit suchen. Die “faulen Hartzer”, dieses Vorurteil schien Spahn zu bedienen, wie auch Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht bei “Anne Will” kritisierte

    Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass an diesem Vorurteil – wie an vielen weiteren – nicht viel dran ist. Die drei größten Hartz-IV-Mythen – auf den Punkt gebracht

    1. “Hartz-IV-Empfänger sind faul”

     Jeden Monat veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit einen Bericht zur Entwicklung am Arbeitsmarkt. Hier finden sich auch die aktuellen Zahlen für Empfänger des sogenannten Arbeitslosengelds II, umgangssprachlich Hartz IV genannt.

    Die aktuellsten Daten stammen aus dem Juni. Demnach zählte die Bundesagentur für Arbeit 4.171.000 sogenannter erwerbsfähiger Leistungsberechtigter. Mit diesem bürokratischen Begriff bezeichnet die Behörde alle Menschen, die Anspruch auf Hartz IV haben.  

    ZUM HINTERGRUND:

    Anspruch auf Hartz IV hat, wer über 15 Jahre alt ist, arbeiten kann, seinen Lebensunterhalt nicht alleine bestreiten kann und in Deutschland wohnt. 

    ► Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Nur 36 Prozent der Hartz-IV-Empfänger gelten demnach überhaupt als “arbeitslos”.

    ► Der große Rest gilt entweder vorübergehend als Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Erkrankung, nimmt an einer Arbeitsmaßnahme des Jobcenters teil – oder arbeitet und bessert sein Gehalt mit Hartz IV auf. Rund 1,1 Millionen Menschen stocken sich durch Hartz IV ihr Gehalt auf. 

    ► Ein Hartz-IV-Empfänger ist also nicht gleich arbeitslos. Schon aus diesem Grund ist das Vorurteil des Faulpelzes falsch. 

    ► Eine Auswertung des sozio-ökonomischen Panels durch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab zudem: Zwei Drittel der Arbeitslosen mit Hartz IV würden laut einer Umfrage sofort einen Job annehmen. 

    Mehr zum Thema: Meine Mutter lebt von Hartz IV – das zerreißt unsere Familie

    2. “Sanktionen treffen nur wenige Hartz-IV-Empfänger” 

    ► Als Argument für die Beibehaltung von Sanktionen im Hartz-IV-System ist derzeit oft zu hören: Die Sanktionen würden ohnehin nur drei Prozent der Hartz-IV-Empfänger treffen. Das sagte etwa auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bei “Anne Will”. Die SPD will lediglich die Sanktionen gegen Unter-25-Jährige abschaffen. 

    Aber stimmt die Angabe von drei Prozent? Die kurze Antwort: ja. 

    ► Die lange Antwort ist: Auf drei Prozent kommt die Bundesagentur für Arbeit, indem ermittelt wird, wie viele Hartz-IV-Empfänger an einem ausgesuchten Stichtag von einer Sanktion betroffen sind. 

    ► Insgesamt aber verhängte das Jobcenter 2017 rund 950.000 Sanktionen, auch 2018 stieg die Zahl der Sanktionen bis zur Jahresmitte auf 449.550. Sanktionen treffen jährlich also Hunderttausende Hartz-IV-Empfänger – die Quote von drei Prozent an einem Stichtag klingt nach weit weniger Betroffenen. 

    ► Mit 77,4 Prozent entfällt ein Großteil der Sanktionen 2018 wie auch die Jahre zuvor auf Meldeversäumnisse – wenn also beispielsweise jemand einen Termin beim Jobcenter ohne wichtige Gründe nicht wahrnimmt.  

    Mehr zum Thema: Hartz-IV-Empfänger klagt an: Jobcenter-Sanktionen machen kriminell

    3. “Hartz-IV-Empfänger erschleichen sich ihre Leistungen”

    Heftig umstritten ist, wie viele Menschen den Sozialstaat betrügen. Der Duisburger Sozialanwalt Wolfgang Conradis sorgte im Frühjahr für Aufsehen, als er ein einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung” sagte: 

    Es gibt nach meinem Gefühl eine Minderheit, vielleicht zehn bis 20 Prozent meiner Mandanten, die versuchen, es sich einigermaßen bequem in dem System zu machen, oder sie verdienen sich schwarz etwas dazu“ 

    ► Zahlen zu Sozialbetrügern sind rar. 2017 ermittelten die Jobcenter rund 150.000 Straf- und Bußgeldverfahren wegen Hartz-IV-Betrugs. In mehr als 80.000 Fällen wurden Mehreinnahmen verschwiegen. 

    ► Bei einer Zahl von mehreren Millionen Personen, die 2017 Hartz IV bezogen, fällt die Quote der Betrüger also eher gering aus. 

    Allerdings: In einem Bericht zeigte sich die Bundesagentur für Arbeit besorgt über “gut organisierte Banden”, die mit dem Bezug von Hartz-IV-Leistungen über Scheinarbeitskräfte Geld verdienten.

    Die Hartz-IV-Lügen: Auf den Punkt gebracht: 

    Gegen Bezieher von Hartz IV gibt es zahlreiche Vorurteile – die zum großen Teil nicht stimmen. Bei der aktuellen Debatte um eine Reform des umstrittenen Systems wird das einmal mehr deutlich. 

    (ben)


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