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Huffington Post Germany Athena

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    Bei diesem Produkt geriet Thelen in Ekstase.

    • In der “Höhle der Löwen” hat sich Frank Thelen über “billigen Ramsch” ausgelassen, den er in der Sendung in der Hand halten müsse.
    • Der Auslöser war eine Debatte über ein Beauty-Produkt.

    Am vergangenen Dienstag hat die Vox-Sendung “Höhle der Löwen” ihr Staffelfinale erreicht. Dass Frank Thelen in den vergangenen Sendungen vieles präsentiert bekam, was ihm so gar nicht gefiel, brachte der Investor an diesem Abend auf den Punkt.

    Er beschwerte sich während der Sendung, wie oft er in der “Höhle der Löwen” “billigen Ramsch” in den Händen habe halten müssen.

    ► Auslöser für Thelens Schimpferei war das Pflegeprodukt “Man Upgrader” des Kölners Frank Hard. Dessen Produkt begeisterte die Jury – im Gegensatz zu vielen anderen, die sie in der Sendung zu sehen bekam. 

    Hard arbeitet seit 20 Jahren als Make-Up-Artist und entwickelte mit seinem in dieser Zeit gesammelten Know-How ein Pflegeprodukt für Männer. Schon bevor er zu den potentiellen Investoren ging, zeigte sich “Löwe” Georg Kofler angetan: 

    “Na, das sieht doch mal nach schöner Feuchtigkeitscreme für Männer aus!”, sagte er erfreut beim Anblick der schwarzen Tuben. 

    Konnte mit seinem Produkt überzeugen: Frank Hard mit seinem

    “Höhle der Löwen”-Gründer wollte 75.000 Euro für 10 Prozent

    Er hatte richtig getippt. Hard präsentierte den Löwen eine getönte Tagescreme für Männer, die kurz- und langfristig einen “Frische-Effekt” verleihen soll.

    Für den Entwickler der Gesichtscremes ging es um einiges: Er habe 75.000 Euro in seine Produktlinie investiert. Geld, das mittlerweile komplett weg sei. Nun erhoffe er sich Hilfe bei der Vermarktung und beim Handel seiner Produkte.

    ► Für genau diese 75.000 Euro wollte er einem Investor 10 Prozent seiner Firmenanteile geben. 

    Besonders die männlichen “Löwen” reagierten zunächst skeptisch: Würde es genug Abnehmer für das Produkt geben oder sei die Hemmschwelle für Männer zu hoch, Make-up zu kaufen und aufzutragen?

    Schlagabtausch zwischen Löwen und der Löwin

    Schnell entwickelte sich ein Schlagabtausch zwischen den “Löwen” und der einzigen Investorin der Jury, Dagmar Wöhrl. Sie argumentierte, dass Männer doch auch Produkte nutzen könnten, die für Frauen in dieser Nische angeboten werden.

    Besonders Frank Thelen und Ralf Dümmel widersprachen heftig. “Das würde ein Mann nie kaufen! Du würdest doch auch keine Männerrasierer kaufen!”, warf Thelen ein.

    Doch bevor das Hin und Her zwischen den Investoren eskalierte, unterbrach Thelen die Debatte und merkte an:

    “Ist ja auch egal jetzt. Ich möchte etwas ganz anderes sagen: Wir sehen hier in der ‘Höhle der Löwen’ sehr viele Produkte. Und mich ärgert es sehr stark, wenn keine Liebe im Design ist und in der Haptik. Hier hast du wirklich 100 von 100 Punkten bei mir erreicht. Und das freut mich einfach. Ich fasse das gerne an!”

    Mehr zum Thema:  “Das ist etwas, was mich tiefgreifend ärgert”: Frank Thelen wird bei “Höhle der Löwen”-Produkt richtig wütend

    Frank Thelen kann

    Frank Thelen: “Ich kann den billigen Ramsch nicht mehr ertragen!”

    Der Löwe geriet darauf richtig ins Schwärmen über die hohe Qualität des Produkts. Er schließt seine Begeisterungsode mit: “Danke, ich kann den billigen Ramsch nicht mehr ertragen!”

    Thelen glaubte zwar, dass das Produkt ein “Riesenerfolg” werde, investierte allerdings nicht, da er nicht genug Expertise im Bereich Beauty habe.

    ► Auch Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer bekamen kalte Füße.

    Nur Georg Kofler machte ein Angebot. Er wollte allerdings ganze 49 Prozent für 150.000 Euro. Hard nahm den Deal zögernd an.

    Thelen freute sich: “Ich bin sehr froh, dass du mit einem Deal nach Hause gehst”, gab er dem Gründer mit auf den Weg.

    (ll)


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    • Ein Bullterrier einer Familie in Großbritannien hat das Baby der Eltern attackiert.
    • Der Großvater des Kleinen nahm die Eltern in Schutz. 

    Eine schreckliche Attacke eines Hundes auf ein Baby erschüttert Großbritannien: Laut britischen Boulevard-Medien sei das nicht einmal einen Monat alte Kind von einem Bullterrier seiner Eltern angegriffen worden. 

    Derzeit befinde sich das Baby im Krankenhaus, sein Gesundheitszustand ist kritisch. Der Vorfall geschah demnach in einem Dorf nahe der Stadt Peterborough im Osten Englands. Die Polizei nahm zwei Personen vorübergehend fest, mutmaßlich die Eltern, sie kamen bald mit einer Kaution frei. 

    Großvater des Babys verteidigt die Eltern

    Nun wandte sich Großvater Peter Litchfield, der Vater der Mutter des Kleinen, an die Presse, um die Familie in Schutz zu nehmen. “Sie werden für Monate nicht hier sein, weil es dem Kind nicht gut geht. Sogar den Eltern geht es schlecht.”

    Der Vorfall sei “ein schrecklicher Unfall” gewesen, beteuert Litchfield. Die Eltern des Kleinen hätten nichts falsch gemacht. “Sie sind keine schlechten Eltern, sondern würden sie jetzt nicht neben dem kleinen Burschen sitzen.”

    Das Baby sei in “schlimmer Verfassung”, sagte der Großvater weiter. 

    Ein Nachbar sagte der britischen Boulevard-Zeitung “Metro”, er habe die Eltern noch gewarnt, im Umgang mit den Hunden vorsichtig zu sein. Ein anderer nannte die Tiere bösartig. Beide Hunde der Familie wurden von der Polizei in einen Zwinger gesperrt. 


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    Es war ein zorniger und lauter Auftritt: Die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hat am Mittwoch bei der Haushaltsdebatte im Bundestag die Bundesregierung scharf attackiert und ihr eine “Politik der Spaltung” vorgeworfen. Ihre Rede sorgte für zahlreiche empörte Zwischenrufe. 

    Oben im Video seht ihr die Szene aus dem Bundestag.

    ► Sie sprach von einem “Krieg” gegen den Verbrennungsmotor, wetterte gegen die Migrationspolitik der Bundesregierung, räumte Fehler bei der Spendenaffäre ihrer Partei ein – und kritisierte dann ausführlich die Großspenden anderer Parteien. Über das eigentliche Thema, den Haushalt, sprach Weidel kaum. 

    ► Direkt danach sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) – und brachte mit einem Satz die Abgeordneten im Bundestag zum Lachen: “Das Schöne an freiheitlichen Debatten ist, dass jeder über das redet, was er für das Land für wichtig hält.”

    Was Merkel noch sagte: 

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) redete zunächst über den rasanten digitalen Wandel und bezeichnete ihn als eine zentrale Herausforderung.

    Die Digitalisierung werde das Leben in allen Bereichen “tiefgreifend und qualitativ verändern”, sagte Merkel. Im Moment sei die digitale Infrastruktur in Deutschland allerdings noch unzureichend. Sie betonte dabei die Notwendigkeit einer flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet. Über Investitionen in die Künstliche Intelligenz sagte sie: “Wir wollen wieder überall Weltklasse werden.”

    Mit Materia der dpa.


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    Jens Büchner mit Frau Daniela.

    • Vergangenen Samstagabend ist Jens Büchner an Lungenkrebs gestorben. 
    • Seine Frau Daniela erfuhr erst zwölf Tage vor seinem Tod von seiner Krankheit.

    Jens Büchner, von seinen Fans Malle-Jens genannt, ist am Samstagabend in einem Krankenhaus in Mallorca gestorben.

    Sein Management gab noch am demselben Abend in einer Pressemitteilung bekannt: “Mit großem Bestürzen teilen wir mit, dass Jens Büchner nach kurzem, aber schwerem Kampf am Samstagabend friedlich eingeschlafen ist.”

    Manager Carsten Hüther bestätigte später der “Bild”-Zeitung, dass der 49-Jährige unter Lungenkrebs gelitten habe.

    Daniela Büchner hat erst zwölf Tage vor seinem Tod von der Krebsdiagnose erfahren

    Außerdem berichtete Hüther in einem Interview mit der Vox-Sendung “Prominent”, dass Daniela Büchner nicht viel Zeit hatte, sich auf das Schicksal ihres Mannes vorzubereiten.

    Denn: Daniela soll erst zwölf Tage vor dem Tod ihres Mannes von der Krebsdiagnose erfahren haben.

    Manager Hüther erklärte außerdem in der “Bild”-Zeitung, dass Jens “kurz nach dem 5. November” seine Krebsdiagnose bekommen habe. “Er ahnte es vorher. Aber dann hatte er sie schwarz auf weiß“, fügte Hüther hinzu.

    Demnach blieben den beiden nach Erhalt der schlimmen Nachricht nur noch wenige Tage. Die Zeit verbrachte Jens bereits im Krankenhaus, während Frau Daniela um das Leben ihres Mannes bangte.

    Den Kampf verlor Jens Büchner vergangenen Samstag.

    “Der Papa ist jetzt die Sonne”, soll Daniela den insgesamt acht Kindern und Stiefkindern von Jens gesagt haben.

    (chr)


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    Goldie ist schon seit fünf Jahren ein treuer Begleiter für Lauren Monument (Symbolbild)

    • Einer 25-Jährigen und ihrer Familie ist der Zutritt zu einem Café verwehrt worden, weil sie einen Blindenhund dabei hatte.
    • Nun will die Britin rechtliche Schritte einleiten – doch das Café beschreibt die Situation in einem Statement anders als die junge Frau.

