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Huffington Post Germany Athena

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    ► Der Verkehrspolitiker und Vize der FDP-Bundestagsfraktion Frank Sitta hat vor weiteren Fahrverboten für Benziner gewarnt. “Ich halte auch weitere Fahrverbote für Benziner früher oder später für möglich”, sagte er der HuffPost.

    ► “Die Feinstaub-Belastung ist vor allem an vielbefahrenen Straßen in Großstädten ein Problem”, sagte Sitta. “Wenn nun Autofahrer von einem Diesel auf einen gebrauchten Benziner umsteigen, wird auch die Feinstaub-Belastung zunehmen. Dann würde die Diskussion schnell auch auf relativ moderne Benziner kommen.”

    ► Vor diesem Hintergrund kritisierte er auch die Bundesregierung. “Leider hat diese sowohl in dieser auch in der Diesel-Frage viel zu spät reagiert. Wir sind an einem Punkt, den man den Autofahrern nicht mehr zumuten kann”, sagte Sitta.

    Warum die Debatte über Fahrverbote wieder aufgeflammt ist:

    ► Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte am Donnerstag eine Fahrverbotszone für Essen angeordnet, die neben Diesel-Autos auch für Benziner der Klasse Euro 2 und älter umfassen soll. Das Land Nordrhein-Westfalen will Berufung gegen das Urteil einlegen.

    ► “Die Ankündigung, auch den Verkehr auf der A40 in Essen für Dieselautos zu sperren, ist völlig absurd”, sagte Sitta dazu. “Hier wird ein totales Verkehrschaos fabriziert, das niemandem hilft – auch nicht der Gesundheit der Bevölkerung.”

    Was die Messwerte sagen: 

    ► Nach Berechnungen des Instituts des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer an der Universität Duisburg-Essen verbesserte sich die Stickoxid-Belastung im Ruhrgebiet in den ersten neun Monaten des Jahres kaum.

    ► Die neuesten Messwerte – etwa an der Kurt Schumacher-Straße in Gelsenkirchen und der Gladbecker Straße in Essen – seien “ernüchternd”, sagte Dudenhöffer. Dort hätten sich die NO2-Messwerte lediglich um 1,8 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent verbessert.

    (ll)


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    Daniela und Jens Büchner bei einer Veranstaltung.

    • Jens Büchner soll sich in einem kritischen Zustand befinden.
    • Nun melden sich auch seine Fans zu Wort – und rasten auf Facebook aus.

    Jens Büchner liegt seit einigen Tagen im Krankenhaus. Das teilte Ehefrau Daniela am Montag auf Instagram mit.

    “Der Gesundheitszustand von Jens ist kritisch. Die Ärzte versuchen ihr Menschenmögliches”, schrieb sie dort.

    Auch Ex-Freundin Jennifer Matthias, die fünf Jahre mit Jens zusammen war, meldete sich in einem ergreifenden Facebook-Post zu Wort: “Er liegt im Sterben!”, schrieb sie.

    Ärzte hätten bereits vor fünf Jahren einen Schatten auf seiner Lunge diagnostiziert, der den Sänger seither plagte. Damals haben sie versucht, ihn dazu zu überreden, dass er sich schont. Doch wirklich konsequent habe niemand auf Jens Büchners Gesundheit geachtet – auch nicht er selbst.

    Um die Frage, wie es wohl zu Büchners Gesundheitszustand gekommen sein könnte, geht es derzeit auch im offiziellen Fanclub des berühmten “Goodbye Deutschland”-Auswanderers.

    Fanclub wünscht Jens Büchner gute Besserung

    Die Fangemeinde teilte ein Bild von Daniela und Jens Büchner und wünschte gute Besserung: “Wir wünschen dir von ganzem Herzen, dass du schnell wieder auf die Beine kommst.”

    Weiterhin warnte der Fanclub vor zu voreiligen Spekulationen über Büchners Gesundheitszustand:

    “Und solange man nichts genaues weiß, sollte man nicht verbal auf ihn einprügeln. (...) Überlegt mal, ob ihr euch wünscht, dass so abfällig über euch oder eure Familie geredet wird, wenn es wirklich ernst ist.”

    Gebracht hat dieser gute Rat allerdings wenig. Es entbrannte eine hitzige Diskussion darüber, wer denn nun Schuld trage, dass es Malle-Jens so schlecht gehe.

    Mehrere Fans sind sich einig, wer Schuld trägt an Büchners Gesundheitszustand

    Einige Fans konnten es nicht lassen und nannten die angeblich Schuldige beim Namen: Ehefrau Danni Büchner.

    Einer meint: “Ich glaub, der ganze Stress, der finanzielle Druck seiner Familie gerecht zu werden und ihnen ein schönes Leben zu bieten, hat ihn krank gemacht.”

    Eine andere ist sicher:

    “Wenn man so etwas verfolgt, kriegt mit dem Vogel. Dann stellt man schon fest, dass er immer wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht, schwer krank wird. Ich will hier nicht behaupten das es nicht stimmt, aber es fällt auf! Wäre er bei seiner ersten Frau geblieben, würde es ihm besser gehen.

    Einige Fans sind der Meinung, Danni würde zu großen Druck auf Jens ausüben und ihn regelmäßig vor die Kamera zerren. Das sei nun mal zu viel Stress für den 49-Jährigen gewesen.

    Inzwischen sind viele der bösartigen Kommentare von dem Fanclub gelöscht worden.

    Dennoch: Die Zweifel scheinen zu bleiben. So kritisieren einige auch die Glaubwürdigkeit der Krankenhaus-Geschichte. Denn: Viele wittern dabei eine Publicity-Aktion, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

    So meint ein User: ”Wenn Jens’ Zustand so kritisch ist, wie man lesen kann (...), frage ich mich ernsthaft, wie dann verantwortungsbewußte Ärzte ein Kamera-Team auf die Station lassen können.”

    Schließlich wurden immer wieder Gerüchte laut, dass die Büchners bewusst Kamera-Teams auf die Krankenhaus-Station ließen, um über die Jens’ Lage zu berichten.

    Ein User kommentiert: “Die brauchen doch einfach nur Aufmerksamkeit.”

    (ak)


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    Alexandria Ocasio-Cortez in Washington. 

    • Ein Journalist hat die Kleidung einer jungen US-Abgeordneten kommentiert – und sich viel Kritik damit eingefangen. 
    • Die Demokratin wirft ihm Frauenfeindlichkeit vor. 

    Alexandria Ocasio-Cortez ist ein Liebling der liberalen Medien in den USA – und ein Feindbild für konservative. Die 29-jährige Demokratin zog bei den US-Kongresswahlen als jüngste Abgeordnete jemals im Repräsentantenhaus ein. 

    Mit ihrer linken Haltung eckt sie an. Am Donnerstag aber war es ihr Outfit, das für Schlagzeilen sorgte. Denn der konservative Journalist Eddie Scarry fand, die Kleidung von Ocasio-Cortez sehe zu teuer aus. 

    “Parlamentsmitarbeiter haben mir dieses Bild von Ocasio-Cortez geschickt, das sie gerade gemacht haben. Ich sage euch was: Dieses Jackett und dieser Mantel sehen nicht nach einem Mädchen aus, das es schwer hat”, schrieb er dazu.

    ► Mittlerweile ist der Tweet gelöscht. Dieses Foto aber hatte Scarry dazu veröffentlicht: 

    Ocasio-Cortez berichtete von finanziellen Sorgen

    Als Hintergrund muss man wissen: Nach der Wahl hatte Ocasio-Cortez der “New York Times” gesagt, sie sei nicht sicher, ob sie sich die Miete einer Wohnung in Washington leisten könne.

    Bis der Kongress im Januar seine Arbeit aufnimmt, bezieht sie kein Einkommen. Noch vor einem Jahr arbeitete die junge Politikerin als Kellnerin. 

    ► Der Tweet von Eddie Scarry löste harsche Kritik auf Twitter aus. Die TV-Kommentatorin Cheri Jacobus antwortete auf den Tweet:

    “Bist du wütend, Mann? Sie sieht fantastisch in Allem aus, also sieht es nur teuer aus. (Übrigens, das ist dasselbe Paar Schuhe, das sie tags zuvor bei einer Demonstration trug).”

    Ein Kollege bemerkte spöttisch: “Heilige Scheiße! Sie trägt Kleidung.”

    Die Abgeordnete kritisiert den Journalisten

    Auch Ocasio-Cortez kritisierte den Journalisten in einem Tweet. Sie warf ihm Frauenfeindlichkeit vor und verlangte eine Entschuldigung. 

    Eddie Scarry aber fühlte sich missverstanden. Er löschte seinen Tweet und schrieb:

    “Achtung! Ich habe einen zuvor einen Tweet gepostet und deutete an, eine neue Kongressabgeordnete sehe gut angezogen – ELEGANT sogar – aus, obwohl es Vermutungen gibt, dass sie (finanziell, Anm.) zu kämpfen hat. Der Tweet wurde anders verstanden, also habe ich ihn gelöscht.”


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    Ewa Bamberg, 48, arbeitet heute als medizinische Tastuntersucherin: Sie findet Tumore. 

    Die Diagnose kam aus dem Nichts: “Sie werden langsam erblinden.”

    Ewa Bamberg war gerade 28, hatte ihr Leben noch vor sich. “Ihre Netzhaut zerstört sich von selbst”, sagte der Augenarzt. “Sie haben RP.”

    Retinitis pigmentosa lautet der Name dieser Krankheit. Sie ist genetisch bedingt und führt dazu, dass die Sehzellen langsam absterben. Bei manchen Betroffenen dauert es viele Jahrzehnte, bis sie erblinden; bei anderen – wie Ewa Bamberg – schreitet die Krankheit schneller voran.

    Weltweit leiden laut des Selbsthilfeforums Pro Retina Deutschland etwa drei Millionen Menschen an verschiedenen Formen der Krankheit. Obwohl die Netzhautdegeneration seit dem 19. Jahrhundert bekannt ist, ist sie noch immer unheilbar.

    “Es war ein Schock”, sagt die Polin mit den braunen Haaren und den kleinen Creolen in den Ohren. “Ich habe es erst mal verdrängt. Ich war immer ein Mensch, der nach vorne schaut.” Auf Ewas Stirn haben sich Sorgenfalten eingegraben, aber ihr Lachen ist herzlich.

    Die damals 28-Jährige beschloss weiter zu leben wie bisher. Immerhin arbeitete sie in einem Beruf, den sie liebte: als Tierpflegerin. Doch vergessen konnte Ewa ihre Krankheit nicht. Ihre Sehkraft verschlechterte sich. Mit Ende 30 war ihr Sichtfeld so eingeschränkt, dass die Tiere vor ihren Augen verschwammen. Ewa hörte auf zu arbeiten, wegen der Tiere.

    “Ich hatte Angst, sie zu verletzen, weil ich nur noch so wenig sah.” Mittlerweile ist Ewa 48, ihr Sichtfeld hat sich noch weiter verkleinert. Sie sehe alles wie durch einen schwarzen Tunnel oder wie durch ein kleines Schlüsselloch, erklärt sie.

    Heute ertastet Ewa Tumore und rettet Frauen das Leben 

    Heute nutzt die mittlerweile 48-Jährige ihre Sehbehinderung: Sie tastet Frauenbrüste auf mögliche Tumore ab, als eine von sechs Medizinischen Tastuntersucherinnen (MTU) im “Discovering Hands Zentrum“ in Berlin. Dabei handelt es sich um ein Zentrum zur Brustkrebsfrüherkennung und Nachsorge. Bei stark Sehbehinderten ist der Tastsinn besser ausgebildet. Dadurch können sie sogar Tumore ertasten, die einem Frauenarzt verborgen bleiben.

    ► Mit rund 69.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland, wie Zahlen des Robert-Koch-Instituts belegen. Fast 18.000 Frauen sterben jedes Jahr daran. Das Gute: Rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die meisten Erkrankungen heilbar. Deshalb ist Ewas Beruf so wichtig.

    Ewa demonstriert an Modell Gertrude, wie sie die Brüste ihrer Patientinnen abtastet. 

    Mit Ende 30 musste die junge Frau ihr Leben neu aufbauen. Sie ging auf die Berufsschule, um dort ein Jahr Blindenschrift zu lernen. 

    “Ich hatte in dieser Zeit Phasen, in denen ich mich gefragt habe, was jetzt noch kommen soll”, sagt sie. Auf ihre Bewerbungen erhielt sie eine Absage nach der anderen. “Kaum ein Arbeitgeber will jemanden mit einer Behinderung einstellen.” Das bestätigten ihr auch die anderen Menschen mit Behinderung, die Ewa in der Berufsschule kennenlernte. Viele seien bereits zu ihrer dritten Umschulung dort gewesen.

    Frauenärzte nehmen sich einige Minuten Zeit – MTUs eine Stunde

    Gerade als Ewa der Mut verließ, erhielt sie die Zusage für einen Praktikumsplatz im “Discovering Hands Zentrum”. Das war 2010, kurz nachdem der Duisburger Frank Hoffmann das Unternehmen gegründet hatte. Sofort hatte sie das Gefühl, dass sie hier richtig war, erzählt Ewa heute. Die Ärzte des Zentrums waren so begeistert von ihr, dass sie ihr zu der Zusatzausbildung zur MTU rieten.

    Ewa schloss die neunmonatigen Kurse und das Assessment-Center erfolgreich ab. Sie war eine der ersten MTUs in Deutschland. Mittlerweile arbeiten deutschlandweit 37 ausgebildete MTUs in 58 Arztpraxen und Kliniken. 

    Ewa hält auch Vorträge, gemeinsam mit Gertrude. Gertrude ist ein weißes Körpermodell. Anhand des Modells, das sie Getrude getauft hat, zeigt Ewa ihren Patientinnen und Zuhörerinnen, wie sie bei ihrer Untersuchung vorgeht.

    Dazu teilt sie Gertrudes Brüste mit Klebestreifen in kleine Bereiche ein. Einen klebt sie über die Brustwarzen, einen in die Mitte. Dann tastet sie jeden Bereich langsam ab. Pro Untersuchung nimmt sie sich eine Stunde Zeit.

    “Kommt natürlich auf die Körbchengröße an. Ein A-Körbchen geht auch mal schneller”, sagt Ewa und lacht. “Aber Frauenärzte nehmen sich ja, egal bei welcher Körbchengröße, nur wenige Minuten Zeit. Mehr ist in ihrem Berufsalltag einfach nicht drin.”

    Warum das gefährlich sein kann, erklärt Ewa anhand von Gertrudes Halskette. Daran sind sechs hölzerne Kugeln befestigt. Ewa deutet mit dem Finger auf die größten vier Kugeln. Die größte hat etwa den Durchmesser eines Tischtennisballs. “Tumore dieser Größe kann der Frauenarzt ertasten”, sagt sie. Dann zeigt sie auf die kleinsten zwei Kügelchen, die nicht viel größer sind als Erbsen. “Schon Tumore dieser Größe ertaste ich.”

    Jeden Monat findet Ewa bei ihren Patientinnen etwa zwei bösartige Tumore. Traurig sei sie dann aber nicht, erklärt sie, sondern glücklich.

    “Denn es wäre doch viel schlimmer, wenn diese Frauen nicht zu mir gekommen wären und der Tumor erst in einem späteren Stadium vom Frauenarzt entdeckt worden wäre. Ich habe schon vielen Frauen eine Chemo-Therapie erspart.”

    “Jede Frau sollte sich diese Untersuchung leisten können” 

    Ewa freut es besonders, dass auch junge Frauen zu ihr kommen. Viele davon sind familiär vorbelastet: Jemand in der Familie hatte Brustkrebs, was das eigene Risiko für die Krankheit erhöhen kann.

    Mehr zum Thema: Brustkrebs kann Depressionen auslösen – 8 von 10 Frauen wissen das nicht

    Die Behandlung bei Ewa wird mittlerweile von den meisten großen Krankenkassen übernommen.

    “Wir haben darum gekämpft. 2010 hat nur eine Kasse die Behandlung gezahlt”, sagt Ayfer Türk. Die 37-Jährige ist die Gynäkologin des Zentrums. Wenn Ewa einen Tumor fühlt, informiert sie die Ärztin. Diese entscheidet dann, ob die Patientin zur Mammografie, also dem Röntgen der Brust, muss.

    Die Mammografie ist allerdings nicht unumstritten. Laut Ärzten sollte sie nur durchgeführt werden, wenn bereits ein Verdacht auf Brustkrebs besteht, denn die starke Strahlung ist nicht ungefährlich. Deshalb ist das Abtasten der Brust ohne einen Verdacht auf Krebs die bessere Alternative. 

    Ayfer Türk hofft ebenso wie Ewa, dass bald jede Krankenkasse die Untersuchung übernimmt.

    “Hier geht es um unsere Gesundheit. Jede Frau, egal wie wenig Geld sie hat, sollte sich diese Untersuchung leisten können.”

    Hinzu kommt, dass die Krankenkassen eine Brustkrebsfrüherkennung für Frauen nur alle zwei Jahre zwischen 50 und 69 zahlen. 

    “Ich vermisse nichts aus meinem Leben ohne Behinderung”

    Aber nicht nur die Patientinnen im “Discovering Hands Zentrum” finden Hoffnung. Eine von Ewas stark sehbehinderten Kolleginnen saß vor ihrem Einsatz als MTU 15 Jahre nur zuhause. Sie fand keinen Arbeitgeber, der sie einstellen wollte. Also lebte sie von Hartz IV und wusste nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen sollte. Jetzt, als MTU, ist sie glücklich.

    “Sie hat ein ganz neues Leben”, sagt Ewa. “Eine Aufgabe im Leben macht viel aus. Daran sollten auch die Arbeitgeber denken, die Menschen mit Behinderungen nicht einstellen. Eine Behinderung ist kein Todesurteil. Ich vermisse nichts.”

    Dank der technischen Entwicklungen könne sie fast alles machen, das sie mit hundertprozentiger Sehkraft getan habe. “Ok, vielleicht kein Fahrrad mehr fahren”, gibt sie zu. “Aber wozu gibt es Tandems?”

    Ewas Ehemann und ihr Sohn gaben ihr Kraft. Aber es war auch ihr Unverständnis für Menschen, die ihr Leben verschwenden.

    “Wir sollten für jeden Tag dankbar sein, den wir haben. Denn es kann so schnell vorbei gehen”, sagt Ewa und erzählt von einer Freundin, die in ihren Dreißigern an Krebs verstarb.

    “Sie ist gestorben und ich habe gedacht: Du kannst dich jetzt nicht bemitleiden, weil du schlecht siehst. Außerdem liebe ich meinen neuen Job. Man muss nicht immer alles negativ betrachten.”

    Als stark sehbehinderter Mensch ist mir aufgefallen, wie oberflächlich unsere Gesellschaft ist, auf wie viele Eigenschaften eines Menschen wir gar nicht achten. Ewa Bamberg

    Ewa findet, dass sie durch ihre Erkrankung wichtige Dinge gelernt hat. Als sehbehinderter Mensch sei ihr aufgefallen, wie extrem oberflächlich die Gesellschaft ist.

    Natürlich habe sie das auch vorher schon gewusst. Doch sie habe sich erschrocken, als ihr auffiel, dass sie anderen Merkmalen ihrer Mitmenschen zuvor gar keine Beachtung geschenkt hatte.

    “Ich entscheide heute nicht mehr am Aussehen eines Menschen, ob er mir beim ersten Treffen sympathisch ist oder wie ich ihn einschätzen soll”, erklärt sie. “Stattdessen achte ich auf zwei Dinge, die wahrscheinlich sogar viel mehr über eine Person aussagen: die Stimme und den Körpergeruch.”

    Ewa mag die meisten ihrer Patientinnen. Vor allem eine mittlerweile 91-jährige Stammpatientin, die jedes halbe Jahr wiederkommt – und jedes Mal gesund und fit ist. “Sie geht dreimal die Woche schwimmen, sie ist fröhlich und liebt das Leben. Sie ist mein Vorbild”, sagt Ewa und strahlt. “So alt wie sie möchte ich auch werden.”

    (ben)


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    • In Chemnitz hat sich Merkel den Fragen von Bürgern gestellt. 
    • Ein Mann wollte wissen, warum einige Nachbarländer Deutschlands – im Gegensatz zur Bundesregierung – den UN-Migrationspakt ablehnten. 
    • Im Video oben seht ihr, was Merkel über die Demonstranten anlässlich ihres Besuchs zu sagen hatte.

    “Seit 2017 kann ich weder die CDU, noch Sie wählen.”

    Mit diesem Satz sah sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Chemnitz bei einem Bürgerdialog konfrontiert. Die Aussage stammte von Dieter Jörg List, einem Unternehmensberater aus Chemnitz.

    Er habe seit der Wende stets die CDU gewählt, gestand er bei der Fragerunde. Seit vergangenem Jahr könne er das nicht mehr.

    Der Mann erklärte nicht, warum. Sondern schickte sich zunächst an, einen Appell an das Publikum zu richten: “Redet miteinander, tauscht euch aus. Ohne Hass. Bleibt friedfertig.”

    ► Seine Frage an Merkel klang im Tonfall dann aber weniger friedfertig, sondern aggressiv.