    Seit fünf Jahren gehört Blindenhund Goldie zum Leben von Lauren Monument – im Alter von 13 Jahren erblindete die Britin durch eine seltene genetische Krankheit.

    Mit ihrem Ehemann und ihren zwei Neffen wollte sie am Wochenende ein Strandcafé in Weston-super-Mare, einem Ferienort in England, besuchen – doch der Zutritt wurde ihnen verweigert. 

    ► Der Grund: Goldie – denn Hunde hätten an einem Sonntag keinen Zutritt. 

    Verärgert über diese Situation schrieb Monument einen Facebookpost:

    “Ich versuchte meine Rechte als Blindenhundbesitzerin zu erklären. Nach dem ich beweisen musste, dass ich einen Blindenhund habe, sagte die Frau, dass wir in diesem Café nicht willkommen seien und dass wird draußen im Kalten sitzen müssten.”

    Mehr zum Thema: Blinder Mann muss Hund weggeben, weil Nachbar die beiden verpetzt hat

    Das Paar erklärte die Rechte der jungen Frau

    Doch selbst nach dem das Ehepaar die Rechte der 25-Jährigen anhand des offiziellen Sozialgesetzbuches erklärte, hätte keiner der Angestellten des Cafés zugehört. Monument schreibt: 

    “Sie haben sich verlegen hinter der Theke und ich der Küche versteckt. Sie sind sogar davon gelaufen, um das Gespräch zu vermeiden. Sie akzeptierten zwar, dass mein Hund ein Blindenhund ist, aber verwehrten uns trotzdem den Zutritt.”

    Sie begründeten das Verbot damit, dass es an diesem Tag ein Fleischbuffet gäbe und es unhygienisch wäre, wenn ein Hund im Raum sei.

    ► Doch laut Monuments Post sei in anderen Bereichen des Cafés noch genug Platz gewesen.

    “Mein acht Jahre alter Neffe schritt sogar ein und sagte, er möchte die Polizei rufen, denn das sei ‘nicht fair’”, schreibt sie weiter. Die junge Frau erklärt, dass sie rechtliche Schritte gegen das Café einleiten will.

    “Bitte unterstützt mich und andere Blindenhundbesitzer und vermeidet diesen Ort. Ich fühlte mich entwürdigt und beschämt”, ruft Monument auf.

    ► Ihr Aufruf wurde inzwischen fast 570 Mal geteilt.

    Mehr zum Thema: Blinder betritt Bahn mit einem Hund – dann passiert Beschämendes

    Ein Statement des Cafés widerspricht der Darstellung des 25-Jährigen

    Das Weston Beach Cafe veröffentlichte einen Tag darauf ein offizielles Statement auf Facebook. Doch deren Beschreibung der Situation sieht anders aus, als die der blinden Frau. Ein Sprecher des Cafés schreibt:

    “Ich habe mit der Bedienung gesprochen, die der Kundin den Zutritt verweigert hat und sie beharrt darauf, dass zu keiner Zeit davon gesprochen wurde, dass der Hund ein Blindenhund sei.”

    ► Erst als die Angestellte die Frau gefragt hätte, warum sie sich diskriminiert fühlte, hätte sie erklärt, dass Goldie ein Blindenhund sei.

    Mehr zum Thema: Blinde Frau will einkaufen gehen, doch ihr Hund hat andere Pläne

    Die Situation soll durch Videoaufnahmen geklärt werden

    Darauf hin habe sie der Familie sofort einen Tisch im Café angeboten – doch Monument hätte darauf geantwortet: “Jetzt möchte ich das nicht mehr!”

    Heute auch interessant: Ex-Polizist behauptet: Maddie McCain lebt und wird in Keller gefangen gehalten

    “Es ist sehr bedauernswert, dass die Dame sich diskriminiert fühlt. Wir haben IMMER Blindenhunde im Café erlaubt, sogar während Hochbetrieb”, heißt es in dem Statement.

    ► Der Sprecher erklärt, dass jetzt das Material einer Überwachungskamera gesichtet werde, um den Konflikt zu klären.

    (ujo)


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    Wurde für seine Verhältnisse bei

    • Am Dienstag ist mit dem ehemaligen Arbeitsminister Norbert Blüm ein wahres CDU-Urgestein bei “Markus Lanz” zu Gast gewesen.
    • Der ZDF-Moderator diskutierte mit dem ehemaligen Arbeitsminister über den Kampf um den CDU-Parteisitz und die Chancen von Annegret Kramp-Karrenbauer.

    Nach dem Angela Merkel angekündigt hat, als CDU-Parteichefin zurückzutreten, erlebt die CDU nach 18 Jahren Merkelscher Alternativlosigkeit wieder einen echten Kampf um den Chefposten.

    Angetreten sind Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Und natürlich wollte ZDF-Talkmaster Markus Lanz in seiner Sendung am Dienstagabend wissen, zu wem CDU-Urgestein Norbert Blüm hält.

    Der plauderte dabei auch aus, wie die Stimmungslage bei den Christdemokraten gerade so ist.

    Die Gäste bei “Markus Lanz”:

    ► Norbert Blüm, Ex-Bundesminister, CDU-Politiker
    ► Eva Quadbeck, Journalistin bei der “Rheinischen Post”
    ► Ilka Bessin, Autorin
    ► Jeff Goldblum, Schauspieler und Musiker

    “Achso, es war ja nicht früher Diktatur ...”

    Lanz sprach Blüm gleich zu Beginn auf das derzeitige Ringen der Kandidaten um den CDU-Parteivorsitz an. “Da ist ja gerade richtig die Demokratie ausgebrochen. Was ist denn da los?”, fragte der ZDF-Moderator.

    Blüm entgegnete gelassen: “Achso, es war ja nicht früher Diktatur – also machen wir langsam. Wir hatten schon mehrere Kampfabstimmungen um den Vorsitz.”

    So erinnerte der CDU-Politiker an die Kampfabstimmung zwischen Helmut Kohl und Rainer Barzel. Wohlgemerkt: Das war 1973 und verdeutlicht, wie lange ein echter Machtkampf bei den Christdemokraten schon nicht mehr stattgefunden hat.

    Das bestätigte auch die Journalistin Eva Quadbeck. Sie war bei der ersten offiziellen Vorstellung der Kandidaten, bei der Regionalkonferenz in Lübeck, mit dabei. “Das war die Partei, die die Einschläferung des politischen Gegners als erfolgreiche Wahlkampfstrategie erfunden hat”, bemerkte Quadbeck.

    Bei der Regionalkonferenz habe sie eine “entfesselte Parteibasis” erlebt. Die Anwesenden wären “begeistert, dass sie überhaupt” wieder eine Wahl hätten.

    CDU-Politiker Norbert Blüm zu Gast bei

    Blüm wettert gegen Merz und die Finanzwirtschaft

    Nach der Einschätzung der Journalistin wandte sich Lanz wieder an Blüm. Von ihm wollte er wissen, welchen der Kandidaten er wählen würde.

    Das Parteiurgestein entgegnete, seine Favoritin sei Kramp-Karrenbauer. Er machte zugleich deutlich, warum er die CDU-Generalsekretärin Friedrich Merz vorziehen würde:

    “Der ist mir zu nah an der Finanzwirtschaft. Ich will ausdrücklich sagen Finanzwirtschaft und nicht Unternehmen. Denn ich glaube es ist ebenso legitim Gewerkschaftsnah wie unternehmensnah zu sein. Ein Unterschied sind diese Monster, diese Finanzmonster.

    ► Es ist ein Wort, das es in sich hat. Blüm greift damit die Kritik von Grünen und Linkspartei aber auch von Teilen der SPD auf. Sie werfen Merz eine Nähe zu umstrittenen Finanzpraktiken vor. 

    Merz hatte sich in den letzten Jahre weitestgehend aus der Politik zurückgezogen und sich in der freien Wirtschaft betätigt. Aktuell ist er als Aufsichtsratschef für den deutschen Ableger des weltweit größten Vermögensverwalters BlackRock tätig.

    Blüm stellte klar, dass genau dieses Unternehmen eines der von ihm angesprochenen “Finanzmonster” sei. Aufgeregt erklärte er:

    BlackRock ist ein Finanzmonster. Das ist die größte Vermögensverwaltung in der Welt. 6 Billionen Vermögen verwalten die. Das ist fast doppelt soviel wie das deutsche Sozialprodukt – also was in zwei Jahren bei uns hergestellt wird. Das ist fast 20 mal so viel wie der deutsche Haushalt insgesamt.”

    Blüm: “Ludwig Erhard wäre nie zu BlackRock gegangen”

    Anschließend holte Blüm zu einem Appell aus, der vom Publikum mit Beifall belohnt wurde:

    “Und das muss ich sagen, dass sind diejenigen, diese Finanzwirtschaft, die führt die Politik am Nasenring durch die Welt. Die machen, was sie wollen. Die sind inzwischen die Herrscher der Welt. Da muss dagegen gehalten werden.”

    Blüm beruhigte sich in der Folge wieder. Als ihn Lanz aber erneut auf Merz ansprach, schwelgte Blüm plötzlich in der Vergangenheit.

    Der CDU-Mann stellte klar, dass Merz “zwar nicht diese Firma” sei. Dennoch sei er sich sicher, dass Ludwig Erhard, der als Vater der sozialen Marktwirtschaft gilt, aufgrund “eines angeborenen Misstrauens (...) gegen Machtzusammenballung” niemals für einen Vermögensverwalter wie BlackRock gearbeitet hätte.

    In einem Aufsatz habe Erhard einmal gesagt, dass “die Unternehmerische Planwirtschaft (...) so verwerflich wie die behördliche Zwangswirtschaft” sei, bemerkte der Blüm.

    Der forderte “eine gewisse Unabhängigkeit” der Politiker von der Finanzwelt. Er sehe es nicht gern, “wenn jemand in die Gefahr gerät, dass er der verlängerte Arm eines Interessenverbandes ist”.

    Genau wie Erhard stellte sich Blüm am Dienstagabend bei Lanz gegen eine solche Politik.

    (mf)


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    Daniela Büchner hat ihren Mann Jens verlieren.