    “Warum stimmen unsere Nachbarländer, Polen, Tschechien, Österreich, Dänemark, gegen den Migrationspakt, aber die CDU und die GroKo nicht? Kann das sein, dass fast alle unsere Nachbarländer falsch liegen? Oder könnte es sein, dass unsere Regierung falsch liegt?”

    Merkel hört sich die Frage von Dieter Jörg List an. 

    Der Migrationspakt der Vereinten Nationen sorgt derzeit für Aufregung. Die AfD wirft der Bundesregierung vor, Deutschland verliere mit Abschluss des Pakts an Souveränität. Eine Behauptung, die mehrfach widerlegt wurde. 

    Die zweite Frage des Chemnitzers war, wann Merkel zurücktrete. Diese Frage war für die Kanzlerin schnell erledigt, aber bei der Frage nach dem Migrationspakt nahm sie sich Zeit.

    Merkel: “Dieser Pakt ist in unserem Interesse” 

    Merkel wiederholte also noch einmal ihre Ankündigung, bis zum Ende der Legislaturperiode Kanzlerin bleiben zu wollen, den Parteivorsitz aber im Dezember abgeben zu wollen. 

    ► Zum Migrationspakt sagte Merkel dann: “Alle europäischen Länder haben sehr einvernehmlich zwei Jahre lang intensiv an dem Vertrag gearbeitet. Und dann ist allein mit dem Stichwort Migration Verunsicherung gestreut worden.”

    Die USA, Ungarn, aber auch Österreich haben angekündigt, den Pakt nicht abschließen zu wollen. Merkel ging nicht direkt auf die Entscheidung dieser Länder ein, sondern verteidigte ihre eigene Position. 

    “Was wir nicht machen dürfen, ist, dass wir uns die Tagesordnung von denen vorgeben lassen, die Hetze und Hass verbreiten”, betonte sie. Hier klatschte der Mann, der die Frage gestellt hatte. 

    Merkel erklärt den UN-Migrationspakt

    “Wir haben gesagt, für Deutschland ist es von elementaren Interesse, dass woanders die Bedingungen besser werden, damit die Menschen nicht sagen, wir müssen nach Deutschland kommen”, erklärte Merkel. “Und daran arbeitet dieser Pakt.”

    Die Kanzlerin erklärte, in dem Dokument stehe erstens ausdrücklich: Die Souveränität der beteiligten Staaten werde nicht beeinträchtigt. Zweitens gehe es darin um den Kampf gegen illegale Migration, drittens um Grenzschutz und viertens um humanitäre Grundstandards in den Heimatländern von Migranten. 

    Der Sinn des Paktes sei, den “Migrationsdruck” zu senken, erklärte Merkel. “Aber da werden Lügen in die Welt gesetzt.”

    Überzeugt schien der Mann von dieser Erklärung am Ende nicht. Er guckte teilnahmslos nach vorne und klatschte dieses Mal nicht. 


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    Annalena Baerbock. 

    • Die Co-Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, beschwert sich auf Twitter über einen ausgelassenen Halt ihres ICE-Zugs – ihre Kinder können nicht zusteigen. 
    • Nicht der erste Vorfall dieser Art auf dieser Strecke.

    “Liebe Bahn, das geht echt gar nicht.”

    Grünen-Chefin Annalena Baerbock war am Freitag wütend auf die Deutsche Bahn. In einem Tweet kritisierte die Politikerin, dass der ICE, in dem sie saß, am Bahnhof in Spandau durchgefahren sei – wo die Kinder von Baerbock am Bahngleis standen. 

    “Da stehen nun meine Kinder und können nicht zusteigen, obwohl wir ja reservierte Plätze haben... und ich kann auch nicht aussteigen...”, schrieb sie. 

    Deutsche Bahn entschuldigt sich

    Die Deutsche Bahn antwortete auf Twitter auf die Kritik und erklärte, der ICE sei wegen fehlender Wagen überbesetzt gewesen, “weshalb man sich dazu entschlossen hat, den Halt in Berlin-Spandau ausfallen zu lassen. Sorry dafür. Wo müssen Ihre Kinder hin?” 

    Baerbock erwiderte: Es sei noch Platz im Zug gewesen. Sie kritisierte, dass es keine Ansage gegeben habe. 

    Nach drei Stunden dann schrieb die Politikerin und Mutter: “Alles gut wieder. Danke.”

    Nicht die erste Bahn-Panne auf der Strecke

    Auch Parteikollegin Renate Künast hatte sich in die Diskussion zuvor eingeschaltet. “Geht ja gar nicht”, schrieb sie. 

    Erst vergangene Woche ließ ein ICE den Halt in Spandau aus, wie die “Berliner Zeitung” berichtet. Laut der Bahn sei der Zug überfüllt gewesen, später war laut der Zeitung von einer Panne der Rede. 

    Vielleicht hilft ja der Fall eines prominenten Fahrgastes wie Baerbock, dass die Kommunikation der Bahn beim nächsten Mal besser funktioniert. 


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    Die Debatte um Grenzwerte und Fahrverbote beschäftigt Deutschland. 

    Bei der Diskussion um die Dieselfahrverbote in Städten haben die meisten Menschen zwar eine Meinung, aber verstehen eigentlich nur noch Bahnhof.

    Der Grund: In den Medien kommen Politiker und Experten mit ganz konträren Ansichten zu Wort. Die einen halten Grenzwerte und Messungen für Unsinn, den anderen können die Grenzwerte nicht streng genug sein.

    Nun will die Bundesregierung diese Grenzwerte per Gesetzesänderungen auch noch aufweichen, um zumindest in einigen Städten Fahrverbote zu verhindern.

    Die Bürger fragen sich: Wer hat denn nun recht im Grenzwert-Streit? Und wenn man die Grenzwerte aufweichen kann, wie sinnvoll sind sie dann überhaupt?

    Die Debatte um Grenzwerte und Fahrverbote – auf den Punkt gebracht.

    Worum es in der Diskussion um Fahrverbote genau geht:

    In der Diskussion um die Fahrverbote für Dieselautos in den Städten geht es konkret darum, wie schädlich die Luftverschmutzung ist, ob sie richtig gemessen wird und wie sinnvoll die aktuell geltenden Grenzwerte sind, die zu den Fahrverboten führen.

    Nicht nur CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer zieht die Messungen regelmäßig in Zweifel. Auch Politiker von der FDP machen mit markigen Worten von den “Messidioten Europas” Schlagzeilen.

    Ihnen lässt sich antworten: Regt euch ab!

    Die Messstationen stehen in aller Regel richtig und messen auch richtig. Wenn eine Messstation von mehreren Tausend in Deutschland tatsächlich einmal versagt, ist das noch kein Hinweis darauf, dass alle falsch messen (hier lest ihr einen ausführlichen Hintergrund zur Debatte um die Messstationen).

    Komplizierter ist es, wenn man sich mit den Grenzwerten beschäftigt und mit den gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung.

    Fahrverbote: Ist der aktuelle Grenzwert sinnvoll?

    Bevor man tiefer in die wissenschaftliche Diskussion eintaucht, ist wichtig zu wissen: Die Grenzwerte, die aktuell für Luftverschmutzung in Europa gelten, sind ein Kompromiss. An ihnen haben Gesundheitsforscher mitgewirkt, Umweltschützer, aber auch Industrievertreter und natürlich Politiker.

      Sprich, die Grenzwerte können erstmal gar nicht falsch oder richtig sein. Sie können ihr Ziel, den Schutz der Gesundheit, nur mehr oder weniger gut garantieren. Deshalb variieren die Grenzwerte in unterschiedlichen Staaten auch. In den USA zum Beispiel liegen sie für Stickstoffdioxid im Vergleich mit der EU mehr als doppelt so hoch (im Bereich Feinstaub regeln die USA allerdings strenger).

    Die renommierte Luftschadstoff-Forscherin Barbara Hoffmann sagt dazu im Gespräch mit der HuffPost: “Ein Grenzwert ist immer eine Abwägung und ein Kompromiss zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Interessen: Er bezeichnet das Maß an Gesundheit, das wir uns leisten wollen.”

    Hoffmann ist Professorin für Umweltepidemiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und WHO-Expertin für Grenzwerte von Luftschadstoffen.

    In der aktuellen Diskussion geht es um den Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2). Darüber hinaus gelten in der EU Grenzwerte für Feinstaub und ultrafeine Staubpartikel.

    In Europa gilt für NO2 aktuell ein Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Wert basiert auf Empfehlungen, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor mehr als 20 Jahren ausgegeben hat.

    Hoffmann glaubt, dass die Empfehlung künftig noch strenger ausfallen könnte, wie sie kürzlich in einem Interview mit dem “Spiegel” sagte.

    Schadstoff-Messstation in Stuttgart. Auch in der Schwabenmetropole drohen Fahrverbote.

    Scharfe Kritik gibt es allerdings an den Methoden, die die WHO nutzt, um auf den Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu kommen.

    Alexander Kekulé, Direktor des Instituts für Biologische Sicherheitsforschung in Halle, polterte kürzlich in der Wochenzeitung “Zeit”, dass der Grenzwert “aus der Luft gegriffen” sei.

    Vereinfacht gesagt geht seine Kritik so: Es gibt derzeit keine Übereinstimmung in der Wissenschaft, ab welcher Konzentration in der Luft Stickstoffdioxid gesundheitsschädliche Wirkung hat. Der Wert der WHO beruhe auf Schätzungen und sei nur ein allgemeiner Richtwert, kein strenger Grenzwert.

    Gesundheitliche Folgen dreckiger Luft: Rechtfertigen sie Fahrverbote?

    Genau diese Frage ist es, die derzeit unter Fachleuten umstritten ist. Es geht in der Debatte unter anderem um wissenschaftliche Methoden und die Aussagekraft von statistischen Studien versus Experimenten mit Lebewesen.

    WHO-Expertin Barbara Hoffmann sagt:

    “Dass Luftschadstoffe Auswirkungen auf die Gesundheit haben, ist wissenschaftlich nachgewiesen. Die seriöse Forschung kann auch zeigen, dass gesundheitliche Auswirkungen auch schon deutlich unter den aktuellen Grenzwerten zu verzeichnen sind. Wenn jemand wie Professor Köhler behauptet, dass die Schadstoffbelastung in den Städten unbedenklich ist, dann ist das in der Forschung eine ganz klare Außenseiterrolle.”

    Mit Professor Köhler meint Hoffmann Dieter Köhler, einen ehemaligen Lungenfacharzt und emeritierten Hochschullehrer, der die Luftbelastung in Städten “völlig unbedenklich” findet.

    Köhler ist aktuell so etwas wie der Posterboy der Dieselfans und wird immer in Medien zitiert, wenn eine kritische Stimme gegen die Grenzwerte vonnöten ist. Auch er zweifelt Studien an, die Gesundheitsschäden durch Stickstoffdioxid nachweisen.

    Allerdings bekommt Köhler nicht nur von Forschern aus anderen wissenschaftlichen Feldern wie Hoffmann Kontra, sondern auch von Fachkollegen.

    Zone mit Fahrverbot in Berlin. 

    “Wenn Menschen mit Atemwegsproblemen und Lungenvorerkrankungen regelmäßig erhöhte Werte einatmen, besteht ein Gesundheitsrisiko. Das ist durch die Datenlage bewiesen”, sagt Klaus Rabe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.

    Und auch der Luftschadstoff-Forscher Josef Cyrys vom Helmholtz Zentrum in München erklärte im Gespräch mit der HuffPost kürzlich: “Die Grenzwerte sind dafür gemacht, um Kinder und chronisch Kranke zu schützen.”

    Tatsächlich steht Köhler mit seiner rigorosen Haltung ziemlich allein auf weiter Flur.

    Was aber nicht heißt, dass alle Forscher die Warnungen von Hoffmann und Rabe teilen. Vor allem Toxikologen, wie der umstrittene Giftkundler und Professor Helmut Greim von der Technischen Universität München, warnen immer wieder vor vorschnellen Urteilen.

    Woher die Unterschiede in den Urteilen kommen?

    Vereinfacht gesagt untersuchen Toxikologen die Wirkung von Umweltgiften in Experimenten – an Menschen, Tieren, oder Zellkulturen. Epidemiologen wie Hoffmann arbeiten eher statistisch und blicken auf ganze Bevölkerungsgruppen.

    Wer recht hat, ist derzeit nicht abschließend zu klären. Antworten liefern würde wohl nur eine Art wissenschaftlicher Rat aus Forschern vieler Fachbereiche, wie es ihn bei den Vereinten Nationen für die Klimawandel-Forschung gibt.

    ► Ein Fakt ist unter seriösen Forschern aber unbestritten:

    Luftschadstoffe haben negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. So warnen zum Beispiel Forscher aus allen Fachbereichen zum Beispiel vor den unterschätzten Gefahren von ultrafeinen Staubpartikeln.

    WHO-Kritiker Alexander Kekulé fordert hier gar eine Verschärfung der Abgasvorschriften von der EU; allerdings nicht für Dieselautos, sondern für Benziner, die diese ultrafeinen Staubpartikel in die Luft blasen.

    Und auch Barbara Hoffmann sagt:

    “Eine Überschreitung der Grenzwerte bei NO2 ist pro Mikrogramm pro Kubikmeter weniger giftig, als zum Beispiel bei Feinstaub. In den USA ist daher der Grenzwert für Feinstaub viel strenger, aber für NO2 lockerer als in der EU. Zu bedenken ist allerdings, dass NO2 auch zur Bildung von Feinstaub führt und ein strenger Grenzwert von NO2 daher auch zu weniger Feinstaubbildung beiträgt.”

    Was Politiker zur aktuellen Diskussion um Fahrverbote sagen

    Ebenso wie in der Bevölkerung herrscht in der Politik Verwirrung. Von den Grünen kommt erwartungsgemäß Kritik am geplanten Gesetzesentwurf der Bundesregierung, die Grenzwerte für Stickstoffdioxid aufzuweichen.

    Bei anderen Parteien ist die Lage komplizierter. So fordert der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Frank Sitta im Gespräch mit der HuffPost:

    “Die Grenzwerte sollten auf europäischer Ebene nochmal einer Überprüfung unterzogen werden. Unabhängig davon ist es jetzt wichtig, dass der Verkehr konsequent umgestellt wird – auf mehr öffentlichen Nahverkehr und neue Antriebe.”

    Die SPD-Umweltexpertin Nina Scheer dagegen kritisiert im Gespräch mit der HuffPost die Bundesregierung für ihren Schlingerkurs im Dieselstreit.

    “Das Gesetz zu den Diesel-Grenzwerten ist nicht belastbar, weil es letztlich dem Anwendungsvorrang des EU-Rechts unterliegt. Fahrverbote können also so nicht verhindert werden.”

    Scheer spricht sich außerdem für schärfere Grenzwerte aus.

    “Die Aussagen der Weltgesundheitsorganisation sprechen aus Gründen des Gesundheitsschutzes für noch schärfere Grenzwerte. Es stellt sich also auch die Frage, ob Verhältnismäßigkeitserwägungen auf Kosten der Gesundheit legitim sind.”

    Das klingt nicht nach einem Ende des Dieselstreits, sondern eher danach, dass er jetzt erst richtig anfängt.

    Die Debatte um Fahrverbote – auf den Punkt gebracht

    Je nachdem, welche Forscher aus welchen Fachrichtungen man fragt, bekommt man unterschiedliche Antworten auf die Frage, wie sinnvoll die aktuellen Grenzwerte sind. 

    Alle seriösen Forscher sind sich aber einig, dass die Luft in vielen Städten zu schmutzig und gesundheitsgefährdend ist. Ob das Fahrverbote rechtfertigt, die für Fahrzeughalter und die Autoindustrie weitreichende Folgen haben, ist wiederum eine gesellschaftliche Abwägung.

    Die zu schmutzige Luft liegt aber nicht nur an Dieselfahrzeugen, sondern am ausufernden Verkehr in den Städten allgemein. Die deutschen Metropolen leiden demnach nicht unter einer Diesel-, sondern unter einer Verkehrs-Krise.

    (ll)


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    Im Video oben behauptete bereits Recep Tayyip Erdoğan, dass der “Mord” an Khashoggi Tage im Voraus “geplant” war.

    ► Der US-Geheimdienst CIA kommt nach Medienberichten zu der Einschätzung, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet hat.

    ► Die CIA sei zu dieser Schlussfolgerung gekommen, nachdem sie mehrere Quellen ausgewertet habe, darunter ein Telefongespräch zwischen dem Bruder des Kronprinzen und dem Regierungskritiker Khashoggi. 

    Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman soll laut dem CIA den Mord an Journalist Jamal Khashoggi in Auftrag gegeben haben. 

    ► Das berichtete die “Washington Post” am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

    Wie Saudi-Arabiens Kronprinz in den Fall Khashoggi verwickelt sein soll: 

    Bei dem Telefonat habe Khalid bin Salman Khashoggi gesagt, dass er in das saudische Konsulat nach Istanbul gehen soll, um Dokumente abzuholen, schrieb die Zeitung.

    Er habe dem Journalisten zugesagt, dass dies sicher sei. Khalid bin Salman ist saudischer Botschafter in den USA. Er habe den Anruf auf Anordnung seines Bruders getätigt.

    Die Zeitung schrieb aber, dass es unklar sei, ob der Botschafter davon gewusst habe, dass Khashoggi ermordet werden würde.

    Khalid bin Salman selbst schrieb auf Twitter, er habe nicht mit Khashoggi am Telefon gesprochen und er habe ihm auch nicht empfohlen, in die Türkei zu reisen. Sein letzter Kontakt mit dem Journalisten sei am 26. Oktober 2017 per Textnachricht gewesen.

    Die “Washington Post” schrieb jedoch, der Anruf sei von US-Geheimdiensten abgehört worden.

    Wie Saudi Arabien im Fall Khashoggi vorgeht: 

    Unter immensem internationalen Druck auf Saudi-Arabien gab die autokratische Regierung den Tod des “Washington Post”-Kolumnisten erst lange nach der Tat in Istanbul zu.

    Riad beschuldigte aber hochrangige Regierungsmitarbeiter der Tat, die nicht auf Befehl des Kronprinzen oder des Königs gehandelt hätten. Diese Version wurde international als wenig glaubwürdig angezweifelt.

    Am Donnerstag forderte der saudische Generalstaatsanwalt die Todesstrafe für fünf mutmaßliche Beteiligte.

    Wenig später verhängte die Regierung von US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen 17 ehemalige saudische Regierungsmitarbeiter. Bei ihnen handelt es sich um jene, die auch schon von der Regierung in Riad als Schuldige dargestellt oder mit der Tat in Verbindung gebracht wurden.


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    Arbeitsminister Hubertus Heil vermied die klare Aussage, dass seine Partei das Hartz-IV-System abschaffen wolle.

    “Wir werden Hartz IV hinter uns lassen”, hat die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles versprochen. Und der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert versicherte, ein neues Sozialsystem werde “nicht mehr Hartz IV heißen und auch nicht mehr Hartz IV sein.” 

    Die Botschaft war – eigentlich – klar: Die Sozialdemokraten wollen das von ihrer Partei selbst eingeführte Hartz-IV-System wieder abschaffen. 

    Die SPD liegt damit im Trend. Längst hat sich in Deutschland eine politische Front gegen Hartz IV gebildet. Die Linke wollte die Reformen schon immer abschaffen, nun fordern das auch die Grünen – und selbst die FDP ist dafür offen. 

    Doch nun rudert ausgerechnet Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in einem Interview mit dem “Spiegel” zurück.

    Wie er zu einer Abschaffung von Hartz IV steht und was er in der Sozialpolitik fordert – auf den Punkt gebracht

    Hartz IV abschaffen? Wie Heil die Forderung der SPD aufweicht: 

    ► Auf die Frage, warum die SPD Hartz IV abschaffen wolle, weicht Heil im “Spiegel”-Interview aus. Für ihn stehe im Vordergrund, dass wir Arbeitslosigkeit verhindern, bevor sie entsteht.” 

    ► ”Es ist deshalb richtig, den Sozialstaat weiterzuentwickeln”, sagt Heil. Er sagt nicht: Es wäre richtig, Hartz IV abzuschaffen. Der Arbeitsminister spricht lieber von einem Paradigmenwechsel, davon, “das System zu erneuern”. 

    ► Heil argumentiert, er wolle die Debatte um Hartz IV nicht ideologisch führen. Diese habe Deutschland 15 Jahre lang gespalten. Der Sozialstaat der Zukunft solle mit “Blick auf die Lebenswirklichkeiten” aufgestellt werden. 

    Welche Veränderungen im Hartz-IV-System der Arbeitsminister vorschlägt: 

    Heil will vier SPD-Forderungen in der Großen Koalition durchsetzen: 

    1. Er plant, die Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung umzubauen. Diese soll auch ein Recht auf Weiterbildung gewährleisten. 

    2. Heil will sich nicht nur auf den Mindestlohn konzentrieren, sondern mehr Tariflöhne in Deutschland durchsetzen. 

    3. Zudem soll die Grundsicherung erneuert werden. Heil will diese unbürokratischer gestalten und es ermöglichen, dass Vermögen großzügiger angerechnet werden. 

    4. Heil ist gegen ein Grundeinkommen. Auch ein “Grundeinkommensjahr”, wie es SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil forderte, lehnt er ab. 