    • Daniela Büchner ist Witwe: Vergangenen Samstag ist ihr Mann Jens an Lungenkrebs gestorben.
    • Nun erhält sie ein unerwartetes Hilfsangebot von alten Bekannten.

    Er hat den Kampf verloren: Jens Büchner ist in einem Krankenhaus auf Mallorca gestorben. 

    Das verkündete Büchners Management am vergangenen Samstagabend. 

    “Mit großem Bestürzen teilen wir mit, dass Jens Büchner nach kurzem, aber schwerem Kampf am Samstagabend friedlich eingeschlafen ist”, hieß es in einer Pressemitteilung.

    Der Krebstod des “Goodbye Deutschland”-Auswanderers erschreckte viele Menschen: So auch Ex-Kollegen, die bereits mit den Büchners vor der Kamera standen.

    “Bauer sucht Frau”-Ehepaar Uwe und Iris Abel bieten ihre Hilfe an

    Besonders das “Bauer sucht Frau”-Ehepaar Uwe und Iris Abel, die mit Jens und Daniela im “Sommerhaus der Stars” wohnten, zeigen sich tief getroffen.

    In einem Interview mit RTL verriet das Paar, dass Jens bereits im “Sommerhaus” etwas gehustet habe. Doch keiner der beiden sei auf die Idee gekommen, dass Jens sterbenskrank sei.

    “Wir sind tief bestürzt, dass er so jung gestorben ist“, sagte Iris Abel.

    Zu der Frage, ob Witwe Daniela ins “Dschungelcamp” ziehe, antwortet die Frau von Bauer Uwe: “Ich würde auch verstehen, wenn sie ins ‘Dschungelcamp’ geht, denn sie muss ja jetzt Geld verdienen.”

    Das RTL-Paar denke in der schwierigen Zeit oft an Jens’ Kindern: “Er hat immer ganz begeistert von seinen Kindern gesprochen, gerade von den Jungen. Auf die war er mächtig stolz“, verrät Bauer Uwe.

    Zwar habe das Paar noch kein Kontakt zu Daniela aufgenommen, dennoch möchte es seine Hilfe anbieten: “Unsere Tür ist für Daniela auf jeden Fall immer offen, wir sind immer für sie da.“ 

     

     

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    Im Video oben seht ihr, wie Merkel gleich zu Beginn ihrer Rede eine Spitze gegen die AfD setzte. 

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Haushaltsdebatte im Bundestag den UN-Migrationspakt verteidigt. AfD-Abgeordnete protestierten vor allem bei diesem Teil von Merkels Rede lauthals. 

    Die Kanzlerin betonte: “Und wenn heute der Eindruck erweckt würde, als wäre das, was in diesem Pakt auftaucht, etwas, über das wir nie gesprochen hätten, dann ist das doch das Gegenteil von richtig.”

    Sie plädierte erneut für das Abkommen, weil es festlege, “wie man menschlich mit illegaler Migration umgeht”. Dabei pochte Merkel mit dem Finger auf das Pult.

    Der Pakt würde die Souveränität Deutschlands nicht einschränken, betonte die Kanzlerin. “Lächerlich”, war da von Seiten der AfD zu hören.

    ► Merkel entgegnete den Protesten: “Es ist in unserem nationalen Interesse, um das ganz klar zu sagen, dass sich die Bedingungen auf der Welt für Flucht auf der einen Seite und Migration auf der anderen verbessern.” Dann würden Migranten sich nicht nur auf die Reise in wenige Länder – wie etwa Deutschland – begeben. 

    Mehr zum Thema: Gleich zu Beginn ihrer Rede brachte Merkel die Abgeordneten zum Lachen

    Auf wen Merkel mit ihren Worten abzielte: 

    Merkels Aussage über die angeblich fehlende Debatte über den Migrationspakt galt wohl vor allem zwei Politikern aus den eigenen Reihen: Jens Spahn und Friedrich Merz. Die beiden Kandidaten für den CDU-Vorsitz hatten zuvor kritisiert, dass zu wenig öffentlich über das Abkommen gesprochen wurde.

    Tatsächlich ist zwar der Pakt erst seit wenigen Wochen ein Thema in Medien und auch in der deutschen Politik – viele haben das Mobilisierungspotential gerade für rechte Parteien unterschätzt.

    Fakt ist aber, dass es bereits im Frühjahr eine Aktuelle Stunde zum Migrationspakt im Bundestag gegeben hatte. Vor allem die AfD versucht derzeit, sich über das Thema zu profilieren.   

    Wohl mit Blick auf die Partei und Vertreter anderer rechtspopulistischer Bewegungen – wie US-Präsident Donald Trump – sagte Merkel: 

    “Das Schöne an der heutigen Zeit ist, dass es wieder richtige Gegensätze gibt. Und dass man einfach sagen muss, da gibt es auch keine Kompromisse. Entweder man gehört zu denen, die glauben, sie können alles alleine lösen und müssen nur an sich denken. Das ist Nationalismus in reinster Form. Das ist kein Patriotismus. Denn Patriotismus ist, wenn man im deutschen Interesse auch andere mit einbezieht und Win-Win-Situationen akzeptiert.

    (mf)


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    Wer die Umwelt und das Klima schützen will, sollte vor allem auf eines verzichten: Flugreisen. In Schweden wird der Flugzeug-Boykott und der Hashtag “Flygskam” gerade zum Trend – unter anderem dank eines berühmten Sportlers.

    Mehr auf: “utopia.de


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    • Eine Britin hat den Ex-Mann ihrer Mutter geheiratet – er ist 41 Jahre älter als sie. 
    • Daraufhin brach die Familie der 28-Jährigen jeglichen Kontakt zu ihr ab.
    • Oben im Video seht ihr ein ebenso ungewöhnliches Paar: Ein Mann hat die Freundin seiner Tochter geheiratet – so haben sie sich kennengelernt.

    Auf den den ersten Blick sehen die 28-jährige Sarah und der 69-jährige David wie ein Vater-Tochter-Gespann aus. Doch die beiden sind verheiratet – und das schon fast zehn Jahre lang.

    Und nicht nur der Altersunterschied des Paares aus Wales ist mehr als ungewöhnlich. Denn: David war mehrere Jahre lang der Ehemann von Sarahs Mutter. Sarah lernte David vor 14 Jahre kennen – einen Tag bevor er und seine Mutter heirateten. Das berichtete die britische Zeitung “The Sun”. 

    Sarah lebte damals bei ihrem Vater in der englischen Stadt Portsmouth. Deshalb lernte sie David auch erst kurz vor der Hochzeit kennen.

    Sarahs Hund begleitete sie zum Altar

    Mehr zum Thema: Fiese Rache bei der Hochzeit – so stellt eine Braut ihren Zukünftigen bloß

    Ein paar Jahre später haben Sarah und David selbst den Bund fürs Leben geschlossen. Das Paar gab sich beim Standesamt das Ja-Wort, Sarah wurde von ihrem Hund zum Altar gebracht. Ihre Familie hat sie verstoßen und will nichts mehr mit ihr zu tun haben. David sagte der Zeitung:

    “Ich war sehr, sehr nervös, bis ich Sarah mit dem Hund den Gang zum Altar gehen sah. Wie viele Menschen haben schon einen Hund als Brautjungfer?”

    Zwischen Sarah und David liegen 41 Jahre Altersunterschied

    Wie die 28-Jährige der Zeitung sagte, sei das ihre Traumhochzeit gewesen. Eine Sache habe sie jedoch traurig gemacht:

    “Ich habe die perfekte Person für mich geheiratet, also war der Tag für mich auch perfekt. Es wäre aber schön gewesen, wenn mehr Leute gekommen wären.” 

    Mehr zum Thema:  Paar teilt ein Verlobungsfoto – erst auf den zweiten Blick fällt ein brisantes Detail auf

    Wie “The Sun” berichtete, seien Sarah und David erst ein Paar geworden, nachdem er sich von seiner damaligen Frau, also Sarahs Mutter, getrennt hatte. Die Familie von Sarah sei aber noch nie glücklich über den großen Altersunterschied gewesen.

    Für die 28-Jährige und den 69-Jährigen ist das kein Problem. Sie sehen die 41 Jahre, die zwischen ihnen liegen, nicht als Problem. David sagte: 

    “Es gibt zwar eine körperliche Alterslücke, aber keine mentale. Wir passen aufgrund unserer Persönlichkeiten so gut zueinander.”

    Für ihren zehnten Hochzeitstag wollen Sarah und David ihr Ehegelübde erneuern.

    (nmi)


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    Amed Sherwan ist als 15-Jähriger aus dem Irak nach Deutschland geflohen. In seiner Heimat wurde er inhaftiert und gefoltert, weil er nicht an Gott glaubt. Sein Vater hatte ihn angezeigt.

    Auch in Deutschland wird Sherwan von Islamisten mit dem Tod bedroht und von Rechten im Internet angegriffen. In diesem Blog wendet er sich gegen Einschüchterungen und die Untergrabung der Meinungsfreiheit.

    Anders als viele Kriegsflüchtlinge habe ich mir Deutschland nicht nur ausgesucht, um hier in Sicherheit leben zu können. Deutschland macht mich glücklich und bedeutet für mich Freiheit.

    Im Video oben liest Sherwan Hass-Kommentare vor, die er erhalten hat

    Denn solange ich niemandem damit schade, kann ich hier glauben, denken und sagen, was ich will, ohne dafür mit Repressionen rechnen zu müssen.

    Oder doch nicht?

    Deutschland ist meine Heimat 

    Anfangs war ich allerdings gar nicht in der Lage, meine Meinung zu formulieren. Ich sprach etwas Englisch, musste mir deutsche Sprachkenntnisse aber erstmal mühsam erarbeiten. Und auch sonst bot mir das neue Leben viele Hürden und Probleme. Ich war einsam, hatte furchtbares Heimweh und litt unter Alpträumen.

    Mehr zum Thema: Flüchtling: “Muslime bedrohen mich, weil ich nicht an Allah glaube – deshalb spreche ich mit den Tätern”

    Für meine Fluchtgründe interessierte sich kaum jemand und ich hatte ganz andere Sorgen, als politisch oder journalistisch aktiv zu sein. Erst zwei Jahre später machte ich im Rahmen eines Schulpraktikums erste Erfahrungen damit.