    Der Arbeitsminister fordert an keiner Stelle die Abschaffung von Hartz IV. Er sagt jedoch:

    ″Überflüssige und gängelnde Sanktionen müssen abgeschafft werden. Dass 24-Jährige schärfer sanktioniert werden als 25-Jährige, ist unnötig. Und die Kosten für Miete sollten künftig nicht mehr gekürzt werden.”

    Ganz abschaffen will Heil Hartz-IV-Sanktionen aber nicht: “Wenn jemand das zehnte Mal in Folge nicht zum Termin beim Amt erscheint, dann sollte das Konsequenzen haben.”

    Die Haltung des Arbeitsministers zu Hartz IV auf den Punkt gebracht: 

    Geht es nach Hubertus Heil, dann wird Hartz IV nicht abgeschafft – sondern nur im Rahmen einer Sozialstaatsreform “erneuert” oder “weiterentwickelt”. 

    Der Arbeitsminister will Probleme des Systems, wie die mangelnde Grundsicherung oder harte Sanktionierungen, beseitigen. Eine “ideologische Debatte” über Hartz IV will er aber nicht führen. 

    (ak)


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    • Die Kult-Serien Lindenstraße soll laut ARD eingestellt werden.
    • Schauspielerin Marie-Luise Marjan hofft nun in einem Interview auf Widerstand der Fans.
    • Im Video oben seht ihr, was sie zu sagen hat.

    Lindenstraßen-Fans hofften am Freitag wahrscheinlich, dass alles nur ein schlechter Scherz sei: Die ARD verkündete, dass die Kult-Serie “Lindenstraße” nach 34 Jahren eingestellt wird. 

    Die Sendung startete im Jahr 1985 und war seitdem fester Bestandteil im Programm des Ersten. Die letzte Folge soll im März 2020 ausgestrahlt werden.

    Kult-Sendung lohnt sich nicht mehr

    Den Grund für die Einstellung der Sendung erklärte Volker Herres, Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens. Demnach sei das Zuschauerinteresse zurückgegangen und die Sparzwänge der ARD seien nicht mehr mit den Produktionskosten vereinbar.

    Schauspielerin hofft auf Widerstand der Fans

    Diese Entscheidung dürfte einigen aber nicht besonders gefallen – und zwar sowohl Fans als auch Schauspielern der Serie. So auch Marie-Luise Marjan, die seit Beginn der “Lindenstraße” die Rolle der Mutter Beimer spielt.

    Sie hofft vor allem auf den Widerstand der Fans. Der ”Bunten” sagte sie:

    “Wir werden mal sehen, was das Publikum dazu sagt. Wenn die sagen, dass sie das weitersehen wollen, dann werden wir sehen, was dann passiert. ”

    (ak)


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    • Ein 12-jähriger Krebspatient in den USA hat einen ungewöhnlichen letzten Wunsch an seine Mutter: Er will sie bei ihrer Hochzeit zum Altar führen.
    • Mithilfe von Spendengeldern kann seine Bitte erfüllt werden.

    Für keine Mutter dieser Welt ist es leicht, ihr Kind sterben zu sehen. Umso wichtiger ist es vielen Eltern, dem Sohn oder der Tochter den letzten Wunsch im Leben erfüllen zu können. 

    Keith Burkett aus dem US-Bundesstaat Ohio hatte eine ganz besonders ungewöhnliche Bitte, die Tausende Menschen zu Tränen rührte: Er wollte seine Mutter heiraten sehen.

    Mehr zum Thema: Frau stirbt an Krebs, der letzte Wunsch für ihren Hund ist herzzerreißend

    Keith wusste, dass er bald sterben werde

    Keith litt an einer seltenen Form von Krebs, von der weltweit gerade einmal 400 Kinder betroffen sind. Er war mehrmals in Chemotherapie, doch vor einem halben Jahr wurde klar: Der Krebs ist wieder zurück – und zwar stärker als jemals zuvor. Die Tumore befanden sich bereits in seinem Kopf, Nacken, Schultern, Hüften und in seiner Wirbelsäule. 

    Nun wussten alle: Keith, der sechs Jahre lang tapfer gegen den Krebs gekämpft hatte, würde bald sterben.

    Am 5. November teilte seine Mutter Taylor Woodard auf der Facebook-Seite ihres Sohnes “Kourageous Keith” folgende Worte: 

    “Ich kann das nur mit schwerem Herzen schreiben: Wir verlieren Keith langsam, aber sicher – der Krebs gewinnt. Er wird nicht mehr lange bei uns auf der Erde bleiben.”

    Deswegen kämpfte Taylor dafür, ihrem Sohn seinen letzten Wunsch möglichst zeitnah erfüllen zu können: Er wollte seine Mutter, die Keiths Stiefvater vor kurzem heimlich geheiratet hatte, bei einer kleinen Hochzeitszeremonie zum Altar führen.

    Mehr zum Thema: Ich erfülle sterbenden Menschen ihren letzten Wunsch

    Und der Traum des Jungen wurde wahr: Über die Crowdfunding-Plattform “GoFundMe” sammelte seine Familie genügend Spenden ein, um eine kleine Hochzeitsfeier zu organisieren. Im Video seht ihr, wie Keith seine Mutter zum Altar führt: 

    Nur wenige Tage später, am 12. November, starb Keith an den Folgen seiner Krebserkrankung. “Ich weiß nicht, wie ich ohne dich weiterleben kann. Ein Teil von mir wird für immer verloren sein”, schreibt seine Mutter auf Facebook. 


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    Tattoo-Künstler Wenzel hatte einen ungewöhnlichen letzten Wunsch, bevor er starb.

    • Vor seinem Tod äußerte ein Tattoo-Künstler aus Kanada einen morbiden letzten Wunsch.
    • Seine Frau hat ihm diesen Wunsch erfüllt – und will es ihm nach ihrem Ableben gleich tun.

    Mal abgesehen von kitschigen Schmetterlingen über dem Steißbein und chinesischen Zeichen, die übersetzt “heiße Suppe” bedeuten, geht die ein oder andere Tätowierung auf jeden Fall als Kunstwerk durch und erfüllt ihren Träger mit Stolz.

    Auch Tattoo-Künstler Chris Wenzel aus Kanada war begeistert von der bunten Tinte unter seiner Haut – und zwar so sehr, dass er sich nicht nur großflächig hat stechen lassen: Wenzels Wunsch war es, dass seine Tattoos ihn sogar überleben sollten.

    Mehr zum Thema: Bayern: Mann will sich tätowieren lassen, dann schreitet die Polizei ein

    Der Tattoo-Künstler hat den Wunsch geäußert, nach seinem Tod gehäutet zu werden

    Und deswegen äußerte er die Bitte, nach seinem Tod gehäutet zu werden, damit die Tätowierungen erhalten bleiben und als Kunstwerke ausgestellt werden können. 

    Was zunächst nach einer Idee an der Grenze des guten Geschmacks klingt, ist bei näherer Betrachtung – nun ja, eigentlich immer noch ein bisschen eklig, aber zumindest nachvollziehbar.

    Laut “New York Post” wollte Wenzel, dass auch seine Kinder und Enkelkinder seine Tattoos bewundern könnten. Eben auch nach seinem Tod. Und, nun ja, hautnah. 

    Seine Frau setzte alles daran, der Bitte ihres verstorbenen Mannes nachzugehen

    Der Mann, der ein Tattoo-Studio in Saskatoon, Kanada, besaß, starb vor kurzem im Alter von nur 41 Jahren an einer Darmerkrankung. Seine Frau Cheryl nahm sich seine letzte Bitte zu Herzen. Der kanadischen Zeitung “The Globe and Mail” sagte sie:  

    “Ich dachte, das ist zwar ungewöhnlich, aber cool. Komme, was wolle, ich werde ihm (Chris) diesen Wunsch erfüllen.”

    Also engagierte Cheryl ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Tätowierungen von Toten zu konservieren (ja, so etwas gibt es). 

    In einem komplizierten, drei Monate dauernden Verfahren wurde die Haut des Toten entfernt, präpariert und eingerahmt. Die Prozedur hat über 70.000 Dollar (entspricht etwa 62.000 Euro) gekostet. 

    Mehr zum Thema: Skelett-Mann: Nach Nasen und Ohren möchte er sich nun Penis abschneiden

    Im Frühling 2019 sollen die Werke bei einer Ausstellung in Saskatoon zu bewundern sein.

    Dass man sich bei einem Tattoo auf ein dauerhaftes Schmuckstück einlässt, ist klar – dass es allerdings das eigene Leben überdauern könnte, damit rechnen die wenigsten. Fakt ist jedenfalls: Auch Cheryl, die von Wenzel tätowiert worden ist, will ihre Tattoos nach ihrem Ableben konservieren lassen.

    (jg)


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    • Die Mehrheit der Deutschen ist zufrieden mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin – unumstritten ist Merkel aber ganz sicher nicht. 
    • Nun hat die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer verraten, was ihrer Meinung nach die zwei größten Versäumnisse der Ära Merkel waren. 
    • Im Video oben erklärt Kramp-Karrenbauer, dass sie der CDU als Parteichefin mehr Gehör geben will.

    Angela Merkel ist vieles. 

    Die Klimakanzlerin. Die Flüchtlingskanzlerin. Die Autokanzlerin. Die Königin, die Kaiserin, die Herrscherin von Europa. 

    Die (zu) ewige Kanzlerin. Die “geschrumpfte Merkel”. Die Teflon-Kanzlerin. Das “Dornröschen Europas”

    Die deutsche Bundeskanzlerin hat in ihren 13 Jahren Amtszeit viele Spitznamen bekommen. Gute, wie schlechte. 

    Merkel ist eine historische Figur, doch ihr Erbe war, ist und bleibt umstritten. Als CDU-Vorsitzende wird Merkel bald zurücktreten, auch Kanzlerin wird sie nur noch zwei Jahre lang bleiben. 

    Angela Merkel stehen ihre letzten Jahre als Bundeskanzlerin bevor.

     

    Möglich, dass ihr dann Annegret Kramp-Karrenbauer an die Spitze der CDU nachfolgt. Die Generalsekretärin bewirbt sich, wie Friedrich Merz und Jens Spahn, auf den Vorsitz der Partei. Alle drei haben also Bestrebungen, Angela Merkels Erbe anzutreten.

    Kramp-Karrenbauer hat nun in einem Interview mit dem “Spiegel” verraten, was sie als die beiden größten Versäumnisse der Bundeskanzlerin betrachtet. 

    Kramp-Karrenbauer über die Fehler der Ära Merkel

    Kramp-Karrenbauer wird selbst oft mit Merkel verglichen. Sie pflege den gleichen Dissenz-erstickenden, eher sozialdemokratischen als konservativen Politikstil wie die Kanzlerin, heißt es oft. 

    Aber die CDU-Generalsekretärin will keine zweite Merkel sein. Gleichzeitig sagte sie dem “Spiegel” allerdings: “Ich werde mich nicht künstlich von Angela Merkel distanzieren.” 

    Doch Kramp-Karrenbauer kritisiert die Bundeskanzlerin auch frei heraus. Vor allem zwei Punkte stellt sie als Fehler Merkels heraus:  

    1. Zum einen bemängelt die CDU-Politikerin Merkels Methode der “normativen Kraft des Faktischen”. Oft habe die Kanzlerin Dinge einfach durchgesetzt, bevor diese in der Partei diskutiert werden konnten – etwa beim Atomausstieg. 

    2. Zudem empfindet Kramp-Karrenbauer Merkel als zu zurückhaltend. Es sei wichtig, “dass wir künf­tig auch den Mut ha­ben müs­sen, kon­tro­ver­se­re The­men of­fen­siv an­zu­ge­hen.” Beim Thema Ehe für alle sei etwa die innerparteiliche Debatte gescheut worden. 

    Kramp-Karrenbauer über Merkels Verhalten in der Flüchtlingskrise 

    So, wie auch beim Thema Migration. 

    2015 handelte Merkel als Kanzlerin, nicht als CDU-Chefin, als sie entschied, dass Deutschland Hunderttausende Menschen beherbergen würde. Dieser Herbst vor drei Jahren wird Merkels Platz in der Geschichte wohl so prägen, wie keine andere Zeit in ihrer Kanzlerschaft zuvor. 

    Für Kramp-Karrenbauer handelte Merkel damals richtig

    “Ich bin über­zeugt, dass es rich­tig war, die Gren­ze of­fen zu hal­ten und nicht etwa zum Bei­spiel Was­ser­wer­fer in Marsch zu set­zen”, sagte die CDU-Politikerin dem “Spiegel”. “Die Li­nie der Bun­des­re­gie­rung und An­ge­la Mer­kels ist da­mals zu­min­dest an­fangs nicht be­kämpft wor­den, auch nicht im Bun­des­rat.”

    Die Generalsekretärin hält Merkel nicht für verantwortlich für den Aufstieg der AfD. “Der Zu­strom der Flücht­lin­ge ist wirk­sam be­grenzt wor­den, etwa über das Tür­kei­ab­kom­men. Und im Zuge der Flücht­lings­kri­se wur­de das Asyl­recht ver­schärft, wie es vor­her un­denk­bar ge­we­sen wäre”, sagte sie.

    Dennoch sei dies wohl nicht genug gewesen. “Es wur­de zu we­nig deut­lich ge­macht, dass die Lage im Herbst 2015 eine Aus­nah­me­si­tua­ti­on war”, sagte Kramp-Karrenbauer. 

    Ein Versäumnis, das Merkel vor dem EU-Parlament vor wenigen Tagen selbst eingestand

    (ak)


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    Als eine Frau ihre Handtasche abholen will, wird sie festgenommen. (Symbolbild)

    • Nichtsahnend will eine Frau aus Hanau ihre Handtasche, die sie verloren hatte, bei der Polizei abholen.
    • Bei dem Treffen stellt sich heraus: Die Frau wird polizeilich gesucht.

    Jaja, Frauen und ihre Handtaschen: Dass die Frauenwelt den praktischen Begleitern geradezu verfallen ist, ist eigentlich schon fast sprichwörtlich geworden.

    Dass eine Tasche jedoch zum Verhängnis werden kann, ist eher ungewöhnlich – aber genau das ist einer 54-Jährigen aus Hanau passiert.

    Mehr zum Thema: Mann ruft Polizei, als er Aufnahmen aus dem Haus seiner dementen Mutter sieht

    Die verlorene Handtasche wurde der Frau zum Verhängnis

    Laut eines Presseberichts der Polizei wollte die Hanauerin letzten Donnerstag ihre Handtasche aus dem Bundespolizeirevier in Fulda abholen. Die Tasche hatte sie kurz zuvor verloren. 

    Noch bevor der Frau ihr Eigentum allerdings ausgehändigt werden konnte, machte die Polizei eine überraschende Entdeckung.

    Die Dame wurde bereits von der Staatsanwaltschaft Darmstadt mit Haftbefehl gesucht. Wegen Diebstahls ist sie zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro verurteilt worden. 

    Mehr zum Thema: NRW: Mann fasst Dieb seines Autos – dessen Ausrede hat es in sich

    Schließlich wurde die Frau festgenommen

    Die Strafe hatte sie bis zum besagten Donnerstag noch nicht entrichtet – und da sie auch an diesem Tag nicht darauf vorbereitet war, zu zahlen, wurde sie kurzerhand festgenommen und in die Justizvollzugsanstalt Preungesheim gebracht.

    Da sage noch einer, die Liebe zu leblosen Accessoires sei unbedenklich.

    (jg)


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    • Der ehemalige “Tagesthemen”-Moderator Ulrich Wickert hat sich in einem Interview zum Thema Gleichberechtigung in der Sprache geäußert.
    • Der ARD-Journalist wartete mit einer kruden Theorie zur gerechten Behandlung der beiden Geschlechter auf. 

    “Das Geschlecht ist ein Konstrukt, das immer wieder seine Herkunft verschleiert.” Dieser Satz stammt aus dem Essay “Performative Acts and Gender Constitution” (“Performative Akte und Geschlechterkonstitution”) der Philosophin Judith Butler.

    Er bedeutet – für Butler –, dass wir die Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft nur konstruieren, erfinden, erdichten. Durch unser Handeln, und ganz besonders unser Sprechen, sagt Butler, unterteilen wir die Menschen künstlich in Männer, Frauen und weitere Geschlechter.  

    Butlers Theorien haben den modernen Feminismus stark beeinflusst, auch in Deutschland. Deutsch als Sprache diskriminiert alltäglich: Werden Gruppen von Menschen bezeichnet, dann meistens so, als wären sie alle Männer – die Leser, die Journalisten, die Verlagsleiter.  

    In unserer Sprache werden Frauen (und andere Geschlechter wie Transgender) nur selten in der Mehrzahl erwähnt – außer, man will deren Geschlecht besonders betonen (zum Beispiel “die Fußballerinnen”). Im alltäglichen Sprachgebrauch gehen sie unter, werden verdrängt. 

    Um dem entgegenzuwirken, wurden Lösungswege gefunden. Es wird von Leserinnen und Lesern geschrieben, von LeserInnen oder von Leser*innen. 

    Am Freitag hat nun der Rat für deutsche Rechtschreibung über diese Lösungswege entschieden: Sollen sie offiziell vorgeschrieben werden? Der Rat sagt: Nein, die Sprache solle sich von allein entwickeln

    Heißt, wir laufen Gefahr, alle Geschlechter (außer dem männlichen) weiter mit unserer Sprache zu diskriminieren. Denn es soll keine Regelung geben, die uns daran erinnert, weitere Geschlechter in unsere Sprache mit einzubeziehen.

    Eine strittige Entscheidung, über die der “Deutschlandfunk” am Samstag mit dem ehemaligen “Tagesthemen”-Moderator Ulrich Wickert sprach. 

    Es wurde ein für alle Hörer*Innen verdutzendes Gespräch zwischen zwei Männern. 

    Wickert über Gleichberechtigung für Frauen: “Aber doch nicht in der Sprache”

    Vorneweg macht Wickert gleich klar: Er ist strikt dagegen, dass ein Rat den Deutschen vorschreibt, wie sie in Sachen Gleichberechtigung zu schreiben haben. 

    “Wenn wir die Machtverhältnisse in der Sprache, wie sie seit Jahrhunderten tradiert sind, klar erkennbar machen – dann ist das eigentlich ein Motiv, wo wir sagen: Halt, die Machtverhältnisse sind so und müssen verändert werden”, sagt der Moderator des “Deutschlandfunk”.

    So weit, so unbedenkliche. Dann aber folgt diese Reaktion von Wickert: “Aber doch nicht in der Sprache.”

    Ob in der Sprache mit der Gleichberechtigung nicht übertrieben werde, fragt da der Moderator nach. Und Wickert bejaht: “Es wird übertrieben, wenn es vorgeschrieben wird.”

    Wörter müssten bei der Verwendung vor allem eines sein: Klar. Wickert warnt vor einer “fürchterlichen Individualisierung”, die eintreten würde, wenn nun alle Professoren zu Professorinnen und Professoren würden: “Warum können wir nicht sagen, ein Professor ist ein Professor, das ist eine Person, die an der Uni lehrt?”

    Mehr zum Thema: Mit zwei Sätzen bringt Angela Merkel auf den Punkt, auf welchem Stand die Gleichberechtigung ist

    “Lasst uns bei der Sprache auf die Ungerechtigkeit bestehen” 

    Wickert antwortet selbst darauf, warum er glaubt, der deutschen Sprache sollten ihre diskriminierenden Eigenschaften erhalten bleiben. 

    “Ich glaube, dass Sprache häufig verkleistert”, sagt Wickert. “Früher sagte man ‘Atommülldeponie’. Heute sprechen wir von ‘Entsorgungspark’. Da wollen sie das schreckliche Wort wegwischen.”

    Dann folgt ein kruder Appell des ARD-Journalisten

    “Lasst uns doch auch in der Sprache die Ungerechtigkeit bestehen, damit wir wissen, dass sie da ist, damit wir sie bewusster erkennen können. Wenn sich die Sprache dann entwickelt, okay, aber bitte kein Sprachrat, der uns das vorschreibt.”

    Das Argument ist also: Die Diskriminierung in der Sprache erinnert uns daran, dass es Diskriminierung in der Welt gibt. Also lasst uns die Diskriminierung beibehalten, damit wir die Diskriminierung bekämpfen können. 

    Was Judith Butler dazu wohl zu sagen hätte? 

    (ak)


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    Bio kaufen, Gemüse kochen, Fahrrad fahren – immer mehr Menschen in Deutschland achten auf die eigene Klimabilanz. Wenn es aber darum geht, auf eine Flugreise zu verzichten, knicken viele ein. Wer würde schon ernsthaft darauf verzichten wollen in Südostasien backpacken zu gehen, wenn er die Möglichkeit dazu hat? Nur weil dadurch mehr CO2-Ausstoß entsteht?

    Das Ergebnis: Jedes Jahr steigen mehr Menschen in Flugzeuge. 2017 war ein neues Rekordjahr: 4,1 Milliarden Flugpassagiere weltweit, mehr als je zuvor. Ein Großteil davon kommt aus Europa. Auch in Deutschland wird immer mehr geflogen: 234 Millionen Flugpassagiere 2017, mehr Starts und Landungen als je zuvor.

    Dabei wissen wir alle, wie umweltschädlich Fliegen ist. Auf einem durchschnittlichen Economy-Flug von Düsseldorf nach New York und zurück entfallen 3,65 Tonnen C02-Ausstoß auf jeden Passagier.