    Ich interviewte einen schwulen Freund aus dem Irak für die Lokalzeitung, mein Anleiter half mir mit dem Aufbau und der Rechtschreibung und ich konnte stolz meinen allerersten eigenen Artikel präsentieren.

    Ich hatte die schlimmsten Sprachbarrieren inzwischen überwunden und viele Freunde gefunden. Deutschland war meine neue Heimat geworden und ich hatte einen Bereich gefunden, in dem ich beitragen konnte.

    Muslimischer Hintergrund und Begeisterung für westliche Kultur

    Mit meinem muslimischen Hintergrund auf der einen und meiner Begeisterung für die westliche Kultur auf der anderen Seite würde ich Welten öffnen können. Genau sowas hatte ich mir immer erträumt. Deshalb meldete ich mich natürlich sofort, als ein lokales Flüchtlingsmagazin gegründet wurde.

    Unter der Überschrift “Atheismus als Fluchtgrund“ schilderte ich meine Erlebnisse in Irakisch-Kurdistan und meine Freude darüber, nun in einem Land mit Meinungs- und Religionsfreiheit zu leben.

    Doch wie die Ironie des Schicksals es wollte, erlebte ich mit diesem Artikel die Grenzen eben dieser Meinungsfreiheit. Konservative Muslime empfanden meine Schilderungen als islamfeindlich.

    Dabei hatten sie den Artikel offensichtlich gar nicht wirklich gelesen. In den darauffolgenden Auseinandersetzungen erhielt ich Morddrohungen, wurde ausgegrenzt und verlor viele Freundschaften.

    Ich war zutiefst schockiert darüber, dass mir sowas mitten in Deutschland passieren konnte.

    Anfeindungen aus der muslimischen Exil-Community

    Das Erlebnis veränderte mich. Ich war nicht aus dem Irak geflüchtet, um mir wieder von konservativen Muslimen den Mund verbieten zu lassen.

    Auf Facebook hatte ich schon im Irak geschrieben und natürlich auch in meinen Anfangsjahren in Deutschland, erst auf Kurdisch und dann auf Englisch. Aber seit meinem Praktikum wusste ich, wie meine Texte auch auf Deutsch funktionieren konnten.

    Statt meines Anleiters stand mir nun meine Freundin zur Seite. Ich verfasste Skizzen auf einer Mischung aus Englisch, Deutsch, Autokorrektur und Voicenachrichten, sie machte den sprachlichen Feinschliff.

    Dass wir dabei oft unterschiedlicher Meinungen waren, machte den Prozess nur interessanter und meine eigene Argumentation besser.

    Ich konnte mich endlich selber zu Wort melden und meine Erfahrungen einem breiteren Publikum zugänglich machen.

    Ich wehrte mich gegen die Anfeindungen aus der muslimischen Exil-Community und erhielt dafür viel Zuspruch aus islamkritischen Kreisen.

    Ich wollte Islamkritik nicht den Rechtspopulisten überlassen

    Mein flüchtlingssolidarischer Freundeskreis hatte hingegen große Sorge, ich könne mit meiner Kritik zum Islamhass anstacheln. Aber auch von ihnen wollte ich mir nicht untersagen lassen, die Sachen so darzustellen, wie ich sie nun mal erlebt hatte.

    Ich wollte die Islamkritik nicht den Rechtspopulisten überlassen, die selber genau die Werte propagierten, die sie im Islam kritisierten. Ohne meine Islamkritik aufzugeben, distanzierte ich mich daher genau so deutlich von Islamhass und Rassismus.

    Aus diesen Gedanken heraus entstand auch spontan meine Idee, mit der Aktion “Allah is gay“ auf dem CSD in Berlin für mehr Toleranz im Islam zu werben und gleichzeitig die Vielfalt im muslimischen Kulturkreis zu zeigen.

    Aber kaum hatte ich meine Aktion angekündigt, trudelten die Morddrohungen fanatischer Muslime bei mir rein. Sie hatten sich nicht die Mühe gemacht, die Idee hinter der Aktion zu verstehen, sondern sich einfach von Schlüsselwörtern reizen lassen.

    Das Szenario war mehr als bedrohlich, aber glücklicherweise ging alles gut. Ich erhielt nicht nur großen Zuspruch aus unterschiedlichsten Kreisen, ich konnte auch die Aktionen durchführen – mit Personenschutz.

    Im Irak wäre ich für diese Aktion vermutlich gestorben, hier wurde mein Recht auf freie Meinungsäußerung von der Polizei geschützt. Ja, das war Meinungsfreiheit!

    Ich will als normaler Geflüchteter zur Diskussion beitragen

    Seither gebe ich viele Interviews, nehme an Veranstaltungen teil, mache Videos und schreibe weiter Beiträge über Religionskritik, Rassismus, Flucht und Alltagserfahrungen.

    Ich bin kein wissenschaftlicher Experte, aber ich kann als ganz normaler Geflüchteter mit Perspektiven beitragen, die manchmal im Diskurs fehlen. Und ich erlebe an der positiven Resonanz, dass mein Blick auf die Dinge einen Wert hat und Brücken bauen kann.

    Doch Erfolg ist gefährlich.

    Seitdem meine Beiträge auch von größeren Onlinemagazinen geteilt werden, werde ich von Hassnachrichten regelrecht überschwemmt und auf allen Social-Media-Portalen beschimpft.

    Einige Rechtsextreme mit vielen Tausenden Followern machen aktiv Stimmung gegen mich.

    “Schande für dein Volk“

    Neue Hassnachrichten erscheinen gerade im Minutentakt im Netz und fordern Gleichgesinnte dazu auf, meine Beiträge zu kommentieren. Die Hasskommentare beziehen sich kaum auf die Inhalte meiner Beiträge, die viele der Kommentatoren offensichtlich gar nicht gelesen haben, sondern ziehen mich als Person und mein Privatleben durch den Schmutz.

    Unterstützung kriegen die Rechten interessanterweise von einigen (Ex-)Muslimen, die mich als “Schande für dein Volk“ bezeichnen.

    Doch damit nicht genug, die Rechtsextremen drohen mir, der Welt schon noch zeigen zu werden, dass ich genauso ein krimineller Schmarotzer bin wie alle anderen Flüchtlinge. 

    Und dabei sind sie auf alte Fotos gestoßen, auf denen ich auf kurdischen Großdemonstrationen für Solidarität mit den Kurden in Syrien zu sehen bin und zwar auch mit Fahnen, die inzwischen verboten sind. Es handelt sich dabei um eine Fahne mit dem Portrait von Öcalan und eine Fahne der kurdischen Verteidigungseinheit YPG.

    Ich habe mich mit meinen Freunden aus Syrien solidarisiert

    Ich besitze selber keine Fahne dieser Art, aber mich störte die Doppelmoral daran, dass Kurden in Deutschland dafür kriminalisiert wurden, friedlich Bilder hochzuhalten, während die Türkei zeitgleich die kurdischen Gebiete mit deutschen Panzern einnahm.

    Ich habe mich mit meinen Freundinnen und Freunden aus Syrien solidarisiert und mich gegen das Fahnenverbot positioniert. Meine Kritik an dem Verbot sagt aber nichts über meine eigene Position.

    Ich betreibe selber keinen Personenkult um Öcalan und stehe der YPG weder nahe noch komplett kritiklos gegenüber.

    Den Rechten ist mit diesem Thema aber auch nicht gelungen, mein Facebook-Profil sperren zu lassen. Sie haben stattdessen einen ganz absurden Weg gewählt: Um auf den wachsenden Antisemitismus hinzuweisen, habe ich vor einiger Zeit ein Bild von einer Situation gepostet, auf dem ein jüdischer Bäcker in den USA zu sehen ist, der eine empfangene Hassnachricht mit einem Hakenkreuz zeigt.

    Rechtsextreme bringen die Meinungsfreiheit in Deutschland in Gefahr

    Mit Verweis auf dieses Symbol haben sie es offensichtlich geschafft, meinen Facebook-Account für 30 Tage sperren zu lassen.

    Damit ist mir nicht nur mein wichtigster privater Kommunikationskanal genommen worden, sondern auch mein zentralstes öffentliches Sprachrohr.

    Während ich im Irak im Gefängnis saß, gelang es mir über Freunde, weiter auf Facebook zu posten und ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen.

    Als mich Islamisten in Deutschland bedrohten, konnte ich mich über Facebook dagegen wehren und mir Hilfe organisieren.

    Aber jetzt, da mich Rechtsextreme angreifen, ist meine Facebook-Account der Onlineattacke hilflos ausgeliefert.

    Das macht mir große Sorgen.

    Immer wieder berufen sich gerade Rechtsextreme auf das Recht auf Meinungsfreiheit. Aber wenn ihnen die Inhalte nicht passen, ist ihnen offensichtlich kein Mittel zu krass, um anderen die Freiheit zu nehmen.

    Sie bringen die Meinungsfreiheit in Deutschland damit aus meiner Sicht ernsthaft in Gefahr.

    Aber mich haben weder Gefängnis, Folter, Ächtung, Flucht noch Morddrohungen davon abgehalten, meine Meinung öffentlich zu sagen.

    Und natürlich werden mich auch Rechtsextreme davon nicht abhalten.

    (ujo)


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    Salvini in Rom. 

    ► Die EU-Kommission hat den italienischen Budgetplänen für das kommende Jahr endgültig eine Absage erteilt. Die geplanten Ausgaben für 2019 seien nicht akzeptabel, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit.

    ► Die Kommission attestierte der Regierungskoalition aus Populisten und Rechten in Rom zudem, gegen die sogenannte Schuldenregel zu verstoßen.

    ► Demnach ist in Europa eine Gesamtverschuldung von maximal 60 Prozent der Wirtschaftsleistung erlaubt. Italien weist eine Schuldenquote von mehr als 130 Prozent auf – das ist das Verhältnis der Gesamtverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Land ist daher verpflichtet, seine Schulden längerfristig zu reduzieren.

    Warum die Entscheidung der EU für Italien brisant ist: 

    Damit ebnet die EU-Kommission den Weg für die baldige Eröffnung eines offiziellen Defizitverfahrens gegen Rom. An dessen Ende könnten finanzielle Sanktionen stehen. Die europäischen Finanzminister müssten dem allerdings zustimmen.

    Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Lega planen für 2019 eine deutlich höhere Neuverschuldung als die Vorgängerregierung. Damit wollen sie unter anderem eine Grundsicherung nach dem Vorbild von Hartz IV, ein niedrigeres Renteneintrittsalter sowie Steuererleichterungen finanzieren.

    Wie Italien auf den Schritt der EU antwortete:

    Der italienische Innenminister Matteo Salvini antwortete mit einem spöttisch Spruch auf die Ankündigung der EU. Das Defizitverfahren sieht zunächst eine “Frühwarnung”, einen “blauen Brief”, an die betroffene Regierung vor. 

    In Anspielung darauf sagte Salvini: “Der Brief der EU? Ich warte auch auf den Brief des Weihnachtsmanns.”


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    Michelle Wolf und Donald Trump. 

    • Die Komikerin Michelle Wolf hat sich mit einem fiesen Spruch an Donald Trump gerächt, der sie zuvor verspottet hatte. 
    • Sie spielte in ihrem Tweet auf die brisante Verbindung von Trump und dem saudischen Königshaus an. 

    Donald Trump hasst es, verlacht zu werden. Als die amerikanische Komikerin Michelle Wolf im vergangenen Jahr beim Korrespondentendinner im Weißen Haus die Regierung des US-Präsidenten verspottete, fehlte Trump. Bereits zum zweiten Mal in Folge. 

    In diesem Jahr wird es keine Comedy-Einlage bei dem traditionsreichen Abendessen im Weißen Haus geben, Wolfs letzter Auftritt hatte für viel Kritik gesorgt. 

    Trump nahm diese Meldung zum Anlass, auf Twitter noch einmal nachzutreten.

    Trump verlacht die Komikerin

    ► Er schrieb: 

    “Die sogenannte Komikerin Michelle Wolfe hat im vergangenen Jahr beim Korrespondentendinner im Weißen Haus so schlimm versagt, dass sie zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen Autor statt einem Comedian auftreten lassen.” Vielleicht werde er dieses Jahr am Dinner teilnehmen, deutete Trump dann noch an. 

    Wolf aber ließ die Beleidigung nicht auf sich sitzen und reagierte mit einem Tweet. Einem Tweet, der es in sich hatte. 

    Wolf wehrt sich mit einem brutalen Konter

    “Ich wette, Sie wären auf meiner Seite, wenn ich einen Journalisten getötet hätte”, schrieb Wolf. Sie spielte damit auf die jüngste Äußerung von Trump im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi an. 

    Trump hatte das saudische Königshaus am Dienstag noch einmal gegen alle Vorwürfe verteidigt. Die türkischen Ermittler – und laut Medienberichten auch der US-Geheimdienst CIA – sehen den saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman hinter dem Mord. 

    Trump aber betonte: “Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, ein fester Partner Saudi-Arabiens zu bleiben.”

    (vw)


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    Samstagabend in München und eine schwierige Frage: Soll ich ausgehen oder mich mit dem Teddy und einer Serie auf dem Sofa unter eine Decke knuffeln?

    Ich stupse Teddy in die Seite und frage: Na? Ausgehen oder rumknuffeln?

    Teddy zückt kommentarlos das Handy, sieht einige Minuten angestrengt auf das Display und erklärt schließlich, mit leicht ironischem Unterton: “Heute Abend werden Miss und Mr. Bayern gewählt...Wollen wir da hin?”

    Und ob ich wollte. Eine echte Miss (und Mister-)Wahl, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich stellte mir tolle Life-Acts vor, packende Musik- und Tanzeinlagen, bunte Lichter, heiße Laufsteg-Girls, coole Jungs – kurz gesagt, eine gute Show.

    Es kam anders.

    Um 19.00 stand ich mit dem Teddy in der Verkaufshalle von Harley-Davidson, die den klingenden Namen “House of Flames” trägt. Roter Teppich, Bar, gelöste Stimmung unter den zahlreichen Besuchern, die sich schon vor Beginn um den Catwalk drängen.

    Hochbeschuhte Damen schwanken die Stufen hinunter

    “Schatzi, du bist so süß”, höre ich eine aufgedrehte Stimme neben mir fiepsen. Darüber legt sich der ewige Hit “Forever young” aus der Soundanlage. Gläserklirren.

    Währenddessen hat Teddy von einem Barhocker aus bereits eine kritische Beobachterposition eingenommen: “Schau mal”, sagt er belustigt, “da hinten versucht eine, die Treppe runterzusteppeln.”

    Tatsächlich wackelte nicht eine, sondern gleich mehrere Hochbeschuhte unsicher schwankend und sich an das Geländer klammernd Damen über die Stufen zum Eingang hinunter.

    Das konnten doch nicht die Models sein, oder? Oder doch.

    Eine schöne Gelegenheit, die Stimmung hinter den Kulissen einzufangen ist immer ein Besuch der Toilette, dachte ich mir, und ging hinter die Kulissen.

    “Was? Du in der Jury?”, fragte dort einer einen Mann, der mit Harley-Verkäuferjacke gerade unterwegs zu seinem Geschäft war. “Dann kann ich dir gleich noch ein paar Taschentücher mitgeben...” Gelächter.

    Ein Abend voller Langeweile, Unprofessionalität und übler Geschmacksverirrungen

    Dann beginnt irgendwann die Show mit einer Dance-Performance. Es sollte mit Abstand das Beste sein, was sie zu bieten hatte. Danach begann ein Abend von Langeweile, Unprofessionalität und üblen Geschmacksverirrungen.

    Zugegeben, ganz so hoch waren meine Erwartungen zu Anfang ja doch nicht, aber was sich da im Laufe des Abends auftrat, war an Blödsinnigkeit vorher so nicht vorstellbar gewesen.

    Den Anfang machte Claudia Effenberg als Gallionsfigur der Jury:

    Hässliche weiße Sportschuhe mit Bommeln, eine unvorteilhafte Trainingshose mit hellen Leuchtstreifen an den Seiten, und darüber ein sackähnlicher schwarz-silber-Glitzermantel – was da auf die Bühne hoppelt, kann doch keine Designerin sein, oder? Oder doch.

    Nun gut, über Geschmack lässt sich vielleicht streiten. Dann sind wir mal auf die Kandidaten gespannt, sagte ich Teddy, während ich meinen Weißwein schlürfte.

    Die Veranstaltung sollte vier Stunden dauern. Vier Stunden in denen alle RTL und Vox-Sternchen der kommenden drei Jahre ihr Debut zu geben schienen.

    Von einer Misswahl sind keine intellektuellen Anreize zu erwarten, aber doch zumindest ein wenig Professionalität, oder? Oder nicht.

    Alle Bewerber sehen gleich aus – und machen das Gleiche

    Die meisten Mädchen schaukelten wie langgestreckte Schiffchen über den Teppich, stiegen sich halb auf die Zehen und durften dann jeweils drei Schritte vor und drei zurück machen, weil der Platz nicht für mehr ausreichte. Dahinter versuchten sich dann noch die “Boys” zwischen sie hindurch nach vorne zu schieben.

    Und hast du einen Favoriten?, frage ich.

    “Der da!” Teddy deutet in Richtung Laufsteg. “Aber pass auf, was er anhat, sonst erkennen wir ihn nachher nicht mehr.”

    Die Warnung ist berechtigt, denn tatsächlich sehen sämtliche Bewerber gleich aus, tun das Gleiche, sagen das Gleiche. Meine Verwirrung ist komplett, als die Jungs später alle im gleichen Aufzug auflaufen. Weiße Schuhe (ohne Bommel), Jeans, aufgeknöpftes weißes Hemd, und alle sehen sie aus, wie frischgebackene Bachelorette-Kandidaten. Da fällt Daniel Lott unter den Bewerbern gar nicht mehr auf.

    Ich bin mitten in einer RTL-Show gelandet, denke ich. “Und ich dachte, die Typen gibt es eigentlich gar nicht wirklich”, sagt der Teddy, “aber es gibt allein hier Dutzende von ihnen.”

    Ich weiß jetzt, wie ich groß rauskomme

    Kurze Haare seitlich, längere Haare oben. Cool, alle sind furchtbar innovativ und tragen die Marco Reus-Gedächtnisfrisur der WM 2014. Weichgespültes Gesicht mit Make-up. Sie sind Fitnesstrainer und ihre Hobbys sind Sport und Reisen.

    Bei den Damen scheint der gesamte bayrische Grundschullehrerinnen-Nachwuchs aufzulaufen. Nach ihren Hobbys gefragt könnten sie “reiten und ausmalen” säuseln. Was sie sonst zum Schaulaufen befähigt? Eigentlich gar nichts. Sie sind einfach da. Aber das merkt der Zuschauer auch nicht immer.

    “Und wir haben ausgerechnet das erste Jahr erwischt, an dem sie nicht mal mehr im Bikini über den Laufsteg staksen müssen”, sagt der Teddy und nimmt einen großen Schluck Wein. Stimmt, dafür dürfen sie jetzt sogar verheiratet sein und Kinder haben. Was für ein Fortschritt.

    “Wie gut, dass die bald in die Grundschule kommen und dann Unterricht im Schminken und Kämmen von erfahrenen Lehrerinnen bekommen”, sagt der Teddy und während er uns noch Wein holt, kommt mir die Erkenntnis.

    Es ist einfach, heute groß rauszukommen. Ich muss nur folgende Dinge tun:

    1. Mein Hemd aufknöpfen.

    2. Einmal im Jahr nach Thailand fliegen.

    3. “Sport machen”.

    4. Einen Fitnesstrainer-Lehrgang absolvieren.

    5. Meine Haare seitlich ganz kurz und oben...oh je, das wird nicht mehr funktionieren. Und zu alt bin ich auch.

    Gewonnen hat übrigens nicht Daniel Lott, sondern sein Doppelgänger, ihr wisst schon, der andere. Und die eine da von den Frauen mit den langen blonden Haaren.

    Gesehen haben wir das nicht mehr, sondern uns lieber Motorräder angeschaut und mit der Schwester von Mr. Internet geplaudert. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Ich musste dann den Teddy nach Hause bringen. Er hatte üblen Schluckauf bekommen.


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    Kältebusse kommen Obdachlosen im Winter zur Hilfe.