    Das ist mehr als ein Drittel des CO2s, das ein Deutscher im Durchschnitt in einem ganzen Jahr produziert. Ein Passagier stößt pro 100 Kilometer, die er im Flugzeug zurücklegt, 30 Prozent mehr CO2 aus, als wenn er Auto fährt und mehr als fünfmal so viel wie im Zug.

    Was sollten wir daraus schließen? Heißt das, wir müssen auf alle Ewigkeit in der Heimat Urlaub machen? Oder, wenn überhaupt, nur noch in Zügen durch die Welt reisen?

    Nicht unbedingt. Es gibt Ideen, die das Fliegen umweltfreundlicher machen. Wir von “The Buzzard” haben drei Vorschläge für euch zusammengefasst:

    1. Elektro-Flugzeuge 

    Es ist ein schönes Versprechen. Leise über den Himmel gleitende Flugzeuge ohne Kerosin, ohne Luftverpestung, ohne schlechtes Gewissen. Mit Elektro-Flugzeugen könnte dieser Traum wahr werden.

    Seit Jahren wird deshalb viel Geld in die Entwicklung gesteckt. 2019 möchte EasyJet das erste Elektroflugzeug für Testflüge starten, Boeing plant den ersten Hybrid-Regionaljet ab 2022 zu fliegen.

    Nach jetzigem Stand sind Batterien zu schwer, um genug Energie für den Bedarf eines Passagierflugzeugs zu bieten. Elektroflieger sind deshalb Hybrid-Modelle: Die Flugzeuge generieren den Strom während des Flugs größtenteils selbst. Das läuft über Gasturbinen, ähnlich wie Flugzeugturbinen, die dann wieder Kerosin verbrauchen. Allerdings deutlich weniger, als ein herkömmliches Flugzeug.

    Es wird noch viele Jahre dauern, bis solche Elektroflugzeuge im großen Stil unterwegs sind. Frank Anton, Flugzeugexperte bei Siemens, prognostiziert im Wochenmagazin Die Zeit, dass die neuen Maschinen bis 2050 den Markt erobern könnten. EasyJet möchte bereits in zehn Jahren alle Kurzstrecken mit Elektroflugzeugen abdecken. Wenn es so weit ist, werden CO2-Ausstoß, Kosten und Lärm in Zukunft erheblich eingespart werden.

    Mehr zum Thema: Du möchtest wissen, wie hoch der CO2-Ausstoß deiner nächsten Flugreise ist? Die Antwort findest du im CO2-Rechner der NGO Klimaktiv.

    2. Zuckerrohr statt Kerosin

    Forscher experimentieren schon seit Jahren mit verschiedenen Formen von Bio-Treibstoff. Ähnlich wie bei Biodiesel für Autos wird bei einigen Fluglinien schon jetzt dem Treibstoff Bioethanol beigemischt, der aus Pflanzen gewonnen wird. Das Problem: Regenerative Treibstoffe müssen auf riesigen industriellen Anbauflächen produziert werden. Ähnlich wie bei Soja, werden dabei Naturgebiete zerstört, Wälder abgeholzt und riesige Monokulturen aufgebaut.

    Wissenschaftler der University of Illinois sind deshalb auf eine neue Idee gekommen: Zuckerrohr. Die Forscher verändern die Genstruktur von Zuckerrohr, sodass die Pflanze an Stelle von Zucker Öl produziert. Dieses Öl könnte als Flugzeugtreibstoff künftig Kerosin ersetzen.

    Der Vorteil: Es schlägt die Effizienz vergleichbarer Pflanzen um Längen. Die amerikanischen Forscher haben berechnet, dass Zuckerrohr auf gleicher Fläche vier Mal ertragreicher ist als Soja. Damit würden die Anbauflächen kleiner werden und das Tanken effizienter. Offen ist noch, ob Zuckerrohr-Öl auch so günstig gewonnen werden kann, dass Fluglinien es eines Tages flächendeckend anstelle von Kerosin nutzen.

    Auch interessant:Airlines fördern bis heute martialische Tierversuche.

    3. Flugmeilen als Tauschgut

    Man kann nicht erwarten, dass Menschen freiwillig aufs Fliegen verzichten, meint die britische Journalistin Sonia Sodha. Und es wird noch lange dauern bis Fliegen dank Elektromotoren oder regenerativen Treibstoffen deutlich umweltschonender wird.

    Deshalb schlägt sie vor: Man könnte sich ein Vorbild am Emissionshandel der EU nehmen. Emissionshandel funktioniert so: Firmen und Organisationen dürfen nur eine bestimme Menge an Emissionen ausstoßen.

    Dafür erhalten sie Zertifikate. Wenn sie mehr als die vorgegebene Menge an Emissionen ausstoßen, müssen sie Zertifikate hinzukaufen. Das bringt ihnen einen finanziellen Nachteil gegenüber anderen Firmen. Firmen, die weniger Emissionen ausstoßen als erlaubt, können dagegen ihre Zertifikate an andere verkaufen und haben so einen finanziellen Vorteil.

    Ähnlich könnte es beim Fliegen funktionieren, meint Sonia Sodha. Man könne die Anzahl an Flugstrecken, die jeder Person zusteht, limitieren. Flüge würden dann zu einer Handelsware. Jeder kann nur eine bestimmte Anzahl an Strecken im Jahr fliegen. Wer mehr fliegen möchte, muss Strecken hinzukaufen. Wer seine zugeteilten Strecken nicht verwenden möchte, kann sie verkaufen. Das Ganze könnte man über eine staatlich regulierte Online-Plattform regeln. 

    Flüge können so zur direkten Einnahmequelle werden. Der Urlaub im Heimatland würde zur lukrativen Alternative. Außerdem hätten Unternehmen durch den finanziellen Druck einen Anreiz, Alternativen zu umweltschädlichen Geschäftsreisen zu entwickeln: Technik, die virtuelle Meetings leichter macht, zum Beispiel.

    Auch interessant:Warum es nichts ändert, wenn wir als Privatpersonen aufs Fliegen verzichten

    Unabhängig von diesen großen Ideen kann jeder individuell dazu beitragen, die eigenen Flugreisen klimafreundlicher zu machen. Wir empfehlen:

    1. Buche Flüge ohne Zwischenlandung!

    Je öfter ein Flugzeug startet, desto mehr Kerosin wird verbraucht. Laut einem Report von der NASA aus dem Jahr 2010 entstehen etwa 25 Prozent des CO2-Ausstoßes vom gesamten Flug bei Start und Landung. Nonstop-Flüge schonen deshalb das Klima im Vergleich zu Flügen mit vielen Zwischenlandungen. 

    Auch interessant:Warum Billigflieger am umweltfreundlichsten sind

    2. Kompensier deine Flugreisen!

    Dienste wie Atmosfair berechnen den CO2-Ausstoß für deine Flugstrecke. Danach kannst du dir einen entsprechenden Gegenwert in Euro anzeigen lassen und diesen dann an Umwelt-Projekte zur Reduktion von CO2-Ausstoß spenden. Über Plattform wie Atmosfair kannst du die Spende direkt abwickeln.

    3. Entscheide dich für energieeffiziente Airlines!

    Airline ist nicht gleich Airline. Einige Flugunternehmen haben Maschinen, Treibstoff und Routen auf Energieeffizienz optimiert. Hier kannst du sehen, welche Airline wie effizient ist und dich bei der nächsten Buchung für eine Fluglinie entscheiden, die weniger verbraucht.

    4. Nimm leichtes Gepäck mit!

    Je mehr Gepäck ein Flugzeug transportieren muss, desto mehr CO2-Ausstoß. Du kannst deinen Fußabdruck einfach reduzieren, indem du weniger einpackst. Dein Minimalismus kommt der Umwelt zuliebe.

    5. Flieg Economy!

    Laut einer Studie der Weltbank, ist der CO2-Ausstoß bei einem Business-Class-Flug rund dreimal so groß, wie wenn man in der Economy Class fliegt. Der Grund: Die Sitze in der Business-Class sind größer, deshalb transportiert die Airline weniger Menschen, stößt aber genauso viel CO2 aus.

    Wenn du jetzt voller Tatendrang bist, solltest du unbedingt einen Blick in unsere aktuelle Debatten-Übersicht werfen. Wir bieten einen Überblick zu den wichtigsten Stimmen von Klimaaktivisten, Flugforschern und Journalisten im Netz. Sollten wir als Privatpersonen öfter aufs Fliegen verzichten? Oder ist das sinnlos, so lange Wirtschaft und Industrie ihr Verhalten nicht ändern?

    ► Antworten findest du auf TheBuzzard.org.


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    Wer in Dortmund im Freien übernachtet, muss Strafe zahlen. (Symbolbild)

    • Die Stadt Dortmund sanktioniert Obdachlose.
    • Wer die Geldstrafen nicht begleichen kann, dem droht ein Gefängnisaufenthalt. 

    Die Stadt Dortmund hat eine Maßnahme gefunden, um gegen Obdachlose vorzugehen: Das Ordnungsamt verteilt Knöllchen an Menschen, die an öffentlichen Plätzen im Freien übernachten. 20 Euro kostet das illegale Lagern und Campieren – das berichtet der WDR

    20 Euro, das klingt nicht nach viel Geld. Für einen Obdachlosen jedoch ist diese Summe nicht so einfach zu stellen. Schlimmer noch: Unter Umständen bleibt es nicht bei den 20 Euro Verwarnungsgeld.

    Denn wer die Summe nicht begleicht, dem droht ein höheres Bußgeld – und wer dieses nicht bezahlt, könnte sogar im Gefängnis landen. 

    Mehr zum Thema: Köln: Bahn-Unternehmen schmeißt Mann aus Haltestelle – weil er krank sein soll

    Es soll keine Jagd auf Obdachlose in Dortmund gemacht werden

    In diesem Jahr alleine wurden allein 265 Knöllchen wegen illegalen Lagerns und Campierens in Dortmund ausgestellt. Insgesamt registriert das Ordnungsamt der Stadt 464 Maßnahmen gegen das Übernachten an öffentlichen Plätzen.

    Ordnungsamtschefin Beate Siekmann macht im Gespräch mit dem WDR deutlich: Ihre Mitarbeiter würden keine Jagd auf Obdachlose machen. Jedoch müsse man auf konkrete Beschwerden wegen Lärm, Urinieren oder Müll reagieren.

    Zunächst würde das Ordnungsamt den Obdachlosen des Platzes verweisen, sollte er ein zweites Mal angetroffen werden, gibt’s ein Knöllchen.

    Mehr zum Thema: Brutal und feige: Unbekannter zündet schlafende Obdachlose an

    Damit geht Dortmund wesentlich strikter gegen seine Obdachlosen vor als die Nachbarstädte – in Essen oder Hamm würden sie nur selten Knöllchen bekommen, sagen Dortmunder Obdachlose dem WDR. 