    • Für Obdachlose wird es lebensgefährlich auf der Straße, wenn die Temperaturen in Deutschland sinken.
    • Zur Hilfe kommen den Obdachlosen sogenannte Kältebusse. Doch im Netz kursieren häufig falsche Telefonnummern.  

    Jedes Jahr aufs Neue, wenn in Deutschland die Temperaturen sinken, kursieren im Internet diverse Notrufnummern für sogenannte Kältebusse.

    Die Busse sollen Obdachlosen in eine warme Unterkunft bringen oder sie vor Ort mit warmen Speisen und Getränken, mit Decken und Schlafsäcken versorgen.

    Das Problem: Bei vielen der vermeintlichen Hotlines handelt es sich um falsche Nummern.

    Diakonie Hamburg warnt vor Falschmeldung

    Auf Facebook kursiert derzeit wieder eine dieser Falschmeldungen, wie die Diakonie Hamburg auf Twitter erklärt:

    “Auch in diesem Jahr wurden wieder Listen mit falschen Nummern für Kältebusse gepostet. ABER: Der Hamburger Mitternachtsbus ist kein Kältebus und nicht für Notfalleinsätze geeignet.”

    In einer Pressemeldung weist der Verband darauf hin, dass auf Facebook fälschlicherweise die Büro-Nummer des Mitternachtsbusses genannt werde. 

    Der Bus sei zwar 365 Nächte im Jahr unterwegs und würde sich um obdachlose Menschen kümmern, aber er sei eben nicht für Notfall-Einsätze ausgestattet. Außerdem ist laut der Diakonie Hamburg unter der genannten Nummer nachts niemand zu erreichen.

    Für gefährdete Obdachlose verweist der Verband auf die Hotline der Sozialbehörde. Sollte der Obdachlose dringend Hilfe benötigen, solle man aber immer die Notrufnummer 112 wählen.

    In Notfällen die 112 wählen

    Bei den Beiträgen auf Facebook handelt es sich entweder um einen Screenshot von einer Mobile Facebook-App mit diversen Telefonnummern, oder um verschiedene selbst gebaute Bildchen mit einer Reihe von Städten und der entsprechenden Telefonnummer dahinter.

    Auch die Fact-Checking-Website “Mimikama” weist regelmäßig auf selbst gebaute Bildchen hin, die mit entsprechenden Telefonnummern versehen sind. Und betont, dass diese Teilungsaufrufe, auch wenn sie in bester Absicht verfasst wurden, “kontraproduktiv” sind.

    So kann man Obdachlosen helfen

    860.000 Menschen waren Stand November 2017 laut der BAG Wohnungslosenhilfe deutschlandweit obdachlos. Bis zum Ende des Jahres wird ein Anstieg auf 1,2 Millionen prognostiziert. 

    Viele Menschenleben sind angesichts dieser Zahlen in Gefahr. Mit diesen Hinweisen der Heilsarmee könnt ihr Obdachlosen helfen:

    • Wenn ihr einen Obdachlosen ungeschützt in der Kälte schlafen seht, ist es legitim, ihn zu wecken und Hilfe anzubieten. Ihr könnt karitative Organisationen anrufen, Kältebusse kontaktieren oder, wenn ihr euch um die Gesundheit der obdachlosen Person sorgt, auch einen Krankenwagen.
    • Gebt Lebensmittel, die ihr nicht mehr braucht, die aber noch genießbar sind, an Obdachlose ab. Am besten Obst wegen fehlender Vitamine oder abgepackte Backwaren für Kohlenhydrate. Auch ein warmes Getränk kann helfen.
    • Wenn ihr Jacken, Decken, Mützen, Schals oder Handschuhe übrig habt, gebt sie Obdachlosen oder gebt die Sachen bei Kleiderkammern oder der Diakonie ab.
    • Wenn ihr ein Ticket für den Nahverkehr nicht mehr braucht, dieses aber noch gültig ist, freuen sich Obdachlose oft darüber – so können sie sich eine Weile im Warmen in U- und S-Bahnen aufhalten.

    (ll)


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    Lena Meyer-Landrut spricht offen über Cybermobbing.

    • Erst kürzlich hat Sängerin Lena Meyer-Landrut mit einem Bild ein Statement gegen Cybermobbing gesetzt.
    • In einem Interview verriet sie nun, wie die Zeit, in der sie selbst gemobbt wurde, für sie war.

    Sängerin Lena Meyer-Landrut hat mit einem Instagram-Bild ein klares Zeichen gegen Cybermobbing gesetzt.

    Sie postete ein Foto vor einem Spiegel, auf dem sie zuvor Beleidigungen mit schwarzem Stift aufgeschrieben hatte.

    “Hässlich und nichts wert” war da etwa zu lesen oder “arrogante Göre” und “du dumme Schlampe”. Ohne einen weiteren Kommentar veröffentlichte die Sängerin das Foto in ihrer Instagram-Story und ihrem Feed.

    Viele reagierten auf das Bild mit Lob für die mutige Aktion der 27-Jährigen.

    Man muss kein Lena-Meyer-Landrut-Fan sein, um sie für das hier zu lieben und ihr den größtmöglichen Respekt zu zollen! Wundervoll! Stark! Berührend!”, kommentiert beispielsweise einer.

    In einem Interview mit “Stern” erklärte die Sängerin nun, wie sie mit dem Thema Hass im Netz lebt.

    Mobbing war für Lena Meyer-Landrut “ein Riesenproblem”

    Auf die Frage, ob alle Worte, die auf ihrem Instagram-Bild zu sehen waren, auch so wirklich gefallen seien, meinte Meyer-Landrut:

    ”Ja. Aber es gab noch schlimmere Beschimpfungen. Die möchte ich nicht aussprechen, weil sie so schlimm sind. Leider geht das nicht nur mir so. Viele Leute werden täglich bepöbelt.”

    Für die Sängerin, sei das Thema Mobbing “ein Riesenproblem” gewesen. Die negativen Kommentare hätten sie sehr beeinflusst.

    Dadurch habe sie eine “kalte Art an den Tag gelegt”, die sie eigentlich gar nicht von sich kenne. “Das hat mich an mir selbst total gestört”, fügte sie hinzu.

    Inzwischen wolle sie Beleidigungen nicht mehr ganz so nah an sich heranlassen. Sie sagte:

    “Es wird immer Menschen geben, die nicht gut finden, was ich mache. Ich habe aber auch für mich gecheckt: Das ist okay. Das hat nichts mit mir zu tun, das ist etwas Universelles.”

    Schließlich wisse sie auch, dass man mit Widerstand wachse. Deshalb sei sie sogar dankbar für diese schlechten Momente. Denn sie findet: “Manchmal muss man durch den Schmerz hindurch.”

    (chr)


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    Inge Hannemann hat jahrelang bei unterschiedlichen Jobcentern gearbeitet. 2014 warf ihr das Jobcenter Hamburg-Altona vor, sie hätte sich geweigert, Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger zu verhängen. Nach einem Rechtsstreit ist sie nun beim Integrationsamt tätig. Hier beschreibt sie, wie sie die Vorschläge der Parteien zu einer Reform des Hartz-Systems sieht.

    Hartz IV steht erneut in der Diskussion. Nicht neu. Neu ist jedoch, dass sich immer mehr Parteien daran beteiligen und sich in ihren Vorschlägen schon fast überbieten.

    Die SPD möchte Hartz IV am liebsten hinter sich lassen und die Grünen wünschen sich ein Grundeinkommen.

    Keine andere Sozialleistung ist seit Beginn der Umsetzung der Agenda 2010 so umstritten wie das Arbeitslosengeld II, auch umgangssprachlich Hartz IV genannt. Die Linke und die Piraten fordern von Beginn an eine Reformierung oder am besten noch die Abschaffung.

    Mehr zum Thema: Hartz-IV-Empfängerin: So wurde “Hartz-IV-Empfänger” zur Beleidigung

    Das Hartz-IV-Überbietungsrennen der Parteien

    Bündnis 90/Die Grünen

    Einen ausführlichen Vorschlag haben die Grünen vorgelegt.

    ► Sie wollen das bisherige Arbeitslosengeld II zu einer Garantiesicherung umwandeln.

    Statt Bestrafungen, in Form von den derzeitigen Geldkürzungen, sollen Anreize und Belohnungen dafür sorgen, dass eine Arbeit aufgenommen oder eine Qualifizierung durchlaufen wird.

    ► Die Zwangsverpflichtung einer Arbeitssuche soll wegfallen.

    Gerade der Fall aus Arbeitslosengeld I in Hartz IV ist für viele Betroffene immens hart. Antragstellerinnen und Antragsteller müssen sich quasi erst nackt machen, um die Leistungsberechtigung zu erlangen.

    Das heißt nichts anderes als das komplette Vermögen, Einkommen, Besitz (Auto, Wohnung, Bilder, private Rentenvorsorge), Sparbücher der Kinder, Einkommen und Vermögens des Partners offen zu legen und auch in mir bekannten Fällen zunächst in großen Teilen zu veräußern, bevor der Sozialstaat einspringt.

    Auch hier setzen die Grünen an und wollen das Schonvermögen von 61.000 Euro auf 100.000 Euro heraufsetzen. Das bisherige Arbeitslosengeld II soll nach den Wünschen der Grünen steigen; ebenso wie der Zuverdienst.

    Eine Änderung der bisherigen Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I zwischen 12 und 24 Monaten bleiben unberücksichtigt.

    Mehr zum Thema: Hartz IV: So rigoros wollen die Grünen den Sozialstaat umkrempeln

    SPD

    Die SPD rüttelt mit der “Sozialstaatsreform 2025“ ein wenig an Hartz IV und sieht nicht ein, warum eine 24-jährige Person härter sanktioniert wird wie eine 25-jährige Person. Auf die Sanktionen möchte die SPD allerdings nicht komplett verzichten.

    “Wenn jemand das zehnte Mal in Folge nicht zum Termin beim Amt erscheint, dann sollte das Konsequenzen haben“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) dem “Spiegel”.

    Parteichefin Andrea Nahles schrieb in einem Gastbeitrag für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”: “Der Verdruss über den Sozialstaat habe in vielen Fällen nicht mit den Leistungen an sich zu tun, sondern mit einer anonymen Bürokratie, unverständlichen Bescheiden und unklaren Zuständigkeiten“.

    SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil will wie Hubertus Heil keinen Sanktionsverzicht und stellt Qualifizierungen stärker in den Mittelpunkt.

    Bei Weiterbildung soll ein längeres Arbeitslosengeld I gelten, welches sich am letzten Lohn orientiert.

    Mehr zum Thema:  Hartz IV: Deutsche wollen Reform, überraschende Zahl bei SPD-Anhängern

    Die Linke

    ► Die Linke fordert eine sanktionsfreie Mindestsicherung in Höhe von 1.050 Euro plus einem eventuellem höheren Wohngeld. Dabei soll der Regelsatz für Kinder mindestens 564 Euro betragen.

    ► Ein Arbeitszwang oder eine Weiterbildung auf Druck sollen entfallen.

    ► An der bisherigen Vermögensgrenze rütteln die Linken nicht. Auch hier wird erwartet, dass ein vorhandenes Vermögen zunächst eingesetzt wird, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

    ► Die Dauer des Arbeitslosengeldes I soll zwar verlängert werden, allerdings hat sich die Linke auf einen Zeitraum noch nicht festgelegt. Unter Tariflohn befürwortet die Linke den öffentlichen Beschäftigungssektor.

    FDP

    Dann gibt es noch die FDP, die weiterhin an ihrem liberalen Bürgergeld festhält.

    ► So sollen unterschiedlichste Leistungen wie Hartz IV, die Grundsicherung im Alter, der Kinderzuschlag und das Wohngeld zusammengefasst werden und nur noch von einer zentralen Stelle ausbezahlt werden.

    ► Dies führe zu einem Bürokratieabbau. Auch Erwerbstätige, sogenannte Aufstocker, die ihren bisherigen Lohn mit Hartz IV ergänzen, sollen mehr Geld behalten dürfen.

    Im Gegensatz zu den Linken möchte die FDP Mini-, Midijobs oder Teilzeitbeschäftigung ausbauen, da sie diese als einen Einstieg in eine Beschäftigung für Langzeiterwerbslose sehen.

    ►  Zur Höhe des Bürgergeldes schweigt die FDP.

    CDU

    Die CDU zaudert zwischen Reformierung und keiner Änderung.

    ► Sie schwanken zwischen Erhöhung der Zuverdienstgrenze und Anreize statt Bestrafung (wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker forderte).

    ► Im Gegensatz zu Whittaker äußert sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in “Die Welt”: “Wir dürfen und werden Hartz IV nicht abschaffen. Solche Vorschläge sind hoch gefährlich und schaden der Zukunft unseres Landes. Die Hartz-IV-Reform sei richtig gewesen und habe wesentlich geholfen, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren.

    AfD

    Die AfD möchte Hartz IV ganz abschaffen und koppelt die “aktivierende Grundsicherung“ prozentual eines steigenden Einkommens mit dem Absinken von Sozialleistungen.

    Dabei setzen sie die Grenze, ab der eine Einkommenssteuer anfällt. Das wären derzeit 9.100 Euro jährlich.

    Wer also 759 Euro monatlich versteuerndes Einkommen verdient, hat keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung. Das würde besonders die derzeitigen Aufstocker betreffen.

    ► Sanktionen bleiben bestehen und sollen flexibler und mit Augenmaß gehandhabt werden.

    Die AfD spricht sich für eine Entlastung bei Geringverdienern aus, um auf diesem Weg den Lohnabstand wieder herzustellen.

    Hartz-IV: Aus alt mach neu

    Viele neue Namen und Vorschläge mit einer Gemeinsamkeit: Der Name “Hartz IV” soll in der Versenkung verschwinden. Er ist ein Synonym für Armut, Stigmatisierung, Ausgeschlossensein und Vorurteile.

    Allerdings verschwinden Eigenschaften nicht linear mit einer Namensänderung; dafür braucht es schon mehr. Das ausführlichste Konzept legen bisher die Grünen vor. Die SPD möchte ihre “Sozialstaatsreform 2025“ bis Ende 2019 vorlegen, wobei der Reformname bereits den Zeitpunkt der Umsetzung vorgibt.

    Es ist gut und wichtig, dass Hartz IV endlich bunt politisch diskutiert wird. Wird es außerparlamentarisch seit Beginn an analysiert, kritisch begleitet und Alternativen erarbeitet, so steckt die Parteien noch in den Kinderschuhen – mit Ausnahme der Linken.

    Bei allen Vorschlägen sollten die Parteien jedoch nicht vergessen, dass Studien, Analysen, Erfahrungsberichte oder Alternativen in Massen bereits vorliegen. Sie müssten also nicht von vorne beginnen und doch habe ich den Eindruck, dass sie im Garten Eden stehen. 

    Wer jetzt die Kinderarmut als eine Schande empfindet, hat versäumt, dass sich diese auch durch Hartz IV gebildet und zementiert hat. Die Hartz-IV-Debatte war in der Vergangenheit wenig parteiisch geprägt.

    Vielmehr stützt sie sich auf den Aktivismus von außen, um auf diesem Weg auf die Politik Druck auszuüben. Einsichten über Demütigung durch Hartz IV, Bürokratiewahnsinn und Kinderarmut mögen nun politisch zu einer Neuauflage hochpolitisiert werden. Vintage-Möbel erleben eine ähnliche Renaissance.

    Aus alt mach neu. Parteien, die sich ernsthaft mit einer positiven Veränderung beschäftigen wollen, tun genau jetzt gut daran, die Nähe von Betroffenen und Erwerbsloseninitiativen zu suchen, um aus ihrem politischen Kokon herauszukriechen.

    Kompromisse, ohne tatsächliche Erfahrungswerte sind hier fehl am Platz. Und das funktioniert nur, wenn vom politischen Ross heruntergestiegen wird. Wenn erkannt wird, dass sich der Bundestag über die Jahre selbst belogen hat und ein Verdrängungsmechanismus par excellence existiert.

    (tb)


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    Ehe für alle: Karliczek fordert Studie zu Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern

    ► Mit einer Langzeitstudie will Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) erforschen lassen, welche Folgen es für Kinder hat, in einer gleichgeschlechtlichen Ehe oder Partnerschaft aufzuwachsen.

    ► In einem Interview mit “n-tv” sagte die Ministerin, es sei “eine spannende Forschungsfrage”, dieses Thema “wirklich langfristig zu erörtern”. Es gehe ihr allerdings nicht um die Frage, ob Kinder so “glücklich” oder “gut erzogen” aufwachsen.

    ► “Es geht um etwas grundsätzlich anderes. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die meisten Kinder in Familien, wo die Kinder gewünscht sind, auch gut aufgehoben sind und dass sie da auch gut erzogen werden”, sagte Karliczek.

    Was Karliczek zur Ehe für alle sagt:

    Karliczek nannte die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ”überstürzt”. Man könne gesellschaftliche Strukturen nicht “mal eben so im Federstrich” verändern, sagte sie im Interview mit “n-tv”.

    Sie hätte sich eine breitere Debatte zur Ehe für alle gewünscht. “So, wie wir es gemacht haben, hat es eher für Polarisierung gesorgt”, sagte die Bildungsministerin. “Wir verschieben eine ganze Gesellschaft und reden gar nicht richtig darüber.”

    Warum der Vorschlag zu einer Studie ins Leere geht:

    Es gibt bereits mehrere Studien zu Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. 

    So kam das Familienministerium im vergangenen Jahr zu dem Schluss: “Kinder wachsen bei gleichgeschlechtlichen Paaren ebenso gut auf.”

    Welche Reaktionen es gibt:

    ► “Absurd” nannte der FDP-Politiker Jens Brandenburg die Forderung nach einer Langzeitstudie. Gegenüber über “Queer.de” sagte er: “Kinder in Regenbogenfamilien leiden nicht unter ihren Eltern, sondern unter den Vorurteilen anderer”

    ► Der SPD-Politiker Johannes Kahrs warf Karliczek vor, Studien zu ignorieren. “Ich fordere daher Frau Karliczek auf, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen. Ihre Äußerungen waren eine sechs, setzen!”, schrieb er in einer Pressemeldung.

    ► Der Grünen-Politiker Jens Lehmann twitterte: “Ich fordere vielmehr eine Langzeitstudie, inwieweit sich eine hinterwäldrerische und diskriminierende Haltung auf die Amtsausübung auswirkt!”

    (jg)


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    • In England feiern zwei Schwestern ihren 102. Geburtstag und sind damit das älteste Zwillingspaar des Landes.
    • In einem Interview plaudern die beiden darüber, was sie ihrer Meinung nach so alt gemacht hat.
    • Oben im Video seht ihr ihre Antworten – und, wie die beiden ihren 102. Geburtstag feierten.

    Die eineiigen Zwillinge Phyllis Jones und Irene Crump haben am 20. November ihren 102. Geburtstag gefeiert: Damit gehören die beiden zu den ältesten Zwillingen in Großbritannien.

    Der 59-jährige Sohn von Phyllis, Carl, erklärte in einem Interview mit “Caters News Agency”, dass er sehr stolz auf seine Mutter und Tante sei.

    Er habe sicherheitshalber nachgeschaut, ob es wirklich kein älteres Zwillingspaar im Land gebe. Und tatsächlich: Phyllis und Irene sind die ältesten Zwillingsschwestern. Dazu sagte Carl:

    “Ich habe bisher das Guinness-Buch der Rekorde noch nicht kontaktiert, aber ich werde es tun.”

    Die Zwillinge wurden im Jahr 1916 geboren und haben zwei Weltkriege und vier regierende Monarchen in England miterlebt.

    Zwilling Irene meint: “Ich habe mir jeden Abend ein Guinness genehmigt”

    Eine besondere Ehre sei es für die beiden Frauen gewesen, als sie an ihrem 100. Geburtstag eine Karte von der Queen persönlich bekommen hatten.

    Auf die Frage, wie die zwei Frauen so alt werden konnten, gaben die beiden eine unterschiedliche Antwort.

    Phyllis sagte, dass sie sich mit einem alkoholischen Drink fit halte. Dabei nehme sie auch “gerne mal zwei oder drei” davon. 