    (jg)


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    Amed Sherwan lässt sich nicht einschüchtern. 

    Amed Sherwan ist als 15-Jähriger aus dem Irak nach Deutschland geflohen. In seiner Heimat wurde er inhaftiert und gefoltert, weil er nicht an Gott glaubt. 

    Regelmäßig wird er sowohl von Rassisten als auch Islamisten bedroht – doch er lässt sich von den Hasskommentaren nicht unterkriegen. Das ist seine Antwort an die Hetzer.

    Es ist nicht lange her, da haben mich Islamisten jeden Tag mit dem Tod bedroht. Im Moment werden meine Blogbeiträge in der HuffPost stattdessen von rassistischen Hasskommentaren überschwemmt.

    Statt Morddrohungen kriege ich zahlreiche Aufforderungen, Deutschland zu verlassen. Andere Leute beschimpfen mich als Fake: Die HuffPost habe mich zu Propagandazwecken erfunden, meine Fluchtgeschichte sei erlogen und mein Alter sei natürlich gefälscht.

    Das beängstigende ist, dass es vermutlich die gleichen Leute sind, die mich feiern, wenn ich Islamkritik äußere oder erzähle, wie schwer es für mich als Atheist und Freigeist in der muslimischen Community ist.

    Immer dann, wenn meine Beiträge brauchbar sind, um Hass gegen Muslime zu legitimieren, bin ich nützlich. Dann erreichen mich zahlreiche positive Kommentare von Flüchtlingshassern: Ich sei mutig, eine Bereicherung für Deutschland und meine Anerkennung als Flüchtling ausnahmsweise wirklich verdient.

    Natürlich finde ich Religionen weiterhin tendenziell gefährlich. Und ich werde weiter für Offenheit und Toleranz in muslimisch geprägten Communities kämpfen. Ich habe große Schwierigkeiten mit einigen der Werte, die in vielen muslimischen Communities vorherrschen und ich finde bestimmt nicht jeden Menschen mit Fluchterfahrung sympathisch.

    Aber deswegen verteufle ich noch lange nicht alle Geflüchteten oder schließe die Augen vor ihren realen Fluchtgründen und großen Schwierigkeiten.

    Ich habe keine Lust, schwarz-weiße Weltsichten mitzutragen

    Direkt nach meiner Abkehr vom Islam habe ich meine Weltsicht einfach umgekehrt: Für mich waren nicht mehr die Ungläubigen, sondern die Muslime böse. Aber inzwischen habe ich den einfache Wahrheiten und schlichten Weltbildern abgeschworen.

    Ich habe keine Lust, schwarz-weiße Weltsichten mitzutragen. Es ist mir egal, woran jemand glaubt oder nicht, oder wo jemand herkommt. Ich gucke mir jeden Einzelnen an. Das ganze Gerede von “Wir” und “Ihr” geht mir total auf den Keks.

    Man muss meine Beiträge nicht mögen, aber warum verwirke ich mein Bleiberecht, wenn ich etwas an Deutschland kritisiere? Ich bin kein Gast, ich wohne in Deutschland und werde hier vermutlich den Rest meines Lebens bleiben. 

    Hier ist jetzt meine Heimat und deshalb äußere ich mich dazu, was ich hier erlebe und sehe. Vieles finde ich gut, anderes läuft schlecht. Wenn jeder, der etwas in Deutschland kritisiert, das Land verlassen müsste, wäret ihr, liebe Hasskommentatoren, doch als erstes dran!

    Mehr zum Thema: 20-jähriger Flüchtling berichtet: “Von wegen, wir wollen nur euer Geld”

    Mein Leben ist echt, ich bin keine Erfindung

    Und nein, mein Fluchtgrund ist leider nicht erlogen und mein Fall ist gut dokumentiert. Ich bin tatsächlich inhaftiert und gefoltert worden und leide noch immer an den Spätfolgen.

    Ich wäre gern um diese Erfahrung ärmer und es fällt mir schwer, auszuhalten, dass ihr euch darüber lustig macht. Es ist überhaupt kein Spaß, in jungen Jahren inhaftiert und mit Kabeln und Elektroschocks gefoltert zu werden. Und es ist auch nicht schön, vielleicht nie mehr sicher an die Orte meiner Kindheit zurückreisen zu können.

    Auch mein Alter ist nicht erfunden. Ich bin tatsächlich 20 Jahre alt und wer möchte, kann sich gerne die Fotos mit meinem Kinderflüchtlingsgesicht aus meiner Anfangszeit in Deutschland angucken. Warum sollte ich mein Alter auch gefälscht haben?

    Das macht man doch nicht zum Spaß, sondern nur, wenn man hofft, damit seine Familie nachholen zu können. Ich bin aber auch vor meiner Familie geflüchtet und meine Familie war heilfroh, dass ich missratenes Kind die Ehre der Familie nicht mehr beschmutzen konnte.

    Und ich bin keine Erfindung der HuffPost. Ich bin in vielen Zusammenhängen aktiv, mache politische Aktionen, nehme an Veranstaltungen teil. Und mit der Hilfe meiner Freundin kann ich meine Gedanken auch zu Papier bringen.

    Ich lasse mir meine Freiheit weder von Islamisten noch von Rassisten nehmen

    Ich schreibe schon lange Blogbeiträge für die Onlineausgabe der Wochenzeitung “jungle.world”. Die meisten meiner Texte erscheinen erst viel später in der HuffPost und sind nicht speziell für die HuffPost geschrieben.

    Das absurdeste ist, dass einige dann auf irgendeinen geflüchteten Menschen verweisen, der mal für die Huffpost geschrieben hat und für den ich ein Ersatz sein soll. Ja klar, wir Flüchtlinge sind ja alle gleich und haben deshalb automatisch irgendwas miteinander zu tun.

    Das erinnert mich irgendwie an einen meiner Lehrer, der sehr nett war, aber alle in der Klasse mit Fluchterfahrungen als Gruppe aufgefasst hat. Wenn einer der anderen Schüler gefehlt hat, hat er ernsthaft immer mich dazu befragt.

    Dabei hatten wir kaum Kontakt und weder dieselbe Muttersprache noch Religion oder irgendwelche ähnlichen Hobbys. Natürlich ist eine Fluchterfahrung prägend, aber deswegen sind alle Menschen mit Fluchterfahrung noch lange nicht gleich oder sofort beste Freunde.

    Und glücklicherweise sind auch nicht alle Menschen ohne Fluchterfahrung gleich.

    So sehr ihr mit euren Hasskommentaren auch das Internet vollspamt, ihr seid nicht mehr. Es gibt zum Glück noch genug Menschen in Deutschland, die verstehen, dass Hass keine Probleme löst. Und deshalb bin ich weiterhin sehr froh, dass ich hier in Sicherheit und Freiheit leben kann.

    Ich genieße vor allen Dingen die Meinungsfreiheit – und die lasse ich mir weder von islamistischen noch rassistischen Trolls nehmen.

    (jg/ak)


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    Der Hund wurde an einen Fahrradständer gebunden – das hat ihm nicht gefallen. (Symbolbild)

    • Ein Hund wurde allein vor einem Laden an einen Fahrradständer gebunden.
    • Das hat dem Tier offensichtlich nicht gefallen, es begab sich auf einen Spaziergang – samt Fahrradständer und Fahrrad.

    Wie sagt man doch so schön: Der Hund ist der beste Freund des Menschen.

    Ein pelziger Vierbeiner in Erfurt allerdings war seinem Besitzer gegenüber wohl ein wenig zu loyal – und hat deswegen für eine ganze Menge Trubel und Sachschäden in Höhe von 1300 Euro gesorgt. Das geht aus einem Pressebericht der Polizei hervor.

    Es geschah letzten Donnerstagnachmittag: In Erfurt-Tiefthal hat ein Mann seinen Hund an einem Fahrradständer festgebunden – vermutlich, weil er ohne das Tier ein Geschäft betreten wollte. 

    Der Hund wollte anscheinend nicht allein bleiben

    Das hat dem Hund wohl nicht ganz so recht gefallen. Anstatt allerdings auf Herrchen zu warten und sein einsames Dasein zu betrauern, zog Bello auf eigene Faust los – samt Fahrradständer und einem festgeketteten Fahrrad. 

    Und wenn man schon einmal unterwegs ist, kann man auch eine gemütliche Runde um die geparkten Autos drehen, dachte sich der Hund wohl. Gesagt, getan – und schon hatte er mitsamt seines sperrigen Anhangs einen VW Golf umrundet. 

    Der VW Golf wurde von dem Tier beschädigt

    Der VW Golf hat dies leider nicht heil überstanden – die Höhe des Sachschadens beläuft sich auf 1300 Euro. 

    Das wird Herrchen wahrscheinlich nicht gefreut haben. Aber vielleicht wird ihm das eine Lehre sein, seinen Hund in Zukunft an stabileren Objekten festzubinden – oder seinen treuen Begleiter einfach nicht mehr aus den Augen zu lassen. 

    (jg)


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    Ein Mann zündete aus Protest gegen einen verspäteten Flug sein Gepäck an.

    • Ein Flug in Islamabad, Pakistan, ist ausgefallen.
    • Ein Passagier wurde deswegen so wütend, dass er sein Gepäck anzündete.

    Geduld ist eine Tugend. Gerade an Flughäfen müssen wir diese Charaktereigenschaft oft unter Beweis stellen – schließlich kann es immer mal vorkommen, dass wir an der Sicherheitskontrolle mal etwas länger warten müssen oder ein Flug sich verspätet oder gar ausfällt. 

    Ein Flugpassagier in Islamabad, Pakistan, bewies jedoch alles andere als starke Nerven, als sein Inlands-Flug nach Gilgit letzten Donnerstag aufgeschoben wurde. Wie die pakistanische News-Plattform “Dawn” berichtet, brannte dem Mann buchstäblich eine Sicherung durch vor Wut – und er zündete aus Protest kurzerhand sein Gepäck an.

    Mehr zum Thema: Flieger kann wegen Defekt nicht starten – dann zücken Passagiere die Geldbeutel

    Auf Facebook ist zu sehen, wie ein Mann sein Gepäck anzündet

    Zu sehen ist die “Protestaktion” in einem Video, das auf Facebook erschienen ist:

    Das Feuer konnte von Sicherheitskräften des Flughafens gelöscht werden.

    Ausgefallen ist der Flug aufgrund des schlechten Wetters. Ein Sprecher der verantwortlichen Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA) sagte “Dawn”: 

    “Keine Fluglinie kann es riskieren, ein Personenflugzeug bei solch schlechten Wetterbedingungen starten zu lassen.”

    Die Passagiere seien über Nacht allesamt in Hotels untergebracht und ein zusätzliches Flugzeug nach Gilgit am darauffolgenden Tag für sie organisiert worden.

    (jg)


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