    Früher sei es Irene auch so gegangen: “Ich habe früher gerne Guinness getrunken. Ich habe mir jeden Abend ein Guinness genehmigt.”

    Sie sei sich aber sicher, dass eine ausreichende Eisen-Zufuhr dem Körper gut tue und das der Schlüssel zum langen Leben sei.

    “Im Winter hielt Mama das Schüreisen ins Feuer, holte es wieder raus und hielt es ins Glas. Das war das Eisen und das tat gut. Das hat mir vielleicht ein bisschen geholfen”, meinte Irene.

    Die Zwillinge sind fast so fit wie früher

    Phyllis’ Sohn Carl pflichtete den beiden bei:

    “Keine von ihnen hat Arthritis und ihr Blutdruck ist ausgezeichnet. Sie sollten auf jeden Fall noch eine Weile weitermachen, es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie müde werden. Sie leben beide zusammen und sind sehr taff – als Schwestern und Zwillinge müssen sie das auch sein.“

    Dennoch: Das hohe Alter bleibt auch bei den ältesten Zwillingen Großbritanniens nicht ganz unbemerkt.

    Phyllis leide an einer Demenz, die vaskulär sei. Das bedeutet, dass der Blutfluss im Gehirn nicht mehr richtig funktioniert und so Demenz mit sich bringt.

    Dennoch klage der Zwilling nur selten über Schmerzen oder Augenprobleme. Auch Irene könne sich zwar nicht mehr so gut bewegen wie früher, aber sei dafür geistig voll gesund.

    (chr)


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    Im Gespräch mit Martin Cordsmeier: Er ist Experte im Erkennen von Potenzialen, Gründer von millionways und glaubt daran, dass Menschen mit ihren einzigartigen Talenten die Welt positiv verändern und dabei ihr persönliches Glück finden können. Die Organisation millionways befragt Menschen nach ihren Potenzialen, Leidenschaften und Träumen, vernetzt sie mit gleichgesinnten Menschen, ermutigt sie neue Ideen zu entwickeln, Projekte anzustoßen und Unternehmen zu gründen, und unterstützt sie dabei auch noch professionell und kompetent. Ein innovatives, nachhaltiges und weltweit einzigartiges Konzept in einer Zeit, in der Selbstentfaltung, Sinnstiftung und Talente leben das globale Thema der Menschheit ist.

    Foto und Copyright: Martin Cordsmeier

    Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

    Echte Nachhaltigkeit wäre für mich, wenn man etwas schafft, das eine dauerhafte Veränderung im realen Alltag der Menschen bringt. Die Menschen haben sich – gerade in der westlichen Welt – eine Gesellschaft gebaut, die ihren eigentlichen Bedürfnissen gar nicht entspricht. Das ist ziemlich verrückt! Warum unterwerfen wir uns freiwillig Regeln, die wir uns selber ausgedacht haben? Vor vielen Jahrzehnten mag das notwendig gewesen sein, aber mittlerweile schon lange nicht mehr – dennoch richten wir uns alle nach diesen scheinbar unverrückbaren Vorgaben, dass z.B. eine scheinbare „Sicherheit“ durch einen festen Job wichtiger ist als ein Alltag, der uns und unseren Facetten entspricht.

    Weshalbist das Thema Nachhaltigkeit für Unternehmen und die Gesellschaft von so entscheidender Bedeutung?

    In erster Linie ist „Nachhaltigkeit“ ja nur ein Wort, das meist aus Marketinggründen benutzt wird. Es ist ein Zeitgeist-Thema, weil es Millionen Menschen auf der ganzen Welt bewegt und dazu führt, dass die Leute immer mehr ein „WARUM“ kaufen als ein „WAS“. In allen Branchen, von Banken bis zum Supermarkt, hatte das bereits große Auswirkungen und niemand, selbst das arroganteste Unternehmen, kann sich dem verschließen.

    Aus meiner Sicht hat natürlich die offenere und vielseitigere Berichterstattung durch das Internet viel dazu beigetragen und selbst die simplen „Shitstorms“ haben oftmals etwas in Richtung Nachhaltigkeit bewegt.

    Eine echte Nachhaltigkeit erfordert meiner Ansicht nach aber eine neue positive Utopie. Ein klares Bild davon, wie wir in Zukunft leben wollen. Bislang ist das meist ziemlich konfus und abstrakt für die Menschen, vor allem wenn man von „neuen Form der Arbeit“ hört – das klingt immer toll, aber wie genau soll das aussehen? Genau solch eine Utopie wollen wir mit millionways realisieren.

    Wie könnte eine bessere, nachhaltigere Lebens- bzw. Arbeitswelt aussehen?

    In ökologischer Hinsicht ist (zum Glück) in den letzten Jahrzehnten ein wirklich gesteigertes Problembewusstsein entstanden, das ja auch zu immer mehr Bemühungen führt, die Erde nicht länger zu zerstören. Dennoch wurde aus meiner Sicht der Mensch selbst dabei vergessen. Wie jedes Lebewesen sind wir eigentlich von unseren Emotionen, Bedürfnissen und Leidenschaften getrieben. Jedes Tier richtet sich auch danach (sofern die Umwelt es zulässt), nur wir nicht.

    Unser Bild einer künftigen Welt ist eine Gesellschaft, in der es vollkommen normal ist, das eigene Leben in erster Linie an den eigenen individuellen Talenten, Zielen und Emotionen auszurichten und erst im zweiten Schritt an scheinbaren und realen „Sachzwängen“ (die es natürlich immer noch geben wird). Das heißt nicht, dass jeder nur noch den ganzen Tag glorreiche Dinge tut; es heißt vielmehr dass sich die Menschen ihrer Facetten bewusst sind und sie so gut wie möglich in ihr Leben und in ihren Alltag integrieren. Ein Beispiel: Ein Rechtsanwalt kann weiterhin Rechtsanwalt sein, aber gleichzeitig vielleicht ein Laiendarsteller, der gemeinsam mit anderen endlich seine Begeisterung für Improvisation auf der Bühne ausleben kann. Oder ein schüchterner, empathischer Mensch, dem gar nicht bewusst ist, dass genau diese stille Empathie im richtigen Kontext unglaublich wertvoll für andere sein kann: Er / sie könnte weiterhin dem normalen Job nachgehen, aber zusätzlich vielleicht Menschen beraten, die genau nach dieser stillen Empathie immer gesucht haben.

    Warum gehören die Konzepte Nachhaltigkeit und Potentialismus bzw. Potenzialentfaltung zusammen?

    Wenn es normal geworden ist, sich selbst zu entfalten, würde meiner Meinung nach eine ganz neue Form der Achtsamkeit entstehen. Ich glaube fest daran, dass die Menschen das Konzept der Achtsamkeit an sich verloren haben, weil sie im Alltag kaum achtsam für sich selbst sind bzw. sein können. Wenn sie merken, dass man real im Leben etwas für sich verändern kann, dann wird ihnen im Laufe der Zeit genau dieses Konzept der Achtsamkeit (und damit Nachhaltigkeit) bewusster. Ich glaube absolut, dass ein zufriedener Mensch, der weiß dass das Leben wertvoll und erfüllend ist, auch seine Mitmenschen und seine Umwelt besser und eben achtsamer behandelt.

    Weshalb brauchen wir in einer Wissens- und Inspirationsgesellschaft starke, kreative Talente statt starrer Regeln und dokumentierter Zwangsqualifikationen?

    Es ist ja längst so, dass die Wirtschaft immer mehr auf diese früher „soft skill“ genannten Facetten schaut. Dennoch hat ein Mensch ohne Ausbildung aber mit großartigen Talenten (und sei es als plakatives Beispiel ein Autist) es weiterhin extrem schwer, auf normalem Weg einen gut bezahlten Job zu finden. Es hat sich oberflächlich viel geändert, aber hinter den Kulissen sind die Strukturen einfach unglaublich zäh und starr.

    Wenn wir in Zukunft viel mehr auf die differenzierten Persönlichkeitsprofile schauen und Menschen gemäß ihrer Eigenschaften, Motive und Fähigkeiten einsetzen und in genau die passenden Jobs oder Projekte vermitteln – dann hat sich wirklich etwas geändert. Es schreien längst alle danach, ich sehe nur nirgends ein Konzept, dass das WIRKLICH realisiert. Deswegen haben wir vor einigen Jahren mit millionways eben selbst solch ein Konzept gestartet, das parallel und gemeinsam mit der bestehenden Struktur agiert und nichts Bestehendes bekämpft.

    Warum haben viele Menschen vergessen, was sie wirklich wollen, und sind in mit ihrem Leben bzw. ihrer Arbeit unglücklich?

    Hier haben wir das große Thema Konditionierung… in der Schule bzw. Ausbildung spielt das Thema Selbsterkenntnis und -entfaltung kaum eine Rolle. Und da auch die Eltern es meist nicht selber erlebt haben, können sie es auch nur schwer an ihre Kinder weitergeben. Wir arbeiten daher u.a. an einem Projekt, das die sogenannte „Primärprävention“ real umsetzt, indem werdende Eltern so zufrieden wie möglich gemacht werden sollen, vor allem in Gedanken. Und diese Zufriedenheit mit sich selbst und ihrem Leben dann von Anfang an an ihre Kinder weitergeben.

    Ein weiterer Punkt: Meist kennen Menschen ihre Stärken gar nicht. Das, was wir besonders gut können, kommt uns selbst meistens total „normal“ vor. Ich höre dann immer wieder Sätze wie „ja ich habe schon ein gutes Auge für Details, aber das ist ja nichts Besonderes“ oder „klar wäre ich ein guter Entertainer, aber ich hab ja kaum Zeit und wo soll ich das überhaupt nutzen?“. Wenn man aber glücklich im Leben und Job sein möchte, muss man erst einmal zu sich selbst finden… In jedem Menschen stecken einzigartige wertvolle und zumeist ungenutzte Talente und Potentiale – denn jeder Mensch hat Eigenschaften. Und im richtigen Kontext und mit komplementären Menschen kann jede Eigenschaft wertvoll sein. Ich liebe die Vorstellung von Menschen, die einen Job machen einfach deshalb, weil sie eben sind wie sie sind. Dann ist es auch kein „Job“ mehr. Genau diese Trennung muss aufhören.

    Vielen Dank für das Gespräch.


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